HAUPTSEITE ]

Zeitschrift Flugsport, Heft 09/1925

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 09/1925 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

PDF Dokument

Sie können auch das originale Abbild im PDF Format in hoher Druckqualität gegen Zahlung einer Lizenzgebühr herunterladen. Sie können das PDF Dokument ausdrucken, am Bildschirm komplett mit Abbildungen vergrößern und besser lesen oder in Ihre Publikationen übernehmen. Nutzen Sie bitte vor dem Kauf die kostenlosen Leseproben von Heft 22/1919, Heft 23/1933 und Heft 4/1944, um die Qualität der PDF Dokumente zu prüfen.

 » PDF Download


Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8

Telefon: Hansa 4557 -^- Telegramm-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Nr. 9 ~~ " 6. Mai 1925 ~~ XVII. Jahrg.

Bezugspreis für In- und Ausland pro K Jahr Mk. 4,50 frei Haus.

Für das Inland zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten, für das Ausland durch den Buchhandel und Verlag nach besonderer Preisstellung Der Nachdruck unserer Artikei ist, soweit nicht mit ..Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Wovon man spricht!

Die Ausschreibung für den Rhön-Segelflug 1925 ist seit längerer Zeit erschienen. Die neuen Aufgaben haben die interessierten Flugforscher angespornt, zu arbeiten. Die Rhön, welche für ernste, zielbewußte Flugforschung bestimmt ist, soll keine Schauflug-Veranstaltung werden. Denn es gäbe keinen Segelflug, wenn die Rhönforschung nicht gewesen wäre. Alles andere ist Nachahmung. Die Segelflug-Konstrukteure kommen während des Jahres kaum zur Ruhe. Sie werden durch die etwas zu vielen Veranstaltungen gezwungen, ihre Bauarbeit zu unterbrechen. Dadurch werden die in der Forschungsarbeit tätigen Kräfte zersplittert. Wenn Vereine, die sich die Förderung des deutschen Flugwesens auf ihre Fahne geschrieben haben, der Sache wirklich nützen wollen, dann sollen sie besser Segelflug-Veranstaltungen auf ein Minimum beschränken und ihre Vereinsbeiträge restlos an eine Segelflugbaugruppe abführen. Mit den unserem Flugwesen zur Verfügung stehenden Mitteln muß haushälterisch umgegangen wrerden.

Zu dem Küsten-Segelflug Rossitten sind 25 Flugzeuge erschienen. Am ersten Tage, am 2. Mai, startete der erfolgreiche Rhönflieger Fuchs und blieb, bei 7—10 m Wind in 170 m über dem Gelände kreisend, bis 3 Uhr in der Luft. Die Landung erfolgte leider durch eingetretene Flaute. Die Flugzeit betrug 7 Std. 45 Min. 55 Sek.

Die Botschafterkonferenz soll nach englischen Berichten aus Paris dahin entschieden haben, in den Luftfahrtbeschränkungen Deutschlands gewisse Erleichterungen vorzunehmen. Es soll hauptsächlich Deutschland zugestanden werden, daß es künftig Passagierflugzeuge bis zu 450 PS, statt bisher höchstens 220 PS, bauen und in Dienst stellen kann. Die Flugzeuge werden neun bis zehn Passagiere befördern können.

Die meisten der Beschränkungen hinsichtlich der Militärflugzeuge werden bestehen bleiben, doch können gewisse kleine Bestimmungen fallen gelassen werden, mit Rücksicht darauf, daß jetzt größere Passagierflugzeuge erlaubt sind.

Pocke-Wulf Typ A 16a 100 PS Mercedes.

Bereits in Nr. 7 des Flugsport S. 146 brachten wir eine kurze Beschreibung mit Abbildungen dieser neuen Maschine.

Der Flügel gleicht in Flächengröße und Umriß vollständig dem des Typs A 16, abgesehen davon, daß selbstverständlich die Innenkonstruktion dem höheren Gewicht entsprechend (über 200 kg mehr als A16!) verstärkt werden mußte. Die hervorragenden Eigenschaften des Flügels in bezug auf Start, Steigen, Horizontalgeschwindigkeit und Querstabilität sind also erhalten geblieben.

Eine vollständige Umgestaltung hat naturgemäß das gesamte Vorderteil mit der Motoranlage erfahren. Der schwere Motor mußte wegen des Längsmomentausgleichs soweit wie möglich nach hinten gerückt werden, und das bedingte die Lage von Motor und Führer nebeneinander, unmittelbar vor der vorderen Kabinenwand. Um dem Führer genügend Platz zu schaffen, ist außer der großen Rumpfbreite von 1,30 m das Mittel gewählt worden, den Motor 100 mm aus der Flugzeuglängsachse zu versetzen. Siehe die Abb. auf S. 147. Die Motorholme ruhen auf zwei kräftigen Sperrholzspanten und sind ihrerseits durch zwei Stahlrohre, die je 3000 kg Druck aufzunehmen vermögen, gegen die äußerst kräftigen Flügelaufhängungspunkte nach hinten abgestützt, um jedes Durchbrechen des Motors in die Kabine, selbst bei schwersten Ueberschlägen, auszuschließen. Der Kühler ist als Seitenkühler ausgebildet und unterhalb der Fenster an der der Tür entgegengesetzten Kabinenwand aufgehängt, oder aber als Stirnkühler vor dem Motor in die große, das ganze Rumpfvorderteil umschließenden Aluminiumblechhaube eingesetzt. Auch die hinter dem Motorraum liegende Kabinenwand ist im Interesse der Brandsicherheit mit Aluminiumblech verkleidet; der Führerraum kann in gleicher Weise abgeschlossen werden, doch wird dies nicht von allen Firmen gewünscht, die die Zugänglichkeit zum Motor höher einschätzen. Im letzteren Falle wird die Brandsicherheit für den Führer dadurch erreicht, daß der Vergaser von einem Blechmantel umschlossen ist, der die Ansaugluft der dem Führer entgegengesetzt liegenden (rechten) Rumpfseite zu entnehmen gestattet. Der Brennstoff ist etwas entfernt vom Rumpf in zwei rechts und links in der Flügelnase liegenden Tanks untergebracht und fließt mit natürlichem Gefälle den Vergasern zu. Ein Dreiwegehahn gestattet dem Führer, die Tanks, die natürlich auch eine gegenseitige Reserve bei etwaigen Brennstoffverlusten bilden, gleichzeitig oder nacheinander zu gebrauchen.

