HAUPTSEITE ]

Zeitschrift Flugsport, Heft 13/1921

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 13/1921 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

PDF Dokument

Sie können auch das originale Abbild im PDF Format in hoher Druckqualität gegen Zahlung einer Lizenzgebühr herunterladen. Sie können das PDF Dokument ausdrucken, am Bildschirm komplett mit Abbildungen vergrößern und besser lesen oder in Ihre Publikationen übernehmen. Nutzen Sie bitte vor dem Kauf die kostenlosen Leseproben von Heft 22/1919, Heft 23/1933 und Heft 4/1944, um die Qualität der PDF Dokumente zu prüfen.

 » PDF Download


Jllustrierte

u +1 liiuguiciic ;Bezugsprala

. , . , rr , ... . » . Mr Deutschland

22 inni technische Zeitschrift und Anzeiger -»d Oesterreich

' ... . pr. Quart. M. 18.-

l921.lahrg.XIII. für das gesamte Elnx.ipr.M.a.-

Telef. Hansa 4557. CIiirvnracan" Postscheck-Conto

Tel.-Adr.-.Ursinus. lllg WC3C1I Frankfurt (Main) 7701.

ßrief-Adr. Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8. = Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, die Post und den Verlag. == — Erscheint regelmäßig 14tägig. — Der Nachdruck nnaerer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit ge n a u e r Quellenangabe gestattet.

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 6. Juli.

Beschlagnahme ohne Ende.

Am 15. Juni beriet in Paris die Botschafterconferenz über die Deutsche Luftfahrt und gelangte zu der Ansicht, daß Deutschland die auf den Bau von Flugzeugen bezüglichen Bestimmungen verletzt habe. Die Botschafterconferonz beschloß, wie die Tageszeitungen mitteilen, die deutsche Regierung zur Beschlagnahme des gesamten Luftfahrmaterials aufzufordern. — —?

Gleichzeitig erscheinen in französischen Tageszeitungen fortgesetzt Artikel, in denen von der Gefahr des gewaltig fortgeschrittenen deutschen Flugzeugbaues, von großen Handelsflugzeugen, die sofort als Bombenflugzeuge umgewandelt werden können, von Flugzeugen, die in größerer Höhe mit doppelter Geschwindigkeit fliegen u. a. m. gesprochen wird. Rene Fonck der Vogesendeputierte sagt im „Mühlhausener Tageblatt" wörtlich folgendes:

Der Vertrag von Versailles hat Deutschland das Recht belassen, eine Handelsluftflotte zu besitzen. Wir wissen alle, daß es gegenwärtig keinen Unterschied gibt zwischen einem maskierten Plandelsflugzeug und einem Militärflugzeug. Das Bombenwerfen ist eine hervorragende Angriffswaffe, und es ist nicht schwieriger, Bomben zu transportieren, als Passagiere zu befördern.....(wir kommen vielleicht noch einmal gerade auf die Veröffentlichung zurück. Die Rod.)

Wenn man diese Ausführungen aufmerksam studiert, so scheint die wahre Ursache doch ein anderer Grund zu sein. Man müßte dann auch in Deutschland alle Drehbänke vernichten, auf denen ein runder Gegenstand — — hergestellt werden könnte. Man muß sich fragen, wo liegen in Frankreich die treibenden Kräfte zu solchen Beginnen. Bei der französischen Flugzeugindustrie gewiß nicht. — —

Seite m

„FLUGSFORT'

Nd. IS

Farman Dreimotoren Goliath.

Zur Züchtung des Verkehrsflugzeuges hatte der Service Technique einen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich ein Farman Goliath mit drei Motoren beteiligte. Die Bedingungen waren kurz folgende:

1. Das Flugzeug muß mit wenigstens drei Motoren ausgerüstet sein. 2. Gipfelhöhe (theoretische) 4500 m. 3. Geschwindigkeit in 2000 m Höhe 150 km. 4. Minimalgeschwindigkeit in 3000 m Höhe 110 km. 5. Der Fassungsraum muß in cbm gemessen ein dreifaches der Nutzlast in Tonnen gerechnet betragen. 6. Das Flugzeug muß Probefluge in 1500 m Hohe mit abgedrosselten seitlichen Motoren von wenigstens 20 Minuten Dauer ausführen. Die Dauer der Wiederaufnahme der vollen Kraft darf nur 5 Minuten betragen. 7. Alle diese-Vorprüfungen müssen von demselben Flieger ausgeführt werden.

Der der Prüfung unterworfene Goliath, wie es scheint eine normale Zweimotoren Maschine, die im Mittelrumpf noch einen weiteren Motor erhalten hatte, erreichte ein Gesamtgewicht von 5 Tonnen, davon 2200 kg Nutzlast. Die größte Höhe 4550 m wurde in G5 Minuten 29 Sekunden erreicht. Die Maximalgeschwindigkeit betrug in 2000 m Höhe 160 km, die Minimalgeschwindigkeit in 3000 m Höhe 110 km.

Die 450(1 km wurden in Etappen von 500 km auf der Strecke Paris- Orleans- Calais- ßouen- Metz- Dijon- Paris zurückgelegt. Während dieser Zeit durfte kein Stück vom Flugzeug ausgewechselt werden.

Neue Savoya-Flugboote.

Zum letzten Monaco-Wettbewerb waren von italienischer Seite zwei neue Savoya-Flugboote gemeldet, die von der S. I. A. 1. (Societe Idrovolanti Alta Italia in Sesto Calende bei Mailand am Lago mag-giore) in den Wettbewerb gesandt wurden. Es handelt sich um die Typen S 21 und S 22. Die Maschinen blieben infolge Motorstörungen bei der Ueberführung vor Sesto Calende nach Monaco auf der Strecke liegen und nahmen dadurch am Wettbewerb selbst nicht teil. Es wäre

sehr interessant gewesen, die Leistungen dieser Typen mitdenen der anderen Maschinen vergleichen zu können.

S 21 ist mit einem neuen 310 PS-Isotta Fraschini V 9 - Motor ausgerüstet, der in bekannter Weise zwischen den Flügeln über dem Boot angeordnet ist und auf eine vierflügelige Druckschraubewirkt. Gegen das Boot ist die Motor-anlagedurchN-fürmige Streben aus Holz ab-Motoren Farman Goliath. gestützt. Interessant

No. 1.5

„FLUGSPORT".

Seite läSS

ist die Führung der Verkleidung um den Stirnkühler. Das Boot zeigt Holzkonstruktionen, günstige Linienführung und eine Stufe. Das Oberdeck hat bedeutend geringere Spannweite als das Unterdeck, was durch die Zellenverstrebung im Dreiecksverband bedingt ist. Auffallend ist die große Knicklänge der Flügelstreben, die aus Stahlrohr bestehen. Unter den Flügelenden sind Stützschwimmer vorgesehen, die zur Erzielung guter Gleitwirkung flach und breit ausgebildet sind. Querruder nicht ausgeglichener Bauart und starrer Betätigung finden sich nur im Unterflügel. Höhensteuer und Seitensteuer sind ebenfalls nicht ausgeglichen. Die Maschine soll 260 km je Std. erreicht haben. Spannweite .... 7,70 m Leistungsbelastung 2,9 kgje PS (!)

Läng6......7>6° n Zuladune 200

Höhe ...... 2.95 „ ^"aaung • • »ju »

Vollgewicht .... 900 kg Leergewicht . 700 „

S. 22 ist als Verkehrsflugboot mit zwei hintereinander liegenden 260 PS-Isotta-Fraschini-V 6-Motoren gebaut. Der vordere Motor wirkt auf einen vierflügeligen rechtsläufigen Zugpropeller und der hintere Motor auf einen vierflügeligen linksläufigen Druokpropeller. Diese Motoranlage wurde bereits bei den Typen „DomierGs I, 1919",

w

Savoya Flugboot 821

Seite 2Wi

„KLLGSPOET-

N... 1.5

und ..Dornier Gs II, 1920'*) des Zeppellin-Werkes, Lindau, bekannt Beim Ausfall eines Motors wird die Symmetrie des Vortriebes nicht gestört. Einerseits wird die Möglichkeit des Fliegens mit nur einem Motor größer, und andererseits die Manövrierfähigkeit auf dem Wasser mit einem Motor gesichert. Die Motorenanlage ist durch W-förmige hölzerne Streben gegen das Boot abgestutzt. Die Flügel zeigen sehr flaches Profil, keine Pfeilform und nur im Unterflügel schwache V-Form. Die Zelle ist beiderseits zweistielig. Die äußeren Stiele bestehen aus Holz, die inneren aus Stahlrohr. Die Vorspannung ist in der Weise wie bei den Spad-Einsitzern der Kriegszeit durchgeführt. Die Ausbildung der Steuerorgane entspricht derjenigen der Type S 21. Auch hier ist die Konstruktion auf Geschwindigkeit zugeschnitten, ohne daß dies durch grundsätzlich neue Konstruktionsmethoden erreicht wurde. Die Geschwindigkeit wird mit 220 km je Std. angegeben. Spannweite .... 13,50 m Leistungsbelastung 5 kg je PS

^"g6......10^°m Zuladung . . 800 „

Leergewicht . 1700 „

Höhe

Vollgewicht

3,50 m . 2500 kg

Aus Argentinien.

