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Zeitschrift Flugsport, Heft 07/1923

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 07/1923 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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No. 7 18. April 1923. Jahrg. XV.

Telef. Hansa 4557.

Jllustrierte

Bezugspreis

technische Zeitschrift und Anzeiger -üd V.-.?.™""'

Quartal M.30M-Elnzelpr. M 600

Postscheck-Conto

Tel.-Adr.:Ursinus. »»I ■ W CStH Frankfurt (Main) 7701.

ßrief-Adr. Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8.

für das gesamte

,Flugwesen"

Suprematie.

In der letzten Nummer haben wir an dieser Stelle die Hetze des „Echo de Paris", eine Maßnahme zur Stärkung der französischen Luftflotte, treffend als Manöver gegen England gekennzeichnet. "Wir wollen in dieser Zeitschrift keine Politik treiben, sondern helfen, die Entwicklung des Flugwesens wenigstens in Deutschland in gesunde Bahnen zu leiten. Frankreich begründet und bemäntelt boi seinen Allierten die Anstrengungen in der Luft damit, daß sie gegen Deutschland gerichtet sind. Es ist zwecklos, noch vielo Worte zu verlieren. Umsomehr da Deutschland die ganze Geschichte nichts angeht. Ganz England ist durch die Luftdrohung beunruhigt, fm House of Commons ist allerhand gesprochen worden. Man gießt Oel auf die Wogen, damit die Beziehungen zu Frankreich — — — —.

Mister 0. G. Grey, der bekannte Herausgeber des Aeroplane, hat nichts weniger als seine Pflicht getan, wenn er die kommenden Möglichkeiten der Luftgefahr beleuchtete. Diese Bloßstellung wirkte unangenehm im französischen Lager. In „Les Ailes" schreibt dessen Herausgeber Houard: „der Artikel von Mr. Grey ist stupid, rachsüchtig und verlogen. Es wäre außerordentlich beklagenswert, wenn die gute Froundschaft mit den aeronautischen englischen Kreisen durch den franzosenfeindlichen Eifer des Aeroplano gestört würde. Es ist beklagenswert mit anzusehen, daß ein britischer Journalist einen Krieg mit Frankreich sich vorstellt und andererseits jegliche Konfliktsmöglichkeit mit Bußland leugnet. — —

Dies ist nur eine Bestätigung unserer Ausführungen. Für uns ist die Angelegenheit erledigt.

Mag Frankreich Kriegsmaschinen bauen, so viel wie es will, es kann uns nur nützen. Wir halten os in Deutschland für wichtiger an der Entwicklung des Verkehrsflugzeuges, welches man in Frankreich noch nicht vom Kriegsflugzeug unterscheiden kann, denn es behauptet, ein Friedensflugücup; sei eine Kriegswaff«, xa arbeiten. Jedenfalls zwingt man Deutschland gewaltsam, seine Kräfte restlos in dem Dienst des Verkehrsflugzeiigbaues wirken zu lassen, und sich einen Vorsprung gegenüber der unter militärischen] Zwange stehenden ausländischen Industrie zu sichern. Und das ist gul '

Seile Ii'.

FL (J GSTOUT"

No. ■ 7

Die Berechnung von Flugzeugen.

Von Hugo H. Kromer, FraiikenlKinsen. (H.Fortsetzung.) (-) Die Nachprüfung der Druckfestigkeit der Holmgurte.*)

Schon auf Seite 29G (Jahrg. 1922) habe ich kurz darauf hin -gewiesen, daß im Gegensatz zu den meisten im Flugzeugbau verwendeten Metallen bei den Hölzern ein bedeutender Unterschied zwischen der Zugfestigkeit Kz und der Druckfestigkeit K besteht, indem die Zugfestigkeit der meisten verwendbaren Hölzer das 2,5 bis 3fache der Druckfestigkeit beträgt. Die Biegungsfestigkeitswerte Ki, nähern sich nun sehr stark den größeren Zugfestigkeitswerten. Da aber bei der Biegung die eine Materialseite gezogen und die andere gedrückt wird, so darf man mit den Ki, - Werten eigentlich nur bei vollen oder annähernd vollen Querschnitten rechnen, bei denen im Augenblick höchster Beanspruchung die innenliegenden Fasern erheblich mittragen können. Bei großen liohlquerschnitten, wie sie auch hier bei der gewählten Holmkonstruktion vorliegen, hat man unbedingt auch die größten auftretenden Druckspannungen in den Holmgurten (d. h. Ober- und Unterleisten) nachzuprüfen, da. die mit den Kn - Werten durchgeführte Berechnung der Biegungsfestigkeit meist noch ausreichende Werte gibt, wenn die Druckfestigkeit des Holzmaterials bereits bedenklich überschritten ist.

Ist der Querschnitt, wie vorliegend, symmetrisch zur neutralen Achse ausgebildet, so ist die Druckspannung im Material der Druckseite ebenso groß wie die Zugspannung im Material der Zugseite. Liegt außer der Biegung zugleich noch eine besondere D r u c k bean-spruchung des Holmes vor, so wird die gesamte auftretende Druckspannung auf der Druckseite um einen entsprechenden Betrag vergrößert, während die Zugspannung der Zugseite um den gleichen Betrag verringert wird.

Liegt andererseits bei einer Biegungsbeanspruchung des Holmes gleichzeitig noch, eine Zugbeanspruchung vor, so verkleinert diese die infolge der Biegung hervorgerufene Druckspannung auf der Druckseite und vergrößert andererseits die Zugspannung der Zugseite.

Da am Knotenpunkt 10 des Hinterholms (siehe Tafel II Seite 209, Jahrg. 1922) gleichzeitig Biegung und Druck aufzunehmen sind, so sei als Beispiel die Nachprüfung der j^auf Seite 2% bis 300 (Jahrg. 1922) gezeigten nor-3 malen Berechnung dieses Holmteiles nachstehend gezeigt:

In Abb. 8 sind die gewählten Abmessungen nochmals angegeben und dazu die weiter unten angewendeten neuen Bezeichnungen eingetragen. Durch Drehung der Gurte in der Zeichonebene _ IJ'ist der in Abb. 7 dargestellte Holmquerschnitt L^.^™^!—.»»---J 3 zur einfacheren Uebersicht in ein entsprechendes Hohlrechteck verwandelt.

