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Zeitschrift Flugsport, Heft 14/1923 und Heft 15/1923 und Heft 16/1923

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 14/1923 und Heft 15/1923 und Heft 16/1923 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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Jllustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Hriel-Adiv. Redaktion u. Verlag „Flugsport", Frankfuit a. M,, Ualinliofsplatz 8

Telefon: H'insa *1557 - 1 elegramm-Adresse : Ursinus - Postscileck-Konlo Frankhirt (M.'iin) 7701

No. 14-16 12. September 1923 XV. Jahrg.

Bezugspreis für Deutschland monatl. 100 Pf. mal jeweilige Buelil).-Schlüsselzahl Für das Inland zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstallcn, für das Ausland durch den Buchhandel und Verlag nach besonderer Preisstellung

Rhön-Wettbewerb Ende 1923.

Ein Deutscher von echtem Schrot und Korn verliert den Mut auch in der jetzigen schweren Zeit nicht. In zielbewußter, entsagungsvoller Arbeit — liegt das Ziel „Hilf Dir selber". Anregungen können dieses Wollen unterstützen. Die Rhön-Segelilug-Wettbcwerbe haben sich, ohne daß es beabsichtigt war, automatisch als Moral, Zuversicht und Arbeitskraft spendender Quell erwiesen. Viele Mitläufer, die nur zufällig die Wasserkuppe streiften, wurden, ohne daß sie es wollten, Jünger der Sache. Dazu gehört auch das sensationslüsterne Publikum, welches sich sehr bald daran gewöhnte, die Leistungen nach dem Stande der Technik zu beurteilen. Vereinzelte Nörgler und Zwietrachtsä'er bleiben besser der Wasserkuppe fern, sie werden doch nichts erreichen.

Von den Erfolgen des Wettbewerbes wollen wir hier nicht sprechen. Gedenken möchten wir jedoch unseres gefallenen Slandfuß und des Ueber-landfluges von Hackmack, ein Flug vom Berg über Täler mit Rückenwind und Landung mit geringstem Höhenverlust wiederum auf einem Berge. Infolge großer Schwierigkeiten in der Beköstigungsfrage konnte der Wettbewerb nicht verlängert werden. Die Preise wurden, wie in Aussicht genommen, am 31. August verleilt. Nur der Wettbewerb um den großen Preis wurde bis Ende September verlängert. Um diesen streiten sich jetzt die Hannoveraner und die Darmstädter.

An die Inlantls-FlugsportbezieGer.

Mit der katastrophalen Markentwertung hat der Bezugspreis des Flugsport nicht Schritt gehalten. Die letzten Nummern haben wir weit unter dem Selbstkostenpreis abgegeben. Wir bitten unsere Leser wenigstens einen Bruchteil mitzutragen und uns umgehend mindestens 3 Millionen für das laufende Quartal auf unser Postscheckkonto (7701 Frankfurtmain) nachträglich zu überweisen.

Ab Oktober ist der „Flugsport" aus Ersparnisgründen nur noch durch die Post und zwar monatlich beziehbar. Wir bitten daher alle unsere seitherigen direkten Inlandsbezieher den „Flugsport" für Monat Olctober sofort beim 'Briefträger oder Postamt zu bestellen. Verlag „Flugsport"

 

Gem. z.

Nr

Vor- od

 

Haupt-

 

wettbw.

i.

VH

2.

VH

3.

V

4.

V

5.

VH

6.

VH

7.

V

8.

V

9.

VH

10.

VH

11.

VH

12.

VH

13.

VH

14.

VH

15.

VH

16.

VH

17.

VH

18.

VH

19.

VH

20.

VH

21.

V

22.

V

23.

VH

24.

VH

25.

VH

26.

VH

27.

VH

28.

V

29.

V

30.

VH

31.

VH

32.

VH

33.

V

34.

V

35.

V

36.

HV

37.

V

38.

V

39.

VH

40.

. V

41.

V

42.

V

43.

V

44.

VH

45.

VH

46.

VH

47.

V

48.

VH

49.

VH

50.

VH

Eigentümer

Flugt. Verein Dessau Essen

Pätz, Hassloch, Kissingen Besserer, Heimerdingen de

Wiss.Flgsp.-Ver.Heidelb. Demharter, Frankfurt-M. Ak. Fliegergr. Darmstadt

do.

do

do.

do.

do.

Krüger, Mehlem Niederrh. V. Wupperthal Ksoll, Breslau do.

Akad. Flieg. T. H. Berlin do.

E. Kehr, Geisa Schmitz, Schäfer, Pappler, Köln Blanker tzu.BlankeRonsd.

Nordbay.Luftf.Vrb. Nrnb.

do.

Weltensegler do. do.

Flgt. Ver. Mnch>Traunst. Hundt, David, Zilch, Ffm. Espenlaub, Wasserkuppe do.

W. Pelzner, Nürnberg Ritter-Scherzer Ffm. Michael, Leipzig Flugzb.Messerschm.Bbg.

Bayer. Fliegerklub Goth. Ol.- u.Segelflugver. 'do.

Wcinlig, Gießen Ruoff U.Gymnich,Hambg. Fingt. Ver. Hambg. H Pobcl, Dresden Küssner, Charlottenbg. W. May, Ffm. Koloff, Ffm. Dresdener Segelf lugbau

Schon, Hamburg Fick, Menzel, Herrsching

Baron v. Freyberg Messcrsclnnitt, Bamberg

Melde-Liste

Hersteller Eigentümer

Eigentumer Besserer u. Schröder do.

Fuchs Heidelberg Eigentümer Bahnb. A.-G. Darmst. Eigentümer Harth-Messerschm. Bahnb. u. Fliegergr. do.

Eigentümer Novak, stud. ing., u. a. Ing. Vorländer Eigentümer do.

L. F. G. Stralsund Eigentümer Schuhmacher Schmitz Eigentümer

do.

do.

Segelfi. Baden-Baden do.

Segelfl Waltens.Wasserk.

Eigentümer

do. do. do. do. do. do. do.

Finsterwalderu.Ludowici Eigentümer do.

Eigent. u. Birnbaum Eigentümer do. do. do. do.

Deville, Frankfurt a. M. do.

.Eigentümer do.

'Harth-IViesserschm.Schulte l.anz Me^sei.sclmi.

Bezeichnung

F'rtrgd. Find. Eind. do.

Schul«. A.B.2 Segelfl. A.B.3 Verspl. Doppelcl.

Eind. „Geheimrat"

„Edith" H.-M. S. 12 „Konsul" Typ „Hessen" 2Sitzer,Margarete' .Schlägel u.Eisen" Berg.ÄDonnerkiel"

„Rübezahl" , Galgenvogel' „Teufclchcn" „Charlotte" Eind.

2-Sitzcr

Hängegleiter

„Noris" D. 17 Sch.-D. Frohe Well .Hol's der Teufel" , .Djavelar anamma'

Münch. Kindl

H. D. Z. Eind. Espenlaub IV Espenlaub V

Ritter-Scherz. 1 sitz. Hochd.

S. 10 „Alter Peter" Schulflgz. Segelflg.

„Rugy 1" Störteb.S.5/23

Findeckcr

Eindecker M. 27 ,Schoop' 1 lochtleckei „Vogel Roch" fl. M. Mi nie II 1923

Spw.

12,6

11

12

8 12 13,5 11,4 12,6 12,6 14 19 11 15 13

8,8 16 14 11,5 14,5 12,2

9 18

4,25

3,95

9

8 13 12

14 lü 15 12

6,2 11

8 14 13,2 10,8 12 13 12,1 11,7

8,4 10,4

CU 14 12 12 12,8 14

Länge

5,7 5 5

4,5 5,5 6 5 6 6

4,5 6,5 5

6,6 5,5 5

7,5 5,5 5

3,23 5,5 4,5

Höhe 1,35 1,2 1,1 2

1,5 1,6

2

1,6 1,6 1,5 1,3 1,4 1,7 1,2 1,6 1,8 1,5 1,30 1,5 1,3 2,1 8 1,6

3,7 1,5

6 5 6 5

5

4,5 5,5 5

4,1 6

4,5

4

4,2 5,6 5,2 5,5 5,3 5,2 3,5

6 6

5,8 5

5,7

4,5

2

2,3 2

2,2

1,5

2,1

1,5

1,5

0,42

1,75

2

1,3

2,0

1,9

1,35

1,8

1,3

1,95

2,1

1,1 1,2 1,8 1,3 1,6 1,2

ni 2 Inhalt

15,5 16

17,04

19

16

15

16

16

6

20

21

13

25

16

16

23

17

13,7

19,5

17

24

30

11,6

20

20

18

20

14,5 o. Kl.

14

20

14

15,5

19

8

19

8,4

15

16

17

17

14,5

18

18

15,2

28

KS

16

16,2

20

No. 14—16 FLUGSPORT Seite 131

Nr.

Gem. z. Vor- od. Haupt-wettbw.

Eigentümer

Hersteller

m

Bezeichnung ^-■—.-

Spw. Lange Hohe

1T12

Inhalt

51.

VH

W. Pelzner, Nürnberg

Eigentümer u. Riedel

D 34 5,5

3,2

1,4

14

52.

VH

de

do.

E 8 6,4

3,5

0,7

15

53.

VH

Maykemper, Kim.

Eigentümer

Triplan 8

6,3

1,0

18

54.

VH

Erfurt.Ver. f. Luftlahrt

do.

Eindecker 12

6,1

1,6

20

55.

VH

Graf Hamilton, Schwed

Messerschm. Bamberg

S. 13 14

5

1,2

18

56.

VH

Flugw. Ver. Aachen

Aachen. Flugzeugbau

Hoch.Typ K.E. 13

5,2

1,25

15

57.

VH

do.

do.

do. 13

5,2

1,25

15

58.

VH

do.

 

„Blaue Maus"

     

59.

VH

Elugsportkl. Pforzheim

 

T. Geheimrat 12,1

5,45

 

14,3

60.

V

Segelflug Ver. T.H. Wien

Eigentümer

Scli.-doppeld. 8

5,4

2,2

20

61.

V

Flugw. Gr. Braunschw.

do.

Doppeid. S.B.2 8,4

5,8

1,95

18

62.

VH

do.

do.

S. B. 3 12,2

5,7

1,9

17,1

63.

VH

Frankf. Aerokl. Ffm.

Deville, Frankfurt a. M.

Versp. los.Ein.I923 12,9

6,4

1,6 2,25

22,5

64.

VH

Segelfl. Werke Bad. Bad.

Eigentümer

Roland Fest. 11

4,8

1,5

14

65.

V

do.

do.

Frohe Welt 8

5

2,3

20

66.

V

Weltensegler

Segelflgz. Baden-Baden

Lilienth. Hgl. 6

1,8

2

18

67.

VH

Flgw. Gr. T. H. Hannover Hawa Hau. Waggonfabr.

„Vampyr" 12,6

5

1,5

16

68.

VH

do.