Das Rennen, das schon lange im Gange ist, verschärft sich. Das Rennen um den südamerikanischen Himmel. Es ist jetzt nämlich die beste Zeit. Man verdoppelt, nein verdreifacht die Anstrengungen im hiesigen Flugwesen weiterzukommen und zwar, das muß offen zugestanden werden, mit Erfolg.

Der Anstoß kam mit einem großzügigen Plan eines zivilen Luftnetzes, der vom Direktor der hiesigen Militärfliegerei, Coronet Mosconi, ausgearbeitet wurde und vom Kriegsministerium seine Zustimmung erhielt. Wie aus der Karte ersichtlich, soll sich das neue Luftnetz über ganz Argentinien verbreiten, angefangen mit dem Ausgangspunkt „El Palomar" bis hoch in den Norden und ziemlich weit nach dem .Süden hinunter. Genau, wie das schon immer in Deutschland vorgeschlagen wurde, sind Hauptknoten-pnnkte, Stationen l.u. 2. Klasse und Hilfs-tlugplätze vorgesehen, wobei zum Ausbau zur Lage und Einrichtung der Plätze alle modernen Erfahrungen nutzbar gemacht wor-

Jahrg. 1920, S. x,r> -,kj.

Savoya Kliitf'mot

Anlas

Melle beide Typen im ..Flugsport"''. Ni

Nu. U

Seile '290

den sind. Dieses großzügige Projekt wird das hiesige Flugwesen um einen großen Schritt vorwärts bringen, der Ausbau wird in Angriff genommen, schon ist die erste große Station in Rosario eingeweiht worden.

Es war ein großes Fest. 28 Flugzeuge der verschiedensten Typen waren zusammen gekommen, um den Tag würdig zu begehen. Zum ersten Male wurde e.n militärischer (ieschwaderflug über die größere Strecke, 300 km hin und 3UÜ km zurück, ausgeführt, wobei die acht Flugzeuge — Spad, Nieuport, Bristol, Avro, S. V. A. Einsitzer und Zweisitzer — ohne Unfall das Ziel erreichten und wohlbehalten wieder zurückkamen. Die bisher immer noch einzige deutsche Maschine, der Pfalz, nahm ebenfalls am Feste teil und erregte wegen seiner verspannungslosen Bauart allgemeines Aufsenen.

KlMirüiiit'n ri Awnrtittrii.

_Suite_»>i_____„FLUGSPORT". __No- 13_

Auch die Zivilfliegerei, und damit komme ich auf das Thema „Wettrennen", rüstet. Es sind vor kurzem 150 — schreibe einhundertundfünfzig — Maschinen angekommen, die nur von Privatleuten gekauft werden. Oaudrons, italienische S. V. A. und S. A. M.L. (Letztero eine Nachbildung unser alten ehrlichen Aviatik ß.) Die Kaufpreise waren folgende: Der Caudron, Modell 1914 kostet 1300.— pesos, der Saml 4—5000.— pesos, während die moderne 220 er S, V, A. mit Betriebsfähigkeit bis zu 8 Stunden 9—9000.— pesos. Allerdings alles Typen, die wir „verspannungslosen Mitteleuropäer" zu älteren Typen rechnen; die Maschinen in ihrer Art leisten aber Gutes. Man sieht daraus vor allen Dingen, daß hier ein kolossales Interesse für die Fliegerei herrscht, die Fliegerschulen haben voll zu tun, die Italiener z. ß. müssen erweitern, der Amerikaner Leon schlägt sogar Maschinen los, Curtiß 150er, die 15000.— pesos kosten. Allerdings machen ihm die obenerwähnten, billigen Apparate scharfe Konkurrenz. (Zum Vergleich übrigens sei erwähnt, daß das billigste hiesige Auto, der Ford 19C0.— pesos kostet, also mehr als ein Caudron.)

Dann sollen in nächster Zeit drei Caproni für je 25 Personen kommen, um einen regelmäßigen Luftverkehr einzurichten.

Die Engländer fliegen in ihren Fliegerschulen und auf dem Camp, sie machen nicht viel von sich reden, sollen aber in letzter Zeit etwas verdient haben.

Und die Franzosen machen Reklame. Ich erwähnte früher einmal eine Fliegerin, MUe. Bolland, die mit ihren Maschinen herkommen wollte. Und man muß es ihr lassen, die Fliegerin leistet unglaubliches. Sie hat zwei alte Caudrous mit 80er Gnome, Typ 1913—14, mit denen fliegt sie hier Sachen, daß die ältesten Flieger das weiße Haupt schütteln.

Nicht nur, daß sie mit dem Kasten in 200 m Höhe über der Stadt herumkutscht ■— jeder Flieger weiß, was es heißt, in geringer Höhe über einer Stadt fliegen, die Berlin an Ausdehnung weit übertrifft — sie fliegt Loopings, trudelt und macht sämtliche Acrobatica, die sonst nur mit erstklassigen Einsitzern gemacht wird.

Und dann machte sie ein Meisterstückchen, das die ganze hiesige Fliegerwelt in Aufruhr versetzte. Sie flog eines Tages per Bahn mit

ihrem Flugzeug nach Mendoza und brachte es fertig--die Anden

zu überfliegen. Als ihr Plan bekannt wurde, lächelte man nur ungläubig, waren doch die berühmtesten hiesigen Kanonen nur mit 200 PS S. V. A. gerade herübergekommen und erzählten Schauerdinge. Da kommt diese Französin und fliegt, als wenns gar nichts wäre, schlankweg hinüber. Und die Banketts und Glückwünsche, dio ihr dargebracht wurden, nahmen kein Ende, sie sind aber redlich verdient. Man muß diese Leistung zu den ersten in der ganzen Fliegerei, nicht nur der südamerikanischen rechnen. So machen die Franzosen für ihre Maschinon äußorst geschickte Reklame.

Und die Deutschen? Schlafen. Immer und immer wieder nur können wir mit unserer Pfalz hin und wieder fliegen, da aber jede Unterstützung fehlt, ist es uns ungeheuer schwer gemacht. Ob denn nun nicht bald einmal da drüben bei Euch sich ein paar Leute besinnen und den Anfang machen V Immer liest man in den Fachzeitschriften von den prachtvollen, deutschen Verkehrsflugzeugen -sie sind prachtvoll, ich hab' sie selbst in Deutschland vor einem Jahr

Seile 292

nooh gesehen — aber hier meldet sich niemand. Es gehen Gerüchte, aber die sind haltlos, 250 — 300 deutsche Flieger sind hier in Buenos-Aires, die alle in kaufmännischen und anderen Stellungen sind, drei fliegen tatsächlich, begünstigt durch ein gutes Geschick. Aber es ist doch nur eine Gelegenheitsfliegerei, bei der man längst nicht das vormachen kann, was eigentlich vorgemacht werden sollte. Sollen wir bei diesem Wettrennen hier tatsächlich ins Hintertreffen geraten ? Wenn deutsche Maschinen kommen, auf die man wartet, wirds ein Erfolg werden, aber zuerst wollen die Leute hier etwas sehen. D. h. der Anstoß muß von Euch drüben kommen, die weitere Fortführung hier ist dann gesichert. Wann tritt Deutschland in das Wettrennen um den argentinischen Fliegerhimmel ein ? ?

Wügtefynifdje Xundföau.

Inland.

Entwurf eines Gesetzes über die Beschränkung des Luftfahrzeugbaues.

Der Reichsverkehrstnirüster. u , i- i 11 i ,; tnoi

Nr. L. 40ftS8/21 IE. Be, l,u, den 13. .Inn. 1921.

Dem Reichstag beehre ich mich, den Entwurf eines Gesetzes über die Beschränkung des Luftfahrzeugbaues

nebst Begründung zur Beschlußfassung vorzulegen. Aus außenpolitischen Erwägungen darf ich um größtmögliche Beschleunigung bitten.

Der Reichsrat hat gegen die Bestimmungen der §§ 1, '2 und 3 der Regierungsvorlage und die dazu gehörige Eicgrüiiduiig grundsätzliche Bedenken nicht erhoben, hält aber für erforderlich, .schon im Gesetz eine Grundlage für die Eutschadiguugspflidit zu si haften. Er hat beschlossen, den Regierungsent-wurf durch folgenden § '2 a

„Für die Schädigungen, die? der Euftfahrindustrie aus diesem Gesetz erwachsen, wird vom Reich Ersatz geleistet.