Es war das Biegungsmoment M|,j, ~ 10O0O emkg (Seite 297)

Abb.

*) Ditv.-i Abschnitt i*l für die Sichel heil iler Koii-trulvliiro von nnl.'.e ordentlich grnber \V i r Ii t i g b e i 1 unil sei dnher besonders eingehender P> achuing enipiohleii

Seile Ii.?

und ferner war bestimmt das

vorhandene Widerstandsmoment Wvorh. -= 35,3 cm '• (Seite 2!>H). Dann ist die größte Druckspannung im Gurt „ Ai": M„h 10000 , '

"J = W , = _^~ = 2M kg/om --) Die hier sich außerdem noch auf den ganzen Querschnitt ,,/K,..s." verteilende größte Druckkraft, welche bei Abtriobsbelastnng auttritt, ist nach Tafel 3 (Seite 213) I' a h 1108 kg.

Der Gesamtquerschnitt, der diese Druckkraft aufnimmt, ist lt.. Abb. 8 /ge«. = ß • H — b . h = 6 . 6, 5 — 5, 4 . 3, 7 = 39 — 19,98 = 19,02 cm!, folglich ist die ohne Berücksichtigung der Biegung nur durch P her-

P 1108

vorgerufene Druckspannung ij, j.— = -^~)- = 58,2 kg,.cm-'.

Somit ist die Gesamt-Druckspannung im Druckgurt /,| : ^cs. — ^ + 5, = 284 p 58,2 = 342,2 kg/cm-.

Da sowohl Mbh wie auch P bei fünffacher Belastung eingesetzt wurden, so ergibt sich die Sicherheit bei einfacher Last, wenn die Druckfestigkeit des Kiefernholzes gemäß nachstehender Tafel 5 zu K =- 300 kg lern- eingesetzt wird, zu

S ,. K 4.4fach,

erreicht also den gewünschten Wert einer fünffachen Sicherheit nicht ganz, während die Berechnung mit dem Ki, - Wert auf Seite 300 (.Jahrg. 1922) sogar eine 8,1 fache Sicherheit ergab.

Rechnet man ebenso die Querschnitte am Knotenpunkt 8 u.s.w. nach, so wird man finden, daß unter Berücksichtigung der geringeren Druckfestigkeit die Gurte stärker ausgeführt worden müssen, als es die reine .Biegungsberechnung ergibt.

Das Hall'sche Verfahren.

Ingenieur P. .1. Hall, Amsterdam,**) gibt unter Berücksichtigung des oben Gesagten eine Reihe einfacher Formeln an, welche die Berechnung der erforderlichen Querschnittsabmessungen sehr einfach gestalten. Die seitlichen Holm wände, die neuerdings hie und da auch durch ein Gitterwerk (Diagonalen) ersetzt werden, bleiben unberücksichtigt.

Bezeichnet Mi, das ßiegnngsmoment (in emkg) und P die gleichzeitig außerdem noch wirkende Druck- oder Zugkraft im Holm (in kg), so ergibt sich, wenn man Mi, und P in der Größe des verlangten Lastvielfachen einsetzt, mit den Bezeichnungen der Abb. 8 der erforderliche Querschnitt des Druckgurtes'.

M,,.a.ß(, p P ,

1r, =^=---------- - - - ' , ,. cm Gl. Ii

x -~ 2 . K

. ., , . Mi, . y. ,Rr . P , ,_, , -,

des Zuggurtes: /t| =----------' ' —-—cm- Gl. 18

x i 2 . 1\z

In Gl. 17 gilt das t Zeichen, wenn P eine Druckkraft, das - Zeichen, wenn P eine Zugkraft ist. Tu (41. 18 gilt ■— für P als Druckkraft und + für P als Zugkraft.

*) Die Ziig.-»p;mmimr im jjluich grolii-n symmetrisch liegenden Ziiggnrt //." ist natürlich ebenso groli.

**) Ein Absolvent ilc I.ii(|[silir.'i.nml"iii KvIIIiüiimm'-'I eiliniK'iuiis, (K'cU.)

Ist außer der Biegungsbennspruehung keine besondero Druckoder Zugbeanspruchung -vorhanden, so fällt in den Gleichungen 17

P P

und 18 das zweite Glied i(- --■ bezw. -—— fort.

— . Jv A . i\ z

(41. 19. Gl. '20a. Gl. 20b.

Ferner ist a

und =

K + Kz

K . Kz

Kz"+ K ,

, _ K

^ ~ K, + K

Durchschnittswerte für a, ß(1 und fjz sind in der nachstehenden Tafel 5 mit den Werten für Kz und K der verschiedenen Holzarten zusammengestellt:

Tafel 5.

Holzart :

Kiefer

buhle

Spruce

Ksdie

binde

Kot-buche

Weißbuche

Birnbaum

Zugfestigkeit l<7. kg/cm-

800

7.r>[)

,X2( 1

1200

770

1700

1200

050

Druckfestigkeit K kg/cm'!

300

2.5i >

300

3S0

320

350

450

260

a

0,C04(i

0,0053

0.0045.5

0,00.35

0,0044

0,00345

1.00305

0,005-1

ß.l

0,73

0,75

0,73

0,70

0,7 1

0.S3

0,7 3

0,71

0,27

0,25

0,27

0,24

0,29

0,17

0,27

0,20

Am vorstehend behandelten Knotenpjnkt 10 des Hinterholms hätte man nach Gl. 17 und 18 sowio nach Tafel [> für Kiefernholz beim Abstand x = 5,1 (gem. Abb. 8) auszuführen:

10 000.0,0046.0,73 . 1108 „ rn , , oc 0„

ja =--;-^-----»I- ., .,, „, - f',B9 + 1,85 - 8,44 cm2

, . 10000.0,0040.0,27 1108 . A . n ,,n 1

und Jx =----------^------- ^ -g.^- 2,4-1 — 0,69 = 1, <b cm-'

Man erkennt gleichzeitig an dem kleinen erhaltenen /Z-Wert, welchen erheblichen entlastenden Einfluß die Druckkraft auf der Zngseito des auf Biegung beanspruchten Holmes ausübt. Andererseits sei aber darauf hingewiesen, daß hier — ■ J{[ gemacht wird, weil bei umgekehrter Belastung die Spannungen in den beiden Holm-Furten wechseln.

