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Zeitschrift Flugsport, Heft 23/1929

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 23/1929 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger

für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Fl u g s p o r t", Frankfurt a. MM Bahnhofsplatz 8

Telefon: Hansa 4557 — Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Bezugspreis f. In- u. Ausland pro K Jahr bei 14täg. Erscheinen Mk. 4.50 frei Haus.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 23 13. November 1929 XXL Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 27. November

. Mangel an Mitteln.

Die vergangene Woche stand im Zeichen der Tagung der WQL. Die verschiedensten Probleme wurden erörtert. Das technische Rüstzeug zur Lösung der brennenden Fragen scheint vorhanden zu sein und vor allem bestimmt ein energisches Wollen. Jedoch nicht vorhanden sind die geringsten Anzeichen für die Möglichkeit der praktischen Durchführung, weil die Mittel fehlen.

Wenn ein neuer technischer Erfolg zu verzeichnen ist, wenn ein neues Riesenflugzeug fliegt, ist man begeistert. Und wenn ein Verkehrsflugzeug mit tüchtigsten, erprobten Führern, dem die nötigen Orientierungsmittel im Nebel infolge der Knauserei nicht zur Verfügung standen, gegen ein Hindernis stößt, ist man ungehalten über die Un-vollkommenheit des Luftverkehrsmittels.

Bald werden uns die Amerikaner auch im „Nebel-Fliegen" über sein. Dank der Unterstützung durch den amerikanischen Guggenheim-Fond sind Anfänge für das Blindfliegen vorhanden. Drüben werden sie durch finanzielle Unterstützung energisch gefördert. Bei uns, wo das Wollen und das technische Rüstzeug vorhanden ist, geschieht nichts. Die Schuld an den Opfern tragen diejenigen, welche die Mittel für die Förderung des Flugwesens versagten.--

„Etrich-Taube" 40 PS.

Die erste „Etrich-Taube" ist den Lesern des „Flugsport" aus dem Jahre 1909 bekannt. Während des Krieges, wo nur Militärflugzeuge gebaut wurden und man keinen Wert auf Eigenstabilität des Flugzeuges legte, sondern nur noch Geschwindigkeit gefordert wurde, kam 1915 die „Taube" zum Verschwinden.

Igo Etrich, der Konstrukteur der „Taube", hat seit einigen Jahren seine alten Gedanken wieder aufgegriffen und ein kleines Flugzeug für 2 Personen mit 40 PS Salmson herausgebracht.

Diese kleine Innenlenker-Limousine hat, wie die Abbildung erkennen läßt, einen sehr hohen Rumpf mit seitlichen Fenstern und einen vorn verkleideten Führ er räum. Die Flügel in bekannter Zanoniafom

Etrich-Taube 40 PS. Typ 1929.

sind durch eine Strebe abgefangen. Die Flügelendlappen sind an Stelle von Klappen verwindbar.

Der Führersitz liegt vorn, der Gastsitz hinten. Einstieg durch eine seitliche Tür. Fahrgestell durchgehend elastisch am Rumpf aufgehängt.

Spannweite 11 m, Länge 6 m, Höhe 1,8 m, Flügelinhalt 15 m2, Rüstgewicht 300 kg, Aktionsradius 800 km, Geschwindigkeit 150 km, Landegeschwindigkeit 50 km.

Arado L II Reise- und Sportflugzeug Treff-Aß.

Ein Kabinenhochdecker mit 80-PS-Argus-Motor mit hängenden Zylindern haben die Arado-Werke, Warnemünde, herausgebracht.

Der Rumpf ist aus Stahlrohren geschweißt und mit Leinwand bespannt. Zwei seitliche kleine Türen ermöglichen ein sehr bequemes Ein- und Aussteigen. Da die zwei Sitze nebeneinander liegen, konnte der Knüppel hängend in der Mitte des Führerraumes angeordnet wer-

Etrich-Taube 40 PS.

den, was weiterhin zur bequemen Ausgestaltung dieses Raumes beiträgt. Die Türen reichen bis ungefähr Ellenbogenhöhe und lassen somit den Raum seitlich offen. Hierdurch ist freie Sicht bei Regenwetter und beschlagenen Scheiben garantiert. Zwei seitliche kleine verstellbare Windschutzscheiben verhindern einen etwaigen durch den Propellerstrahl hervorgerufenen Luftzug. Man kann daher das Flugzeug ohne jede Sonderbekleidung benutzen. Durch die Verwendung eines Motors mit hängenden Zylindern und die Einfügung des Brandschotts zwischen Motor und Führerraum kann nicht der geringste Oelspritzer in den Innenraum gelangen. — Hinter den Sitzen befindet sich ein Gepäckbeutel, der die ganze Rumpfbreite einnimmt und so das Mitnehmen auch größerer Gepäckstücke gestattet. Zugängig ist er vom Führerraum aus: er wird durch eine mit Reißverschluß versehene Leinen-wand abgeschlossen. Zwei kleine, oberhalb der Sitze angebrachte Netze zum Ablegen von Karten, Handtasche etc. vervollständigen die Einrichtung.

Das Fahrgestell besteht aus zwei Hälften mit je einer Federstrebe. Es ist achslos ausgeführt, so daß bei Notlandungen auch auf unebenstem Gelände die Gefahr des Ueberschlagens auf ein Minimum reduziert ist.

Der am Rümpfende sitzende Schleifporn ist analog einer Fahrge-stellhälfte ausgebildet und besitzt ebenfalls eine Federstrebe.

Arado L II Reise- und Sportflugzeug Treff-Aß.

Die Kielflosse ist ein Bauteil des Rumpfes und ist fest auf seine Oberseite geschweißt. Das Seitenruder überragt die Kielflosse und besitzt oben einen Ausgleich. Sämtliche Leitwerks- resp. Steuerflächen sind aus Stahlrohr geschweißt (mit Ausnahme der Querruder) und mit Leinwand bespannt. Das Höhenleitwerk liegt auf der Oberseite der Seitenflosse und ist auf jeder Seite mittels einer Strebe zum Rumpfobergurt abgestützt. Sämtliche Ruder sind mit Präzisionskugellagern ausgestattet. Die Gelenke besitzen Meyrol-Hochdruckschmierung.