Die näheren Bestimmungen trifft die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrais'', und die Begründung durch folgenden Zusatz zu erganzen :

„Bei der Kürze der für die Vorbereitung dieses Gesetzes verfügbaren Zeit haben die die Entschädigung betreffenden Fragen nicht vollständig geklärt und zum Abschluß gebracht werden können. Eeber die Entschädigung müssen daher Bestimmungen noch vorbehalten bleiben. Die Verpflichtung des Reichs zur Gewährung von Entschädigungen mul.iabcr bereits in diesem Gesetz ausgesprochen werden, damit so der Industrie die Sicherheiten gegeben werden, ohne die die Aiifrechterhnltiuig der Grundlagen ihres Betriebs nicht möglich ist." Die Reiehsregienuig vertritt demgegenüber den Standpunkt, soweit überhaupt, also für etwa zu enteignendes Gerät, Entschädigungen in Betracht kommen, sei der Rahmen dafür bereits im Gesetz über Enteignungen und Entschädigungen aus Anlaß des Friedensvertrags vom 31. August l!l|!> (Reiclis-(iesetz-BI. S. 152?) gegeben, eine Sonderbestimmung also entbehrlich; die Zubilligung oder mich nur Inaussichtstellung weiterer gesetzlich festgelegter Entschädigungsansprüche für Stillegung der Betriebe usw. würde eine Abweichung vom bisherigen Standpunkt bedeuten und in ihrer Tragweite wegen der Auswirkung auf andere Zweige des Wirtschaltslebeus unabsehbar sein.

hu einzelnen ist die Meinungsverschiedenheit zwischen Reil hsivgierung und Reichsral aus der nachstehenden Gegenüberstellung ersichtlich.

An den Reichsing. ge/. Grociur.

Entwurf eines Oeset/.ts über die Beschränkung des LnHiahrzeugbaues.

Der Reichstag hat das folgende Gesetz beschbissen, das mit Zustimmung des Reichsrals hiermit verkündet wird:

Seite „FLUGÜP 0 R T Nu 1.1

R (.■ g i e r u ii g svnrl u g e 8 I.

Herstellung iiml hinfuhr von Luftfahrzeugen und Teilen solcher, von Luf(fahrzeugrnotoi-eu und Teilen solcher ist bis auf weiteres verboten.

Die Aufhebung dieses Verbots erfolgt durch Verordnung der Rcichs-reLiierung.

Die Keichsregierung wird ermächtigt, auf dem (icbiete des Luft .ahrwesens diejenigen weiteren Mal«) nahmen zu treffen, die zur Lrfülhmg der in der Lrk lärmig der alliierten Regierungen vom ö. Mai J!^l dem Deutschen Reith auferlegten Verpflichtungen erlordeilieh werden.

Wer den Vorschriften des § I Abs. i dieses tiesetzes zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bLs zu (S Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhunderrluusend Mark bestraft. Neben der Strafe können die Gegenstände, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, eingezogen werden, ohne Unterschied, oh sie dem Täter gehören oder nicht. Auf die FJn-ziehuugkaun selhständigerkannt werden, wenn das Strafverfahren gegen einen bestimmten Täter nicht durchgeführt werden kann.

Die Reichsregicruug kann Zuwiderhandlungen gegen die von ihr auf Grund des § l2 getroffenen Desliiiniiangen mit Strafen der in Abs. I bezeichneten Art bis zu den dort vorgesehenen Höchstgrenzen bedrohen, auch die Kiuziehung von Gegenständen nach Maßgabe des Abs. I Sal/- '2. und 3 zulassen.

R ei c Ii s r a I s h es c h ! u B.

§ i.

Herstellung und Einfuhr von Luftfahrzeugen und Teilen solcher, von Euftlahrzeugmotoren und Teilen solcher ist bis auf weiteres verboten.

Die Aufhebung dieses Verbots er-lolgt durch Verordnung der Reichsregierung.

S -'•

Die Reichsregieruug wird ermächtigt, auf dem Ciehiete des Luftfahrwesens diejenigen weiteren MnlJiiahmen /.u treffen, die zur Erfüllung der in der E-rklärung der alliierten Regierungen vom ö. Mai llfel dem Deutschen Reich nulcrlegUii Verpflichtungen 01 lorderlich werden.

Biir die Schädigungen, die clci Luft-fiihrindustrie aus diesem Gesetz erwachsen, wird vom Reich Ersatz geleistet.

Die näheren Bestimmungen tril'tt die Reichsregieruug mit Zustimmung des Reichsrnts.

§ T

Wer den Vorschriften des § I Abs. I dieses Gesetzes zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bis zu B Monaten oder mit Geldstrafe bis zvt einhunderttnusend Mark bestraft. Neben der Strafe können die Gegenstände, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, eingezogen werden, ohne Unterschied, oh sie dem Täter gehören oder nicht. Auf die Einziehung kann selbständig ( rkannt werden, wenn das Strafverfahren gegen einen bestimmten Täter nicht durchgeführt werden kann.

Die Reichsregieruug kann Zuw ider-liuudlungen gegen die von ihr auf Grund des § 2 getroffenen Bestimmungen mit Strafen der in Abs. I bezeichneten Art bis zu den dort vorgesehenen Höchstgrenzen bedrohen, auch die Einziehung von Gegenständen nach Mallgabe lies

Abs. i Satz o und 3 zulassen. B e g r ii n d u n g.

Die mit der Note der Deutschen Regierung (Auswärtiges Amt. Bricileus-abicihing Nr. 50-11)) vom 17. Mai W2\ gegenüber den alliierten Mächten übernommen Verpflichtungen machen die Erlassmig des im Einwurfe vorgelegten <ieseizes erforderlich.

In Ziffer '> der Note bat die Deutsche Regierung die Ausführung der Entscheidungen von Boulogue über Herstellung und Einfuhr von Luftfahrtgenit zugesichert. Es ergibt siidt also die Notwendigkeit, die jener Eiitscüeiduug* entsprechende Bestimmung des tj 1 des Entwurfs zu erlassen.

Soweit sonstige Maünnhmou erforderlich sind um den von der Deutschen Regierung übernommenen Verpflichtungen nachzukommen, erscheint es angebracht, die Reiciisregieruug in der im § 2 vorgesehenen Weise ilaz.it zu ermächtigen: insbesondere gill die- von den Beschränkungen, die sich aus der Anerkennung der Begriffsbestimmungen zur 1'nterscheidimg der zivilen I.idthihrt von der miIi täuschen durch die Deal.< he Regierung ergeben

R egicruiigsvorlti g e. Rci chriilsbcscbl u Ii.

Bei der Kürze der für die Vorbereitung dieses Gesetzes verfügbaren Zeit hüben die die Entschädigung betreffenden b'ragen nicht vollständig geklärt und /um Abschluß gebracht werden können. Ueber die Entschädigung müssen daher die Einzelbestimmungen noch vorbehalten bleiben. Die Verpflichtung des Reichs zur Gewährung von Entschädigungen muliaber bereits in diesem Gesetz ausgesprochen werden, damit so der Industrie die Sicherheiten gegeben werden, ohne die die Auf rechterhaltimg der Grundlagen ihres Betriebes nicht möglich ist. Die Slrafvorschriften des § 3 Alis. 1 sind dem § 24 des Ausfüllt uugsgesut/es

zum Friedensverträge vnni 31. August 1919 (Reichs-Ges.-Bl. S. 1,130) nachgebildet.

Die Trennung der Strnfvorschriften im Abs. 1 und Abs. 2 soll ermöglichen, daß

hei miiuterwichtigen auf Grund des § 2 erlassenen Maßnahmen nicht unbedingt

Strafverfolgung eintreten muß.

Neue Bedingungen für die Zulassung von Flugzeugführern zum Luftverkehr.,

Der R e i ch s v e r k e h rs in i n i s te r. Berlin YV., den 12X. April 1921.

Nr. E. 80793,21 II J. Wilhelmstr. 72.

Flugzeugführer, für die die Zulassung zum Luftverkehr künftig beantragt wird, müssen wie bisher den in den Grundsätzen und Bedingungen für die Zulassung zum Luttverkehr enthaltenen Vorschriften entsprechen. Weiler haben sie einwandfrei nachzuweisen, daß sie im letzten halben Juhre vor Stellung des Antrages außerhalb von Flughafen mindestens 1000km geflogen sind. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, so ist nachstehende Bedingung von ihnen zu erfüllen und eine amtliche Erklärung hierüber mit dem Zulassungsantrage vorzulegen: „5 Leurhtpistolenlaiiduugen (Ziellandungen).

Sobald die von der Erde abgeschossene Leuchtkugel oder sonst ein verabredetes von der lirde abgegebenes Zeichen sichtbar wird, Zündung abstellen und landen. Flugzeug muß in einem Rechteck 100X2.K) m, das erst kurz vor Abgabe des Leuchtpislolenschusses oder vor Abgabe des Zeichens ausgelegt wird — im allgemeinen der Windrichtung einsprechend, gelegentlich auch quer dazu, um das Landen mit Seitenwind zu üben — aufsetzt1!) und zum Stillstand gebracht werden.