Die Luftschraube ist von der Firma Steiniger & Co. in Bremen-Hemelingen besonders für das Zusammenarbeiten mit dem sehr dicken Rumpf konstruiert worden und hat unter Berücksichtigung dieser Erschwerung einen sehr guten Wirkungsgrad ergeben, wie die Leistungen der Maschine zeigen.

Der Führersitz bietet die gleichen guten Sichtverhältnisse wie beim Typ A 16, ja, diese sind durch die Lage linksseitlich eher noch besser geworden, indem in der Ecke zwischen Flügelvorderkante und linker Rumpfseitenwand vollständig senkrechter Blick nach unten ermöglicht ist. Der Schutz des Führers bei einem an sich infolge der Rumpfform sehr unwahrscheinlichen Ueberschlag wird durch die im Innern sehr stark gebaute Kopfstütze mit Luftabschluß wirksam ausgeübt. Gegen eine Verschiebung des Motors, der den Führer verletzen

Nr. 9

P L U ö S P 0 R T"

Seite 173

könnte, ist durch die erwähnte Stahlrohrabstützung in weitem Maße vorgesorgt. Was die Schallbelästigung des Führers betrifft, so könnte man denken, daß sie durch den neben und über ihm liegenden Auspuff sehr unangenehm sein müsse. Es hat sich aber das Gegenteil herausgestellt. Das Geräusch wird sofort durch den Luftstrom stark nach hinten fortgetragen und ist wesentlich geringer als hinter dem Motor.

Die Steuerung mußte infolge der geänderten Raumverhältnisse ganz umkoristruiert werden. Es ist Radsteuerung mit geteiltem Handrad und für die Seitensteuerung Pedal gewählt worden. Wie beim Typ A 16 sind alle Steuer äußerst leichtgängig, hauptsächlich infolge ausschließlicher Verwendung von Kugellagerrollen.

Der abhebbare Rumpfdeckel zwischen Flügelhinterkante und Leitwerkvoi'derkante ist von der A 16 übernommen und so die leichteste Kontrolle der Steuerzüge wie des ganzen Rumpfinnern gewährleistet.

Das Kasten-Fahrgestell, das sich beim Typ A 16 so gut bewährt hat, ist, unter stellenweise notwendiger Verstärkung infolge des höheren Gewichtes, unverändert übernommen worden. _____

Das Leitwerk am Ende des um 0,6 m längeren Holzdrahtrumpfes gleicht ebenfalls dem des Typs A 16, bis auf das Seitenruder, das mit Ausgleichslappen versehen wurde, um das Moment des exzentrisch angreifenden Propellerzuges den Fuß des Führers nicht dauernd fühlen zu lassen. Aus dem gleichen Grunde wurde die Kielflosse etwa 2° nach links ausgeschlagen montiert. Beide Maßnahmen bewirken, daß der Führer nur mit besonderer Aufmerksamkeit feststellen kann, daß er die Seitensteuerung im Motorflug eine Kleinigkeit nach rechts, im Gleitflug ebenso nach links ausgetreten hält. Ein Druck ist nicht zu spüren.

Konnte nach den Vorausberechnungen für den neuen Typ an Leistungen nur eine geringe Steigerung der Geschwindigkeit erwartet

Flug der Aero-Lloyd-Maschine „Dornier Komet III" über die Zentralalpen zur Mailänder Messe, Landung in Mailand. Flugzeit Berlin—Mailand 7^ Stunden.

werden gegenüber dem Typ A 16, so brachten schon die ersten Flüge mit voller Last eine Ueberraschung. Obwohl die Flächenbelastung auf 45 kg/m2 gestiegen war, zeigte das Musterflugzeug eine ganz erheblich verbesserte Steigfähigkeit. Bei etwas größerer als normaler Luftdichte stieg die Maschine in 8 Minuten auf 800 m (Wolkengrenze bei diesem Fluge). Auf den Normalzustand bezogen, ergibt sich eine Steigfähigkeit von 1000 m in 13 Min. mit 441 kg Zuladung. Die Geschwindigkeit wurde unter ungünstigen Umständen und noch mit ungeeignetem Propeller zu 140 km/st bestimmt und dürfte in Wirklichkeit 150 km/st nahekommen.

Am 18. März 1925 legte das Musterflugzeug mit Dir. Wulf als Führer die Zulassungsprüfung vor dem Sachverständigen der Deutschen Versuchsanstalt ab. Weiter wurde hierbei noch der Anlauf bei annähernder Windstille und Vollast, 1211 kg Gesamtgewicht, zu 172 m, der Auslauf zu 108 m gemessen. Die Zulassung wurde erteilt nicht nur für 3 Fluggäste bei einer Betriebsstoffmenge für 3% Stunden, sondern sogar für 4 Fluggäste bei 1 Std. Flugzeit, so daß trotz des schweren Motors bei kürzeren Flügen wiederum der niedrige Wert von 25 PS pro zahlende Person erreicht ist. Im Horizontalflug kann der Motor um 200 Touren gedrosselt werden. Die Ladung ist trotz der etwas gestiegenen Schwebegeschwindigkeit besonders leicht, noch leichter als beim Typ A 16, die Lage in der Luft noch fester, trotzdem aber die Reaktion auf alle Steuer äußerst präzis, beides wohl wegen der höheren Geschwindigkeit.