Der Flügel ist freitragend und ungeteilt. Er besitzt zwei Kastenholme und Rippen und ist von der Unterseite des Hinterholms bis Oberseite Hinterholm mit Sperrholz beplankt. Der Flügelumriß ist trapezförmig, die Enden sind abgerundet.

Die Querruder sind vollkommen aus Holz hergestellt. Ihre Beplankung besteht aus Sperrholz.

Am Randbogen des Flügels befindet sich auf jeder Seite ein Haltering, so daß das Flugzeug beim Uebernachten im Freien leicht verankert werden kann.

Das Baumuster Arado L II besitzt den luftgekühlten Argus-As-8-Motor, dessen vier Zylinder hängend angeordnet sind. Die Dauer- und Höchstleistung des Motors beträgt 80 PS bei einer Drehzahl von 1400 Uml./Min. Zwei Brennstoffbehälter von je 55 1 Inhalt befinden sich im Flügel links und rechts vom Rumpf, zwischen den Flügelholmen, wo sie bei Bruchlandungen besonders geschützt sind. Der Brennstoff fließt dem Motor als Fallbenzin zu. Hinter dem Motor ist ein Brandschott eingebaut. Die Umkleidungsbleche des Motors sind aus Aluminium hergestellt.

Rüstgewicht 405 kg; Führer 75 kg, Fluggast 75 kg, Brennstoff 70 kg, Schmierstoff 10 kg, Gepäck 35 kg, zusammen 265 kg; Fluggewicht 670 kg; Spannweite 10,5 m, Länge 6,72 m, Höhe 2,28 m, Fläche 16 m2, Flächenbelastung G/F 41,870 kg/m2, Leistungsbelastung G/N

Oben: Breguet-Langstreckenflugzeug, das Costes und Le Brix 1928 zu ihrer Weltreise benutzten.

Unten: Breguet Typ 1929, den Costes und Bellonte zu ihrem Mandschureiflug benutzten. Bezeichnung „Fragezeichen".

8,37 kg/PS, Geschwindigkeit in 1 km Höhe V = 162 km/Std.s Steigzeit auf 1 km Höhe t = 8 Min.

Breguet-Langstreckenflugzeug Typ" 1928 und 29*

Das Breguet-Langstreckenflugzeug für ein Betriebsstoff-Fassungsvermögen von 4000 1, Typ 1928, ist durch den Weltflug von Costes und Le Brix 1928 bekannt geworden.

Der neue Typ 1929, welchen Costes und Bellonte nach der Mandschurei benutzten, hat durch Vergrößerung der Betriebsstoffbehälter einige Abänderungen erfahren. Der Rumpf ist um 90 cm verlängert worden, die Verkleidung des Spannturms ist nicht mehr bis zum Oberflügel durchgeführt. Im Oberflügel ist ein 2,4 m breites Mittelstück eingefügt Statt der Einstielstrebe sind zwei ausgekreuzte Streben angeordnet. Die Fahrgestellspurweite ist von 1,96 m auf 2,51 m und die Gummibereifung von 1000X180 auf 1000X225 vergrößert worden.

Durch Vermehrung der Betriebsstoffbehälter in Rumpf und Flügel

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Breguet-Langstreckenflugzeug mit einem Betriebsstoffbehälter von 4000 1. Links: Daneben der Betriebsstoffbehälter von 365 1 des normalen Breguet XIX, Unten: Der in das Rumpfgerüst eingebaute 4000-1-Betriebsstoffbehälter des Breguet. Die Betriebsstöffbehälterwand ist zum Teil abgenommen. Hinter dem Betriebsstoffbehälter sieht man den Steuerknüppel und den Fußhebel.

wurde das Fassungsvermögen auf 5180 1 gebracht (früher 4100), Oel-fassungsvermögen statt 200 1 jetzt 220 1. Weiter ist vorgesehen, am Angriffspunkt der Flügelstreben unterhalb des Unterflügels je einen profilierten Betriebsstoffbehälter von 600 1 Fassungsvermögen unterzubringen.

Interessant ist die Konstruktion des riesigen Betriebsstoffbehälters. Die Stahlrohrkonstruktion des Rumpfes liegt, nach außen abgedichtet, innerhalb des Behälters. Das hintere Rumpfstück vom Führersitz ab kann abgeschraubt werden, ebenso vorn der Motorbock. Durch diese Anordnung fällt eine Versteifung und Aufhängung des Betriebsstoffbehälters fort. Gerade die Aufhängung würde bei derartig großen Gewichten erhebliche Schwierigkeiten verursachen. Ein Leckwerden des Behälters wird durch diese Art der Ausführung erheblich herabgemindert.

In dieser Ausführung hat das Flugzeug bei einem Rekordversuch statt 5150 kg 6150 kg in die Luft gehoben.

Bei einer Gesamtbelastung auf 3260 kg mit 600 PS Hispano Suiza wurde in 2000 m Höhe eine Geschwindigkeit von 243 km gemessen und 5000 m in 26 Min. 54 Sek. erreicht. Der Aktionsradius wurde von 9500 km auf 10 000 km erhöht.

Französisches Verkehrsflugboot Liore u. Olivier Typ 240.

Die Fortschritte in der Entwicklung des deutschen Verkehrsflug-zeugbaues haben die ausländischen Konstrukteure zu ähnlichen Arbeiten angespornt. Die in Frankreich gemachten Anstrengungen sind be-

achtlich. Zur Zeit werden verschiedene neue Verkehrs-Großflugzeuge gebaut. Man kann beobachten, daß der gesamten französischen Konstruktionsarbeit einheitliche Richtlinien zu Grunde liegen.