Die vorstehenden Flüge sind mit 75 kg Ballast und vollen Betriebsstoff-behältcrii auszuführen, die Landungen aus einer Mindesthöhe von 50t) m anzusetzen; sie haben nur Gültigkeit, wenn kein Bruch gemacht wird."

I. A.: gez. B r e d o w.

Flugtag in Bremen. Am 12. 0. veranstaltete der Bremer Verein für Luftfahrt einen wohlgelutigenen Fluglag, um in weitesten Kreisen für den Luftverkehr Propaganda zu entfalten und der Bevölkerung für billiges Geld die Möglichkeit zu geben, auch einmal fliegen zu können. Trotz der zeitweiligen Regenschauer waren ungefähr 20000 Besuchet' anwesend, von denen in 50 Flügen 250 Personen geflogen wurden. Es waren acht Flugzeuge zugegen, die außer einer Fokker-Limousine vom Lloyd Luftverkehr Sablatuig gestellt waren, darunter drei der modernsten sechssitzigen Sablatuig Verkehrsnuiscliineu.

Luftverkehrs-Propaganda. Die Deutsche Kosmetik-Gesellschaft Jena in Weimar versucht auf einem gänzlich neuen Wege für ihre Erzeugnisse Propaganda zu machen und gleichzeitig für den Lullverkehr. Sie legi zeitweise ihren Fabrikaten Freiflugscheine bei und der Gewinner eines solchen Scheines wird von einem Flugzeug in seiner Heimatstadt besucht und kann % Stunde über derselben kreisen. Dieselbe Firma veranstaltet am 23 Juli in Weimar mit Enterstülzung des Lloyd Luftverkehr Sablatuig einen ITiegertag. Das Programm werden Rundlinge über der Stadl, Ausllüge in den nahen Tliüriugerwald und Fallschirm-Absprünge bilden, nachdem vorher in einigen Vorträgen die Bevölkerung über den hetiligen Luftverkehr aufgeklart worden ist.

Jungflieger l£riiliieruii?s-Abzeiclien 1917—1!)2I. Anläßlich der Auflösung der letzten ilealscheu luugllicgerenippen in Pommern M für alle 'licuinligcu laugllieger und in der JuneNiegerin'Wegung tälig glwcsem n Idiome!' ein Jungflieger

Seite 29fl

„FLUGSPORT

No. 13

EriuneruTigs-Abzeichen eingeführt worden. Das Berechtigungszeugnis wird nach Antraf; bei der Jungfliegcr-Zentralc i. A. Cottbus, Vionvilleslraße 28 zugesandt.

Ausland.

Flugveranstallungen in Brüssel. Man schreibt uns: Vergangenen Samstag und Sonntag sind auf dem Flugterrain „Everre" bei Brüssel wichtige Flugwettkämpfe abgehalten worden.

Das milde Sonimerwetter hatte am Sonnabend viel Menschen nach dem Flugfeld gelockt. Der Platz war mit Flaggen geschmückt, eine Musikkapelle sorgte dafür, daß das üebrumm der Motoren auf angenehme Weise mit guter Musik abwechselte. König Albert kam um 3 Uhr nachmittags mit Gefolge auf dem Flugplatz an, wo er volle drei Stunden mit großer Aufmerksamkeit dem Wettstreit folgte. In der Tribüne befanden sich einige Minister, ausländische Attaches und der Verwaltungsrat der belgischen I.uftfahrtgcsellschaft.

Die Konigl. Luftfahrtgesellschaft der Niederlanden hatte zufolge einer Einladung einen ihrer neuen FokkerFlII Limousinen-Apparate nach Brüssel gesandt.

Ulli 2 Uhr Nachmittags flog dieser Apparat vom Flugplatz Waalliaven ab, gesteuert von dem Chef-Piloten Hinchcliffe und A. Plcsruan, Direktor der Königl. i.idtfahrtgesellschaft, Jonkheer I. L. van den Berch van Fleemstede, Mitglied des Verwaltungsrates dieser Gesellschaft und de Waal, Betriebsleiter der Niederländischen Flugzeugfabrik „Fokker" als Passagiere. Nach einstündigem Flug kam der Apparat über dem Flugplatz „Everre" an, wo der Flugzeugführer den Apparat auf wirklich meisterhafte Weise vorführte. Das Publikum war erstaunt über die Steuerbarkeit des großen Eindeckers. Nach der Landung wurde das Flugzeug mit Interesse auch vom König besichtigt.

Der König dankte dem Herrn van den Berch van Fleemstede für den Besuch des holländischen Flugzeuges, sprach sein Vertrauen in die Zukunft des Luftverkehrs aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Luftverkehr dazu beitragen wrerde, den Abstand zwischen Belgien und Niederland zu verringern und die guten Beziehungen zwischen den beiden Völkern zu heben. Unter großem Jubel verließ der König den Flugplatz.

Nun besichtigten alle Minister und Militär-Attaches das Fokker-Flugzeug und beglückwünschten den Direktor zum Besitze eines Verkehrsflugzeuges wie es der Fokker F III ist.

Das Flugzeug kehrte nach Rotterdam zurück, wo es nach einstündigem Flug wieder eintraf.

Sicherneils- und Rentabilitätsbestrebungen im Luftverkehr in England.

Die Royal Aeronautical Society hat ein Comite damit beauftragt, den Luftverkehr hinsichtlich der Sicherheit und Rentabilität auf der Strecke Paris—London zu überwachen. Viel ist bei den Untersuchungen nicht herausgekommen. In den Berichten wird gesagt, daß der Motor mit seinen Ncbentcilen noch die Haupt-quelle von Fluguuterbrechungen bildet. Das Comite schlägt vor allen Dingen vor, Guminischlaiichvcrbiiiditngen und das Betriebsstoffdrucksystem zu vermeiden. Ein Vorschlag, den Motoreneinbau zu normalisieren, wurde abgelehnt mit der Begründung, daß die Zeit hierfür noch nicht gekommen sei und die Entwicklung in der Konstruktion behindert werde. Gefordert wurde weiter leichte Entfernung des Kühlers und dessen Nebenteilen, leichte Auswechselbarkeit der Magneten, die so angeordnet sein müßten, daß sie durch Gel nicht verschmutzen.

Beratungen, ob ein oder zwei Motoren, führten zu keiner reinen l'Tir-scheidung. Das Erfordernis, dein Führer ein möglichst weites Gesichtsfeld zu schaffen, .-wurde allgemein anerkannt. Ebenso die Schaffung von Möglichkeilen, die Passagiere bei Unglücksfällen möglichst schnell retten zu können.

SeeHugrennen des eastliscllen Aeroklubs. Am 1 und 2. August veranstaltet der englische Royal Aero-Club während der Motor-Yacht-Woche ein Rennen für Wasserflugzeuge. Am 1, August findet das Isle of Wight Handicap, der Preis dafür, eine Trophäe im Wert von HO .i\ gestiftet von Lieut.-Col. Mac Clean, und am 2. August das Solent-Hanicap, Preis dafür eine Trophäe im Wert von 2ÖU X', gestiftet vom engl. Aero-Club, statt. Das erste Rennen geht über eine Strecke von SU Meilen von Cowes nach Ventnor zweimal hin und zurück und passiert dabei Ryde, Sen View und Forcland

Das /.weile kennen, der Soleut Handicap ist ein Rundflug über die Streckt Cowes, No Maus Fort, I lotse Sand Fort und Spilbnuk Fort, die viermal zurück-

Ho. 1.1

„FLUGSP OK rr

Vit« »•*>

gelegt werden muß. Sieger ist, wer den Fing am saubersten ausführt und als Erster das Ziel erreicht. Zur Teilnahme sind zugelassen Mitglieder, welche einer der F. A. I. angeschlossenen Vereinigung angehören. Nenngcld 5 £, Meldeschluß 21). Juli.

Concern französischer Plug- und Motoren-Industrieller. Zur Förderung des Handels und der Industrie mit Flugzeugen und Automobilen hat sich in Paris Ruit üallieni eine Gesellschaft mit 120000 Fr. Kapital gebildet. Die ersten Direktoren sind: Mr. Louis Bleriot, Surcsne, .1 Quaic du General Gallieni; Mr. Rene Caudron, Issy-Ies-Moulineaux, 52 Rue Ciuynemcr; Sociale des Ateliers d'aviatiou Louis Breguet, Paris, 115 Rue de la Pompe; Societe des Aeroplanes Moräne Saulnier, Puteaux, .1 Rue Volta; Societe des Automobiles Hispatio-Suiza, Bois-Colombes Rue du Capitaine Guynemer; Societe des Etablissements Nieuport, Issy-Ies-Moulineaux, Boulevard Gallieni, 40; Societe Henri et Maurice- Farman, Billancourt, 167 Rue de Silly ; Societe Lorraine des Anciens Etablissements de Dietrich et Cie. de Luneville, Paris, 125 Avenue des Chauip Flyssees; Societe des Moteurs Gnöme und Rhone, Paris, 41 Rue de la Boctie.

