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Zeitschrift Flugsport, Heft 22/1922

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 22/1922 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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No. 22 15. November

Jllustrieirte Bezugspreis

. . . für Deutschland

technische Zeitschrift und Anzeiger *** oesten-eion

... , pr.MonatM.120.-

1922. Jahrg. XIV. für das gesamte Etazeipr. M 60.-

Telef. Hansa 4557. Pltin^uracan" Postscheck-Conto

Tel.-Adr.: Ursinns. JP I U|£ W C3C31 Frankfurt (Main) 7701.

Brief-Adr. Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8. == Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, die Post und den Verlag. ^=

Vorsicht.

Der von Maneyrol am Itford Hill erfolgreich geflogene Tandem-Typ wird vor allen Dingen Anfänger vielleicht veranlassen, diesen Typ nachzubauen. Um nicht vom richtigen Wege zur Züchtung des Klein-Flugzeuges abzukommen, möchten wir nicht unterlassen zu warnen, vorsichtig zu sein. Der Peyret-Typ ist eine reine Hangwind-Maschine mit unbedingt schlechten ärodynamischen Eigenschaften. Eine solche Maschine wird am Hang, wo mit der Energie nicht haushälterisch umgegangen zu werden braucht, wie ein Steiff-Eoloplan-Drachen stehen bleiben. Der in Deutschland beschrittene Weg des Baues von ärodynamisch hochentwickelten Maschinen wie Darmstadt, Hannover, war der einzig richtige. Ebenso der von Klemperer gemachte Versuch mit seiner Ente mit vornliegender Fühlfläche. Es wäre schade, wenn wir jetzt kurz vor Erreichung des Zieles vom Wege abirren würden. Die Richtigkeit dieser Behauptung wird sich zeigen, sobald die ersten Flüge mit Hilfsmotoren gemacht werden.

#/7 unsere Abonnenten!

Der Bezugspreis des „Flugsport' mußte infolge weiterer außerordentlicher Steigerung der Herstellungskosten für das 4. Quartalauf M. 220, festgesetzt Vierden.

Alle Bezieher, ob sie den „Flugsport" bei dem Verlag direkt oder per Post bestellt haben, Vierden daher gebeten, den Unterschiedsbetrag von Mk. 100 mittelsder beigefügten Zahlkarte gefl. umgehend einzusenden. ( Verlag „Flugsport", Postscheck-Konto Frankfurt 7/01). Den Postbeziehern ist vielfach nicht bekannt, daß nach den postatischen Bestimmungen die Zeitungsbestellungen von der Reichspost „nur freibleibend bezügl. des Preises" entgegengenommen Vierden. Der Bezieher, der eine vom Verlag als notwendig erachtete nachträgliche Bezugspreiserhöhung nicht leistet, v/ird deshalb von der Post aus der Bezieherliste gestrichen (siehe Postnachrichtenblatt Nr. 72 Seite 514). Die Zustellung unserer Zeitschrift würde daher Anfang Dezember selbsttätig aufhören, falls die Nachzahlung nicht bis 24. November d. /.'bei uns eingegangen ist.

Wir bitten unsere Bezieher dringend, uns rechtzeitig den Betrag von Mk. 100 zu übersenden, damit nicht eine unliebsame Unterbrechung in der Lieferung eintritt.

„ Verlag Flugsport".

Seite 3^(5

„FLUGSPORT*1

No. 22

Vom Word Hill.

Peyret Tandem-Segler.

Ueber die Erfolge mit dieser Maschine berichteten wir bereits in der letzten Nummer des Flugsport. Die von Peyret gebaute Maschine entpuppte sich als ein spezieller Hangwindsegler. Augenzeugen berichten, daß Maneyrol fortgesetzt in einem Kreise von 500 m geflogen ist. Indessen dürfte es hier interessant sein, über Einzelheiten des Flugzeuges zu berichten.