Das neue Verkehrs-Flugboot Liore und Olivier 240 wird durch zwei über dem Flügel liegende 500-PS-Renault-Motoren angetrieben. Der Motorenaufbau mit Steigschacht ähnelt dem Do-X-Motorenaufbau. Der V-förmige Flügel besteht aus einem Mittelstück mit Ansatzflügeln. An den Enden des Mittelstücks sind die seitlichen Stützschwimmer befestigt. Die Flügel haben Kastenholme und Rippen in Holzkonstruktion, mit Sperrholz bedeckt.

Das einstufige Boot mit mehreren senkrechten Schotten ist in Holzkonstruktion ausgeführt. Vor dem mit Fenstern verkleideten Führerraum befindet sich der Raum für den Beobachter mit den erforderlichen Instrumenten. Weiter an der Spitze ist ein Kollisions-schott, in welchem Anker und sonstige Hilfsmittel untergebracht sind. Hinter und unter dem Führersitz liegt der Funkerraum und weiter hinten der Fluggastraum mit 12 Sitzen. Dieser Raum mit je 5 Fenstern zu beiden Seiten ist 2,20 m breit, 1,85 m hoch und 3,95 m lang.

Höhen- und Seitenleitwerk liegen sehr hoch über dem Rumpf in der Verlängerung der Motorenachse.

Die im Mittelstück des Flügels liegenden Hauptbetriebsstoffbe-hälter sind mit einer Einrichtung zur schnellen Entleerung durch Druckluft versehen.

Zum Anwerfen der Motoren dient ein kleiner Hilfsmotor.

Spannweite 26,20 m, Gesamtlänge 18,60 m, üesamthöhe 6,30 m, Flügelinhalt 105 m2, maximale Flügeltiefe 6,30 m, Leergewicht 4300 kg, Brennstoff 1060 kg, normale Nutzlast, Besatzung und Fracht 1870 kg, Gesamtgewicht flugbereit 7230 kg, Flügelbelastung 68,850 kg, Lei-stungsbelastung 7,230 kg; errechnete Leistungen: Maximalgeschwindigkeit 105—200 km/h, Wasserungsgeschwindigkeit 90 km/h, Gipfelhöhe 4000 m; erreichte Leistungen: Start bei Vollast 7230 kg 32 Sek. Flugfähigkeit mit 6230 kg mit einem Motor.

FLUG

Inland.

Mitteilung Nr. 42 des Deutschen Luftrats.

Der Deutsche Luftrat hat folgende Leistung als D e u t sehe n Rekord anerkannt: Klasse C.

3. Kategorie, Einsitzer zwischen 200 und 350 kg: Kurt S i e m o n , mit Flugzeug Klemm L 25 Ia, 9 Motor: 40 PS-Salmson AD 9, am 27./2S. Oktober 1929 über Strecke Leipzig—Dessau—Schkeuditz.

Entfernung in geschlossener Bahn 1707,3 km

Berlin, den 2. November 1929. Deutscher Luftrat.

Der Vorsitzende, gez. Kotzenberg. Für die Richtigkeit: von Hoeppner. .' Der erste Flug der „G 38" mit einer Motorleistung von 2400 PS, Spannweite 44 m, Flügelinhalt 290 m2, fand am 6. November auf dem Flugplatz von Dessau statt. Das Flugzeug rollte über den Platz, und als die Motoren die höchste Tourenzahl erreicht hatten, hob Zimmermann die „G 38" sanft vom Boden ab. Die Maschine entschwand in der Richtung von Dessau. Das Flugzeug flog in einer Höhe von 500 m und führte mehrere Kurven und Schleifen aus. Die Landung •dieser' Riesenmaschine machte einen überwältigenden Eindruck. Man hatte das

Gefühl, als wenn der Platz für dieses Riesenflugzeug viel zu klein wäre. Der Auslauf war überraschend gering. Das Flugzeug war besetzt von einem Flugkapitän und fünf Ingenieuren und Monteuren.

Die „G 38" ist ein verspannungsloser Rumpfeindecker mit sehr dicken Flügeln von 1,9 m größter Flügelhöhe, in welchen die Fluggasträume und Motorenkammern untergebracht sind. In dem Rumpfvorderteil befinden sich die Räume für Führung und Besatzung. Die Gesamtlänge des Eindeckers beträgt 23 m, die Höhe 5,30 m. Er kann etwa 30 Passagiere fassen und mit 22 Betten ausgerüstet werden. Die erwartete Fluggeschwindigkeit liegt bei 170 Std./km.

Das Rumpfinnere bestellt aus zwei Etagen. Oben befinden sich die Gasträume und unten die Laderäume. Die vier Motoren liegen zu beiden Seiten in den Flügeln.

Das Fahrgestell, welches ein Gesamtfluggewicht von 18 000 kg zu tragen hat, besteht aus zwei hintereinanderliegenden Räderpaaren. Sämtliche Landeräder sind mit Bremsen ausgerüstet. Die Lande- und Rollstöße werden durch große Federpufferbatterien amortisiert. Unter dem Schwanzende befindet sich ein großes abgefedertes Schwanzrad. Das Höhenleitwerk besteht aus zwei übereinanderliegenden waagrechten Flächen, zwischen denen sich das Seitenleitwerk befindet.

Hpt. Krupp gibt seine Tätigkeit als Generalsekretär bei der WGL auf, um den Direktorposten eines zu gründenden historischen Museums auf dem Flughafen Tempelhof zu übernehmen.

Carganico wird Generalsekretär der WGL.

40 000 RM für die Beschaffung von vier Leichtflugzeugen haben Deutsch-Amerikaner König-Warthausen während seines Fluges durch Amerika übergeben.

Ausland.

Eine Luft-Taxameter-Gesellschaft ist in Paris gegründet worden. Gegenstand des Unternehmens ist der internationale Betrieb mit Luft-Droschken und die Hebung des Leichtflugzeugwesens. Der Gesellschaft gehören an: Louis Bleriot, Faillant und Sadi-Lecointe. Gründer des Unternehmens ist Lawrence Santoni.