Ans obigen Beziehungen lassen sich für die Maße a,i und ».. (Abb. 8) dte folgenden beiden Gleichungen ableiten:

Ml, , a . -|_ P

a,l": ~a B.K

Mi, . a . jj/, _ P ,

(cm)

Gl. 21,

Gl —

P>eil;infig seien noch zwei weitere 1 hegiingsiomielri entsprechender Ar! angegeben für vollen rechteckigen (^uersrhriitl:

. Ml,

1',"

,\ orni n ml

U.ilkeiihöhe in Richtung der Diu chbicgimg l'.alk, nlneüe ni cur

No._7____ „FLlKJtSl'üRT^____ _ ScUe 65

Für vollen KreiM|iiersi hnitt vom Durchmesser D:

D ^ ^5,12 .M.a (cm) Ul. '21,

Selbstverständlich wird mau auch bei diesen Nachprüfungen sich nicht ohne weiteres mit den Werten der Tafel 5 begnügen, die nur Durchschnittswerte darstellen, vielmehr wird man diejenigen Werte einführen, welche man bei der Festigkeitsprüfung des zu verwendenden Materials ermittelt hat. (Forts, folgt.)

„Entler" Ganzmetall-Sportflugzeug Type EH,

Die Konstruktionsbasis bildet beim Entler-Flugzeug ein „Grundrahmen", das ist eine starre, torsionsfeste Raumfachwerkskonstruktion, welche die Aufgabe hat, alle Bauteile des Flugzeuges, wie z. ß. Flügel, Fahrgestell, den Rumpf, die Maschinenanlage, Steuerung usw. in ihrer gegenseitigen Lage festzuhalten. Dieser Grundrahmen ist das Skelett des Flugzeuges, an welches alle Bauteile unabhängig von einander lösbar angelenkt sind. Dem Grundrahmen fällt demnach die Aufgabe zu, alle Kräfte, welche beim Starten, Fliegen und Landen infolge der

Massenf rägheit der an ihn angelenkten Bauteile ausgelöst werden, aufzunehmen. Da dieser Grundrahmen ein statisch bestimmtes und nur in den Knotenpunkten belastetes System darstellt, ist er eitfer exakten Berechnung unzugänglich und ermöglicht somit eine ganz bedeutende Weikstoffersparnis bezw. Gewichtsverminderung des Flugzeuges bei wesentlich höherer Bausicherheit und Festigkeit.

Dem Rumpf fallen nur zwei Aufgaben zu. 1J Uebertragung der Landungsstöße des Spornes zum Grundrahmen, 2) Omkleidung des Grundrahmens zwecks Luftwiderstandsverminderung. Die 1. Aufgabe ist bei den Rumpfquerschnitten so leicht erfüllt, daß, wenn in den Materialstärken so weit herunter gegangen wird, als mit Rücksicht auf die Griffestigkeit zulässig ist, noch etwa löfache Sicherheit besteht!

Dieses Bausystem ist in allen Kulturstaaten patentiert und bringt den Flugzeugbau in konstruktiver Hinsicht in ein neues Stadium.

Diese Type E II stellt einen zweisitzigen Sport-Doppeldecker dar. Vorne sitzt normalerweise der Fluggast, hinten der Führer, doch ist eine aufsteckbare Doppelsteuerung für den Fluggast mitgegeben, um entweder Flugschüler auszubilden, oder abwechselnd steuern zu können. Höhensteuer und Verwindung werden durch Steuersäule, Seitensteuer durch Hebel mit Fußrastenparallelführung bedient.

Die Verwindung befindet sich nur im TJnterflügel, die Betätigung derselben erfolgt durch Seile und Gestänge, läuft innerhalb des Flügels direkt in den Rumpf und ist unmittelbar an der Steuersäule, die ihrerseits im Grundrahmen gelagert ist, angeschlossen. Der TJnterflügel, in einer Aussparung des Rumpfes sitzend, ist vermittels vier selbstsichernder Hacken und eines Schlosses am Grundrahmen befestigt.

Der Rumpf wird von oben auf den Grundrabmen geschoben und in derselben Weise daran befestigt. Sechs Spannturmstreben mit einer Auskreuzung tragen den Oberflügel, sie greifen ebenfalls in Knotenpunkten des Grundrahmens leicht lösbar befestigt ein.

Ober- und Unterflügel sind durchgehend und freitragend, sie bestehen aus Vorder- und Hinterholm, die starre Beplankung macht Spieren und Innenverspannungen entbehrlich. In der Mitte sind beide Flügel zu Transportzwecken teilbar, es werden für diesen Fall je ein Ober- und Unterflügel mit den Holseiten gegeneinander gelegt, ver-

„Entler" Giinzmetall-Sportflugzeug Typ Ell-

„Entler" (ianzmetall-Sportflugzeug Typ E II.

Nu. /

gurtet und am Spaniiturm, Itumpf und Ilühenf lotfson angeschnallt. In diesem Zustande kann das ganze Flugzeug sehr bequem und sicher auf Landstraßen und sogar in der Stadt befördert werden.

Zwei von einander unabhängige Behälter, die im Oberflügel aufgehängt sind, enthalten den Betriebsstoff. Sie liegen außerhalb des durch den Spannturm markierten Mittelteiles, um bei eventl. Uebei-schlagen des Flugzeuges und Leckwerden des Tanks wenigstens für die Insassen Gefahr vorzubeugen.

Fluggast, und Führer sitzen in bequemen Peddigrohrsitzen. In die vordere Spritzwand ist ein Schubfach, in die hintere sind die Instrumente wie z. B. Tourenzähler, Anlasser, Ausschalter, Benzin und Oolstandsanzeiger eingebaut.

Für die Unterbringung von Reisegepäck ist im Unterflügel ein Saum von 500 X 700 X 250 cm vorgesehen, zu welchem man nach Abklappen dos Unterflügels gelangt.

Das Fahrgestell ist geteilt, jedes Rad federt für sich, diese Bauart hat sich sehr bewährt. Das ganze Flugzeug kann binnen sechs Min. auf- oder abmontiert werden.

