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Zeitschrift Flugsport, Heft 13/1918

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 13/1918 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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Jiiustrirte

No. 13 technische Zeitschrift und Anzeiger ^■'"j«'^

19. Juni ültl. ]Mrg. I,

pro Jahr «.IUI

Auslas« per Kraztanf K.M.» Elnzelpr. M. 0.80

für das gesamte

„Flugwesen

unter Mitwirkung bedeutender Fachmänner herausgegeben von Telef. Hansa 4557 Oskar Urslnus, Civülngenleur. Tel.-fldr.: Urslnus.

Brlef-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M.. Bahnhofsolatz l.

Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" _ versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet,_._

Die nächste Nummer des „Flugsport" erseneint an> 3. Juli. Englische Sorgen.

Der Mangel an Mannschafteu und Material scheint in England -doch größer zu sein, als bisher angenommen wurde. Die größte Sorge ist die Beschaffung von Leuten. „Flight" fragt: „Wo sind solche im Lande entbehrlich? Was muß zurückgehalten werden? Aus den Schiffswerften können wir sie nicht nehmen. Alle Menschen von Land und Stadt müßten eingereiht werden. Das Land ist jedoch kein unerschöpfliches Reservoir für Leute, Geld und Material. Auch ■die Hilfsquellen des britischen Kaiserreiches haben ihre Grenzen, Ziehen wir zu viel Leute aus dem Lande heraus, so werden wir dasselbe Desastre bekommen wie an der Front."

In einer Versammlung von Frauen erklärte der Arbeitsminister, daß man in der nächsten Zeit Frauen als Lenkerinnen von Flugzeugen verwenden würde und daß man glaube, daß sie sich in diesem Berufe gut bewähren würden.

Diese Zeilen klingen beinahe wie ein Verzweiflungsschrei. Das -englische Flugzeugbauprogramm ist bisher schon nicht erfüllt worden, die Aussichten für die Zukunft scheinen daher noch düsterer. *"

Die Gründe des Majoritätsbeschlusses für Lord Rothermeres Abgang lauten „ Diplomatenkrankheit,u „innere Reibung," „Durcheinander im Luftministerium". Rothermere, der, wie er früher einmal ausrief, •die Luft von den hunnischen Mikroben reinigen wollte, wird von „Aero-jplane" leicht beeinflußbar, als „geschorener Samson" bezeichnet. —

Ein einzelner Mensch kann überhaupt für die Durchführun geiner solchen Organisation nicht verantwortlich gemacht werden. Denn wenn die Unterorganisationen nicht vorwärtstreibend in die Speichen der vielen Räder des gewaltigen Uhrwerks einer Kriegsluftorganisation •eingreifen, ein einzelner Mensch, und wäre er der Befähigste, würde ■es allein nicht fertig bringen Auch Weir nicht! —

Albatros Kampfdoppeldecker Cv. (Nach engl- Darstellung.)

Fortsetzung v. S. 277.

Hierzu Tafel XI.

Nachdruck verboten.

Der Führersitz befindet sich wie üblich vor dem ßeobachtersitz und zwar bei dem Albatros auf dem Benzinbehäller. Der Benzintank ist, wie die Abb. 13 erkennen last, der Sitzform angepaßt. Auf dem Beazinbehälter ist ein besonderes bis zur Rnmpl Verkleidung; führendes Füllrohr befestigt. Hinter dem Führersitz am oberen Teil des ßumpfes befindet sich ein Hilfstank. Beide Benzinbehälter sind durch Leitungen und Umstellhahn miteinander verbunden, sodaß beliebig aus einem oder dem anderen Behälter Benzin nach dem Motor geführt werden kann. Da die beiden Behälter verhältnismäßig tief liegen und insbesondere beim Steigen nicht genügend Druckhöhe vorhanden ist, stehen beide Behälter unter Druck. Die eiue Luftpumpe

wird von dem Motor angetrieben, während die Ke-serveluftpumpe wie üblich, von Hand betätigt wird.

Der konstruktive Aufbau der Benzin behält er ist sehr interessant. Die Seitenwände sind miteinander durch Drahtanker verbunden, vergleiche die Abb. 13. Um das Umherschlagen der Benzinmassen bei halbleerem Behälter zu dämpfen, sind, wie aus Abb. 13 hervorgeht,, fünf mit kreisförmigen Oeff-nungen versehene Schlinger-dämpfungsschotten eingebaut. Das Benzinsteigerohr ist bis auf den Boden des Gefäßes geführt. Der Haupt benzin-tank ruht auf entsprechend geformten Konsolen, an denen die Stahlbänder zur Befestigung angreilen.

Die Steuerbe-tätigungs-Einrich-tungen zeigen Abb. 14. Derkardanisch gelagerte Steuerknüppel ist auf einer horizontalen drehbar gelagerten Rohrwelle nach allen Seiten schwingbar befestigt. An.

den Enden der Bohr welle befinden sich Hebel, an denen die Höhensteuerseile angreifen. Das Höhensteuerseil führt über eine vorn am Rumpf gelegene Rolle und von da nach hinten nach dem anderen Ende des Klappenhebels. Die Rolle ist in Abb. 16 links oben mit ihrem Befestigungsteil dargestellt.

Auf der linkenSeite der Rohrwelle ist gleichzeitig der Bremshebel gelagert, an dessem oberem gekröpften Ende der Seilzug für den auf der Radachse sitzenden Bremssporn befestigt ist. Die Wirkungsweise geht aus Abb. 15 hervor. Läßt man den Bi emssporn wieder nach, so geht der an einer Feder hängende Bremssporn wieder in seine frühere Lage zurück.

Die Art der Betätigung, der Schräglagenateuerung zeigt Abb. 17. Das Steuerseil geht vom Steuerknüppel über eine am unteren Rumpf-holra liegende Rolle parallel zum Hinterholm über eine weitere Rolle nach dem hinteren Hebel der Verwindungsklappe. Das zurückgehende Kabel geht von der vorderen Verlängerung des Verwindungsklappen-hebels über eine Rolle im unteren Flügel längs des Holmes über eine auf der linken Seite des Rumpfes liegende Rolle nach dem Steuerknüppel. Vergleiche Abb. 14. Der Fußhebel für die Betätigung des Seiten-

Abb. 14. Steuevbetätigungseinrichtuugen des Albatros 0 V. Oben links: Kugelpfannenlagor für die Festklemmvorrichtuug. Unten rechts: Steuersäulengriff mit M.G.-Drücker.

Steuers ist auf einer Rohrpyramide drehbar befestigt. Die Seile greifen nicht wie üblich direkt am Fußhebel an, sondern an einem besonderen rechtwinklig dazustehenden Hebel; von diesem führen die Steuerseile über Rollen nach dem Seitenruder. Der Fußhebel kann entsprechend der Größe des Führers verstellt werden. Größere Führer verwenden den Hauptfußhebel während kleinere den Hilfsfußhebel benutzen. Um das Abgleiten des Fußes vom Fußhebel zu verhindern, sind nach unten gebogene Haltebügel vorgesehen.

Wie bei fast allen deutschen Maschinen ist eine Steuerknüppelfeststellvorrichtung angeordnet, die es ermöglicht, beim Steigen wie ebenso beim Gleitflug den Steuerknüppel in der jeweiligen Lage festzuhalten. Diese Feststellvorrichtung besteht, Abb. 14, aus einer auf der Steuersäule verschiebbaren Muffe, die durch eine mit Hebel versehene Schraube festgeklemmt werden kann. Die Klemmufi'e ist mittels einer gegabelten Stange, deren unteres Ende in einer Kugelpfanne schwingt, am Boden des Rumpfes befestigt. Diese Kugelpfannenlager-befestigung gestattet der Steuersäule eine Bewegung nach allen Seiten. Bei festgeklemmter Muffe hingegen, wo das Höhensteuer in seiner Lage festgestellt ist, kann die Schräglagensteuerung betätigt und der jeweilige Steuerausschlag mit den Knieen beibehalten werden.

Das auf der rechten Seite des Rumpfes neben dem Motor eingebaute Maschinengewehr wird durch einen Drücker, welcher in der

unteren rechten Skizze Abb. 14 ersichtlich ist, betätigt.

Die Befestigungsart der Steuerseile am Seitensteuer und Höhensteuerhebel sowie die Ausführung dieser Hebel ist aus Abb. 18 ersichtlich. Vom Höhensteuerhebel führt ein konischesRohrnach dem hinteren Höhen-steuerrand.(Abb.l8 A.) Das Seitensteuerlager-rohr ist in schellenartigen Lagern drehbar, wie bereits früher (in Nr. 12 Flugsport) beschrieben, befestigt. Ein kleines, an der Schotte des Rumpfes befestigtes Stehlager trägt das senkrechte Seitensteuerrohr.