Hawa

.Greif" 11,6

5

1,5

16

69.

VH

do.

Hawa

H. 6 15

5

1,2

15

70.

VH

do.

Hann. Ver. f. Flugwesen

H. 7 9

5

2

16

71.

VH

Hann. Ver. f. Flugwesen

Ing. Langer, Hannover

Flängeleiter 6

3

1,5

12

72.

VH

Hawa, Hannover

Hawa

Segeleind. 8

4

1,5

11

73.

VH

Fingt. Verein Dresden

Eigentümer

.Stehaufchen' 9

5

2,2

18

74.

VH

do.

do-

.Doris" 12,2

5

1,3

12

75.

VH

do.

do.

.Falke 1923" 10

6

1,2

12

76.

VH

Peyean, Königsberg

do.

Flgb. Königsb. 12

5

1,6

18

77.

VH

Berliner Segelllug-Ver.

do.

B. S. V. 6 E 3 10

4,85

1,5

15

78.

V

Kolmstetter, Nürnberg

do.

5

2,5

1,05

12

79.

V

Nordman Flush. U. S.

do.

Nordmann 1

Fuß

   

188 Fuß

80.

V

Dr. Sultan Berlin

do.

Doppeid. 8,6

4,5

2

17

81.

V

Ostermeyer, Prag, T. H. Ak.Flicgergr.techn.Hochsclr.Prag

Hochdecker 13,5

5,4

1,2

16

82.

H

Prometh. Werke, Hann.

Eigentümer

14

 

1,2

14

83.

H

Peschkes, Trier ■

do.

„Mosella" 15

4,5

L2

16

84.

H

Messerschmitt, Bamb.

do.

Typ S. 14 14

5

1,1

17

85.

H

Sglflzg. Werke Bad. Bad.

do.

,Eind. Bremen' 13,6

5

1,6

18

86.

H

Wcltensegler, Bad. Bad. Segelflgzg.Baden-Baden

do. 13,6

5

1,6

18

87.

II

do.

Eigentümer

Phönix Eind. 16

5

1,6

20

88.

H

do.

Segelilgzg. Baden-Baden u.Harth Harlh-Segl.Pilotus 12

3,75

1,1

15

89.

H

do.

Segelflgzg. Baden-Baden

Bremen 1 Sitzer 2() .Nimm mich mit" Harth-SeglS.9 12

7

2,8

40

90.

H

Luftverkehr Ilmenau

Eigentümer

3,2

1,5

14

91.

 

ungültig.

do.

       

92.

H

Flgt. Ver. Schwab. Stuttg.

do.

11 2

Eindecker j,^

5,5

1,2

13,5

93.

H

do.

do.

Find. „Toku" 11,6 (1,2)

4,5

0,9

15

94.

II

do.

do.

Hcchd. 2Sitz 14 „Schwaben" ^ ^

5,5

1,6

24

95.

H

Fl.V.Neanderthal Dssldi.

do.

Scgelflg F 2 n6j6

4,5

2,5

20,18

96.

H

Hirth, Stuttgart

do.

„Wolkurera" 14

5,5

1,2

19

97.

H

G.Schenk, Rolilau (Anh.)

tlübner u. Schenk

15,4

7

1,2

16

98.

II

Bd.dtsch,Flieg. Lud cnsch.

Eigentümer

l'Teitr. Find, 12

5,50

1,30

 

99.

II

Schumann, Gera

do.

Doppekl. 7

3,5

1,7

14

100.

11

d<>.

do.

S. 1 . 3 14

4

1,5

13

Seile 132

!■■ I. IKi S l'O KT

No. 14-- 10

Hei Ablauf der Abnahmefrisl des Techn. Ausschusses, Samstag den 26. 8. 23 abends, ergab sich folgendes Bild:

Von den gemeldeten 99 Flugzeugen waren 70 erschienen und davon 8 (No. 10, 36, 44, 49, 70, 7 1, «7, 94) dem Techn. Ausschuß nicht Vorgefühl! worden. Von den 62 vorgeführten wurden 7 nicht zugelassen (No. 7, 15, 34, 39, 78, 83, 98). Bedingt zugelassen 2 Apparate (33, 53) und bedingungslos zum Abnahmellug zugelassen 53. Von diesen hatien 41 ihren Abnahmeflug erledigt und zwar die Flugzeuge: 1, 2, 4, (kleine Bedingung) 6, 8, 9, II, 13, 14, 17, 18, 1 9, 24, 25, 27, 31, 35, 46, 50, 52, (kleine Bedingung) 54, 56, 58, 61, 64, 65, 67, 68, 73, 74, 75 (kleine Bedingung) 76 (kleine Bedingung) 77, 82, 84, 85, 86, 88, 89, 92, 97: außer ihnen waren von dem Techn. Ausschuß zum Fluge zugelassen: 3, 16, 24, 37, 40, 41, 45, 47, bti, 62, 63, 72. Infolge Bruches schieden von den zum Probeflug zugelassenen Maschinen 2! aus: 2, 3, 6, 8, 9, 24, 33, 37, 40, 41, 47, 50, 52, 56, 63, 67, 72, 73, 74, 75.

Flugberichte.

(Infolge Platzmangel können wir in dieser Nummer nur über die beiden letzten Tage berichten. D. Red.)

30. Aug, Wind 20 sekm. West sehr böig.

Hackmack startete auf Messerschmitt „S. 14". Der flügelgesteuerte Eindecker erreichte in 2 Min ca. 300 m Höhe über dem Starlpunkt, nach einigen Schleilen über den Westhang nahm Hackmack in einer großen Linkskurve die Richtung Eube, Oberhausen und Heidelstein, wo er hinter einem Walde landete und leichten Bruch machte. Der Flug ist als Fortschritt in der Lösung des Oberlandproblems als größte Leistung des diesjährigen Wettbewerbs anzusehen.

Die Flieger waren durch diesen Flug derart begeistert, daß ein wahrhaftes Gedränge zum Start entstand. Thomsen startete auf Dessau. Die Böen waren außerordentlich heilig. Man sah, wie die Flügelenden begannen zu vibrieren und zu schwingen, der Führer erkannte die Gefahr und drückte die Maschine zu Boden, wobei durch das heftige Aulsetzen die Flügel nach unten brachen.

Als dritte Maschine wurde der „Galgenvogel" zum Start gezogen. Sracinski steuerte zunächst den Pferdskopf an und ließ sich im Hangwind langsam über den Westhang hinaustreiben. Da der Wind inzwischen etwas nach Süden gedreht hatte, kam er aus dem Hangwind heraus und verlor stark an Höhe. Der Flieger versuchte über dem Waldtal von Abtsroda wieder gegen den Hang zu drehen, was ihm auch gelang. Durch die außerordentlich starken Bodenböen wurde der Apparat auf einen Hügel geworfen und rutschte aus 20 m Höhe ab.

Als nächster startete Standluß aul „Erfurter Eindecker". Das Flugzeug wurde von den Böen arg geschüttelt und in das Tal von Hbtsioda getrieben. Standluß wußte bisher alle gefährlichen Lagen zu meistern. Dicht über dem Walde erfaßte ihn aber wieder eine so scharfe Böe, daß Flügelbruch eintrat und der Rumpf der Maschine aus ungelähr 30 m Höhe in einen Sumpf abstürzte. Herbeigeeilte Bauern zogen den Piloten aus dem Sumpl heraus Im Krankenhaus zu Tann ist er gegen abend seinen schweren inneren Verletzungen erlegen. Max Slandluß war 26 Jahre alt und der hollnungsvollste Segelllieger des Erfurter Vereins. Die Oberleitung, Ministerialdirektor Bredow, Prinz Heinrich, der Lako sowie mehrere Flieger überreichten den Vertretern des Erfurter Vereins aus Rhönfichten und Blumen selbstgellochtene Kränze.

Später startete Stamer mit der .Bremen" und landete hinter Gersleld-StacU. Am Abend unternahm noch Botsch mit dem „Consul* einen kurzen Flug.

31. Aug. Der letzte Tag brachte einen scharfen Kampf zwischen Martens und den Darmstädtern.

Der von den Prometheuswerken A.-G., Hannover, erbaute „Strolch" kam schnell vom Start und hielt bei last vollständiger Windstille so hervorragend in der Luit, daß ein schöner Streckenllug von fast 8 km Länge zustande kam. Jetzt war lür liotsch die Zeit gekommen. Sein „Consul", nicht minder gut, wie Martens Apparat, verschwindet in Richtung von Martens

No.U—10

FLUÜSPORT

Seile 133

Landungsplatz. Botsch enldeckt im letzten Augenblick auf der von ihm zur Landung auserwählten Wiese den „Strolch". Will er den Preis gewinnen, muß er also ein kleines Stück weiter kommen und setzt sich in 400 Meter weiter Entfernung glatt und sanft auf die Erde nieder. Man kann sich leicht Martens und seine Stimmung vorstellen. Die Apparate werden abmontiert und wieder auf die Wasserkuppe-Höhe geschaflt. Hier hat inzwischen schon der Kampf um einen für den letzten Tag ausgeschriebenen Zielpreis mit mehreren Maschinen eingesetzt. Spieß, dem sympathischen Darmstädter, war es sofort mit der „Edith" geglückt, in nur 40 Meter Entfernung vom Zielpunkt — ein am Fuße der Eube gestecktes Fähnchen — zu landen. Der .Sturmvogel" und ein „Espenlaub 5" können ihm nicht gefährlich werden, aber Martens ist mit seiner hervorragenden Konstruktion ein ernsthafter Gegner. Beim ersten Versuch schießt er weit über das Ziel hinaus, auch zum zweitenmal glückt es nicht. Die wenigen Zuschauer und kritischen Beobachter aber werden entschädigt durch des Fliegers hohe F'lugkunst und die vorzügliche Eignung seines Gerätes. Senkrecht über dem Zielpunkt setzt Martens zu einer Korkzieherspirale an, wie man sie noch nie von einem Segelflugzeug gesehen hat und geht in Steilkurven hinunter, so schön, wie man sie bis jetzt nur von einem geschickten Führer auf einem Motorflugzeug erwarten zu dürlen glaubte. Trotzdem gelang es Martens nicht, die Beute zu erjagen.

Um nicht leer auszugehen, startete er noch einmal zu einem Streckenflug. Da der Wind jetzt aus Süd-Ost zu wehen versucht, wird zum ersten Male in diesem Jahre die Abtsroda-Kuppe als Startplatz ausgesucht. Schnell zieht der „Strolch" von dannen und Marlens hat Botsch geschlagen. Kampflos will der Darmstädter sich nicht als geschlagen bekennen und startet mit dem „Consul". Beim Start stößt aber das eine Tragdeck auf und wird zwar nur leicht beschädigt, aber für heute muß er ausscheiden. Martens hat erreicht, was er wollte. Wieder wird der „Strolch" nach oben geschleppt, und es sind noch nicht zwei Stunden vergangen, da steht der Apparat auch schon wieder startbereit an der Baude. Die Dunkelheit aber setzt dem Tatendrange aller ein Ende, man zieht sich in seine Behausungen zurück und bereitet sich auf die Abschiedsfeier vor. Prinz Heinrich von Preußen, ein gern gesehener Gast auf der Wasserkuppe, erhebt sich und widmet dem tödlich verunglückten Erfurter Flieger Standfuß, einem alten Kriegsflieger, warme Worte.