Die weitgehende Zerlegbarkeit der Maschine und die Fabrikations-art nach dem Austauschvorfahren bringt neben den vielen Vorzügen noch den großen Voiteil mit sich, daß bei einer eventl. Beschädigung des Flugzeuges sofort Ersatz erhältlich ist uud der beschädigte Teil, z. B. eine Flügelhälfte oder der Rumpf oder Grundrahmen im Lieferwerk wieder instand gesetzt wird, wenn der betreffende Teil zugesandt wird.

Zum Antriebe dient ein 50 PS 3 Zylinder llaacke oder 5 Zylinder 58 PS Siemens Sternmotor. Die Flugeigenschaften sind ausgezeichnet und die Lebensdauer wird von der Firma auf etwa 6—7 Jahre angegeben.

Die Maschine kostet mit Haacke Motor etwa 7, mit Siemens Motor etwa 0000 Goldmark.

Kenngrößen: Spannweite oben 7,750 m, unten 0,750 m, Flügeltiefe oben 1,200 m im Mittel, unten 1,050 m, Flächeninhalt mit Verwindung 14 m2, Längs über alles 5,500 m, Höhe 2,500 m, Gewicht mit Haacke Motor 195 kg, mit Siemens Motor 227 kg, Geschwindigkeit 150 km/st, Anlaufstrecke ca. 35 m, Auslaufstrecke 20 m, Gipfelhöhe 2500 m, Zuladung 2 Personen 150 kg, Benzin 50 kg, Oel 5 kg, Gepäck 15 kg, zus. 220 kg.

Außer dieser Type wird vom Entler-Werk noch die Type El gebaut. Diese Maschine ist ein Einsitzer, der sich von der besprochenen nur durch die kleinere Spannweite des Oberflügels und etwas kürzeren Rumpf unterscheidet und in welche der 2 Zyl. Haacke von 30 PS eingebaut wird. Die Maschine wird zur Zeit nur auf besonderen Wunsch gebaut infolge der geringen Nachfrage nach Einsitzern. Im Preise stellt sich diese Maschine auf etwa 6200 Goldmark.

Fokker-Segelflug-Preis über der Ebene.

§ i-

Die Veranstalter des Khftll-Segclfliig-Wettbewerbes schreiben im Auftrage f

des Herrn A. H. ü. P'oklcer, Amsterdam, folgenden Preis für einen Segelflug über der F.bene oder über Wasser aus.

§ 2-

Der Preis von 400 hell. Gulden wird dem Bewerber zugesprochen, der bis zum 31 Dezember 1923 als erster auf einem motorlosen Flugzeug mindestens '20 Minuten lang über ebenem Gelände oder einer Wasserfläche fliegt.

N<>-<_ _______ „FLUG_SJ^qRT^ _ „ScÜHÜL

S 3.

Der Wettbewerb ist iiiteritatitmcil; die Flüge müssen jedoch in Deutschland ausgeführt werden. Bewerber, die die deutsche Reiclisangehürigkeil nicht besitzen, müssen mit der Meldung den Nachweis erbringen, dal! in ihrem Heimatlande bei internationalen sportlichen Veranstaltungen im Luftfahrtwesen für deutsche Rcichsangehörige vollständige und vorbehaltlose Gleichberechtigung gewährleistet ist; von dieser Bedingung kann nur zugunsten Einzelner abgesehen werden, die zwar nicht Reirhsangehorige sind, aber zur deutschen Kulturgomein-schaft gehören.

Als Bewerber sind natürliche oder juristische Personen zugelassen, die Eigentümer des im Wettbewerb geflogenen Plugzeuges sind; diese Voraussetzungen sind nachzuweisen.

Von der Segelflug-Gesellschaft in. I). H. Disqualifizierte sind vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Ob eine Gegend als ebenes Gelände anzusehen ist, entscheiden aut vorherige Anfrage die Veranstalter des Rhüu-Segelflug-Wettbewerbes oder der von diesen ernannte Ausschuß. Die Anfrage ist an die Geschäftsstelle des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes Frankfurt n.M., Robert Mayerstr. 2, zurichten. Sie muß eine genaue Beschreibung der Grenzen des Geländes, innerhalb deren der Segelfing stattfinden soll, unter Beifügung eines Messfischblattes (Karte 1 : 25 000) enthalten.

Bei Flügen über dein Wasser müssen sich die Weltbewerber wahrend des Fluges mindestens 500 m von dem Ufer entfernt hallen.

§ 5.

Nachdem die Veranstalter oder der in § 4 genannte Ausschuß das in Aussicht genommene Gelände als ebenes Gelände anerkannt haben, muß der beabsichtigte Flug unter Zeitangabe bei der Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Robert Mayerstr. 2, angemeldet werden. Wenn innerhalb von (i Wochen nach der Anmeldung der Flug nicht stattgefunden hat, ist Neuarimeldung erforderlich.

§ «.

Jede Startart ist zugelassen; doch darf die Loslosuug von der fc.rdVerbindung nicht höher als 100 m über der Ebene oder über dem Wasser erfolgen. Nach 21) Minuten Dauer darf die Flöhe nicht unter dem Abllugpunkt, also nicht unter 100 m sein. Fehler von 10°/,, bleiben außer Betracht.

Das Flugzeug muU dauernd im Sichtbereich zweier Sportzeugen sein.

§ T-

Vor Antritt des Fluges sind folgende Dokumente bei den Veranstaltern zu hinterlegen :

a) 2 Lichtbilder des Flugzeuges, aufgenommen von vorn und von der Seite.

b) Eine kurze Baltbeschreibung durch den Bewerber oder den Erbauer des Flugzeuges.

c) Eine Eigentuuiserklärung des Bewerbers mit Angabe seiner Anschrift (vergl. § 4).

d) Angabc und Schilderung des Geländes, wo der Flug stattfinden soll (vergl. § 4).

Nach vollführtem Fluge ist der Nachweis der vollbrachten Leistung durch folgende Unterlagen zu erbringen, die der Geschäftsstelle des Rliön-Scgelilug-Wcttbewerbes, Frankfurt a. M., Robert Mayerstr. 2, innerhalb eines Monats zugehen müssen:

1. Eine Bescheinigung über den erfolgten Flug von zwei anerkannten Sport zeugen und die Bestätigung, daß die vorgeschriebenen Grenzen innegehalten wurden.

2. Eine Bescheinigung; über die erfolgte Leistung, ebenfalls von zwei anerkannten Sportzeugen.

3. Eine Beschreibung der Starlmelhode mit Riclitigkcitsbesrlieinigiiug durch die Sportzeugeu unter Angabe der Länge etwa verwendeter Slarlseile.