Für ein englisches Luftdroschken-Unternehmen sind zur Zeit 100 Flugzeuge bei Desouther in Auftrag gegeben. Der Vermietungstarif beträgt 1 Schilling pro Meile. Diese Flugzeuge werden in den englischen Provinzflughäfen stationiert.

Zu einem neuen Langstreckenflug starten die englischen Flieger Williams und Jenkins am 18. November in Cromwell in der Grafschaft Lincoln. Der Flug soll nach Kapstadt führen.

Einen Dornier X soll sich der amerikanische Millionär Garfield Wood als Luftyacht bei den Dornier-Werken bestellt haben.

Das amerikanische Luftministerium hat 66 Kampf- und Bombenflugzeuge in Auftrag gegeben. Wert 1,6 Millionen Dollars.

Die Versuche mit dem Caproni-Riesenflugzeug wurden fortgesetzt. Am 3. Nov. flog der Caproni mit sechs Asso-Motoren von 1000 PS in Gallarate in Gegenwart des italienischen Luftministers, General Bolbo, und des Staatssekretärs der Aeronautik, General Valle. Der neue Bomben-Doppeldecker aus Metallkonstruktion ist 10 m hoch und 28 m lang. Er kann 12 Tonnen Betriebsstoff und 8 Tonnen Bomben mitnehmen. Seine Geschwindigkeit liegt zwischen 190 und 210 km. Das Leergewicht soll nur 15 Tonnen betragen.

Das Verkehrsflugzeug D 903, welches am 6. 11. Croydon 9.44 Uhr verließ, stieß in dichtem Nebel bei Marden in der Nähe von Caterham in 20 m Höhe gegen ein Hindernis und verbrannte. Flugkapitän Bruno Rodschinka, Funker Niklas Bordwart Ullrich waren sofort tot. Prinz zu Schaumburg-Lippe, welcher sich aus dem brennenden Flugzeug rettete, starb im Krankenhaus. Commander Kidston konnte noch rechtzeitig aus der G 24 abspringen.

Einen gelungenen Nebelflug hat Ltn. James H. Doolittle auf Veranlassung des Daniel-Guggenheim-Fund am 24. Sept. auf dem Mitchel Field ausgeführt. Ihm war die Aufgabe gestellt, im dichtesten Nebel zu starten und an einer bestimmten Stelle des Flugplatzes zu landen. Der Führer war bei diesem Versuch vollständig in seine Kabine eingeschlossen, so daß keinerlei Gesichtsfeld vorhanden war. Die Orientierung erfolgte lediglich durch seine Instrumente. Er startete von dem Flugplatz, flog vom Platz weg und kehrte nach einer Wendung wieder zu diesem

zurück und landete ganz in der Nähe seines Startpunktes. Die Hauptfaktoren für den Erfolg waren: eine neuartige Verwendung der anzusteuernden Funkbake, die Vervollkommnung eines Instrumentes, das die Längen- und Seitenlage des Flugzeuges anzeigt, ein neues Richtungs-Gyroskop sowie ein barometrischer Höhenmesser, der so empfindlich ist, daß man die Höhe des Flugzeuges bis auf wenige Fuß vom Erdboden messen kann. An Stelle des natürlichen Horizonts, der es gemeinhin dem Piloten ermöglicht, sein Flugzeug in stabiler und sicherer Fluglage zu halten, der aber im Nebel unsichtbar sein würde, benutzte Ltn. Doolittle einen „künstlichen Horizont" in Gestalt eines kleinen Instrumentes, das dem Piloten jederzeit die Längen- und Seitenlage des Flugzeuges anzeigt.

Zu der Societe Generale Aeronautique haben sich die französischen Firmen: Societe Lorraine, die Societe Hanriot, S. E. C. M. und die Chantiers Aero Mari times de la Seine, die Societe Nieuport-Astra, sowie die Societe Latecoere zusammengeschlossen. Dieser Konzern bildet in Frankreich die wichtigste aeronautische Gruppe.

Paris—Madagaskar in 10 Tagen. Ein Farman 190 mit 230 PS Salmson-Motor startete am 17. Oktober in Paris und erreichte Tananariva auf Madagaskar am 27. Oktober, nachdem die Besatzung den ganzen Kontinent Afrikas durchquert hatte.

Preisverteilung — Internationaler Rundflug.

Die Sportkommission des Französischen Aero-Clubs hat in ihrer Sitzung am 4. November die Ergebnisse des „Wanderpreises für den Internationalen Rundflug", dessen Wettbewerbe vom 2. bis 16. August J929 stattfanden, bestätigt. Sie hat die Preise wie folgt zuerkannt:

Der durch den Aero-Club de France gestiftete Wanderpokal wird für die Dauer eines Jahres dem Deutschen Luftrat zugesprochen für den Sieg des Flugzeuges BFW M 23b (A 4), Führer Morzik.

1. Preis von 100 000 Frs. an Deutsche Verkehrsfliegerschule;

Flugzeug BFW M 23b, Führer Morzik (A 4).

2. Preis von 50 000 Frs. an de Havilland Aircraft;

Flugzeug de Havilland, Führer Cpt. Broad (H 5).

3. Preis von 25 000 Frs. an Raab-Katzenstein-Werke;

Flugzeug RK 25, Führer Carberry (B 3).

4. Preis von 7350 Frs. an Leichtflugzeugbau Klemm;

Flugzeug Klemm, Führer Luisser (C 2).

5. Preis von 7350 Frs. an Officine Ferroviare Meridionali:

Flugzeug Romeo R 5, Führer Guazzetti (M 3),

6. Preis von 7350 Frs. an Oscar Caminneci;

Flugzeug BFW M 23b, Führer von Dungern (A 3). ' 7. Preis von 7350 Frs. an Soc. An. Avia;

Flugzeug Avia Antilope, Führer Kieps (T 1).