Die Hauptdaten sind: Spannweite 13,90 m, Länge 9,10 m, größte Höhe 2,40 m, Tragfläche 27 m2, Motor 100 PS Mercedes-Motor D I, Luftschraube 2,76 m, Leergewicht 760 kg, Zuladung 441 kg, davon Nutzlast 230 kg, Gesamtgewicht 1201 kg, Zuladung/Gesamtgewicht = 37%, Flächenbelastung 45 kg/m2, Leistungsbelastung 12 kg/PS, Geschwindigkeit 140/150 km/st, Steigfähigkeit 1000 m in 13 Minuten, Gipfelhöhe 3000 m, Flugzeit 3V2 St., Flugweite 500 km.

Die ersten Flugzeuge des neuen Typs Focke-Wulf A 16 a stehen im Dienste der Badischen Luftverkehrs-Ges. m. b. H. in Karlsruhe auf den Strecken Karlsruhe—Frankfurt, Karlsruhe—Konstanz und Karlsruhe—Stuttgart.

Pokker-Militärflugzeug Type C VI.

Die N. V. Nederlandsche Vliegtuigenfabriek „Fokker" hat wieder ein neues Militärflugzeug herausgebracht, welches aus der Einheitstype Fokker C. V. entwickelt worden ist. Die C. VI hat denselben Rumpf, Fahrgestell und Steuerfläche wie die C. V.

Diese zwei Typen weichen nur In der Flügelform, Flächengröße und Motorstärke voneinander ab.

Die Fokker C. VI ist ein „Anderthalbu-Decker-Zweisitzer, wobei Ober- und Unterflügel nur mittels zwei „Vu-Stielen gegen Torsion gesichert sind.

Da die ganze Motoranlage nur mittels 4 Bolzen mit dem Rumpf verbunden ist, kann der Bock mit Motor, Oeltank usw. sehr leicht gegen einen anderen Motorbock mit Motor ausgewechselt werden.

Der C. VI, ausgerüstet mit einem 12 Zyl. 350 PS Hispano-Suiza-Motor, wird gebraucht als ,;Artillerie-Erkundungsflugzeug".

\

   
     
 

# • V

 
     

Fokker C. VI. Artillerie-Erkundungsflugzeug mit 350 PS Hispano-Suiza-Motor.

Die Geschwindigkeit dieser Maschine beträgt 225 km/st. Steigzeit auf 3000 m in 11 Min. Diese Leistungen sind erreicht worden mit einer Nutzlast von 580 kg.

Der C. VI, ausgerüstet mit einem 450 PS Hispano-Suiza-Motor, wird gebraucht als zweisitziges Kampfflugzeug.

Die Geschwindigkeit dieser Maschine ist 250 km/st. Steigzeit auf 3000 m in 8 Min. Steigzeit auf 5000 m in 20 Min.

Fokker^Jagdflugzeug Type D. XIV.

Der D. XIV. ist ein einsitziger Jagdeindecker und kann wie der Fokker C. V mit verschiedenen Motoren von 300—450 PS versehen werden.

Die ganze Motoranlage ist abnehmbar und ist nur mittels vier Bolzen mit dem Rumpf verbunden.

Der Motorbock inkl. Motor, Oeltank usw. ist leicht gegen einen anderen Bock mit gleicher, kleinerer oder größerer Motorkraft auswechselbar.

m

Fokker D. XIV. Jagdeinsitzer mit 350 PS Hispano-Suiza-Motor.

Fokker F VII in London.

Das Verkehrsflugzeug Fokker F VII hat bei seinen Vorführungen am 15. 4. in Croydon b. London großes Aufsehen erregt. — Fokker, welcher den F VII selbst steuerte, verminderte die Geschwindigkeit bis auf 56 km, um darauf steil anzusteigen und das Flugzeug zu überziehen; infolge seiner Eigenstabilität nahm das Flugzeug in wenigen Minuten wieder seine normale Lage ein und blieb bei geringster Geschwindigkeit noch steuerbar.

Die englischen Zeitungen u. w. „Morning Post" vom 16. April schreibt in dem Artikel „Famous Pilot's Views":

Hr. F. Courtney, ein englischer Flugzeugführer, der die Probeflüge leitete, sagt: „Es ist notwendig, daß alle Flugzeuge mit ausgezeichneter Steuerung versehen sind, wie dies bei dem F VII der Fall ist."

General - Major Sir Sefton Brancker, Direktor der englischen zivilen Luftfahrt, welcher neben 8 Fluggästen als zweiter Führer mitflog, sagt: „Die Entwicklung der Flugzeuge, verwirklicht in dem Fokker F VII, ist ein guter Erfolg, welcher die Vermeidung der bisherigen Unfälle erwarten läßt."

Hr. C. G. Grey, Hauptschriftleiter des Fachblatts „The Aero-plane", sagt: „Fokker hat zum zweiten Male in England sehen

Das in umstehender Abbildung dargestellte Flugzeug, ausgerüstet mit einem 300 PS Hispano-Suiza-Motor, hat eine Geschwindigkeit von ca. 240 km/st.

Diese Flugzeugtype kann auch mit einem luftgekühlten Siddeley-„ Jaguar "-Motor von 400 PS ausgerüstet werden.