Inzwischen tagte das Preisgericht, welches gegen 10 Uhr endlich im Flieger-Casino erschien und das Ergebnis verkündete.

Ergebnisse.

Preise — Vorwettbewerb Gruppe R, ollen für Flugzeuge, die durch Ruderlegen gesteuert werden. Abteilung a, offen für alle Flugzeugführer, die zum Vorwettbewerb zugelassen sind. — I. Preise für die größte Gesamtllugdauer: 1. Preis (von Lössl-Preis) Thomas „Geheimrat" 84 Min. 40 Sek. (5 Flüge) 6 Millionen Mk.; 2. Preis Hoppe „Edith" 65 Min. 13 Sek. (7 Flüge) 5 Millionen; 3. Preis Bergvik „Hol's der Teufel" 37 Min. 57 Sek. (18 Flüge) 4 Millionen; 4. Preis Tepper .Gothaer Gleit-und Segelflugverein" 20 Min. 9 Sek. (3 Flüge) 3 Millionen. — 11. Preise für die größte Flugdauer eines Einzelfluges; 1. Preis b Mill. „Geheimrat" i Thomas) 54 Min. 4 Sek.; 2. Preis 5 Mill. „Edith" (Hoppe) 20 Min. 32 Sek ; 3. Preis 4 Mitl. „Gotha" (Tepper) 18 Min. 51 Sek.; 4. Preis 3 Mill. „H. d. T." (bergvik) 13 Min. 52 Sek. — Abteilung b, offen für Flugzeugführer, die das Führerzeugnis mit Motor-Flugzeug nicht besitzen. I. Preise für die größte Gesamtllugdauer: 1. Preis 6 Mill. „H. d. T." (Bergvik) 37 Min. 57 Sek. (18 Flüge); 2. Preis 5 Mill. „Berliner Segelllug-Verein" (Drude) 1 Min. 33 Sek. (3 Flüge); 3. Preis 4 Mill. „Schlägel und Eisen" (Novak) 1 Min. 4 Sek. (2 Flüge). — 11. Preise iür die größte Flugdauer eines Einzelfluges: 1. Preis 6 Mill. „H. d. ü." (Bergvik) 13 Min. 12 Sek.; 2. Preis 5 Mill. „Schi, und E." (Novak) 1 Min. 4 Sek.; 3. Preis 4 Mill. „B. S.V." (Drude) 53,9 Sek. — Abteilung c, offen für anerkannte Flugsportvereinigungen: 1. Preis 10 Mill.: Das Preisgericht hat beschlossen, der Akad. Fliegergruppe Darmstadt einen Preis in Höhe von 16 Mill. und dem Gothaer Gleit- und Segelflugverein den 2. Preis in Höhe von 6 Mill. zuzusprechen.

Gruppe B, oifen für Flugzeuge, die durch Verlegung des Körpergewichtes gesteuert werden. (Hängegleiter) Preise für die größte Gesamtflugdauer ni ch t ausgeflogen.

Das Preisgericht hat lerner dem jungen Herrn Peter Riedel eine Prämie von 3 Mill., dem Flugtechn. Verein Flamburg ebenialls, den Segelflugzeugführern Gymnich-Hamburg und Kegel-Cassel von jeeinerMill. zugesprochen. Außerdem wurde auf Beschluß des Preisgerichts der vom Deutschen Modell-und Segelflugverband als Wanderpreis für den längsten Einzelllug für nicht Motorflugzeugführer ausgeschriebene Ehrenbecher Herrn Novak-Bonn zugesprochen.

Im Verlauf des Vorwettbewerbs wurden folgende Sonderpreise ausgeflogen: 1. „Ceres'-Preis, dem Gothaer Gleit- und Segelflugverein; „v. Waldthausen"-Preis, der Akad. Fliegergruppe Darmstadt.

Preise — Hauptwettbewerb.

Die Preisverteilung für den Hauptwettbewerb des Rhön-Segelflug-Wett-bewerbes 1923, am 31 8. hat folgendes Ergebnis: 1) Großer Rhön-Segelpreis für größte Strecke mindestens 20 km nicht ausgeflogen. 2) Desgl. Preise Iür die größte Flughöhe mindest. 350 m (beide bis 30. 9. 23 verlängert.) — Als Anerkennungspreise für Höhenleistungen wurden zugesprochen:

1. Hackmack auf Messerschmitt S. 14 (Modell 1923) für Höhenflug 303 m 25 Millionen; 2. Stamer auf Wellensegler „Bremen" 180 m 15 Mill.; 3. Akad. Fliegergruppe Darmstadt (Thomas) auf „Geheimrat" 80 m 10 Mill.—

3) Preise für die größte Flugstreekc nach besonderer Bewertung unter Berücksichtigung des Höhenverlustcs und Höhengewinnes während des Fluges: l. Martens auf „Strolch" der Prometheuswerke, Hannover 30 Mill; 2. Hackmack auf „S. 14." 20 Mill ; 3. Thomas auf „Geheimrat" 10 Mill.

4) Zweisitzerpreis für größte Flugdauer Hoppe-Darmstadt auf „Margarethe" 40 Mill. — Sonderpreise: 1. Dr. Arntzenpreis für größte Flugstrecke;während des Wettbewerbes Martens auf „Strolch" 500 Dan. Kronen, 2. Ehrenmcdaille des Deutschen Luftfahrtverbandes für höchste fliegerische Leistung Hackmack auf „S. 14" für den Sturmflug am 30 Aug. 3. Columbiapreise der Seadtawcrke.

a) Abt. Größte Flugstrecke bei Windgeschwindigkeit bis zu 6sec mindestens aber 6 km: 1. Martens auf „Strolch" für Streckenflug 8.8 km 50 Dollar; 2. Boisch-Darmstadt auf „Konsul" 7,6 km 20 Doli.

b) Abt. Iür größte Flugstrecke bei Windgeschwindigkeit 7—10 in/sek. mindest, aber 8 km 1- Martens 9,5 km 50 Doli., 2. nicht ausgeflogen (verlängert bis 10. 9.

c) Abt. für größte Flugstrecke bei mehr als 10 m/sek. mindestens aber 10 km desgl. —

Von den Columbiapreisen zur Verfügung stellende Prämien wurden zuge-

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sprochen: Akad. Fliegerg. Darmstadt Botsch-,,Konsul" 30 Doli., Thomas-,,Geheim-rat" 25 Doli., Hackmack „S. 14" 20 Doli. Stamer-„Bremcn" 20 Doli.

4) Konstruktions-Preise: a) Kyffhäuserpreis 45 Mill. Flugtechn. Verein Dessau. Weiter erhielten Heinzmann-Frankfurt für akust. Geschwindigkeitsmesser 15 Mill. Stoffel für Steuerkombination 7,5 Mill. b) Konstr. Preis der WGL „Strolch" 15 Doli „Konsul" 15 Doli- c) Georgestiltung: Akad. Fliegergr. Charlottenburg „Charlotte" und Messerschmitt „S. 14" je 15 Doli.

5. Hotel Adlerpreis für fliegerische Leistung durch persönliche Entschlossenheit: Hackmack 35 schwed. Kronen."

6. Baldapreis für Brechung des Hentzen'schen Streckenrekords — 10 km 1922 — Martens 12 km, eine photographische Kamera.

Außerdem wurden folgende Tagespreise ausgeflogen: a) für größte Tagesstrecke Kullmer-Amerika-Preis: Martens 10 Dollar, Prometheuspreis: Martens I Pfd. Slerl. Kurt Hofmann-Preis Martens: 10 Flaschen Likör. Ehrhard-Tages-preis: Martens 40 Mill. — b) für größte Flughöhe: Alb. Böhm-Preis: Hackmack 1 Fahrrad, Baldapreis: Stamcr 1 Photokamera, c) Zielpreis: Darmstädter Industriepreis: Akad. Fliegergruppe Darmstadt (Spieß) 40 Millionen.

Außerdem wurden folgende Tagespreise für verschiedene Flugleistungen zugeteilt: Hessen-Preis: Akad. Fliegergr. Darmstadt (lür Entdeckung der Spießecke) 22 Mill. Darmstädter Industrie-Preis: Akad. Fliegergr. Darmstadt (Heimkehrflug Botsch) 20 Mill.

Schließlich wurden noch an Prämien zugeteilt: Flugtechn. Verein Dessau für hervorragende fliegerische Leistungen (Thomsen) 40 Mill. Nowack (auf ,,Schlegel und Eisen") 1 Flugzeugkompaß. Akad. Fliegergr. Charlottenburg: Kurt Hofmann Prämie: 10 Flaschen Likör, Martens 1 Rechenschieber für Konstruktion des siegreichen Fngzeuges. — Anerkennungsprä'mien des Preisgerichts: Flugtechu. Verein Dessau 30 Mill. Flugteehn. Verein Dresden 20 Mill. Ortsgruppe des D. L. V. Erfurt 20 Mill. Ksoll-Tracinski-Breslau 20 Mill. Akad. Fliegergruppe Charlottenburg 10, Flugw. Verein Heidelberg 10, Kehr-Geisa 10, Gothaer Gleit- und Segelllugverein 10 Millionen.

Die Veranstalter des Rhönsegelflugweftbewerbes 1923 geben bekannt:

1) Der „Große Rhönsegelpreis 1923" nach I des § 7 b der Ausschreibung,

2) Die „Preise für die größte Flughöhe" nach II des § 7 b der Ausschreibung werden nach dem Wortlaut der Ausschreibung des Wettbewerbs bis zum 30. September 1923 neu ausgeschrieben. 3) Von den Sonderpreisen werden die „Columbiapreise der Scadtawerke b) Abt. für größte Windgeschwindigkeit von 7 bis 10 m/sek, mindestens aber 8 km, 2. Preis 20 Dollar, c) Abt. für größte Flugstrecke bei Windgeschwindigkeit größer als 10 m/sek, mindestens aber 10 km, 1. Preis 50 Dollar, 2. Preis 20 Dollar, bis zum 10. September 1923 verlängert. Für die Zuerkennung dieser Preise gelten die Bestimmungen des Rhönsegelllug-Wettbewerbs 1923 und seiner Ausschreibung. Die Leistungen müssen durch zwei von der Segelflug-Gesellschaft m. b. H. anerkannte Sporlzeugen beurkundet werden.

Oheri- „Schlüget und Eisen" von Kriitrer Mehlem Linien: „Sau/ahn" Segelflugzeug des Wissenschaftl. [ In^sportverein Heidelberg c V. Inhalt obere fiag-flachc : 9,0 m- d. untere Tragfläche 4,9 m- d. feststellenden Stabilisieruilgsfl. 1.96 m. d. beweglichen Steuer-Hachen 1,09 m".