8. Preis von 7350 Frs. an Officine Ferroviare Meridionali;

Flugzeug Romeo R 5, Führer Castaldo (M 2).

9. Preis von 7350 Frs. an Officine Ferroviare Meridionali;

Flugzeug Romeo R 5, Führer Gelmetti (M 1).

10. Preis von 7350 Frs. an Miß Snooner;

Flugzeug de Havilland (H 6).

11. Preis von 7350 Frs. an Junkers-Flugzeugwerk:

Flugzeug Junkers A 50, Führer Roeder (D 5),

12. Preis von 7350 Frs. an Bonassati Carlo;

Flugzeug Romeo R 5 (K 8).

13. Preis von 7350 Frs. an Francis Carlo Lombardi;

Flugzeug Asi (K. 3).

14. Preis von 7350 Frs. an Soc. An. Aeronautica d'Italia;

Flugzeug Fiat A.S.L, Führer Bottala (K 6).

15. Preis von 7350 Frs. an Hans Wirth;

Flugzeug Klemm L 25 (S 2).

16. Preis von 7350 Frs. an Siebel:

Flugzeug Klemm Ia L 25, Führer Poß (C 6).

17. Preis von 7350 Fr. an Junkers-Flugzeugwerke;

■Flugzeug Junkers A 50, Führer Kneer (D 4).

18. Preis von 7350 Frs. an Aero-Club von Deutschland;

Flugzeug BFW M 23b, Führer Offermann (A 2).

19. Preis von 7350 Frs. an Leichtflugzeugbau Klemm;

Flugzeug Klemm, Führer Kirsch (C 4).

20. Preis von 7350 Frs. an Fritz Siebel;

Flugzeug Klemm (C 5). Die Deutsche Verkehrsiii egersch nie, deren Flugzeug BFW M 23b, Führer Morzik, an erster Stelle steht: erhält:

den Preis des Präsidenten der Französischen Republik, bestehend aus einer

Sevres-Porzellan-Vase, ein italienisches Sportflugzeug, Typ Fiat mit Motor, und eine Goldmedaille

gegeben vom italienischen Luftfahrtminister, eine Medaille des Aero-Clubs von Deutschland, ein Motorrad der Deutschen Industrie-Werke, Spandau.

Einen italienischen Motor für Sportflugzeug und eine Goldmedaille erhält d e H a v i 11 a n d A i r c r a f t, für Flugzeug H 5 de Havilland, Führer Cpt. Broad als Zweiter klassifiziert.

Einen Deltrintem-Feldstecher der Firma Carl Zeiss an Herrn W e e d o n , Passagier von Cpt. Broad.

Ein 6-PS-Renaulf-Wagen mit Innensteuerung, viersitzig, gegeben von den Dsincs Renault, an L e i c h t f 1 u g z e u g b a u Klemm, Flugzeug Klemm L 25 Führer Lusser, weil ausgerüstet mit einem in Frankreich gebauten Motor (Salm-son-Motor).

Ein 60-PS-Walter-Motor, gegeben von der Walter-Motoren-Gese 1 kschaft an die S o c. An. A v i a , deren Flugzeug B Ff II, Führer Kieps, mit einem tschechischen Motor Walter ausgerüstet ist.

Ein Chronograph, gegeben von der Firma Leroy, Paris, an die S o c. An Avia, deren Flugzeug B H II Antilope, Führer Kieps, die größte Punktzahl für praktische Eigenschaften der Flugzeuge erhielt und sich unter den zehn Ersten befindet.

Eine Schärpe, gegeben von der französischen Firma Tissus Rodier an Miß S p o o n e r.

Preise der Kategorien:

I. Kategorie :

Preis der Stadt Prag, Ehrenpreis im Werte von 10 000 Kr. au die Deutsche V e r k e h r s f 1 i e g e r s c h u 1 e , Führer Morzik, Erster im Gesamtklassement.

Ein Motorrad Gnöme & Rhone zu 3 PS erhält Raab-Katzen stein für das Flugzeug R K, Führer Carberry, das auf dem Europa-Rundflug die beste Reisegeschwindigkeit erzielte.

II. Kategorie :

Ein Motorrad Gnöme & Rhone zu 3 PS an die Deutsche Verkehrs-Fliegerschule für das Flugzeug BFW M 23b, Führer Morzik, das auf dem Europa-Rundflug die beste Reisegeschwindigkeit erzielte.

Etappen-Preise:

Der Preis der Stadt Paris, bestehend aus einem Paar Vasen der Manufacture Nationale de Sevres, an Raab-Katzenstein für das Flugzeug R K 25, Führer Carberry, weil dieser Bewerber das beste Gesamtklassement hat und unter den ersten fünf Bewerbern ist, die gleichzeitig die Ankunftlinie überflogen haben.

Ein Ehrenbecher, gestiftet vom Prinzen Bibesco, Präsident des Rumänischen Aero-Clubs, an D e 1 m o 11 e, der als Erster in Bukarest ankam.

Der Magistrat der Stadt Budapest stiftet allen Teilnehmern eine Erinnerungsplakette.

Ein Glas aus Böhmisch-Kristall im Werte von 15 000 Kr., gestiftet vom Tschechoslowakischen Aero-Club, an die Firma Raab-Katzenstein, Flugzeug R K 25, Führer Carberry, da es die beste Wertung von Paris nach Prag erhielt.

Der Magistrat der Stadt Breslau gibt einen Preis von 500 RM an de Havilland Äi r c r a f t Co., Flugzeug de Havilland, Führer Cpt. Broad, das als erstes in Breslau landete (Flugzeug der I. Kategorie).

und einen Preis von 500 RM an den Aero-Club von Deutschland. Flugzeug BFW M 23b, Führer Offermann, das als erstes in Breslau landete (Flugzeug der II. Kategorie).

