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Zeitschrift Flugsport, Heft 12/1921

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 12/1921 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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Bezugspreis für Deutschland

No. 12 Jllustrierte

s i,<ni technische Zeitschrift und Anzeiger

und Oesterreich

a-JUnl J *» pr. Quart. M. 18..

für das gesamte emwipr.M.s.-

InltKynraDan" Postscheck-Conto „rill^ WCaCII Frankfurt (Main) 7701.

1921.Jahrg. XIII.

Telei. Hansa 4557. Tel.-Adr.: Ursinus.

ßrief-Adr. Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8. == Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, die Post und den Verlag. == — Erscheint regelmäßig 14tägig. — Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe pestattot.

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 22. Juni.

Flugzeugbauverbot.

In den Fabriken ist's still. Die Arbeiter sind beschäftigungslos. Die deutsche Flugzeugindustrie ist durch die Annahme des Ultimatums und des hieraus rechtskräftig gewordenen Flugzeugbauverbotes in ihrem Lebensnerv getroffen! Wenn wir keine Flugzeuge bauen — — können wir auch keinen Flugverkehr betreiben. Auf unsere hochentwickelte Fingtechnik, die schneidigen unermüdlichen Flieger, die rastlos arbeitenden Konstrukteure war jeder Deutsche stolz. Die Flugbegeisterung hat, wie die Entwicklungsgeschichte der deutschen Flugtechnik in den letzten 15 Jahren zeigt, unsere aufwachsende Generation voll und ganz erfaßt. Die Firmen, Konstrukteure, Arbeiter, alle, welche mit einem zivilen Luftverkehr rechneten, haben auf den Tag gewartet, an welchem in uneingeschränkter Tätigkeit an dem Aufbau des Luftverkehrs begonnen werden konnte. Durch die jetzt erzwungene Stillegung werden die besten Kräfte, wenn nicht geeignete Vorbeugungsmaßregeln getroffen werden, zu Grunde gehen. Dem vom Ultimatum Betroffenen muß voller Schadenersatz geleistet und zwar muß durch ein Gesetz der zivilen Luftfahrt über die Zeit der Niederhaltung durch die Entente hinweg geholfen werden. Durch Gesetz muß die Schadenersatzpflicht des Reiches festgelegt werden.

Es ist nicht schwer, die für die Weiterentwicklung der Luftfahrt nötigen Kräfte zu erkennen und diesen durch Entschädigung ihre Weiterarbeit zu ermöglichen.

Der Verband Deutscher Luftfahrzeugindustrieller erläßt folgende Resolution :

Gegen die Vernichtung1 der deutschen Luftfahrt.

In ernster Sohicksalsstunde der deutseben Luftfahrt weist die Gesell-chil'ter-Versammlung des Verbandes Deutscher Luftfahrzeug-Industrieller, im vollen Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit, Volk, Regierung- unri Reichstag darauf hin, daß durch das Entente-Ulti-m^ti.m die zivile deutsche Luftfahrt in ihren Grundlagen bedroht ist, und der Kultur nur dann erhalten bleiben kann, wenn Volk und R' gieriuig Meli einig sind in dem Bewußtsein der drohenden Gefahr und in dem entschiedenen Willen, sie zu bezwingen.

Ein znkiiM t-reicher Zweig des deutschen Wirtschaftslebens mit allen ,-emen Hoffnungen und Aussichten auf einen nationalen und internationalen, die Völker verbindenden Luftverkehr und die viellachen ßetätigung>möglichkeiten weitester Arbeitskreise soll, weit über den Ver>ailW- Verirag hinaus, geopfert werden!

Durch den Ver>ailler-Vertrag wurde die deutsche militärische Luftfahrt vernichtet, jetzt soll auch noch die zivile Luftfahrt prak-ti-ch lahmgelegt, werten.

Das muß und kann verhindert werden, wenn das deutsche Volk durch seinen berufenen Vertreter in dem zu erlassenden G. setz nie, .Sicherheit, schalft, welche der zivilen Luftfahrt die fern- re Lebeti.-möghclikeU gewährleistet.

Wieein-t nach ile.m Unglückstage von Echterdingen das deutsche Volk einmütig und begeit-tert sich hinter seinen alten Grafen Zi ppelin stellt» und die deutsche Luftschiffahrt rettete, so soll es auch d.esinal sein, wo es sich um Sein oder Nichtsein der ganzen deutschen Lnltlaliit handelt.

V e r b a n d D e utsc Ii e r Lu f tf ah rzeug-In d u s t r i eil ei G. in. b. H.

T. B. Nr 2IC,K/-»1. Hetr. tJlliiiuvtvun.

Aii den

Herrn Reichspräsidenten

Berlin.

Nachdem Regierung und Reichstag am II. 5. 21 das Ultimatum der Entente unterschrieben haben, ist die Notwendigkeit gegeben, durch Schaffung neuer Gesetze die Durchführung des Ultimatums zu gewährleisten.

Im besonderen wird es eines baldigen Gesetzes bedürfen, um die Einstellung der Arbeiten in den Enbrikcn, welche den Bau von Luftfahrzeugen betreiben, zu bewirken.

Von dieser Voraussetzung ausgehend, hat der unterzeichnete Verband unmittelbar nach Annahme der gegnerischen Forderungen ein Gesuch an den Herrn Reiclisverkehrsminister gerichtet, in welchem gebeten wurde, bei Ausarbeitung eines solchen Gesetzes die bis ins Mark getroffene deutsche Flugzeug- und Luftschiff-Industrie sowie die Verkehrsunteruehinungen mit heranzuziehen. Dem Geschäftsführer des Verbandes, der unter Hinweis auf die vernichtenden Folgen der Luftfahrt-Klauseln des Ultimatums am 14. 5. Gelegenheit nahm, auf dem Reichsverkehrsministerium Abteilung für Luft- und Kraftfahrwesen mündlich die Bitte um Hinzuziehung der Interessenten zu wiederholen, wurde dies auch bereitwilligst zugestanden. In Verfolg der eben erwähnten Unterredung hatte das Reichsver-kelirsmitiisteriurn die Vertreter der gewerblichen Interessenten zu einer Vorbesprechung eingeladen, um gemeinsam mit ihnen über die für die deutsche Luftfahrt geschaffene Lage und eventuell zu ergreifenden MnUnahmcu zu beratschlagen.

Sowohl die Herren Vertreter der Behörden, wie auch der Interessenten waren sich darüber einig, ilal.i die Verhältnisse in der Luftfahrt so eigenartig liegen,

Berlin W. .15, den 25. Mai 1921. Seliöneber^er Iji'ei- 40.

No. 12

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wie in keiner anderen Industrie, und daß eine ganze Industrie und ein mit ihr in innigem Zusammenhang stellendes Verkehrsgewerbe der Gefahr der restlosen Vernichtung überliefert würde.

Es herrschte völlige Uebereinstimmung auch darüber, daß aus diesen eirunden außerordentliche Maßnahmen erforderlich wären, um die Erhaltung einer späteren zivilen Luftfahrt zu ermöglichen und zu vermeiden, daß Deutschland aus der Zahl der Luftfahrt treibenden und damit zugleich aus der Liste der Kultur-staaten überhaupt gänzlich gestrichen werden solle.

Auch darüber herrschte unter den Teilnehmern an der Sitzung nicht die geringste Meinungsverschiedenheit, daß die Schäden, welche der deutschen Luftfahrt aus der Annahme des Ultimatums erwüchsen, unter allen Umständen voll ersetzt werden müßten und den deutschen Luftfahrzeugfabriken und Verkehrs-Llnternehmungen die Möglichkeit geboten werden müßte, die nächste Zeit nicht nur zu überstehen, sondern auch nach Ablauf des Bau- und Einfuhrverbotes mit neuer Kraft weiterarbeiten zu können.

Der Eindruck, den die Interessenten aus der Sitzung mitnahmen, ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, daß die Regierung bei Einbringung eines diesbezüglichen Gesetzes in den Reichstag mit klaren Worten den drohenden Ernst der Lage darstellen und dafür eintreten würde, daß durch besondere Maßnahmen die Luftfahrt Deutschland erhalten bliebe.

Das positive Ergebnis der Sitzung im Reichsverkelirsministerium war, daß den Interessenten anheimgestellt wurde, selbst den Entwurf zu einem Gesetze anzufertigen und bis zum 20. 5. dem Reichsverkehrsministeriuin einzureichen. Die Uebergabe des fertigen Entwurfes fand am vorgesehenen Tage vormittags t) Uhr durch den Geschäftsführer des Verbandes statt, und bei einer sich hieran anschließenden Besprechung des Entwurfes kam die von den Vertretern des Reichsverkehrsministeriums bereits in der gerneinsamen Sitzung gezeigte Tendenz, den so schwer getroffenen Fabrikations- und Verkehrsunternehmen zu helfen, nochmals in prägnanter Weise zum Ausdruck.

Mit umso größerem Befremden mußten die Interessenten aber am 24. 5. die Mitteilungen aufnehmen, daß — entgegen den von ihnen bisher gehegten und seitens des Reichsverkehrsministeriums in ihnen srenährten Hoffnungen — die Regierung davon absehen wolle, einen Gesetzentwurf auf der von den Interessenten ausgearbeiteten " Basis dem Reichstage vorzulegen, sondern daß nur beabsichtigt sei, durch ein kurzes Mantelgesetz der Regierung vom Reichstage die Ermächtigung erteilen zu lassen, im Verordnungswege die wirtschaftlichen Folgen des Ultimatums zu regehl. Dadurch würde z. B. unmöglich gemacht werden, die den Interessenten aus der Reichskasse als Schadenersatz zu zahlenden Beträge ihnen — analog dem zwischen der Regierung und den Reedereien getroffenen Abkommen — frei von Stenern zukommen zu lassen. Einzelheiten über die doch sieher sehr gewichtigen Gründe, welche für das Umschwenken ■ auf diesen völlig veränderten Standpunkt maßgebend gewesen waren, wurden nicht bekannt gegeben. Wohl aber erhielten die

Teilnehmer an der Be- ^it^uinriliiunt; seitlich de« Moiors im neuen Fokkcr F.III sprechung am 2T r> die ■ Wi-kehrsllunxeiitf.

Gewißheit, daß riwiiTmigssoitiR llicl" beabsichtigt ist, in dem Gesetz eine Be-stitumuii" darüber^aufztuielmicu, daß die durch das Gesetz Betrol feuert vollen Schadenersatz zu erhalten hatten.

Die in diesem Falle beliebte Art de.s Vorgehens der Behörde bei Frlali einschneidender Gesetze weist ein Analogon auf, welches bereits zu den schwersten Unzutragliclikeiten geführt hat. Auch aus Anlaß der geplanten Herausgabe von Richtlinien für die Entschädigungen, welche den durch die Durchführung der Artikel KW, 192, 202 und 238 des Friedensvertrages Geschädigten zugebilligt werden sollten, war die Industrie in gleicher Weise gehört worden, wie dies im vorliegenden Falle geschehen ist. Ihren Vorschlägen wurde aher bei Erlaß der Bestimmungen (vom 27. 5, l',)20) überhaupt nicht Rechnung getragen. Die schon damals vorauszusehende Folge war, daß gerade die Luftfahrzeug-Industrie unter Schäden zu leiden hatte, die vollständig einseitig und absolut ungerechtfertigt waren und bereits verschiedene Eingaben an den Herrn Reichsschatzniinister und den 9. Ausschuß des Reichstages zur Folge hatten.

Da den Interessenten die Gründe nicht bekannt sind, welche die Regierung veranlaßt haben, den von ihnen vorgelegten Gesetzentwurf abzulehnen, nachdem erst scheinbar die Zustimmung der Regierung zu ihm vorhanden war, glauben sie 'zum mindesten die Forderung stellen zu müssen, daß bereits im Gesetze selbst ausreichende Sicherheiten dafür gegeben werden, daß nicht Richtlinien ähnlicher Art wie die vom 27. r>. 1020 erhissen werden.

Wie schon vorher kurz geschildert, hat sich jetzt wiederum der eigenartige Zustand ergeben, daß die Vorschläge der Interessenten, nachdem sie von Seiten der Regierung erst erbeten waren, vollkommen ignoriert werden.

