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Zeitschrift Flugsport, Heft 18/1916

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 18/1916 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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Jllustrirte

No. 18 technische Zeitschrift und Anzeiger

30. August 1916. Jahrg. VIII

.44

pro J

Ausland per Kreuzband

M. 19.20 Einztripr. M.0JO.

für das gesamte

„Flugwesen

unter Mitwirkung bedeutender Fachmänner herausgegeben v<"i

Telef. Hansa 4557 Oskar UrsintlS, Civilingenieup. Tel.-fldr.: Urslnus. Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurts. M., Bahnhofsplatz 8.

— Erscheint regelmäßig 14tägig. — —Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, die Post und den Verlag. -

Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 13. September.

Englische Nervosität in der Leitung des Flugwesens.

Haben unsere Luftstreitkräfte über England große Erfolge zu verzeichnen gehabt, so war bisher stets die Folge eine nicht endenwollende Zänkerei im englischen Parlament gewesen. Anscheinend ist es den Engländern nunmehr klar geworden, wie sie sich durch diese Anklagen und ungenügenden Erwiderungen vor uns bloS gestellt und uns gezeigt haben, welch ein Geist in der Leitung des englischen Flugwesens herrscht!

Diesesmal haben sie ihre Folgerungen daraus gezogen und suchen nicht zu reden, sondern zu handeln, und die Zahl der Flieger *und Flugzeuge in kürzester Zeit weitmöglichst zu vergrößern.

Schweizerischen Blättern zufolge hat die englische Regierung beschlossen, zahlreiche neue Fliegerschulen, insgesamt etwa 50, in England und Schottland zu errichten, da sich bei den letzten Luftangriffen der große Mangel an Fliegern und Flugzeugen erwiesen hat. Die Ausbildung der Flugschüler wird teils durch französische, teils durch amerikanische Fluglehrer vorgenommen. Die Kurse sollen nicht länger als ein Vierteljahr für jeden Schüler in Anspruch nehmen, worauf nach bestandener Prüfung dessen Beförderung zum Offizier erfolgt. Die Regierung erteilte den Flugzeugfabriken neue große Aufträge zur beschleunigten Herstellung von Flugapparaten.

Ob allerdings durch diese überstürzte Auffüllung der Bestände an Mannschaften und Material auch deren Güte gewährleistet wird, ist mehr als zweifelhaft, zumal auch noch die Hilfe von Amerika in Anspruch genommen wird.

Seite 482 „FLUGSPORT11

Neben dieser P.vrforce-Arbeit in den englischen L'Miegorschulen

und Flugzengfabriken ist auch den Erfindern noch Zeit gelassen, Ueberraschungen allerersten Ranges (?) sich auszudenken, und unter dem Deckmantel der grüßten Verschwiegenheit gelangen gelegentlich Notizen darüber in die Oeffentlichkeit. Ob allerdings diese Notizen nur zur Beruhigung der Bevölkerung dienen sollen, oder ob sie tatsächlich eines Hintergrundes nicht entbehren, läßt sich bis jetzt noch nicht feststellen.

Vor kurzem schon haben die englischen Blätter Ueberrasehungen auf dem Gebiete des Luftkrieges angekündigt. Eine dieser Ueberrasehungen scheint nun jn einem neuen FJugzeugtyp zu bestehen, der dieser Tage von »Sir Sam Hughes in einem Aerodrom „irgendwo in England" besichtigt wurde. Die neuen Apparate sollen demnächst zur Front geschickt werden. Wenn man der „Daily Mail" glauben darf, dann müssen diese „Crack air Seouls" Wunder von Flug-maschinen sein, „fn der Hand von ausgesuchten Piloten", so sagt das Blatt, „werden diese Einsitzer, deren Schnelligkeit noch nicht einmal angedeutet werden darf, Wunder verrichten. Pfeilgeschwind wie die Drachenflieger, flüchtig wie die Schwalben, zeigen diese armierten Wächter des Königlichen Fliegerkorps, welchen Stand der britische Luftdienst erreicht hat." Bei aller Schnelligkeit, die dem neuen Flugzeugtyp nachgerühmt wird, glaubt doch Sir Hughes einem Kanadier, der dem General mitteilte, daß er bereits ein oder zwei Deutsche im Luftkrieg gefangen habe, anempfehlen zu müssen, er möge sich mit seiner neuen- Maschine in acht nehmen, daß) ihn die Deutschen nicht kriegen.

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Amerikanischer C. E. Transcontinental Dreidecker.

Auch in Amerika haben außer Curtiss mehrere andere Konstrukteure begonnen, Flugzeuge für größere Last und Flugdauer zu bauen. Um größere Spannweiten zu vermeiden, wird das Dreidecker-system wieder sehr bevorzugt.

Interessant ist ein Versuch, welcher zur Zeit in Anderson, Ind., Amerika, unter der Bezeichnung C. E. Transcontinental Dreidecker gebaut wird. Dieser Dreidecker besitzt bei 17,8 m Spannweite 136 qm Tragfläche und zwar soll die Maschine vom Land und vom Wasser aufsteigen können. Wie aus der beistehenden Zeichnung hervorgeht, ist

der Rumpf

als Boot ausgebildet, aus welchem zu beiden Seiten, um die Seiten-Stabilität zu erhöhen, wulstartig herauswachsende Schwimmer befestigt sind. In dem Rumpf sind sechs Behälter für Betriebsstoff zu je 40 Gallonen untergebracht, sowie Raum für acht Fluggäste vorgesehen.