4. Eine Beschreibung des Fluges durch den Führer mit eidesstattlicher Versicherung der Richtigkeit.

5. Ein Barograinm aus einem versiegelten, vorher von amtlicher Stelle als einwandfrei festgestellten Barographen, der dem Führer von den beiden Sporlzeugen vor dem Start überreicht wird.

lieber die. Preis/.uerteÜun^ entscheidet ein von den Veranstaltern vw ernennende.-. V\ cis^en'chl, dus ans mindestens 7 Mitgliedern bestellt und spätestens 14 T;i£p nach Kiiigan«; der Uni erlaben zusammentritt.

Seile ZU

No. 7

(iegon die I'jitschoidung des Preisgerichtes gibt es keine Berufung.

8 10.

Die Auszahlung des Preises erfolgt an den Bewerber.

§ 11.

Falls kein Bewerber die Bedingungen erliillt, beliiilt sieh der Stifter des Preises vor, einen entsprechenden Trostpreis auszusetzen.

§ 12-

Die Veranstalter leimen jede Haftung für sich und die Preisrichter gegenüber dem Beworber, dem Führer, den vom Bewerber beauftragten Personen und anderen Personen ab.

Frankfurt a. M. den 5. April 1923.

Südwestgnippe Deutscher Modell-

des Deutschen Luftfahrt-Verbandes, und Seg eI f I ugv e r b a n d.

Dr. Ii. c. Kotzenberg. Dr. h. c. Kot/.enberg.

Preisaufgabe der Stiftung zur Förderung der Luftfahrt.

Im August 1922 war von der Technischen Hochschule Stuttgart eine Preisangabe obiger Stiftung gestellt worden, für deren beste Lösung ein Preis von 6000 M. ausgesetzt war.

Die Rohrbach-Melallflugzeugbau-G. in. b. H., Berlin, hat der Technischen Hochschule einen weiteren Preis von 15 Dollar zur Verfügung gestellt, der zu dein obigen Preis von 0000 M. dem Verfasser der besten Losung zufallen soll.

Die Preisaufgabe lautete:

„Für die Entwicklung und Vervollkommnung von Verkehrsflugzeugen kann man verschiedene Richtlinien aufstellen. Man kann eine Vergrößerung der Geschwindigkeit oder eine Verbesserung der Transportleistung oder des Verhältnisses von Nutzlast zu Motorleistung anstreben, oder schließlich kann man in erster Linie eine Vergrößerung der Lebensdauer der Flugzeuge zu erreichen suchen- Ks fragt sich, wie groß der Einfluß jeder dieser Maßnahmen auf das finanzielle Ergebnis ist.

Um diese Frage einer Beantwortung näher zu bringen, sollen die Posten aus denen sich die Ausgaben eines Luftverkehrsunternehmens zusammensetzen durch Beibringung statistischen Materials aus dem praktischen Flugbetrieb er" örtert werden. Dabei soll auch festgestellt werden, mit welcher Abnutzung an Flugzeugen und Motoren zu rechnen ist, welcher Ausgabenanteil auf Instandhaltung und Reparatur entfällt, wie groß die Zahl der Brüche und Notlandungen auf die Flugstunde oder den Flugkilometer ist. F.s soll versucht werden, die Abhängigkeit der einzelnen Posten untereinander und von der Art des über-flogenen Geländes aufzudecken.

Bearbeitungen sind bis zum 1. Januar 1924 bei dem Rektorat der Technischen Hochschule Stuttgart mit Kennwort einzureichen, nebst einem mit Kennwort versehenen geschlossenen Umschlag, der Name und Anschrift des Verfassers enthält. Bewerber müssen deutsche Staatsangehörige sein. Die beste Arbeit wird mit einem Preis von 6000 M. ausgezeichnet und muß danach in einer deutschen Fachzeitschrift im Auszug veröffentlicht werden."

IFtog'Xtmdfflau.

Inland.

Scliulflugbetrieb in der Rhön. Herrliches Ostorwettcr auf der Wasser kuppe, Kegec Schulbclrieb. Emsige Arbeit Espenlaub arbeitet rastlos an der Fertigstellung seines neuen sehr sauber ausgefallenen Eindeckers. A. von Bismarck, ein alter Motorflieger, versuchte einige Flüge auf dem Harth-Messerschmitt Schuleindecker und äußerte sich sehr lobend über diesen Flügelsteuertyp. W. Ilirth erfüllte mit derselben Maschine in einem 3 Minuten-Flug von S-Forin die Bedingungen lies Ausweises B„ I lolzheuer aus Pforzheim diejenigen des Ausweises A. Von'der Weltenseglerscliule hat als erster Fritz Stamer auf „Frohe Welt" in 1 Min. 10 Sek. das S geflogen. Gleichzeitig hatte er den hübschen Erfolg, am gleichen Tage weitere drei 1 leeren ihre; Pilotenprül'uug bestehen zu lassen. Darunter wieder ein Schwede, dir bekannte Flieger Graf Douglas Hamilton, der demnächst eleu Sund um den Preis der Zeilung „Publiken" übersegeln will. Hamilton und Borgvik machten die B-Prüfung in der Richtung Oberhausen, S-Kurve, erst links dann rechts.

No. 7 ^^J^U_(;Ci»qiiT'' _ _______Seite 7J^

Technische Hilfsstelle Frankenhausen-Kyffh. des Rhön-Segelfluges 1923.

Mater'ial-JYachweis, Materialprüfung and technische Beratuiuj.