Eigenartig beim Albatros ist die Befestigung der Steuerseile an den Klappenhebeln. In die Enden der aus

Abb. 15. Bremshebel u. Bremssporn.

Albatros Kampfdoppeldecker C V. (Nach engl. Darstellung.)

Stahlblech hergestellten Klappenhebel ist eine halbkugeliche Pfanne eingepreßt. In dieser Pfanne ruht der halbkugelförmig ausgebildete Teil des Seilspannschlosses (siehe Abb. 18). Bei dieser Anordnung kann sich das Spannschloß frei nach allen Seiten bewegen, sodaß Vibrationen nicht auf die Steuerklappen übertragen werden.

Außer dem fest eingebauten durch den Führer betätigten Maschinengewehr ist in dem ßeobachtersitz ein bewegliches Maschinengewehr angeordnet. Das bewegliche M G. (Abb. 19) ruht auf einem mit Rollen versehenen aus Furnier hergestellten drehbaren Kranz. Der Maschinengewehrkranz erscheint zunächst etwas sehr plump, ist

Abb. 16. tteilrollenbefestigungen für die Steuerseile.

Abb. 17. Sohräglagenstenerungs^chema des Albatros C V.1

jedoch sehrleicht. Das Maschinengewehr ruht in einer nach hinten und vorn schwingenden Gabel, die in jeder Lage durch eine Feststellvorrichtung , wieaus der Skizze hervorgebt, festgeklemmt werden kann. Weiterhin ist die Gabel noch seitlich um ihre Achse drehbar, sodaß das Maschinen-Gewehr, außer der Bewegung durch den Kranz, eine bequeme Bewegung nach allen Seiten gestattet. Der drehbare Maschinengewehrkran z kann durch eine Feststellvorrichtung, wie sie rechts oben auf der Abb. 19 dargestellt ist, fest-

C. Hinteres Rumpfstiick gestellt werdeu. mit Seitenstener- DieseKlemmvor-lagerunpr. richtung besteht

aus einem hebelartigen Gabelstück, das durch

Abb. 18. Klappenhebel de» Albatros C V.

Höhensteuerhebel.

B. Untere Lagerung d. SeiteiiRteners.

s

■einen Exzenterhebel gegen den feststehenden runden Kranzteil de. Beobachterraumes gedrückt wird. Da der Beobachter beim Stehend^ feuern von seinem Sitz aufstehen muß und durch den Sitz nicht behindert wird, ist der Sitz als Klappsitz ausgeführt. Der Sitz klapp -einfach selbsttätig unter dem Drucke einer Spiralfeder, sobald er von •dem Gewicht des Beobachters befreit ist, nach oben

Der Albatros-Doppeldecker gehört zu der C Klasse, d. h. für verschiedenartigen Gebrauch und nebenbei als Kampfmaschine. Er ■dient zur Erkundung Feuerrichtung und zur Fotografie; als Bomben-maschine kann er daher nicht angesehen werden. Trotzdem sind Vorrichtungen vorgesehen zur Aufnahme von einigen wenigen Bomben (vier), damit sie auf zufällig sich bietende Ziele abgeworfen werden können.

Abb. 20 zeigt eine schematische Skizze der ßombenaufhängung und der Bombenauslösevorrichtung. Die Bomben sind unter dem Haupttank unter dem Führersitz gesichert aufgehängt. Die Auslösung ■erfolgt durch den Schützen im hinteren Sitz vermittels eines kleinen Hebels, der rechts oben in Abb. 20 wiedergegeben ist.

Die Bombenaufhängung (Abb. 20) besteht aus an besonderen Holzträgern befestigten Lagerböcken aus Stahlblech, gegen welche die Bombe vermittels eines Stahlbandes gepreßt wird. Diese erwähnten Träger sind an dem Boden des Rumpfes durch diagonale Glieder gesichert; in der Zeichnung sind aus Gründen der Deutlichkeit die Träger weggelassen. Die Bomben selbst werden durch ein ziemlich genau

Abb. 10. Einbau des beweglichen Maschinengewehrs beim Albatros C V. (Unter dem Maschinengewehr ist ein Sack für die Aufnahme der Hülsen vorgesehen.)

unter der Mitte der Bombe durchgehendes Stahlband getragen. Das-Stahlband ist an einem Ende aufgehängt, während das andere Ende ein Auge trägt, welches in feinen offenen Haken der Aufhängevorrichtung greift. Die Skizze in der oberen linken Ecke Abb. 20 läßt die Einzelheiten des Hakens und die Auslösevorrichtung, durch die der Streifen ausgelöst wird, erkennen. Die Auslösevorrichtuug ist über den Mittelpunkt der Bombe aufgehängt. Der Vorgang ist folgender: Wenn der Nocken an der horizontalen Welle das hinter« Ende des Auslösers herunterdrückt, geht das vordere Ende in die Höhe gegen den Zug einer Spiralfeder. Der Haken wird frei und die Oese mit dem Stahlband ausgelöst und mit ihm die Bombe. Die vier Nocken, welche den Auslöser freigeben, sind auf einer gemeinschaftlichen, über dem Boden des Rumpfes liegenden Welle montiert. Für die Auslösung von vier Bomben sind an dem Hebel am Beobachtersitz fünf Bewegungen nötig. Da jedoch nur vier Nocken vorhanden sind, so wird bei der Bewegung Nr. 1 noch keine Bombe ausgelöst. Die Auslösung der ersten Bombe erfolgt erst bei der zweiten Bewegung. Es-ist dies jedenfalls eine Sicherheitsmaßregel.

Auf der rechten Seite des Rumpfes ist auf der Nockenwelle einkleines Sperrad mit fünf Zähnen angebracht. (Siehe die rechte untere Skizze in Abb. 20.) Das Sperrad wird durch eine Sperrklinke in seiner jeweiligen Lage festgehalten Neben dem Sperrad sitzt lose auf der Welle eine kleine Seiltrommel, über welche das Zugseil vom Bomben-auslösegriff nach einer am Rumpfe befestigten Spiralzugfoder führt. Die kleine Seiltrommel wird noch weiterhin durch eine Spiralfeder gegen das Sperrad gedrückt. Am Sperrad befindet sich an der Seite, welche der Seiltrommel zugekehrt ist, eine kleine Schraube, die abwechselnd in fünf entsprechend als Mitnehmer wirkende Aussparungen der kleinen Seiltrommel eingreift. Nach erfolgter Auslösung einer Bombe hält die Sperrklinke das Sperrad fest, der Seilzug wird nachgelassen, von der Spiralfeder am Rumpf angezogen und die Seil-

Abb, 20. Bomben-Aufhänge und Anslösvovrichtung des Albatros 0 V.

trommel mitgenommen. Bei einer weiteren Bewegung nimmt dann die seitliche Schraube am Sperrad die Trommel um ein Fünftel Umdrehung wieder mit. Aus der Abb 20 geht der Vorgang wahrscheinlich klar hervor.

Außer dem Bombenauslöshebel befindet sich am Beobachtersitz noch ein Hebel, der wahrscheinlich dazu dient, eine Kuppelung; am Motor für die drahtlose Telegrafie ein- und auszuschalten.

Auf der linken Seite am Boden des Beobachtersitzes ist eine rechteckige Oeffnung zum Einbau einer Kamera vorgesehen. Der Kompaß, der vod beiden Sitzen aus erreichbar sein muß, ist an einer kreisförmigen Oeffnung unter der Hauptfläche angebracht.

Eigenartig ist die Konstruktion der Albatros Tragflächen. Der vordere Flächenholm liegt dicht an der Vorderkante und der hintere Holm ungefähr in der Mitte der Flächentiefe. (Siehe Tafel XI Abb. 21.) Weiter nach hinten ist noch ein dritter falscher Holm angeordnet, der jedoch nicht mit dem Rumpf verbunden ist. Bei kleinen Winkeln, wo sich der Druckmittelpunkt nach hinten verschiebt, hat demnach der hintere Rumpfholm fast die ganze Last zutragen. Diese Tatsache hat jedenfalls die Albatros-Konstrukteure veranlaßt, diesem Hauptholm ungewöhnlich große Abmessungen zu geben. (Abb. 23 Tafel XL) Die beiden Holme sind aus Spruce und haben Kastenform. Die Kastenform wird gebildet

aus zwei ausgefräs- , \

ten Hälften, die miteinander durch Nut und Feder verleimt sind.

Die Flächen-rippenhaben I-Quer-schnitt. Der Steg besteht aus Spruce und die Flanschen aus Esche. Um die Profilwölbung der Flächen gleichmäs-sig zu halten, sind zwischen denHaupt-rippen falsche Rippen angeordnet.

Der Aufbau z. ß. der oberen linken Tragfläche geht aus Abb. 21 hervor. Die beiden Hauptholme sind durch Distanz-Stahlrohre verbunden und in fünf Feldern mitei n an d er verspannt. In den ersten beiden Feldern nach der Mitte

Abb.