Motor: Hispano 300 PS, Geschwindigkeit 240 km/st, Steigzeit auf 3000 m 7 Min., Steigzeit auf 5000 m 16 Min. Jaguar 400 PS: Geschwindigkeit 255 km/st, Steigzeit auf 3000 m 5% Min., Steigzeit auf 5000 m 13 Min.

lassen, auf welche Weise man Flugzeuge bauen muß. Für das erste Mal mit Beziehung auf Jagdflugzeuge, für das zweite Mal mit Beziehung auf Verkehrsflugzeuge."

flimmelsschrift (Sky Printing)

Ein neues Himmelsschriftverfahren.

Ueber ein Verfahren, am Himmel © ä Schriftzeichen erscheinen zu lassen,

berichteten wir im Flugsport Nr. 9 1924 S. 164. Diese Schriftzeichen wurden durch ein Flugzeug, welches einen Rauchstreifen hinter sich ließ, erzeugt. Und zwar mußte das Flugzeug die Bahn der Schriftzüge durchlaufen. Dieses Verfahren ist ziemlich schwierig und es gehört eine große Uebung des Fliegers dazu, um die Schriftzeichen gleichmäßig auszufliegen. Neuerdings ist dem Engländer Bailey ein anderes Verfahren patentiert worden, nach welchem die Schriftzeichen sozusagen in den Himmel gedruckt (Sky Printing) werden.

Hier werden von einem in zirka 3000 m Höhe fliegenden Flugzeug Feuerwerkskörper, des nachts Lichtpunkte, am Tage Rauchwölkchen abgefeuert, mit welchen man in geeigneter Weise gruppiert Buchstaben, Zahlen, Warenzeichen darstellen kann. Die einzelnen Feuerwerkskörper werden aus Rohren geschleudert, die in der gleichen Form wie die zu erzeugende Zeichnung in der Luft gruppiert sind. Die Lanziereinrichtungen ähneln Leuchtpistolen, welche vom Führer durch Hebeldruck betätigt werden können.

Die Zeichen erzeugenden Explosionskörper explodieren in einer Entfernung von 100 m. In ruhiger Luft bleiben die Schriftzeichen längere Zeit stehen. Das Verfahren erfordert keine Geschicklichkeit des Fliegers und gestattet in kürzester Zeit die Beschriftung des Himmels auszuführen. Die Schriftzeichen können senkrecht sowie wagrecht gelegt werden. Ebenso können die Schriftzeichen in mehreren Farben gedruckt werden.

Zielgleitmodelle,

Auf dem Langley Field, Va. Amerika, hat man Versuche gemacht, um Gleitflugmodelle mittels des Flugzeuges auf große Höhen zu bringen und von da abzulassen. Die Gleiter wurden auf der oberen Tragfläche des Flugzeuges befestigt und durch eine Auslösvorrichtung freigegeben. Im Februar lanzierte man einen solchen Gleiter aus 3000 m Höhe, wobei dieser von einem Jagdflugzeug verfolgt und beschossen wurde. Das Modell brauchte 18 Minuten, bis es landete.

London—Paris—Amsterdam—^Berlin—Moskau.

Die Deutsch-Russische Luftverkehrs-Gesellschaft Deruluft unterhält einen werktäglichen Dienst in Verbindung mit Imperial Airways Limited, London, der Koninklijke Luchtvaart-Maatschappij voor Ne-derland en Kolonien, Amsterdam, und Deutscher Aero Lloyd A.-G., Berlin, zwischen London—Paris—Amsterdam—Berlin—Moskau.

Den Flugplan brachten wir bereits in Nummer 7 Seite 147.

Der Flugpreis beträgt pro Person und Flug einschließlich 10 kg Freigepäck Königsberg—Moskau Mk. 320.—, Königsberg—Kowno Mk. 60.—, Königsberg—Smolensk Mk. 200.—.

Fracht- und Uebergepäcktarif per kg Königsberg—Moskau Mk. 7.—, Königsberg—Kowno Mk. 1.50, Königsberg—Smolensk Mk. 5.—.

Nachstehend einiges Wissenswertes.

Die Fluggäste erhalten einen Flugschein auf ihren Namen ausgestellt. Auf dem Flugschein ist das genaue Gewicht des mitzuführenden Gepäcks anzugeben. - Es ist im Interesse der Fluggäste, daß das gesamte Gewicht ihres Gepäcks (einschließlich des Freigepäcks) auf dem Flugschein genau vermerkt ist. Das Gepäck wird vor dem Abflug gewogen.

In Königsberg und Moskau ist für die Passagiere ein Auto-Zubringerdienst für die Fahrten vom und zum Flugplatz eingerichtet.

Die Zubringer-Autos sind mit besonderen Wimpeln versehen, welche auf den Luftverkehr hinweisen und die Deruluft-Zeichen tragen.

Mitnahme von Sonderkleidung ist nicht erforderlich. Bei kühlerer Witterung werden die Kabinen geheizt.

In den Flughäfen Königsberg und Smolensk ist Gelegenheit zum Einnehmen von Erfrischungen vorhanden.

Soweit das Flugpersonal keine andere Information erteilt, können die Passagiere in Kabine rauchen.

Während Start- und Landebewegungen des Flugzeuges ist es erforderlich, daß sich die Passagiere anschnallen. Während des Fluges ist freie Bewegung in der Kabine möglich.

der

der

Ein eigenartiger Fluggast. Bärin Tatjana kurz vor dem Fluge. Photo-Abt. Deruluft.