Noch immer ist die Materialbeschaffung für den Segelflugzeughau teils sehr schwierig, teils mit großen Kosten verbunden. Um den Segelflugzeug-Konstrukteuren, welche die Absicht haben, das Segelflugwesen und damit unser deutsches Flugwesen überhaupt durch die Teilnahme am Segelflug-Wettbewerb in der Rhön zu fördern, ist auch in diesem Jahre eine Technische Hilfsstelle mit M a t e r i a I n u c h w c i s bei der Studienanstalt für Luftfahrzeugbaii in Franken-hausen am Kyffh. unter Leitung von lug. Kronier eingerichtet worden. Zugleich stellte das gesamte Institut seine Materialprüfeiurichtuugen zur Verfügung, um eingesandte Materialproben jeglicher Art eingehend auf Festigkeit oder sonstige Eignung zu prüfen und den Einsendern eine kostenlose Begutachtung zur Verfügung zu stellen. Auch sonstige Anfragen technischer und konstruktiver Art werden kostenlos auf schnellstem Wege beantwortet und Ratschläge insbesondere auch bezüglich werkstattmüßiger Herstellung bereitwilligst erteilt, um den Segel-flugbestrebungen jegliche nur erdenkliche Förderung angedeiheu zu lassen.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Materialnachweises dieser technischen Hilfsstelle ist die Anmeldung zur Teilnahme am Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1923 bei der Geschäftsstelle, des Rhön-Segelfhiges, Frankfurt a. M., Robert Mayerstr. 2 und Beifügung einer entsprechenden Bescheinigung Uber die erfolgte Anmeldung seitens der genannten Geschäftsstelle. Diese Maßnahme ist notwendig, um Gewähr dafür zu haben, daß die spärlichen Hilfsquellen nach wirklich der großen Sache zugutekonimen und keine Kräfte zersplittert werden.

7.ur Beurteilung der Anmeldung ist die FJnreichung des zur Ausführung vorgesehenen Projektes an die Geschäftsstelle in Frankfurt a. M. oder au die Hilfsstelle in Frankenhausen Kyffh. notwendig. Von dein Ergebnis der Prüfung, die zur Förderung der Bestrebungen in weitherziger Weise erfolgen wird, ist der Materialnachweis abhängig. Die eingereichten Linterlagen, mit einsprechender Skizze und kurzer Erläuterung verschen, müssen zur Beurteilung der Konstruktion ausreichen. Die genannten Stellen behalten sich vor, in geeigneten Fällen besondere Ratschläge für die Ausführung oder Aenderung der Projekte zu erteilen, falls der vorgelegte Entwurf von vorn herein einen Mißerfolg erwarten lassen sollte. Es soll dadurch namentlich auch verhindert werden, daß schon frühere ungünstige Erfahrungen ahnungslos nochmals gemacht werden. Ferner soll auf diese Weise vergebliche Arbeit und Mühe vermieden und angestrebt werden, alle verfügbaren Kräfte zum Erfolg der Segelflugsarhe zusammenzufassen.

Wie im vorigen Jahre, so finden sich auch in diesem Jahre verschiedene namhafte Firmen bereit, durch Vermittlung der Materiahiachweisstellc verfügbare Materialien teils kostenlos, teils zum Selbstkostenpreise an Segelflugzeugbaucr abzugeben. Die für den Nachweis in Frage kommenden hauptsächlichsten Materialien sind:

Sperrholz, Rund- und Profilsslnhlrohre. Spannclrähte und Stahlseile, Spaun-schlösser, Flugzcagselirauben und Muttern, Kaltleim, Imprngiiierungs- und Bootslack, Leinwandstreifen und Bespannsloff. Letzterer wird wegen der Material-

Link'

FHihhMpMnrl» auf ilrr WaxM-ikii|>|>c bei der HngM-lmtc Mi-s-Mwhniiilt W. Ilirth auf II. ,\1.S,„ zum Ausweis Ii. Keelits : I. Ilirlli. Nu-Maus Hl. Kunst, il 1, c'Iieüiiiatl, -C i. l'mimskr. Wm-kIkmI.-ii. I- A. wn llisuiarcl,. le.pnilaiili. t>. I'lii-zt. Kcsfi-I.

knappheit möglicherweise nur bei Vorlage einer Photographie des bis auf die Bespannung fertigen Flugzeuges nachgewiesen.

Alle für die Technische Hilfsstelle des Segelflugwettbcwerbs 1923 bestimmten Briefe und Sendringen, insbesondere auch alle Materialfragen, sind zu richten an die Adresse : Ing.Kromer, F r a u k e n Ii a n s e n - Ky f f hä n s e r.

Der Materialanforderung ist beizulegen:

1. Die 1 jcfürworlruig des Projektes seitens der obengenannten Geschäftsstelle des Segelflugwettbcwerbs, falls die Prüfung nicht seitens der Malerialnach-weisstelle selbst erfolgt ist.

2. Eine genaue Stückliste mit eingehender Angabe des Materials, der Abmessungen, der Menge und des näheren Verwendungszweckes.

,1 Zeichnungen bezw Skizzen, welche die Verwendung des Materials genau erkennen lassen.

f. Doppeltes Briefporto zur gleichzeitigen Deckung der Korrespoudenzkosten mit den Finnen.

F.s ist zu beachten, dal.l, wo irgend möglich, Reststücke, zugeschnittenes und Alt-Material verwendet werden soll, um einerseits diese Vorräte einer nutzbringenden Verwendung zuzuführen, andererseits aber auch billige Materialien zu beziehen und den Transport in kleinen Verpackungen zu ermöglichen. Es muli deshalb den Firmen möglich .sein, an Hand der Angaben und Skizzen geeignete Materialstücke aus den Beständen auszuwählen und zusammenzustellen. In manchen Fällen wird es nicht angängig sein, gerade die gewünschte Material sorte zu liefern. Deshalb muß der Verwendungszweck genau bekannt sein, damit gegebenenfalls ein anderes brauchbares F.rsatzmnterial ausgewählt werden kann. Ferner liegt es im Interesse schnellmöglichster Lieferung, die Material anforderuug so ausführlich wie irgend möglich einzureichen.

Es ist Pflicht jeden Konstrukteurs, die Materialanforderung gewissenhaft knapp zu bemessen, damit die beschränkten Vorräte gut ausgenutzt werden und möglichst vielen Konstrukteuren damit geholfen werden kann.

G a n g der Materiallieferung: 1. Anforderung entsprechend obigen Leitsätzen an die Nachweisstelle einreichen. >. Nachweisstelle gibt Anforderung an geeignete Firma weiter und dem Anfordernden Bescheid, welche Firma ihm voraussichtlich liefern kann.

3. Der Anfordernde erfragt die evtl. Kosten bei der Firma, bestellt das Material bei der Firma und bat bezügl. Verrechnung u. s. w. nur noch mit der Firma zu tun.