Ein Ehrenpreis, gegeben vom Verkehrsminister der Polnischen Republik, an Raab-Katzenst e i n, Flugzeug R K, Führer Carberry, da es die beste Wertung von Paris nach Warschau erhielt

Drei Silberbecher, gegeben vom Senat der Freien Hansestadt Hamburg, an die drei ersten Führer der ersten Kategorie, die in Hamburg landeten, nämlich: an Cpt. Broad (H 5), an Miß Spooner (H 6), an Kirsch (C 4).

Drei Silberbecher, gegeben vom Senat der Freien Hansestadt Hamburg, an die drei ersten Führer der zweiten Kategorie, die in Hamburg landeten, nämlich: Off er mann (A 2), an von Dungern (A 3), an Morzik (A 4).

Silberbecher, gestiftet vom Magistiat Berlin, wurden allen Besatzungen zuerteilt, die in Berlin gelandet sind.

Der Kgl. Belgische Aero-Club stiftet Medaillen, die wie folgt verteilt werden und einen Becher:

die goldene Medaille „L'Effort" an Cpt. Broad, der als Erster in Brüssel landete,

die silberne Medaille „L'Effort" an 0 f f e r in a n n , der unter den Bewerbern der IT. Kategorie als Erster in Brüssel landete, .'. die Bronze-Medaille „L'Effort" an Carberry, der unter den Bewerbern der

I. Kategorie als Zweiter in Brüssel landete,

die Bronze-Medaille „L'Effort" an Lusser, der unter den Bewerbern der

II. Kategorie als Zweiter in Brüssel landete.

Ein Becher im Werte von 1000 Frs. wird Jaques Maus, Belgier, zugesprochen.

Der Preis des österreichischen Ministers für Handel und Verkehr wird d e Ha vi 11 and zugesprochen, Flugzeug H 5, Führer Cpt. Broad, Sieger in der I. Kategorie.

Der Preis des Verkehrsamtes für Wien und Niederösterreich an Carbe r r y , der als Erster auf dem Flugplatz Aspern landete.

Der Minister de l'Instruction Publique stiftet einen Preis, der der Deutschen Verkehrsfliegerschule, Flugzeug A 4, Führer Morzik, als Sieger in der II. Kategorie, zuerteilt wird.

Der Ehrenpreis des deutschen Reichsministers des Innern, bestehend aus einer Plakette der Regierung, wird dem Flugzeugführer Morzik zugesprochen, der den besten Platz in der Gesamt Wertung erhielt.

Aero-Club von Deutschland: von Ho-eppner.

Vereinsnachrichten.

Der erste bayerische Segelflugwettbewerb am Hesselberg,

veranstaltet vom Nordbayerischen Luftfahrt-Verband e. V., Nürnberg, wurde nach achttägiger Dauer am 28. 10. beendet. Das Gesamtergebnis kann als ein ausgezeichnetes angesprochen werden und ist besonders zu begrüßen, daß die 85 ausgeführten Schulungsflüge ohne jeglichen Unfall durchgeführt wurden. Der von der Dinkelsbühler Sanitätskolonne zur Verfügung gestellte Sanitäter brauchte daher nicht in Tätigkeit zu treten. Am Sonntag herrschte Hochbetrieb in Gerol-fingen und am Hesselberg. Auf Privat- und Lastautos kamen von allen Seiten Interessenten herbeigeeilt, die alle Zeuge der schönen Flüge sein wollten. Der Zweck der Veranstaltung, die Segelflugsport treibenden Vereine zu einer gemeinsamen Schulung, als Ersatz für den in diesem Jahr auf der Wasserkuppe ausgefallenen Schulungswettbewerb, zusammenzuführen, wurde voll und ganz erfüllt. Da die Unterbringung der Segelflugzeuge Schwierigkeiten verursachte, war es leider nicht möglich, weitere Vereine mit Maschinen zum Wettbewerb einzuladen. Die Halle und das von der Flugüberwachung freundlichst zur Verfügung gestellte Zelt konnten die gemeldeten 8 Segelflugzeuge gerade noch beherbergen. Es wäre nur zu begrüßen, wenn derartige Veranstaltungen durch die Behörden unterstützt würden, damit der Segelflugsport als Sportart weiter ausgebaut werden könnte und den flugbegeisterten Mitgliedern der Vereine öfters Gelegenheit geboten würde, die Erdenschwere von sich zu schütteln. Besonders hervorzuheben ist die ausgezeichnete Kameradschaft, die unter den Teilnehmern während des Wettbewerbes herrschte. Auch der Humor kam zu seinem Recht, zumal, wie auf der Wasserkuppe der Rhöngeist erscheint, auch am Hesselberg der Hesselberggeist erschien. Der bekannte Fliegerhumor kam anläßlich einer Ehrung des Hauptlehrers Kolb aus Schwabach so richtig zum Ausdruck.

, Die Gemeinde und das Gendarmeriekommando von Gerolfingen, besonders aber das Kommando der Flugüberwachung Bayern-Nord in Fürth haben zur glatten Abwicklung der Flugveranstaltung sehr viel beigetragen. Auch die Einwohnerschaft Gerolfingens, die für Unterkunft der Wettbewerbsteilnehmer Quartiere zur Verfügung stellte, zeigte großes Entgegenkommen. Die Flugleitung lag in den Händen des bewährten Flugleiters Nusselt vom N. L. V., der sich an dem Wettbewerb fliegerisch nicht beteiligen konnte, da die übernommene Pflicht zur glatten Abwicklung der Veranstaltung ihn davon abhielt. Die beste Zeit während des Wettbewerbs erzielte Medicus von der Segelfliegerabteilung des Augsburger Vereins für Luftfahrt auf „Windsbraut" (Type Hols der Teufel) mit 4 Min. 26 Sek. Leider ging der Segler bei Ablegung der A-Prüfung, gesteuert von einem anderen Piloten, zu Bruch und mußte ausscheiden. Gerade von diesem Segelflugzeug erwartete man noch große Leistungen und bessere Zeiten. Am Wettbewerb nahmen 5 Vereine mit 8 Segelflugzeugen teil. Max Wimmer vom Deutschen Fliegerbund Nürnberg erzielte mit 2 Min. 56 Sek. mit dem Segelflugzeug „Moritz" die zweitbeste Zeit und Rolf Müller vom N. L. V. Nürnberg auf dem Segler „Nürnberg" 2 Min. 33 Sek.