Aufs Neue wdrd ein Gesetz gemacht, ohne daß die durch dasselbe wirtschaftlich aufs schwerste Betroffenen Gelegenheit haben, ihre Ansichten zu den Absichten der Regierung zu äußern.

Es liegt uns fern, an der Arbeit der Regierung irgendwelche Kritik zu üben, wenn wir die Behauptung aufstellen, daß die Verhältnisse in Luftfahrzeug-Industrie und -Verkehr so vielseitige und verschiedene sind, daß keine Behörde auch nur im entferntesten in der Lage, ist, alles übersehen zu können.

Trotz dieser Verhältnisse aber erhalten die Interessenten keine Gelegenheit, bei der Abfassung des Gesetzestextes mitzuwirken.

Daß die vorstehend geschilderte Ausschaltung der Interessenten keineswegs die Regel ist, lehrt die Geschichte des „Gesetzes zur Regelung der Luftfahrt".

Niemals waren Sitzungen, in denen über dieses Gesetz verhandelt wurde, rein interministeriell, sondern stets wurden Sachverständige aus Interessentenkreisen sowohl von Seiten der Arbeitgeber wie von Seifen der Arbeitnehmer hinzugezogen.

Im Gegensatz zu diesem Vorgehen haben die Interessenten im vorliegenden Falle auch nicht ein einziges .Mal Gelegenheit gehabt, durch unmittelbare persönliche Fühlungnahme mit den Vertretern des scheinbar allein ausschlaggebenden Reichsfinanzmhiisteriunis in gemeinsamer Besprechung mit andern Ressorts ihre Ansicht darzulegen. Hingewiesen sei an dieser Stelle auch noch ausdrücklich darauf, daß dem Reichsverkehrsministeriuni der „Reichsausschuß für das Luft-und Kraftfahrwesen" zur Verfügung steht, — ein Gremium von ausgewählten, vom Herrn Reichspräsidenten selbst berufener Sachverständigen — um beratend in allen FYagen, welche von so einschneidender Wirkung für die Zukunft der deutscheu Luftfahrt sind, mitzuwirken. Auch dieser Ausschuß ist übergangen worden, trotzdem Zeit zu seiner Berufung reichlich vorhanden war.

Sollte vielleicht bei einzelnen Ressorts die Meinung herrschen, daß die Tragweite eines Gesetzes, wie es seitens der Interessenten im Entwurf vorgelegt wurde, noch nicht zu übersehen und aus diesem Grunde von einer gesetzlichen Hindling abzusehen sei, so muß demgegenüber ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß dies dem Ernst und der Bedeutung der Lage nicht entspricht.

Es handelt sich heute mir noch darum, ob Regierung und Volk willens sind, die deutsche Luftfahrl zu erhallen oder nicht!

Ist e.rsteres der Fall, so werden auch die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden können und müssen.

Darüber zu wurden, daß solche Mittel nicht in unzulässiger Weise im Ueliermaße oder an Unberechtigte gezahlt werden, isl Sache der Behörden. Der unterzeichnete Verband isl auch gern bereit, auf Wunsch geeignete Sachverständige namhaft zu machen, welche den Behörden für solche Fälle beratend zur Seite stehen. Die erforderlichen Mittel werden in keiner Weise dadurch verringert, daß mau die Entscheidung über die grundsätzliche Seire des Schadenersatzes aus

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übergroßer Vorsicht noch hinauszuschieben versuchl, bezw. unter Ausschaltung des Reichstages der Regierung allein übertragen will. Erreicht wird durch solches Vorgehen nur, dal} bei den Interessenten auf Grund ihrer bisherigen Erfahrungen der Eindruck erweckt wird, daß die Reichsregierutig aus hier nicht bekannten Gründen die grundsätzliche Schadensetsntz.pHicht des Staates nicht anerkennen will.

Für die Luftfahrt gilt es jetzt endlich, »ach jahrelangen unsicheren Verhältnissen eine klare Lage zu schaffen. Entweder restlose Vernichtung durch den Feindhund und keine oder unzureichende Hilfe des Staates oder die bestimmte Hoffnung und Gewißheit, daß den Bau- und Verkehr.s-U/iternehmen mit Hilfe des Reiches ein Weiterarbeiten ermöglicht wird. Nur dann werden und können sie in der Lage sein, mutig den schweren Kampf von neuem aufzunehmen. Werden sie aber in dem Gedanken bestärkt, daß die Regierung nicht willens ist sie zu unterstützen, bezw. dies nur in zögernder und unzureichender Weise zu tun beabsichtigt, so dürfte dies gleichbedeutend mit dem Ende der deutschen Luftfahrt sein, und damit wird gleichzeitig dem deutschen Reiche auf kulturellem Gebiete ein Schaden zugefügt worden, der später nicht mehr wiedergutzumachen sein wird.

Die deutsche Luftschiff- und Flugzeug-Industrie und die deutschen Lufl-verkchrsunternehmimgcn erwarten von der Regierung, daß sie es nicht verabsäumt, dem Reichstag unter ausdrücklichem Hinweis auf die sonst entstehenden Folgen ein Gesetz vorzulegen, welches ihnen die Möglichkeit eines Weiterbestehens sichert.

In Anbetracht der entscheidenden Wichtigkeit der vorstehenden Angelegenheit hat die heute, tagende Gesellschafterversaminlting des Verbandes Deutscher Luftfahrzeug-Industrieller beschlossen, durch vorstehendes Schreiben den Herrn Reichspräsidenten nochmals auf den furchtbaren Frust der Lage aufmerksam zu machen.

Den Herren Ministern aller Ressorts ist Abschrift vorstehenden Schreibens zugegangen.

Verband Deutscher L u f t f a Ii r z e n g -1 n d u s t r i e 11 e r. G. in. b. H.

gez. F. K a s i n g e r.

*

Verband Deutscher Luftfahrzeug-Industrieller. Berlin. IL Mai 1!>21.

G. m. b. H.

T. Ii. Nr. 1ÜK2/21. Betr. Lltimatiim.

An den

Herrn Reichsverkelirxminister

Berlin W.

Reichsregierung und Reichstag haben am 10. 5. 21 die Annahme des Entente-Ultimatums beschlossen, durch das die deutsche Luftfahrzeug-Industrie und die Verkehrsnuternehniungen in ihrem Lebensnerv getroffen werden, wie keine andere Industrie und kein anderes Gewerbe.

Die in dem unterzeichneten Verbände vereinigten Industriellen und Ver-kehrsunteriieliuuuigeu richten daher an den Herrn Ueichsverkehrsiuiuister hiermit die ergebene Bitte, baldmöglichst für absolut klare Verhältnisse Korten zu wollen, da das zur Zeit wieder eingetretene Stadium der Ungewißheit wirtschaftliche Folgen bedenklichster Art zeitigen wird.

Vor :;!ien. aber wird gebeten, die Interessenten zu allen Besprechungen, welche die Luftfahrtfragen des Ultimatums, sowie Maßnahmen zur Durchführung derselben zum Gegenstand haben, hinzuziehen.

Insbesondere wird der größte Wert duraul gelegt, daß dieses Mal die Interessenten bei Redigiorung etwa zu erlassender Gesetze, Verordnungen oder Ausfiihruiigsbestimiiiüiigen nicht übergangen werden. Nur so wird es möglich sein, unliebsame Verhältnisse, wie sie anläßlich der Durchfuhr« n«; des Friedensvertrages entstanden waren, in Zukunft zu vermeiden.

Mit vorzüglicher Hochachtung Verband Deutscher Luftfahrzeug-Industrieller. G in. b. H gez. F. Kasinger.

Verband Deutscher Luftfahrzeug-Industrieller. Berlin, 19. Mai 1921.

O. in. b. H.

T I!. Nr. 20C.8/21. Itetr. Ultimatum.

Aii den

Herrn Reichsverkehrsiuinister (Abteilung für Luit- und KrafifalirweHen)

Berlin W. 8.

In Anlage beehren wir uns ergebenst den Entwurf zu einem zwecks Durchführung der seitens der Reichsregierung mit der Annahme des Ultimatums der Entente übernommenen Verpflichtungen zu erlassenden Gesetze zu überreichen.

Der Wortlaut des Gesetzentwurfes ist auf Grund eingehendster Beratungen innerhalb der im Einvernehmen mit dem Reichsamt für Luft- und Kraftfahrwesen aus den Kreisen der durch das Gesetz Betroffenen gewählten Kommission in der vorliegenden Form festgelegt worden. Die sehr kurze Frist, welche für die Abfassung des Gesetzentwurfes zur Verfügung stand, ließ nur die Abfassung einer kurzen Abhandlung über allgemeine Gesichtspunkte zu, machte aber die eingehende schriftliche Begründung der einzelnen Paragraphen unmöglich.

Aus diesem Grunde erscheint es uns unerläßlich, daß die Kommission, welche den Text verlaßt hat, in Zukunft zu allen Sitzungen — auch zu solchen zwischen den einzelnen Ressorts — hinzugezogen wird. Nur auf diese Weise könnte unseres Erachtens die Gründe, welche die Kommission zur Wahl des vorliegenden Wortlautes bewogen haben, so eingehend dargelegt werden, wie dies im Interesse des Weiterbestehens der deutschen Luftfahrt geboten erscheint.

Ferner aber würde auch die Möglichkeit ausgeschaltet, daß der Text durch von anderer, über die Gründe nicht informierter Seite vorgenommene Aenderungen Auslegungen zuläßt, die nicht beabsichtigt sind.

Wir richten daher au den Herrn Reichsverkehrsmiuister die ergebene Bitte, unserem vorstehend geäußerten Wunsche stattzugeben.

Zwecks Benachrichtigung der Kommissiousmitglieder bilten wir, den unterzeichneten Verband rechtzeitig von anberaumten Sitzungen benachrichtigen zu wollen.

Zum Schlüsse möchten wir nicht verfehlen darauf hinzuweisen, daß es in den Kreisen der Luftfahrzeug-Industrie und der Verkehrs-Unternehimiugen große Beruhigung hervorrufen würde, wenn an allen Besprechungen, die in amtlicher Eigenschaft zwischen Mitgliedern anderer Ressorts und Angehörigen der llük stattfindeil, stets ein Vertreter des Herrn Rcichsverkehrsniüiisters, Abteilung für Luft- und Kraftfahrwesen, zugegen sein würde, zu dessen eingehender Sachkenntnis und eindringendem Verständnis für die Bedeutung der deutschen Luftfahrtindustrie und Verkehr wir das uneingeschränkteste Vertrauen haben.

Mit vorzüglicher Hochachtung Verband Deutscher L u f t f a h r z e u g-1 n d u s t r i e 11 e r. G. m. b, H. gez. F. K a s i n ge r. *

Verband Deutscher Luftfahrzeug-Industrieller. Berlin, I!). Mai 1921.

G. m. b. H.

T. R. Nr 2 H7/-3I. (Vtr. Ultimatum.

All den

Herrn Reichsverkehrsmiuister (Al)teihm^ für Luft- und Krat'tfallrvvescn)

Berlin W. S WitiiHhimtraß« 7-;.

Durch die. Unterzeichnung des Ultimatums der Entente \oni 5. 5. 21 hat sich die deutsche Regierung verpflichtet, sämtliche Forderungen der alliierten und assoziierten Regierungen vorbehaltlos anzuerkennen, welche diese auf dem Gebiete des Luftfahrtweseus gestellt halten.

Für die deutsche Luftfahrzeug-Industrie und die LnftverkchrMUiteriiehniiiugeu, sowie für gewisse Betriebe, welche sich mit der Herstellung von Luftfuhrzeug-teilen beschäftigen, ergiebt -.ich dadurch eine schwere Schädigung. Diejenigen Firmen, welche zum größlcn Teile unter großen Opfern den Liiftfahrzeugbau

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trotz der schwierigen Zeiten weiter betrieben oder ihr Unternehmen, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft durchgehalten halten, werden jetzt gezwungen, ihren Betrieb auf eine vorläufig noch unübersehbare Zeit stillzulegen. Sie werden ferner in einem noch nicht zu übersehenden Maße in ihrer freien Entwicklung oder gar in ihrer Existeuzmöglichkeit geschädigt werden durch die sogenannten Begriffsbestimmungen, welche die, Enteute Deutschland über die Unterscheidung der Friedens- von Kriegs-Luftfahrzeugen auferlegt.