Rhön-Scgelflug 1923.

Konstruktions-Kinzelheiten.

Seg el I lugze u g Kurpfalz gen. „Sauzahn", Mcldenummcr 6, des Wissenschaft]. FTugsportvereins Heidelberg (E.V.), Heidelberg. Das Flugzeug wurde nach dem Entwürfe und Berechnungen von Dr. ing. Bader, Heidelberg, von Ing. Eck, Heidelberg, konstruiert und der Waggonfabrik F'uchs A.-G , Heidelberg, erbaut. Es handelt sich um einen verspannungs-losen Doppeldecker von 14 m oberer und 9 m unterer Spannweile. Beide

Start „Sauzahn'-Doppeldecker des b'lugspnrtvcieins Heidelberg, rubrer; Dr. Eck. Hersteller: Waggonfabrik Heidelberg.

Tragdecks sind mit Verwindungsklappen versehen. Die obere Tragfläche hat am Rumpfe 950, am Ende 650 mm Flügeltiefe, die untere hingegen 650 am Rumpfe und 250 mm am Ende. Das untere Tragdeck ist, um an den Flugenden den Abstand vom Boden zu vergrößern, im Abstände von 1750 mm Rumpfmitle nach oben abgebogen. Beide Tragflächen sind ein-holmig und zwar mit Kastenholmen gebaut. An dem Knicke der Unter-Hügel sind kleine Hilfskufen angebracht. Das Profil ist das der Aerodyn-Vcrsuchsanstalt Göttingen No. 482. Der Rumpf hat Tropfenform 416, ebenso das Seiten- und Höhenruder.

Unterbaut ist der Rumpf mit einer Mittelkufe (nicht abgefedert).

An Baumaterial ist hauptsächlich Sperrholz und Duralminium verwendet. Im Allgemeinen erregte die Maschine auf der Wasserkuppe großes Interesse, da sie eine der wenigen Maschinen ist, die seit dem vorigen Jahre Neues bringen und auf Fortschritt hinweisen.

Koluff-[in'deckcr mit beweglichen Flügeln.

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Das Gewicht des Rumplcs ist 55 kg, das der oberen Tragflächen 27 kg, das der unteren 21 kg, (das des Führers 63 kg), Verschiedenes 25 kg, sodaß die Flächenbelastung auf 12 kg pro qm kommt.

Koloff-Eindecker mit beweglichen Flügeln. Dieser Segler mit neuartigen Konstruküonsgedanken als Böenausnut2ungsmaschine ist leider durch allerlei Beschädigungen beim Start nicht zum Fliegen gekommen.

Um mit selbsttätig wirkenden Sleuermitteln den Stirnwiderstand zu vermindern, hat man bei Segelflugzeugen bereits den Flügel um eine Achse durch den Druckmittelpunkt beweglich gemacht. Dies hat indessen den Nachteil, daß die Verstellung des Anstellwinkels des Flügels erst sehr spät bei zunehmendem Wind eintritt.

Um nun bereits eine an der Flügclvorderkantc fühlbar werdende Erhöhung der Windgeschwindigkeit für die selbsttätige Verstellung des Flügels wirksam zu machen, ist, gemäß der Erfindung, der Flügel um eine im wesentlichen lotrecht über dem Druckmitlelpunkt liegende Achse drehbar gelagert. Der Erfindungsgegenstand rückt somit die Selbsttätigkeit der Verstellung wesentlich näher an den Idealzustand heran, gemäß welchem die Verstellung der Teile nach einen Augenblick früher vorzunehmen wäre, als die Vergrößerung der Windgeschwindigkeit eintritt.

Die Flügel sind unten durch Handrad verstellbar und weiterhin gegen verstellbare Federn verlagert. (Forts, folgt)

Ende des IL franz. Congrcs experimental d' aviation sans moteur.

Für den franz. Congres sans moteur an der Küste von Vauville bei Cherbourg waren 56 Flugzeuge gemeldet. Die Bezeichnung „ohne Motor" ist nicht mehr zutreffend. Die Kanonen hatten bereits mehr oder weniger kräftige Motoren eingebaut. Es scheint, daß die Franzosen wieder mit vollen Segeln in der alten Richtung gestartet sind. Das offizielle Resultat spricht dafür. —

Auch die letzte Woche des Vauville-Wettbewerbes hat nichts besonderes gebracht. Trotz der großen Metdeliste hörte man nur von Barbot und Descamps auf Devoitine, Simonet auf der belgischen Poncelet, Maneyrol auf dem Peyret und Ltn. Ghoret auf Bardin.

Am 21. 8. flogen Barbot und Descamps 2 Std. 45 Min. und 2 Std. 15 Min. auf Devoitine-Kleinflugzeug, Maneyrol und Simonet blieben auf ihren Peyret und Poncelet Gleitern über 4 Stunden in der Luft. — Am 22. 8. flog Descamps 1 Std. 18 Min. auf dem Devoitine. Barbot legte eine Entfernung von über 200 km in 6 Std. 4 Min. in dem Rundflug Vauville—Bivelle zurück. Simonet blieb 3 Std. 39 Min. in der Luft, Maneyrol legte 20 km in 22 Min. zurück, Brennstoffverbrauch 675 1, bei einem Flug um den Betriebsstoflverbrauch-Preis. Ltn. Simonet war der einzige an diesem Sage, der um nichts startete und 1 Std. 33 Min. in der Luft blieb. — Am 23. qualifizierte sich Ltn. Bhoret auf dem Bardin Gleiter mit einem Flug von 10 Sek. Am Nachmittag blieben Ghoret, Simonet, Descamps und Maneyrol 1 Std. 14 Min., 1 Std. 44 Min., 2 Std. 46 Min. und 3 Std. 14 Min. auf ihren Gleitern in der Luft. — Am 27, wurde Barbots Devoitine Gleiter durch einen Windstoß bei Vauville vernichtet. Grgebnisse und Preise:

Dauer: 1. Barbot (Devoitine No. 19) 6 Std. 4 Min. Preis der Stadt Cherbourg und Plakette des Aero-Club von Frankreich; 2. Maneyrol (Peyret) 4 Std. 22 Min. 3000 frs.-Preis der Stadt Cherbourg; 3. Simonet (Poncelet) 4 Std. 6 Min. 2000 frs.-Preis der Stadt Cherbourg. — Gesamt-Stundenflüge während des Wettbewerbs: 1. Simonet 24 Std. 25 Min., 4000 frs.-Preis des Generalrates des Manche. — Höhe: 1. Simonet 295,5 m. 5000 frs., Preis Louis Bre-guet, vergoldete Plakette des Aero-Club von Frankreich; 2. Descamps (Devoitine No. 19) 267 m, Preis Mouillard ; 3. Ltn. Thoret (Bardin) 105,4 m,

Preis fldhemar de la Hault. — Entfernung: 1. Ltn. Thoret 8.250 km 5000 frs., Rene Quinton, vergoldete Plakette des flero-Club von Frankreich ; 2. Simonet 5,100 km, 4000 frs., Preis Charles Renard; 3. Descamps 2,750 km, Preis Capt. Ferber. — Die vorstehenden Preise waren auf Gleitern erworben.

Entfernnng mit Hilfsmotor: 1. Maneyrol (Peyret- 675 ccm Sergant) 7000 frs. Preis des Rates von Cherbourg; 2. Descamps (Devoüine No. 18 763 ccm Vaslin) 5000 frs. Preis Ädrien Fetu; 3. Barbot (Devoitine No. 17 1.125 ccm Salmson) Preis von Cherbourg. — Dynamischer Flug: Lefort (Landes-Perouin No. 59) 39 Sek. über ebenem Gelände, 5000 frs. Preis der Handelskammer von Cherbourg. — Höhe: 1. Maneyrol (Peyret-Sergant)3.830 m 52 Min , 2000 frs. Preis der Oekonomiekreise der unteren Normandie, vergoldete Plakette des flero-Club von Frankreich. — Schnelligkeit: (Avionetten) 1. Maneyrol (Peyret-Sergant) 30 km in 19 Min. 50 Sek., 2000 frs.; 2. Descamps (Devoitine-Vaslin) 30 km in 24 Min., 1000 frs. — Schnelligkeitsunlerschiede: (Flvionetten) 1. Maneyrol (Peyret-Sergent) Maximal 6 km in 3 Min. 45 Sek , Minimal 6 km in 10 Min. 42 Sek., Schelligkeitsunterschied 96—33,5 km pro PS, 2000 frs. — Preis des Präsidenten der Republik: Louis Peyret

Paragon-Luftschraube mit veränderlicher Steigung.

Die Notwendigkeit einer Veränderung der Schraubensteigung hat die Konstrukteure nicht ruhen lassen, nach einer Lösung zu suchen. Die Versuche sind sehr mannigfaltig. Eine Schraube mit veränderlicher Steigung würde zunächst ermöglichen beim Start die größte Motorkraft in größte Zugkraft umzuwandeln. Beim Fliegen in großer Höhe, wo der Luftwiderstand geringer wird, wird eine Erhöhung der Tourenzahl und Veränderung der Schraubensteigung die Oekonomie erhöhen. Bei Dauerflügen, wo die abnehmende Betriebstofflast ins Gewicht fällt, wird die Veränderung der Steigung hinsichtlich der Oekonomie von Vorteil sein. Bei der Verwendung von überkomprimierten Motoren wird, wenn man Maximalhöhen erreichen will, die Verstellbarkeit des Schraubenblattes überhaupt nicht zu umgehen sein. Auch in Amerika hat man begonnen, diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Spencer von der Firma Paragon Engineers hat eine solche Luftschraube herausgebracht.

Die Schraubenblätter bei der Paragon können vonO—ofiO verstellt werden, sodaß die Schraube bei der Landung auch bremsend wirken kann. Verstellzeit 3 Sek. Die Schraube wurde auf einem Hispano Suiza, der auf einem Wagen montiert war, versucht und,dieser, be-

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Flugsport

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liebig vor- und rückwärts gefahren. Der Verstellmeohanismtis ist im Prinzip (vergl. Abb. 1) folgender: Die Sohraubenblätter a sind in einem konischen Schuh b befestigt. Der Schuh b, in dem Nabengehäuse gelagert, kann durch das Schneckenradgetriebe c, Stirnräder d, e, wenn an der Bremsseheibe f eine Bremswirkung eintritt, verstellt werden. Wenn die Bremstrommel mit der Geschwindigkeit der Motorwelle sich dreht, so wird keine Verstellung des Propellerflügels eintreten. Wenn die Bremsvorrichtung festgehalten wird, so wird der Flügel so lange verstellt, bis die Bremswirkung aufhört.

Um eine Rückwärtsverstellung des Schraubenflügels zu ermöglichen, ist in der Ausführung (s. Abb. 2) das Getriebe k, 1 zwischen den Zahnkränzen d und e eingeschaltet; die Bremstrommel f bewirkt dann wie in Abb. 1 die Vorwärtsverstellung.