A-Prüfungen wurden abgelegt von: Merz, Kolb, Thäter, Wackersreuther, Hei-dolph und Fitzinger vom Deutschen Fliegerbund Schwabach, Lehner und Wetter vom Augsburger Verein für Luftfahrt, Buchner, Löbermann und Rupp vom N. L. V. Nürnberg.

B-Prüfungen wurden abgelegt von: Kolb und Thäter vom Deutschen F. B. Schwabach, Max Wimmer vom D. F. B. Nürnberg, Benz und Bachmann vom N. L. V. Nürnberg.

Flüge wurden ausgeführt vom: F. S.V. Erlangen 9 von 2 Führern mit Erlangen; beste Zeit Königsreuther 108 Sek. N. L. V. Nürnberg mit Nürnberg 8 von 4 Führern; beste Zeit Müller 153 Sek. N. L. V. Nürnberg mit Hesselberg 20 von 8 Führern; beste Zeit Holzheimer 125 Sek. N. L. V. Nürnberg mit Albrecht Dürer 19 von 7 Führern; beste Zeit Bachmann 77 Sek.

Augsb. V. f. L. mit Windsbraut 4 von 3 Führern; beste Zeit Medicus 266 Sek. Augsb. V. f. L. Wetterhexe 5 von 1 Führer: beste Zeit Medicus 146 Sek. D.F.B. Schwabach mit Herold 14 von 8 Führern; beste Zeit Schleicher 100 Sek. D.F.B. Nürnberg mit Moritz 6 von 1 Führer; beste Zeit Wimmer 176 Sek.

Nach Beendigung des Wettbewerbs fand im Saale der Brauerei Rotter in Gerolfingen die Preisverteilung statt. Der erste stellvertr. Vorsitzende des N. L. V., Ing. Pfannmüller, dankte allen teilnehmenden Vereinen und Mitgliedern für das rege Interesse und kameradschaftliche Verhalten mit dem Wunsche, daß dieser Wettbewerb die flugsporttreibenden Vereine enger zusammengeführt hat. Ferner dankte der Redner der Flugüberwachung Fürth für Abstellung des Kommandos der Gemeinde Gerolfingen, deren 1. Bürgermeister anwesend war, dem Gendarmeriekommando, der Sanitätskolonne Dinkelsbühl und schließlich den Stiftern der Preise, die auf Veranlassung des Redners durch Herrn Liebermann verteilt wurden. Mit dem Sportrufe „Startfrei" wurde die Preisverteilung und der Segel-flugwettbewerb beendet. Mit dieser Veranstaltung hat der N. L. V. ein neues Ruhmesblatt erworben und seinen Grundsatz, der Allgemeinheit zu dienen, hochgehalten. Ueber die Beibringung der 15 Ehrenpreise, die einen Wert von ca. 400 RM repräsentierten, wurden von allen Seiten Worte der Anerkennung ausgesprochen. Der herzliche Abschied der einzelnen Vereine bezeugte den Wunsch, recht bald wieder am Hesselberg zum Segelflugwettbewerb zusammenzukommen.

Die Vereinspreise wurden im Schulungswettbewerb folgenden Segelflugzeugen zugeteilt:

1. Albrecht Dürer mit 64 Punkten Preis des Königshof Nürnberg.

2. Hesselberg mit 58 Punkten Preis des Grand Hotel Nürnberg.

3. Herold mit 54 Punkten Preis des Bayer. Luftvereins München.

4. Wetterhexe mit 20 Punkten Preis des Bayer. Luftvereins München.

5. Windsbraut mit 18 Punkten Preis des Ing. Paul Hopf, Nürnberg.

6. Nünberg mit 17 Punkten Preis der Firma L. Ostermayr, Nürnberg.

7. Erlangen mit 2 Punkten Preis des Stadtverb, für Leibesübungen, Nürnberg.

Motorpiloten mußten laut Ausschreibung ausgeschaltet werden. — Der Preis im Uebungswettbewerb wurde dem Segelflugzeug „Moritz" mit 20 Punkten, gestiftet von der Gemeinde Gerolfingen, zugesprochen.

Führerpreise erhielten:

1. Holzheimer vom N. L. V. Nürnberg 30 Punkte, Preis der Brauerei Rötter, Gerol-fingen.

2. Medicus vom A. V. f. L. 23 Punkte, Preis der Fa. G. Schönherr, Nürnberg.

3. Bachmann vom N. L. V. Nürnberg 20 Punkte, Preis des Herrn A. Dorner, Nbg.

4. Löbermann vom N. L. V. Nürnberg 14 Punkte, Preis J. N. Bauer, Nürnberg.

5. Benz vom N. L. V. Nürnberg 12 Punkte, Preis Ramspeck-Wölfel, Nürnberg.

6. Kolb vom D.F.B. Schwabach 12 Punkte, Preis d. Fa. Photo-Porst, Nürnberg.

7. Schleicher vom D. F. B. Schwabach 2 Punkte, Preis d. Fa. Sporthaus Bauer, Nbg.

Der Wanderpreis, nur für Mitglieder des N.L. V. gestiftet vom 1. Vorsitzenden des N. L. V. Nürnberg, Heinrich Th. Barth, wurde Rolf Müller für längste Flugdauer von 153 Sek. zugesprochen.