Es handelte sich um einen Tandem-Eindecker nach dem Langley-Typ, welchem seit langer Zeit und zwar auf Grund von Laboratoriumsversuchen im Windkanal ein guter aerodynamischer Wirkungsgrad abgesprochen wurde. Tandem-Anordnungen sind nur von wenigen Konstrukteuren bei Motorflugzeugen, z. ß. Oertz mit seinem Schoner und Caproni mit seinem Riesen Triple TJreidecker versucht worden. Jedenfalls ist durch den erfolgreichen Versuch von Peyret wieder einmal bewiesen worden, daß in dem Laboratorium der Natur manchmal scheinbar andere Verhältnisse vorliegen. Und daß vielleicht viele Versuche im Natur-Laboratorium andere Ergebnisse zeitigen Auf jeden Fall handelte es sich bei Maneyrol-Flügen um reine statische Segelflüge.

Der Aufbau der Peyret-Maschine geht aus den nebenstehenden Abbildungen sehr deutlich hervor. Auf einem Sperrholzrumpf liegen hintereinander zwei Flügel 6,65 m Spannweite, die durch Streben in N-Form mit der Unterkante des Rumpfes verbunden sind. Der Führer sitzt hinter dem vorderen Flügel. Um eine gute Sicht zu ermöglichen, ist die obere dreieckige Abdeckung nach innen gebogen, vergl. die Abb. des Führerraums. Im Führerraum besitzt, der untere Teil des Rumpfes rechteckigen Querschnitt, der nach hinten und vorne in eine Schneide ausläuft.

Ein aufmerksames Studium der Abbildungen läßt erkennen, daß der vordere Flügel einen größeren Anstellwinkel besitzt als wie der hintere. Da der Führersitz näher an das Auftriebsmittel des vorderen Flügels und verhältnismäßig weiter entfernt von dem Hinterflügel liegt, ist der Vorderflügel spezifisch schwerer belastet. Die Maschine wird daher nach dem Prinzip der Neigungswinkeldifferenz ziemlich stabil sein. Eine gute seitliche Stabilität wird durch die starke V-Form erreicht.

Besonderes Interesse verdient die Steuerung. An beiden Flügelenden, dem vorderen sowie dem hinteren, befinden sich Verwindungs-klappen, die gleichzeitig und wechselseitig bewegt werden können.

Die Steuerbetätigungseinrichtung besteht aus zwei mittels dreier Zahnräder kardanartig verbundenen Wellenenden, auf denen je zwei Hebel, an welchen die Verwindungs-klappensteuerseile angreifen, sitzen. Beim Vor- und Rückwärtsbewegen der Steuersäule bewegen sich die beiden Kegelräder mit ihren Wellen relativ

Nu. '£>

.FLIICS l'OiC.T"

Seite W7

M;ineyrol auf Peyret Hör um Itfort Hill :i SM. 21 Min. 7 Sok.

ohne gegenseitige Verstellung gegeneinander und bewirken jan den linken und rechten Klappen gleichwirkende Steuerausschläge. Bei einer seitlichen Bewegung des Steuerknüppels wird das mittlere Kegelrad die beiden seitlichen Kegelräder in entgegengesetztem Sinne verstellen, sodaß zu beiden Seiten ungleiche Klappenausschläge entstehen. Aus dem umstehenden Stouerungs-schema erkennt man, wenn man die Seilführung verfolgt, daß bei nach vorn bewegtem Steuerknüppel die Verwindungsklappen des vorderen Flügels in die Höhe und die des hinteren Flügels heruntergehen. Beim Zurückziehen umgekehrt. Bei nach links gedrücktem Knüppel gehen die rechten Verwindungs-

klappen nach unten und die linken nach oben. r\ es -l il j uTjinuuiL Blick in den * uhrerraiiin

Das Seitensteuer, welches durch h ußhebel be- ,ies peyri't-Tunuem.

Manvunl auf IVyrL't Taudrin .Srglrr

Seite 328

, FLU GSPORT"

No. 22

tätigt wurde, erwies sich als zu klein und wurde durch ein größeres ersetzt. Es scheint uns, daß das Seitensteuer in das vorliegende System nicht hineinpaßt und überflüssig ist. Durch die ■ starke V-Stellung und die wechsel-

Stonerungs-Schema d. Peyret Tandem, seitige Verstellungsmöglichkeit der Ver-windungsklappen am vorderen und hinteren Flügel, dürfte die Seitensteuer überhaupt überflüssig sein. Gewicht der Maschine 67 kg.