Für die Rückwärtsverstellung des Schneckengetriebes ist eine zweite Bremstrommel g, welche unter Zwischenschaltung des Umkehr-zahnrades h sowie der Zahnräder i und k mit dem Zahnrad d in Verbindung steht, vorgesehen. Die Wirkungsweise ist leieht ersichtlich. Durch die Bremsbacken n kann entweder die Vorwärtsbremsscheibe f oder die Rückwärtsbremsscheibe g verstellt werden. Die Räder m, welche die zeitweilige Verstellung der beiden Bremstrommeln mitmachen, betätigen das Anzeigergetriebe, damit der Flieger jederzeit sieht, wie der Flügel eingestellt ist.

Die internationalen Flugwettbewerbe in Gotenburg.

Wenn in normalen Zeiten ein Ereignis von der Bedeutung der zurückliegenden Gotenburger Flugtage stattgefunden hätte, so hätte dieses durch Wochen hindurch das lebhafteste Interesse nicht nur der Fachkreise, aller Länder .sondern auch der breiteren Oeffeutlichkeit für sich in Anspruch genommen. So aber ist es — wenigstens was Deutschland anbetrifft. — weiten Kreisen kaum bekannt geworden, was sich kürzlich in Gotenbitrg an Luftfaliilereigni.sseii abgespielt hat. Innerpolitischc Iimwalzuiigen und Wirtschaftssorgen standen ausschließlich im Vordergrund des allgemeinen Interesses und ließen — zumal in der Tagespresse kaum Kaum für andere Ereignisse. Hinzu kommt das Vahitaelend. das nur dem Unentbehrlichsten die liei.se nach Gotenburg ermöglichte. Leider werden als solche Sportberichte rxtatter und Pressephotographen nicht angesehen. Die Wenigen aber, die das Glück hatten, in.Goten-biirg Augenzeuge der von der deutschen Luftfahrtindustrie aufgebrachten Leistungen und ihrer Erfolge sein zu können, sind zurückgekehrt mit der Ueber/.euguiig, daß wir — wenn es uns nur gelingt unsere Industrie lebensfähig zu erhalten, die Konkurrenz des Auslandes — ganz besonders auf dein Gebiet der Luftfahrt. - nicht, zu fürchten brauchen. Zumal unseren, in der Mehrzahl mit Motoren von nur 80 PS ausgerüsteten Sport- und Kurierflugzeugen, hat das Ausland heute tatsächlich nichts Gleichwertiges gegenüber zu stellen. Auch von ehemals feindlicher Seite wurde dies bei jeder Gelegenheit offen zugegeben. Die deutschen Typen waren das Ereignis der (»»teil linrger Fluglage.

Was nun die Ergebnisse anbetrifft, so war der größte lOrfolg einem II e i n k e 1-Eiiideckrr besehieden. der im Wettbewerb für Sport- u. Turist-Flugzeiige mit dein Kr* teil Preis ausgezeichnet wurde. Es war dies

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der durch zahlreiche Veröffentlichungen bereits bekannte Typ II. K. •'!, ein Freitragender Tiefcindeeker, und y.w.n als offener Viersitzer mit je zwei jichcnciiianderlie.gcndon Sitzen gehnut. Kr kann bekanntlich sowohl als Land- wie, auch als Wasserflugzeug Verwendung finden. l)o.r zueile 80 l'S I leinkel] )reisilzcr inullte infolge verschiedener - wenn auch nur geringfügiger - Motor- und I'ropellerpn nnen vorzeitig aufhellen und ging hierdurch seiner sicheren Chancen um den zweiten l'rei,- \erliixlifr.

\'ou den Internationalen Flugwcltbewerbon in (!ot.cnburj^- am4.-12. Aug;. -•'.>

Der mit dem Erslen Preis im Internatronalcn Wettbewerb l'ur Sport u. J'iu'isl.llujr/eu^r ausjre/.eielmete Heinkel-Kindeeker mit 110 J'S .Siemens lind l'.oseh Anlass<r an der Ablaufbahn am FluehalYn Toi'slanda. bei (Inleiibiira'.

Heide Jleinkcl-Flugzc.uge waren erstmalig mit Motoren mit elektrischer

Startanlage - System Bosch - ausgerüstet, womit min endlich dem seit wenigstens einem Jahrzehnt bestellende, dringende Bedürfnis nach Vermeidung des ebenso lästigen wie, zeitraubenden Propellerdurehdrrliens abgeholfen wird. Auch die Firma Junkers darf mit dem in (Intenbing Erreichtem zufrieden sein. Sie placierten sich mit ihren bekannten Ver-kclirsiiiascbinen im Wettbewerb für Verkehrsflugzeuge an zweiter und dritter Stelle, und gewann mit ihren neuen zwei-und dreisitzigen Typen ebenfalls den zweiten und dritten Preis. In dem gleichen Wettbewerb wurden ferner eine Dornier-Libelle und ein Stahlwerk Alark-Sport-eiusitzer mit Ehrenpreisen bedacht.

Zum Schluß seien, um ein (lesamtbild der deutschen Erfolge, zu ermöglichen, die offiziellen Ergebnisse, soweit sie die deutschen Teilnehmer anbetreffen, hier nochmals kurz aufgeführt: 1. W c tt b e w er b fi'ir Sport- und T n ri s t 11 n g 7,v, ugc :

J. Preis", (wie se.lion erwähnt.) Ilrinkrl Findecker Führer (i. Ijneker

<!. Preis: Junkers Sehulililfrzruf!:. Führer f. Sfrasser

3. Preis: Junkers KiirierHii^zeiis:, Führer AV. Zinimermann

Extra-Preise: Dornier-Libelle, Führer (>■ üullod und Stahlwerk Mark Ii III, Führer A. Hab. '1. Wettbewerb für V e r k e Ii r s 11 n /. e n <: e :

2. Preis: Junkers TjandvrrkehrsHiiir/.euf.''. Fhlirrr Strasser uml Zimmermann

3. Preis: Junkers Seeverkrhr.slluüv.rn}.*, Führer Fiehler und Tiedemanti. 3. A n ku n f t s \ve tili r w e rb :

B. Preis: Junkers Ir,iiulverkehisllii:r/eu.e', Führer Zimmermann Extra-Preis: Junkers Seevi rkehrsilujr/.eu!;', Führer Tiediuaun. 1. I' r a lu i e n 1' 1 ü e :

an 4. Stelle: Junkers LaiKlverUebrsllue/.eii«. Fiihrer Zimmermann an 5. .Stelle; Junkers Seeverkelu sflug'/.eu»'. Führer Tiedrmann an 1". St»lle: Caspar See\erNehrslhiKzeuj:', Führer l.ier.

Patentsa

LU N 6

1923

No. 1

Inhalt: Die deutschen Patentschriften: 351575; 374fltiH.

A L I j S ('

II M Iv

Fat. 374963 v. 2(J. 8. 17, veröff. 4. 0. 2:>. Schraeder & Ca. in Berlin. Am Hörper des LufIfahrers anzubringender Fallschirm. Der Schrofttlor-Fallschirm

ist in bekannten- Woi.se am Körper des Luft Schiffers angebracht und weist hauptsächlich das lioiio Merkmal auf, daß er mit dorn Flugkörper nur durch ein Zugmittel [!*| verminden ist, das den Schirm beim Absturz zur Entfaltung oder in die zur Kut.faltung erforderliche Stellung bringt.

Pas den Fallseliirui mit dem Flugkörper verbindende Zugmittel !'J| ist so lang bemessen, dal.5 der Schirm erst entfaltet wird, wenn er vom Flugkörper vollständig frei gekommen ist.

Das an dem Flugkörper zu befestigende Zugmittel fi)| ist mit dem Fallschirm durch ein beim Absturz durchreit bares Zwischenglied Tj! verbunden.

Der Fallschirm ist derart in eine Hülle [2j verpackt, da.Ii beim Abstürzen durch das den Schirm mit. dem Flugkörper verbindende Zugmittel !9| zunächst der Schirms'ol'f [l] und dann die den Schirm mit dem Körper des Abstürzenden verbindenden Trngmittel \4, 3| aus der Hülle herausgezogen werden.

Die Hülle [2] ist durch ein an der Hoffnung der Hülle angebracht Ocsen (a, b, a', W) hindurchgezogenes Bindemittel [Kl, an dem das am Flugzeug befestigte Zugmittel if'i angreift, abgeschlossen, wahrend die abreilä-bare Leine o- dgl. [5] als Verlängerung dieses Zugmittels mit der oberen Luftüfi'nung [e| des Fallschirmes verbunden ist.

Fat. 351575 v. 22. 11. 18, verüff. 10. 4. 22. Mas Unz jr. in Frankfurt a HI- per in

einem auf dem, Rücken des Fliegers zu befestigenden Behälter untergebrachte Fallschirm besteht aus einer durch ein Gurtsystem unverrückbar am Körper gehaltenen, zusammenlegbaren Fackhülle, deren Versehlußvorrichtnng durch einen am Körper des Fliegers in Griffnähe augebrachten Hilfsfallschirni geöffnet wird, sobald letzterer von dem Abstürzenden freigegeben wird und sich infolge des Luftdruckes entfaltet-

Die Facklitille tiesitzt vier Lappen, die zwecksSelilielH'.ns der Pa'-khiille übereinander gelegt werden.

Iii der Packhülle .sind zwei seitliche Schlitze |s| vorgesehen, durch welche der in Huckenbröl te auf der Innenseite der Paek-hülle vernähte Brustgurt hindurchläuft.

Durch zwei in Schulterhöhe liegende Schlitze der Packhülle laufen die zwei über-einandorgekreuzten auf der Innenseite der Packhülle vernähte Schultergurte [g].

Zwei der Lappen [L1) der Packhülle sind mit Ringen [Ii1! und die beiden anderen Lappen jLj mit Ringen [K| versehen, durch welche zwecks Verschließons der Packhülle ein Stahldraht [DJ gezogen wird, andosHeuOe.se die zusammengeführten Schmirzüge des Hilfa-i'ul Ischl rines angreifen.

Als Gürtelschließe i*t eine der Körperloim

S. 2

PATENTSAMMLUNG das FLUGSPORT

Nr. 1

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en tspreclie ml gewölbte Metall-platte [a1'] verwendet, die mit Schlitzen zum Durchziehen des Brustgurtes [B1] versehen ist.

Zur Liefestigung des Abspringenden sind am FalNehirm je zwei Sehenkelgurte |s;1| nn-geovdnet, deren Enden vorn* und rückwärts um jeden Oberschenkel herumgeführt und nach einmaligem Kreuzen durch eine SchlieLV vorrichtnng verbunden sind, wodurch eine richtige ITebertragnng des Zuges auf die Oberschenkel gewährleistet nml ein Zusammenrutschen der Sehenkelgurte gegen die. Mitte des Körpers zu verhindert wird.