             

-. ._,-----------—

             

BBHh

INI

   

Wliiliim

 

■Hj

■H

   
     

HiliHHiilllHI

HB

1

   
     

■h

liBBlilwl

SB

§38

   
               

K

           

mSaHsm

             
 

4'-

jHHHH|

-4- j>>-^ ^

   

EH

 

Berlin-Bellevue. Luftaufnahme Deutscher Aero-Lloyd.

Auf Wunsch können die Fluggäste in den Deruluft-Büros gegen vorherige Bezahlung Anweisung auf telegraphische Bestellung von Fahrkarten für Anschlußlinien erteilen.

Es finden die allgemeinen Beförderungsbedingungen, welche in allen Agenturen und Flughäfen aushängen, entsprechende Anwendung.

Stadt Königsberg, Photo-Abt. Deruluft.

Kremlgebäude und Nikolaus-Palais im Vordergrund. Aufn. Badische Presse.

Bei Flugreisen ins Ausland ist wie zu jeder Auslandsreise ein Auslandspaß erforderlich. Die „Deruluft" behält sich vor, auf den auf litauischem, lettländischem und russischem Territorium vorbereiteten Flugplätzen zwischenzulanden. Die Flugpassagiere müssen daher im Paß ordnungsmäßige Durch- und Einreisevisa für die in Betracht kommenden Länder besitzen. Auf den in das Ausland führenden Strecken findet die Zollrevision und Paßkontrolle gewöhnlich auf dem letzten Inlands- und dem ersten Auslandshafen durch dort stationierte Zollbeamte statt. Es müssen die jeweiligen Bestimmungen über Ein- und Ausfuhr beachtet werden. Es muß bei Flugreisen nach und aus Rußland als Uebergangsstation im russischen Visum die Zollstation Smo-lensk angegeben sein.

"TFLUG UNDSCHÄI

Inland.

Luftfahrt-Ausstellung München.

Auf der Deutschen Luftfahrtausstellung München, welche am 15. Juli definitiv eröffnet wird, werden die wichtigsten und modernsten deutschen Flugzeug-konstruktionen zu sehen sein. Ballone und Luftschiffe werden von der Luftfahrt-Industrie nicht ausgestellt. Die in der letzten Nummer des Flugsport auf Seite 158 veröffentlichte Architektenskizze mit den eingezeichneten Ballons sollte nur einen Begriff von der Hallenkonstruktion geben.

Neben der Ausstellung der Luftfahrt-Industrie hat sich die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt" (WGL) — Berlin — bereit erklärt, eine Sonder-abteilung einzurichten über „Luftfahrt-Wissenschaft und Praxis". Mit dem Aufbau und der Leitung dieser Abteilung wurden von der WGL beauftragt Krupp (Geschäftsführer der WGL) und Architekt K. J. Moßner. Die Ausstellung gliedert sich in einzelne Unterabteilungen.

1. ~Die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (Prof. Dr.-Ing. Hoff) wird unter anderem folgendes ausstellen:

a) Flugzeug-Abteilung: Veranschaulichung der Stabilität bei Flugzeugen — Modellmäßige Darstellung einer Flugzeugbelastungsprüfung.

b) Motoren-Abteilung: Prüf stand für Flugmotoren bis 1000 PS — Meßnabe für Flugzeuge.;

c) Physikalische Abteilung: Modell eines Luftschrauben-Prüfstandes — Einbau von Flugzeug-Instrumenten zur Ueberwachung des Flugzeuges für den Piloten — ®tbau von Flugzeug-Instrumenten für Flugzeug-Untersuchungen.

2. Material-Prüfung (Prof. R. Baumann). Diese Abteilung enthält Anschauungsmaterial über die Materialprüfungen.

3. Forschung (Ing. Offermann). In dieser Abteilung werden u. a. die wichtigsten Untersuchungen der Modell-Versuchsanstalt Göttingen, der Forschutigs-anstalt des Luftschiffbau Zeppelin, der Forschungsanstalt Prof. Junkers-Dessau und der Rhön-Rossitten-Gesellschaft zu sehen sein.

4. Luftschiffe (Major a. D. Stelling, Obering. Weiß, Major a. D. iVilcke, Ing. Menk). Diese Abteilung zeigt Modelle und Konstruktionsteile der Luftfahrzeug-Gesellschaft, der Schütte-Lanz Luftfahrzeugbau- und Betriebs-G. m. b. H. und des Luftschiffbau Zeppelin.

5. Luftfahrt-Literatur (v. Cornides). Hier soll zum ersten Male versucht werden, sämtliches Material der Luftfahrt-Literatur zusammenzustellen und zu ermöglichen, daß die Interessenten die für sie in Betracht kommenden Bücher, Zeitschriften usw. kennen lernen und käuflich erwerben können.

6. Medizinische Forschung (Dr. Koschel). Diese Abteilung bringt Darstellungen über Schädigung durch Herabsetzung des Sauerstoffgehaltes der Luit (Höhenkrankheit) und über Bekämpfung dieser krankhaften Erscheinungen durch Sauerstoff atmung.

