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Zeitschrift Flugsport, Heft 21/1916

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 21/1916 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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No. 21 11. Oktober 1916. jahrg. Ulli

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Ausland per Kreuzband

M. 19.20 Elnzelpr. M.0.60

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technische Zeitschrift und Anzeiger b«u«si>»>i«

Ä pro Jahr M. 14.-

für das gesamte

„Flugwesen"

unter Mitwirkung bedeutender Fachmänner herausgegeben von Telof. Hansa 4557 Oskar Ursinus, Civilingenieur. Tel.-fldr.: Urslnus.

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8.

— Erscheint regelmäßig Htägig. — = Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, die Post und den Verlag. =

Der nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 25. Oktober.

Neutralität.

Man hat lange nichts von Orville Wright gehört. Keinesfalls etwas bemerkenswertes. In der amerikanischen Flugzeugindustrie ist er gegenüber anderen mehr der Zeit sich anpassenden Unternehmen in den Hintergrund getreten. Seine neuesten Konstruktionen sind nichts weiter als schlechte deutsche Kopien. Trotz des Namens und seiner rührigen Reklame werden seine Flugzeugerzeugnisse auf dem internationalen Waffenmarkt nicht gewürdigt. Jedenfalls erinnerte Orville Wright und beschwerte sich bei den Briten, daß er doch ein Amerikaner britischen Ursprungs sei, den man bei der Lieferung von Flugzeugen in erster Linie berücksichtigen müsse. — — In der Oeffentlichkeit spricht man indes davon, daß Orville Wright seine Patentrechte der britischen Nation abgetreten hat. Das ist doch wirklich reine Vaterlandsliebe! —

Amerika liefert nicht nur Flugzeuge, sondern auch Flieger. Ob diese alle britischer Herkunft sind, wird nicht behauptet. Wenigstens nicht von der Gegenseite. Man tut auch besser daran, dieses nicht zu untersuchen, sonst käme vielleicht etwas anderes heraus. Von diesen amerikanischen Fliegerkanonen wirkt zur Zeit eine ganze Abteilung bei Verdun auf Seiten der Franzosen unter dem Namen „American Flying Squadron", deren Tätigkeit unserer Heeresleitung in allen Teilen nicht unbekannt geblieben ist. Auch an verschiedenen anderen Teilen der Front nahmen wir amerikanische Flieger gefangen. Die Mehrzahl waren Ourtisspiloten, den Hauptkontingent scheint Canada zu stellen.

üm die amerikanische Flugzeugindustrie war es vor dem Kriege schlecht bestellt. Sie lebte nur noch dem Namen nach. Durch die Aufbesserung der Finanzen hat sie sich scheinbar wieder aufgerafft. Während des Kriegszustandes werden die Quellen nicht versiegen, Amerika bleibt eben wie bisher — — neutral!

Einbau englischer und französischer Umlaufmotore.

(Fortsetzung von Seite 537.)

"Während der einfach gelagerte Umlaufraotor ein bequemes Auseinandernehmen gestattet, muß beim doppelt gelagerten Motor die vordere Ligerung erst weggenommen werden. Diesen Nachteil muß man gegenüber der solideren Lagerung mit in Kauf nehmen. Die Art der Befestigung wird von den einzelnen Firmen verschieden durchgeführt.

Bei ßorel und Ponnier wird das Kugellager durch eine Traverse gehalten, die an den sich nach vorn vereinigenden Rnmpfholmen befestigt ist. Es kommen hierbei nur zwei Lösungen in Frage. Bei Nieuport und Sopwith sind die Rumpfholme von der Seite gesehen nicht ganz zusammengeführt. Die Lagertraverse ist entsprechend höher und besitzt entsprechend den vier Rumpfholmenden vier Befestigungspunkte.

Sehr fest und verhältnismäßig leicht ist die Lagerung von Bleriot mit Kreuztraverse, der Luftwiderstand ist jedoch hierbei sehr groß. Sehr vorteilhaft ist die Ausführungsweise der Lagerung von Avro. Hier wird das Kugellager durch vier in der Verlängerung der Rumpfholme nach dem Kugellager hin gebogene Stahlrohre gehalten. Die Verkleidung ist dann auf diesen Rohren gleichzeitig befestigt und gestattet eine gute Formgebung.

Auf der einen Seite erfordert der Motor wirksame Kühlung, auf der anderen Seite sucht man den Luftwiderstand durch eine gute Formgebung der Umkleidung möglichst zu verringern. Man unterscheidet hierin drei Hauptarten:

Motoren ganz frei. (Bleriot, Nieuport.)

Obere Hälfte ganz geschlossen. (Ponnier, Borel.)

Ganz geschlossen. (Moräne Saulnier, Handley Page.)

Der Nieuport besitzt einen sehr breiten Rumpf und ist, um die Insassen vor Oel zu schützen, mit einer Haube geschlossen. Die Stirnseite jedoch ist frei. Borel und Ponnier ziehen die Haube, um den Luftwiderstand zu verringern, bis auf die Traverse herunter. Sopwith zieht sie noch weiter und bedsekt auch noch teilweise die

Unterseite soweit, daß gerade noch die Zylinderköpfe hervorsehen. Hierbei sind jedoch besondere Luftzaführungsschlitze, welche durch die Traverse gehen, vorgesehen.

Eigenartig ist die Luftventilation bei dem Moräne Saulnier. Bei diesem ist der Motor vorne fast vollständig geschlossen und besitzt nur einige Luftzuführungslöcher. Hinter dem Motor befindet sich innerhalb dieser Umhüllung ein halbkugelförmig geformtes Blech und zwar soll durch das Vorbeistreichen der Luft an den beiden hinten

befindlichen größeren Oeffnungen eine Saugwirknng und hiermit eine wirksamere Luftventilation hervorgerufen werden. Während bei Nieuport zur besseren Zerteilung der Luft eine Kappe auf den Propeller gesetzt wird, befindet sich der Luftzerteiler bei Handley Page und anderen hinter dem Propeller. Leztere Ausführungsform erfordert

einen längeren Propellerstummel. Bei Avro und Graham White ist die ßumpfbreite geringer als der Motordurchmesser. In diesem Falle sind zu beiden des Rumpfes kegelabschnittförmige Luftabführungsbleche vorgesehen.

Leutnant Wintgens f

Die „Mindener Zeitung" vom 26. September meldet: Gestern Morgen ist in einem Kampf gegen eine erhebliche feindliche Ueber-zahl der Fliegerleutnant Wintgens nach hartem Kampf gefallen. Er hatte mit seinem Freund Höhndorf zusammen den Auftrag, ein deutsches Geschwader bei einer schwierigen Aufgabe zu schützen. Nach dem Wunsche des Gefallenen wird die Leiche im feindlichen Lande an dem Ort, wo er für sein Vaterland den Fliegertod gefunden hat, beigesetzt.

Leutnant Wintgens wurde zum erstenmal im Tagesbericht vom 24. Juni genannt, da er sein siebentes feindliches Flugzeug bei Blamont erlegt hatte. Am 30. Juni folgte bei Chäteau-Salins das achto und damit, wie es Brauch geworden, der Orden Pour le merite. Bald darauf finden wir ihn bei Peronne, wo er vorgestern das zwanzigste feindliche Flugzeug vernichtet hatte. Er galt im Felde als einer unserer vorzüglichsten Flieger und wurde unter seinen Kameraden nicht nur wegen seiner Kühnheit und Tapferkeit, sondern auch wegen seiner menschlichen Eigenschaften ungewöhnlich hochgeschätzt. Leutnant Wintgens entstammt einer alten Mindener Offiziersfamilie; sein Vater war als Oberstleutnant gestorben. Bei Kriegsausbruch war Wintgens auf der Kriegsschule und wurde, zum Leut- . nant befördert, mit einem Telegraphenbataillon von Frankfurt a. 0. in den Septembertagen des Jahres

1914 nach Polen ge- ' . Fdkkerr , Ltn. Wintgens.

schickt. Auf seinen Wunsch aber wurde er Ende Januar 1915 zu den Fokkerwerken nach Schwerin kommandiert, wo er seine Ausbildung als Fliegerleutnant erhielt. Nach Ablegung der Pilotenprüfung kam er von Döberitz als einer der ersten Fokkerkampfflieger nach Lothringen ins Feld. Nun hat ihn auch der Fliegertod, wie so manchen vor ihm, dahingerafft.

Kriegsberichterstatter Dr, D., der Ltn. Wintgens letztem Flug mit beigewohnt hatte, schreibt darüber folgendes:

„Großes Hauptquartier, 29. September.

In den Aetherhöhen auf dem Kampfplatz seiner Menschengröße und seines Ruhmes ist Leutnant Wintgens gefallen. Ich weile unter seinen Kameraden, die tief gebeugt sind von dem schmerzlichen Verlust.

Leutnant Wintgens war am 25. September vormittags auf seinem Flugzeug mit einem wichtigen Auftrag aufgestiegen. Das Wetter war klar, fast wolkenlos. In einem ungünstigen Augenblick, als das Auge durch das grelle Licht geblendet war, tauchten plötzlich in der Richtung aus der Sonne her in großer Uebermacht feindliche Flieger im Rücken des Apparates auf. Noch bevor Leutnant Wintgens sie in der Lichlflut erkennen konnte, lag er im Massenfeuer der Maschinengewehre. Motor — und Benzintank erhielten Treffer; das Flugzeug wurde führerlos und stürzte aus einer Höhe von 3900 Meter in die Tiefe, unmittelbar hinter den deutschen Linien. Der Apparat überschlug sich beim Auftreffen auf den BoJen. Leutnant Wintgens* war tot, aber fast unversehrt.

Leutnant Höhndor| hatte den Angriff bemerkt und war sofort zu Hilfe gekommen. Die KatastföpH'£'War aber so rasch erfolgt, daß er das Unheil nicht abwenden konnte. Er stürzte sich in das feindliche Geschwader und schoß einen der Gegner ab, die anderen entkamen.