Zur vichtigen Uebertragung des Zuge-- auf die Oberschenkel sind vier Sehenkelgurte derart angeordnet, daß auf jeder Seite je ein Schenkelgurt [saj den Urustgurt |ß\| mit seinem Ende mehrfach umschlingt, mit dem Brustgurt vernäht ist und eine Schlaufe js4] bildet, während der entsprechende zweite Schenkel gnrt mit seinem Kncle von der anderen Seite um die genannte Schlaufe |s4] und den Brustgurt herumgeführt und mit beiden vernäht ist, um die so gebildeten Schlaufen js4j zur Aufhängung des Fallschirmes am Gürtelsystem verwenden zu können.

Pat. 344591 v. 23. 8. IIS, veröff. 25.11. 2i. Ang Riedinger, Ballonfanrik Augsburg A -G in Augsburg. Fallschirm

Fallgeschwindigkeit durch Freigabe einer Oeffmmg in der Fall Schirmhülle verändert ist- Als Träger des Insassen dient ein beim Niederziehen mit einem Anschlag sich gegen den Tragkörper der Falsehirm-k'inen stützender Seilzug [ZJ, der unter der JLast des Insassen die Oeffnung oder Oeffnuugen der Fallselürra-hülle geschlossen hält, beim Verlegen des Gewichts des Insassen auf den Tragkörper der Fallscbirmleinen dagegen entlastet wird, so daß der unter der Hülle herrschende Luftdruck die Freigabe der Oeffnung oder Oeffnungen bewirkt.

An den Tragorganen der Fallschirm hüllen ist eine Haltevorricbtung vorgesehen, anf die der Insasse zur Entlastung des vSeilzuges .sein Körpergewicht überträgt.

Zum Yersehließen der Fullachirmöffnung dient ein an die Oeffnung sich anschließender, aehlauchartigcr Stoffansatz |Sl, an dessen freiem Rand die mit dem Tragseil [Z, | sich vereinigenden Schnurzüge |Z| an greifen.

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FLUGSPORT

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Von den InternationalenFlugvvettbwerben in Gutenburg am 4.-12. Aug. 2:1. Orr 110 es lTrinkel-Eimleeker, Sieger im Internationalen Wettbewerb t. Sport- und Tu-nsUlugzenge, zu eineni l'rnbet'lug startend.

Dietrich-Gobiet-Zweisitzer-Doppeldecker 50 PS Siemens.

In Weiterentwicklung ihrer bekannten Sportzweisitzer D. P I u. D. P. la bringen die Dietrich-Gobiet Flugzeugwerke A.-G. in Cassel neuerdings einen verspannungslosen, aerodynamisch gut durchgebildeten Zweisitzer D. P. II Modell „Bussard" mit 50 PS Siemens-Sternmotor heraus. Durch die vom Motor bis zur Kielflosse durchgehende

Aluminium beplankung des ßump-fes auf seiner Ober- u. Unterseite wird einmal die Festigkeit des (iitterwerks erhöht und durch die leichte Abnehmbarkeit eine ständige Kontrolle der Innenverspann-ung u. Steuerseile ermöglicht. Die Maschine wurde vor einigen Wo-chenvon dem bekannten Flieger u. Konstrukteur Direktor Eichard Dietrich von den Dietrich-Gobiet Flugzeugwerken A.-G. eingeflogen und dieser Tage in der Khön vorgeführt.

Hauptdaieu des D. T\ TT Spnrtzwcisilzer.

Leergewicht,: 340 kg, Flugzougfiihr. 75 kg, Fluggast: „ „

Betriebsstoff: 70 kg, FHiggewicht: 560 kg, Spannweite: 7,2 m, Länge : 5,0 m, Hübe ". 2,5 m, Tragfläche: I ö.SqiiiFläelienuelast.-lmg: 34,ii kg qm. Leistung.sbelastung: !l kg PK, Einsteltwinkel oIko : 1 Or,; unten : 0 (ir.,(iescliw.:150kmh. Stcigztit auf 1000 in: 7 Min., Aktionsradius:

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Nachtrag von der Ausstellung Gotenburg.

In der deutschen Abteilung befand sich im äußersten Flügel der umfangreiche Stand von Steffen & lleymann.

Auf diesem Stand fand man alles, was zur Ausrüstung von Luftflotten und Luftverkehrsgesellschaften gehört, — angefangen von den einfachsten Rohmaterialien bis zu den wertvollsten Instrumenten — vereint.

Zu nennen sind Flieger-Alarm Sirenen, Rufweite 8 km; Große Flugplatz-Windmesser; Flugzeug-Bordinstrumente aller Art wobei auf die Steuerneigungsmesser besonders aufmerksam gemacht wird. Ferner Tragflächen und Glocken-Kompasse; Alle Arten Bekleidungsstücke sogar elektrischheizbare Teppiche sind zu haben.

An Flugmotoren finden wir einen leichten zu 30 PS und einen Mercedes-Flugzeug-Motor 170 PS. Die Firma hat neuerdings Versuche mit Älu-miniumkolben gemacht und durch deren Einbau in den Mercedes-Motor erstaunliche Fortschritte erzielt. — Der Motor leistet mit diesen 225 PS auf der Erde und wird mit Rücksicht auf den niederen Preis —- £ 330.-- sicher viel Liebhaber finden.

Der wissenschaftliche Teil des Ausstellungsstandes gibt uns wertvollen Aufschluß über den hohen Stand der deutschen Feinmechanik. Der Clou ist die Kassette „Avlomolor" welche die Firma in eigener Werkstatt fabriziert hat. Die Kassette soll den für Vermessungszwecke bekannten Reihenbildner ersetzen.

In übersichtlichen Schaukästen werden die modernsten Erzeugnisse pyrotechnicher Signale für die Luftfahrt gezeigt. Signalraketen zum Abschießen auf Flugstationen und aus Flugzeugen in der Luft. Fallschirmbomben, die bei Nacht vom Flieger abgeschossen, das Gelände minutenlang taghell erleuchten, Raketen, die den Bodennebel durchdringen und den suchenden Fliegern den Landeplatz zeigen, Leuchtfackeln zum Abstecken der Landebahn bei Nacht etc.

Eine besondere Liebe verwendet die Firma Steffen & Heymann in ihrem Stand auf die meteorologisch Abteilung. Wir finden eine Musterausstellung im Kleinen von den hochwertigsten Registier-Apparaten und Theodoliten. Die Lieferung kompletter meteorologischer Stationen ist ein Spezialgebiet der Firma, worin sie durch bereits getätigte Lieferungen an europäische Überseeländer und auch für die Tropen große Erfahrungen besitzt.

In der Abteilung Rohmaterialien findet man alles was zum Flugzeugbau gehört: Werkzeuge, Schweißanlagen, Kabel, Dichtungsmaterial, Asbest, Fiber, Stahlrohre, Aluminiumbeschläge, Farben, Lacke, darunter den Flugzeug-Imprägnierungslack „Aviamotor" den die Firma auf Grund ihrer Erfahrungen in eigener Zusammensetzung hergestellt hat.

Über dem ganzen Stande der Firma wölbt sich ein ausgebreiteter Riesen-Fallschirm, dessen Verwendungsart anschaulich demonstriert ist. Mit diesem Fallschirm, System Heinecke, sind bisher überall glänzende Erfolge gezeitigt.

Alles in allem gibt die Firma Steffen & Heymann auf ihrem geschmackvollem Stand einen wertvollen und übersichtlichen Auszug aus dem umfangreichen Material, was das technische Gebiet der Luftfahrt verlangt. Es ist erlreulich, gerade in der deutschen Abteilung eine Firma zu sehen, welche sich dieses Gebiet als Spezialhaus gewählt hat und welche nach unserer Kenntnis der Lage mit ihrer Vielseitigkeit und fachmännischen Leitung auf dem Gebiete der Luftfahrt wohl einzig dasteht.

Der kleine Sportzweisitzer der Firma Die t rieh-Go b i e t - F1 u g z eu g-werk A-G , Cassel, mit nur 60 PS Motor, welcher auf der Ausstellung durch seine schnittige Form auffiel, vermochte die beste Steigleistung der Sportflugzeuge auf der llug zu erzielen. Er erreichte 1000 m in 31/2, 2000 m in 8 und 2700 m in 12 Minuten.

Durch seine Steigfähigkeit sowie durch seine guten Flugeigenschaften erregte er durch seine Flüge bei äußerst stürmischen und böigem Wetter die Aufmerksamkeit aller anwesenden Fachleute.

Inland

ftusnahmetarif für Rückbeförderung der Segelflugzeuge. Der Reichsverkehrsminister teilt am 7.9.23 L, No. 111957/230 mit, daß in einigen Tagen

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eine Anweisung zu erwarten ist, wonach für die Rückbeförderung der Segelflugzeuge aus der Rhön ein Ermäßigungen enthaltender Ausnahmetaril bis Ende September 1923 zur Anwendung kommen wird.

Klemperer auf „Rheinland" flog am 12. September, nachmittags 6 Uhr, bei ca. 7 m 22 Min. Das Barogramm verzeichnete eine Höhe von 140 m über dem Startpunkt.

Wie die Darmstädter „Typen-Namen" entstanden? „Geheimrat" (Geheimrat Berndt, techn. Hochschule Darmstadt); „Edith" (Bielefeld, eine Tänzerin); T Konsul" (Konsul Dr. Kotzenberg); „Margarete" (Wwe. Margarete Edle v. Lößl).

Die Einweihung eines Fliegerdenkmals fand am 30. Hugust auf der Wasserkuppe statt. Hunderttausende von Menschen hatten sich dazu eingefunden. Unter den Gästen waren u. a. Prinz Heinrich von Preußen, General Ludendorff, Graf Luckner. — Das Ehren- und Erinnerungszeichen ragt am Nordhang der Wasserkuppe empor: auf zusammengetürmten Basaltfelsen erhebt sich der Sockel, den der rldler umkrallt, eine prächtige Schöpfung des bekannten Tierbildhauers Gaul. Wenig Denkmäler dürfte es geben, die einen solch wuchtigen, würdigen, großen Eindruck hinterlassen, wie dieses Fliegerdenkmal, und keines, das in so großer, erhabener Umgebung, an so ausgezeichneter Stätte steht. Links liegt dem Blick die Bergwelt der Rhön oflen und weit geht der Blick des Adlers über die Lande, gen Fulda, und überschaut die deutschen Gaue, umbraust von den Stürmen der Rhön. Und all das, was das Denkmal sagen will, ist zusammengefaßt in den Worten des unbekannten Dichters, die die westliche Bafel trägt: „Wir deutschen Flieger, wir blieben Sieger, durch uns allein 1" Die andere Bafel trägt die Widmung: „Errichtet vom Ring der Flieger 1923".