Die blühende deutsche Luftfahrzeug-Industrie wird hierdurch mit einer Härte betroffen, witf es auch nicht in annähernd gleicher Weise' bei irgendeiner andern dentschen Industrie der Kall ist.

Es besteht zwar die theoretische Möglichkeit, den Luftfahrzeugbau nach Ablauf der Sperrfrist in einem gewissen Maße wieder aufzunehmen, es ist aber sehr zweifelhaft, ob viele Firmen in der Lage sind, die Uebergangszeit, für die das Bauverbot besteht, pekuniär zu überstehen, ganz abgesehen von den sonstigen Beeinträchtigungen, die mit einer Stillegung der Betriebe verbunden sind.

Bisher hatte die deutsche Regierung auf Grund des Friedensvertrages den Standpunkt eingenommen, daß der Bau von Flugzeugen von der Entente nicht verboten werden dürfte. Im Vertrauen darauf und auf die rechtliche Vertretbarkeit des deutscheu Standpunktes haben die I-'iruieu gebaut. Die F'lngzeuge und Flugzeugteile, die fertig oder halb fertig in den Werkstätten stehen, sind heute unverkäuflich und der Gefahr ausgesetzt, bei längerer Dauer des Bauverbots als veraltet überhaupt unverkäuflich zu bleiben. Eine Verzinsung und Amortisation der in die Unternehmungen gesteckten Kapitalien ist für eine noch unbestimmte Zeitdauer ausgeschlossen.

In der Luftschiff-Industrie, die in ihrer hohen Vollendung eine spezifisch deutsche Errungenschaft ist, liegen die Verhältnisse noch trüber. Die in Betracht kommenden Firmen haben sich bisher mit äußerster Kraftanstrengung bemüht, sich die Möglichkeit für eine spätere Wiederaufnahme des Baues von Luftschiffen zu erhalten und solche vorzubereiten. Sie haben, gleich den Flugzeug-Firmen, einen großen Stab von Beamten und Facharbeitern nur unter allergrößten Opfern durchgehalten, da eine Umstellung auf andere Betriebe bei der Eigenart des Luftschiffbaues nur in ganz beschränktem Maße möglich erscheint. Sie haben konstruktiv rnul auf dem (iebiete der Versuche und Propaganda energisch weitergearbeitet und namhafte Aufwendungen hierfür gemacht. Jetzt sehen sie ihre Zukunft durch die Annahme der Ententeforderungen fast vernichtet.

Für die Lnftverkehrs-Unternehmungen bedeutet das jetzt kommende Bau-tmd Einfuhrverbot eine ungeheuere Schädigung. Die Flugunternehmungen sind nicht mehr in der Lage, ihren Flugzeugpark zu ergänzen oder zu vergrößern. Die bestehende Luftschiffahrts-Gesellschaft ist bereits seit Jahr und Tag durch Entente-geheiß stillgelegt worden.

Die großen Schwierigkeiten, unter denen Luftverkehrsbetriebe schon so zu arbeiten haben, wachsen hierdurch ins unerträgliche. Inwieweit nach Ablauf des Verbots durch eventuelle ungünstige Begriffsbestimmungen des Friedensflugzeugs die Entwickelung leistungsfähiger Friedensflugzeuge gehindert wird, läßt sich noch nicht absehen.

Gelingt es nicht, allen diesen Unternehmungen über die nächste schwere Krisenzeit hinwegzuhelfen, so muß sich das deutsche Volk mit dem Gedanken vertraut machen, daß seine glänzend entwickelte Luftfahrt, voraussichtlich für alle Zeiten vernichtet ist.

Es kann nicht der Wunsch und Wille des deutschen Volkes sein, einen solchen katastrophalen Ausgang zuzulassen. Der Selbsterhaltuugsbetrieb der Nation, sofern sie darauf Anspruch erhebt, auch künftig in der Zahl der großen Kulturnationen mitzuzählen, fordert unabweislich, alle Anstrengungen und Aufwendungen zu machen, welche nötig sind, unserer Luftfahrt-Industrie über die gegenwärtige Krise hinwegzuhelfen und ihr die Möglichkeit zu geben, sich auch künftig im Wettbewerbe mit den andern großen Nationen auf dem zukunftsreichen Gebiete der, Luftfahrt zu betätigen.

Die erforderliche Stützung der deutschen Luftfahrt-Industrie müßte in der Art erfolgen, daß ihr nicht allein der direkt entstandene Schaden in sclietnatischer Weise ersetzt wird, sondern sie auch für die mehr mittelbaren Schädigungen, die durch die Annahme des Ultimatums ihr erwachsen, in einer Weist: entschädigt wird, daß sie mit I lilfe dieser Beihilfe in die Lage versetzt wird, die Vorbedingungen für eine künftige Wiederaufnahme ihres Betriebes sich zu erhallen und diesen nach Fortfall der Beschränkungen in Zukunft im Interesse des Volksganzen wiederaufzunehmen.

No. 12

Seile 8B6

„FLUGSPORT

M.. ■>

Wie diese Wiederaufnahme sich im einzelnen gestalten wird, läßt sich heute noch nicht sagen. Ks wird dies zum großen Teil von der Kntwickelnng der Gesamt" Verhältnisse ahhängen und wird hierbei der Initiative, dem Unternehmungsgeist und der Opferwilligkeit der Gesellschaften der weiteste Spielraum gegeben sein.

Die Verhältnisse liegen in der Luftfahrt-Industrie und bei den Luftverkehrs-Unternehmuugen ganz ähnlich wie in der deutschen Seeschiffahrt, welche gleichfalls durch ein Sondergosetz entschädigt werden mußte, um ihren Wiederaufbau zu ermöglichen.

Auch hier handelt es sich um ein (iebiet, auf welchem Deutschland hervorragende Leistungen aufzuweisen gehabt hatte, und welches ohne die tatkräftige Unterstützung des Staates nicht weiter hätte aufrechterhalten werden können.

Die Luftfahrt mag demgegenüber von weniger großer praktischer Bedeutung in der Gegenwart sein, aber die Entwickelungsmöglichkeiten in der Luftfahrt sind unbegrenzte, und die Energie, welche alle großen Völker auf ihre Entwickelung verwenden, zeigt, wie hoch man ihre Bedeutung für die Zukunft einschätzt. Diese Bedeutung einerseits und die besondere Schwere, mit der die deutsche Luftfahrt von der Entente getroffen wurde, andererseits rechtfertigen eine besondere Behandlung derselben in der Entschädigung.sfrngo durch ein besonderes Gesetz.

Das vorliegende Gesetz soll die Regierung in die Lage setzen, in zweckentsprechender und den Verhältnissen gerecht werdender Weise, die durch die Annahme des Ultimatums betroffenen Unternehmungen zu entschädigen und da-durrh lebensfähig zu erhalten.

Das (iesetz soll und kann keine Handhabe dafür bieten, daß irgendwelche ungerechten und unvertretbaren Forderungen gestellt oder erfüllt werden, die etwa der Bereicherung einzelner Unternehmungen dienen könnten.

Es handelt sich nur um die Entschädigung von solchen Firmen, die auf dem Gebiete der Luftfahrt ernsthaft und tatkräftig arbeiten und die Gewähr bieten, auch in Zukunft so arbeiten zu wollen.

Für die Durchführung des Gesetzes wird es erforderlich sein, bestimmte Ausführungshestimmungen im Verordnungswege zu erlassen.

Die Ausarbeitung dieser Bestimmungen soll durch das Reichsverkehrs-ministeriuin (Abteilung für Luft- und Kraftfahrwesc-n) erfolgen unter Mitarbeit des sachverständigen Reiclisausschiisses für Luftfahrt.

Durch das Gesetz soll und wird der deutschen Luftfahrt-Industrie und den deutschen Luftverkehrs-Unternehmungen kein Sondergeschenk vom deutschen Volke gegeben werden. Es soll ihnen nur in einer angemessenen Weise die Schädigung ersetzt werden, die sie vor allen übrigen Industrien durch die Annahme des Ultimatums auf sich nehmen mußten, und es soll sie in den Stand setzen, dem deutschen Volke zu seiner Wohlfahrt und (iröße auch künftig weiter zu dienen.

Verbund D e u t s c Ii e r 1. u f t f a Ii r z e 11 g -1 n d u s i r i e 11 e r. G. m. b. H. gez. f". K a s i n ge r.

Em will f.

S; I. Die Herstellung und Fanfuhr von Luftfahrzeugen und Teilen solcher, von Luftfahrzeugmoturen und Teilen solrher wird bis auf weiteres für das ganze deutsche Ciebiet verboten.

Die Aufhebung dieses Verbotes erfolgt durch Verordnung der Rcichs-regierung.

§ 2. Die Reichsregierung wird ermächtigt, im Wege besonderer Verordnung die Beschränkungen anzuordnen, welche durch die Festlegung der Begriffsbestimmung zur Unterscheidung der zivilen Luftfahrt von der militärischen Luftfahrt etwi.i erforderlich werden, und diejenigen Verfügiiiigsbeschrünkiingen, Beschlagnahmen und Enteignungen durchzuführen, welche als Folge der Unterzeichnung des Ultimatums etwa notwendig werden.

6 3. Die deutschen Luftfahrtuuternehiuungeu sind, insoweit sie von den §§ I und 2 betroffen werden, angemessen zu entschädigen. Die Knt-schädigung umfaßt auch den Ersatz des mittelbaren Schadens, einschließlich des Schadens, der durch die Aufwendungen entsteht, welche für die Aufrechterhaltung des Unternehmens während der Zeit des Verbotes gemäß i; 1 und für die spätere Wiederaufnahme des Betriebes notwendig sind.

Die Leistungen des Reiches, die den Luftfahrt-Unternehmungen (§ nach Maßgabe dieses Gesetzes zustehen, werden ihnen frei von Steuern ausgezahlt. Als Steuern im Sinne dieser Vereinbarung gelten nur die Kriegsabgabe vom Vcr-mögcnszuwachs. das Reichsnotopfer, die Besiizsteuer. die Reichsoitikomiiiensteuer

iiml die Körpcisrhnftsstcucr. Die Ereislelhuig von Einkommen- und Körpcr-.-chaftssteiicr tritt nur für das Jahr ein, in dem die Entschädigung ausgezahlt wird, und nicht für die Erträge der geleisteten Summe. Die Freistellung von der Hesiizstcuer tritt nur in dem Zeitraum ein, n dem die Summe ausgezahlt ist. t; ■(. Als Liiltfalirtuntcrnchinungcn im Sinne des § 3 gelten:

a) Die Luftschiffwei Itcu und Lultschiffvcrkchrsiinternchuuiugeii;

b) solche Flugzeugbau-Unternehmungen und Motorenfabriken, welche nach dem 1. 2. 191!) neue Flugzeuge oder Fliigzeugmotoreii in Hau genommen haben ;

c) Fhigzcugverkehrs-Uiiternehiuuugnn. welche am II. 5 1921 einen Luftverkehrsbetrieb unterhalten haben.

§ 5. Die Entschädigung aus Anlaß der Durchführung des vorliegenden Gesetzes wird durch den Reiclisvcrkchrsminister (Keichsamt für Luft- und Kraftfahrwesen) im Einvernehmen mit dem Reichsmillister der Finanzen festgesetzt.

Gegen die Festsetzung der Entschädigung können die zu Entschädigenden, binnen drei Monaten von der Zustellung des Fcstsetzungsbesclieides an, die Entscheidung des Reichswirtschaftsgerichtes nachsuchen, welches endgültig über die Art und den Umfang der Entschädigung befindet.

§ (i. Die Ersatzansprüche für den bis zum Tage des Inkrafttretens dieses (iesetzes entstandenen Schaden sind innerhalb von drei Monaten beim Weichs-verkehrsininister (Reichsamt für Luft- und Kraftwesen) anzumelden.

§ ?. Die Ersatzansprüche für den nach dein Tage des Inkrafttretens dieses Ciesetzes entstehenden Schaden (vgl. § 3) sind für jedes abgelaufene Vierteljahr innerhalb des folgenden anzumelden, erstmalig im vierten Vierteljahr 1921 für die Zeit bis zum 30. September 1921 und spätestens innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Aufhebung des Verbotes gcmäl! § I und Krlati der Verordnung gemäti § 2.