Die beiden 140 pferdigen Sturtevant Motore

mit je einer Schraube von drei Meter Durchmesser befinden sich zu beiden Seiten des Bootes in der mittleren Tragfläche. Die Motore sind tropfenförmig mit Furnier verkleidet. Der sogebildeto Motorenrumpf enthält noch Raum für je ein Benziugefäß von 30 Gallonen sowie eine Sitzgelegenheit für einen Monteur. Für die 2550 mm tiefen

Tragflächen

ist das bekannte Tragfläehonproiil von Ivaufiniann ("Killel .">7; verwendet. Der Sencnwinkel ist mit H" sein- hoch angenommen.

9800 - ----------------- — --------------«

Die Konstrukteure wollen mit dieser Maschine eine Uesen windigkeit minimal 77 maximal 150 km erreichen. Zur Erhaltung der Seiten-

Seile Ivt

Stabilität sind je zwei Vorwindungsklappeu leren Tragflächenenden vorgesehen.

Höhen- und Seitensteuer

sind am Ende des Bootes befestigt. Das Gesamtgewicht Leergewicht) soll 2250 Kilo bei ragen. Steigfähigkeit 270 m (für die erste.1.

Kino zweite Maschine, bei welcher die Erfahrungen der ersten berücksichtigt werden, ist bereits begonnen.

Jedenfalls zeigen die Arbeiten in Amerika, daü man dort noch sehr viel lernen muß und daß die amerikanische Technik hinter der unt-riaen noch weit zurücksteht.

au den oberen und mitt-

(vermutlich pro Minute

beim Bau

Ein Jahr Luftschlacht im Westen.

Ueber die Ergebnisse eines ganzen -Jahres Luftkrieg im Westen geben die „Hamb. N." eine interessante Aufstellung.

Alle Konferenzen, welche unsere Feinde bisher zur Vernichtung der deutschen Ueberlegenheit in der Luft abgehalten haben, waren ohne Erfolg. Von Monat zu Monat zeigt es sich immer klarer, wer die größten Fortschritte ani' dem Gebiete dieser neuen und bedeutsamen Waffe gemacht hat. Soweit man die Verlustlisten überblickt, sie steilen immer ein für das deutsche Lufti'ahrwesen günstiges Bild dar.

Französischer Nieuport-DoppeldeAer Und da die Ueberlegenheit im Luftkampfe der einzige Malistab für die gediegenere Waffe ist, so kann man hier an der Hand von un-

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triigbaren Zahlen und ohne Phantasie einen klaren und schlüssigen Beweis antreten. Seit dem September Hilf, sollen unsere Verluste denen unserer Feinde gegenübergestellt werden. Hätten bald wir in einem Monat eine [Teberlegenheit aufzuweisen, und bald unsere Feinde, dann könnte man von Glückszufällen sprechen. Auf die Dauer und Beständigkeit ist aber das Glück nur dem wirklich Tüchtigeren hold. Darum ist es orfreulich, feststellen zu können, daß unsere Feinde in allen diesen Monaten noch niemals ein Uebergewieht erlangen konnten. Ihre Verluste betrugen oft das Zwei- bis Dreifache der uusrigen. Insgesamt haben unsere Feinde bisher seit, September 1915 -105 Verluste an Flugzeugen aufzuweisen, denen auf unserer Seite nur 123 gegenüberstehen. Das Gesamtbild ergibt, daß wir noch nicht einmal den dritten Teil der feindlichen Verluste haben. Im September 1915 verloren wir 7 gegen 30 feindliche. Vom 1. Oktober bis zum 1. April 19U! verloren

Geschwader/lug.

wir 3<> gegen 127 feindliche, so daß unsere Feinde fast viermal so viel Verluste aufzuweisen hatten, wie wir. Das Ergebnis der darauf folgenden Monate war folgendes: Im April verloren wir 22, die Feinde 3fi, im Mai wir Ki gegen 17 feindliche, im Juni 7 gegen 37 feindliche und im Juli gar 19 gegen N.I feindliehe Flugzeuge. Aus diesen Zahlen können wir klar erkennen, daß unsere TJebei legeuheit in der Luft, die noch durch unsere „Zeppeline" beträchtlich verstärkt wird, nicht mehr zu bestreiten ist. Alle Einsetzungen von besonderen Unterstaatssekretären und Ministern für das Luftwesen konnten bisher unseren Feinden auf diesem Gebiete den so heiß ersehnten Sieg eben-

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sowenig bringen, wie auf Heu anderen Gebieten des Krieges. Die gewaltige Ueberlegenheit, unserer Industrie, welche sieh den Bedürfnissen des Krieges mit großer Gewandtheit und schnellem Erfolge angepaßt hat, macht in Verbindung mit der todesmutigen Tapferkeit unserer Flieger alle feindlichen Gegeubestrebungcn v.n schänden. Es bewahrheitet sich auch hier das Wort, daß nicht Aemt.er und Einrichtungen den Ausschlag geben, sondern die Menschen. Die bisher von unserem Genoi alstab veröffentlichten Ergebnisse der Luftkämpfe dieses Monats, die /.um Teil elänzoiid genannt werden können, werden dafür sorgen, daß auch die Abrechnung des Monats August zu unseren Gunsten ausfällt.