7. Luftbild und Luftbildmessung (Dr.-Ing. Ewald). Die Ausstellung gibt eine Uebersicht über den heutigen Stand des Luftbildwesens und seine wirtschaftliche Verwertung. Anschauungsmaterial, vornehmlich von der Aero-Lloyd Luftbild G. m. b. H., zeigt die unmittelbare Anwendung für ingenieurtechnische Zwecke. Luftbildkarten und Pläne gewähren eine Uebersicht über den Gebrauch für die Aufgaben der Landesaufnahme zur Ergänzung und Berichtigung von Karten, zur Aufnahme von unübersichtlichen und unzugänglichen Gebieten in unvermessenen und unerforschten Ländern. (Reichsamt für Landesaufnahme, Scadta, Junkers-Luftverkehr A.-G.) Aufnahme- und Auswertegeräte sowie die durch die Luftbildmessung erreichten Ergebnisse in der Schaffung von Plänen und Karten sind ausgestellt von den Firmen: Konsortium Luftbild-Stereographik G. m. b. H., München, Zeißwerke Jena, G. Heyde, Dresden, Meßter Abt. Optikon, Berlin, C. P. Goerz, Berlin-Friedenau. Die Askania-Werke, Berlin-Friedenau, bringen einen Filmaufnahmeapparat. Die Präzisionsreliefs der Kartographischen Relief G. m. b. H., München, veranschaulichen die genaue plastische Wiedergabe der Erdoberfläche.

8. Freiballon (Oberst a. D. v. Abercrön). In dieser Abteilung wird die gesamte Ausrüstung, die man für eine Freiballonfahrt braucht, ausgestellt werden.

9. Meteorologie und Navigation (Prof. Schmauß). In dieser Abteilung wird den Besuchern gezeigt werden, wie wichtig Meteorologie und Navigation für die Luftfahrt sind und wie sie zur Sicherung des Luftverkehrs im höchsten Maße beizutragen haben.

10. Luftverkehr und Statistik (Reichsverkehrsministerium, Abteilung Luftfahrt). Diese Abteilung wird hochinteressante Zusammenstellungen der deutschen Flugzeuge des deutschen Luftverkehrs, wie z. B. Aero-Lloyd, der Deutsch-Russischen Luftverkehrs-Gesellschaft, Junkers, sowie der Scadta in Columbien bringen.

Ferner wird in dieser Ausstellung an vielen Modellen die Einrichtung der Flughäfen, wie z. B. Flughafen Tempelhof b. Berlin, Königsberg, Danzig, Bremen und Frankfurt a. M. gezeigt werden.

Außerdem werden andere Modelle und Abteilungen diejenigen Maßnahmen zeigen, die nötig sind, um einen gesicherten Luftverkehr bei schlechtem Wetter und in der Nacht einwandfrei durchzuführen.

Die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt" will mit dieser in Deutschland und nach'dem Kriege zum ersten Male zusammengestellten Sonderausstellung „Luftfahrt-Wissenschaft und Praxis" den Beweis erbringen, daß gerade die deutschen Wissenschaftler und Ingenieure einen großen Verdienst an der Weiterentwicklung der Weltluftfahrt haben.

Tagung der „Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt". Um der gesamten Luftfahrt-Ausstellung bei der Deutschen Verkehrs-Ausstellung in München einen besonderen Nachdruck zu geben, hat der Vorstand der WQL beschlossen, den diesjährigen Kongreß vom 9.—12. September in München abzuhalten.

Die Vorstandsratssitzung der WGL findet am 9. September im Preysing-Palais statt; am selben Tage Begrüßungsabend, voraussichtlich im Rathaus.

Am 10. September, 9 Uhr vorm., wird der Kongreß in der Technischen Hochschule eröffnet, an dem vor- und nachmittags interessante technische Luftfahrt-Vorträge gehalten werden.

Der Abend des 10. September wird die Teilnehmer, Mitglieder und Gäste, zu einem Festessen im Bayerischen Hof vereinen.

Am 11. September vorm. findet die Fortsetzung der Vorträge in der Hochschule statt, während der Nachmittag zur Besichtigung der Deutschen Verkehrs-Ausstellung für die Teilnehmer freigegeben ist.

Am 12. September soll zunächst eine Führung durch das Deutsche Museum und anschließend ein Besuch des Internationalen Flugwettbewerbes stattfinden.

Deutsch-englische Luftfahrtverhandlungen fanden vorige Woche in Berlin statt. Vom Zivil-Departement des englischen Luftministeriums waren Oberst Edwards und Bertram nach Berlin entsandt, welche mit dem Reichsverkehrsministerium verhandelten. Wenn auch angesichts der gesamten luftpolitischen Lage und der fortbestehenden Beschränkungen für den deutschen Luftfahrzeugbau Keine grundsätzliche Neugestaltung des europäischen Luftverkehrs zu erwarten war, so führten doch die Verhandlungen zu einem beide Teile befriedigenden Ergebnis. Es ist hiernach anzunehmen, daß die deutsch-englischen Luftverkehrslinien, die bisher von besonderer wirtschaftlicher und verkehrstechnischer Bedeutung für die beiden Staaten gewesen waren, auch in Zukunft aufrecht erhalten bleiben werden.

Die Wirtschaftlichkeit moderner deutscher Flugzeugkonstruktionen. Einen interessanten Beitrag zu dieser Frage, der erneut die Erfolge zeigt, die die deutsche Flugtechnik in ihrem auf die Schaffung wirtschaftlichster Flugzeugtypen gerichteten Bestreben erzielt hat, gibt eine Zusammenstellung, die „La Gazetta dell'Aviazione" in Mailand anläßlich der Besprechung der letzten Weltrekorde des Dornier Walflugbootes veröffentlicht. Die genannte Zeitschrift schreibt: über den Dauerflug mit 1500 kg Nutzlast:

„Die bisher erzielte Geschwindigkeit von 110 km/Std. wurde nur über eine Strecke von 100 km erreicht. Mit anderen Worten: Dieser Entfernungs-Schnellig-keitsrekord wurde bezügl. der Strecke um das 5fache, bezügl. der Geschwindigkeit um das l^fache übertroffen. Bei Betrachtung der näheren Umstände muß man bemerken, daß der vorhergehende Flug mit einem nordamerikanischen Marineflugzeug PN 7—1 ausgerüstet mit 2 Wright-Motoren von je 535 PS erzielt wurde, während der Dornier Wal bekanntlich nur 2 Motoren von je 360 PS hat. Untier der Annahme eines gleichen Benzinverbrauches der beiden Motoren von 230 gr. pro PS/Std. und einem Preis von 4 Lire für das Kilo Benzin, erhält man folgendes interessante Ergebnis für die Kosten von 1 Tonnen-Kilometer bei beiden Maschinen.