Die Entschädigungsansprüche aus Absatz I sind auf Verlangen der Reichsregierung oder des zu Entschädigenden durch eine einmalige sofortige Abfindung abzugelten.

Die Einschädigungsbeträge aus Absatz 1 und 2 müssen im Interesse der Erhaltung der zivilen deutschen Luftfahrt verwendel werden.

AiniTik- U:l Nk> laik I.U |'S

Seite s'üS

No. 12

§ H. Soweit sieli bei Anwendung vorstehender Bestimmungen besondere Härten ergeben, kann der Reichsverkehrsininister im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen Entschädigungen auch an solche Linternehmen gewähren, die nicht in § ■) aufgerührt sind, insoweit sie durch §§ I und 2 betroffen werden.

§ 9. Die notwendigen Ausführuugsbestirumungeü werden nach Anhörung des Reiclisausschiisses für die Luftfahrt durch den Reichsverkehrsininister im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen und mit Zustimmung des Reichsrates und des '.)■ Ausschusses des Reichstages angeordnet.

§ 10. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Veröffentlichung in Kraft.

Amerik. Ba Co Skylark 60 PS.

Unter der Bezeichnung Ba Co Skylark hat die Bethlehem Aircraft Corporation eine sehwachmotorige Passagier und Schulmaschine, konstruiert von Lindermann, herausgebracht.

Führer und Passagier sitzen nebeneinander. Bei der Verwendung als Schulmaschine wird diese Anordnung, wodurch sich Führer und Lehrer leichter verständigen können, als besonderer Vorteil hervorgehoben. Als Nachteil muß eine große Rumpfbreite in Kauf genommen werden. Zum Betriebe dient ein 60 PS luitgekühlter Dreizylinder Lorenzmotor, der die Armee-Dauerprüfung von 50 Stunden bestanden hat.

Die Abmessungen der Maschine sind folgende: Spannweite 9 m, Flächentiefe 1,2 m, Flächenabstand 1,5 m, Staffelung 0,5 m, Gesamtlänge 7,0 m, Gesamthöhe 2,4 m, Flügelschnitt ü. S. A. 27, V-Form l1/* Leergewicht 320 kg, Nutzlast 270 kg, Belastung pro PS 8,8 kg, Maximal-geschwindigkeit 140 km, Minimalgeschwindtgkeit 42 km. Flngdauer 4'/2 Std., Steigfähigkeit 180 m in einer Min. Gipfelhöhe 240O m.

Der Oberflügel besitzt ein Grad und der untere 0 Grad Anstellung. Verwindungsklappen sind äm Ober- und Unterflügel vorgesehen. Der Rumpf besteht aus vier Längsholmen und Schottenrahmen aus Spruce, die mit dreifach verleimten Mahagoni-Sperrholz bekleidet sind.

Fahrgestellfederung zeigen die üblichen Ausführungsformen, so-daß sie keiner Beschreibung bedürfen.

Der subventionierte Luftverkehr im Dienste der Post.

In allernächster Zeit werden die dem Staate zur Unterstützung des Luftverkehrs bewilligten Mittel erschöpft sein, und man wird »ich darüber klar sein müssen, ob man die Subventionen auch fernerhin zahlen will, ohne diese ist wohl vorläufig das finanzielle Durchhalten der Luftverkehrsfirmen kaum möglich.

Deshalb dürfte es wohl angebracht sein, sich einmal darüber klar zu werden, ob die bisherigen Subventionen dem Luftverkehr zum Wohle der Gesamtheit Vorteile gebracht haben oder nicht. Bei den heutigen Finanznöten des Staates können wir uns derartige Ausgaben eben nur leisten, wenn sie wirklich zum Nutzen des Ganzen verwandt werden, bürdet doch jede Million mehr im. Staatshaushalt auch jedem von uns neue Steuerlasten auf.

Im letzten Jahre wurde mit großen Hoffnungen die erste internationale Luftlinie, der Nordwesteurop&flug, eröffnet. Flugtechnisch waren auch hier die Ergebnisse recht gut. Der Flugplan wurde trotz

Wind und Wetter erstaunlich pünktlich eingehalten. Man kann heute wohl im Luftverkehr mit glatter Durchführung von 96°/0 aller beabsichtigten Flüge auch unter schwierigsten Verhältnissen rechnen, ein glänzendes Zeugnis für die Flugteehnik.

Um so bedauerlicher ist deshalb das mehr als klägliche wirtschaftliche Ergebnis auf fast allen Linien. Wenn man auch recht bald hatte einsehen müssen, daß mit stärkerer Inanspruchnahme des Luftverkehrs als neuestes Personenbeförderungsmittel wohl kaum zu rechnen war, so gab man sich doch wenigstens der Hoffnung hin, im Dienste der Post ein lohnendes Tätigkeitsfeld zu finden. Aber auch hier wurde man stark enttäuscht.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß man schon nach einem Monat erwägt, den zwischen Rotterdam und Hamburg wieder eröffneten Luftdienst einzustellen. Denn täglich zwei und einen halben Brief mit einem 240 PS Limousinenflugzeug für 5 Personen über 400 km zu befördern, hält selbst der stärkste Finanzmann auf die Dauer nicht aus.

Warum nun das völlige Versagen?

Die geringe Teilnahme des Publikums an den Flügen ist wohl auf die Schwerfälligkeit der Menschen, sich auf völlig Neues einzustellen, zurückzuführen. Die Luft hat eben keine Balken. Dies Mißtrauen wird zunächst um so schwerer zu beseitigen sein, als sich heute infolge der großen Landegeschwindigkeit der Luftverkehr weit außerhalb der großen Städte abspielt. Die breite Oeffentltchkeit erfährt eben nur durch die Presse, wenn es mal nicht glatt geht, sondern Bruch gibt. Hier werden erst dann Wandlungen zum Besseren eintreten, wenn nicht mehr blinder Völkerhaß jade geistige Entwicklung hemmt. Dann wird es möglich sein, im freien Wettstreit aller Nationen das wirkliche Verkehrsflugzeug zu schaffen, welches uns ermöglicht, unsere Ländeplätze an, ja unmittelbar in die Städte zu verlegen. Dann wird die engste Verbindung des Publikums mit dem Luftverkehr hergestellt sein, und die ßeförderungsziffern werden von Jahr zu Jahr steigen. Vorläufig wird eben der Hauptanlaß zum Mitfliegen Neugierde und Sensationslust sein und bleiben.

Warum aber auch das klägliche Ergebnis der Postfliegerei ? Die Luftpost gleicht bisher einem Telegraphen, dessen Telegramme wohl zum Bestimmungsorte per Draht befördert werden, dann aber bei irgend einer zufälligen Gelegenheit, sei es nun mit der nächsten Briefpost, vielleicht auch noch später, dem Empfänger ausgehändigt werden. Ich glaube, unter diesen Umständen würde heute auch wohl kaum einer die hohen Telegrammgebühren anlegen.

Und so steht es mit der Luftpost. Was nützt mir die Gewißheit, daß mein Brief vom Start bis zur Landung am Bestimmungsort wohl mit erhöhter Geschwindigkeit befördert wird, aber bis zur Auslieferung an das Flugzeug und später bis zur Aushändigung an den Empfänger derartig lange gebraucht, daß ein gewöhnlicher Brief trotz seines geringeren Portos schneller am Ziele ist. Lediglich durch Luftpostmarkenden Briefmarkensammlern neue Kuriositäten zu schaffen, davon kann der Luftverkehr nicht leben.

Da ich im vorigen Jahr auf der Strecke des schon oben erwähnten Nordwestflugs als Flugzeugführer tätig war und mich so täglich wieder über den lächerlich großen Postsack mit seinen zwei

Briefen Inhalt ärgerte, machte ich mich daran, in Amsterdam Luftpostkarten zu schreiben, um wenigstens auch eine Ansichtspostkarte zu befördern. Allerdings war es gar nicht so einfach, eine derartige Karte zunächst loszuwerden, leh fragte zwei Tage lang alle mir bekannten Holländer, wo man Luftpostbriefe aufgeben könnte. Aber niemand konnte genaue Auskunft geben und diesbezügliche Anschläge fand ich auch nirgends. Schließlich stellte sich heraus, daß ausgerechnet in dem großen Amsterdam ein Schalter im Hauptpostamt zur Annahme berechtigt war. Da das Postamt endlos weit von meiner Wohnung entfernt war, mußte ich die Straßenbahn benutzen. Wenn auch meine Luftpostkarte durch erhöhtes Porto und Fahrgeld nicht ganz billig war, so hatte ich wenigstens auf dem Rückflug die innere Genugtuung, an Bord außer zwei Briefen auch noch eine Karte als Nutzlast zu haben. Da aber stets die gewöhnlichen Karten ebenso schnell ans Ziel gelangten, so gab ich es bald wieder auf, Luftpostkarten zu schreiben.

Wenn man nun bei uns auch Luftpostbriefe in jeden Briefkasten werfen kann, so ergeben sich auf den übrigen Linien doch ähnliche traurige Verhältnisse. Die Postverwaltungen haben sich eben nur insofern des Luftverkehrs bedient, als sie eine neue Gelegenheit darin sahen, erhöhte Portosätze anzuführen. Was nützen uns die schnellsten und besten Flugzeuge, wenn man es versteht den Zeitgewinn wieder auf andere Art zunichte zu machen.

Wäre man daran gegangen, auf geeigneten Strecken die Eilpost oder noch besser die gesamte Post mit dem b lugzeug ohne besondere Portoaufschläge zu befördern, so wären die Subventionen besser angewandt gewesen. Dann wäre die Verantwortung der Postverwaltung eine so erhebliche gewesen, daß sie gezwungen worden wäre, ihr ganzes Könner dem Zubringerdienst zu widmen.

Denn durch ein wirkliches Hand in Hand arbeiten der Luftverkehrsfirmen und der Post ist es zweifellos möglich, eine nicht unerhebliche Beschleunigung in der Beförderung zu erzielen. Und der Geschäftsmann wird dann der erste sein, der eine diesbezügliche Beschleunigung deutlieh spürt.

Ist dem Publikum erst einmal dieser Zeitunterschied wirklich zum Bewußtsein gekommen, wird es nicht schwierig sein, auch eines Tages bei erhöhten Portosätzeu sich eine gegügend starke Inanspruchnahme zu sichern. Denn ein Hamburger Kaufmann, der weiß, daß sein Konkurrent die Luftpost benutzen könnte, wird sich hüten, einen Zeitverlust von vielen Stunden in den Kauf zu nehmen, nur um Porto zu sparen. Heute dagegen bedarf es meistens erst langer Erkundigungen, ob und wann die Luftpost befördert wird, da man bestrebt zu 6ein seheint, möglichst unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu arbeiten. Oder glaubt man wirklich, daß Anschläge, wie die in der Hauptpost von Hannover, wohl die einzigsten über Luftpost in dieser nicht gerade kleinen Stadt jemals vom Publikum gelesen werden. Es sind nämlich mit derSchreibmaschine angefertigte Zettel, auf denen die Flugpläne so oft korrigiert sind, daß man meistens die richtigen Daten nicht mehr herausfindet. Oas Ganze ist dann ausgerechnet mit der Liste der nicht an die Empfänger gelangten Briefe in einer unscheinbaren Ecke an die Wand genagelt. Ich habe aber seit Monaten noch niemals bemerkt, daß auch nur ein Einziger diese Anschläge beachtet hat.

Sejflcr ilcr iikiulcniischfii Kli<!gcr£rii|i|>i' IfcmnxtntU.

Vor einiger Zeit ging in Hamburg das Gerücht umher, der Luftverkehr nach Magdeburg sei aufgenommen. Da nun die Hapag dort durch ihre Tätigkeit in den letzten Jahren bei der Hamburger Kaufmannswelt mit allen Luftverkehrsfragen unzertrennlich verknüpft ist, war es wohl verständlich, daß man sich an die Hapag wandte, um Auskunft über Luftpostmöglichkeiten zu erhalten. Aber sigar sie war diesmal nicht orientiert. Die betreffende Luftverkehrsfirma hatte es nämlich vorgezogen, ibren Vertreter in der kleinen Nachbar-

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Gleit- und Sögeln ugvwrverbuche in Her UIhjii-Mitglieder di*r ;ik,u1i'Mii>rliL-n Flie^TMüruppL* Daniistiidl iniiispiirticriTi ihren Appai iT nacli der Wn-^erkuppe-

stadt Wandsbek in irgend einer unbekannten Straße drei Treppen hoch unterzubringen.