Deutsche Flugzeugaussteliung in Japan 1021. Am 21. April wurde in Tokorozawa eine Ausstellung von deutschen Flugzeugen eröffnet. Vertreten waren 24 verschiedene Typen aus der letzten Kriegszeit, sowie einige '20 deutsche Motore. Man berichtet, daß die Mosubislii Dockyard Co. und die Kawasaki Dockyard Co. Ländcreieu in der Nahe des Armee-Flugplatzes in Kagamigaliara erworben haben, um dort Flugzeugfabriken einzurichten.

Verschiedenes.

Sind vom Auge ausgehende Strahlen Energiestrahlen? Für die über das Windscher Problem grübelnde Frfinder wird folgende allerdings sehr fragwürdig klingende Mitteilung, welche ein wissenschaftlicher Berichterstatter der Daily Mail macht, interessant sein. Er verkündet die Konstruktion eines Apparates, der zeigen soll, daß Strahlen die vom Auge ausgesehen, registriert werden

Der Ki'mult vtiii liul^um licsu-lni^i in iMii.ssel ilie KnUkiT LniKuisjm' K ;i.

können, sowie es mit drahtlosen Uoberniitilungeu der hall ist. Der Apparat, der zum erstenmal auf dem englischen medizinischen Kongreß vorgeführt wird, will das tatsächliche Vorhandensein eines Vorganges beweisen, den man bisher sinnbildlich ausdrückte, wenn man sagt: „Ich fesselte ihn mit meinem Auge." Das Instrument ist eine Art Elektrnskop, mit dem die leinsteu elektrischen Strömungen gemessen werden können. Konzentriert man den Blick auf dieses EleUtroskop, st) erfolgt eine Bewegung, tlie anzeig!, daß etwas in dem Blick ist. das nach außen strahlt und eine mechanische Bewegung verursachen kann. Der Blick stellt also nach dieser kühnen Annahme eine Kraftquelle dar. Der englische (ie-lelirte geht sogar noch weiter, indem er voraussagt, mau werde auch bald imstande sein, die Wellenbewegungen des Aethers, die durch die Denktätigkeil hervorgerufen werden, zu messen. Dann lasse sich das Phänomen der (iedanken-ühertragtiiig exakt erklären, und man werde durch Messungen nachweisen können, warum die Ijedanken eines Menschen in London unter Umständen Personen in Indien oder Australien beeinflussen können.

Wasserdichtes Papier. Als vegetabilisches Pergament bezeichnetes Material wird durch Eintauchen von angeleimtem Papier in reine Schwefelsäure und hierauf erfolgendes gründliches Auswaschen hergestellt. Zweckmäßig erscheint es, dem Papierstoff noch vor der Verarbeitung wasserdicht machende Stoffe zuzusetzen. Das deutsche Patent Nr. o'i.LSKi schreibt dahin- vor, unlösliche und in anderen Lösungsmitteln noch nicht gelöste Zellstoffester (Salze) mit dem Papierzettg zu vermengen und das fertige Papier oder die fertige Pappe auch dem Trocknen mit Lösungsmitteln, wie Alkohol oder Essigsäure zu behandeln. Verdampft man nunmehr die lösende Flüssigkeit, welche hierbei durch Kondensation wiedergewonnen und von neuem benutzt werden kann, so zeigt sich das Papier za einer wasserdichten, festen Masse von der Eigenschaft des vegetabilischen Pergaments zusammengekitiot.

Ein Vorschlag zur Lösung der Moddl'lug-be« ertungsfraoe. Die Lösung der Modellflugbewer-tungsfrage ist seit längerer Zeil schon dringendstes Erfordernis. Viele Vorschläge für eine allen Anforderungen gerecht werdende Wertungsart sind bereits gemacht worden, jedoch ist bis heute noch keine befriedigende Lösung bekannt geworden, bis gibt freilich Methoden der Flugbewer-tting, die als vollkommen

einwainlsfrei anzusehen sind, z. B. die Methode von Klemperer, doch haftet dieser der Nachleil der zu komplizierten Handhabung an, die ihre allgemeine Anwendung verbildet. Wenn man eine Wertungsmetliode schaffen wall, so muß man sich zunächst darüber klar seia, nach welchen ücsichtspnnkten tlie Wertung zu erfolgen hat, mau maß sich einig darüber sein, als was die Modellfliegcrarbeit überhaupt zu betrachten ist. Es bestand eine Zeitlang die Auffassung, auf dem Modellgebiet wissenschaftliche Arbeit leisten zu können. Wir sind jedoch heute der Ansicht, daß dies den Instituten und Laboratorien überlassen bleiben muß, schon aus dem Grunde, weil Messungen und exakte Beobachtungen am fliegenden Modell nicht möglich sind, auch besitzt nur ein kleiner Bruchteil der Interessenten die dazu erforderlichen Kenntnisse. Wir betrachten den Modellbau als eine rem sportliche Arbeit von höherem Werl, da die Betätigung hierin gewisse Keuiilnis.se der Materie, eine gewisse tieistesarbeil, ! hiudforligkeit und elie Fähigkeit, mindestens kons! niklive Kleinarbeit zu leisten, erfordert, gogeiüibcr aaderea Spoi-(;irlcn, du- voi stehende Fähigkeiten zwar auch zum dual, aber nicht in diesem .Maße bedingen. Nach diesen (iesirlüspmiktcu hin mal) also auch die

No. 13 F L Li GtiPO R T_ Sriir a>s

Wertung erfolgen. IS iM uiiu vom Verband deutscher Modell- und Gleitllugvereine als Provisorium die Wei -Itingsarl des Leipziger Flugvereins angenommen worden. Wir erlauben uns im Nacdislelienden darauf aufmerksam zu machen, was uns an dieser Bewertungsniethode bedenklich erscheint.

Zunächst das Wichtigsie: Die Leipziger Punklwerlung ist aufgebaut auf sogenannte „Grundleislungcn". Es sind dies willkürlich herausgegriffene Daten, die keine Gewähr für eine einwandfreie Beurteilung eines Modells zulassen. Bin Beispiel : Bs baut jemand ein Modell eines großen Plugzeuges annähernd mat'istäblich. Er ist hierbei gezwungen, die Motorlänge kürzer als die Spannweite zu wählen. Bin Zweiter baut einen Apparat von gleichem Gewicht und gleichem Flächeninhalt, er hat aber den Motor so laug als mögdich, d. h. Spannweite gleich Länge gemacht. Dieses zweite Modell, das, trotz dem es dem Original unähnlicher ist und eine, schlechtere Nachbildung darstellt, wird, da es infolge seiner grillieren Länge einen gröberen Flugweg zurückzulegen vermag, dem ersteren gegenüber im Vorteil sein, obgleich es durch nichts eine Bevorzugung verdient hat. Das Gleiche ist natürlich erst recht der Fall, wenn man ein kleines und ein grobes Modell in diese Weise vergleicht. Wir streben eine Bewertungsart an. die unabhängig von der Größe des Modells lediglich von seiner Güte abhangt. Unabhängig hiervon möchten wir anregen, bei Aufstellung von Höchstleistungen, die geeignet sind, das Ausehen des deutschen Modellsportes im Ausland zu heben, von jeder Forrnelwerlnug abzusehen und nur Strecke und Dauer direkt zu werten. Im Folgenden wollen wir näher auf e nige Punkte der Leipziger Vorschriften eingehen.

Bauvorschriften: Es ist unter keinen Umständen angängig, die Baube-schränkung auf alle Klassen auszudehnen, da dadurch eine Weiterentwicklung auch auf Wegen, die bisher nicht beschritten waren, unterbunden wird.

R unipf tn ode II e: Es empfiehlt sich nicht, die Mindestrumpfbreite in ein Verhältnis zur Spannweite zu setzen, da bei Anordnung von mehreren Propellern <G- und R- Flugzeuge) dieses Verhältnis nicht mehr eingehalten werden kann. Es- ist deshalb ratsamer, den Rumpf in Beziehung zum Propellerdurchmesser zu setzen, da der Propellerdurchmesser, gleichen Mallstab vorausgesetzt, bei allen Klassen der gleiche sein dürfte. Wir halten es für verfehlt, die Mitbefestigung des Fahrgestells, der Trag- und Steuerflächen an einen eventuell vorhandenen Motorstab zu verbieten ; denn es ist technisch unsinnig, den vorhandenen kräftigsten Stützpunkt einer Maschine nicht zur Aufnahme anderer kräfteiibertragender Konstrttktionsteile mit heranzuziehen. Ein Rumpf, der ohne Motorstab alle Kräfte in sich aufnimmt, fällt im Verhältnis zum gruben Flugzeug viel zu schwer aus, da )a bei einem Modell infolge des leidenden Führers, der die Maschine bei der Landung abfangen könnte, eine viel größere Bruchfestigkeit, die sich durch Mehrgewicht bemerkbar macht, Bedingung ist. Es darf dies nun nicht dahin ausarten, den Rumpf lediglich als Atrappe auszubilden, vielmehr soll der Rumpf prinzipiell die Hauptkräfte aufnehmen, der Motorstab soll nur durch M i t be t est ig u ug der einzelnen Konstruktionsteile zur Erhöhung der Festigkeit beitragen.