Leutnant Wintgens hat im ganzen 20 feindliche Flugzeuge abgeschossen, noch zwei Tage vor seinem Tode mit Ltn. Höhndorf zusammen fünf Apparate. Seine ritterliche Kampfesweise war auch vom Gegner anerkannt. Ein .gefangener englischer Flieger bezeichnet es als eine Ehre, gerade ihm unterlegen zu sein. Sein erfolgreiches Draufgängertum hat mit ein Hauptverdienst, daß die feindliche Fliegertätigkeit an der Somme mehr und mehr lahmgelegt wurde.

Sein--Freund Leutnant Höhndorf, der selbst schon 15 Luftgegner abgeschossen hat, erzählte mir von der hingebenden kameradschaftlichen Treue des Gefallenen, wie aufopfernd er sich einsetzte, wenn einer seiner Gefährten bedroht war. Dem näheren Freundeskreise bleibt er nicht nur wegen seiner Uberragenden Leistungen, sondern auch wegen seiner liebenswerten Persönlichkeit unvergeßlich.. Er war musikalisch sehr begabt, und brachte mit seiner unver" wüstlichen Seelenheiterkeit auch den Frohklang der Töne in den geselligen Kreis. Die Ziehharmonika war sein unentbehrliches Fahrtgepäck; wenn er einen Besuch machte, brachte er sie mit und verbreilete Frohsinn um sich. Offiziere und Mannschaften können es noch immer nicht begreifen, daß er ihnen genommen wurde. Auf dem Billard, auf dem er so gerne Erholung von seiner schweren Arbeit gesucht hatte, lag er unter einem Berg von Blumen und Kränzen aufgebahrt, und gestern abend wurde er in St. Quentin beigesetzt. In Feindesland, auf einem deutschen Soldatenfriedhof, wie er es ausdrücklich gewünscht hatte. Ein Flieger warf den letzten Gruß der Lüfte seines Herrscherreiches in die Gruft____

Und tief bewegt lauschte die kaum übersehbare Trauerversammlung dem Nachruf des Predigers. Oben in den Wolken krachte eine Salve, und die Infanterie, die er hunderte Male unter Einsatz seines Lebens beschützt hat, antwortete vor dem Grabe mit dem gleichen Ehrensalut. Seine Ruhestätte liegt an der Somme, auf einem Erdstrich, der in der Geschichte der Menschheit ebenso, unvergessen bleibt wie sein tapferer, treuer Beschützer Leutnant Wintgens."

Noch eine andere Meldung aus dem Felde gibt Einzelheiten über Wintgens letzten Flug bekannt:

„Es war am Montag, den 25. September, vormittags. Pünktlich um 10 Uhr 20 Minuten stieg Leutnant Wintgens, von seinem Freunde Leutnant Höhndorf und noch einigen anderen Fliegern begleitet, auf seinem erprobten Apparat in die Höhe. Er startete als Begleiter für einen Spezialflug, der der Erledigung einer sehr wichtigen Aufgabe galt, die — wie gleich bemerkt sei — restlos erfüllt wurde. In 3900 Meter Höhe erhielt Wintgens plötzlich von hinten überraschend Feuer. Zwei feindliche Martinseyde-Flugzeuge griffen ihn, durch die Sonne gedeckt, für den Flieger völlig unsichtbar, an. Leutnant Wintgens achtete seinen Gegner nicht und konnte sie nicht sehen, Das sollte ihm zum Verhängnis werden. Sein Benzintank wurde von einem Explosivgeschoß getroffen, explodierte und geriet in Brand Leutnant Höhndorf, durch die Schüsse aufmerksam geworden, wandte sich um und sah in etwa 150 Meter Entfernung, wie sein lieber Freund und steter Begleiter bei so manchem tollen Strauß in den Lüften jählings mit brennendem Apparat zu Boden stürzte. Mit Blitzesschnelle hatte er die Situation erfaßt und warf sich im Moment auf einen der Gegner. Es entspann sich ein furchtbarer Zweikampf in gewaltiger Höhe, der aber nach Sekunden schon zugunsten von Leutnant Höhndorf entschieden war und mit dem Absturz des einen Feindes endete, während der andere in eiliger Flucht das Weite suchte. Leutnant Höhndorf, der damit sein fünfzehntes Flugzeug abschoß, hatte den Tod seines treuen und liebsten Freundes gerächt. Der Engländer kam innerhalb unserer Linien zur Erde und auch des Leutnant Wintgens Leiche fiel hinter unsere Front, wo sie bald darauf gefunden und von seinen Kameraden noch in derselben Nacht zur einstweiligen Ueberführung' nach dem Flughafen.abgeholt wurde. Leutnant Höhndorf überbrachte, von dem Erlebten gewaltig erschüttert, seinem Abteilungsführer ^die Trauerkunde, die sich wie ein Lauffeuer verbreitete und überall in den Linien der vordersten Front aufrichtigstes Bedauern hervorrief."

Neuer verspannungsloser Curtiss-Doppeldecker.

Den Bedürfnissen unserer Gegner nach schnellen Maschinen Rechnung tragend, hat Ourtiss in Amerika bereits wieder einen neuen kleinen Doppeldecker (Scout S-2 „wireless") herausgebracht. Dieses

Verspannungsloser Curtiss-Doppeldecker.

Flugzeug wurde zum erstenmal im August versucht und entwickelte dabei eine Geschwindigkeit von 180 km. Die obere Fläche besitzt eine Spannweite von 6,5 m und die untere eine solche von 3,5 m. Die beiden Flächen sind durch eine schräge Strebe verbunden und zwar greifen die nach den Flächen sich verbreiternden Streben am Druckmittel der Fläche an. Unterhalb der unteren Fläche führt eine weitere Strebe nach dem Fahrgestell. Durch diese Anordnung der

Verspannungsloser Cartiss-Doppeldecker.

Glieder, Rumpf mit Spannturm, Fahrgestell, Radachse, untere schräge Strebe, obere schräge Strebe und Tragflächenholme ist dieses System ohne Verwendung von Spannseilen statisch bestimmt. Der Luftwiderstand ist daher außerordentlich gering. Vor dem lOOpferdigen (Jurtiss-Motor befindet sich ein runder Kühler, wie er ähnlich von Kondor früher verwendet wurde. Der Rumpf besitzt Tropfenform nach deutschem Muster.

Die Luftangriffe auf Bukarest.

Budapest, 29. September. Als kurz nach dem räuberischen Einfall Rumäniens in Siebenbürgen auch schon die ersten deutschen Luftangriffe auf Bukarest erfogten, wird man sich daran erinnern, wie damals rumänische Politiker, die zum Krieg gegen Österreich-Ungarn gehetzt hatten, ihre Verwunderung darüber aussprachen, daß Deutschland es gar so sehr

auf die Hauptstadt seines neuen Feindes abgesehen habe. Es seheine, daß die Deutschen den Rumänen einen besonderen Haß entgegenbrächten, obgleich doch früher freundschaftliche Beziehungen bestanden hätten. In ihrer Naivität haben sie aus der Schule geplaudert und durch ihren Schmerzensruf zugegeben, daß schon die ersten Luftangriffe in Bukarest furchtbare Verheerungen angerichtet haben. In der letzten Zeit häuften sich aber geradezu die Meldungen über Luftangriffe auf die rumänische Hauptstadt.

Luftschiffe und Flugzeuggeschwader lösen einander in der Zerstörungsarbeit ab, und in allerjüngster Zeit ist kein Tag und keine Nacht vergangen, ohne daß mindestens ein Angriff auf Bukarest erfolgt wäre. Der rumänische Generalstabsbericht enthält die stereotype Wendung, daß kein Schaden, oder wenigstens kein militärischer, verursacht worden sei. Nach englischen Meldungen wurden beim letzten Angriff auf London hundertsechzig Häuser völlig zerstört oder schwer beschädigt und zahlreiche Personen getötet oder verwundet. Dabei war der größte Teil des Schadens verschwiegen worden. Zwei Luftschiffe haben dieses Werk vollbracht, und zwar unter der Einwirkung des mächtigsten und bestgeleiteten Abwehrfeuers, das durch englische Flieger aufs nachdrücklichste ergänzt wurde. Die Rumänen geben selbst zu, daß sie noch eine Anzahl Geschütze für die Verteidigung von Bukarest erwarten. Aber wenn auch, was bestimmt nicht der Fall ist, die technische Einrichtung ihres Luftabwehrdienstes bereits auf der gleichen Höhe wie in London stünde, so fehlt zweifellos die lange Erfahrung der Engländer und, was auch ins Gewicht fällt, deren kaltes Blut. Leichte Arbeit werden die deutschen Flugzeuge in Bukarest sicherlich nicht haben. Denn was die Rumänen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für die Verteidigung ihrer Hauptstadt zu leisten vermochten, haben sie zu tun sicherlich nicht unterlassen. Aber einen Vergleich mit der Londoner Abwehr kann jene von Bukarest unmöglich aushalten. Die rasche Aufeinanderfolge der Angriffe trägt jedenfalls auch das ihrige dazu bei, um die Nervosität der bei der Abwehr verwendeten Bedienungsmannschaften wesentlich zu steigern. So muß man die Verhältnisse, unter denen di-e Angriffe erfolgen, als ziemlich günstig bezeichnen. Dementsprechend müssen auch die Erfolge sehr bedeutend sein. Und darüber gibt der Bericht des deutschen Generalstabes vom 28. September einigen Aufschluß. In ihm heißt es unter anderem: „Unsere Flieger warfen auf das von den letzten Angriffen noch an mehreren Stellen brennenden Bukarest erneut eine große Zahl Bomben." Die Pause in den Angriffen hat also nicht genügt, um alle Brände, die vorher entstanden waren, zu löschen.