Da darf man sich dann aber nicht wundern, wenn der Luftverkehr mit mehr oder weniger Absicht vom Publikum übersehen wird.

Darum gehe man endlich daran, so schwer es für den Bürokratismus auch ist, sich mit völligen Neuerungen zu befreunden, das Flugzeug zur Beschleunigung aber nicht zur Verlangsamung zu benutzen, Den Befähigungsnachweis dazu dürfte es in den letzten Jahren zweifellos erbracht haben.

Anderenfalls ist man nicht gewillt, von seiteh der Post mit der erforderlichen Tatkraft sich der Sache anzunehmen, so unterlasse man es in heutigen Zeiten Staatsmittel auszuwerfen, um lediglich eine Subventionsfliegerei groß zu ziehen.

Denn wer bürgt dafür, daß der eine Brief, welcher heute über Hunderte von km befördert wird, nicht nur Grüße an den nächsten Flugplatzleiter enthält, um wenigstens den Postflug als solchen zu begründen.

Den Luxus, einigen wenigen auf Staatskosten Existenzmöglichkeiten zu schaffen, können wir uns,heute nicht mehr leisten.

Darum fordere man eine wirkliche Postfliegerei zum Nutzen des Ganzen, deren flugtechnische Möglichkeit unbedingt erwiesen ist, aber dulde keine Subventionsfliegerei zum Wohle Einzelner.

Schlafkoje Type Rhön.

Die Beteiligung in der Rhön wird in diesem Jahre nicht nur seitens der Wettbewerber, sondern vor allen Dingen auch durch flugbegeisterte Gäste sich gewaltig steigern. Merkwürdig groß ist der Andrang im Fliegerlager zu wohnen. Wer die wundervollen Tage, auch .Regenschauer haben ihre Reize, vom vergangenen Jahre erlebt hat, wird die Sehnsucht verstehen. An die Leitung der Veranstaltung werden hierdurch gewaltige Anforderungen gestellt, da es nicht möglich ist, viele Hunderte im Fliegerlager unterzubringen. Wennauchfür die aktiven Teilnehmer und das sportliche Personal Barackenbauten vorgesehen sind, so reichen diese jedoch nicht dazu aus, die vielen Gäste unterzubringen. Die Leitung betrachtet es jedoch als ihre vornehmste Aufgabe, den Herzenswunsch dieser Flugbegeisterten nach Möglichkeit zu erfüllen. Die Leitung bittet daher jeden einzelnen, welcher im Fliegerlager mit wohnen will, den Unterkunftsausschuß durch praktische Mitarbeit zu unterstützen. Das kann auf folgende verschiedenerlei Arten geschehen:

Z. B. Die schneidigen Württemberger, Brenner, Hirth und Genossen, bringen sich ein kleines zerlegbares Zelt in der Handtasche mit; ebenso ein zerlegbares Feldbett mit einer leichten Matratze. Das

Zelt trägt die Aufschrift Stuttgart. Es ist bereits fix und fertig. Es wäre sehr nett, wenn in anderen Städten verschiedene Teilnehmer dieses Beispiel nachahmen würden. Das Lagerleben würde dadurch ein sehr eigenartiges Gepräge erhalten. Eine alte Matratze, ein altes Kissen und je ein Stück überflüssiges Hausgerät kann jeder Einzelne spielend auftreiben. Für die Veranstaltung ist es jedoch ungemein schwer, dieses hundertemal zu beschaffen und auch dafür zu sorgen, daß es nicht abhanden kommt. Eigene Schlafinstrumente und Hausgeräte werden naturgemäß besser überwacht und geschont als fremde und der Veranstaltung gehörende. Das innige und enge Zusammenleben in der vorjährigen Veranstaltung war eine der reizvollsten Seiten. Indessen wurde es als ein Bedürfnis empfunden, die Kleidungsstücke, Bedarfsgegenstände, Bücher, Kameras, Platten und Bilder vor Feuchtigkeit und vor allen Dingen vor neugierigen Händen, die beispw. die Platten noch im nassen Zustande beim Betrachten beschädigen, zu schützen.

Die Erfordernisse möchte ich wie folgt kurz zusammenfassen.

Schutz vor Nässe und Zug beim Schlafen. Schutz der Kleider, der Habseligkeiten. Schaffung eines Ruheplätzchens um einmal zur Ruhe, zur Muse, zum Schreiben allein zu sein. Ich weiß, daß ich hiermit vielen aus der Seele spreche. Jeder Einzelne kann sich leicht mit verhältnismäßig geringen Mitteln und kleinen Mühen alle diese Annehmlichkeiten leisten, indem er seine Behausung mitbringt. Die vorjährigen Rhönerfahrungen haben mich nicht ruhen lassen, den Architekten ins Handwerk zu pfuschen und ein solches Heim

Motto: „klein aber allem" zu konstruieren. Nebenstehende Abbildungen zeigen ein Ausführungsbeispiel ; diese "Wohnmaschine besteht aus einem an der einen Seite offenen Kasten A von 950 mm im Grundriß von 450 mm Seitenhöhe. In diesem Kasten ist ein zweiter ähnlicher Kasten B ausziehbar angepaßt. Das Dach wird gebildet aus den ineinanderklappbaren Teilen C und D, wobei gleichzeitig in zusammengeklapptem Zustande die eine Dachseite C als Deckel dient. Die Giebelwände E und F besitzen Holzleisten G und H die in Beschläge I und L gesteckt werden. Die Villa ist fertig. Die durch den Dachgiebel gebildete Einsteigtür D kann von innen sowohl als von aussen verschlossen werden. Der Bewohner kann bequem durch ein kleines Fenster K durch eine geringe Körperveränderung jederzeit durch dieses Fenster beobachten, ob zum Essen gegangen wird. Die Lagerstatt wird gebildet, durch ein ausgespanntes über Querhölzer M u. N gespanntes Leinen O, auf welches zwei mehr oder weniger luxuriös ausgebildete Polster gelegt werden. Bei der Demontage wird das eine Polster über das andere gelegt, darüber die beiden Giebelwände und sonstiger Hausrat verstaut. Der Teil B wird in den Teil A geschoben und das Dach mit dem Deckel ganz verschlossen. In zusammengeschlagenem Zustande entsteht eine Kiste von 0,95 X 0,95'X 0,45 m. Diese ist also klein genug, um sie transportieren zu können. Der Innenraum kann nur selbstverständlich nach dem Geschmack, Phantasie und Lebensgewohnheit des Besitzers wenig oder mehr komfortabel eingerichtet sein. Der Liegeraum kann vollständig ausgepolstert, das Interieur gestrichen, poliert, tapeziert oder mit Stoff ausgeschlagen werden. Auf der linken Seite wird man vorteilhaft die Garderobe ablegen, auf der rechten Seite Kredenz anordnen. Auf der Innenseite der Tür ist vorteilhaft ein kleiner Spiegel und vor dem

Seite 'Ü\

No. VI

Fenster Portieren u.a. in. was der Erbauer selbst besser weiß, anzubringen. Die Türe kann bei Tagesruhe im aufgeklappten Zustande als Sonnendach dienen. An Stelle des Glasfonsters wird vorteilhaft zur Reserve ein Gazefenster um der Mückenbelästignng, die ja zwar im vergangenen Jahre in der Rhön sich nicht gezeigt hat, zu entgehen, vorzusehen sein. Der gesamte Aufbau dieser Kojo ist so konstruiert, daß auch Minderbemittelte aus alten Kisten, die meistenteils solche ßaulänge haben, sich ihre Villa selbst zusammenzimmern können.

Urs inus.

Wie man sich die Unterhaltungskosten für den Aufenthalt in der Rhön verdienen kann!

Wer als Erster ein solches ähnliches Eigenwohnhaus fertiggestellt hat und zwei Photographieen einsendet, erhält eine Prämie von M.30O.— Der Zweite von M. 200.— „ Dritte „ „ 100.— ,. Vierte „ 100-

„ Fünfte „ „ 100.— „ Sechste „ „ 50.— Siebente „ „ 50.— Ferner werden folgende Sonderprämien zuerkannt:

Für die schönste Innenausstattung........M. 100.—

„ „ Raumgrößte in aufgeschlagenem Zustande ... „ 100.— „ „ Raumkleinste in zusammengepacktem Zustande

für den Transport ..... 100.—

Kl-Ilhll knj (' T\ Ii Iii) II.

Kerlit- üben: Iii.. Vunlrcmiirbi uiiil ilic Knjr in zus;.......<:ii«pkl;iuuti>in Zu»t;m>li- j«t

Inllirr (Iriilic .Irr s,.il,.,i:,„..i,.|,t -.kU/irn.

No. 12

Seite 27")

Maßgebend für die Beurteilung und Zuerkennung sind zwei Photographien im zusammengeschlagenen, aufmontierten und aufgeklappten Zustande. Die Bewertung geschieht nach der Reihenfolge des Einganges der Photographien. Eine ausführliche Beschreibung mit Gewicht und Größeverbältnis ist beizufügen. Die Auszahlung der Prämien erfolgt in der Rhön, sowie der Betreffende mit seiner Villa erschienen ist. Die Art des Zusammenklappens kann beliebig ausgeführt werden. In zusammengeklapptem Zustande darf das gesammte Material 950 X 950 X 450 mm nicht überschreiten. Es kann jedoch kleiner sein. Der Einwohner muß im geschlossenen, aufmontierten Zustande bei 1,80 m Körpergröße bequem aufrecht sitzen können.

Die Bewerber müssen den Nachweis erbringen, daß sie mindestens drei Nächte in der zu prämierenden Wohnstätte im Pliegerlager geschlafen haben.

Ueber die Zuerkennung entscheiden unter Ausschluß des Rechtswegs die von der Oberleitung beauftragten Organe, welche durch Anschlag im Lager bekanntgegeben werden.

Die Oberleitung des R hö n-S e g e 1 f 1 u g 1921. I. A.: Oskar Ursinus, Civ.-Ing.

Seile L''(i

Yvrsirhrrtnuj. Die Wettbewerber werden bei der diesjährigen Veranstaltung Uelegeuheil haben aui besonderen Anlran sich gegen Unfälle, sowie ihr Segelzeug gegen Feuer zu versichern. Teilnehmer, welche von dieser (ie-legenheil Gebrauch macheir wollen, werden er.suchl, dies umgehend der Geschäftsstelle des RhöieSegelfluges, „Abteilung Versicherung", mitzuleiden.

Miltciln 111/ ihr Ti-r/t nisi-lwn Hiifsstrll.r l',t'iiiiLenlmttsi'tt: Kt/ffh. lieft'. Tfiii/jiiii-fii'nsf.ftjf'i■: Vieh' zum Beziehen von Tragflächen beschnitte Steife sind appretiert. Sollen solche Stoffe mit Cellonluck celloniert werden, so empfiehlt es sich, die Sloffi' vor der Verwendung gründlich ;i n s z u w n sc Ii eil, da die Appretur eine einwandfreie Celloniermig unmöglich mnclit. ■ Stoffe, welche zur Festigkeitsprüfung eingesandt werden, müssen mindestens ca. 1'^ : 1 ein große Stücke sein. Wird die Prüfung auf Festigkeit in Kelle und Schult verlangt, so sind zwei solche Stücke einzusenden. Halls Holzprüfungen etc. gewünscht werden, so empfiehlt es .sich zuvor per Postkarle bei der Hilfstelle den Zuschnitt des fJciifstückes und dessen erforderliche Größe zu erfragen, damit eine Festigkeitsprüfung mit den verfügbaren Maschinen ohne weileres ermöglicht ist.

Kehn' liisr>tbtt Iiiili-iuis/tin-lrrrtjütii.ni/ iiui-h tli-r Hhi'ni. Das Ueiclis-verkchi'sminisleruun hat soeben entschieden, daß eine Frachtennälligung ihr die Heiördeniug von Segelflugzeugen mit Rücksicht auf die ungünstige wirtschaftliche Lage der Reichseisenbahnverwnllung nicht gewährt werden kann. Wir richten daher an alle Teilnehmer das dringende Frsuchen, bei der Fertigstellung der Segelzeuge dahin zu streben, das Hauptaugenmerk, auf die Deinontierbarkeit zu legen. Auf je kleineren Raum die Maschine zusammengepackt werden kann, um so geringer werden die Frachtkosten

9lügt20jnifti)e Xmdftfiau.