Englische Gedanken über die Luftflotte der Zukunft.

Unter den vielen Ueberrascliuiigen,- die im Verlaufe des Weltkrieges Regierung und Volk in England in Bestürzung versetzten, spielt die Bedrohung des als „imberührbar" geltenden Inselreiches durch Luftangriffe, nach der Unterseeboot-Gefahr die größte Rolle. Während England bis zum Auftreten der Luftfahrzeuge in seiner Flotte einen genügend sicheren Schutz gegen alle wie immer gearteten Angriffe eines Feindes zu besitzen glaubte, hat die Veränderung der Verhältnisse deutlich gezeigt, daß dieser Schutz nicht mehr genügt. Seitdem deutsehe. Luftstreitkräfte über der Londoner City Bomben abwerfen konnten, weiß man in England, daß der alte Glaube keine Gültigkeit mehr hat, und darum sehen die englischen Publizisten sich immer häufiger veranlaßt, sich mit der neuen Lage für die Zukunft zu befassen.

Ebenso charakteristische wie interessante Betrachtungen über die Luftflotte der Zukunft veröffentlicht O. Horsnaill in der Fortnightly Review. Zunächst weist er auf die ungeheure Entwicklung der Flugzeugindustrie während der letzten zwei Jahre hin und fährt in seiner Schlußfolgerung daraus fort, daß unzweifelhaft nach dem Krieg ein fieberhafter Wettstreit um den Besitz der leistungsfähigsten Luftflotte zwischen den einzelnen Nationen beginnen wird. Die Hauptsache sei, Riesenflugzeuge zu konstruieren, die ein sehr großes Gewicht tragen könnten und dabei ein geringeres Schußfeld böten, als das lenkbare Luftschiff.

Mit Berufung auf die russischen Sikorsky-Flngzeuge geht die englische Meinung dahin, daß der Bau solcher Zukunftsflugzeugo ungeheurer Dimensionen technisch bestimmt zu bewältigen sein werde. Die Flügellänge dieser künftigen Flugapparate wird auf nicht weniger als 80 m berechnet bei einer Breite von 7 m. Da ein großzügig entwickelter Flugzeugdienst Tag und Nacht funktionieren solle und somit auch entsprechende Vorkehrungen auf dem Lande erfordere, müßten zahlreiche besondere Landungsplätze errichtet werden, die zur Orientierung der Flugzeugführer mit neuartigen Leuchttürmen und anderen Lichtsignalapparatcn auszustatten seien. Die Hauptaufgabe der Kriegsflugzeuge erblickt der Autor im Bomben werfen, weswegen besondere Bombenwurfgeschwader organisiert werden müßten, die von kleineren, mit Maschinengewehren ausgerüsteten Rennflngzergen beschützt werden könnten.

Die Aufgaben Englands im künftigen internationalen Luftf lotten-bewerb erscheinen dem Blatte viel schwieriger, als sie bei der Schaffung der Hochseeflotte waren. Die alten Erfahrungen, die England als seefahrendes Volk bei der Schaffung seiner Kriegsflotte zugute kamen, fallen hinsichtlich der Luftflotte fort. Andererseits würden alle interessierten Nationen ungefähr zu gleicher Zeit mit der Neuorganisation im Luftkriegswesen beginnen, sodal.i keine einen erheblicheren Vorsprang vor der anderen hätte. Auch sei allen eine Fabrikation von Flugzeugen in großem Maßstabe möglich, da die verschiedenartigsten bestehenden Fabrikanlagen leicht in entsprechende Betriebe umgewandelt werden könnten

Englisches Flugzeug in Saloniki.

Die dem Flugzeugwesen noch bevorstehende Entwicklung wird vom englischen Standpunkte so hoch eingeschätzt, daß kein Flugzeug länger als zwölf Monate gebraucht werden könne, weil es nach dieser Zeit bereits wieder altmodisch sein würde. Wegen des ungeheuren Umfanges des Luftkrieges in einem zukünftigen Kampfe seien beizeiten überall auf dem Lande und in den Städten bombensichere Unterkünfte für die Zivilbevölkerung herzustellen. Hinsichtlich der Friedensaufgaben des zukünftigen Luftverkehrs erscheine ein Transport von Waren auf dem Luftwege nicht wahrscheinlich, doch würden sicherlich zahlreiche Passagierverbindungen in der Luft organisiert werden.

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„FLUGSPORT".

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Geschwader überm Meer.

Feldbrief von Franz Richard Behrens.

Es ist nicht die angenehmste Wache, von 2—4 Uhr morgens am Strande zu stehen. Nicht weil diese Stunden die kühlsten sind, weil Meertau blank in Saud und Gras und Stiefel liegt, weil Seenebel Glas und Auge fröstelnd überschleimt, nein, weil nichts los ist als daß mählich Dämmerung zu werden beginnt. Langeweile tappt nüchtern, naß über bleichen Morast. Fade saugt man an seiner Zigarette, deren glimmende Kruste das einzige wärmende Leuchten verbreitet. Heute frohlockte der Posten. In der Nacht, so um zwölfe, tutete die Telefonbude: 2 Uhr soviel Minuten starten soviel Flugzeuge. Angestrengteste Aufmerksamkeit, schärfste Augenarbeit verlangt das von unserm ßeobachtersoldaten. Der freut sich. •

*

Die Sonne schläft noch fest unter den "Wellen, da knattert der erste Motor. Hinter den Hallen. Braungrau gewandet bleiben die fast dem Tag verborgen, jetzt sind sie auf Steinwurfweite nicht mehr da. Die erste Maschine gleitet gewiß ins Wasser. Und nun zieht der Motor. Motorgeheule glucksen. Voller rauschen die Tourenzahlen. Gleich muß man die Kiste hochgehen sehen. Jetzt muß sie hochgehen. Nichts geschieht Schwellettder und ebbender* pulsenAdie Motorherzen. Der Beobachter kann nicht wissen, warum das. Aber er weiß, daß tausend Möglichkeiten den Betrieb, die Laune des Meeres fühlen lassen» Und geduldig flitzt sein Zeiß den Dunstspiegel auf und ab.