Distanzrohr mitl Zelleustrebeitbeschlao: (l. Albatros C V.

des Rumpfes sind die den Stirndruck aufnehmenden Vorspannungen doppelt ausgeführt. Die Befestigung der die beiden Holme verbindenden üistanzrohre sowie die Art des Angreifens der Vorspannung zeigt Abb. 22, Dieser Holmbeschlag besteht aus einem den Holm fest umschließenden Stahlblech, aus dem die Oesen für das Eingreifen der Verspannung ausgestanzt und herausgebogen sind. Zur Lagerung des Distanzrohres ist auf den Beschlag ein kurzes Rohrstück geschweißt und auf dieses ein weiteres kurzes Rohrstück geschoben, welches vermittels Schlitz und Stift gehalten w rd. Der Holm ist in senkrechter Richtung an der ßeschlagstelle des Zellenstrebenbolzens und zwei weiteren den Verspannungszug aufnehmenden Schrauben durchbohrt. Dieser Beschlagteil mit den Verspannungsösen ist in der unteren Skizze Abb. 22 dargestellt. Die Verspannungskabel greifen an den in einer Platte eingelassenen Rundösen an. Die Oesen sind an ihren Flanschen gegen Verdrehen, wie aus der Abbildung hervorgeht, durch einen Niet gesichert. Um den Holm an den DurchbohrUDgsstellen zu verstärken und einen rechteckigen Querschnitt zur Aufnahme für den Beschlag zu erhalten, sind über und unter den Holm Paßstücke aufgeleimt. Abb. 23 zeigt die verschiedenen Querschnitte von Nasen-, Vorder-Hintor- und falschen Holm. Die hinterste Kante der Fläche wird durch einen Draht, wie bei allen deutschen Maschinen abgeschlossen.

Die Wölbung der oberen und unteren Seite der Tragfläche ist, wie Abb. 24 erkennen last, ziemlich groß. Warum ein solcher Flügelschnitt angewendet wurde, ist uns z. Zt. unerklärlich. Die deutschen Maschinen haben pro Flächeneinheit große Lasten zu tragen. Es scheint, daß man diesen Flächenschnitt gewählt hat, um in großen Höhen recht große Lasten tragen zn können und hat einen großen Widerstand in niedrigen Höhen in Kauf genommen. Jedenfalls sind die Voraussetzungen, welche zur Wahl dieses Schnittes führten, noch nicht ganz klar und es wäre interessant, wenn das National Physical-laboratorium Versuche mit diesem Schnitt anstellen würde, um den Sachverhalt festzustellen. Insbesondere ob dieser Schnitt vorteilhaft ist, große Gewichte in großen Höhen zu tragen. (Fortsetzung folgt.)

Konstruktions-Einzelheiten.

Beschläge der Spadflugzeuge.

Die Rumpfbeschläge (Abb. 1) sind bei englischen und französischen Flugzeugen verschieden durchgebildet. Bei ersteren sind auf die Rumpflängsholme gebogene und gestanzte Blechstücke aufgeschraubt, an welche die Rumpfverspannung angreift. Die senkrechten und wagerechten Rumpfstiele stehen ohne weitere Befestigung innerhalb der Bleche.

Die französischen Flugzeuge haben Stielschuhe aus Aluminiumguß, wie sie früher Deperdussin verwendete.*) Ein durchgestecktes Rohr hält die Stiele fest und dient zur Befestigung der Verspannung.

Die Zellenstiele aus Holz haben im Innern ein dünnes Stahlrohr, an welchem die beiden Augen befestigt sind (Abb. 2). Die Innenstiele

*) Die SoeiY'tö „Ppad" ist lickiiniitlieli nns Deperdussin hervorgegangen.

Abb. 3.

-~ i.

Beschläge der Spadflugzeuge.

FürWerksrartu.Flugplarz

(Verehr. Leser, welche die unter dieser Rubrik ausgeführten Vorschläge versuchen, werden um Auskunft gebeten, inwieweit sie sich bewährt haben. Die Redaktion). (Der Nachdruck aller Artikel unter dieser Rubrik ist verboten).

Spartöpfe für Anstric hmittel. Die Ausgabender Anstreich- und Lackierereien in den Flugzeugfabriken sind nicht unerheblich. Meistenteils wird man erst immer aufmerksam werden, wenn bei der Kalkulation auch die hohen Färb- und Lackrechnungen in Erscheinung treten. Der Betriebsleiter mancher Flugzeugfabrik hat daher begonnen, wenn auch mit geteiltem Empfinden, sich in die sogenannte Malerkunst zu vertiefen und dem Betrieb weitgehendste Aufmerksamkeit zu widmen. Und das mit Recht! Hier kann bei guter Organisation, Schaffung geeigneter Einrichtung, sauberen Arbeiten und vor allem sorgfältige Aufbewahrung der Anstrichmittel viel gespart werden. Ein großer Teil der Anstrichmittel geht verloren durch Verschütten und Eintrocknen.

Die Anstrichmittelgefäße haben die verschiedenartigsten Formen. Nebenstehende Abb. 1 und 2 zeigt einen sogenannten Lacksparer, wie er im Auslande viel verwendet wird. Dieser Lacksparer besteht aus einem viereckigen, mittels einer Schraube verschlossenen luftdichten Kasten, an dessen Unterseite sich eine Eintauchöffnung befindet. In die Eintauchöffnung fließt aus dem Kasten nur immer soviel Farbe, als zum Eintauchen nötig ist. Durch den tiefliegenden Zuflußschlitz an der Eintauchöffnung kann nur die zu Boden sitzende

Farbe abströmen. Die Eintauchöffnung ist sehr praktisch als Abstreicher für den Pinsel ausgebildet. Durch eine Klappe kann bei Nichtgebrauch die Eintauchöffnung geschlossen werden. Dieser Lacksparer hat noch weiter den

Abb. ;> u. 4. Spartopf für Anstrichmittel.

Vorteil, daß die leichten zur Verdunstung am meisten neigenden Verdünnungsmittel nicht der Luft ausgesetzt sind Eine andere weniger gut durchdachte Form ist in Abb. 3 und 4 dargestellt.-

Spart Schleifmittel! Eine Unsumme von Schleifmitteln dient lediglich der Verschönerung von Maschinenteilen. Solche Rücksichten müssen heute fallen. Der Gebrauch von Schleifmitteln, wie Schmirgelpapier, Schmirgelleinen und Schmirgelscheiben, sowie insbesondere das Verfahren des Schleifens auf Abb. lu.2. Spartopf für Anstrichmittel. Präzisionsmaschinen sollte nur dort angewendet

werden, wo das Aufeinanderarbeiten metallischer Flächen oder die Härte des Materials es unbedingt erfordert. Wenn alle amtlichen Konstruktionsstellen und alle Privatbetriebe ihre Bearbeitungsvorschriften daraufhin durchsehen, können namhafte Mengen von Schleifmitteln gespart werden.

flugtetfjmfdje (Rundfctjau.

Inland.

Den Orden Pour le mente erhielt: Hptm. Koehl, Kommandeur eines Bombengeschwaders.

Den Heldentod fanden: Flugzeugobermaat Paul Qeinitz, Ltn. d. R. Willy Erl er, Flgltn. Richard Ernert, Flgzf. Heinrich Rath je.

Jagdgeschwader Freiherr v. Richthofen Der Kaiser hat genehmigt, daß das von dem am 21. April gefallenen Rittm. Frhrn. v. Richthofen zuletzt geführte Jagdgeschwader die Bezeichnung: Jagdgeschwader Freiherr v. Richthofen Nr. 1 führt.

Ein Fliegerangriff auf Karlsruhe fand am 31. Mai kurz nach 9 Uhr vormittags statt. Es wurden zehn bis zwölf Bomben abgeworfen, die zum Teil ins freie Feld fielen, zum Teil in Gärten. Es wurde einiger Schaden an Gebäuden angerichtet. Leider fielen dem Angriff vier Personen zum Opfer, sechs andere wurden nicht unerheblich verletzt, zum Teil durch eigene Schuld. Um '^10 Uhr war der Allarm beendet.