Inland.

Hochschulfragen und Luftfahrwesen.

Von Prof. Dr. Ing. Pröll, Hannover, erhalten wir folgende Zuschrift:

„In Nr. 10 Ihres geschätzten Blattes beschäftigen Sie sich unter dem Titel „Hochscbuif'ragen und Luftfahrwesen" mit der von der WGL ausgearbeiteten Denkschrift zu diesem Gegenstande und geben dabei einige „Gedanken zur Denkschrift" wieder, die jedenfalls volle Beachtung verdienen.

Als Referent der Kommission der WGL über diese Angelegenheit möchte ich jedoch auf ein Mißverständnis aufmerksam machen, das in Punkt 1) dieser „Gedanken" enthalten ist und das offenbar durch den nicht völlig verstandenen Ausdruck „Wahlfach" hervorgerufen sein dürfte. Nach dem Entwurf der neuen Prüfungsordnungen gliedert sieb der Maschinenbau-Unterricht an den technischen Hochschulen in Zukunft in den sogen. Stammunterricht, der die grundlegenden Fächer bis zum Vorexamen und einige wenige allgemeine Fächer des Maschinenbaues enthält und in die Wahlfächer, welche das eigentliche Fachstudium darstellen und für das Haupt-Examen im vollsten Sinne des Wortes als Pflichtfächer anzusehen sind. Es hat nun der Kandidat die Möglichkeit, die ihm zusagenden Fächer nach eigener Wahl zusammenzustellen, (wobei übrigens bestimmte allgemeine Vorschriften über den Mindestumfang derselben hinzutreten.) Unter diesen Wahlfächern befindet sich das Luftfahrwesen (Luftschiffbau, Flugzeug-und Motorenbau) in genau gleicher Berechtigungssteilimg wie andere Wahlfächer, beispielsweise Dampfmaschinen, Hebezouge usw.

Seite 277

In der Denkschrift ist auch ausdrücklich unter Punkt f) angeführt worden, „daß den mündlichen Prüfungen aus diesem Gebiet dieselbe Berechtigung zukommen sollte, wie denen aus anderen Fächern."

Auch der Punkt 4) der „Gedanken zur Denkschrift' ist in der letzteren ausdrücklich hervorgehoben worden — Seite 211 Punkt !.) — wie auch die in Punkt 5) der „Gedanken" geforderte Behandlung der Navigation durch Punkt 5) der Richtlinien — Seite Ü10 — besonders gewünscht wurde.

Mit diesen Bemerkungen soll nur etwaigen weiteren Mißverständnissen entgegentreten werden. Im übrigen kann es nur erwünscht sein, wenn die in der Denkschrift erstmalig zusammengefaßten Wünsche und Anregungen von berufener Seite sachliche Kritik und Erweiterung erfahren und in diesem Sinne ist auch der durch die „Gedanken zur Denkschrift" gelieferte Beitrag als sehr dankenswert zu grüßen.

Der Kyt't'häiiser-Flusr, eine großzügige Fliigvriunsialhiiig /ur Forderung der Deutschen Liittfahrt, wird um IS. und 19. Juni a. c aus Anlaß der 2.r)jahrigen Kyffhauser-Jubiläuinsfeier auf dem nahe beim Kyffhüuscr-Doukuuit [lergon'chtefen Flugplatz Ratsfeld-Frankenhausen eröffnet.

Die Veranstaltung, der am 17. Juni ein Flugspendentag im So.ilhad Frauken-bausen a. Kyffli. vorausgeht, ist das Werk des in der Luftfahrt bekannten Ingenieurs Kromer-Frankcnhnu.sen, welcher einen Kreis namhafter Persönlichkeiten für die Durchführung seines Planes zu gewinnen wußte, der tatkräftigste Unterstützung bei den Orts- und Lnudesbehönlen findet. Der ehemalige Fürst von Rudolstadt bat in hochherziger Weise das zum Jagdschloß Rathslekl gehörige inmilren des KytThäuser-Gehirges idyllisch gelegene Gelände als Flugplatz zur Verfügung gestellt. Die bekanntesten Deutschen Luftverkehrsgesellschaften stellen ihre modernen Verkehrsflugzeuge in den Dienst der Veranstaltung. sodal.idieRci.se zur Kvffhäuscr-Junilüiuusfeier aus allen Teilen Deutschlands zu angemessenem Preis in behaglich eingerichteten Verkehrsflugzeugen über die schönsten Teile unseres deutschen Vaterlandes hinweg atisgeführt werden kann. 1 liindeittauseudc haben sich zur Teilnahme an der deutsch-vaterländischen Kyffliäuserfeier gemeldet und es wird deshalb uuih am Flugplatz. Knthstcld-Frankeiihnusen jedem Gelegenheit geboten, zu billigem Preis einen Rundling über dem prächtigen Kyffhäuser-Gebirge, Harz und Umgehung auszuführen. Unvergeßlich schöne Findriickc werden diese Passagierflüge über den sagenumwobenen Bergen allen Teilnehmern vermitteln. Die Eintrittskarten /.um Flugplatz tragen zugleich Losnummern und täglich wird eine Reihe kostenloser Freiflüge ausgelost werden, um den Fliiggedankcn ins große Volk zu tragen und Verständnis für die Flugsarhe zu verbreiten.

Auf dem Flugplatz wird zugleich eine Fliigposlstation eingerichtet und HriefinarketilVeiuiile seien kurz darauf aufmeiks.ni gemacht, daß die Fhigpost-sendungen der Kytlhauser-Flugpost i ini.ii besonderen für diese Veranstaltung eigens herausgegebenen Flugposlsteiiipel erhalten.

Der am 17. Juni, also an dem der Eröffnung des Luftverkehrs vorauf -gellenden Tage in Fraukenhausen stattfindende K\flliäuser-Fhigspeiideiitag wird öffentliche Konzerte, Slraßensamnilungeu und 1 laussammlungen durch die jungen Damen der Stadt, Lichtbilder- und Flugkiuo-Vorträge bringen und der Ertrag; der ganzen Veranstaltung soll der Förderung der deutschen Luftfaliri, insbesondere auch dem Rhön-Sogclllug-Wettboworb, der der flugwissenschal Iiichen Forschung dient, zugeführt werden.

Aufragen um Auskunft über Flugplan, Flugzeiten, Flugverbindungen, Preise und Bestellung von Flugscheinen sind zu richten an das Kyflhäuser-Technikum, F'rankeuhauseu oder an das Verkehrsbüro des Zigai renbauses Braun daselbst, Anger 18a. Ferner geben Auskunft und nehmen Fluganmeldtiugen entgegen alle Reisebüros des Norddeutschen Lloyd.

Mögen sich überall im deutschen Valerlande Manuel linden, die diesen fruchtbaren Gedanken aufgreilen und gleiche oder ähnliche Vcranslaltungen ins Leben rufen, um unsere deutsche Luftlahrt tatkräftig wieder aufzurichten zu friedlichem Verkehr und wirtschalllicliem Nutzen der Heimat: denn hu Luftverkehr

No. 12

[•' L Ü G S PO R T

ruht ein eiserner Kern, der berufen ist, die Brucken wieder aufzuhauen, die zwischen unserem Vaterlande und der Außenwelt um uns her in verzweifeltem Ringen abgebrochen wurden!

Tausenden und Abertausenden wird unsere Verkehrsluftfahrt Arbeit und tagliches Brot geben.

Gedenket des deutscheu Zepptdintages von Echterdingen !

Gebt und helft, damit unsere deutschen Schwingen von stählerner Kraft getrieben bald wieder über uns dahini ansehen als Zeichen deutscher Arbeit, deutschen Fleißes und deutschen Geistes'

Ueber neuere Luftschraubenbauarten sprach auf dem letzten flugtechnischen Sprechabend der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt lug. Haw. Der Vortragende schilderte zunächst die übliche Holzbauart mit ihren mannigfachen Mängeln und Schwierigkeiten, die jedem Flieger und Flugtechniker zur Genüge bekannt sind. Er ging dann weiter ein auf die verschiedenartigen Bestrebungen, die verwickelte Herstellung der Holzhiftsrhrauben aus einzelnen Schichten zu ersetzen durch andere Bauarten, z. B. durch zweckmäßig geformtes Furnier oder durch Wechsel des Materials. Sogar ans Rapier hat man Luftschrauben herzustellen versucht indem man die Masse mit einem geeigneten harzartigen Stoff tränkte.

Der Vortragende ging sodann auf sinne eigenen Versuche ein, Luftschrauben all-s Metall, insbesondere aus Aluminium beizustellen, und erwähnte sodann die mehrfach versuchte Verwendung von Stahlarinen, auf die Schrauben" flügelfiirmige Blechverkleidung aufgenietet wurde.

Haws eigene Erfindung, die Verkleidung eines leichten und doch festen Chromnickelstahlskcletts mit Holzlainellen, hat den Vorzug der Betriebssicherheit, der Unempfindlichkeil gegen Verletzungen durch hineinfliegende Gegenstände, der leichten Ausbesserhnrkeit durch Auswechseln einzelner Lamellen und. was vor allem für Länder mit starkem Klima- und Wetterscliwanklingen wichtig ist, sie verzieht sich nicht bei Aendertingeu von Temperatur und Feuchtigkeit. Es ist also die typische Verkehrsschraube. Ferner gestattet tliese Bauart, den Durchmesser der Schrauben zu ändern, um die Treibschraube dem Betriebszustand des Motors und die Bremsflügel oder Brenisschraiihcn durch Motorpriifung der gewünschten Leistimgsuufnahmen anzupassen.

An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache der l.iiftschraiibenfachleiite.

Flugplan Nr. 5 des Lloyd-Luftdienste« Bremen, der demnächst erscheint, enthält eine ganz.e Reihe wichtiger Aenderungen. So sind neu hinzugekommen die Luftstreck eil Bremen-Wungerooge und Traveriüinde-Warneiiiüiide-Sassnitz-Swinemüude. Hiermit hat die Eröffnung des Nord- und Ostseebäderdienstes stattgefunden. Eine Verlegung hat die Strecke Berlin-Königsberg, die jetzt statt über Scliiicidewiiihl-Dauzig über Stettiii-Danzig verläuft, erfahren. Da Stettin und Swiiiemünde nahe beieinander liegen, ist die Luftverbinihing Berlins mit oben genannten Üslseehädern hergestelll. Ebenfalls ist die Strecke I laiubiirgMagdc-hurg-Brcslnu jetzt in I lainburg-Magdebiirg-l.eipzig-Dresden abgeändert worden. Eine weitere wesentliche Verbesserung bestellt in der Herabsetzung der Flugpreise um die Hälfte auf der Strecke Hamtnirg-Breiiien-Amsterdam-Rotterdaiu. Vereine und Behörden erhalten eine weitere Ermäßigung von SU"'„, sodaß zu erwarten ist, daß diese wichtige Strecke reger benutzt werden wird als bisher, besonders da in Bremen der Anschluß nach Berlin gewahrt wird. Der l'higplau Nr. 5. der in Kürze bei allen Vertretungen des Norddeutschen Lloyd gratis erhältlich ist, enthält auf der Rückseite einen ausführlichen Flugposttarif.

Resultate des Rumpler-Luftverkehrs im Monat Mai 1921. Im Gegensatz zum vergangenen Monat brachte der Monat Mai zum grössten Teil recht günstiges Flugwetter, nur einigemale traten schwere Gewitter in Erscheinung, die oft umflogen werden mußten. Der regelmäßige Luftpostdienst auf der Strecke

Augsburg-Miinchen-Fiirth Niiruberg-Leipzig-Berliii wurde glatt durchgeführt und diesesinal war auch die Anzahl der Fassagiere und die beförderte Post bedeutend gestiegen.

Als Erfolg kann verzeichnet werden, daß anläßlich des Zeitiingsverleger-tages, der in Augsburg tagte, die Berliner Morgcuzeitiingoii. Leipziger- und Nürnberger Mittagszeitungen durch Flugpost üherhracht wurden, sodaß die Berliner und übrigen Zeitungen, die am Morgen erschienen waren, in Augsburg bereit-Nacluu. 2 Uhr 30 Min. in Händen der Verleger waren Das ist ein neuer Beweis Ihr die Ztiverläßigkeit und Schnelligkeit des Luftverkehrs.