Der x

Handasyde

Gleiter, gebaut von der Air Navigation Co. für die Firma Handasyde Aircraft Co., wurde konstruiert von Raynham and Sydney Camm. Dieser Eindecker, gesteuert von Raynham, klassifizierte mit einem Flug von weit über einer Stunde von den englischen Maschinen an erster Stelle. Charakteristisch war der im Querschnitt sehr kleine Rumpf, bestehend aus vier Holmen mit Sperrholz bekleidet. Das Sperrholz war jedenfalls zur Gewichtserleichterung durch kreisförmige Löcher ausgespart. Die Löcher entsprachen in ihrem Durchmesser der Entfernung der Holme.

Der Flügel, Profil 441 Göttingen, besitzt zwei Holme, von denen der vordere durch den Nasenholm gebildet wird. Eigenartig war die Steuerung für die Verwindung. Das Steuerseil war nicht mit dem Knüppel verbunden, sondern wurde einfach mit den Händen gefaßt und nach der einen oder der anderen Seite gezogen. Das Seitensteuer wurde durch einen besonderen Handhebel betätigt.

Das Kufengestell aus Eschenholz ist mit Rücksicht auf geringsten Luftwiderstand äußerst niedrig gehalten.

Der

Sayars

Gleiter besitzt 12,8 m Spannweite und 1,825 m Flügeltiefe, Profil N. P. L. 64 und nicht wie irrtümlich berichtet Göttingen 441. Der Gleitwinkel war gut, nur verursachten die Steuerung des Ruders und der Verwindungsklappen Störungen.

Die

Gray

Maschine bestand aus einer oberen Fläche eines alten Fokker D VII mit einem darunter liegenden Bristol Fighter Rumpf. Diese Flugzeugteile, an Fliegen gewöhnt, blieben 1 Std. in der Luft.

Der

De Havilland

Gleiter brach in der Luft zusammen. Die Flügel zeigten während des Fluges bereits stark flatternde Bewegungen, besonders bei der Betätigung der Verwindungsklappen verdrehte sich der ganze Flügel.

Die übrigen Maschinen

Merriam, Airdisco, Dewoitine

"T)'e na^iiiandte'' sind in nebenstehenden Abbildungen ersichtlich

In Itford Hill aufgestellte Leistungen.

Mont. d. 10. Okt.: Raynham 1 Min. 58 Sek., Raynham 11 Min. 23 Sek., Fokker 7 Min. 3 Sek., Herne 2 Min. 38 Sek., Broad 2 Min. 18 Sek., Jeyes 3 Min-I Sek., Fokker 37 Min. 6 Sek., Herne 2 Min. 38 Sek., Broad 2 Min. 18 Sek., Jeyes 3 Min. 1 Sek., Fokker 37 Min. 6 Sek., England 4 Min. 32 Sek.

Dienst, d. 17. Okt.: Raynham 3 Min. 15 Sek., Raynham 1 Std. 53 Min. 2 Sek., England 2 Min. 7 Sek.

Mittw. d. 18. Okt.: England 1 Min. 31 Sek., Jeyes 2 Min. 47 Sek.

Donnerst, d. 19. Okt.: kein Flugwetter.

Flugzeuge vom Itford Hill. Wettbewerb um den Daily Mail Treis in ßngland. (4) De Ilavilland, Hpannw. 9,5m X ],3 in, Gew. 110 kg. (lö) Aachen. Spann"'. i*,ö m, Gew. 51 kg. (IS) Merriam. (27) Airdi.seo, Kokkcr. (26) Dowoitim-, Spann«-. 11,3 in, Fläche 11,3 m«, Gew. 80 k, (17) Sayera, Spannw. 13 in. Gew. CO kg, gebaut von der Gentrai Aireral't Go, (13) Gordon England,

HaniJa.sydo, Spannw. II m < 1,1 m.

Seile 330

„ FLUGSFOKt*

No. 22

Frcil.: il. 20. Okt.: Stocken 3 Min. |s Sek., Ollev 3 Min. 21 Sek.