Eine leichtfertige Neugriindung auf dern Gebiete des technischen Unterrichtswesens fordert geradezu das schnelle tatkraftige Eingreifen des „Deutschen Ausschusses für technisches Schulwesen" heraus, bevor es zur kritischen Stellungnahme zu spät ist. Ein gewisser Herr Seh., der als Lehrer vom Kyffhäuaer-Technikum, Höh. Techn. Lehranstalt iür Luftlahrzeugbau, Frankenhausen, entlassen wurde, macht unter geradezu gewissenlosen Versprechungen Propaganda für die Neugründung eines Technikums für Flugzeugbau mit erleichterten Studien- und Prüiungsbestimmungen in Zerbst. Bei dem im In- und Auslande überall bestens bekannten Kyiihäuscr-Technikum, welches als einzige technische Spezial-Mittclschule seit 5 Jahren unter Staatsaufsicht anerkannt tüchtige luftfahrtechnische Hilfskräfte heranbildet, die sich in großer Zahl bei den deutschen Luftfahrzeugiii'men und in wissenschaitlichen Instituten bestens gewähren, sind z. Zt. alle verfügbaren Kräfte und Einrichtungen mustergültig zusammengefaßt und in Zusammenarbeit mit der Praxis so organisiert, daß zu einer Neugründung, zumal mit unzureichenden Mitteln, weder Bedarf noch Veranlassung besteht. Der Zersplitterung der wenigen uns verbliebenen Kräfte und Mittel muß auch im Uuterrielitswesen mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden. —x—

Ausland.

Amerikanischer Nordman Segeleindecker.

Mit dem Nordman Segel oindecker, Führer A. Heinrich, Wurden, we uns geimeldet wiederholt Flüge bis lk m Länge in der Nähe von New York ausgeführt. Der Eindecker hat 12,2 m Spannweite und 1,4 m Flügeltiefe. Gewicht 90 kg. Die Maschine war zum Rhönwettbewerb gemeldet konnte aber infolge der hohen Transportkosten nicht am Start erscheinen.

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Seile (40

Der l'Tng um die Welt, den der portugiesische Kapitän Sacadura Cabral in nächster Zeit unternehmen wird, erlolgt im Anschluß an den bekannten Oceanflug von Portugal nach Südamerika. Kapitän Cabral hat nach seinem Flug verschiedene französische Flugzeuglabriken besucht, um sich für den beabsichtigten Kekordflug über die in Frage kommenden Flugzeuge zu inlor-mieren. Fr wurde in Frankreich mit großen Ehrenbezeugungen empiangen, so vom (Yero-Club de France als auch in der Sorbonne. Kapitän Cabral konnte jedoch in den französischen Fabriken nicht diejenigen Flugzeuge bekommen, die er für seine Zwecke für rithtig findet und entschloß sich, der N. V. Niederländischen Flugzeugfabrik einen fluitrag aul 5 Wasserflugzeuge zu erteilen, die gegenwärtig in Amsterdam hergestellt werden. Es ist dies ein neuer Beweis für die außerordentliche Güte der Fabrikate der Niederländischen Flugzeugfabrik, umsomehr, als Kapitän Cabral für seinen Flug nach Südamerika einen „Fairey-Seaplane" benutzte, der scheinbar iür den bevorstehenden Flug nicht die notwendigen Eigenschaften besitzt.

Uebersicht der von Luftfahrzeugen zu führenden Abieichen.

IM. April lül'j unterzeichnenden Konvention zur J{c'£i'lnna der Kntwliriihimfrai di-r (.!. .1. N. A. vom IS.luli Iii*'. -Jf. Okloher V.tii uml 2«. Februar l'."S$..i

(Anhang i der in l'nris ^ Luftfahrt, ergänzt durch

Land Staat* Verein. Staaten von Amerika . . . Groß-Britanien . . Frankreich . . .

Italien.....

Japan .....

Hedsclias .... Nicaragua . . . Lettland .... Bolivien ....

Cttba.....

Schweiz .... Portugal .... Rumänien .... Uruguay .... P.cnador ....

Haiti.....

Ungarn .... Niederlande . . . Siam . . . \ . Tschechoslowalini. Guatemala . . .

Liberia.....

Luxemburg ■ . . Spanien ....

Monaco . . . Brasilien . . . Polen .... Belgien . . . Peru .... Griechenland Panama . . . Dänemark . . China .... Honduras . . . Serb., Krout.. Slov

iiigehörigkeitsabz.

tragungsabzeicheu

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A A B C C C C C

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L L 1. 1. M

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Alle Verbindungen gemäß den Vorschriften des Abs. a Tit. I des Anhangs A der Konvention mit Flilfe der 2fi Buchstaben des Alphabets, zu vieren gruppiert, mit mindestens einem Vokal in jeder Gruppe z. B. A C D J, P U R N

Alle Verbindungen mit Fl Alle Verbindungen mit N Alle Verbindungen mit L Alle Verbindungen mit B Alle Verbindungen mit C Alle Verbindungen mit Fl Alle Verbindungen mit P Alle Verbindungen mit R Alle Verbindungen mit IJ Alle Verbindungen mit K Alle Verbindungen mit h Alle Verbindungen mit L Alle Verbindungen mit N Alle Verbindungen mit S Alle Verbindungen mit B Alle Verbindungen mit ü . Alle Verbindungen mit L Alle Verbindungen mit U Alle Verbindungen mit A, 1, J, K, L, M oder N als Alle Verbindungen mit Ü Alle Verbindungen mit B Alle Verbindungen mit P Alle Verbindungen mit B Alle Verbindungen mit P Alle Verbindungen mit G Alle Verbindungen mit P Alle Verbindungen mit d Alle Verbindungen mit C Alle Verbindungen mit h Alle Verbindungen mit S

als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben. B, C, D, F., F, G, H, ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben, als ersten Buchstaben.

Berichtigung.

Auf dem Titelblatt Nr. 12/13 ist zu lesen statt „lixporf, richtig: Stralien transporl des Dietrich-Gobiet Sport-Filisitzer ,,Sperber".

F L U ü S P O K r

Verbands-Mitieilungen.

Der I). M. S. V. spricht allen seinen Mitgliedern, die durch ihr fliegerisches Können und ihre Arbeitskraft auch in diesem Jahr zum Gelingen des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes beigetragen haben, seinen herzlichsten Dank aus. Ohne Rücksicht aui ihre Person haben unsere Flieger trotz schwieriger Verhältnisse sich für die Ehre und das Ansehen des Deutschen SegelSluges erfolgreich eingesetzt. Der Name Standfuß wird in Gemeinschaft mit unseren Vorkämpfern v. Lössl und Leusch uns für alle Zeit Vorbild und Mahnung sein. Der vierte Rhön-SegelJlug-Wettbcwerb war für uns wieder eine Zeit schönster harmonischer Zusammcnarbeil, eine Zeit des Lernens und des Leistens. Unbeirrt von allen Strömungen wird der D. M. S. V. auch in der Folgezeit seinem Grundprinzip treu bleiben, ausschließlich der aktiven Betätigung, der Segelllugarbeit und Leistung seine ganze Kraft zu widmen.

Die Vereine werden gebeten, Erfahrungsberichte des diesjährigen Rhönwettbewerbes und Vorschläge iür die Zukuntt einzureichen. Am 16. August iand auf der Wasserkuppe die Stillung des Deutschen Segellliegerabzeichens statt. Satzungsgemäß hatte der D. M. S. V. die ersten sechs Abzeichen zu verleihen. Die Abzeichen erhielten

Nr. 1 Diploming. Hentzen-Berlin

Mr. 2 „ Martens-Hannover

Nr. 3 „ Hackmack-Dcssau

Nr. 4 „ Klemperer-F'riedrichshafen

Nr. 5 cand. ing. Botsch-Darmstadt

Nr. 6 Ingenieur Ursinus-Franklurt a. M.

Segelfliegerabzeichen des Deutschen Modell- und Segelflugverbandes.

1. Vom Präsidium des deutschen Modell- und Segelflugverbandes ist ein Segel-tliegerabzeichen „für Segelflugverdienste" gestiftet worden. Die Verleihung des Abzeichens erlolgt iür Förderung des Segelllugs durch hervorragende

t. fliegerische

2. wissenschafliche

3. techniche Leistungen

2. Die Verleihung ist vom Deutschen Modell- und Segelflugverband einem besonderen Kuratorium anvertraut worden. Das Kuratorium nimmt die Vorschläge zur Verleihung entgegen und beschließt dieselbe in geheimer Abstimmung mit mindesiens drei Viertel Mehrheit. Vorschläge Iür die Verleihung der ersten 6 Abzeichen behält sich der Deutsche Modell- und Segelflugverband vor, wobei die seither allgemein als Höchstleistung anerkannten Segelilugdaten berücksichtigt werden sollen. Weitere Vorschläge zurVerleihungjdes Segellliegerabzeichens sind an das Kuratorium einzureichen. Jeder Vorschlag muß von mindestens 2 Inhabern ausgehen. Das Kuratorium setzt sich zusammen aus den Herren: Dr. Kotzenberg, Frankfurt a. M., Prof. Dr. Schlink, Darmstadt, Ing. O. Ursinus, Frankfurt a. M. Dr. Georgii,'Frankfurt a. M. Auf Antrag des Kuratoriums kann das Kuratorium durch den Deutschen Modell- und Segelllugverband erweitert werden.

3. Über die Verleihung wird den Inhabern eine Urkunde vom Präsidium des Deutschen Modell- und Segelllii£verbandes ausgestellt. (Vergl. Anlage zu 3).

1. Jeder Inhaber hat sich schriftlich auf Ehrenwort zu verpllichien, jeden Mißbrauch des Abzeichens zu unterlassen. Mißbrauch des Abzeichens, insonderheit unberechtigtes Tragen führt zur Beantragung der Disqualilikalion bei der Segelflug-Gesellschalt m. b. H. (Vergl. Anlage zu 4).

Deutscher Modell- und Segelflugverband.

Anlage zu 3. Verleihungsurkunde No......

Der Deutsche Modell- und Segelflugverband verleiht Herrn .... das Segel-Iliegerabzeichen für.........

Das Präsidium des D. M. S. V gez-..........

1' ranklurt a. M., den Anlage zu 4. Hierdurch verpflichte ich mich ehrenwörtlich, das Segelflieger-abzeichen entsprechend seiner Bedeutung in Ehren zu halten und es nicht weder durch Verkauf noch Schenkung zu veräußern. Unter gewissen, der Entscheidung des Kuratoriums unterliegenden Umständen verpiiiehte ich mich das Segeliliegerabzeichen dem Präsidium I). M. S. V, zurückzugeben.

Unterschrift.

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FLUQSPOli T

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Vereinsnachrichten.