4. Bei Erledigung der Anforderung bezw. Lieferung macht der Anforderer hiervon der Nachweisstelle kurze Mitteilung.

,r>. Für Materialien, die von der betr. Firma nicht geliefert werden können, wird durch die Nachweisstelle sofort eine andere Firma dem Anfordernden mitgeteilt, (i, Beim Verkehr mit den Firmen ist zu beachten, daß diese zu keiner Lieferung v e r p f I i c Ii t tt'i sind, vielmehr aus Entgegenkommen und Liebenswürdigkeit die Arbeit MvH die Störung ihres Betriebes übernommen haben.

Etwaige in Bezug auf die Ausschreibung seitens der Wettbewerber entstehende Verpflichtungen und Ansprüche lehnt die Matcrialbeschaffnngsstelle ab.

Kduti'iUosc.r Besprinnstoff.

Die Flugwissens'chafüicbe Vereinigung Frankenliausen (FVF) am Kyffhäuser-Technikum, Höhere Techn. Lehranstalt für Luftfahrzeugbau, stellt eine für etwa drei Segelflugzeuge ausreichend!- Menge guten neuen Bespannungsstoffes für Flügel und Leitwerk kostenlos zur Verfügung. Der Stoff soll solchen Segelflugzeug-Konstrukteuren zukommen, die wegen Geldmangel nicht in der Lage sind, die teure Stoffbespannrmg für ihr Flugzeug zu beschaffen. Bedingung für die Erwerbung des kostenlosen Stoffes ist 1. der Nachweis, daß das Flugzeug zum Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1923 gemeldet wurde, 2. die Einreichung einer Zeichnung, welche die Beurteilung ermöglicht, ob das Flugzeug Erfolg erwarten läßt, 3. eine Photographie, welche das Flugzeug, bis zur Flächenbespannung fertiggestellt, zeigt und 4, der Nachweis der besonderen Bedürftigkeit. A inner k im e : ..Kcsmnlere I!edürt'ti<Wu:itu ist ein delinbarer Begriff. Die meinten Segel-llii<rzeu<r-l\otj.stridUe,iu,e timl \ ercinisriuiKOn sind mit. liliieksgttlern nicht gesegnet. Dm so mehr aber ihnT erwartet werden, dal.l sich zum ltezue de« Ktoffes wirklich nur derjenige meldet, welcher in jriöLHer Not ist, ikimit der in dieser Stiitiuur liegende Zweck e; reicht wird. IHk Hesii/tutuitoff- frage ist in allen Jahren eine der schwierigsten gewesen. Die Kosten guter, ja selb->l minderwertiger geeigneter Stoffe sind heute kaum erschwinglich. Allein die nönuyii Mengen zu bekommen ist nicht Mehl

Der „Technischen Hilfsstelle des Rhön-Sogolfluges 1923", Frankeuhausen n. Kyffh.. ist es gelungen, aul.ier den obigen Stollen, welche die EVE gestiftet hat, noch eine gewisse Menge weiteren Stoffes an Hand zu bekommen- Laue Reihe deutscher Baumwollspinnereien und Webereien hat sich in den Dienst der guten Sache gestellt, die deutsche Luftfahrt zu fördern. Es ist gegenwärtig ein Aufruf der Hilfsstelle bei den Webereien im Umlauf, der bereits den Erfolg hatte, daß einige Finnen teils- erhebliche Stoffinengen für solche Konslrukteure kostenlos zur Verfügung stellten, die im Kampf mit finanzieller Not ihre Maschine wegen Bespannstoffniangel nicht vollenden können. Die Zuweisung dieses Stoffes erfolgt unter den gleichen Voraussetzungen, wie beim Stoff der von der FVF gestiftet wurde, durch die unterzeichnete Hilfsstelle.

Den hochherzigen Förderern unserer vaterländischen Flugsache, insbesondere auch den selbstlosen Spendern sei au dieser Stelle unser besonderer Dank zum Ausdruck gebracht. Wir behalten uns vor. die beteiligten Firmen an dieser Stelle besonders bekannt zu geben, sobald die Liste dsr Spender abgeschlossen sein wird.

Wegen Zuteilung des Stoffes wolle man sich unter Beifügung der verlangten Nachweise an die unterzeichnete Hilfsstelle wenden

F r a n k e n h a u s e u / K y f f h., den 5. April 192.3.

Techn. Hilfsstelle des Rhön Segelfluges 1923 Frankenhausen-Kylfhäuser. K r o m e r.

Ausland.

Ein Französisch-tschechisches Luftfahrtabkommen ist abgeschlossen worden. Es enthält Vereinbarungen über Erleichterungen, die die beiden Nationen sich gegenseitig im Kaufe von Flugzeugen und Motoren gewähren. Das Abkommen soll auch der Kontrolle der ausländischen Konstruktionen sowie der Kontrolle der Luftschiffahrt durch ausländische Flugzeuge dienen. Der „Matiu" schließt daraus, daß dieses Abkommen der deutsc'.en Luftschiffahrt die Tore der Tschechoslowakei verschließe und daß der Aero-Lloyd, der neue deutsche Lufttrust, seine Filiale in der Tscheche-Slowakei schließen könne. Das Abkommen gelte für drei Jahre und erneuere sich ohne vorherige Ankündigung.

Die Linie Amsterdam—Paris wird auf der Strecke Amsterdam — Brüssel von der Kl.M und Brüssel- Paris von der Messageries Aeriennes geflogen. Der KLM ist von den E'ranzosen nicht gestaltet worden, den franz. Abschnitt zu überfliegen. Die Komplimente in Rotterdam während der J. C A. R. waren vergeblich. — —

50 000 Pfund Sterling für einen Segelflug. Das Britische Ministerium für Luftschiffahrt hat einen Preis von 50000 Pfund Sterling für einen internationalen Segelflugwettbewerb ausgesetzt, an dem sich die Konstrukteure der ganzen Well beteiligen können.

Mitteilungen des deutschen Modell- und Segelllugverbandes.

Der Verbandstag hat im Januar 192.3 für die ab 1. März gültigen neuen Bedingungen für den Segelflieger-Ausweis als Uebergniigshestimniung festgesetzt, daß diejenigen Inhaber des Segelflieger-Ausweises, welche die alten Bedingungen vor dem 1. März erfüllt haben, ohne weiteres auch als Inhaber des Ausweises B anzusehen sind. Eis wird darauf hingewiesen, daß es zweckmäßig ist, die Bescheinigung des Ausweises B sich auf den vor dem I.März ausgestelllen Segelflieger-Ausweis durch die Geschäftsstelle des Verbandes (Frankfurt a. M., Robert Mayerstr. 2,) ausstellen zu lassen. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, den Ausweis unter Beifügung des Rückportos an die Geschäftsstelle einzusenden.