Nun steckt die rumänische Hauptstadt, die gewaltigste Festung des Landes, voll Militär. An Arbeitskräften, die zur Löschung von Bränden herangezogen werden können, herscht also kein Mangel. In einer Festung muß besonders ausgiebig für Feuerlöschmittel vorgesorgt sein. Auch hatten die Rumänen zwei Jahre Zeit, sich auf den Krieg vorzubereiten und haben es sicherlich auch in dieser Beziehung getan. Trotz alledem vermochten die deutschen Flieger noch an mehreren Stellen der Stadt große Brände zu beobachten. Daraus geht hervor, daß die Bukarester nicht einmal in der Lage sind, so rasch zu löschen, .als Brände entstehen. Ein leck gelaufenes Schiff hat nichts zu

befürchten, solange das Auspumpen des Wassers rascher erfolgen kann als sein Eindringen. Tritt aber das umgekehrte Verhältnis ein, dann ist das Schiff verloren. Die Nutzanwendung dieses Vergleiches ergibt sich von selbst. Es ist wohl überflüssig, noch etwas hinzuzufügen.

_ J.

Englische Luftschraubenfräsmaschine.

Eine englische Firma hat eine Fräsmaschine zur selbsttätigen Bearbeitung für Luftschrauben gebaut. Die zu bearbeitende verleimte Luftschraube steht mit dem Modell in einer zwangsläufigen Verbindung,

Englische Luftsdiraubenfräsmasdiine.

sodäß Modell und zu bearbeitendes Stück gleich vor einen Fräser, bezugsweise vor einem Lastrad, vorbeigeführt werden. (Siehe beistehende Abbildungen.)

Dieses Verfahren, einen Support vermittels einer Schablone zu führen, ist nicht neu und in Deutschland vielfach ausgeführt worden.

Fliegerleutnant Mulzer f

Nachdem eben erst von den allgemein bekannten Fliegern Leutnant Wintgens im Luftkampf abgestürzt ist, ist ihm schon ein weiterer der Helden der Luft gefolgt. Die Münchner Neuesten Nachrichten melden:

Fliegerleutnant Mulzer, Ritter des Orden Pour le merite und des Max Josefs-Ordens, ist auf dem westlichen Kriegsschauplatz tödlich abgestürzt.

Als Sohn eines Arztes in Memmingen im bayrischen Schwaben am 9. Juli 1893 geboren, war Mulzer im Münchener Kadettenkorps erzogen. Wenige Monate vor Ausbruch des Krieges wurde er Leutnant im 8. bayrischen ChevauxlegersRegiment in Dillingen und bildete sich zum Flieger wie Wintgpns und andere erst während des Feldzuges aus. Im Tagesbericht wurde Leutnant Mulzers Name zum erstenmal am 2. Juni 1916 genannt, als er bei Cambrai das vierte Flugzeug heruntergeschossen hatte. Am 22. Juni hatte er fünf, am 3. Juli bereits sieben feindliche Flieger niedergekämpft. Am 9. Juli empfing er als Geburtstagsgeschenk vom Kaiser den Pour le merite für seinen achten Luftsieg; er hatte bei Miraumont (im Westen von Bapaume) ein englisches Großkampfflugzeug zur Strecke gebracht. Das neunte wurde am 4. August aus der Gegend von Lens gemeldet.

So ist nach Immelmann, Parschau und Wintgens nun ein vierter Ritter des Pour le merite aus der Reihe unserer hervorragenden. Fliegeroffiziere ausgeschieden. Das deutsche Volk wird auch diesen Verlust tief beklagen, aber es sieht, daß sich die Schar der erfolgreichen Bezwinger der Lüfte immer um neue Name bereichert. Und aus dieser Erkenntnis schöpft es die Gewißheit, daß die Deutschen auch in Zukunft im Luftkriege die Oberhand behalten werden.

Der Luftabwehrdienst in Sofia.

Zufolge einer Meldung der Bulgarischen Telegraphen - Agentur überflog ein feindliches Flugzeug am 29. Sept. Sofia. Es wurde von dem Feuer unserer Abwelirbatterien empfangen und durch unsere Kampfflieger angegriffen. Das feindliche Flugzeug vermochte nur eine einzige Bombe abzuwerfen, die nördlich der Stadt zu Boden fiel. Das feindliche Flugzeug wurde etwa 30 Kilometer nördlich Sofia durch unsere Flieger abgeschossen nnd stürzte in der Nähe der Ortschaft Gebian ab. Es handelt sich um einen französichen Doppeldecker System Caudron, gesteuert von dem Franzosen Royable, mit dem Serben Naunowitsch als Beobachter. Beide wurden unverletzt gefangen.

Weitere Meldungen aus Sofia bringen noch folgende Einzelheiten: Der Luftangriff auf Sofia hat infolge der guten Abvvehrmaßnahmen mit einem vollständigen Mißerfolg geendet. Sobald das Nahen des Fliegers gemeldet war, wurde die Bevölkerung durch Glockenläuten gewarnt und es stiegen drei Fokker auf. Ein Kampfflugzeug mit dem Feldwebel Wagner auf Fokker flog dem Feinde entgegen und stellte ihn nahe der Stadt, während die Abwehrbatterien durch ununterbrochenes Sperrfeuer den Durchbruch des Feindes nach der Stadt verhinderten. Es entspann sich zwischen Wagner und dem Franzosen ein erbitterter Kampf, welcher mit Rückzug des Feindes endete. Wagner verfolgte den Feind bis. zum Balkan, wo der Feind infolge zahlloser Treffer in dem Flugzeug, insbesondere auch in dem Benzinbehälter, bei dem Dorfe Swoge niedergehen mußte. Die Besatzung, bestehend aus einem französischen Offizier und einem serbischen Offizier als Be-

gleiter, wurde unverletzt gefangen. Das Flugzeug ist ein französischer Doppeldecker modernster Bauart. Der Franzose zollte der Geschicklichkeit und Kühnheit des deutschen Fliegers die höchste Anerkennung.

Ein Fliegerstreich.

Der deutsche Heeresbericht vom 4. Oktober meldet einen kecken Fliegerstreich. Oberleutnant von Cossel ließ sich von einem Flugzeug, das vom Vizefeldwebel Windisch gesteuert wurde, über die russischen Linien hinwegtragen und im Rücken der russischen Armee absetzen. Windisch flog zurück. Der Oberleutnant aber wanderte den Bahndamm der Linie Rowno-Brody entlang und sprengte die Bahn an mehreren Stellen in die Luft. Nach getanem Werk verbarg er sich wieder an verabredeter Stelle und wurde dort pünktlich von Feldwebel Windisch im Flugzeug wieder abgeholt. Wie ein keckes Manöverstückchen liest sich das Ganze. Und doch: Welche Unsumme von Gefahr, welch todesverachtender Heldenmut, welch kaltblütiges und entschlossenes Handeln verbergen sich hinter den kargen Worten der amtlichen Meldung. Eisenbahnlinien dicht hinter der Front pflegen im Kriege nicht unbewacht zu bleiben, vor allem in Rußland nicht, das über so wenig Linien verfügt. Und als das Werk vollbracht war, wie mögen dem Kühnen die Stunden in einem Versteck langsam dahingeschlichen sein. Wie quälend muß die Ungewißheit gewesen sein, ob das rettende Flugzeug ihn auch wirklich erreichen werde, ob es möglich sein werde, dem spähenden Auge der alarmierten Russen zu entgehen. Aber dem Mutigen gehört die Welt. Am fernen Horizont erschien das sehnsüchtig erwartete Pünktchen, das immer größer und größer ward. Und dann senkte sich der deutsche Flieger herab, nahm den Herbeieilenden auf und steuerte den deutschen Linien zu.

Inland.

Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde verliehen: Oberltn. Haehner, Oberltn. Goelle, Ltn. Kurt Opel, Vizefeldwebel u. Flugzeugführer Rud. Heppner und Flugmeister Georg Jüterbock.

Flieger-Ltn. Gustav Ritzert, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse sowie der Hessischen Tapferkeitsmedaille, bei einer Kampfstaffel im Westen, fand nach schwerem Luftkampfe gegen dreifache Uebermacht den Tod.

Ltn. d. R. Fritz Gerstle, von einer bayer. Feldfliegerabteilung, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse und des bayerischen Militärverdienstkreuzes II. Klasse mit Krone und Schwertern fand im Luftkampfe den Heldentod.

Deutsche Flieger über Zarskoje Selo. Nach der Wiener „Neuen Freien Presse" berichtet die „Birschewijä Wjedomosti" einem Stockholmer Telegramm des „Az Est" zufolge über einen deutschen Fliegerangriff, der am 5. September

gegen Zarskoje Selo, der Frühjahrsresidenz des Zaren, eine halbe Stunde von Petersburg, unternommen wurde. Die Flieger haben vierzig Bomben herabgeworfen, drei Menschen verwundet und acht Pferde getötet, lieber den Fliegerangriff haben die russischen Zeitungen bisher noch kein Wort geschrieben.

Von den Flugplätzen.

Vom Flugplatz Weimar.

Auf dem Weimarer Flugplatz herrscht seit mehreren Monaten reger Flugbetrieb. Die Weimarische Fliegerschule für Militär und Zivil schult auf den bekannten Militärtyp Rumpfdoppeldeckern. Fluglehrer Erich Schmidt führte 272 Schul- und 34 Gastflüge aus. Die Flugzeugführerprüfung bestanden Walter Schroeder (Kulmbach) und Ernst Graef (Frankenhausen am Kyffhäuser). Vor der Flugzeugführerprüfung stehen : Kurt G i ch au, Wilhelm FIant j e, Dr. Wüten-r a t h, Karl Sommerfeld und Michael Ringler. Der Platz wird auch als Landungsplatz bei Ueberlandflügen von den umliegenden Flieger-Ersatz-Abteilungen benutzt.

Von der Front.