*

Eine Viertelstunde später hebt sich das erste Flugzeug von' den Wellen. Einen großen Bogen beschreibt es, dann gleich in scharfer .Richtung seewärts. Der Rigasche Busen ist breit und bis Oesel wird es höher sein, als den russischen Abwehrgeschützen lieb ist. Kaum hat der Posten die beiden Schwimmer festgestellt und aus dem flockigen Grau die vorderen Stirnstreben herausgeschält und dann ...-Doppeldecker notiert, da taucht der zwei Minuten später gestartete zweite Kasten hoch. Wenige Minuten darauf hängen auch die übrigen Flugzeuge im trüben Meerrauch.

Fein gestaffelt schnauben sie los. Genaue Richtung Oesel. Glücklich wird es heller Helle Schimmer und reine Scheine künden der Sonne Kommen. Eine letzte Maschine steigt ungemein steil. Sehr schnell eilt sie den andern nach.

Je klarer der Morgen aufgeht, je ferner entschwinden die Geschwaderflieger. Mit der aufgehenden Sonne verschwimmen die kleinen Punkte.

Nach zwei Stunden sind alle wieder wohlbehalten gewassert. Die Matrosen mit den bis an die Hüften reichenden Gummistiefeln setzen die Räderkufen unter die Schwimmer und schleppen die Kisten in die Hallen. Der junge Kapitänleutnant nimmt die Meldungen der jüngeren Leutnants und der noch jüngeren Deckoffiziere entgegen.

Gleich ruft der FTMat das Marine-Ober-Kommando an und berichtet von Bombenwürfen aul die russische Flugstation Papenholm auf Oesel, wie Treffer auf Docks und Anlagen beobachtet wurden, daß das Linienschiff Slava, der alte Freund unserer Nordlandflieger bei dem Inselchen Runö entdeckt und mit Brandbomben begrüßt wurde.

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Inland.

Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse wurden ausgezeichnet: Ltn. d. R. Dr. Oscar Wittenstein, Unteroff. Herrmann, GeGefreiter Johannes Becker und Flieger Georg Hartmann.

Das Eiserne Kreuz I. Klasse wurde verliehen: Ltn. Walter Stock, Ltn. Appel, Ltn. d. R. Göldner, Offizierstellvertreter Herman Steens und Oberflugmaat F. C. Metz er (inzwischen in russische Gefangenschaft geraten).

Flugzeuge auf der Frankfurter Kriegsausstellung. Mit Unterstützung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums veranstalten die Vereine vom Roten Kreuz zu Frankfurt a M. in der Zeit von August bis Oktober eine Kriegsausstellung, wie solche Ausstellungen auch bereits in anderen Städten Deutschlands stattgefunden haben. In der Ausstellungshalle sind zwei erbeutete Flugzeuge und zwar ein englischer B. E.-Doppeldecker und ein russischer Voisin-Doppeldecker französischer Herkunft ausgestellt. Die englische Maschine ist ein Rumpf-Doppeldecker mit 8 Zyl. V-Form-Motor, wie er bereits schon vor dem Kriege von den Königlichen Flugzeugwerken in England hergestellt wurde. Die Maschine läßt die weniger peinlich-präzise Arbeit der englischen Flugzeugindustrie sofort erkennen. Als Konstruktionsmaterial kam in erster Linie nur Holz zur Verwendung. Die Maschine ist mit einer Bombenvorrichtung versehen. — Der Voisin-Doppeldecker stellt die bekannte große Kampfflugzeugtype mit hintenliegendem 9 Zyl. Salmson-Motor dar. Während bei der englischen Maschine ausschließlich Holz zur Verwendung gelangte, tritt bei der Voisin-Maschine die vorherrschende Stahlrohrkonstruktion hervor. Allgemein auffallend sind die großen Verwindungsklappen an Ober- und Unterdeck Ferner findet man noch die Rumpfüberreste eines verbrannten Nieuport-Eindeckers mit 7 Zyl. Gnom-Motor, sowie verschiedene Einzelteile von Beuteflugzeugen.