No. 12_____„_F L UÜ S P Ü KT "._ -Se[lti 27iJ

Dil- 1-linzclresiiltate jsind aus nachfolgender Statistik m ersehen.

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3 Flüge weg. schlechtem Wetter abgebrochen, am nächsten Tage weitergeflogen. Vom Kunipler-Luftverkehr wurden außer den regelmäßigen Postflügen im Monat Mai ausgeführt: Sonderflüge: 18, dabei beförderte Personen: 28

Rundflüge: 41. , „ ., 79

Bildfluge: 3, ., ., ., _3

Beförderte Passagiere insgesamt: 110 auf der regelmäßigen Postflugstrecke beförderte Personen im Monat Mai: 9.3

Gesamtzahl: 203

der im Mai beförderten Passagiere.

Vom il e ut se de Ii Kl i eyertu r in Xluiivhei). Oben links nach n-elits: Ohei'lt. l'det. lütter v. Selilt-ieli, Minister Präsident Kahr. Hanptm. Ilailer, Polizei-Präsident Polmer. Dir Maver iler Baver- Knniplenverke-Inten: obei-lt. tldet. MinisrerPrnsid. Kahr. Polizei-Präsid. Pohner-

Deutscher Kliecrertag in München. Am IS. t. abends fand im Odcon die Vinn bayrischen Fliegerklub veranstaltete erhebende Gedächtnisfeier Statt. Während sieh der Saal füllte, erklang das Geläut sämtlicher Kirrhcnglocken, Flugzeuge mit langen, schwarzen Wimpeln umkreisten das (icbiiiide. V<ir der Feldherrnhulle. wo Trauerfahnen wehten, und eine Keichswehrkapollc ernste Weisen spielte, hatten sich Tausende versammelt. Zur l'eier waren unter anderen die sämtlichen Minister, die königlichen Prinzen und General Ludcndorff erschienen. Das Nalional-the.atcr-Orchester spielte die Ouvertüre von Coriolan." Hierauf folgte ein Prolog, au dessen Schluß die Versammlung „Deutschland über alles" sang. Hieraul hielt Ministerpräsident von Kalir eine Begrüßungsansprache, in der er zunächst namens des Gcuernlfeldmarschalls von Hindenburg, des Protektors der Gedenktage, dessen Bedauern darüber Ausdruck gab, daß er nicht teilnehmen könne. Die eigentliche Gedächtnisrede hatte der erste Präsident des Bayrischen Flieger-clubs Major Paul, übernommen.

Ausland.

Der Pescara Hubschrauber. Gewicht SSO kg, Motor 12t) PS hai sich bei einem Versuch im Garten des Frfinders auf ein Pull erhoben.

Auf dem Flugplatz Croydon. (London) wurden vergangene Woche J70 Passagiere befördert. Die Gesanitkilouieterzahl betrug 211X10. Dir Passagierverkehr der englischen Gesellschalten nach Paris soll täglich eingerichtet werden.

Die amerikanische Marine beabsichtigt ein Riesen-Flugzeug Mutterschiff zu bauen. Dasselbe soll achtzig Plugzeuge fassen können und ungefähr 5 Millionen kosten.

Von dem französischen S'cherheitswettbewerb sind folgende Preise zur Verteilung gekommen: Courtois Sutfit für Stabilitätsanzeiger I»*») fr. Gastamhide und l.evasseur für Flugzeug .mit veränderbarer Wölbung und Fläche 10000 fr. Jean Ors für Fallschirm 1000 fr Yves l.e Prieur für leuchtend der Neigungsmesser '20«) fr., für Navigraph 20m fr., und für Festigkeitsprüfer Hü») fr.

Der Pariser Salon ISK1 findet in der Zeit vom 12. bis 'S. November statt.

Für den Flugverkehr nach Holland ist folgende Bestimmung zu beachten: Die Beförderung von Waren und Dokumenten in Flugzeugen, deren Fin-l'tilir nach Holland verboten ist, ist nicht gestattet. Dieses F.infuhrverhot bezieht sich in erster Linie auf Waffen, die auch nicht au den Flugzeugen angebracht sein dürfen.

Jacuzzi Siebenpassagier - Eindecker.

Dieses Flugzeug wurde bereits im Flugsp. Nr. 5 beschrieben. Die Spannweite betrug Iii m, die Gesamtlänge !) m, Leergewicht SIMI kg, voll belastet HiüO kg. Zum Beiriebe diente ein 200 PS Hall Scott, dir jedoch im Fluge nur mit 100 PS beansprucht werden soll. Die uebensteh. Abbild, zeigt dif gedrungene Anordnung des l'assw-gierraums. J a c u z.z i - K i u d e c k e r

Sicherung gegen ev. Bruch der Ventilhebellifferung am „Le Khöne" Motor (80 und 100 PS.) Das engl. Luftministerium (Notice to ground Fngiuccrs No. 1,21) teil! folgendes mit: Die Original-Lagersupporte der Veutilliebel au oben erwähnten Motoren weisen eine sehr geringe Festigkeit auf. soilaß diese nach beiliegender Zeichnung durch Sicherheitsstahlhänder verstärkt werden müssen

Die Siclierlieitsbänder sind an allen Vfiiitilliebellagerungeti des in Frage kouiineudeu Motortypcs anzubringen. Beim Montieren dieser Vorrichtung muß

mau darauf achten, daß die Splintenlöcher in den Kühlrippen richtig gebührt werden, um ein Losreißen der Splinten zu vcrunmöglichen.

In manchen Fällen ist der Lagersupport noch heiin Bohren des Ventillagers geschwächt worden. (Ans Sicherheitsgründen hat sich das eidgen. Luftamt in der Schweiz gezwungen gesehen, diese Aenderung auch an den in der Schweiz verwendeten Motoren vorzuschreiben.)

Kliegerahzci<,Tieii der italienischen Luftstreitkräfte. Oben links: Marine Klugzeugführer, in der Mitle: Luftsrhiffoffiziere, Beobachter. Mau»' setiaften trafen dieses Anzeichen ohne die Krone. Abteilung*, und Luftschifführer goldene Krone auf rotem Grund, alle übrigen Offiziere silberenie Krone. In der Mitte"- Abzeichen für Ingenieure- t'iiten links: Abzeichen für Luftschiff-Ililfsnuninse.haften: in der Mitte: Flugzougarheiier: rechts: Anzeichen für amerik. Liiftfalirr|iersou;d, welches im italienischen Heeresdienst tatig war.

Eingesandt.

(.Ohne Verantwortung der Redaktion.i Die in den Luitfahrtkreisen umlaufenden Gerüchte, wonach unser langjähriger Mitarbeiter, der Ing. Paul Prill beabsichtige nach Spanien zu gehen und dort in Barcelona in Gemeinschaft mit einer englischen Firma Verkehrsflugzeuge zu bauen, sind aus der Luft gegriffen. Herr Prill ist nach wie vor unser Mitarbeiter und beabsichtigt nicht ins Ausland zu gehen, bezw. mit ausländischen Firmen zusammen zu arbeiten. Gebr. Prill. Ingenieurbüro.

Literatur.

(Die angezeigten Hücker können vom Verlag „Flugsport* bezogen werden..i I. Indicateur Aerien, Mouvements officiels des Compagnies. Verlag L'Air, 5. Rue de L'lsly, Paris. Preis 50 Centimes.

Dieses Flug-Kursbuch umfaßt sämtliche von Frankreich ausgehenden Fluglinien und verzeichnet die Flugzeiten und Flugpreise für Passagiere und Waren und erscheint monatlich. Es sind folgende Linien verzeichnet: I. Bordeaux — Toulouse-Montpellier,

16 30 t Bordeaux-Merignac.....A 10.30 Montags, Dienstags,

)b00 Toulouse-Ribaute...... 9.00 ~ „.„„ c„ .„„

P.OO I Toulouse-Ribaute...... 18 00 Donnerstag, Samstag.

10.30 » Montpellier—Villeneuve . . . •> 16.30 vom 15. Mai täglich Salmson: 260 PS. Zwei Passagiere tfx'J kg. Tarife: Passagiere Bordeaux—Toulouse und umgekehrt 88 fr., Toulouse-Montpellier und umgekehrt 88 fr.,

lö kg Freigepäck, das übrige Gepäck wird nach dem Warentarif berechnet, pro kg Waren von Bourdeaux-Toulouse 3.30 fr-Toulouse ■ Montpellier 3 30 fr-

2. Linie Nimes — Nizza. 7.15 I Nimes.....a 20.10 Montags und

10.05 y Nizza.....( I7sl0 Donnnerstags

Zwischenlandung in Avignon je nach Bedarf. Dorand: 170 PS Zwei Passagiere 300 kg

No. 12

Tarife: Passagiere Nimes — Nizza und umgekehrt 240 fr, Avignon — Nizza und umgekehrt 200 fr., 15 kg Freigepäck.

Warentarif: Nimes—Nizza pro kg 4.50 fr, Avignon — Nizza pr. kg, 3 75 fr.

3. Linie Paris-London.

Passagier u. Post 9,30 12.00

Waren u. Post 12.45 15.15

Passagier Passagier u. Post 16.00 18.30 Passagier u. Waren 15.45 12.45

u. Waren 1245 15 45 Passagier u. Ware 12 30 10.00

Passagier u. Waren 12.30 10.00

Paris —Le Bourget ' y London Croydon. t Waren

läglich 18..-0 außer Ib'.OO Sonntag. Goliath Farman 520 PS. Zwölf Passagiere 1700 kg Breguet Limousine 300 PS. Vier Passagiere 400 kg. Tarife: Passagiere Paris—London und umgekehrt 300 fr. Dabei inbegriffen Automobil-Transpnrt zwischen den Städten und Flugplätzen. 15 kg Freieepäck per kg weiteres Gepäck 5 fr. Warentarif bis zu 5 kg 7.50 fr., bis 25 kg 6 fr., darüber 5 fr. Posttarif.' Mehrtaxe 0,75 fr. pro 20 gr.

4. Linie P ar i s—B r ü s s el—A m s t e r d a m. i Paris—Bourget . . . A 13 45 11.45

12.30 14.30 15.00 16.00 1ö]5 16.45

Brüssel- Haren . . . Rotterdam—Waalkren

11.15 Täglich außer 10.15 Sonntags. 10.00 9.30

Amsterdam — Schiphol Breguet Limousine 300 PS. Vier Passagiere. Bleriot 260 PS Fünf Passagiere. Tarife: Passagiere: Paris—Brüssel hin 175 fr., hin und zurück 300fr.

Brüssel —Amsterdam hin 125 fr., hin und zurück 200 fr., Paris-Amsterdam hin 300 fr., hin und zurück 500 fr., Amstei dam Brüssel hin 35 Fl. hin und zurück 60 Fl. 15 kg Freigepäck je weiteres kg Paris Brüssel3fr., BrüssH - Amsterdam 2fr., Paris - Amsterdam5fr. Warentarif: Paris—Brüssel bis r0 kg 4 fr., über 50 kg 3 fr., Brüssel —Amsterdam bis 50 kg 2 50 fr. über 50 kg. 2 fr., Paris-Amsterdam bis 30 kg 6.50 fr., über 50 kg 5 fr. Posttarif: Mehrtaxe 0J5 fr. pro 20 gr.

5. Linie Bayonne — Bilbao — S anfände r.

nur montags

9.00 10.30

läglich außer Sonntags

9.30 * Bayonne 11.00 | |

11 30

Bilbao

täglich außer nur Sonntags Samstags ... A 17.15 17.00 \ ! 15 45 15.30 ■ ■ ' 1 | 15.15

12.00 i Santander.....( 14.45

Wasserflugzeuge Georges Levy 300 PS. Drei Passagiere 400 kg. Tarife: Passagiere: Bayonne—Bilbao und umgekehrt 100 fr., Bilbao — Santander und umgekehrt 50 tr., Bayonne Santander und umgekehrt 150 fr., Bayonne —Bilbao und zurück 150 fr., Bayonne —Santander und zurück 225 fr.