18. September. Paris: Ein feindliches Flugzeug wurde gestern über den französischen Linien in der Nähe von Biaches, ein zweites bei Beiloy abgeschossen. Daß ein Flugzeug von dem Feldwebel Lenoir mit dem Maschinengewehr nördlich Douaumont abgeschossen worden ist und zerschmettert zu Boden stürzte, bestätigt sich. Dies ist das achte von diesem Flieger vernichtete Flugzeug. Ebenso bestätigt es sich, daß der Feldwebel Dorme am 15. September zwischen Brie und Ennemein sein zehntes Flugzeug zum Absturz brachte. In der Nacht zum 16. warfen zwei französische Flugzeuge 15 Granaten auf den Bahnhof von Habstein. In der Nacht zum 17. wurden 32 Granaten auf den Bahnhof und die Flugdienstanlagen von Tergnier, 32 auf den Bahnhof von Abbancourt und 72 auf die Bahnhöfe Roisei, Epejy und Athis und die Eisenbahn von St. Quentin nach Harn geworfen. Feldwebel Tarascon schoß sein fünftes feindliches Flugzeug ab. Das feindliche Flugzeug fiel bei Deniecourt herunter. Am selben Tage brachte Leutn. Heurteaux sein siebentes Flugzeug zum Absturz. Französische Flugzeuggeschwader führten verschiedene Beschießungen aus. Zwölf Bomben wurden auf den Bahnhof von Nantillois, 33 auf Villers, Carbonnel und Horgeny aus einer Höhe von 800 m geworfen. Sie richteten beträchtlichen Schaden an. — Rumänischer Bericht: Feindliche Flieger warfen Bomben auf Konstanza, töteten zwei Einwohner und verwundeten vier. — London: Unser Luftdienst fuhr fort, mit Erfolg die feindlichen Verbindungslinien anzugreifen. Es wurde noch ein feindliches Flugzeug vernichtet. Drei von unseren Flugzeugen werden vermißt.

20. September. Deutsche Meldung: Fliegerkämpfe fanden gestern, nachdem das Wetter sich bedeuten 1 gebessert hatte, in großer Anzahl statt, wobei es Hauptmann Boelcke gelang, seine Beute auf 28 zu erhöhen.

2t. September. Amtlich aus Berlin: Deutsche Seeflugzeuge haben am 20. September früh zwei russische Flugzeugmutterschiffe, die unter Geleit eines Kreuzers und mehrerer Zerstörer Flugzeuge zum Angriff auf die bulgarische Küste bei Varna heranbringen wollten, erfolgreich mit Bomben angegriffen. Die feindlichen Seestreitkräfte wurden zum schleunigen Rückzug gezwungen, verfolgt von unseren Seeflugzeugen. Diese griffen später feindliche Transportdampfer in Constanza erfolgreich an ufid belegten Eisenbahnlinien der Nord-Dobrudscha mit Bomben. Alle Flugzeuge sind trotz stärkster Beschießung unbeschädigt zurückgekehrt. — Der amtliche bulgarische Heeresbericht lautet: Deutsche Flugzeuge griffen erfolgreich die Eisenbahnlinie bei Cernavoda an und fügten ihr

großen Schaden zu. Ein aus zwanzig Einheiten bestehendes russisches Geschwader bombardierte ohne Erfolg die Höhen nördlich und östlich des Dorfes Pervolia. Unsere Wasserflugzeuge brachten einen Angriff feindlicher Flugzeuge auf Warna zum Scheitern.

22. September. Oesterr.-ungar. Bericht: In der südlichen Adria wurde das französische Unterseeboot Foucault von einem unserer Seeflugzeuge (Führer Freg.-Lt Zelozny, Beobachter Freg.-Lt. Klimburg) durch Bombentreffer versenkt, die gesamte Bemannung, zwei Offiziere, 27 Mann, viele davon in ertrinkendem Zustand, von diesem und einem zweiten Flugzeug (Führer Linienschiff-Lt. Konjovic, Beobachter Seefähnrich Severa) gerettet und gefangen genommen. Eine halbe Stunde später wurden die Gefangenen von einem Torpedoboot übernommen und eingebracht bis auf zwei Offiziere, die auf den Flugzeugen in den Hafen gebracht wurden. — Paris: Gestern schoß ein französischer Flieger ein deutsches Flugzeug ab, das bei Moislain, nördlich Peronne, niederfiel. Am 21. September warf eines unserer Flugzeuge auf die Flugzeugschuppen von Habsheim acht 120 mm-Bomben, welche ihr Ziel trafen. Ein feindliches Flugzeug wurde infolge eines Luftkampfes zwischen Combles und Morval abgeschossen. — Englischer Bericht: Die Flugzeuge waren sehr tätig. Im Laufe von Luftkämpfen wurden zwei Apparate abgeschossen, ein anderer mußte mit Havarien landen. Flugzeuge bombardierten ein feindliches Aerodrom an der Shumnanbiegung des Tigris. — Rumänischer Bericht: Feindliche Flugzeuge warfen Bomben auf Cer-navoda und töteten sieben Personen, darunter zwei Soldaten, und mehrere Einwohner. Mehrere Tiere wurden getötet und drei Häuser zerstört. — Bulgarischer Bericht: Deutsche Flugzeuge beschossen die Donaubrücke bei Cernavoda und feindliche Lager bei den Dörfern Cochirleni und lrrinez erfolgreich.

23. September. Der deutsche Generalstab meldet: Wir haben im Luftkampf nördlich der Somme 11 feindliche Flugzeuge abgeschossen. — Wien: Aus dem Bereich der Armee des Generalobersten von Böhm-Ermolli ist nachträglich gemeldet, daß am 19. September ein österr.-ungar. Kampfflieger zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen hat. — Ein Geschwader feindlicher Seeilugzeuge warf bei der Punta-- Salvore (südwestlich Pirano) wirkungslos Bomben ab. — Französischer Bericht: Adjutant Baron, der in Begleitung eines Bombardiers gestern Abend um 7.15 Uhr von seinem Flugplatz aufgestiegen war, traf in Ludwigshafen in der Pfalz ein. Die Flieger warfen drei Granaten auf die militärischen Anlagen. Dann setzten sie ihren Flug fort und warfen drei weitere Bomben auf bedeutende Fabrikanlagen in Mannheim ab, wo große Brände und mehrere Explosionen festgestellt wurden. Die Flieger kehrten um 12.50 nachts zurück. An der Somme-front lieferten die französischen Flieger am 22. September 56 Kämpfe, in deren Verlauf vier feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. Es wurde ferner beobachtet, daß vier stark beschädigt abstürzten, ohne daß ihr Fallen bis zum Aufschlagen auf den Boden verfolgt werden konnte. Endlich wurden zwei zum Landen gezwungen. Während dieser Kämpfe schoß Adjutant Dorme seinen 11. deutschen Apparat bei Guyancourt, Leutnant Deullin seinen 7. südlich von Pertain und Adjutant Tarnscou seinen 6. südwestlich von Horgny ab. Der vierte als abgeschossen gemeldete deutsche Apparat ging südwestlich von Rocquignies beim Aufschlagen auf den Boden in Trümmer. In der Gegend von Verdun holte Adjutant Lenoir, der ein deutsches Flugzeug aus nächster Nähe angriff, es nördlich von Douaumont in seinen Linien herunter. Es handelt sich um das 10. Flugzeug, das von diesem Piloten bis heute abgeschossen wurde. Der französische Bombardierungsflugdienst legte ebenfalls auf der ganzen Front sehr große Tätigkeit an den Tag. In Belgien warf ein französisches Flugzeug vier Bomben auf Baracken im Walde von Hautschulst ab. In der Somme-Gegend belegte eine Gruppe

von 16 französischen Flugzeugen die Bahnhöfe von Fins, Epehy und Roisel mit Bomben, auf das Fluggelände von Hervilly wurden 80 120er Granaten abgeworfen. Nordöstlich von Soissons wurde ein Automobildepot mit 20 Granaten belegt. — Englischer Bericht: Gestern große Lufttätigkeit. Etwa 50 Flugzeuge bombardierten einen bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt und richteten großen Schaden an. Zwei Munitionszüge flogen unter starken Explosionen in die Luft. Anderen Luftgeschwadern gelang es gleichfalls, viele Plätze und andere militärische Stellen zu bombardieren. Außerdem wurden zahlreiche Luftkämpfe geliefert. Drei feindliche Apparate wurden zerstört, fünf andere wurden beschädigt

Fliegerkampf.

heruntergeholt, abgesehen von denen, die gezwungen wurden, den Kampf aufzugeben und jäh zu landen, bei denen aber unsere Flieger, durch ihre Gegner zu sehr beschäftigt, den Zustand auf dem Erdboden nicht feststellen konnten. Fünf unserer Apparate sind nicht zurückgekehrt. — Rom: Feindliche Flugzeuge warfen einige Bomben auf Montecchio Maggiore (Vicenza) und in die Gegend von Mi-surina (Hoch-Ansiei). Es gab weder Opfer noch Sachschaden. Am Freitag abend gegen Sonnenuntergung bombardierte eines unserer Wasserflugzeug- und Flugzeuggeschwader wirksam die Batterien und Verschanzungen der Beobachtungsstation von Punta Salvore. Die Apparate sind unversehrt an ihren Ausgangspukt zurückgekehrt.