Hochleistungsinodelleti irgend welche Baueinsclträiikuugen aufzuerlegen, ist durchaus zweckwidrig. Es muß vielmehr diese Klasse grundsätzlich von den übrigen getrennt werden, denn zur Erreichung von Hochleistungen soll jedes Miltel erlaubt sein, insbesondere darf das Fahrgestell in Fortlall kommen und der Motorlünge keine Grenze gesetzt sein.

Die Wertung nach Punkten akzeptieren wir im Prinzip, jedoch sollen die Punktzahlen von anderen Gesichtspunkten aus ermittelt werden. Von einer Wertung der Höhe glauben wir absehen zu müssen, da bei der Ermittlung der Höhe keine einwandireie Messung möglich ist. Einen Zielflug zu werten, halten wir auch für überflüssig, da die Wertung nicht die Qualität des Modells betreffen würde, sondern nur die mehr oder weniger grolle Geschicklichkeit des Starters. Ks bleiben also zur Wertung noch übrig: Der Strecken-, Dauer-, Kurven- und Belastnngsflug, sowohl bei Finud- als auch bei Bodenstart. Mit unserem nachstehend erörterten Wcrtungsvorschlag glauben wir nun einen Weg gefunden zu haben, der einwandfrei und auf sehr einfache Weise eine Wertung der Qualität des Modells gestattet und zwar unabhängig von der Grübe des Apparates. Wir gehen dabei von folgender Bedingung aus: Ein Modell hat als „Normalleistting" so weitzu fliegen, aTs der aus Autziehzahl und Schraiibeusteigerung zu ermittelnde theoretische Flugweg beträgt. Diese Leistung wird mit l'HI Punkten gewertet. Die Differenz zwischen theoretischem und tatsächlichem Elugweg wird prozentual in Zuschlag hezw. Abzug gebracht. Es wird dadurch erreicht, daß ein

Seile '-1)0______„FLUG SPÜRT". __No. 1.5.

Modell mit günstigem aerodynamischen Wirkungsgrad einem schlecht konstruierten Modell überlegen ist. Der Konstrukteur wird hierbei auch gezwungen, die für seinen Apparat passende günstigste Schraube anzuwenden; denn nimmt er beispielsweise eine Schraube mit für seinen Motor zu hoher Steigung, die dann nicht den besten Wirkungsgrad besitzt, so drückt sich das darin aus, dal» der Schlupf der Schraube ein größerer ist und er den theoretischen Flugweg nicht erreicht, er also Minuspunkte erhält. Verwendet er dagegen mit derselben Schraube am gleichen Apparat einen stärkeren Motor, so erhöht er den Wirkungsgrad der Schraube, die dann erst die für den besten Wirkungsgrad erforderliche Tourenzahl erhält, gleichzeitig verkürzt er seinen theoretischen Flugweg, da die Aufziehzahl bei dem stärkeren Motor eine geringere ist. Hat das Modell einen zu schwachen Motor, so arbeitet ebenfalls die Schraube nicht mit dem günstigsten Nutzeffekt und es tritt der gleiche Fall wie oben ein. Erreicht ein Modell bei seinem Fluge eine größere Höhe, so ist es durch den anschliessenden Gleitflug in der Lage, seine tatsächliche Flugstrecke über die theoretische hinaus zu verbessern, es hat die der Mehrleistung entsprechenden Pluspunkte verdient. Hierdurch wird eigentlich eine indirekte Bewertung der Höhenleistung erreicht.

Beim Belas t ungsf lu g sollen zu der so ermittelten Punktzahl noch soviel Prozente in Zuschlag kommen, als die mitgenommene Nutzlast prozentual zum Gesamtgewicht des unbelasteten Apparates beträgt. Die Wertung der Dauer stellt eine einseitige Bevorzugung der leichtbelasteten und daher lang-fliegenden Maschinen dar, es ist deshalb zu Fordern, daß die Wertung der Flugzeit von den übrigen zu trennen ist, z. B. die hierbei erreichte Punktzahl nicht zu den übrigen gerechnet wird. In unserem Vorschlag ist die Punktzahl bei der Dauerwertung gleich der Sekundenzahl.

Der Kreisflug stellt eine Prüfung der Stabilität des Modells im Kurven-flug dar. Da sonst auch hierbei die langfliegenden Modelle bevorzugt wären, ist es nicht richtig, die Punktzahlen für den Kreisflug proportional der Kurvenzahlen zu machen. Im Gegenteil muß verlangt werden, daß lüugerfliegende Modelle eine entsprechend größere Anzahl von Kurven fliegen müssen, um dieselbe Punktzahl zu erlangen.

Als Startarten kommen in Betracht: Flandstart und Boden-(Wasser-)Start.

Für den Handstart Vorschriften zu geben, ist nicht angängig, denn es gibt für jedes Modell nur einen günstigsten Handstart und das ist, wenn dem Modell seine Eigengeschwindigkeit relativ zur Luft gegeben wird. Es ist hierbei mitunter bei Start mit Rückenwind ein ziemlich kräftiger Stoß erforderlich. Jeder falsche Handstart, wie z. B. durch zu kräftigen Stoß rächt sich sofort durch Aufbäumen des Modells und entsprechenden Kraftverlust.

Der Bodeustart erfolgt grundsätzlich ohne Anstoß, indem das Modell auf den Boden gestellt und Propeller und Maschine gleichzeitig freigegeben werden. Das Modell muß nach längstens 5m Anlauf den Boden verlassen haben, andernfalls wird der Start für ungültig erklärt. Gemessen wird vorn Ort des Loslassens.

Konstruktive Einzelheiten, Bauausführungen werden nur bei Ausstellungen, nicht aber bei Wettflügen gewertet. Mangelhafte Konstruktion rächt sich von selbst durch schlechte Leistungen bezw. häufigen Bruch. Für Beschädigungen werden keine Strafpunkte abgezogen, da der Bewerber für die Zeit der Reparatur außer Gefecht gesetzt und dadurch genug geschädigt wird. Dauer- und Streckenflug und Dauer- oder Kreisflug können gleichzeitig erledigt werden.

Die für die Wertung erforderliche Schraubensteigung muß nun ermittelt werden. Es würde eine große Belastung des Flugprüfers darstellen, wenn diese auf dem Flugfelde jede Schraube nachmessen müßten. Es könnte dies vielleicht so gehandhabt werden, daß jedes Vereinsmitglied irgend wann von den Flug-prüfern seines Vereins die Steigungen der in seinem Besitz befindlichen Schrauben feststellen läßt. Die ermittelte Steigung wird auf der Schraube selbst durch Tinte oder durch Einkratzen vermerkt und bei einem Wettfliegen brauche der Flug-prüfer nur die Steigung abzulesen. Evtl. dazukommende neue Schrauben müssen allerdings an Ort und Stelle geprüft werden.

Neben dieser Forjnehvertung sollen die Leipziger „Griindleistungen" für Strecke, Dauer, Belastung und Kreisfltig als „Mindestleistungen" beibehalten werden, bei deren Nichterfüllung der Bewerber für die Wertung ausscheidet.

No. 13

Im Nachstellenden sind unsere Vorschläge zusamiiiengefal.it: Klasseneinteilung: A. F I u g z e u g m o d e 11 e mit G u in m i a n t r i e b.

1. Rumpfmodellc a) Land, b) Wassermascliinen.

2. Studien- (Stab) Modelle a) Land-, b) Wassermascliinen.

B. Hoclileistuiigsmodelle mit Gummiantrieb a) Land-, b) Wassermascliinen.

C. Fliigzeugmodelle mit anderer Antriebsart. Erläuterungen und Bauvorschriften:

Zu A 1): Unter diese Klasse fallen alle Modelle, welche die Nachbildung eines größeren Flugzeuges darstellen und einen oder mehrere, offene oder geschlossene Rümpfe besitzen. Ausnahmsweise auch Nachbildungen älterer rumpf-loser Apparate (Farman, Grade u. s. w.) in dieser Klasse starten. Die Breite und Höhe des Rumpfes muß mindestens Vi des Propellerdurchmessers betragen. Sind mehrere Rümpfe vorhanden, so braucht mir derjenige, der zur Aufnahme der Besatzung gedacht ist, diese Bedingung zu erfüllen. Die Festigkeit des Rumpfes muß so groß sein, daß er durch den Gummizug nicht tordiert wird. Start- und landefälliges Fahrgestell soll vorhanden sein, doch sind Kufengestelle ausnahmsweise zugelassen. Der Bodenstart kann hierbei evll. mit der zugehörigen Startvorricbtung erfolgen. Die Gesamtlänge des Apparates darf nichl größer als die maximale Spannweite sein.