Flieger-Leutnant W. Frank), der vom Kaiser durch Verleihung des Ordens Pour le merite ausgezeichnet wurde, ist ein geborener Hamburger und ein Bruder des Inhabers des bekannten Frankfurter Assekuranzgeschäftes C. & F. Frankl. Frankl hat ein Jahr in Frankfurt die Realschule besucht. Der vortreffliche Fokker-Kampfflieger meldete sich bei Ausbruch des Krieges sofort als Freiwilliger und wurde alsbald der Fliegertruppe zugeteilt. Der damals Neunzehnjährige war bereits im Besitz des Flugzeugführerpatents. Seine Pilotenprüfung hatte er in Johannisthal abgelegt. Erstmals wurde Frankl im Tagesbericht vom 6. Mai d. Js. erwähnt. Als Anerkennung für die Leistung des tüchtigen Fliegers wurde er

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damals zurii Offizier befördert. Am 8. August meldete der amtliche Bericht, daß Leutnant Frankl seinen sechsten Gegner außer Gefecht gesetzt habe und inzwischen ist ihm von S. M. dein Kaiser der Orden Pour le inerite für sein achtes znm Absturz gebrachtes feindliches Flugzeug veiliehen worden. Uebrigens war Frankl der erste, der die damals neue französische Flugwaffe, eine auf einem Doppeldecker angebrachte Kanone von 3,8 Kaliber, z.um Absturz brachte. Das Flugzeug befindet sich in der Berliner Kriegsausstellung.

Flugzeugführer Ltn. Walter Strauss wurde im Luftkainpf getötet.

Ein neuer deutscher Luftangriff auf Papenholm. Amtlich wird aus Berlin gemeldet: Am 15. und lti. August griffen unsere Seeflugzeuge erneut die Flugstation Papenholm auf Oesel und am Strande der Insel Runoe stehende feindliche Flugzeuge mit gut deckenden Spreng- und Brandbomben an. Trotz heftigen Abwehrfeuers mit anschließendem Luftkampf sind unsere Flugzeuge sämtlich wohlbehalten zurückgekehrt. F.in in derselben Nacht von vier feindlichen Flugzeugen auf Aiigernsee ausgeführter Angriff verursachte nur geringen Sachschaden. Die Flugstation Papenholm, auf der Insel Oesel am Rigaischen Meerbusen gelegen, ist schon recht oft das Ziel unserer Flugzeuge gewesen, und stets haben die deutschen Bomben schwere Beschädigungen angerichtet, während noch immer unsere sämtlichen Flugzeuge wohlbehalten zurückkehrten. Runoe (Runö) ist eine Insel mitten im Rigaischen Meerbusen, die offenbar von den russischen Flugzeugen als Mittelstation auf ihren Flügen nach Kurland benutzt wurde. Die Russen unternahmen ihrerseits einen Flugangriff auf Angernsee, das wenige Kilonieter landeinwärts vom Rigaischen Meerbusen an der Ost-küste Kurlands gelegen ist. Ihr Angriff brachte nicht viel Schaden.

Der jüngste Fliegerbesuch in Beifort. Der in der Nacht vom 15 auf den 16. August stattgehabte Besuch deutscher Flieger war der aufregendste, den Beifort bisher erlebt hat, weniger wegen der Wirkungen der Fliegerbomben, als wegen der Beharrlichkeit der Flieger. Während der ganzen ersten Hälfte der Nacht hatten die Abwehrkanonen und die Alarmmannschaften j.ti arbeiten, denn nachdem um 87« Uhr abends die deutschen Flieger zum erstenmal erschienen waren und Bomben abgeworfen hatten, kam schon um 10'/3 Uhr der zweite Alarm, um 117s Uhr der dritte; um Mitternacht kamen sie zum vierten Mal und ließen neun Bomben auf die Stadt fallen; kaum zehn Minuten später erschienen sie wieder und gegen 1 Uhr nachts abermals. Sechsmal mußten die Sirenen alarmieren und sechsmal wurde die Bevölkerung in Schrecken gejagt. Erst von 1 '/a Uhr an kehrte wieder die Ruhe ein.

Der Fliegerangriff auf Venedig;. Bei dem letzten Fliegerangriff auf Venedig wurde bedeutender Schaden, insbesondere im Hafen, angerichtet. Zwar leugneten die amtlichen Berichte jeden militärischen Schaden, aber die Tatsache steht fest, daß vier im dortigen Arsenale nach englischem Muster erbaute Monitore getrotlen und versenkt wurden.

Flieger Bruno Demke tödlich verunglückt. Der bekannte Dauerfahrer Druno Demke ist auf dem Döberitzer Flugplatz tödlich verunglückt. Als Flieger erwarb er sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Oesterreichische Tapfer-keitsmedaille, ein Rückflug mit brennendem Motor Uber 40 km nach einer erfolgreichen Luftpatrouille brachte ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse ein. Nach einer Erkrankung wurde er als Fluglehrer nach Döberitz abkommandiert.

Sergeant Alois Hosp von einer bayerischen Feldflieger-Abteilung hatte Ende Juni einen Luftkampf mit französischen Fliegern zu bestehen, dem er leider zum Opfer fiel. Hosp war ein schneidiger und sehr beliebter Flieger und hatte sich für seine guten Leistungen bereits das Eiserne Kreuz 11. und I. Klasse, sowie

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das bayrische Mililärverdienstkreuz III. Klasse mil Krone nnd Schwertern erworben. Tödlich getroffen, gelang es ihm noch, -ein Flugzeug in die deutschen Linien zu bringen.

Kainpfflie>rcr Johannes Schröter, der frühere 1. Vorsitzende des 1. Leipziger Modellflug-Vereins, der als Unteroffizier bei einer Feldflieger-Abteiluni; im Westen steht, ist im Luftkampf mit einem der besten französischen Kampfflieger, Guyriemer, leicht verwundet worden. Zur Zeit befindet er sich auf Erholungsurlaub in der Heimat. Er ist Inhaber des Eisernen Kreuzes und des Feklfhegerabzeichens.