Fliegerleutnant Bongartz. Nach Rittm. v. Richthofen war Ltn. Bongartz der erfolgreichste deutsche Kampfflieger, sein Name stand in der Liste der erfolgreichsten Flieger noch vor ein paar Tagen an erster Stelle. Im Luftkampf hat Ltn. Bongartz ein Auge verloren und liegt zurzeit jn einem Lazarett. Kunde

von dem tragischen Abschluß dieses Fliegerdaseins gibt der Brief eines Fliegers aus Zoppot, der seiner Heimatzeitung schreibt: „Heute Nachmittag kam ein Fokker Dreidecker herunter, überschlug sich und darunter kro:h der Flieger hervor mit einem ausgeschossenen Auge, blutüberströmt. Er ging erst um seinen Apparat herum, besah ihn sich, kam dann mit herunterhängendem Auge uns entgegen, stellte sich vor: .Leutnant Bongartz* und machte noch eine Verbeugung. Ein Held. Wir verbanden ihn, ich bestellte sofort ein Auto, er hatte furchtbare Schmerzen, da das Geschoß in der Nase saß und er keine Luft durch die Nase bekam. Er sagte noch: „Ja, ja, wir kommen alle ran". Ein Engländer hatte ihn im Luftkampf direkt von vorn getroffen. Sein Flugzeusj war ganz zerschossen und mit blut bespritzt. Mit dieser fürchterlichen Verwundung konnte er noch landen und gehen, doch nicht mehr lange. Er bekam dann eine Morphiumspritze, da lag er ganz ruhig. Sicher kommt er gut davon.

Eine Wohltatigkeits-Flngveranstallung fand in Leipzig am 26. Mai 1918 zum Besten der Fliegerwaisen statt. Veranstalter waren der Frauenverband des deutschen Luftflottenverbandes, Ortsgruppe Leipzig, die Germania - Flugzeugwerke und die Fliegerschule Lindenthal.

Die einzelnen Darbietungen waren größtenteils aus dem Leben und Treiben unserer Flieger im Felde genommen. Die Zuschauer erfuhren, wie schnell eine Feldfliegerabteilung bei Alarm startbereit ist, um dem Feinde zum Kampfe entgegenzufliegen.

Ein fast einstündiger aufregender Luftkampf zwischen der bereits gestarteten Feldflieger-Abteilung und einer neu aufgestiegenen Kampfstaffel, hielt das Publikum in atemloser Spannung, und jedes Gefechtsmoment gab einen tatkräftigen Beweis dafür, welche außerordentliche Anforderungen der Krieg an Flieger und Maschine stellt. Der Zuschauer konnte an dem LuftmancSver ermessen, wie groß die Leistungen in Wirklichkeit draußen an der Front sind. Man nahm auch andrerseits das Gefühl mit, daß Flieger und Flugzeugindustrie eng miteinander verwachsen sind, und daß diese enge Zusammenarbeit mit einer der Hauptgründe ist, weshalb wir heute in der Luftwaffe unseren Feinden so sehr überlegen sind.

Von der Front.

21. Mai. Deutscher Tagesbericht. In den letzten drei Tagen wurden 59 feindliche Flugzeuge und drei Fesselballone zum Absturz gebracht. Ltn. Loewen-hardt errang seinen 24., Vzfw. Runey seinen 20. und 21. Luftsieg.

Wien. Die k. u. k. Fliegerkompagnie Nr i4 scboß am 19. ds. Mts. vier feindliche Flugzeuge ab, die alle auf unserem Boden niedergingen.

Französischer Bericht. Am 19. Mai holten unsere Jagdflugzeuge sechs deutsche Flugzeuge herunter. Neun feindliche Apparate gingen nach Kampf mit starken Beschädigungen in ihre Linien nieder. Am nämlichen Tage-sowie in der Nacht vom 19. zum 20. Mai warfen unsere Bombardieruiigsflugzeuge 25000 Kilogramm Geschosse auf die Truppenlager von Rosieres-en-Santerre, auf die Flugplätze von Villeselve, Vauvillers, die bahnhöfe von Peronne, Nesles, Chaulnes usw. ab. Eine heftige Feuersbrunst brach in Rosieres aus. Außerdem beschossen italienische Flugzeuge in der nämlichen Nacht den Bahnhof von Montcornet und den Flugplatz von Ville-au-Bois, wo bedeutende Beschädigungen festgestellt wurden.

22. Mai. Deutscher Tagesbericht. Eines unserer Bombengeschwader vernichtete in der Nacht vom 20. zum 21. Mai die ausgedehnten französischen Munitionslager bei Blargies.

Ltn. Menkhoff errang seinen 27., Ltn. Pütter seinen 23. und 24. Luftsieg.

Berlin. Starke deutscne Bombengeschwader grüfen in der Nacht vom 19. zum 20. Mai wiederum London an. Die Unternehmung gestaltete sich durch die große Za I der Flugzeuge, die London erreichten und die Menge der auf die Mitte der Stadt abgeworfenen Bomben zum größten aller bisher durchgeführten Angriffe auf London. Einwandfrei wurde die starke Wirkung unserer Bomben in der City zwischen der Admiralität und den West-Indian-Docks beobachtet. Vier große Brände brachen im Innern der Stadt aus. Mit ebenso gutem Erfolg griffen andere Bombenflugzeuge Dover, Chelmsford, Chatam und öouthend an.

In der Nacht vom 16. zum 17. Mai griffen vier feindliche Flugzeuge Brügge über Land an. Gegen 12 Uhr warfen sie außerdem noch zwei Bomben auf holl ndisches Gebiet bei Sulim, östlich von Brügge ab. Die Holländer beschossen die Flugzeuge erst, als sie schon außer Reichweite waren.

Aus dem Wiener Kr.-Pressequartier wird gemeldet: Feindliche Fliegerangriffe, die am 20. Mai gegen den Kriegshafen von Cat-taro, Durazzo und die Insel Lagosta unternommen wurden, haben keinen Sachschaden verursacht. Im Hafen von Cattaro wurden vier Personen getötet, neun verletzt. Bei einem feindlichen Luftangriff auf Pav nzo wurde neuer Personal-und Materialschaden verursacht.

Rom. Der Generalstab der Marine teilt mit: Unsere Marineflugzeuge, die in der oberen Adria Erkundungen unternommen, hatten etwa 15 Meilen westlich von Pola einen heftigen Kampf gegen zahlreiche Flugzeuge zu bestehen. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Eines der unsrigen wurde getroffen, mußte auf See niedergehen und wurde vom Piloten zerstört, der seinerseits von einem Wasserflugzeug

FJiügeibomben in der Aufhängevorrichtung unter dem Flugzeug Eine 300 kg zwischen zwei 50 kg Bomben.

Deutsches Großflugzeug mit vomliegenden vierflüglichen Schrauben.

aufgenommen wurde. Am 22. Mai wirJ gemeldet: In der südlichen Adria bombardierten unsere Wasserflugzeugegleichzeitig die militärischen Werke von Durazzo, Lagosta und die der Insel Curzola mit festgestelltem gutem Erfolg. Sie kehrten trotz heftigen Abwehrfeuers sämtlich unversehrt zurück.

Basel. „Havas" berichtet amtlich aus Paris: Gestern Abend um 10.40 Uhr wurden von unserem Alarmposten feindliche Flugzeuge auf dem Fluge nach Paris gemeldet. Die verschiedenen Verteidigungsmittel traten sofort in Aktion Es entwickelte sich ein starkes Sperrfeuer, und unsere Flieger sti gen auf. Der Feind warf eine Anzahl Bomben ab in der Bannmeile der Stadt. Kein Flugzeug konnte an Paris herankommen. Eines wurde von der Artillerie des verschanzten Lagers von Paris getroffen und stürzte brennend in der Nähe der Hauptstadt ab. Um 1 Uhr 5 Minuten mitternachts war der Alarm zu Ende.

23. Mai. Deutscher Tagesbericht. Auf dem Kampffelde an der Lys wurden gestern unter andern drei amerikanische Flugzeuge abgeschossen.

Die in der letzten Zeit sich mehrenden feindlichen Fliegerangriffe gegen belgisches Gebiet haben der Zivilbevölkerung schweren Schaden und Verluste -zugefügt. Militärischer Schaden entstand nicht.

Durch erfolgreiche Bombenabwürfe wurden große Munitionslager des Feindes nordwestlich von Abbeville vernichtet. Paris wurde mit Bomben beworfen.

Paris. „Havas" meldet amtlich: Gestern Abend überflogen feindliche Flugzeuge unsere Linien und wendeten sich gegen Paris. Sie wurden durch unsere Wachtposten gemeldet und mit heftigem Artilleriesperrfeuer empfangen. Kein einziges Flugzeug Uberflog Paris. Ein Flugzeug warf finige Bomben auf einen Punkt der Umgebung ab. Es wurden weder Sachschaden noch Menschenopfer gemeldet Um 1.34 Uhr wurde zum zweiten Mal alarmiert. Mehrere Geschwader von Flugzeugen nahmen nacheinander die Richtung auf Paria. Unsere "Wachtposten eröffneten sehr heftiges Artilleriesperrfeuer gegen sie. Unsere Flugzeuge stiegen auf. Eine Anzahl Bomben wurde auf das Häusermeer von Paris abgeworfen. Der Alarm tndete um 3.30 Uhr vorm.