Sumst, d. Hl. Okt.: Maneyrol 3 Stil. 21 Min. 7 Sek., Ollcy -4!) Min., Olley 38 Min. 17 Sek., Raynham S Min. 30 Sek., England 0 Min "vi Rek , Raynham 11 Min. 54 Sek.. (iniy 1 Stil. 0 Min. 4 Sek.

Rekorde der einzelnen Flieger.

Manevrol (Pevret) 3 Sid. 21 Min. 7 Sek.

Rnvnb'ani (Handasyde) 1 Min. 58 Sek, II Mm. 2.5 Sek, 3 Min. 15 Sek, 1 Std. 53 Min. 2 Sek, S Min. 30Sek, 11 Min.51 Sek. Zusammen 2Std. .«Min.2Sek,

Olley (Fnkker) 3 Min , 21 Sek, 41) Min, 3S Min, 47 Sek. Zusammen 1 St. 31 Min. 8 Sek.

Gray 1 Sid. 0 Min. 1 Sek.

l-'okkcr 7 Min. 3 Sek, 37 M.n. ti Sek. Zusammen 41 Min. !) Sek. England (Gordon England) 4 Min. 32 Sek, 2 Mi», 7 Sek., 1 Min. 31 Sek, ti Min. 52 Sek. Zusammen y Min. 2 Sek

Jeyes (Aachen) 3 Min, I Sek, 2 Min. 47 Sek Zusammen 5 Min. 4-S Sek. Stocken (Airdisco) 3 Min. 18 Sek. Herne (De Haviland) 2 Min. 35 Sek. Broad 2 Min. 18 Sek.

Preisverteilung.

Daily Mail Preis £ um Maneyrol, Royal Aero Club Preis £ 50 Gray, Ogilvie's Preis £ 50 Raynham. Die Seaforder Handelskammer £ 20 für längste •Gesamtflugdauer Ollcy, und längster Cieradeflug £ 10 Raynham. Mrs. C. G. Grey's Preis £ 10 Gordon England und Bristow's Cup Stocken.

Statax-Umlaufmotor für Segelflugzeuge.

Im Allgemeinen soll wohl das Segelfingzeug ein motorloser Apparat sein, der lediglich aus den verschiedenen Luftströmungen seine Flug-energie entnehmen soll. Um aber das Segelflugzeug vom Gelände unabhängiger zu machen und gewollte Zielfliegerei zu erleichtern, tut ihm eine Hilfskraft not, die über widrige Luftströmungen und Windverhältnisse hinweghilft. Für den Konstrukteur liegt bei solcher Erwägung Gefahr nahe, vom begonnenen Weg des Segelflugzeuges abzuirren und durch Vergrößerung der Hilfsmotorleistung Izu einem Leichtmotorflugzeug zu kommen. Dies zu vermeiden muß strenge Aufgabe sein, um auf den Weg alter Erfahrungen nicht zu verlassen.

Der von F. J. M. Hansen nach .diesen Richtlinien gebaute 7,5 PS leistende Statax-Ümlaufmotor ist Resultat langer Erfahrungen im Umlaufmotorenbau. Dem Konstrukteur war es möglich bei der Verwendung normaler Konstruktionselemente zulässiger Beanspruchung der beanspruchten Teile einen Leichtmotor zu konstruieren, der einschließlich Luftschraube, seiner Aufhängevorrichtung, Magnet u.s.w. bei 7,5 PS Dauerleistung ein Konstruktionsgewicht von 1,1 kg nicht überschreitet. Diese Motorleistung dürfte für Segelflugzeuge, die jetzt so große Erfolge in der;Rhön errungen haben, ausreichen, um widrige Windverhältnisse zu überwinden.

Der Motor ist ein 3 Cyl. Zweitakt Uralaufmotor ohne besondere Ladepumpe, bei welchem die Gemischzuführung durch die als Zentrifugalschleuder ausgebildete Zuleitung unmittelbar zu den Zylindern erfolgt.