6. Linie Paris-Straßburg Prag-Warschau.

Dienstag Donnerstag, Samstag 8 15" 10.15'

Montag Mittwoch

Freilag

6 00'

8.30;

9.30* 13.00-14.00-18.30- Y

Paris . . Straßburg

Prag . . Warschau

v ontag Mittwoch Freitag 17.30"

15.00

Dienstag Donnerstag Samstag 18 30* 16.0XV 15.00» 11.30-10,30-

s.no-

* Französische Sommerzeit. ' Europäische Zeil.

No. 12

FLU(JSPÜJ{ T

Seite 283

Tarife

Dienstag Donnerstag Freitag Sonntag

8.00 11.30 13.00 16.00 16 40

17.80

Potez Limousine 370 PS. Zwei Passagiere 460 kg. Bleriot Berline 260 PS. Fünf Passagiere 560 kg. Potez Limousine 370 PS. Vier Passagiere 500 kg.

Passagiere: Paris—Straßburg 150 fr., Paris —Prag 500 fr., Paris — Warschau 800 fr., Straßburg-Prag 350 fr., Straßburg—Warschau 650 fr., Prag—Warschau 300 fr. 15 kg Freigepäck, darüber von Paris—Straßburg 2 fr. pro kg. Paris—Prag 5 fr., Paris—Warschau 7 fr., Straßburg—Prag 3.50 fr., Straßburg-Warschau 6 fr., Prag -Warschau 3 50 fr.

Warentarit: Paris-Straßburg 2.50 fr., Paris —Prag 7 fr., Paris Warschau 9 fr., Straßburg Prag 4.50 fr., Straßburg—Warschau 7 fr., Prag—Warschau 4.50 fr. Posttarif- Mehrtaxe 0.75 fr. pro 20 gr. bis 100 gr. 1.50 fr., bis 200 gr. 2.25 fr. 7. Linie Toulouse — Spanien—Marokko. Montag Montag

Mittwoch Miltwoch

Donnerstag Donnerstag

Samstag Samstag

10.30 |B| Toulouse-Motaudran •™°*< Barcelona . . . I

1430 18.00

Alicanta ! Malaga

Rabat

I Casablanca

Dienstag Donnerstag Freitag Sonntag 1500 12.30 10.30 7.00

16.00 12.30 11.30 8.30 7 50 s} 7.00

Bröguet 300 PS Zwei Passagiere.

Salmson 260 PS Zwei Passagiere. Tarife: Passagiere: Toulouse —Barcelona 46S fr., Toulouse—Alicante 924 fr., Toulouse—Malaga 1068 fr., Toulouse—Rabat 1560 fr., Toulouse—Casablanca 1680 fr, Barcelona—Alicante 336 Peseta, Barcelona—Malaga 564 P., Barcelona—Rabat 1320 fr., Barcelona—Casablanca 1590 fr., Alicante—Malaga 336 P , Alicante-Rabat 1068 P-, Alicante - Casablanca 1340 P., Malaga-Rabat648 P., Malaga-Casa-blanca 920 P., Rabat Casablanca 270 P Kein Freigepäck Warentarif: Toulouse - Rabat 18fr. Toulouse—Casablanca 20fr., Posttarif: Mehrtaxe bis20gr. 0.75 fr, bis 100gr 1.75fr., bis 500 gr 1 fr., pro je 100 g.

Das Motorrad. 2. Auflage C. J. F. Volckmann Nacht". Mk. ID.— enthält ausführliche Beschreibung der bekanntesten neuesten Motorräder, Motorfahrräder, Motorroller und Fahrradhilfsmotoren. Bei der zunehmenden Verbreitung des Motorradsports in den letzten Jahre hat auch die Anzahl der Kleinmotorfahrzeuge zugenommen. Für Anfänger, welche sich auf dem (iebiete in formieren wollen ist das Büchlein zu empfehlen.

Vereinsnachrichten.

Hamburger Verein für Luftfahrt e. V., Abteilung für SegellluE und Modellbau. Geschäftsstelle: Wandsbekerstieg 50. Am 22. Mai wurde der Vereinsstreckenrekord wiederum um 10 rn verbessert. Auch diesmal war es Ewald, der seinen eigenen Rekord auf 145 m bringen konnte. Schone Flüge zeigte auch die Ente von Gymnich, welche Möllen von 15—IS m erreichte und bis zu 22 Sek. flog. Strohtneyer erschien mit einem Schwiiigenfliegerniodell am Start und zeigte mit diesem, nach ganz neuen Koiistriiktioiisprinzipien gebauten Modell, gute Anfangsflüge.

Am 29. Mai wurde versucht, die Rekorde zu überbieten, doch gelang es nicht über die Flugdauer von 22 Sek. hinauszukommen und die Streckenflüge scheiterten an den beharrlichen Kurvenflügen der Modelle.

Laut Versainmlungsbesrhluß wurde nach den Grundsätzen des Modelltlug-

Seile_284_ , ( J/ L U GßP ORT"._______No. 12

Vereins Berlin eine neue Klasse eingeführt, welche alle Modelle umfaßt, deren Gummistrang länger ist als die Spannweite. Ebenfalls ist das Fahrgestell bei diesen Modellen kein Erfordernis, jedoch sind die Grimdlcistungen für diese Klasse 100»/. höher als die der Klasse A für Stabmodelle. Durch diese Bewertung haben die Rekordmollelle keine wesentlichen Vorteile vor den normalen Stub-modellen, jedoch ward dem Konstrukteur andererseits keinerlei Beschränkung in Bezug auf die Ausführung des Modells auterlegt.

Das Preisgericht für die Fltigzeugmodeil-Ausstellnng und den Flugzeug-modell-Wettbewerb setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Dr. Arnthal, Major von Schröder und Garber. Drei weitere Herren werden noch namhaft gemacht. Soweit es sich bis jetzt übersehen läßt, wird die Ausstellung ziemlich reich beschickt werden.

Die für die Rhön im Bau befindlichen Flugzeuge gehen ihrer Vollendung entgegen. Nach bis jetzt vorliegenden Nachrichten wird außer dem vom Verein gemeldeten Riunpfcindecker, der von Gymnich gebaut und konstruiert ist, noch lug. Kahl mit einem verspaniiungsloscn Fandecker am Wettbewerb teilnehmen. Die ganz enormen Transportkosten machen es unmöglich noch weitere Apparate zur Konkurrenz, zu schicken.

Frankfurter Modell- und Searelflug-Verein. Durch die umfangreichen Vorarbeiten des Rhön-Segelllug-Wettbewerbes sind unsere Modellbauer stark in Anspruch genommen, sodaß die Ucbuugsfliegen und der Bau von Modellen etwas in den Hintergrund getreten sind.

Trotzdem haben Pocher und Specht in niler Stille ganz hervorragende Leistungen mit Ihren Modelleu im „Hutpark" erzielen können.

Schaut hatte das Pech sein Modell, mit welchem er die Modellflieger Prüfung bestehen wollte, zu zerbrechen.

Möbius bat den Vcreins-Daitcrrekord auf .37,4 sec. gebracht und damit gleichzeitig einen Dauerrekord für Norrmilmodclle geschaffen.

Für den 12. Juni ist im Hntpurk ein Ucbuugsfliegen angesetzt in der Zeil von !> bis 12 Uhr vorm.

Der Gleiterbau macht Forlsi hrille und werden in Kürze Versuche im Hutpark, welcher sich vorzüglich dazu eignet, abgehalten werden

Oesellschaft schweizerischer Militärflieger. Anfangs Mai hielt die G. S. M. F. in Zürich ihre ordentliche Mouatsversaiuinlung ab. Die teilweise wichtigen Traktandeu sammelten wiederum eine größere Anzahl unserer Schweiz. Militärpiloteu aus allen Gauen der Schweiz an Zürichs gastfreundlichem Gestade. Wie vor zwei Jahren soll auch diesen Herbst in Dübendorl eine Militärflieger-Konkurrenz durchgeführt werden. Zur Ausarbeilling eines detaillierten Programmes wurde eine Kommission bestellt. Der Progrnnuneiitwurf soll der nächsten Versammlung zur Diskussion vorgelegt werden, um hernach der eidgen. Flugplatz-direktion unterbreitet werden zu können.

Die Unpiinktlichkeit einzelner Mitglieder in der Entrichtung der Gesellschaftsbeilrüge veranlaßr die Versammlung zum Beschluß, daß alle Säumigen zur Zahlung aufgefordert werden sollen im! der Mitteilung, daß der nächsten Versammlung die Restanten namentlich verlesen werden und hei Zahlungsverweigerung unbedingt zum Ausschluß geschritten werden muß.

Seit Beginn der Schweiz. Militüraviatik bestand der schöne Brauch, die Namen tödlich verunglückter Kameraden auf einem in Dübendorf errichteten Denkstein einzumeißeln. Leider war es bis jetzt Sitte, die in der Zivilaviatik verunglückten Militärpiloteu nicht auf dein Stein anzuiülireii, in der Meinung den rein militärischen Charakter de- Steines zu wahren. Die Gesellschaft bemühte sich zwar schon bei der Ereigntmg der ersten Uulälle in der Schweiz. Zivilaviatik .den ausgesprochen militärischen Schleier zu entfernen und eine den heutigen' Verhältnissen entsprechende Erweiterung des Denkmal-Charakters zu befürworten. Durch das Entgegenkommen der leitenden Stellen unserer Militar-aviatik ist es nun so weil gekommen, daß die Namen aller eingeteilten Militärpiloteu, ob sie im Dienste der Militär- oder Zivilaviatik verunglücken, auf dem Stein eingeschlagen werden.

Da es des öftern vorkommt, daß sich Unberechtigte als Militärpiloteu aufspielen und in womöglich angeheitertem Zustande iiuehreuhaft aufführen, ist es klar, daß solche hidividien unserem allgemeinen Ansehen schaden. Nach lebhafter Diskussion, wie gegen Milche Schmarotzer vorgegangen werden soll, kam mau überein, daß nächstens ein paar solch schöngefiederter Vögel in den Tageszeitungen als Niehl-Militärflieger publiziert werden sollen.

lte.utsi-.he Motleil-ltekovde. Verband Deutscher Modell- und Gleitflugvereine Ii. V.

Modellart

Strecke

Erreichte Punktzahl. Nach Verhaudsbewer-tung f. Noriuahnodelle. (Hukfcnabst., SpuiniW. gleich) usw.

Zugschr.-Modell

Druckschr.-Modell

Rumpf-Modell

Normal-Stabiuodell

ü. Haugwitz, Berlin 410 m, 10. 4. 21 (Eine Schraube)

F. Schalk, Berlin

72 See. IH20 (Eine Schraube)

Curt Möbius 37,4 See. 17. 4. 21 (Eine Schraube)

Hanau Horst Schneider, Leipzig 1963 Punkte (Flugsport N. (i/21.)

Normal-Rumpfiuod

Curt Möbius, Leipzig' 1520 Punkte (Flugsport Nr. 15/1920)

Nachtrag.

Zum Flugzeugbauverbot ist noch folgendes Schreiben an den V. I). L. I. ergangen :

Der Reichsverkehrsminister. r, , , ,,, r .,,

L. 110784/21 11 O. Berl1"' de" 21

Infolge Annahme des Ultimatums ist die deutsche Regierung nunmehr gezwungen, den Beschluß der Entente von Boulogne vom 22. 7. 20 betreffend Verlängerung des Bau- und Einfuhrverbots für Luftfahrzeuge anzuerkennen.

Nach dem Wiederzusammentritt des Reichstages wird daher sofort ein neues Verbot der Einfuhr und der Herstellung von Luftfahrzeuggerät durch ein Reichsgesetz erlassen werden.

Anträge auf Ausfuhr von Luftfahrzeuggerät können zunächst keine Berücksichtigung mehr finden.

Ueber das in der Zwischenzeit hergestellte Luftfahrzeuggerät bleibt weitere Mitteilung vorbehalten.

E^s wird gebeten, sämtliche beteiligten Stellen hiervon umgehend in Kenntnis zu setzen und ihnen zu empfehlen, die nach Angabe der Ilük in den nächsten Tagen einsetzende Kontrolle durch Angehörige der llük unbehindert vornehmen zu lassen. gez.: (iro euer.

Au den Verband Deutscher Luftfahrzeug-Industrieller, (j. in. b. H.

Berlin W. 35.

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