Das Preisgericht bestand aus den Herren Filbig-Amberg, Kolb-Schwabach, Scheu-Augsburg, Schreiber und Liebermann-Nürnberg. Lbm,

Modelle,

Für den italienischen Flugmodellwettbewerb „Premio Littorio" standen 25 000 Lire an Preisen zur Verfügung. Am Wettbewerb nahmen insgesamt 600 Modellbauer teil, die sich in verschiedenen Bezirken an den Ausscheidungs-flügen beteiligten. Den ersten Preis errang Mulinacci, Cesto Calente, mit einer Flugleistung von 900 m Entfernung (Welt-Rekord). Zweiter wurde Clerici, Rom. mit 302 m Entfernung. Das von Mulinacci gestartete Modell ist ein Enteneindecker mit 2 Luftschrauben, die vor der vorderen Fläche und hinter der hinteren Fläche montiert sind und durch einen Gummistrang getrieben werden. Das von Clerici war ein Zugschraubeneindecker. Als Motorträger wurden bei beiden Modellen Aluminiumrohre, die den Gummi umschlossen, verwandt.

Möbius-Segelflugmodell. Das

nebenstehend abgebildete Segelflugmodell zeichnet sich durch Formenschönheit und ruhigen stabilen Flug aus. Mit wenigen Handgriffen ist es leicht zerlegt. Eine weit vorragende Kufe schützt das Modell vor Beschädigungen. Die Handhabung ist so einfach, daß auch weniger Erfahrene damit umgehen können. Spannweite 60 cm, Länge 60 cm, Gewicht ca. 50 g komplett. Als Material für den Rumpf wurde

Celluloid gewählt, wodurch eine besondere Haltbarkeit gewährleistet ist. Die elliptischen Tragflächen sind aus einem besonders festen Peddigrohr hergestellt und mit einem imprägnierten Seidenbatist bespannt.

Propellerauslösevorrichtung für Flugmodelle.

Um den Widerstand des nach abgelaufenem Gummimotor stehen gebliebenen Propellers zu verringern, rüsten erfahrene Modellbauer ihre Modelle mit einer Propellerleerlaufeinrichtung aus, so daß beim im Gleitflug heruntergehenden Modell der Propeller nicht stehen bleibt und dadurch enormen Widerstand verursacht, sondern mit geringer Tourenzahl weiterläuft. Eine sehr brauchbare und von jedem Modellbauer leicht zu bastelnde Leerlaufvorrichtung ist die in der Abbildung ersichtliche. Ihre Wirkungsweise ist recht einfach. — Der Stahldrahtbügel a wird durch den aufgezogenen Gummimotor, welcher in seinem Bogen

eingehängt wird, angezogen, so daß

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der mit der Propellerwelle c vermittels eines angelöteten Messingblätt-chens verbundene Stift d in einem in der Grundplatte f vorgesehenen Loch e eingreift und so die Propellerwelle und den darauf befestigten Propeller mitnimmt. Ist der Motor abgelaufen d. h. lassen die Touren nach, wird der Stift d vermittels der Feder g aus Sfessincfrofr 3^ dem Loche herausgedrückt, und der Propeller wird durch die im Gleitflug erzielte Geschwindigkeit leer mitlaufen und dadurch die Dauer des Gleitflugs bedeutend verlängern. Das Gewicht der Vorrichtung beträgt 11 Gramm.

' Äuslösevorrichtung für Propellerleerlauf.

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Eingesandt.

(Ohne Verantwortung der Redaktion.)

Zu dem Eingesandt des Herrn Polter möchte ich doch noch einiges bemerken. Zunächst muß ich sagen, daß es doch völlig überflüssig ist, darüber zu streiten, ob der 21-Min.-Rekord des Herrn Möbius anerkannt werden soll oder nicht, denn der Rekord wurde vom Deutschen Modell- und Segelflug-Verband längst anerkannt und Herrn Möbius auch entsprechend bestätigt. Außerdem wurde der Rekord während eines Wettbewerbes der Südwestdeutschen Gruppe aufgestellt, und in der Klasse der Rekordmodelle, in der Herr M. damals startete, war Gummi-abwurf ausdrücklich erlaubt. Warum sollen derartige Rekorde eigentlich nicht anerkannt werden? Das Ausland läßt uns auch öfters Nachricht von Modellrekorden zukommen, bei denen sicher auch irgendein Hilfsmittel benutzt wurde um eine besonders große Leistung zu erzielen, wie z. B, der vor einiger Zeit gemeldete amerikanische Dauerrekord von 11 Min. Es wurde dabei allerdings bemerkt, daß der Abflug von „erhöhtem Standpunkt aus erfolgte", und dies ist ja ein sehr dehnbarer Begriff. Meiner Ansicht nach ist der Rekord des Herrn M. weniger auf den Abwurf des Gummis zurückzuführen als auf starke aufsteigende Luftströmungen, denn das Modell hatte bei Abwurf des Gummis bereits eine außergewöhnlich große Höhe erreicht. Einen weiteren Beweis für meine Annahme, daß der Gummiabwurf zur Erreichung großer Höhen und damit Dauer nicht so wesentlich ist, erblicke ich auch in dem vor mehreren Jahren aufgestellten Rekord des Herrn Pelzner, bei dessen Modell meines Wissens der Gummi nicht abgeworfen wurde. Auch bei einem anderen Wettbewerb wurde in Frankfurt a. M. von Schalk ein Dauerflug von 3% Minuten gemacht ohne Gummiabwurf. Ich bin fest davon überzeugt, daß ein leicht gebautes Rumpfmodell, das in eine Gewitterböe gerät, ebenfalls große Flugdauer erreichen kann. Beispiele hierfür haben wir ja schon genügend gehabt. Es wird eben nur nicht alles an die große Glocke geschlagen.

Also lassen wir ruhig alles beim alten und freuen wir uns, wenn neue Rekorde aufgestellt werden — vorausgesetzt, daß nicht direkt Schwindel getrieben wird mit erhöhtem Standpunkt etc. Das Wichtigste ist doch, daß wir Deutschen auch in der Modellfliegerei unseren Vorsprung behalten. Paul Schaaf.