Wesensneuheit des Motors ist, daß sämtliche Materialbeanspruchungen reine Zugkräfte sind und sich im Triebwerk aufheben. Die die Ein- und Auslaßschlitze steuernden Elektronkolben arbeiten umgekehrt, sodaß die Auslaßschlitze in der Zylinderwand am pheriphalen, nicht wie bei Zweitaktmotoren sonst üblich am unteren Zylinderende liegen. Dadurch wird eine gute Kühlung der Auslaßschlitze und eine günstige Rückwirkung auf das Einströmen des Gemisches erreicht.

Die Pleuelstangen des Motors sind ebenso nur auf Zug beansprucht und können deshalb außerordentlich leicht sein. Sie sind einzeln gelagert und sichern einen vibrationsfreien Lauf des Motors.

Die Zündung erfolgt durch Bosch-Magnet kleinster Type, welcher wie bei Umlaufmotoren allgemein üblich, an der Aufhängescheibe angebracht ist. Als Zündkerzen werden die Bosch-Gnom-Lilliput-Kerzen verwandt.

Die Oelung des Motors erfolgt durch eine Zahnrad-Oelpumpe, welche neben dem Magnet an der Aufhängescheibe sitzt und außerdem durch einen Oelzusatz zum Brennstoff.

Ein Kurbelgehäuse hat der Motor nicht. An Stelle, wo sonst das Kurbelgehäuse ist, ist lediglich eine hohle Vergasertrommel angeordnet, welche jedoch keinerlei bewegte Teile enthält. Auf dieser Vergasertrommel sind die drei Zylinder strahlenförmig befestigt. Die Zylinder können einzeln nach Lösung von einigen Schrauben abgenommen werden.

Die Vergasung erfolgt in einer sich drehenden Trommel, welcher der Brennstoff durch einen normalen Spritzvergaser zugeführt wird. Diese Vergasertrommel ist durch die Zylinder vorgewärmt und sichert dadurch eine gute Vergasung. Die Zuleitung des Gemisches erfolgt durch eine als Schleuder ausgebildete Zuleitungsröhre im unteren Totpunkt des Hubes.

Die Zylinder sind aus bestem Gußstahl aus dem Vollen gedreht und übertragen die Motorkraft direkt auf den Propeller.

Die Kolben sind Elektronkolbon mit zwei Hirth'schen Kolbenringen und haben eine für den Spezialzweck besonders günstige Form. Die Konstruktion des Motors bedingt, daß die auftretenden Seitendrücke auf ein äußerstes Minimum beschränkt sind. Nach Lösung einer einzigen Schraube können die Kolben aus den Zylindern herausgenommen werden.

Der Propeller ist durch die

Motoreukon-struktion bedingt dreiflüglig. Er

statax. ilrr leiehteste Motor der Welt, s leg mit l'i

ist in normaler Bauart aus verleimtem Holz hergestellt, die Flügel sind zwischen den einzelnen Zylindern strahlenförmig eingesetzt. Die Propellerflügel können daher auch einzeln herausgenommen und ersetzt werden.

Die Lagerung des Motors erfolgt fliegend, was bei dem geringen Gewicht und den kleinen Kräften keinerlei Bedenken hat und einen sehr einfachen Einbau ergibt.

Das geringe Gewicht des Motors von 8 kg ist durch die äußerste Beschränkung aller Unterteile des Motors und auf die günstige Gesamtkonstruktion zurückzuführen. Für die Dauerhaftigkeit und Leistung des Motors ist das geringe Gewicht des Motors ohne jeden Einfluß.

Zum Anlassen spritzt man zweckmäßig durch die Auspuffschlitze etwas Benzin in jeden Zylinder und dreht den Motor dann am Propeller an. Normal wird der Motor auf der ersten halben Umdrehung schon anspringen. Eine Tourenregulierung ist zwischen 500 und 1600 Touren durch einfaches Drosseln möglich. Tourenzahlen unter 500 kann der Motor infolge seiner Gaszuführung nicht mit Sicherheit regelmäßig durchlaufen.

Typenbeschreibung: Hub 70 mm, Bohrung 60 mm, Hubvolumen 593,7 cm1, Drehzahl 1600 p. m., Literleistung 12,6 PS, Leistung 7,6 PS, Drehmoment 4,1 mkg, mittlerer Benzinverbrauch 320 gr PS/Std., Oel-verbrauch 30 gr PS/Std., Gewicht 8,0 kg, Motorkonstruktionsgewicht einschließlich Propeller 1,0 kg, Propeller-Durchmesser 1500 mm. Vorstehende Daten sind garantiert.