Amtlich wird aus Paris mitgeteilt: Die deutschen Flugzeuge, die an dem zweiten Luftangriff in dieser Nacht teilnahmen, zählten etwa 30. Sie stießen auf das kräftige Sperrfeuer unserer Geschützaufstellungen, von denen 54 Flugzeuge aufstiegen. Ein einziges Flugzeug des Feindes gelangte über die Hauptstadt und warf einige Bomben ab Ein Toter und 12 Verwundete werden gemeldet. Eine gewisse Anzahl Bomben wurde über Ortschaften der Bannmeile abgeworfen. Es gab einige Tote.

Französischer Frontbericht. Im Laufe des 20. Mai wurde ein Flugzeug im Luftkampf zu Boden gebracht. Es bestätigt sich, daß während der -etzt en Kämpfe von unseren Fliegern acht feindliche Flugzeuge zerstört wurden, eins am 15., ein zweites am 16. und sechs am 19. Mai. Außerdem wurden zwei Flugzeuge von unserer Abwehr heruntergeholt am 20. und 21. Mai. Im Laufe des 20 Mai und in der folgenden Nacht haben unsere Beschießungsgeschwader 17000 Kilogramm Geschosse auf die Gegend St. Quentin-Noyon-Tergnier, auf die Bahnhöfe von Peronne, Posieres, Nesle und den Flugplatz von Ville-sur-Selve abgeworfen. Zwei große, von Explosionen gefolgte Feuersbrünste wurden in St. Quentin und in Nesle festgestellt. Im Laufe des 21. und in der Nacht vom 21. zum 22. Mai haben wir 3000U Kilogramm Bomben auf dieselben Gegenden abgeworfen und neue Feuersbrünste herbeigeführt. Die Truppenlager und die Bahnhöfe in der Gegend von Ville-aux-Bois, Hirson, Le Cateau haben während der gleichen Zeit 11000 Kilogramm Explosivstoffe erhalten. Die Mannschaften des italienischen Flugwesens haben an diesen Exkursionen teilgenommen.

Französischer Orientbericht. Flugzeuge der Alliierten bewarfen den Flugplatz Hudovo und feindliche Lager nordwestlich des Monte und in der Gegend von Ochrida mit Bomben.

Bulgarischer Bericht. In der Gegend von Bitolia haben deutsche Plieger drei feindliche Flugzeuge abgeschossen, die vor unseren Stellungen niederstürzten und durch unser Artilleriefeuer zerstört wurden.

Italienischer Bericht. Italienische und verbündete Flieger schössen drei feindliche Apparate ab und zwangen zwei andere zur Landung. Sie beschossen erfolgreich das Flugfeld von Motta di Valuza sowie im Marsch befindliche Truppen und Geleitzüge auf der Asiagobochebene. Major Barazza trug seinen. 32. Luftsieg davon.

,,Flugsport", Organ d. Flugzeug-Fabrikanten, Flugzeugführer u. d. Modellflugvereine. 1918. Tafel XI.

Abb. 24. Rippe.

Tragflächen des Albatros C V.

Abb. 23. Schnitte von Nasenleiste, Vorderholm, Hinterholm u. falscher Holm b.

24. Mai. Konstantinopel. In den Dardanellen kam es zu Luftkämpfen zwischen einigen unserer Kampfflugzeugen und feindlichen Flugzeugen. Im Verlaufe des Kampfes schoß Obltn. Croneise ein feindliches Kampfflugzeug ab, das brennend abstürzte. Die Reste sind in unserer Hand. Dies ist das siebente Flugzeug, das Obltn. Croneise hier abschoß.

11alienischer Heeresbericht. Die Lufttätigkeit war lebhaft. Fünf feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Wir belegten mit vollem Erfolge die Flugplätze von Feltre und von Motta di Livenza mit Bomben.

Englischer Bericht Uber Luftunterneh mungen. Am 24. Mai wurde eine Tonne Bomben auf die Fabriken von Hagendingen, etwa 19 Kilometer von Metz entfernt, abgeworfen. Unsere Flugzeuge wurden von feindlichen Jagdfliegern und Abwehrgeschützen angegriffen, sind aber alle unversehrt zurückgekehrt.

London. In den Nächten vom 20. bis 22. Mai führten Teile unserer Luftstreitkräfte Bombenunternehmungen auf Zeebrügge, die Mole, den Stützpunkt der Wasserflugzeuge und die in der Nähe liegenden feindlichen Schiffe, ferner gegen Thoufout und den feindlichen Flugplatz von St. Denys-Westreu aus. Es wurden zwei Volltreffer auf feindliche Torpedozerstörer gemeldet. Mittels photographischer Aufnahme wurde festgestellt, daß ein Zerstörer gesunken ist.

Vom Flugabwehrdieivat: Maschinen-Kanoue zur Abwehr feindlicher Flieger. Die Geschosse sind anf der links sichtbaren Trommel in einem CJurt aufgewickelt: die Mannschaft ist mit Stahlhelm und Gasmaske ansgeiiistet.

Außerdem wurden drei feindliche Flugzeuge steuerlos heruntergetrieben. Unsere Flugzeuge sind sämtlich unbeschädigt zurückgekehrt.

Hierzu erfahren wir von zuständiger Seite, daß in der laut amtlicher englischer Meldung angegebenen Zeit vom 20. bis 22 Mai zwar mehrfach Fliegerangriffe auf Zeebrügge und Umgebung vom Gegner ausgeführt worden sind. Irgendwelcher Erfolg blieb dem Gegner jedoch versagt. Bei einem Fliegerangriff zwei Tage vorher, am 18. Mai, auf die Werft Brügge, erhielt eines unserer Torpedoboote durch eine Fliegerbombe leichte Beschädigungen. Es ist keines unserer Torpedoboote gesunken. Die Engländer verloren bei ihren ergebnislosen Bemühungen, unserem flandrischen Stützpunkt durch Fliegerangriff Schaden zuzufügen, allein in der Zeit vom 18. bis 22. Mai fünf Flugzeuge; ein weiteres wurde zur Notlandung gezwungen, die Besatzung gefangen genommen.

25. Mai. Deutscher Tagesbericht. Die Besatzung eines Beobachtungsflugzeuges, Ltn. Eisenmenget und Vzfw. Gund, haben am 23. Mai aus einer Kette von sechs englischen Kampfeinsitzern vier Flugzeuge abgeschossen.

Wien. Ueber 30 feindliche Flugzeuge haben Feltre mit Bomben belegt Ein Zivilist wurde ^getötet, acht wurden verwundet. Sonst wurde nur geringer Sachschaden erzielt. Feldpilot Offizier-Stellvertreter von Kiß, einer unserer erfolgreichsten Piloten, wurde im Luftkampf abgeschossen und tot geborgen.

Paris. Am 22. und 23. Mai wurden vier deutsche Flugzeuge und zwei Fesselballons von unseren Fliegern heruntergeholt. Es bestätigt sich, daß fünf weitere deutsche Flugzeuge in den Luftkämpfen am 16., 18. und 21. zerstört wurden. Vom 22. zum 23. Mai warfen unsere Bombardierungsgeschwader 30000 Kilogramm Geschosse auf die Bahnhöfe, Truppenlager und Flugplätze in der feindlichen Zone ab. In den Bahnhöfen von Nottescourt und Hirson wurden Feuersbrünste festgestellt, auf dem Flugplatz Cappo ernstliche Beschädigungen.

Englischer Bericht. Die Schönwetterperiode hörte am 23. Mai vormittags 11 Uhr auf. Trotzdem konnten unsere Flieger vorher noch einige Operationen durchführen und acht Tonnen Bomben auf den Flugplatz von Tournai abwerfen, der den feindlichen nächtlichen Bombardierungsgeschwadern als Stützpunkt dient, sowie auf feindliche Kantonnements. Drei deutsche Flugzeuge wurden im Luftkampf abgeschossen, zwei weitere beschädigt zur Landung gezwungen. Drei der unsrigen fehlen. Nachmittags warfen unserej Flieger trotz des hefiigen Windes über sieben Tonnen Geschosse ab auf feindliche Kantonnements bei Peronne, Fricourt und Bapaume, sowie auf Baracken und Eisenbahnlinien in der Sommegegend. Alle unsere Flieger kehrten .zurück Am 24. Mai wurde eine Tonne Bomben auf die Bahnlinie nnd Fabriken von Hagendingen, etwa 19 Kilometer von Metz entfernt, abgeworfen. Unsere Flugzeuge wurden durch feindliche Jagdflieger angegriffen, ebenso von den Abwehrgeschützen, kehrten aber trotzdem unversehrt zurück.

Italienischer Bericht. Die feindlichen Truppen hinter der Hochebenevon Asiago wurden von den britischen Fliegern beschossen. Fünf Flugzeuge wurden heruntergeholt und ein sechstes zur Landung gezwungen.

26. Mai. Bulgarischer Generals t absb eri cht. Oestlich von der Tscherna lebhafte feindliche Lufttätigkeit. Feindliche Flieger warfen Bomben auf eines unserer Lazarette bei dem Dorfe Nolnitza ab, das als Lazarett deutlich erkennbar war.