24. September. Berlin (Amtlich): Am 22 September abends wurden durch eines unserer in Flandern stationierten Flugzeuge die Militärbaracken bei Dover mit Bomben belegt Deutscher Tagesbericht: Auf der ganzen Front rege Fliegertätigkeit mit zahlreichen für uns günstigen Luftkämpfen in unseren und jenseits der feindlichen Linien. Wir haben 24 Flugzeuge abgeschossen, davon 20 an der Somme. Oberleutnant Buddecke, die Leutnants Wintgens und Hoehndorf zeichneten sich besonders aus. Unser Verlust beträgt sechs Flugzeuge. Am 22. September spät abends wurde durch Bombenabwurf auf Mannheim eine Person getötet und einiger Sachschaden angerichtet. Bei mehrfachen feindlichen Fliegerangriffen auf das rückwärtige Gelände unserer Front wurden u. a. in Lille sechs Bürger getötet und 12 Häuser beschädigt. Am 23. September früh griffen drei russische Groß-Flugzeuge die Seeflugstation Angernsee ohne Erfolg an. Eines unserer Kampfflugzeuge brachte bei der Verfolgung einen dieser feindlichen Doppeldecker östlich Dünamünde zum Absturz. Unsere Flugzeuge sind sämtlich wohlbehalten zurückgekehrt. — Französischer Bericht: Im Laufe des gestrigen Tages zeigte sich der Flugdienst tätiger als gewöhnlich. Die französischen Jagdgeschwader lieferten auf dem größten Teile der Front Luftgefechte, trugen Erfolge davon und behaupteten die Oberherrschaft über den Gegner. Auf der deutschen Front fanden 29 Luftkämpfe statt. Vier Flugzeuge wurden abgeschossen, eines im Vaux-Walde, zwei wurden von Guynemer (sein 17. und 18.) heruntergeholt, das vierte stürzte bei Miserey ab. Drei weitere Flugzeuge des Feindes wurden ernsthaft getroffen, sie stürzten zertrümmert bei Estrees ab. In der Gegend von Verdun wurden 4 feindliche Flugzeuge gezwungen, in ihren Linien niederzugehen Es bestätigt sich, daß eines der deutschen im Laufe des 22. September getroffenenen Flugzeuge zwischen Miserey und Villers-Charbonnet abgeschossen wurde. Weiter südlich zwischen Chaulnes und Asvres wurden & deutsche Flugzeuge abgeschossen. Eines stürzte brennend bei Chaulnes im Laufe eines von vier unserer Flieger und einer Gruppe von 6 deutschen Flugzeugen gelieferten Kampfes ab. Ein weiteres stürzte bei Liurt, ein drittes bei Parvillers ab. Vier wurden beobachtet, wie sie bei Marche-Ie-Pot zertrümmert niedergingen. Ein 5. und 6. Flugzeug wurden abgeschossen in den Kämpfen, welche sich zwischen einem französischen Geschwader gegen eine Gruppe von 6 deutschen Flugzeugen entspannen. Diese Flugzeuge stürzten in der Gegend von Andechy ab, eines von ihnen in den französischen Linien. In der Gegend nördlich von Chalons stürzte ein Fokker brennend nahe bei den französischen Linien ab. Ein anderer schien ernsthaft beschädigt zu sein. In der Gegend von Verdun wurde ein deutsches Flugzeug aus nächster Entfernung mit Maschinengewehren beschossen, kippte um und stürzte auf dem Pfefferrücken ab. Oestlich von St. Mihiet stürzte ein Fokker senkrecht in den deutschen Linien ab. In Lothringen verfolgte ein französischer Flieger einen gegnerischen Apparat 30 km weit in den deutschen Linien, tötete die Insassen und zwang das Flugzeug in Spiralen niederzugehen. Ein anderes deutsches Flugzeug stürzte im Walde von Grenecey ab. In den Vogesen stürzten zwei deutsche Flugzeuge senkrecht in ihren Linien ab nach einem Kampfe mit einem französischen Flugzeug. In der Nacht vom 23. auf den 24. September warfen 7 unserer Flugzeuge 46 120 er Granaten auf Fabriken in der Gegend von Rombach und Thionville. Hauptmann Beauchamps und Ltn. Daucourt sind heute Vormittag 11 Uhr jeder mit seinem Flugzeug von ihren Flugplätzen aufgebrochen und haben 12 Bomben auf die Fabriken von Essen abgeworfen. Unsere Flieger sind nach einem Raid von 800 km unversehrt zurückgekehrt. — London: Auch gestern herrschte beträchtliche Fliegertätigkeit. Unsere Flieger führten 5 Bombardements gegen Bahnhöfe aus und richteten großen Schaden an. Bei einem Luftangriff stießen zwei Flugzeuge zusammen. Der

feindliche Flieger stürzte senkrecht ab, während unser Flieger nach einem Sturz von mehreren tausend Metern wieder Gewalt über seinen Apparat bekam und die Linien glücklich wieder zu überfliegen vermochte. Er war über 30 km mit einer Maschine ohne Ziel geflogen. Insgesamt zerstörten wir 5 feindliche Apparate. Zwei andere slürzten beschädigt ab, 5 der unsrigen werden vermißt.

25. September. Deutscher Bericht: An den zahlreichen Luftkämpfen des gestrigen Tages haben wir neun Flugzeuge abgeschossen, unsere Abwehrgeschütze holten in den letzten Tagen vier Flieger herunter. Durch feindlichen Bombenabwurf auf Lens wurden sechs Bürger getötet, achtundzwanzig schwer verletzt. Einem Fliegerangriff auf die Gegend von Essen fiel gestern nachmittag ein Kind zum Opfer, andere wurden verletzt Der Sachschaden ist bedeutungslos. Das Generalkommando in Münster teilt mit: Am 24. September gegen 3 Uhr nachmittags erschienen mehrere feindliche Flieger über einem Vorort von Essen. Innerhalb einer Minute wurden inmitten der Stadt mehrere kleine Bomben abgeworfen, von denen die meisten keinen Schaden anrichteten. Brände sind nirgends entstanden, dagegen wurden leider durch eine Bombe mehrere spielende Kinder verletzt. Nacli dem aus sehr großer Höhe erfolgten Abwurf entschwanden die Flieger in der Wolkenschicht. Meldung eines Kriegsberichterstatters: Auch gestern war die Fliegertätigkeit längs der Westfront und bis tief ins Hinterland sehr beträchtlich. Bei den zahlreichen Luftkämpfen, die sich allenthalben entspannen, ereigneten sich einige packende Episoden. So rannten zwei englische Flugzeuge sich gegenseitig über den Haufen und stürzten beide zerschmettert ab. Ein deutscher Luftangriff auf Luneville endete damit, daß die feindlichen Abwehrgeschütze unseren Fliegern nichts anhaben konnten, daß aber einer der zur Abwehr aufgestiegenen französischen Flieger im Zweikampf überwältigt wurde und brennend auf die Stadt abstürzte Von der Westfront wird gemeldet, daß deutsche Flugzeuge die Festung Beifort ausgiebig mit Bomben beworfen haben. — Paris: Feindliche Apparate warfen gestern abend gegen 60 Bomben auf die Gegend von Luneville. Eine Frau wurde leicht verletzt. Die Materialschäden sind unbedeutend. Gestern fiel ein feindliches Flugzeug, durch ein französisches Flugzeug angegriffen, kampfunfähig nördlich von Miserey herunter. In der Nacht zum 25. warfen französische Flugzeuge 98 Granaten auf die Ortschaft und auf den Bahnhof Guiscard. In der gleichen Nacht warfen sieben französische Flugzeuge 59 Bomben von 120 mm auf die Fabriken von Dieden-hofen und Rombach, auf den Bahnhof Audun--le-Roinan. In Rombach wurde infolge des Bombardements ein Brand festgestellt. In der Nacht vom 24. auf den 25. warf eine Gruppe unserer Flugzeuge 150 Granaten auf die Bahnhöfe von Harn, Hombleux und Manancourt und auf das Flugzeuggebiet von Vraignes.

26. September. Deutscher Bericht: Ein russisches Riesenflugzeug wurde bei Borguny (westlich von Krewo) nach hartem Gefecht von einem unserer Flieger abgeschossen, in derselben Gegend unterlag auch ein russischer Eindecker im Luftkampf. — Französischer Bericht: Am 25. September lieferten die französischen Kampfflugzeuge an der Sommefront 47 Kämpfe. Fünf deutsche Flugzeuge wurden herabgeschossen, drei andere ernstlich beschädigt und zur Landung gezwungen. Eines, das aus geringer Entfernung mit Maschinengewehren beschossen wurde, fiel zerschossen nieder, ohne daß man jedoch das Aufschlagen auf den Boden beobachten konnte. In diesen Kämpfen schoß Unterleutnant Heureaux sein achtes Flugzeug oberhalb Villers-Carbonnel ab, Feldwebel Dorme sein zwölftes Flugzeug nördlich von Lieramont. In der Woevre-Ebene schoß Feldwebel Lenoir, von einem Dreisitzer angegriffen, diesen nach hartem Kampfe bei Ronesey, nordwestlich Etain ab; dies ist sein elftes Flugzeug. Die französischen Kampfgeschwader führten folgende Unternehmungen cthasua : In der N

auf den 25. September warfen sie 200 Granaten von 120 mm auf die Hochöfen von Dillingen, Fabriken von Saarlouis und den Bahnhof Metz-Sablon, 22 auf die Hochöfen von Rombach und die Bahnlinie Metz—Diedenhofen. Am Abend des 25. September schössen \ier Artillerieflugzeuge 82 Granaten auf die deutschen Anlagen von Sailly-Saillycelle und Bois St. Vaast. Am Nachmittag des 25. September wurden 30 Geschosse auf Biwaks in der Gegend von Montfaucon-Nan-tillois geworfen und 12 auf die militärischen Einrichtungen bei Azannes. Endlich wurden in der Nacqt auf den 26. September von französischen Flugzeugen 102 Bomben auf Bahnhof und Baracken von Guiscard und auf den Bahnhof von Noyon geworfen, 52 auf das Flugfeld von Hervilly und die Bahnhöfe von Harn, Sins und Boyelle. Am Nachmittag des 25. September warf ein deutsches Flugzeug zwei Bomben ab, die ohne Ergebnis in die Dünen nördlich Calais fielen. — Russischer Bericht: Ein feindliches Flugzeug vom Typ llya Murometz erschien Uber dem Bahnhof von Hinzenberg und warf 17 Bomben von je 2 Pud ab, die keinen schaden verursachten. In der Gegend südlich Dünaburg wandle sich ein von unserem Artilleriefeuer gefaßtes Flugzeug um und begann abwärts zu gehen. Es wurde bemerkt, daß das Flugzeug während des Niedergehens in die feindlichen Linien von schwarzem Rauch eingehüllt war. — Italienischer Bericht: Feindliche Flugzeuge warfen Bomben auf Grigno und Cismon (Brentatal) Eine Person wurde getötet, einige verletzt. — Rumänischer Bericht: Ein Flugzeuggeschwader bewarf Montag Nachmittag Bukarest mit Bomben, die ein Krankenhaus und ein Waisenhaus trafen. 60 Personen wurden getötet, viele andere verletzt, in der Mehrzahl Frauen und Kinder.