Inland.

Das Preisgericht des Rhön-Segelflug-Wettbewerbs 1922 hat aus den

ihm bis zum 31. Oktober 22 zur Verfügung stehenden Mitteln den Rhön-Segelflug-Verein, Gersfeld/Rhön, einen Sonderpreis von 3000 M. zugesprochen.

Die Geschäftsstelle des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes, die auch über Winter in Frankfurt a. M. bestehen bleibt, wird am 7. Nov. 1922 von Bahnhofsplatz 8 nach der Robert Mayerstraße 2 verlegt, wo sich auch die Geschäftsstellen der Siictwestgruppe d. D. L. V. u. des Deutschen Modell- u. Segelflug-Verbandes befinden. Fernsprecher: Taunus 1142. Postscheckkonto Nr. 49055, Frankfurt/Main.

Wie man in Frankreich die deutsche >'higiiidustrie einschätzt. Poincare will die französischen Forderungen durch Beschlagnahme von bO'o der Gewinne von deutschen Farbstoff- und Flugzeugfabriken ausgleichen.

500 Dollar (3,5 Millionen) für den deutschen Segelflug hat dem Aeroklub tür Deutschland Hugo T i d e m a n n in Montevideo zur Verfügung gestellt, die zur Veranstaltung von Segelflug-Wettbewerben dienen sollen. Bedingung ist, daß die betreffenden Flieger Deutsche sind, ihre Flüge aul selbstgebauten, motorlosen Flugzeugen erfolgen und die Preise nur auf nationalen Wettbewerben ausgeflogen werden. Die Bewerber dürfen keine Flüge im Ausland ausgeführt haben.

(jabriel I'onlain kommt wieder nach Deutschland. Er begibt sich zunächst nach Hamburg zu dem Amerikaner Ernst Ohrt und mit diesem nach Hannover, wo der Ankauf motorloser Flugapparate erfolgen soll.

Ausland.

t'ianzüRisclie (ileitflngkut'sc zur Vorbildung \ou Militärfliegern weidv.i von der Union des Sociales d'liduciition Physiiitie et de Preparation au Service Mililaire demnächst veranstaltet. Als Flnggcländc hat man einen 40 in hohen Südwcstliang bei Ro;-.iainville in der Nahe von Paris, welches mit der I r.uu

vom Place de l'Opera leicht zu erreichen ist, gewählt. Zunächst sollen vier Chanut-Oleiter gebaut werden. Für fortgeschrittene Schüler wird ein Doppeldecker-Zweisitzer mit Doppelsteuerung, der mit Seil in die Luft gezogen wird, in St. Cyr bereit gestellt. Diese Maschine soll von der Association Francaisc Aerienne gebaut und gestellt werden.

Der Pariser Salon findet vom 15. Dez. bis 3. Jan. statt. Die Organisation liegt wie üblich in den Händen von Andre Granet, Schatzmeister der Chambre syndicale. In diesem Jahre ist auch eine Gruppe für Segelflugzeuge vorgesehen. Während des Salons werden wieder wie im Vorjahre Beratungen über den nächsten Experimental-Kongreß mit motorlosen Flugzeugen stattfinden.

Aeroteehnisclie Ausstellung Rom, veranstaltet von dem Aero-Club von Rom anläßlich des internationalen aeronautischen Kongresses in dem Palais der Via Nazionale, gibt einen Ueberblick über die Betätigung der italienischen Industrie auf dem Gebiete der Luftfahrt. Die Gesellschaft der drahtlosen Telegrafie Radio-ltalia et Zungar zeigt eine drahtlose Station, die mit dem Flugplatz Cenlocelle bei Rom in Verbindung stand. Von den Hauptständen sind zu nennen: Fortamini, Instituto Intlustiiale, Directiou Generale de l'Arme-ment Aeronautique, Instituto Sperimentale Aeronautico, Nieuport-Macchi, Gabar-dini, Instituto Central Aerologique, Caproni, Pegna-Bonmartini-Cerroni, der das Viermotoren-Riesenwasserflugzeug P. R. B. baute, Minimax, Nistri, und andere mehr. Von Flugmotoren sind als die wichtigsten zu nennen Fiat, Isotta Fra--schini, das Haus Bagnulo von Turin usw.