Italienischer Bericht. Die italienischen und die verbündeten Flieger haben aus geringer Höhe mit Maschinengewehren die feindlichen Truppen, Batterien und Truppenlager an den Abhängen von Asiago und längs der Piave beschossen.

Vom Flugabwehidienst: Am Entfernungsmesser, mit Englischer Bericht ausItalien, dem die Entfernung nahender Flieger festgestellt wird. Seit dem 18. Mai haben unsere

Luftstreitkräfte zahlreichs Erkundungen weit hinter den feindlichen Linien ausgeführt und nützliche Informationen zurückgebracht. Zahlreiche Bomben wurden auf Truppenlager und Munitionsdepots des Feindes abgeworfen. 24 feindliche Apparate wurden seit dem 18. Mai in Luftkämpfen zerstört, außerdem wurde ein feindlicher Beobachtungsballon in Brand geschossen. Während dieser Zeit haben wir nur einen einzigen Apparat verloren.

Englischer Bericht über Luftunternehmungen. Am 25. Mai konnten unsere Flieger nur während kurzer Augenblicke tätig sein. Sie benutzten diese Zeit, um mehr als 300 Bomben auf Kantonnements, die Orte Armentieres und Merville, die Munitionslager und die Docks von Brügge zu werfen. Acht feindliche Apparate wurden abgeschossen, zwei andere zur Landung gezwungen, ein weiterer Apparat wurde durch das Feuer eines Maschinengewehrs abgeschossen. Keiner unserer Apparate fehlt. Während der Nacht konnten wir nur während kurzer Zeit Bomben werfen. Wir warfen mehr als sechs Tonnen Geschosse auf Peronne, Bapaume und Maricourt. Alle unsere Apparate kehrten zurück.

Französischer Bericht aus Salonik. Die alliierten Flieger haben mehr als 1300 Kilogramm Sprengstoffe auf die feindlichen Einrichtungen abgeworfen. Im Laufe der Luftkämpfe des Tages wurden zwei feindliche Flugzeuge zum Landen gezwungen.

27. Mai. Wien. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Die wechselvolle Witterung in dem Zeitraum zwischen dem 17. und dem 22. Mai ließ nur an vier Tagen eine regere Fliegertätigkeit zu. In dem beiderseitigen Bestreben, die gegnerische Aufklärung zu behindern, kam es zu zahlreichen erbitterten Luftkämpfen. Der Feind verlor dabei 12 Flugzeuge, davon allein vier in einem Tage und durch eine Kompanie. Unsere Verluste beziffern sich demgegenüber nur auf acht Flugzeuge. Die österreichisch-ungarische Fliegerwaffe hatte in diesen Tagen den Heldentod zweier erfolgreicher Kampfflieger zu beklagen, des Leutnants Gräser, der 15 Luftsiege erfochten hat, und des Oberleutnants Benedek, der noch knapp vorher einen Gegner abgeschossen hatte.

Türkischer Bericht. Dardanellenfront. In der Nacht vom 25. zum 26. Mai haben unsere See- und Landflugzeuge wiederholt und erfolgreich einen feindlichen Flugplatz auf Imbros angegriffen. Mehrere Brände von längerer Dauer wurden beobachtet.

29. Mai. Deutscher Tagesbericht. Trotz wechselnden Wetters griffen unsere Flugkräfte den Feind immer wieder mit Bomben und Maschinengewehren an, während Infanterie- und Artillerieflieger ohne Unterbrechung den fortschreitenden Angriff und die Wirkung unseres Artilleriefeuers überwachten.

Wien. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz herrschte gestern sehr rege Fliegertätigkeit. Durazzo wurde zweimal von feindlichen Fliegern überflogen und mit Bomben beworfen. Oftizier-stellvertreter Arighi, der zu ihrer Verfolgung aufstieg, schoß zwei englische Flugzeuge zehn Seemeilen von Durazzo ab und errang damit seinen 26. Luftsieg. Das eine feindliche Flugzeug ging sofort unter. Das zweite wurde von einem eigenen Torpedoboot ins Schlepptau genommen, sank jedoch noch vor seinem Eintreffen yom Flugabwehrdienst: Uebungeu an einem Scheinwerfer, in Durazzo. der zur nächtlichen Fliegerabwehr gebraucht wird.

30. Mai. Deutscher Tagesbericht. Unsere Flieger schössen in den letzten drei Tagen 38 feindliche Flugzeuge ab. Obltn. Berthold errang seinen 29. Luftsieg. Ltn. Roeth brachte in einem Fluge von Dixmuide bis südlich von Ypern fünf feindliche Fesselballone brennend zum Absturz.

Sofia. Feindliche Flieger warfen Bomben auf eines unserer Militärhospitäler in Odrin. Westlich des Wardar wurde ein feindliches Flugzeug im Kampfe abgeschossen.

Französischer Bericht über Luftunternehmungen. Am Q9. Mai abends entwickelte der Feind eine große Fliegertätigkeit und warf Bomben auf verschiedene Ortschaften hinter der Front ab. Um 11.24 Uhr abends wurden einige Flugzeuge auf dem Fluge nach Paris bemerkt, die Abwehrmittel wurden in Funktion gesetzt. Jedoch konnte kein feindliches Flugzeug bei dem heftigen Sperrfeuer vorwärts kommen und Paris wurde nicht überflogen. Vor der Stadt fielen einige Bomben nieder. Ein feindliches Flugzeug wurde durch das Feuer der Abwehrbatterien abgeschossen. Um 12.34 Uhr nachts war der Alarm beendet.

Bericht der italienischen Admiralität. Am28. Mai früh bombardierten unsere Wasserflugzeuge wirksam die militärischen Anlagen von Durazzo und kehrten dann unversehrt zurück. Am gleichen Tage bombardierten britische Flieger den Flottenstützpunkt Cattaro und warfen dort eineinhalb Tonnen Geschosse ab. Ein Wasserflugzeug ging infolge Havarie verloren, während seine Besatzung gerettet wurde.

Französischer Orientbericht. Trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse nahmen die Flugzeuge tätigen Anteil an der Schlacht, indem sie die bulgarischen Reserven aus geringer Höhe bombardierten. Sie beschossen außerdem erfolgreich die Bahnhöfe des Wardartales und das Flugfeld von Hudovo.

31. Mai. Berlin. An den großen Erfolgen der Schlacht am Chemin des Dames hatten unsere Luftstreitkräfte wiederum hervorragenden Anteil In den Tagen, die dem Angriff vorausgingen, wurde die Truppenführung durch die Meldungen der Erkundungsflugzeuge, die trotz schlechten Wetters weit in feindliches Gebiet aufklärten, ständig Uber die vermutliche Stärke und Uber die Reserven des Gegners unterrichtet. Unsere Jagdstaffeln, denen die feindlichen Geschwader im allgemeinen ausweichen, sicherten uns die volle Ueberlegenheit in der Luft. Eine feindliche Jagdstaffel von sechs Flugzeugen, die sich der des Ltn. Windisch zum Kampf stellte, wurde restlos vernichtet. Unsere Schlachtgeschwader griffen an allen Stellen der Angriffsfront in den Kampf ein und säten Tod und Verderben in die dichtgedrängt flüchtenden Kolonnen des Gegners. Infanterieflieger meldeten ständig Uber die Verschiebungen der eigenen und der feindlichen Linien. Fesselballone, die der Infanterie auf dem Fuße folgten, hielten die Führung Uber die Bewegungen des Feindes auf dem Laufenden. Wie in der Schlacht an der Somme und m Flandern, gingen auch bei diesem Angriff unsere Flak-Batterien mit unserer Infanterie vor und bekämpften u. a. auch zahlreiche Ziele auf der Erde. In den ersten drei Tagen verlor der Gegner an der Angriffsfront allein 19 Flugzeuge und einen Fesselballon. Wir büßten 12 Flugzeuge ein. Der Gesamtverlust der Gegner beträgt 38 Flugzeuge und 7 Fesselballone.

Berlin. Durch feindliche Fliegerbomben wurden in der Nacht vom 27. zum 28. Mai im Gefangenenlager Hamm acht Gefangene getötet und 48 zum größten Teil schwer verwundet.

Englischer Bericht über Luftunternehmungen. Tiefhängende Wolken und schlechte Sicht verhinderten die Luftoperationen am Abend des 29. Mai. Fünf deutsche Apparate wurden im Verlaufe von Luftkämpfen abgeschossen, ein anderer wurde zur Landung gezwungen. Einer unserer Apparate fehlt. Im Verlaufe de'.s Tages wurden auf ein Munitionslager und die Kantonnements in der Gegend von Armentieres fünf Tonnen Geschosse abgeworfen. Wir setzten während der Nacht unsere Beschießung fort, warfen 16 Tonnen Geschosse auf mehrere Bahnhöfe, darunter den Bahnhof von Valencienne und Bussigny, auf Städte hinter den feindlichen Linien sowie die Docks von Brügge, ohne unsererseits Apparate zu verlieren. Außer diesen Angriffen beschossen unsere Flugzeuge reichlich das Dreieck der Eisenbahnlinie von Metz-Sablons in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai. Ein Apparat kehrte nicht zurück.