27. September. Berlin (Amtlich): Am 26. September vormittags wurde die Seeflugstati n Angernsee durch zwei russische Flugboote ohne Erfolg erneut angegriffen. Un-eren Abwehrflugzeugen gelang es, das eine Flugboot über Fort Angernsee zum Kampf zu stellen und es nach kurzem Gefecht abzuschießen, während das zweite Flugboot durch Artilleriefeuer beschädigt in der Richtung Runoe entkam. — Englischer Bericht: Zwei feindliche Flugzeuge und zwei Fesselballons wurden von uns gestern zerstört. Zwei unserer Flugzeuge werden vermißt. Heute früh wurden von unseren Marineflugzeugen auf feindliche Luftschiffhallen Angriffe ausgeführt. In Evere, Berchem-St Agathe und Etterbeck bei Brüssel wurden die Hallen mit Bomben belegt und augenscheinlich getroffen. Die auf Evere geworfenen Bomben trafen ein Gebäude, das vermutlich Munitionsvorräte enthielt. In einem geschlossenen Schuppen wurden schwere Explosionen und große Rauchwolken beobachtet. Alle Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt. — Paris: An der Sommelront hatten die französischen Flugzeuge viele Gefechte. Am 2ö. September schoß Unterleutnant Nungesser zwei Flugzeuge zwischen Transloy und Rucquigny (Arrondissement Arras) und einen Fesselballon ab, der brennend niederstürzte. Diese drei Erfolge bringen die Zahl der von dem Flieger herabgeschossenen Luftfahrzeuge auf 17. Zwei andere ernstlich getroffene Luftfahrzeuge gingen kampfunfähig nieder, eins in der Gegend von Transloy, da- andere bei Nesnil —bruntel. Ein anderer von einem französischen Flieger angegriffener Fesselballon stürzte bei Nurlu ab. In der Champagne ging ein auf geringe Entfernung angegriffener Fokker in Spiralen, dann senkrecht herab und zerschellte bei Grateuil nördlich von Ville-sur-Tourbe. In der Nacht zum 27. September warf eine Gruppe von 17 französischen Flugzeugen 110 Bomben großen Kalibers auf Bahnhof, Bahnstrecken und Güterlager von Appily ab. In der Nacht zum 26. September erhielt der Bahnhof von Laon 22, das Lager von Montfaucon 17 Bomben. — Rumänischer Bericht: Am 26. September warfen feindliche Flugzeuge tagsüber Bomben auf Bukarest und Dörfer südlich davon ab. Sie forderten einige Opfer. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um

Frauen und Kinder. In der Gegend von Toplica zwang unsere Artillerie ein feindliches Flugzeug zum Niedergehen.

28. September. Deutscher Tagesbericht: Unsere Flieger haben gestern sieben Flugzeuge, davon vier im Sommegebiet, abgeschossen. Ein kleineres, über holländisches Gebiet angeflogenes und ebenso zurückgekehrtes Geschwader griff Alost erfolglos an. Bei einem englischen Bombenangriff auf Brüssel wurden 15 Häuser zerstört, 13 Belgier getötet, 28 verwundet. Unsere Flieger warfen auf das von den letzten Angriffen noch an mehreren Stellen brennende Bukarest erneut eine große Zahl Bomben. — Wien: Am 26. September vormittags haben fünf feindliche Flugzeuge Uber Durz zahlreiche Bomben abgeworfen, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Zwei unserer Seeflugzeuge stiegen sofort zur Abwehr auf. Eins davon, Beobachter Seekadett Bartka, Fliegerquartiermeister Haschka, zwangen im Luftkampf ein feindliches Wasserflugzeug zum Niedergehen auf das Wasser, wo es von einem italienischen Zerstörer geborgen wurde, verfolgte ein zweites, gegen Brindisi fliegendes Flugzeug, schoß es 40 Meilen von der Küste ab und ließ sich neben dem zertrümmerten Flugzeug nieder. Beobachter,

Der erfolgreiche österr.-ungar. Kampfflieger Liniensdiiffsleutnant Banfield.

ein italienischer Seeoffizier, war tot, der Pilot durch Kopfschuß schwer verwundet. Letzterer wurde aus dem sinkenden Flugzeug in das eigene herübergelandet und in Durz eingebracht. — Englischer Bericht: Der Flugdienst leistete in den letzten 2 Tagen in Verbindung mit der Infanterie, wie gewohnt, ausgezeichnete Arbeit und richtete an den feindlichen Batterien bedeutenden Schaden an. Unsere Flieger nahmen an mehreren Stellen auf dem Marsch befindliche Abteilungen und Transporte unter das Feuer ihrer Maschinengewehre. An der Doiranfront waren die feindlichen Flieger sehr tätig. Ein feindliches Flugzeug fiel nieder. Die Eisenbahnstation Angista wurde durch Marineflugzeuge bombardiert. — Französischer Bericht: Flugzeuge warfen mehrere Bomben auf Monastir. Eine Explosion würde festgestellt.

29. September. Bulgarischer Bericht: Heute früh gegen 8 Uhr flog ein feindliches von Süden kommendes Flugzeug über Sofia und warf fünf Bomben kleinen Kalibers ab, die einen Straßenkehrer und zwei Pferde töteten, eine Frau und ein Kind leicht verletzten. Der Sachschaden beschränkt sich auf eine Anzahl infolge der Explosionen zerbrochener Fensterscheiben. Von unseren Flugzeugen

verfolgt, flüchtete das feindliche Flugzeug, das nur rasch den Luftraum Uber der Hauptstadt durchfliegen konnte, in der Richtung nach Norden — Französischer Bericht: Ein am 28 September von einem franzosischen Piloten angegriffener Fokker ging nördlich von Reims beim Aufschlagen auf den Buden in Trümmer. Ein anderer stürzte ernstlich getroffen in den deutschen Linien ab. — Englischer Bericht: Trotz schlechten Wetters griffen unsere Flugzeuge auf dem Marsch befindliche feindliche Verstärkungen an. Gestern patrouillierten feindliche Flugzeuge lebhaft hinter den eigenen Linien, zeigten aber wenig Neigung, einen Angriff zu unternehmen. Ein feindliches Flugzeug wurde zerstört, eines der unsrigen wird vermißt. Mesopotamien: Unsere Flieger beschossen die feindlichen Linien mit sichtlich gutem Erfolge. — Russischer Bericht: An der Ostsee führten unsere Wasserflugzeuge unter dem Befehl des Scliiffsleutnants Gorkovenko einen erfolgreichen Angriff auf die feindliche Flugstation am Angernsee aus und warfen Bomben ab. Unsere Flugzeuge wurden von den feindlichen -Batterien beschossen und hatten Kämpfe mit 20 feindlichen Flugzeugen. Während dieses ungleichen Kampfes ist leider Leutnant Arsen Gorkovenko mit seinem Wasserflugzeug abgestürzt. Unsere Flugzeuge führten einen Streifflug aus hinter die feindlichen Kantonnemente in der Gegend von Borony-Krawo, westlich von Smorgon. Die auf verschiedene Punkte geworfene Bomben verursachten Explosionen und Brände der feindlichen Depots. Außerdem wurden Bomben abgeworfen auf Transporte, auf Bahnhöfe, auf Schmalspurbahnen und auf Güterwagen. Im Verlaufe der Streife spielte sich ein Luftkampf ab, bei dem vier deutsche Flugzeuge abgeschossen wurden. Einer unserer Apparate fiel nach einem Kampf mit zwei Albatrosflugzeugen in den feindlichen Linien nieder. Außerdem haben wir einen Apparat vom Maram-Typ verloren.

30. September. Deutscher Tagesbericht: Unsere Flugzeuggeschwader haben mit Erfolg die Eisenbahnbrücke von Cernavoda und feindliche Truppenlager angegriffen. — Die „Times" meldet aus Bukarest, daß bei dem Bombardement durch einen deutschen Flieger am Montag 60 Personen getötet wurden. Die Straßen seien bei den Angriffen voll von Menschen gewesen. Am Dienstag sei der Angriff auf die Wohnungen bestimmter bekannter Personen gerichtet worden.