Generalfeldmarscliall v Hindenburg begrüßt den Abteäungsfütirer einer bayi. Fe Idflii-ger-Abteilung im Osten.

Von den Plugplätzen.

Vom Flugplatz Frankfurt u. M.-Meb.stockt

Am Samstag den 12. August landete der Frankfurter Flieger Bruno Poelke von Darmstadt kommend mit einem Aviatik-Doppiidecker auf dem Platz und flog am Sonntag Vormittag nach seinem Aufstiegort zurück.

Von der Front.

10. August. Französischer Bericht: An der Somme-Frout lieferten gestern französische Flugzeuge fünfzehn Gefechie. Sie schössen ein deutsches Flugzeug zwischen Herly und Reconvillers ab und zwangen zwei andere in der Gegend von Combles zum Landen. Am 9. August und in der Nacht zum H). August warfen französische Kampfgeschwader 90 Granaten auf Bahnhöfe an der Front

sein- r

(,;r.M!'.i>y C'omblus. 136 «uf iloii Bahnhof Cigny, 4'» ant Je» Balmimf Anilly, 38 iiut eine in tli:r Gegend von Noyou tätige Batterie, 15 auf den Bahnhof von Bazunc.oun noidöstlich Reims und !>2 auf die Bahnhöfe von Spincourt und Den-villers und umliegende Trnppenlager. — Italienischer Bericht' Ein Geschwader von In. Caproni-Flugzeugen, begleitet von Nieiiport-Jagdfliigz.eugen, führte gestern einen glänzenden Angriff auf die Vet'.sorgungsbahnhöfe Pravacina und Dornberg aus. Mehr als drei Tonnen kräftiger Sprengstoffe wurden mit sichtlich erfolgreichem Ergebnis auf Eiscubahnarilagen und militärische Magazine geworfen. Trotz heftiger ESeschießung durch Flugzcugabwelirbatlerien und wiederholter Angriffe feindlicher Flugzeuge, von denen eins abgeschossen wurde, kehrte unser geschicktes und tapferes Geschwader unversehrt in seine Lager zurück. Feindliche Flugzeuge warfen gestern zahlreiche Bomben auf Venedig. Zwei Tote unter der Bevölkerung und einiger Schaden.

11. August. Türkischer Bericht: Am 2'1. Juli verlor der Feind drei Flugzeuge im Luftkampf oder durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze. In der Umgebung von Muhamedi und Rumeni warfen unsere Luftgeschwader mit Erfolg mehrere große und mittlere Bomben auf feindliche Lager. — Französischer Bericht: In der Nacht zum 10. August warfen französische Fliegergeschwader Bomben auf die Bahnhöfe Vouziers und Bazincorirt Arn 8. August wurde ein feindliches Flugzeug in Flammen gehüllt in unseren Linien südlich Douaunmnt durch den tührer eines Flngzeugeschwaders amerikanischer Herkunft zum Absturz gebracht. — Englischer Bericht: Das königliche Fliegerkorps machte kürzlich erfolgreiche Unternehmungen auf weite Entfernungen gegen die Zeppelinhallen in Brüssel, Rangiergeleise in Möns, die Luftschiffhallen in Namur und die Eisenbahnstationen Buzigny und Courtrai, die beide zweimal angegriffen wurden. Von 88 Flugzeugen sind nur zwei nicht zurückgekehrt. — Italienischer Bericht: Feindliche Flugzeuge warfen Bomben auf die Lagune von Grado und auf Venedig. Sie verursachten keine Verluste an Menschenleben, richteten aber einigen Schaden an Fabriken an. Ein Geschwader unserer Voisin-Flugzeuge erneuerte gestern die Beschießring von Pravacina, von wo der Feind Material aus den verlorenen Stellungen wegschaffte. Unter Vermeidung des Feuers der Abwehr-Batterien warfen die Flieger etwa 40 Bomben auf das Ziel, zerstörten es und kehrten dann unbeschädigt in unsere Linien zurück.

12. August. Deutscher Bericht: Unsere Fliegergeschwader fanden in den letzten Tagen an der Bahn Kowel —Sarny und nördlich derselben in umfangreichen Truppenlagern wiederum lohnende Ziele, die sie ausgiebig mit Bomben belegten. Ein russisches Flugzeug wurde nördlich von Sokul im Luftkampf abgeschossen.

13. August. Deutscher Bericht: Ein englischer Doppeldecker ist südwestlich von Bapaume abgeschossen. Dem an den erfolgreichen Luftkäinpfen südlich von Bapaume am ü. August beteiligten Leutnant Frankl hat Se. Majestät der Kaiser den Orden Pour le merite verliehen. — Oesterr.-ungar Bericht: Im Räume von Brody schoß ein k. u. k Kampfflieger ein feindliches Albatrosflugzeug in Brand Es stürzte ab. fn der Nacht vom 12. auf den 13. wurden die Luftschiffhallen von Campolio bei Venedig von einem Seeflugzeuggeschwarier vollkommen zerstört. In einer Halle explodierte ein Luftschiff mit einer 50t) m hohen Stichflamme. Die andere Halle brannte ohne Explosion nieder. Gleichzeitig belegte ein anderes Seeflugzeuggeschwnder die Flugzeughalle von Gorgo, die Anlagen in (jrado. die Batterien an der lsonzomündung und die Adriawerke mit sehr gutem Erfolg. Mehrere Volltreffer in die Flugzeughalle und die Batterie-Stellungen und ein halbes Dutzend Brände wurden einwandfrei festgestellt. Ein drittes Geschwader erzielte mehrere Volltreffer in den Batterien der Isonzo-