Italienischer Bericht. In den Luftkämpfen wurden drei feindliche Apparate abgeschossen.

1. Juni. Deutscher Tagesbericht. In den beiden, letzten Tagen schössen wir 36 feindliche Flugzeuge ab. Ltn. Menckhoff errang seinen 28., Ltn. Puetter seinen 25. und Ltn. Kroll seinen 24. Luftsieg.

Französischer Bericht über Fliegerunternehmungen. Am Tage des 31. Mai wurde der Luftkampf auf der Schlachtfront fortgesetzt. Unsere Mannschaften haben mit ihrem gewohnten Schneid die feindlichen Flugzeuge angegriffen, von denen 23 heruntergeholt und 14 schwer beschädigt wurden. Die von uns ohne Unterlaß beunruhigten Fesselballone des Feindes wurden oft zum Landen gezwungen und in ihrer Beobachtungstätigkeit beträchtlich behindert. Sechs von ihnen wurden zerstört. Unsere Beobachter haben ohne Unterlaß die feindlichen Linien überflogen und das Oberkommando über die Bewegungen des Feindes unterrichtet, indem sie während des Tages und in der Nacht Erkundungsflüge ausführten bis Vervin, Guise, Le Cateau und Hirson Schließlich haben unsere Geschwader in dem ganzen Schlachtgebiet die deutschen, auf dem Marsch befindlichen Truppen beschossen und ihnen ernstliche Verluste zugefügt. Unsere Bombardierungsflieger haben eine gleiche Hingabe und eine wunderbare Ausdauer bewiesen. Am Tage des 31. Mai und in der folgenden Nacht wurden 66 Tonnen Geschosse auf Truppentransporte, Bahnhöfe und Flugplätze des Feindes abgeworfen, insbesondere im Tal der Aisne, auf Fismes, Fereen-Tardenois, auf Schloß Bulchy, den Wald von St. Gobain usw. Einzelne Geschwader haben in der gleichen Nacht drei Expeditionen unternommen. Die beobachteten Ergebnisse waren zufriedenstellend. Zwei deutsche Flugzeuge wurden am gleichen Tage des 31. Mai durch unsere Abwehrgeschütze heruntergeholt.

Englischer Bericht über das Flugwesen. In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai wurden 17 Tonnen Sprengstoffe abgeworfen. Die Docks von Brügge wurden neuerdings angegriffen. Es entstand eine gewaltige Feuersbrunst. Außerdem belegten unsere Ferngeschwader die Bahnhöfe und Rangiergeleise von Metz-Sablon, Diedenhofen, Courcelles, Karthaus und Esch mit 4'/a Tonnen Bomben. Unsere Apparate kehrten sämtlich zurück.

2. Juni. Türkischer Heeresbericht. Mesopotamien. Das gestern zum Absturz gebrachte feindliche Flugzeug wurde von Hauptmann Schüz und Uffz. Quoß abgeschossen.

Eine Fliegertat: Die Flugzeugbesatzung Ltn. Eisenmongor (rechts) und Vzfw. Gund, die bei einem Beobachtungstlug am 23yMai von sechs englischen Kampffliegern vier Flugzeuge abschoß. (Heeresbericht vom 25. Mai, vergl. S. 307.)

Bulgarischer Heeresbericht. Im Wardar-Tale ziemlich lebhafte Lufttätigkeit seitens des Feindes.

Rom. Italienische und die alliierten Luftgeschwader waren sehr tätig. Es wurden über fünf Tonnen Bomben auf feindliche Flugplätze abgeworfen und fünf Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. Ein sechstes wurde von unserer Artillerie getroffen und am linken Ufer der Piave heruntergeholt.

3. Juni. Deutscher Tagesbericht: Die auf das Schlachtfeld führenden, mit Truppenbewegungen stark belegten Bahnen wurden durch unsere Bombengeschwader erfolgreich angegriffen. Wir schössen 31 feindliche Flugzeuge ab. Ltn. Menkhoff erang seinen 29. und 30., die Ltn. Löwenhardt und Udet ihren 25. Luftsieg.

Wie Havas aus Paris meldet, wurde in der Nacht vom 1. auf den 2. um 1 Uhr 8 Minuten Fliegerarlarm gegeben. Mehrere Gruppen feindlicher Apparate griffen die Gegend von Paris an. Sie wurden von den französischen Batterien lebhaft beschossen. Es wurden Bomben geworfen. Man meldet nur e.nigeVerwundete. Um 2 Uhr war es ruhig. Ueber der Bannmeile entspann sich ein heißer Kampf gegen deutsche Geschwader. Einem einzigen Flugzeug gelang es durchzubrechen; es warf eiligst seine Bomben ab. Vier Personen wurden schwer verletzt.

Französischer Frontbericht: Unsere Flieger zeigten sich auch am 1. und 2. Juni tätig und führten mit dem üblichen Schneid ihre Aufgaben der Erkundungen, der Beobachtungen und des Jagdfliegens aus. 29 deutsche Flugzeuge wurden heruntergeholt, 24 außer Kampf gesetzt und zur Landung gezwungen. Außerdem wurden vier Fesselballone in Brand gesteckt. Unsere Beschießungsgeschwader vervielfältigten ihre Ausflüge auf der ganzen Ausdehnung der Schlachtfront. 130 Tonnen Sprengstoffe wurden auf Truppentransporte, auf Truppensammlungen und Truppenlager des Feindes abgeworfen, besonders in der Gegend von Crouy, Soissons, Vierzy, Vollers-Hellion, Neuilly St. Front, La Fereen-Tardenois usw. Am 1. und 2. Juni wurden außerdem vier feindliche Apparate von unseren Abwehrgeschützen zerstört

Amerikanischer Bericht: An zahlreichen Stellen kam es zu Luftkämpfen. Einer unserer Flieger schoß ein feindliches Flugzeug ab. Eins von unseren Flugzeugen wird vermißt.

4. Juni. Im Laufe des 3 Juni haben unsere Beschießungsgeschwader die feindlichen Linien überflogen und zwei deutsche Flugzeuge heruntergeholt. Drei andere Flugzeuge und zwei Fesselballons wurden von unserem Jagdgeschwader heruntergeholt. Im Laufe desselben Tages wurden 21 Tonnen Geschosse aui Truppen im Marsch auf Artilleriezüge und Lebensmitteltransporte abgeworfen. Auf dieselben Zielpunkte wurden in der Nacht vom 3. auf 4. Juni 28 Tonnen abgeworfen.

5. Juni. Deutscher Tagesbericht: Ltn. Löwenhardt errang seinen 2ö. Luftsieg.

Berlin. Durch feindlichen Bombenabwurf auf Peronne wurde ein fran-zösicher Pfarrer uud Lehrer schwer verwundet. Die deutschen Bombengeschwader bewarfen ausgiebig die Bahnanlagen von Meaux, Crepy-en-Valois und Villers-Cotterets. Sie riefen Brände und starke Explosionen hervor.

6 Juni. Deutscher Tagesbericht: In den beiden letzten Tagen wurden 46 feindliche Flugzeuge und vier Fesselballone zum Absturz gebracht. Jagdgeschwader Richthofen schoß gestern 16 feindliche Flugzeuge ab.

Hptm. Berthold und Ltn. Menkhoff errangen ihren 31. Ltn. Löwenhardt seinen 27., Ltn. Udet seinen 26., Ltn. Kirstein seinen 21. und 22. Luftsieg.

B erl in. Außer zahlreichen anderen Zielen wurden die wichtigen feindlichen Umschlagplätze Calais und Boulogne erfolgreich mit Bomben belegt.

Amsterdam. Einem hiesigen Blatt zufolge meldet die „Financial News" in ihrer amerikanischen Börsenübersicht, daß Luftangriffe in den Vereinigten Staaten stattgefunden hätten.

Kons tan tin op e I. Ein feindliches Flugzeug wurde durch unser Artilleriefeuer zur Landung dicht hinter den feindlichen Linien gezwungen.