1. Oktober. Deutscher Bericht: Bukarest wurde von unseren Flugzeuggeschwadern mit beobachteter guter Wirkung bombardiert. -- Bulgarischer Bericht: In der Umgebung des Dorfes Beybunar in der Gegend von Kurtbunar schössen wir ein feindliches Flugzeug ab. Die beiden Flieger sind wohlbehalten. — London: Gestern wurden zwei feindliche Flugzeuge mit Erfolg von unseren Flugzeugen mit Bomben beworfen und mindestens eine Maschine zerstört. Vier feindliche Maschinen wurden zum Niedergehen gezwungen. Eines unserer Flugzeuge wird vermißt. Truppen und Transporte wurden wiederholt aus der Luft mit Maschinengewehrfeuer angegriffen und in einem Falle mehrere hundert Mann zerstreut. — Paris: Eines unserer Flugzeuge bombardierte Sofia, setzte den Flug bis Bukarest fort und ist dort gelandet. Feldwebel Bloch schoß östlich Bapaume einen deutschen Fesselballon, den 5.' von ihm abgeschossenen Fesselballon, ab. Es bestätigt sich, daß Sergeant Vialet sein 5. deutsches Flugzeug in der Somme-gegend abgeschossen hat,

3. Oktober. Berlin: Am 1. Oktober nachmittags verfolgten Seeflugzeuge der Seeflugstation Zeebrügge ein feindliches Seefluggeschwäder. Im Verlauf der sich entwickelnden Gefechte wurde ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Die eigenen Flugzeuge sind sämtlich unbeschädigt zurückgekehrt. — Laut Schweizer Blättern wird der Odessaer Zei ung .Listok" aus Reni gemeldet: Durch feindliche Bombenwürfe ist der östliche Pfeiler der Brücke von Cernavoda zerstört worden: das Geleise ist verschüttet, der Verkehr unterbrochen. In der Stadt

selbst richteten die letzten Bombenwürfe verheerenden Schaden an; besonders hat der Bahnhof gelitten, wo einzelne Gebäude schließlich einstürzten. Der Transport der Truppen ist mit Schwierigkeiten verbunden. Die Nachschubtruppen werden zur Zeit in großen Baracken in einiger Entfernung der Stadt untergebracht. — Paris: Im Verlaufe des gestrigen Tages brachte ein französischer Flieger ein deutsches Flugzeug bei Conde-les-Autry (Gegend von Vouziers) zum Absturz. Der Sergeant Saitvage schoß im Verlaufe eines heftigen Kampfes sein 5. Flugzeug ab, das südlich Transley zerschmettert zu Boden stürzte. — London: Unsere Flieger belegten einen Truppentransport und einen nach Seres fahrenden Zug mit Bomben. Die Witterung behindert die Tätigkeit der Flugzeuge. Eines unserer Flugzeuge wird vermißt. Wir unternahmen am 2. Oktober einen neuen Luftangriff auf die Luftschiffhalle von Brüssel. Eine unserer Maschinen ist nicht zurückgekehrt. — Italienischer Bericht: Ein feindliches Flugzeug ließ eine Bombe über Argodo (Hoch Cordevole) fallen, ohne Opfer oder Schaden zu verursachen.

4. Oktober. Deutscher Tagesbericht: Oberleutnant v. Cossel, vom Vizefeldwebel Windisch südwestlich von Rowno vom Flugzeug abgesetzt und nach 24 Stunden wieder abgeholt, hat an mehreren Stellen die Bahnstrecke Rowno—Brody durch Sprengung unterbrochen. — Wien: Ein Seefluggeschwader hat am 3. Oktober die militärischen Objekte von San Canziano und Staranzano erfolgreich mit schweren, leichten und Brand-Bomben belegt. Alle Flugzeuge sind trotz Beschießung eingerückt. — Italienischer Bericht: Feindliche Flieger warfen Bomben auf Monfalcoue und auf andere kleinere Ortschaften am unteren lsonzo. Ein Toter und ein Verwundeter. Eines unserer Fliegergeschwader bombardierte wirksam den Bahnhof Nabresina auf dem Karst.

5. Oktober. Deutscher Bericht: Unsere Flieger, die auch an den vorangegangenen Tagen durch erfolgreiche Angriffe auf Lager, Truppenbereitstellungen und Bahnanlagen den Gegner geschädigt hatten, setzten gestern durch Abwurf zahlreicher Bomben den Bahnhof Rozyszcze (an der Stochodfront) und die in seiner Nähe liegenden Etappeneinrichtungen in Brand. — Wien:Am 4. abends hat ein Seeflugzeuggeschwader die feindliche Seeflugstation bei Grado, dann militärische Objekte in Monfalcone, San Canziano und Staranzano mit schweren, mittleren und leichten Bomben mit sehr gutem Erfolge belegt. Die Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung alle unversehrt eingerückt.

Ausland.

Nationale Fluggesellschaft in Brasilien. In Brasilien bildete sich, wie der „Temps" meldet, mit Unterstützung der Regierung eine Nationale Fluggesellschaft, die in Rio de Janeiro Werkstätten für Flugzeugbau und in den Hauptstädten der Staaten Fliegerschulen und Flugzeughallen eriichten wird.

Tode stürz eines französischen Fliegers. Der französische ilieger-leutnant Jean Rose ist bei Flugversuchen tödlich abgestürzt.

Französische Flieger in Saloniki. Nach einer Reutermeldung sind die französischen Flieger Leseur und Noel, die dieser Tage Sofia bewarfen und nach Bukarest weiter flogen, unversehrt in Saloniki wieder angekommen.

1000 englische Flieger verloren. Schweizerische Blätter melden aus London: Seit Kriegsbeginn verlor das englische Heer und die Flotte nach amtlichen Angaben in den Verlustlisten bis zum 12. September 1000 Flieger.

Der englische Fliegerangriff auf Brüssel. Der auf der Durchreise in Brüssel weilende Sonderberichterstatter der „Köln. Ztg " an der Westfront meldet, daß er die dortige Bevölkerung in der größten Aufregung wegen des englischen

Fliegerüberfalles fand. Die schwerkalibrigen Bomben haben mehrere Häuserreihen in der Gegend des Cinquantenaire-Parkes zerstört und in diesem selbst friedliche belgische Einwohner getötet, so daß bei den Belgiern die Meinung herrschte, auch in den Kellern würden sie künftig gegen das Bombardement nicht geschützt sein. Ein beträchtlicher Teil der Verluste ist darauf zurückzuführen, daß die Leute auf der Straße umherstanden.

ModernerIMititäreinsiteerfür AüfklärungszveckejtachlLanchester.*)

Verschiedenes.

Ein neues Verfahren für die Benzingewinnung. Der Bedarf von Benzin /

ist in den Vereinigten Staaten von Amerika ins Ungeheure gestiegen. Das liegt nicht nur daran, daß jährlich hunderttausende neue Automobile in den Verkehr gesetzt werden, sondern hauptsächlich daran, daß der Motorbootsport ungemein in Aufschwung'-gekommen ist und daß in Amerika immer mehr große Seedampfer für die Oelfeuerung eingerichtet werden. Hält man dieser Erscheinung gegenüber, daß die Ergiebigkeit der amerikanischen Oelquellen von Jahr zu Jahr nachläßt, so kann man es begreifen, daß in den amerikanischen Geschäftskreisen diese Entwickelung mit großer Besorgnis verfolgt wird, und daß die Preise für Benzin von Tag zu Tag in die Höhe gehen.

Es ist also nur erklärlich, daß die amerikanische Regierung das Rittmann-sche Verfahren Privatinteressen entwunden hat. Durch das Rittmannsche Verfahren soll es möglich sein, aus Petroleum, das bisher eine 14 bis 15% ige Benzin-gewinnuhg ergab, eine solche von 60°J0 herauszuarbeiten. Es scheint sich um ein Verfahren zu handeln, das bereits gute Proben abgelegt hat, sonst wäre es nicht erklärlich, daß aus öffentlichen Mitteln 7 bis 8 Fabriken in Amerika im Bau sind, die die Benzingewinnung nach dem Rittmannschen Verfahren herbeiführen sollen. Die Bedeutung dieser Erfindung ist auch durch die Tatsache beleuchtet, daß der Senat der Vereinigten Staaten eine Resolution angenommen hat, wonach das vom Bundeschemiker Dr. Rittmann erfundene Verfahren zur direkten billigen Gewinnung von Benzin aus Rohöl, zum Eigentum des ganzen Volkes gemacht wurde und dadurch ausschließt, daß irgend ein Monopol das neue Verfahren in die Hand bekomme und damit die Preisbestimmung für die Ware.

Der Herstellungsprozeß darf nach dem Wortlaut der Resolution, nur solchen Firmen oder Personen zur Benutzung mitgeteilt werden, die sich verpflichten,

*) Lanchester hat im Ingeneering eine Keine von Artikeln erscheinen lassen, in welchen er auf Grund wohl hauptsächlich der deutschen Militärflugzeuge die Möglichkeit •ler weiteren Entwickelbarkeit des Flugzeugs in der Hauptsache auf Beine Flugdauer bespricht.

alle eventuellen Verbesserungen den Vereinigten Staaten zu überlassen und sie nicht zu patentieren.

Diese Gesetzesmaßnahme allein würde beweisen, welche Bedeutung dieses Rittmannsche Verfahren für Amerika hat. Aber auch für die europäischen Staaten ist die Rittmansche Erfindung einschneidend Auch auf dem europäischen Kontinent steigt die Nachfrage nach Benzin fortwährend Wenn also die europäischen Petroleumquellen, deren Ergiebigkeit nicht in bemerkenswerterweise nachgelassen hat, mit dem Rittmanschen Verfahren in Kontakt gebracht werden, so kann dies für die Preisgestaltung des Benzins in Europa, im Interesse der Allgemeinheit, nur mit Genugtuung begrüßt werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind bereit, das ihnen gehörige Rittmannsche Verfahren auch Europäischen Interessenten zugänglich zu machen. An eine Verwirklichung dieser Projekte wird aber wohl erst nach dem Kriege geschritten werden können.

Offizielle Mitteilungen.

Bund deutscher Flugzeugführer, E. V.

Geschäftsstelle: Berlin-Johannisthal, Kaiser-Wilhelm-Straße 47. Telegramm-Adresse: Fliegerbund. Fernsprecher : Amt Oberschöneweide964

Eintrittsgeld Mk. 20. - :—: Monatlicher Beitrag Mk. 3.50.

I. Vorsitzender: Felix Laitsch.

Verband deutscher Modellflugvereine.

Sitz Frankfurt a. M.

Geschäftsstelle: Präsidium:

Frankfurt a. M., Eppsteinerstr. 26. Frankf. Flugmodell-Verein.

Zahlungen erbeten an Disconto-Gesellschaft, Frankfurt a. M.