Den deutschen Segelflieger-Ausweis haben weiterhin erworben:

Nr. 41. R. Tracinski, Kaltecke, Oberschlcsien (20. I-Yhr.)

Nr. 4'2. M. Kegel, Wasserkuppe (Rhön) (20. Febr.)

Nr. '1.1. Rolf Bergvik, Nidiggö-Villaslndt, Schweden (S. März) Ausweis A. Nr. 41. W. Hirth', StnMgart'o 1. April.) Ausweis A und B. Nr. 45. Elolzhaiier (II. April) Ausweis A.

Eine einmalige Fliigpramic in Höhe van 1090 M. ist für diejenigen Segelflieger, die. nicht Moforflug/eiigfi'diror sind, bei einer Minute Elugdauer 2. von 2000 M. bei liiiif Minuten Flugilaiu-r. 3. von M. ÖOOO bei zehn Miniileu Flugdauer ausgesetzt. Die Elugprüniicn sind Inn dein Deutschen Modell- u. Segel-flugverband. F'runklurt a. AI.. Ruber! Maversir. 2 zu beantragen. Segelflugzeug-

fiihrer, die Insliei diese Bedingungen schon erfüllt haben, können, sofern sie nicht MotorflugzfiigfiihriT sind, unter Vorlage dor von zwei anerkannten Sportzeugeu uusgestelllen Flugprotokolle diese Prämien heim Deutschen Modell- u. Segelllug-ve.riiand für sich beantragen. gez. Dr. Georgii.

Vereinsnachrichten.

Flugtechnische Vereinigung München E. V. Am Samstag den 17/3. 1!)23 fand die Gründungsvei Sammlung der Jugendgruppe und Modellableilung unserer Vereinigung im Hörsaal 103 der Technischen Hochschule München statt. Wie sehr diese Abt. einem dringenden Bedürfnis entsprach, zeigte die Meldeliste, welche NN Teilnehmer aufwies, die den verschiedensten Berufsklassen angehören. Ks ist dies ein Beweis dafür, welch großes Interesse gerade für diese Art des Flugsports in München herrscht. Die Leitung dieser Abteilung liegt in Fländen von Möbius, dem verschiedene Herren der F. V. M. als Lehrer beigegeben sind. Das Arbeitsprogramm ist festgelegt, es weist neben der theoretischen und praktischen Ausbildung verschiedene Schaufliegen, sowie zu Pfingsten einen in-lernen Wettbewerb auf. Das erste Schautlicgen fand an den Osterfeiertagen auf (lern ()berwiesonfekl stall: es starteten von den Lehrern der Modellabteiluug gefertigte Modelle. Ueber das Ergebnis werden wir noch berichten. Im Interesse des Modellflugsports erhoffen wir ein reges Zusammenarbeiten mit den bereits bestehenden Modellabteilungcu unserer Verbandsvereinen. f. A. Petzl.

Badisch-Pfälzischer Luftfahrtverein. Lfer Badisch-Pfälzische Luftfahrtverein veranstaltet am 3. Juni 1923 auf dem Gelände des ehemaligen Exerzierplatzes hinter den Kasernen einen großen Modell-Wettbewerb, ausgestattet mit zahlreichen Geldpreisen in der Gesamthöhe von etwa 2100 '() M. Die Veranstaltung ist eingeteilt in zwei Klassen und zwar: a) Rumpfmodelle, b) Stabmodelle. Für jede Klasse kommen zwei Bewerbungen, Dauer und Strecke, sowie ein Konstruktionspreis zum Austrag. Außerdem findet noch eine Gesamtbewertung statt. Die näheren Ausschreibungen erscheinen in der nächsten Nummer des Flugsports. gez. Doli.

Air

Levasseur. Rumpf, Fahrgestell und Spannturm besieht beim Levasseur aus einem Stück. Der hintere Teil des Rumpfes ist abnehmbar (vergl. die uebenst. Abb.), um das Ganze ist eine tropfenförmige Verkleidung gelegt.

Dornier Komet (vergl. auch Flugsp. Nr. 8 21). Die Holme sind nicht aus Dnrahuninium, sondern aus Stahl. Links: Stahl-Läiigsträger-Verbindung. Rechts: Verbindung der Flügel-ßelag-Bleche.

Literatur.

Hie angezeigten l'üelter kliinu'n ihlrrli dm Verlnjr „Flugsport" bezogen werden. Die genannten Preise (ohne Porto) sind infolge der fortgesetzten Teuei'iui^s.sclivvaidaiug unverbindl. Moedebecks Taschenbuch für Flugfechniker und Luftschiffen 4. Aufl. 920 S. Grundpreis Mk. 10. Indexziffer z. Z 2r>0ii. M. Krayn, Berlin. Die Herausgabe der vorliegenden Auflage war in der jetzigen Zeil: eine besondere Leistung des Verlegers, die nicht hoch genug angerechnet werden kann. Inhaltlich bietet das Werk eine Fallt; wichtiger Angaben, welche den Flug-interessenten angehen. Den motorlosen Flug behandelt Klemperer, Tragflügel-theorie Wieseiberger und Bete, Mechanik des Fluges Dr. Fverüiig, Flugzeugbau Dr. Itig. Bader und lug. Weyl.

Teclin. Selbstunterricht f. d. ges, deutsche Volk von lug. Barth, 2. Fnchbnnd Brief 1 ist erschienen. Verlag Ii. Oklcuhourg. München.

ggg~ Die iiurhsle Nr. de, „Flugsport" enlhäll mit Abbild Hilgen u. a.:

Segel 11 ii ig.-1-in de c k er 102.id. Fingt er Im. Vereins Dresden. Die Berechnung von Flugzeugen von Kroiuer.

eine-tfropeller

Fabrikation in vollem Umfange aufgenommen

früher-. Berlin-Waidmannslust jeftf: Berlin 0. 34, Warschanerstr. 58

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Tel. Königstadt 7171. Tel.-Adr.: Heinepropellep.