7. Juni. Berlin. Am 5. Juni hatten mehrere unserer Flugzeuge mit fünf englischen Curtiß-Flugbooten nordwestlich Terschelling ein längeres Gefecht bei dem ein englisches Flugzeug abgeschossen wurde. Dieses Flugzeug verbrannte

dicht unter der Küste. Drei Mann der Besatzung retteten sich an Land. Zwei weitere englische Flugzeuge wurden schwer beschädigt. Wie aus holländischen Pressenachrichten hervorgeht, sind diese Flugzeuge gezwungen worden, auf Terschelling zu landen. Die Insassen haben die Flugzeuge verbrannt und wurden interniert. Anscheinend ist ein viertes englisches Flugzeug auf Vlieland gelandet. Sechs englische Offz. und drei Uffz. wurden in Holland interniert. Von unseren Flugzeugen geriet während des Gefechtes eines in Brand und wurde später von uns vernichtet. Die Besatzung wurde gerettet.

„Havas" meldet amtlich aus Paris: Gestern Abend wurde wegen Fliegerangriffs um 11 Uhr alarmiert. Eine Gruppe von etwa 20 feindlichen Flugzeugen überflog unsere Linien in der Richtung auf Paris. Die Luftverteidigung wurde sofort in Tätigkeit gesetzt, und unsere Abwehrbatterien eröffneten heftiges Sperrfeuer. Einige Bomben wurden abgeworfen. Man meldet einen Toten, einige Verwundete und Sachschaden. Der Alarm hörte 20 Minuten nach Mitternacht auf.

8. Juni. Zürich. Aus Paris wird gemeldet: Fast l'/a Stunden blieben deutsche Fliegerstaffeln über Paris und Umgebung tätig. Die Abwehr durch Geschütze und die Verfolgung der über 30 Flugzeuge blieb vollkommen ergebnislos. Den Sachschaden, dessen Umfang verschwiegen wird, schreibt man vornehmlich einer neuartigen Orientierung der deutschen Flieger zu.

Bern. Von der Lage in Paris kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man bedenkt, daß die Stadt, abgesehen von der Beschießung durch die Ferngeschütze, binnen 14 Tagen neun Luftangriffe erlitten hat. Dabei mußten nicht weniger als 120000FIüchtlingeinnerhalb vier Tagen aufgenommen, verpflegt und weiterbefördert werden.

Italienischer Bericht: Die feindlichen Flugplätze zwischen der Piave und der Livenza, sowie der Bahnhof von Caldonazzo wurden in voller Tätigkeit überrascht und wirksam von unseren Flugzeugen und Lenkballons bombardiert. Zehn feindliche Flugzeuge wurden in Luftkämpfen heruntergeholt.

9. Juni. D eutsch er Tagesbe rieht: Ltn. Kroll errang seinen 24.und 25., Vfw. Rumey seinen 23. Luftsieg.

10. Juni. D eu tsche r Tages b e ri cht: Gestern wurden 37 feindliche Flugzeuge und sechs Fesselballone abgeschossen. Ltn. Kroll errang seinen 27. und 28., Ltn. Udet seinen 27., Ltn. Kirstein seinen 23. Luftsieg.

Wien. Eines unserer Bombengeschwader erzielte bei einem Angriff auf die italienischen Flugplätze von Treviso und Monte Belluno zahlreiche Treffer.

Konstantinopel. P a 1 ästinaf ront: In Gegend El Tire wurde ein feindlicher Flieger im Luftkampf abgeschossen. Auf den anderen Kampffronten ist die Lage unverändert.

Ausland.

Ruf nach mehr Aerodromen in England. Lord Rothermere richtet an die Aerodrom-Arbeiter des ganzen Landes ein Rundschreiben:

Beschleunigt soviel wie möglich den Bau von Aerodromen. Jeder von Euch kann helfen! Je mehr Aerodrome wir besitzen, um somehr Flieger können wir ausbilden, um somehr Flugzeuge können wir in die Front bringen gegen den Feind. Die Arbeit an Aerodromen ist genau so wichtig als die Arbeit unserer Flieger. Ohne Eure Hilfe können sie nichts unternehmen und ohne den unerschütterlichen Mut und die Ausdauer unserer Flieger ist es den Armeen unmöglich, dem beständig wachsenden Druck des Feindes zu widerstehen.

Nach den Zeitungen zu urteilen, ist dieser Anruf in den meisten Zentren und von den Arbeitern gut aufgenommen worden. (Und in anderen?) Die Arbeiter geben zu, daß jetzt jeder alles daran setzen müsse, Aerodrome herzurichten für unsere Flieger. Die Daily Mail bringt indessen eine Ausführung eines Ingenieurs, der sich dazu hergibt, zu sagen:

„Es ist alles eine Frage der Gewerkschaftsregeln. Wenn die Gewerkschaften ein wenig nachgeben würden und bestimmte Arbeiten für die Stückberechnung statt für die Zeitberechnung erlaubten, so würden wir etwas ganz anderes erzielen. Jetzt kann der Maurer nicht mehr tun, da seinem Handlanger nur erlaubt ist, in einer Stunde eine gewisse Anzahl von Mauersteinen ihm zu bringen. Selbst bei Zeitberechnung würden die Löhne, die sie erhalten, die Leute dazu bringen, hart zu arbeiten."

Die Leute, deren Arbeit so nötig ist für den Erfolg unserer Flieger sind Maurer, Zimmerleute und Ausschachtungsarbeiter; viele von ihnen sind junge Leute, die wegen ihrer Geschicklichkeit vom Armee-Dienst befreit sind.

Wir sind natürlich nicht so verblendet wegen dieser Ausführungen eine ganze Arbeitsklasse zu verdammen und wir enthalten uns daher jeden Urteils Uber den Maurer und seine Arbeiter. Natürlich besteht nicht der leiseste Zweifel, daß wir uns nicht des schlechten Einflußes der Einengungen der Gewerkschafts-, arbeiter bewußt sind. Es ist bezeichnend, daß jetzt wo wir uns in der bedeu-tensten Periode des Krieges befinden, wo wir für unsere Existenz kämpfen, wir Erklärungen anhöhren müssen, wonach eine Klasse von Arbeitern mit offenen Augen lieber unsere Leute in der Front preisgeben sollen, als die Gewerkschaftsregeln zu verletzen. Es ist eine traurige Beobachtung, daß gut bezahlte Arbeit, unter Bedingungen geleistet, den Einen sicher stellt, während der andere sich im Schützengraben tot schießen lassen kann für einen Hungerlohn; und daß dazu noch dieser Zustand die Gefahr unserer Soldaten vergrößert und die Zeit verlängert, wo sie draußen aushalten müssen. Für Friedenszeiten waren die Regeln gewiß gut und zweckmäßig, jedoch jetzt hätten sie schon vor 3'/2 Jahren über Bord geworfen werden sollen. Es ist zu schwer Uber diesen Zustand zu schreiben und nicht die Geduld zu verlieren, daß wir schließen wollen. Es ist wenigstens ein Trost da, die Leute aus den Schützengräben werden auf eigene Weise ihr Urteil fällen Uber die Flaumacher und Saumseligen, wenn ihre Zeit gekommen ist.

Aus der englischen Plugmotorenindustrie. In der Generalversammlung von Rolls Royce wurde angefragt, was von Amerika bezogen wurde. Der Präsident der Versammlung erklärte, daß fertige Arbeiten nicht von Amerika bezogen

würden,--sondern nur Materialien und Waren, um den Umsatz zu erhöhen.

In der Generalversammlung der Firma Napier und Son, Ltd., erklärte Mr. Vane, daß man mit dem Arbeiten der Firma, wenn man bedenkt, unter welchen

erschwerenden Umständen die Firma im Verlaufe des letzten Jahres zu arbeitenhatte, sehr zufrieden sein könne. Die ungeheueren Mehrkosten für Arbeitskräfte und Material (? — —) und die Verzögerung, (?) die in der Lieferung des Materials hervorgerufen wurde, hatte ernste Schwierigkeiten verursacht und nur dem intensiven Arbeiten der Angestellten und der Direktoren ist es zu verdanken, daß derUmsatz sehr vergrößert wurde, mehr als in jedem. vorangegangenen Jahr. Die Gesellschaft hofft in diesem Jahr noch mehr leisten zu können, wenn das neue Gebäude fertig und die neuen Pläne in Kraft treten könnten. Der Direktor glaubt unbedingt an die Zukunft des Flugmotors. Der Bedarf auch in Friedenszeiten wird ein großer sein, für die Regierung wie auch für Zivilzwecke.

Die Zukunft der Motorindustrie sei eine glänzende, besonders da sich der Motor als vollkommenstes Fortbewegungsmittel erwiesen habe. Es sei großer Bedarf für die Regierung wie auch für den Handel, besonders in den ersten Jahren nach dem Kriege. Die Gesellschaft müsse ihre Absatzorganisationen (!) erneuern so wie auch ihre Fabrik in den Friedensweg ummodeln, und sie hoffen, daß die Regierung die Industrie sehr darin unterstützen wird, da sich die gesamte In-„ , rr .,. ,. , dustrie während des Krieges so über-

Die neue en^ Fhe^e^Umtorm für das aus patriotisch gezeigt hätte.