I. Leipziger Modellflug-Verein.

Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvereine. Geschäftsstelle: K. Rieh i er, Leipzig, Johannisgasse 13m-

Wider Erwarten ist unsere für Mitte Oktober geplante Wohltätigkeits-Modellflug-Veranstaltung von den obersten Militär- und Marinebehörden auf dem Flugplatze in Mockau nicht genehmigt worden. Die vermittelnde Behörde, die Kommandantur des Luftschiffhafens Leipzig, gibt uns diesen Entschluß in folgendem Wortlaut bekannt:

„Ohne die große Bedeutung der Bestrebungen des Modellflug-Vereins zu verkennen, vermag die Kommandantur des Luftschiffhafens dennoch dem gestellten Gesuche nicht zu entsprechen Die dienstlich befohlene und militärisch notwendige Absperrung des Luftschiffhafens gestattet schlechierdings nicht die Aufnahme einer derartigen Veranstaltung.'

Die Ablehnung wird in diesem Schreiben noch weiter begründet, doch lassen militärische Gründe die weitere Veröffentlichung nicht ratsam erscheinen.

Zu unserem und siche/lich auch aller vu.dellflug Vereine und Modellkonstrukteure größtem Bedauern muß daher von der geplanten und bereits bis ins Kleinste durchgearbeiteten und vorbereiteten Veranstaltung Abstand genommen werden, da ein zweites für eine derartige Veranstaltung gleich günstiges Gelände in Leipzig nicht vorhanden ist.

Recht erfreulich war es, feststellen zu können, welch überaus großes Interesse einer derartigen Veranstaltung aus allen Te len des Reiches entgegengebracht wurde. Am deutlichsten bewiesen dies die zahlreich eingegangenen Meldungen, und danken wir an dieser Stelle nochmals allen Modellflug-Vereinen und auch den Modellbauern, die einem solchen Verein nicht angehören, für die in Aussicht gestellte Beteiligung und somit das große Vertrauen, welches sie unserem Vereine in dieser Beziehung in der schweren Kriegazeit entgegengebracht haben.

Der Verein hält nach wie vor jeden ersten Sonnabend im Monat seine Versammlung ab, und auch weiter regelmäßig seine Uebungsfliegen jeden Sonntag Vormittag von 9-12 Uhr auf dem Sportplatze."

Münchner Modellflug-Verein.

Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvereine. Geschäftsstelle: Prannerstraße 24.

a) M o d e 11 f 1 ug. Unser Ehrenmitglied Oberingenieur Schnell stiftete liebenswürdigerweise wieder einen Geldpreis für einen Gleitfliegermodell-Wett-bewerb, zu dem Nennungen bis zum 1 Dezember eingereicht werden können. Bewertet wird hauptsächlich längste Flugdauer der Modelle.

b) Gleitflug. Am Sonntag den 24. September flogen auf dem Schuleindecker die beiden Flugmeister Hans Berger und Max Seyffer, jedoch herrschte Windstille, sodaß nur am kleinen Hügel geübt wurde. Die Schüler Eschenweck und Büchenberg machten ihre ersten kurzen Sprünge aus 4—5 m Höhe bei 10 — 15 m Weite. Beide haben ihre eigenen Eindecker bereits im Aufbau und wir werden bald davon berichten können.

c) Jahresversammlung. Am 28. und 29. September fanden Ausschuß-Sitzungen im Kaffe Rest. Gisela und am Freitag den 6. Oktober die Haupt-Jahresversammlung im Sitzungssaale des Deutschen Touring-Club statt. Programm: 1. Ansprache des Vorsitzenden. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Genehmigung der Anträge. 4. Allgemeines.

Personalien.

Die Silberne Militär-St. Heinrichs-Medaille erhielt Weisse von der Feldflieger-Abteilung 67.

Das Ritterkreuz mit Schwertern des Königlichen Hausordens von Hohenzollern wurde Ltn. z. S Roishoven von einer Seeflugstation und Oberltn, von Cossel verliehen.

Der Kronenorden mit Schwertern wurde Vizefeldwebel Windisch verliehen.

Befördert wurde: Zum Vizefeldwebel Flugzeugführer Rud. Heppner von der Feldflieger-Abteilung 68.

Firmennachrichten.

Deutsche Pilot-Akademie, Lossburg-Rodt (Wttbg.) Unter dieser Firma ist eine Fachschule für Flugtechnik unter der Leitung des Chefpiloten Max Preusser mit theoretischen und pracktischen Kursen eröffnet worden.

Flugmaschinen- und Motorenfabrik am Plattensee. Zwischen einer Budapester Grossbank und einem deutschen Konsortium sind Verhandlungen bezüglich der Errichlung einer grossen Flugmaschinen- und Motorenfabrik im Gange. Diese Fabrik soll im Komitat Somogy am Plattensee errichtet werden, und zwar auf der Domäne Karad der Veszpremer Abtei, mit der bereits Besprechungen stattfanden, um für das benötigte Terrain einen Mietvertrag für fünzig Jahre ab-zuschliessen. Das neue Unternehmen wurde mit einem Aktienkapital von mehreren Millionen gegründet. Das Piattensee-Ufer dürfle in erster Reihe für die Fabrikation von Wasserflugzeugen geeignet sein, die dort unter den günstigsten Umständen ausprobiert werden könnten.

Flugzeugteilbau-Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gegenstand des Unternehmens ist: Konstruktion, Herstellung und Vertrieb von Flugzeugen, Luftschiffen, Automobilen und Motoren aller Art sowie aller in das Flugzeug- und Automobilwesen sowie die Luftschiffahrt einschlägigen Betriebsbestandteile. Das Stammkapital beträgt 100000 Geschäftsführer: Kaufmann Hans Loewenstein. Die Gesellschaft ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 13. September 1916 abgeschlossen. Als nicht eingetragen

wird veröffentlicht: Oeffentliche Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen durch den deutschen Reichsanzeiger.

Augsburger Textilstoff-Imprägnierungs Gesellschaft m. b. H. Unter dieser Firma wurde laut Eintragung in das Handelsregister eine Gesellschaft errichtet, welche die Ausbeutung der von der August Riedinger Ballonfabrik Augsburg A G. in Augsburg in die G. m. b. H eingelegten Lizenzen, Erfahrungen und Vorarbeiten bezweckt. Das Standkapital beträgt 50000 Mark.

Ganz-Fiat Ungarische Flugmaschinenmotorenfabrik A.-G. Unter dieser Firma hat sich unter Mitwirkung der Ganz u. Komp. Danubius Waschinen-, Waggon-uud Schiffbau-Aktiengesellschaft und der Oesterreichischen Fiatwerke-Aktienge-sellscliaft eine neue Gesellschaft gebildet, deren Zweck es ist, Flugmaschinenmotoren in grossem Maßstabe zu erzeugen. Das Stammkapital der neuen Gesellschaft beträgt zwei Millionen Kronen. In die Direktion wurden gewählt: Heinrich Baumgarten, Paul Bretschneider, Adolf Egger, Georg Eißler, Gustav Komer, Baron Moritz Kornfeld und Izsö Koväcs.

Fokker-Aviaük, Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Berlin-Johanuislhal. Die Liquidation ist beendet. Die Firma ist erloschen.

Flug- und Sport-Platz Berlin-Johannisthal Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit dem Sitze in Berlin-Johannisthal. Gegenstand des Unternehmens sind die Einrichtung und der Betrieb von Flugplätzen in Deutschland, der Abschluß der dazu nötigen Verträge, die Herstellung von Platzanlagen und sämtlicher Einrichtungen für alle mit der Aviatik und Luftschiffahrt zusammenhängenden Zwecke auf dem Flugplatz Johannisthal. Das Stammkapital beträgt 200000 Mark. Geschäftsführer sind Georg von Tschudi, Major a. D., Frankfurt a. Main, Wilhelm Kalinke, Direktor, Berlin Johannisthal, Dr. Johannes Krüger, Rechtsanwalt, Berlin. Der Gesellschaftsvertrag ist am 21. Juli 1909 abgeschlossen und durch die Beschlüsse vom 3.1. 1910, 17.2. 1910, 16 1. 1911, 1.9. 1914, 8. 4 1915, 26.4. 1916. und 31. 7. 1916 geändert. Wilhelm Kalinke und Dr. Johannes Krüger sind für die Dauer der Behinderung des Majors a. D. Georg von Tschudi zu Geschäftsführern zur gemeinschaftlichen Vertretung der Gesellschaft bestellt. Durch den Beschluß des Aufsichtsrats vom 7 Mai 1915 ist bestimmt, daß der Geschäftsführer Major a. D Georg von Tschudi nach wie vor allein zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt ist, während die Geschäftsführer Direktor Wilhelm Kalinke und Rechtsanwalt Dr. Johannes Krüger nur gemeinschaftlich zur Vertretung berechtigt sind. Die Gesellschaft war bisher im Register des Amtsgerichts Berlin-Mitte unter 152 D.-R.-B. 6890 eingetragen.

„Aero" Flugzeugbau- und Fliegerschule Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Kaufmann Georg Emil Gruhn ist nicht mehr Geschäftsführer. Zum Geschäftsführer ist bestellt der Ingenieur Anton Alfred Lipfert.

Deutsche Flugzeug-Werke Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Hermann Isaak August Dorner ist als Geschäftsführer ausgeschieden.

Literatur.

Kugellager-Katalog der Schweinfurter Präcisions-Kugellagerwerke Fichtcl & Sachs, Schweinfurt. Ein neuer Kugellager-Katalog f'er Firma Schweinfurter Präcisions-Kugellager Werke, Fichtel & Sachs, in Schweinfurt, ist soeben erschienen. In diesem Buch, welches ein gutes Nachschlagewerk für den Fachmann bildet, sind sämtliche Erzeugnisse genannter Firma in übersichtlicher und erschöpfender Weise verzeichnet Die darin enthaltenen instruktiven und wissenschaftlichen Abhandlungen über Kraftersparnis und Tragfähigkeit von Kugellagern dürften sicher in ihrer dem technischen Gebildeten leichtverständlichen Form in den interessierten Kreisen verdiente Beachtung finden.