Flugzeug PN 7—1

Flugboot Dornier-Wal.

stündl. Verbrauch 250 kg

Verbrauch pro km 2,27 kg

Verbrauch pro T/km Nutzlast 1,51 kg

Kosten für den T/km Nutzlast 6,05 Li.

Transportzeit für 100 km 55 min.

größter Flugbereich offiziell festgestellter 100 km

165 kg 0,96 kg 0,64 kg 2,55 Li. 34 min. 507 km

Was will man noch mehr von einem Flugboot verlangen? Wenn man einen öffentlichen Verkehrsdienst mit dem PN. 7—1 einrichten wollte, würde sich dies von selbst verbieten, durch die von vornherein vollkommen ungünstige Bilanz. Mit dem Wal dagegen würden sich die Kosten auf etwa K verringern, wobei er gleichzeitig Leistungen erzielt, die vom ersteren nicht erreicht werden können.

Zu ähnlichen Schlüssen kommt man, wenn .man dem Vergleich die Prüfung mit 2000 kg Nutzlast zugrunde legt. In diesem Falle hat! der Wal gezeigt, daß er einen 2/^mal größeren Flugbereich besitzt.

Das englische Air Ministry hat folgenden Aero-Clubs Leichtflugzeuge der Type de Flavilland-Moth zur Verfügung gestellt: dem Lancashire-Aero-Club, dem Newcastle-Aero-Club sowie der Light Aeroplane Section.

Ein englischer Leichtflugzeug-Wettbewerb soll im August 1926 stattfinden. In Frage kommen zweisitzige Flugzeuge mit Motoren bis zu 76 kg. Flugzeuge und Motore sowie Bewerber müssen englisch sein. Der Wettbewerb führt über eine Strecke von 1700 km, die in Etappen durchflogen werden soll.

Lightplane-Club Nordamerika. Edmund Allen ist den deutschen Segelfliegern von der Rhön, wo er mit seinem Flugzeug erschien, bekannt. Von seinem damaligen Sturz wieder vollkommen genesen, hat er sich die Aufgabe gestellt, in Nordamerika gleichgesinnte flugbegeisterte Jünger zu sammeln und alle Interessenten aus Canada, Kalifornien und den Staaten zu einem Light-Plane-Club von Nord-Amerika zusammenzuschließen.

Für den französischen Segelflug-Wettbewerb in Vauville liegen 11 Meldungen vor. Das zuletzt gemeldete Flugzeug von Briens-Chapeaux hat ähnlich dem Vogel nach hinten verschiebbare Flügelenden. Dadurch wird die Höhen- und Seitenstabilität erreicht. Spannweite 12,86 m, Tragfläche 16,60 irr, Gewicht ungefähr 220 kg, Motor 4/13 PS.

Das Leichtflugzeug Blackburn Bluebird wurde im vergangenen Jahr zum Lympne-Wettbewerb gebaut, wurde jedoch zu spät fertig und konnte deshalb an dem Wettbewerb nicht teilnehmen. Die beiden Sitze sind nebeneinander angeordnet. Motor Blackburn.

Ausland.

Belgischer Kleinflugzeug-Wettbewerb nennt sich eine Veranstaltung, bei welchem Motore bis zu 7000 cm3 zugelassen sind. Kommentar überflüssig. Man soll dort nur ruhig Jagdflugzeuge konstruieren.

Modelle.

Wie man schnell und gut Flächen für Segelflugzeuge oder Modelle bespannt.

Das Bespannen der Trag- und Steuerflächen von Segelflugzeugen oder Modellen ist in vielen Fällen schwierig, und wohl manche gute Konstruktion ist bei der Bespannung in Bruch gegangen oder hat davon gelitten. Ich möchte auf folgende Methode aufmerksam machen: Man bestreiche die Teile, auf welchen der Stoff befestigt werden soll, mit heißem Leim, läßt denselben antrocknen, so daß er nicht mehr klebt. Nun kann man den Stoff spannen, ohne daß der aufgestrichene Leim stört. Ist die Fläche bespannt, muß der inzwischen hart gewordene Leim unter der Leinwand durch Feuchtigkeit und Wärme wieder flüssig gemacht werden. Das geschieht, indem man den Stoff über dem Leim gut anfeuchtet und dann mit einem vorher in heißem Wasser angewärmten Hammer mit leichtem Druck über den angefeuchteten Stoff fährt. Der Leim hat dann erst gut gebunden, wenn er durch den Stoff durchschlägt. Dies merkt man am besten, wenn der Stoff die Farbe des Holzes annimmt. Auf jeden Fall muß für genügend Feuchtigkeit gesorgt werden. Es empfiehlt sich, die Holzteile vor dem Einstreichen mit Leim mit einem Zahnhobeleisen zu zahnen. Zwar ist diese Art der Befestigung des Stoffes nicht so wetterfest, aber für Versuchszwecke wohl hinreichend, zumal wenn man die Festigkeit der einzelnen Rippen und der ganzen Konstruktion, die man dadurch erzielt, berücksichtigt. Bei richtiger Anwendung sitzt der Stoff auf den Holzteilen derart fest, daß derselbe sich nur stückweise herunterreißen läßt. Zul.