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ninndung und militärischen Objekten in Pieris und San Cauzin. Trotz heftigen Abwehrfeuers bei allen Angriffen sind sämtliche Flugzeuge wohlbehalten zurück gekehrt. — Paris meldet: Feldwebel l.enoir scholl sein siebentes Flugzeug bei Gincery (Maas) in den deutschen Linien ab. In der Nacht vom zum 13. August warfen französische Geschwader \'A) großkalibrige Bomben auf den Bahnhof von Metz-Sablon und auf Werkstätten, Bahnen und Kasernen in Metz.

14. August. Deutscher Bericht: Oestlich von Bapaume wurde ein englisches Flugzeug im Luftkarnpf zur Landung gezwungen. — Oesterr.-urigur. Bericht: In der Nacht vom 13. auf 14. August hat ein Seeflugzeuggeschwader den Bahnhof Ronchi, militärische Objekte und Stellungen in Pieris. Vermegliano, Selz und San Canziano, sowie eine feindliche Batterie an der Isonzomünduiig sehr erfolgreich mit Bomben belegt und viele Volltreffer erzielt Alle Flugzeuge sind trotz heftigster Beschießung unversehrt eingerückt. - Französischer Bericht: Gestern Abend warfen feindliche Flieger Bornben, darunter mehrere Brandbomben, auf die Stadt Reims, während deutsche Batterien auf verschiedene Stadtviertel schössen. Das Bürgerhospital nahe der Basilik-St.-Remy uud die Apotheke wurden zerstört; sechs Zivilpersonen wurden getötet. — Russischer Bericht: Unser Flieger, Kosakenleutnant Tkatschew. schoß ein feindliches Flugzeug ab, das aus der Gegend des Bahnhofs von Zdolburnowo (10 km südlich Rovvno) kam. Der Feind mußte nach Kampf in der Gegend von Werba (17'/s km südwestlich Dubno) niedergeben.

Ein türkisdier Flugzeugangriff' auf englische Schiffe bei Port Said nach einer englischen Darstellung.

15. August. Amtlich aus Berlin : Am 13. August griffen abermals mehrere unserer Marineflugzeuggeschwader die feindlichen Flugzeugsiationen Papenholm und Lebara auf Oesel an. Es wurde gute Wirkung erzielt. Trotz heftiger Beschießung durch Abwehrbatterien und durch feindliche Seestreitkräfte sind sämtliche Flugzeuge wohlbehalten nach ihren Stützpunkten zurückgekehrt.

16. August. Wien meldet: In der Nacht vom 14. zum 15. vollführte ein Seefluggeschwader einen Angriff gegen Valona aus. Es wurden Volltreffer in einer KUstenbatterie, in Barackenlagern, in einein Lagerhaus und auf einem Schiffe erzielt, zahlreiche Brände erzeugt. Trotz heftiger Abwehr sind alle Flugzeuge unversehrt eingerückt. Am 14. vormittags haben sieben feindliche See-flugzeuge, größtenteils französische, unter dem Schutze von drei französischen

Seile

Kampffliegern und gedeckt durch feindliche Torpedo-Einheiten und Motorboote, welche sich in hoher See hielten, Triest angegriffen. Eigene Seefliigzcuge stiegen zur Bekatnphmg auf Linienschiffsleutnant Banfield zwang im Luftkampfe ein feindliches Flugzeug zum Niederachen mitten im Golf. Dessen Insassen dürften verwundet sein. Er verfolgte sodann ein zweites und brachte es im Luftkampfe /um jähen Absturz bei Miranuirc. Die Insassen fanden dabei den Tod. Das ganz zertrümmerte Flugzeug S B A 308 wurde von uns eingebracht. Die feindlichen Flieger warfen mehrere Bomben über den Hafen ab, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Soweit bekannt, wurden zwei Personen getötet, eine schwer und eine leicht verwundet Französischer Bericht: In der Nacht zum Hl August warfen deutsche Flugzeuge einige Bomben auf Beifort. Eis wurde niemand getötet. — Russischer Bericht: Am 14. August gegen 7 Uhr abends erschien ein deutsches Flugzeug über Nie/.wiez. Hauptmann Kreutenn, der am 12. August in derselben Gegend ein ähnliches feindliches Flugzeug zum Absturz gebracht bat, stieg mit seinem Kampfflugzeug auf. Bei dem darauffol" genden Luftkampf zwang er den Gegner nach ein paar Minuten, bei der Stadt Niezwiez zu landen. Der deutsche Flugzeugführer, der verwundet war, und sein Beobachter, wurden zu Gefangenen gemacht. Am Morgen des 14. August unternahmen unser Fliegerleutnant Diterich und Fähnrich zur See Prokoftew auf zwei Wasserflugzeugen einen kühnen Angriff auf den Flugplatz am Angersee in Kurland. Trotz des Feuers der Abwehrkanonen und trotz eines Angriffs von sieben deutschen Flugzeugen warfen unsere Flieger nicht nur erfolgreich Bomben, sondern nahmen kühn den ungleichen Kampf auf der über eine Stunde dauerte. Unsere Flugzeuge wurden von zahlreichen Geschossen getroffen, zum Glück an keinem wichtigen Teil. Ein feindlicher Apparat stürzte, sich überschlagend, in Rauch gehüllt ab. Zwei andere fielen stark beschädigt ins Wasser, Unsere Flugzeuge kehrten unversehrt zurück.