34 Stunden 15 Minuten blieben am 15. und 16. Oktober Bossoutrot und Drouhin auf einem Goliath Farman in 'der Luft. Bekanntlich sind schon etwas früher Macready und Kelly in Amerika 35 Stunden 16 Minuten in der Luft geblieben. Zum Betriebe dienten beim französischen Dauerflug zwei 350 PS Renault-Motore mit Metallschraubcn von Leitner-Watt.

i!S0 000 Francs für den längsten Segelilug. Nachdem der Unter-staatssekr. für das Lufttahrwesen 15 000 Frs. zur Verfügung gestellt hat, beträgt der Gesamtpreis des „Matin" für den längsten Segelflug 380 000 Frs. Der Wettbewerb soll auf dem Militärflugplatz von Biskra in Nordafrika stattfinden.

400 Kilometer Stundengeschwindigkeit. Wie aus New-York gemeldet wird, soll auf dem dortigen Flughafen Leutnant R. L. M'aughan mit einem Curtiß-Doppeldecker, 375 PS, eine Geschw. von 399,8 km erreicht haben.

t'oup Schneider von England gewonnen. Sieger im Wettbewerb von Neapel wurde Capt. Briand auf Supermarine-Flugboot. Der nächstjährige Wettbewerb wird daher in England stattfinden.

Die Linie London—Berlin, 1300 km, soll von der Daimler-Hiro-Co. mit 10 sitzigen Kabinenflugzeugen (Napier-Motoren) über Amsterdam—Bremen geführt werden. Die Linie soll nach Indien über Berlin—Wien—Bagdad führen. Die DLR hat sich die, deutsche Strecke gesichert.

Wer kann über den Sund ohne Motor fliegen? Um das Interesse für das Fliegen ohne Motor zu fördern, stiftet das „Magasin" einen Preis im Betrage von 1000 Kronen, welcher demjenigen zufällt, welcher als erster den Oresund mit einer Maschine, schwerer als Luft, ohne Motor überfliegt

Ein jeder kann am Wettbewerb teilnehmen, gleichgültig, ob Dänen oder Ausländer. Es ist gleichgültig, über welchen Teil des Oresundes der Flug stattfindet und ob der Start in Dänemark und die Landung in Schweden oder umgekehrt vor sich geht. Nur darf der Flug unterwegs nicht unterbrochen werden. Der Flieger muß in einem Land starten und im anderen fanden, das sind die Bedingungen.

Der Sund hat au der schmälsten Stelle 4 km Breite.

(Heuling m. Cnrtiss Wassergleiter am 6. September 1922.

Rechts -steht da.s Motorboot mit wel ehem das Flugzeug in die Luft i^ezu^en wurde.

Seite iM__________ ;j Kl. U US I' ORT "___ No. 22

Personalien.

v. HöppiK-r, Kxzcllcn/., General der Kav. und Komd. (jencral der Luftstreitkräfte im Kriege, isl am 26. 10. auf Out Toiuiiu a. iwollin plötzlich von uns geschieden. Was der Verstorbene für die Ki icgsluftfaiirt geleistet hat, ist mit wenigen Worten nicht zu schildern, er hat sich selbst ein JDenkmal 'gesetzt. Sein Name wird in der Kriegsluitfahrt fortleben.

Hans Oldenbourg, Geh. Korn.-Rat, Begründer der techn. Betriebe von Ii. Oldenbourg, ist am Iii. 10. im Alter von 74 Jahren gestorben.

Vereinsnachrichten.

Der Frünk. Verein für Luftfahrt, VViirz,l>nr£, veranstaltete am 28. 10, eine Fliegergedenkfeier mit anschließendem Vortrag über die Rhönsegelflüge (Haekstet'ter).