Vereinsnachrichten.

Segelflug-Vereinigung Zittau im Bober-Katzbachgebirge bei Grunau-flirsch-berg. Ostern 1925. Urn größere Flüge auszuführen als in der Zittauer Gegend möglich sind, fuhr die Zittauer Segelflugvereinigung zu Ostern in das Schlesische Fliegerlager Grünau b. Hirschberg. Trotz des wechselnden Aprilwetters war es möglich, recht gute Flugerfolge zu erzielen. Beim ersten Flug am Ostersonnabend den 11. 4. 25 gelang es Fischer, in einer Zeit von 2,30 min. eine Strecke von 4 km mit mehreren Kurven über Grünau auszuführen. Am gleichen Tage wurde vom selben Flieger ein weiterer Flug von 3,5 km Länge unter Ueberhöhung der Startstelle ausgeführt. Am Ostersonntag startete Heinze, der das erste Mal ein Segelflugzeug steuerte, bei 6 sek/m Südwind und überflog den Ort Grünau mit mehreren scharfen S-Kurven und landete bei strömendem Regen in einer Entfernung von 3,7 km. Infolge des schlechten Wetters konnte nur noch ein Flug am 14. 4. 25 ausgeführt werden. Fischer gelang es wiederum, unter Ueberhöhung der Startstelle das Dorf Grünau in etwa 100 m Höhe zu überfliegen und in 3,2 km Entfernung glatt zu landen. Die abgestoppte Gesamtflugdauer war 7 min. 37 sek. Bei keinem der Flüge entstand irgendwelcher Schaden am Flugzeug. Das Flugzeug ist ein halbfreitragender Eindecker von 14 m Spannweite, 200 kg Gewicht. Flächenbelastung 14 kg m2.

KLEMPNERMEISTER

34 Jahre alt, seit Kriegsbeginn im Flug» zeugbau tätig, erfahren in Carosserie, Tank, Küblerbau, an selbständiges Ar* beiten gewohnt, gestützt auf gute Zeug* nisse, wünscht sich bald oder später zu verändern. Gegend gleichgüllig, auch Ausland. Gefl. Offert, u. 2261 an die Expedition des „Flugsport" erbeten.

5]PS Ilo, auch andere Typen, desgl. Propeller zu kauf. ges. Angeb. unt. 2262 d. „Flugsport".

Flugzeug - Modelle

und Bauteile. W. Zilch, Frankfurt am Main-Süd.

Kranichsteinerstrafe II. — Liste kostenlos!

„FLUGSPORT"

Kriegsbeschädigter,

28 Jahre alt, sucht, da er seinen früheren Be* ruf aufgeben mufe, Beschäftigung in einem Flugzeugunternehmen. Betreibt z, Zt. den Flug* modellsport. Gefl. Angebote unter 2259 an den Verlag des „Flugsport" Frankfurt a. M.

üjotoregi * Schlösset*

zum Einbauen von Flugmotoren für Tätigkeit im Ausland gesucht. Bedingung gen: erstklassiges sauberes Arbeiten und gute Motorenkenntnisse. Bewerbungen unter Chiffre 2260 an den „Flugsport*'.

Die führende englische Luftfahrzeitung

The Aeroplane

(Direktor C. G. Grey) bringt regelmäßig die neuesten Errungenschaften der Luftfahrzeug- und Motoren-Industrie aus aller Welt. „Das Blatt der Praxis". Preis 35 sh pro Jahr franko Lieferung. Probehefte gratis. Administration of The Aeroplane 175, Picadilly, London W. 1.

LInverheir. Pf. psp. pol. 50 Jahre

Geschäflsführ. einer Mctallwarenfabr.,

Praxis im Flugzeugbau und Automobihv. 5 Semester Maschinenbau, 2 Jahre Assis* tent an meteorol. Station, engl. u. franz. perfekt, größte Erfahr, in Lohn* u. Tari'« verhandig. sowie all. Fragen d. Betriebs« organisat, Lohns u. Akkordwesen, Be-triebs=Statistik u. =Buchfüh., sowie Kal= kulat. sucht selbständige leitende Yer« trauenssStellung im Luftverkehr oder Flugzeuabau. Zuschriften unter 2258 an den »Flugsport« Frankfurt/M. erbet.

Prima

Flugzeug-Sperrholzplatten

von 1 mm an aufwärts

neu eingetroffen □

lichard Bialler

Berlin O 112

Frankfurter Allee 40 Drahtadresse: Sperrbi aller

Ehemaliger Seeflieger

Im Luifdlensi. GuteReferenz. steh, xm Werfüg-ÄngD u. S25^

Sperrholz

von 1 mm aufwärts liefert die Spezialfirma Brüder Landmann, München

Horemansstrasse 24 / Telefon Nr. 61564

Abschlußzeugnis 1

Abschlußprüfung }

Flugzeugbau

Mafchinenbau Elektrotechnik |

Zu Technikern und fonftigen gehobenen Stellungen für Induflrie, Betriebe und Büros bildet aus

ppiuat schule flir technisch. Fernunterricht (1)

Berlin NW 6 Albrechtsftr. 11

Lehrplan gegen Rückporto

MERCEDES

D I und D IIa oon uns perbeffert

D 1 Gewicht 211 kg, Brems* leiftung 130 PS

D II Gewicht 232 kg, Brems* leiftung bis 156 PS

haben wir noch eine größere Anzähl sofort lieferbar preis* wert abzugeben.

SPARKOLBEN G-M-B-H-BERLIN SW 48

Friedrichstrafje 250 Tel.«Adr.: Bafrakraft Tel.: Nollendorf 8672-73