Die Segelflug-Studiengesellscbaft Bamberg wurde am 30. 6. von einigen wenigen Interessenten gegründet. Die Mitgliederzahl wuchs rasch an; nachdem der Zweck des Vereins, die Förderung des [dynamischen Segelflugs bekannt wurde. Als technischer Leiter und I. Vorsitzender wurde Reg. Baumeister Harth, der Erfinder der Flügelsteuerung, als II. Vorsitzender Dr. Hcilmann, Syndikus Rechtsanw. Weegmaun, Geschättsf. Herr Meinelt und Schatzmeister Ing. Hundt gewühlt. Mit dem Bau des neuest erprobten Flugzeuges wird im Monat August begonnen, nachdem das nötige Holz bereits durch Stiftungen vorhanden, die Werkstätte Ing. Hundt unentgeltlich zur Verfügung stellt. Die Geschäftsstelle befindet sich in Bamberg, Wildensorgerstr. 3/1.

Flugtechn. Vereinigung München. Im März d. ]. wurde die Modellabtcilung der F. V. M. gegründet. In dieser verhältnismäßig kurzen Zeit ist sciion viel geleistet worden. Vorträge hielten Dipl. Ing. Kraus über Flugzeugbau, Möbius über Modellbau etc., Dipl. Ing. Baierlein über zeichnerische Darstellung von Flugzeugen, und Pctzl über Wasserllugmodcllc. Am 6. Mai wurde auf dem Turnplätze in Pasing ein Propaganda- und Wettfliegen abgehalten am 22. Juli ein größeres Wettfliegen auf dem Oberwiesenield.

Die hierbei erzielten Leistungen sind folgende:

Klasse I (Stabmodelle bis 60 cm Hakenabstand)

I. Preis Möbius (418 m Strecke, 86 sek. Dauer.)

II. Preis Hühnlein (250 m Strecke, 49 sek. Dauer.)

Klasse 11 Rumpfmodelle (I. Pr. Möbius, II. Pr. Linder.) Einen von Prof.

0. Ackermann gestifteten Ehrenpreis sicherte sieb ebenfalls Möbius durch einen Flug seines Rumpfmodelles welches bei 49 sek. Dauer 256 m zurücklegte. Dies dürfte eine neue Höchstleistung sein. Bei Probeflügen konnte Linder bis 80 sek. Flugdauer erzielen.

Anfang Sept. gelangt ein Wettbewerb mit Segelflngmodellen zum Austrag für welchen der Verbaud Deutscher Flieger in der Tschechosl. Republik 100 Kronen gestiftet hat.

Mitteldeutsche Arbeits-Gemeinschaft im Deutschen Modell- u. Segelflug-Verband- Wie durch die Ausschreibung in Nr. 9 des Flugsport bekannt, hat die Jahresschau Deutscher Arbeit, Dresden, Abt. Spiel und Sport, auch unserem Modellflugwesen ihr Interesse gewidmet. Dem Rufe des die Veranstaltung durchführenden Leipziger Flug-Vereins, folgten die besten Modellbauer Mitteldeutschlands, aus den Verbandsvereinen Leipzig, Magdeburg, Zeitz, Halberstadt, Halle und Dresden. Am Start waren 24 Rumpfmodelle jeder Bauart, d. h. sowohl Eindecker und Doppeldecker, als auch Rumpfenten. Die gute Qualität der Teilnehmer zeitigte ebensolche Leistungen, die besten Flüge jeder Klasse waren: Bodenstartstrecke: Lorenz, Leipzig, 121 ni; Schneider, Leipzig, 100,5 m Bodenstartlastflug .Schneider, Leipzig, 89 m mit 35°/0; Müller, Magdeburg, Gl in 10"/,, Bodenstarthöhenflug: Müller, Magdeburg, 8m; Thomas, Magdeburg, 7,f> ni Handstartstreckenflug: Lorenz, Leipzig, 128 m; Schneider, Leipzig, 74 m Handstartdauerflug: Schneider, Leipzig, 23 sek.; Lorenz, Leipzig, 20 sek. Handstartkreisflug: Knof, Leipzig und Dietrich, Halle a. S., ie 1,5 Kreis.

Die Punktbewertung der besten Flüge ergab folgendes Endresultat:

1. Schneider, Leipzig, 3347 Punkte 4. Müller, Magdeburg, 2018 Punkte

2. Lorenz, Leipzig, 2223 „ 5. Zetzsche, Zeitz, 1978

3. Thomas, Magdeburg, 2064 „ Sonderklasse: Daeler,

Halberstadt, 62,5

Von Interesse ist es bekannt zu geben, mit welcher Art Modellen die Sieger gestartet sind: Schneider, Ruinpf-Ente, 145 gr; Lorenz, Rumpf-Ente, 130 gr; Thomas, Parasol-Eindecker, 175 gr; Müller, Rumpf-Eindecker, 150 gr; Zetzsche, Walfisch-Doppeldecker, 175 gr. Als Neuheit erfolgte in Dresden die Strek-Icenmessung mittels Peilscheiben und die Höheninessung mittels Theodoliten, die in entgegenkommender Weise und mit gewissem Interesse von Herren der Technischen Hochschule in Dresden und z. T. von Mitgliedern der beteiligten Vereine bedient wurden. Das Wetter war das denkbar beste, die Absperrung und Organisation gut.

Acht Tage nach dieser Veranstaltung, ain Sonnt, den 24, (>. waren die Modellbauer Mitteldeutschlands abermals zum Wettstreit versammelt. Der Flugtechnische

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Verein Zeitz, Mitglied M. A. G., veranstaltete «-las beschlossene Stab- und Rekordmodell-Wetifliegen. Auch diese Verunstaltung war zahlreich und gut beschickt, am Start waren erschienen die Vereine Leipzig, Halle, Magdeburg, Halberstadt und besonders zahlreich mit allen Arien von Modellen der Zeitzer Verein. Die besten Flüge in den einzelnen Klassen waren hier:

Bodenstartstrecke: Schnitz, Magdeburg, 110 m, Kropf, Leipzig, 88 in Bodcnstartlastflug : Kropf, Leipzig, 73 ni .Vi "/„, Lorenz, Leipzig, 54 m 35 •/„ Bodenstarthöhenflug: Daeter, Halberstadt. 9 m, Kropf, Leipzig, 8,5 m Handstartstreckenflug: Kropf, Leipzig, 150 in, Lorenz, Leipzig, 109 in Haudstartdauerflug : Thomas, Magdeburg, 25,2 sek., Kropf, Leipzig, 23,4 sek. Handstartzielflng : Thomas, Magdeburg, 37 m, Knof, Leipzig, 34 m Handstartkreisflug: Thomas, Magdeburg, 3,25 Kreis. Knof, Leipzig, 2,25 Kreis.

Die Punktbewertung der besten Flüge ergibt das Gesamtergebnis :

1. Kropf, Leipzig, 2870 Punkte 4. Thomas, Magdeburg, 1695 Punkte

2. Lorenz, Leipzig. 2052 ., 5. Dietrich. Halle a. S., 1090

3. Daeter, Haiherstadt, 1780

Der Sieger Kropf, Leipzig, erhielt den Fhrenpreis des Fluglechn. Verein Zeitz und Anrecht auf den Braunschweiger Wanderpokal, der jetzt nach dem vierten M A. G.-Wettfliegen zum dritleuniale in Leipziger Besitz kommt, i.orenz, Leipzig, erhielt ebenfalls Fhrenpreis von Zeitz und alle lünf die Diplome der M.A. G.

Weiler erwarben sich Thomas, Magdeburg, mit 1095 Punkten und Knof, Leipzig, mit 1046 Punkten die neue Leipziger Modell-Flieger-Auszeichnung, die auf Antrag lt. Ausschreibung, erworben werden konnte. Dietrich. Halle, hat mit seinen Leistungen die Bedingungen zwar erfüllt, es aber übersehen, den notigen Antrag beim Leipziger Flug-Verein zu stellen. (Veröffentlichung der Ausschreibung folgt.)

Nach Erledigung der Klassenstarts Kekordfliegen, mit Rekordmodellen, Schultz, Zeitz gewann mit 155 m den Sonderpreis. Ausser Wettbewerb erreichte Schneider, Leipzig, 32,4 sek. Dauer und 25/30 m Höhe. Wetter und Besuch sehr gut.

Mitteldeutsche Arbeits-Gemeinschaft im D. M. n. S. V.

gez. Max Noack. Leipzig, Vors.

Flugsport-Club Pforzheim: Aulaug Juni hat der F. S. C. P. mit seinen Flugversuchen in der Nähe Pforzheims begonnen. Als Gelände wurde der ca. 420 m hohe „Rittern" bei Mühlhausen (Würm) gewählt, ein Hügel der in seinem oberen Teile fast unbekannt isl und der nach Westen hin genügend freies Gelände zum Start und zur Landung gewährt. Gleich die ersten Versuche bewiesen, daß die Wahl keine schlechte war, denn es wurden Flüge von durchschnittlich 1 Minute Dauer, 800 in Länge und 20 m Höhe erzielt. Am Sonntag, den I.Juli hielt der Club ein Schaufliegen ab. Fs wurden 10 Flüge ausgeführt, deren grölJter 2 Minuten und 5 Sek. dauerte, 1300 lang und 40 rn hoch war. Herr Holzhauer konnte mit diesem Fluge die Prüfung B ablegen. Bei einein seiner Flüge wagte er es, einen Passagier mitzunehmen, mit welchem er in 85 sek. eine Strecke von 1000 in bei 20 in Höhe zurücklegte. Es durfte wohl das erste Mal sein, daß eine Harth-Messerschniitt-Maschine mit Passagier flog. Im übrigen hat sich die S 12 als eine vortreffliche Maschine erwiesen, die allerdings schwer zu fliegen ist. — Gegen Abend führten noch andere Herren des Klubs Flüge aus. Trotz des sehr böigen Wetters gelang es den Herren A.Mann und H Kraft, die Bedingungen des Segelfliegerausweises A zu erfüllen. Die Flugversuche werden jeden Sonntag fortgesetzt. — Der Flugsport-Club Pforzheim wird sich sowohl an dem Vor- wie Hauptwettbewerb auf der Rhön mit einer neuen Maschine beteiligen.

Flugtechnische Vereinigung Zwickau. Am 11. Dez. 1922 gründeten Studierende und Absolventen der Ingenieurschule Zwickau eine Vereinigung mit dem Bestreben die Flugtechnick eingehender zu studiereu und sich speziel der Konstruktion und dem Bauen von Segelflugzeugen zuzuwenden. Die Vereinigung erfreut sich, trotz ihres kurzen Bestehe is der tatkräftigen Unterstützung der Zwickauer Industrie und Presse, sowie vieler Sportfreunde und Interessenten.

Postanschriften sind folgende: Vors.: lug. Erich Oslerland, Dozent a. d. Ingenieurschule Zwickau, Zwickau i. Sa.. Reichsslr. 54 II. Schriftf.: cand. ing. Hans Turnwald, Zwickau. Bosenstr. 15 a, Kass.: cand. ing. Erich Kriegl, Zwickau-Pölbitz, Barbarastr. 6 pt., Versammlungs- und Vortragsabende: Dienstag S'.'i Uhr, Deutsche Halle, Zwickau.