Lnltsc^ler Coblenz. Am II. 7. 1922 winde der Luftsegler Coblenz von / Herren ins Leben gerufen. Rastlos wurde gearbeitet, sodaß der Verein heute über 100 Mitglieder zählt. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: I. Vors.: Reg.-Rat Haase, 2. Vors.: Oberl. Muller, I. Schriftf.: Buchh. Balthes, Burgstr. 6, 2., 2. Schriftf.: Verw.-A.ug. Schwarz, 1. Kass.: Reg.-Sekr. Neugebauer, 2. Kass. Buchb. Heß. Die techn. Leitung liegt in den Händen des lug. Börgerding. Die Leitung des Platztrupps hat Major a. D. Zimmermann und die des Baiitrupps Kanfm. Kotz übernommen Werbcausscbuß: Redakteur Roßbach.

Sehr zu begrüben ist es, daß sich die Coblenzer Jugend mit großem Interesse dem Segelflugsport widmen will. Ueber 70 Schüler der hiesigen höheren Lehranstalten haben sich innerhalb des Vereins zu einer )iigeiulgruppe zusammengeschlossen. Nicht nur diese, auch eine ganze Reihe erwachsener Mitglieder wird sich dem Modellbau widmen.

Dem Verein ist eine große Baracke als Arbcitsraum zur Verfügung gestellt worden. Die städtische Hobelsclmlc bat zwei Hobelbänke überlassen.

Dem Mitteldeutschen Flugverbaml, Cassel, ist es nunmehr gelungen, von dem ehemaligen Waldaucr Exerzierplatz bei Cassel 5 Hektar Gelände vorn Reichs-Mihtärfiskus für einen Flugplatz käuflich zu erwerben.

Firmennachrichten.

Sächsische Ifliigliafcn-Betriebs-Gesellsrhaft m. 1). 11. ist am 21. 10. in

Dresden gegründet worden, die sich folgende Aufgaben gestellt hat: die Einrichtung und den Betrieb von Flug- und Ncbenlandeplätzcn in Sachsen, die Einrichtung von Luftverkehrslinien, wie überhaupt die Betätigung aller Geschäfte, die mit dem Luftverkehrsweseu in Zusammenhang stehen, sowie endlich die Beteiligung an Unternehmungen, die gleichartige oder ähnliche Zwecke, verfolgen. Gründer der Ges. sind der säehs. Staat, die Städte Dresden, Leipzig, Chemnitz, Bautzen und Zittau, die Kraftverkeliis-Ges. Freistaat Sachsen m.b.H. und Koiu.-R. Gottlieb Paul Leonhaidt in Dresden. Der Aufsichtsrat soll aus höchstens 14 Mitgl. bestehen. Von diesen ernennt der säehs. Staat drei, je einen die Stadträte von Leipzig, Dresden und Chemnitz, einen gemeinsamen Vertreter die Stadträte von Bautzen, Großenhain, Meißen, Plauen und Zittau, je einen Vertreter die Handelskammern in Dresden und Leipzig und die Kraftverkehrs-Gescllsch. Freistaat Sachsen m. b. II.

Ernannt sind bis jetzt von der sächsischen Regierung Ministerialdir. Dr. Gralil vom Ministerium des Innern und Rcgieruugsnit Dr. Hüuefeld vom WirtJ sehaftsininist.; die Ernennung des Vertreters des Fiuanzuiinist. stellt noch aus. Die Stadträte von Dresden, Leipzig und Chemnitz werden vertreten durch Stadtrat Koppen, Bürgerin. Roth und Bürgerin. Dr. Alart, die Kraftverkchrsges. Freistalt Sachsen durch Ministerialrat Kopeke. Noch nicht ernannt sind der gemeinsame Vertreter der Stadträte von Bautzen, Großenhain, Meißen, Plauen und Zittau und die beiden Vertreter der Handelskammern in Dresden und Leipzig. Hüizugcwähit worden sind einstweilen Major Keller (Deutsche Luft-i reederei) und Direktor Hille (Elektra). Zwei Stellen sind noch für weitere Z.uwahleu frei. Zum Geschähst', isl Direktor Wicducr bestellt worden, der früher der Direktion der Dresdener Siraßeuhahn angehörte.