Zu A 2): Stildienmodelle sind Modelle, die dazu dienen, Erfahrungen auf dem Gebiete des Modellbaues zu sammeln. Bei ihnen ist aus Gründen der Bau-vereinfachting der Rumpf fortgelassen, zur Befestigung der Trag- und Steuerflächen, des Fahrgestells etc. dienen ein oder mehrere Motorstäbe (Stabmodelle), Fahrgestelle erforderlich, Gesamtlänge nicht größer als Spannweite.

B. H o c h I e i s t u n g s m o d e 11 e.

'W Hochleisttingsmodelle sind Flugmodelle, die nur auf Erzielung von Höchstleistungen (Dauer- und Entfernung) berechnet sind. Zur Erreichung dieses Ziels ist jedes Mittel erlaubt. Es bestehen keinerlei Bauvorschriften, Aehnlichkeit mit großen Flugzeugen nicht erforderlich.

C. FI it g z e ti g in o d e 11 e mit a ii d e r e r Antriebsart.

Bauvorschriften die gleichen wie für Klasse A. *%■■?<' Flugbewertung:

Die Wertung erfolgt getrennt nach Klassen.

Klasse A: E,s wird gewertet: 1. Streckenflug i

2. Dauerflug [ bei Hand- sowie

3. Kurvenfliig I Bodenstart

4. Belastuiigsflug'

Die Wertung geschieht nach Punkten und zwar wird die Punktzahl ermittelt nach folgenden Formeln:

Für Streckenflug . . P, = 100 ■

Für Dauerflug . . . P2 = D

100 (M_ — St ._T) ST. f

Für Kurvenfliig . . . P: = 100 .

D

, 100 (M — St.T) 100. L

St . T "1" Ci

Für Belastuiigsflug . . P4 = 100 -

PKeS. = P, +P:! + P, Hierbei bedeutet: M die Flugstrecke in m

St die Steigung der Schraube (m)

T Aufziehzahl (bei zwei Motoren die eines Motors)

D Flugdauer in Sek.

n die Anzahl der Kurven

L die Nutzlast

G das Gesamtgewicht des Apparates ohne Nutzlast. Beim Belastuiigsflug darf der Motor nicht verstärkt werden.

Klasse B und C: Es wird gewertet: 1. Streckenflug, 2. Dauerflug. Die Wertung erfolgt nicht nach Punkten, sondern die größte erreichte Entfernung in m Luftlinie, die Zeit in Sek. ist maßgebend. Streckenflug und Dauerflug sind getrennt zu werten.

Die Messung der Entfernung erfolgt mittels Bandmaß. Bei Wassermodellen kann die Eintfernuug durch Winkehnessuug von zwei Punkten aus erfolgen.

Seite- .Uli

FL Li G SPÜRT

No. 1.1

Kino Anerkennung der Höchstleistungen nach Punktzahlen dürfte sich jedoch dicht empfehlen, vielmehr sollen innerhalb der einzelnen Klassen nur die jeweiligen «röliten Kiitfenilingwi und Flugzeiten als Rekorde angesehen werden.

M od e1111u g v e r e i n Berlin.

Verbandsmitteilungen

Vorschriften des Verbandes deutscher Modell- und Gleitflug-Vereine für die Erwerbung des Segelflieger-Ausweises.

Für die Erwerbung des Segelflieger-Ausweises gelten nachstehende Bestimmungen:

Der Bewerber hat eine Saugleistung von 200 m. Gesamtflugstrecke oder 20 sek. Gesamtflugdauer nach Wahl des Führers zu vollbringen.

Hierbei ist gestattet, die Gesaratflugstrecke oder Gesamtflugzeit in ein, oder zwei höchstens drei Flügen zu erledigen, wobei die Flugstrecken oder Flugzeiten der einzelnen Flüge zusammengezählt werden.

Als Start gilt das Loslassen der Hilfsmannschaften oder b 'i eigenem Anlaufen das Beinabheben vom Boden. Bei Startmaschinen die Loslösung von der Starteintichtung.

Als Landung gilt die erste Bodenberührung bezw. Angreifen fremder Hilfe. Die Landungen müssen in normaler Weise vorsichgehen. Das Flugzeug muß flugfähig bleiben. Die Sportzeugen, mindestens zwei, haben in ihrem Bericht die Umstände des Starts und der Landung anzugeben.

Die Sportzeugen müssen vor der Prüfung vom Verbände deutscher Modell- und Gleitflug-Vereine als solche anerkannt sein. Der Antrag auf Ausstellung des Zeugnisses muß durch einen Verbandsverein, dem mindestens einer der Sportzeugen angehört an den Verband eingereicht werden, und zwar unter Beilegung des von den Sportzeugen aufgenommenen Protokolls und der Potojraphie des Bewerbers von 4 cm Breite X 5,5 cm Höhe in zwei Exemplaren.

Verband deutscher Modell- und Gleitflug-Vereine, gez. Ehrhardt

Der Segelflieger-Ausweis wurde verliehen auf Grund der Leistungen anlässig des Rhön-Wettbewerbs 1920.

Nr. I Dipl. InR. Klemperer, Aachen Nr. '2 Pelzner, Nürnberg. Nr. 3 Friedrich Richter, Berlin. Anträge auf Anerkennung von Sportzengen zur Erlangung des Segelflieger-Ausweises sind an den Verband deutscher Modell- und Gleitflug Vereine Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8, zu richten.

Vereinsnachrichten.

Verein für Luftverkehr und Fluglechnik Nürnberg-Fürth e. V.,

Abteilung Modell- und Gleitflugsport. Am 8. Mai vormittags fand bei günstigem Wetter auf der Deutschhcrrnwieso ein Uebiingsiliegen statt zu welchem der Verein für Luftverkehr und Flugtechnik Ehrenpreise stiftete.

Die Veranstaltung, zu deren Durchführung die Flugüherwachungsslelle II einige Beamte stellte, verlief äußerst rege, und eine große Ziischauermenge interessierte sich lebhaft für deren Verlauf. Vertreten waren die verschiedensten Modellgattungen und Kreuzungen: Rumpf- und Stabniodellc, deutsche und englische kekordmodclle, Pfeilflieger und ein Bing-Preßiuftmodell, welches vom Herrn Obcringenieur Reischl vorgeführt wurde. Im ganzen erschienen '20 Modelle.

Wegen der Windschatten der umliegenden Häuser ist das Gelände wenig zum Fliegen geeignet und so kam es, daß fast kein Modell gerade Richtung halten konnte. Nach den ersten Versuchen von Pelzner. Riedl, lttner und E. Schalk, begann um !) Ghr der Stari. Die Modelle von Pelzner erreichten auffallend große Geschwindigkeiten und zeitweilig ansehnliche Höhen. Das Ruinpt-

Nu. u fi11, u G S P 0 H T '•. ^eite MXi

eindcckcrmodcll von Inner l.'lllil allgemeine Bcnchlling lind zeigte sich im l'luge sehr stabil. Dcltmunii, ein Anfänger, zeigte Ulli seinem Doppclsclu nnhciKippm ul ebenfalls gute Leistungen, desgleichen Meiuel inil einer l'.ule. Schalk erreichte iiul einem I I gr „schweren" Kllleulllodell, nachdem er bereits wir Beginn des Wettbewerbs eitllMl uiehl gcslopplen 1'lilJJ Villi boli'ärlillicher Duner er/.ielle, du: Zeil von Sekiuuleii uiul verbesserte damit ileii von ihm gehaltenen Lleulseheu DnuoiTokord um IS Sekunden. Wiuulerlieli hruehle einen sehr Hellen Zwei--.rliniuluuieiiidet.'koi', der aller infolge /.eilimiugels halbiert ig War und deshalb uiehl befriedigte, kiedl erschien uiil einer leichten Bitte, die- er ersi „oinllog".

Ilmli wie es immer bei -oleheii VcrnnslaltHilgen /u sein pllegl, su gab es auch leider hier Bruch, und so uiuliien denn un-hrcie Modelle ausscheiden. K'iedl hülle durch C iiuumideiekl heim Aiil/ielieii Zerstörung der vorderen (Irg.ine sriiirr Kuli.1 zu melden. Ihm folgte Schalk, dessen Doppelscliruiihciutiudcll durch Verwickeln des tiummis in eine Spiinnschnur einen ..Looping" zu vollführen suchle, um sich gleich daraul uls Wink darzubieten. Kurze Zeil duruuf folgte seine kleine lüde dein (ieschick di:.s Kiedl'sclieii Apparates. Zum Si'hliill hatte nur Ii Pelztier bei seinem l'iiiteiiimulell den Biuch des Mninr-t.ihes ilnvuti:'.cir.u-cn

Die hosleli l.ei-lllllgeu cl ziehen'

Modell. Mi e, Li . D.niei . I lohe. Kurven:

l'elnel I nie I Iii III ,U Sek '.!i l III

Doppelschr. l-'iudeckei I l.i . .V! .. .. o'l,

Schalk l'.ule in:. .. !»' .. S .. Ii

lllller kliuipl'-l:illdeckel il .. III ., ö .,

.Wenn I knie Iis .. l.i .. Iii .. I

Dellniaun Doppels! In -I .iudei ker 1*1 ., In 'Jl .. IV..

Ihr "fug war seil langem wieder einmal ein Ereignis und zeugte von grobem Spuilsgeist.

Dienstag abend- findet in den Cluhrüuiucn. I Intel Witlelshach, wie üblich, dir wöchentliche Sitzung .Matt, (niste sind hierzu Ireuudhch.sl eingeladen.

Die Abteilung Modell- und Cileilflugsport hält am letzten Sonnlug jeden Monats noch eine weitere Sitzung in den gleichen Kanuten ab.

V.,,,i NnruliiTSiT rrlimi-_'slli.-!fii In der .»litte: IVI/.i.-v, nvhts: SVh.ilk

Seile -K«

t, F L U G S P 0 R T ".

No. i;<

" 'Modellflugverein Berlin. Die l'lug-Icislungen Tbei den letzten, nunmehr regeluiüliig Sonnabends inu'lllii. Hilf dem Tciupelhofor Feld stattfindenden 1 Jobiuigs-I liegen, waren Durchschnittsleistungen. Mit neuen Modellen erschienen Haugwitz, Dr. Sultan und Heiitsclie I.

Haugwitz brachte ein [mit gewohnter Sauberkeit gebautes Siemoiis-Kaiiiptoiii-silzer-Riunpf-Mndell. das seine gute lititi-lühigkcit'hcwicLi.

Dr. Sultan erschien mit einer neuen grollen Knie von I.ÖHI in Lauge. Dieselbe war Ispeziell in den Einzelteilen, wie St rohen verbind nugen, Vorspann inuj>iUI-schliisseii alliierst sauber durcligearhoiui und erreichte Flug-trcckeii über 2~*< in.

I leuischels l'aru.-nl-Ruiupliiiodell uiaclile U ider nach einigen Flügen Bruch.

Unser Vereinshcti icb in der jetzigen f"'ii in hat sich sehr gut bewährt. Aal (iriind der Erfahrungen, dal! bei Well bewerben an festgesetzten Tagen die Favoriten dort meistens versagen, haben wir aus diesem Grunde sämtliche Einginge eines Monats für einen Wettbewerb gewählt. Die boten Leistungen jeden Fingtages werden festgestellt und am Schlüsse des Monats die beste Ge.-aiut-leistuug geweitet.

Für den Monat Juli sind Wasserniodcll-rehuiigstiiegen vorgesehen. End zwar linden dieselben Sonntags vormittags statt. Treffpunkt für den ersten Flugtag Sonntag den .5. Juli frühH Uhr Schlachtensee Restaurant „Neue Fischerhude".

Als Preise sind für die beste Dauer-leistuug bei Handstart I. M. 50.—, 11. M. •.!.". - und Trostpreise ausgesetzt. Landung muH in gutem Zustande einwandfrei auf dem Wasser ertolgeu. hur den I Prei> inuli die VcreinshöclistJeistuug, \'l Sek.. (Drude) überboten werden.

hu November findet ein Wettbewerb für Segeldracheu und Segelfliiginodelle statt. Näheres wird noch bekanntgegeben.

Schluk.

1 lamburgerVerein für l.ufüahil e. V. Abteilung für Segelflug und Modellbau.

Geschäftsstelle Waildshekerslieg öd. Bericht über das inlerue Wettlliegen um den Vercuiswuudci'preis für Riuiiphno delle und den Biedermann-Wanderpreis lür Slabinodelle.

Witterung '', bedeckt. Wind NNO. Ii -S m sek. böig. Am Start erschienen 5 Runipfeiudecker, I Stabdoppeldecker. > Stubeüldcckor, 1 Stabenteli mit l'äu-schraubenaiitrieh, l Stabeuten mit Doppel-schraubeiiaiitrieb.

Gewertet wurde nach der Piiuklbe-Werlungstabelle de- Vereins.

Der Biedermann-Wanderpreis wurde zum zweiten Mule von Hasenfnli gewonnen. Der längste Flug betrug 107 m.

Nu. 1.1

„ F LUGS P U Ii T

Seile M

die roLitl1 Dauer 21)'/., Scr. Den Vorehiswandcrprois gewann Wagner mit seinen! Rumpfeindecker von l(>5 gr (iesaimgewichl. Größte hei Bodonstart geradlinig zurückgelegte Strecke betrug ?fl in, die grollte Dauer 15 See.

Bei diesem Wettfliegen zeigte es sich, dal.i die Bewertung nach Grund -leislungen gewisse Modelltypen begünstigt, während die Konsiruktiousniodelle benachteiligt werden. Hier eine Aeiideruug zu schaffen wäre eine dankbare Aufgabe für die Vereine.

Die Fhigzeugiiindell-Ansstelliuig wird am Montag, d'-u ä>. bau eröffnet Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei. Jeden Abend von 5 -7 Uhr werden die ausgestellten Modelle den Interessenten erklärt weiden. Am Donnerstag, den .50. Juni endigt die Ausstellung- Sämtliche ausgestellten Gegenstände sind in der Zeit von 5 bis 7 Uhr abzuholen. Das Wettfliegen findet auf dein Jubi-läiunssportplatz an der Allee in Altona statt. Hierfür wird ein Eintriltsgold von Mk. I,— und Mk. Ii.— erhoben. Der offizielle Beginn ist aal '_"/, Uhr festgesetzt. Die aktiven Teilnehmer haben sich zwecks Feststellung der Daten und Erledigung der Ahiiahnieflüge eine Stunde vor Beginn auf dem Spuripl Hz einzufinden. Anschließend an das Wettfliegen findet die Preisverteilung stalt.

Das nächste Uebuugsfliegeli wird am Sonntag, den 3 Juli auf dem Fuhls-hütteler Flugplatz ausgetragen.

In Anbetracht des Rhön-Wettbewerbes wird das Vergloichsfliegen der Gleit- hezw Segelflugzeuge nicht stattfinden.

In der Versammlung um Dienstag, den 14. Juni wurde der Bau eines Ver-einsgleitflugzeuges beschlossen. Die Kosleu hierfür werden durch freiwillige Zeichnungen aufgebracht. Mit dein Bau wird schon in aller Kürze begonnen werden. Mitglieder, welche noch Beträge zeichnen wollen, werden gebeten, dieses der Geschäftsstelle baldmöglichst mitzuteilen

Dienstag, den 5. Juli findet eine Hauptversammlung statt. In Anheimeln der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um vollzähliges Erscheinen ersucht. Einführungen von Interessenten sind nach wie vor gern gesellen.

Frankfurter Modell- und Serelflugverein F.. V. Der Rcgisterrichier am Amtsgericht Frankfurt a. M., bestätigte unter dein III. 5. 21 den Frankfurter Modell- und Segelflugverein als gerichtlich eingetragenen Verein.

Personalien.

Carl Caspar, Geschäftsführer und Inhaber der Casparwerke in. Ii. II. in Travemünde, ist von der Technischen Hochschule in Aachen Abllg. für Wissenschalt in Anerkennung seiner Verdienste um die Entwicklung der Elugteclnük die Würde eines Dr. lug. e. Ii. verliehen worden. Dr. Caspar zählt mit zu den Pionieren der Deutschen Luftfahrt. Bereits im Januar Hill erwarb er auf Elricli-Ruiuplor-Taube in Johannistal das Piloleuzeugnis. Auf all den damaligen Fhigvernusiultungen war er eine bekannte Erscheinung und hal sich au den Wettbewerben inil großem Erlolg beteiligt. Am LA). Juni 1012 stellte er während der Kieler Elugwoi lie einen deutschen Höhenrekord mit .5250 in auf, am 15. Juli ISM.1 einen weiteren mit Passagier auf 3500 tu. Das waren für damalige Verhältnisse hervorragende Leistungen. In flugsportlichen Kreisen ist er noch besonders bekannt durch seinen Sieg im Flug riniil um Berlin am 31. August — I. September 1012. Im Jahre 1012 begann Dr. Caspar mit der eigenen Fabrikation von Flugzeugen. Aus kleinen Anfängen entwickelte er daraus die bekannte Hanseatische Flugzeugwerke A.-G. und die Casparwerke in, h H. in Travemünde. In letzteren wurde auch nach Friedensschluß weiter gearbeitet, um tlie gesammelten Erfahrungen für die Entwicklung des Deutschen Verkehrsflugzeuges auszuwerten.

Cieneraldir. Dr.-Ing. Rumpler ist von seiner Aincriknreisc mit der „Roiier-duiu" am I. Juni ds. ,|s. wieder in Berlin eingetroffen, laue freundliche Aufnahme wurde ihm in Amerika von der Industrie, Handel und Regierung zuteil. Als Vertreter der deutschen Industrie sind Herrn Dr. Rumpler Ehrungen aller An zuieil geworden. Auch hat er geschäftliche Erfolge auf dein Gebiet des Automobil . Flugzeug und Molorenbaues zu verzeichnen.