17. August. Konstantinopel: Am 2. August morgens machten vier Flugzeuge von einem englischen Flugmutterschiff aus, das unter dem Schutze von französischen Torpedobootszerstörern vor Haifa erschien, einen Angriff auf Asul / (Karmel) und Nazareth, warfen Bomben, töteten ein Kind und verletzten vier andere Personen. Die Flugzeuge wurden unter Wirkung unseres Artilleriefeuers gezwungen, sich zur Küste zurückzuziehen. — Englischer Bericht: Ein deutsches Flugzeug ist hinter unseren Linien nahe Pozieres heruntergeholt. — Rom: Eines unserer Geschwader von Voisinflugzeugen bewarf die Station Reifenberg an der

Linie Görz—Triest mit sehr wirksamen Ergebnissen; die Flieger sind wohlbehalten zurückgekehrt. Nachts warfen feindliche Wasserflugzeuge Bomben auf Venedig und auf die Lagune von Grado; kein Opfer, einiger Schaden.

18. August. Deutscher Bericht: Bei Nesle wurde am 16. August ein französischer Doppeldecker durch Abwehrfeuer zur Landung gezwungen. Deutsche Flugzeuge griffen russische Zerstörer und ein Unterseeboot nordöstlich von Kara Bunin mit Erfolg an. -- Russischer Bericht: In der Ostsee griff in der Nacht vom 16. auf den 17. August ein Geschwader unserer Wasserflugzeuge unter dem Befehl des Linienschiffsleutnants Lischui die feindliche Fliegerstation bei dem Angersee mit Erfolg an. Die abgeworfenen Bomben verursachten große Verheerungen, Sie zerstörten einen der Fliegerschuppen und riefen mehrere Feuersbrünste auf dem übrigen Gelände der Flugstation hervor. Unsere Flieger waren dem heftigen Feuer von Abwehrgeschützen ausgesetzt, die Wurfrakelen und Schrapnells verfeuerten. Dies hinderte die Flieger nicht, ihre Aufgabe zu vollenden und alsdann ihre Flugstation glücklich zu erreichen.

19. August. Bulgarischer Bericht: Ein Geschwader deutscher Flugzeuge griff heute früh Eisenbahnbauten bei dem Dorfe Lanetschewo und feindliche

Lager bei den Dörfern Harsovo, Gavalianlzi, Dragomirkzi und Kalabak wrksam an. Alle Flugzeuge kehrten zu ihrer Basis zurück.

20. August. Französischer Bericht: An der Sommefront schoß Unlerleutn. Guynemer am 17. August sein dreizehntes, am 18. August sein vierzehntes Flugzeug ab, das zwischen Bouchavesnes und Clery niederfiel. Untcrlt. Heurteaux brachte am 17 August sein fünftes Flugzeug zum Absturz — Türkischer Bericht: Einer unserer Flieger griff im Schwarzen Meer zwei russische Torpedoboote an und warf erfolgreich Bomben auf sie. Wir stellten fest, daß auf Deck der Schiffe durch die Bomben Rauchwolken hervorgerufen wurden.

Englische Phantasiebilder eines Luftangriffes auf eine türkische Flngzengstation

in El Arisch.

21. August. Deutscher Bericht: Vor Ostende wurde ein englisches Wasserflugzeug durch Feuer vernichtet und ein französisches Flugboot abgeschossen. Aus Luitkampf stürzte ein englischer Doppeldecker sudöstlich von Arras ab. — Französischer Bericht: Unsere Jagdflugzeuge bestanden zahlreiche Gefechte. Zwei feindliche Apparate wurden über den deutschen Linien abgeschossen, einer in der Gegend von Deniecourt, ein weiterer bei Berny. Auf der bulgarischen Front, im Gebiet von Florina, bombardierten feindliche Flieger am 19. und 20. August die Lager der Verbündeten bei Vertekop und Kilkitsch, wobei drei Soldaten getötet wurden. — Englischer Bericht: Unsere Flugzeuge fahren fort, die feindlichen Quartiere mit Erfolg mit Bomben zu belegen. Gestern ist eines unserer Flugzeuge nicht zurückgekehrt. Heute zeigten die fein Iiichen Flugzeuge mehr Unternehmungslust als gewöhnlich in unserer Linie.

24. August. Deutscher Bericht: In den letzten Tagen ist je ein feindliches Flugzeug im Luttkampf bei Bazentin und westlich von Peronne, durch Abwehrfeuer in der Gegend von Richebourg und La Bassee abgeschossen. — Paris: Adjutant Donna hat sein sechstes Flugzeug abgeschossen, das in der Richtung von Marchelopot (nordüstf.ch von Chaulnes) niederfiel. Ein anderes Flugzeug wurde in der Gegend von Roye abgeschossen.

Seite 'l'.tfi „ h' L U O SPORT". No. 18

Ausland.

Phantastische amerikanische Flugprojekte. Neue Riesenpläne auf flugtechnischem Gebiete sich auszudenken, darin besteht Amerikas Hauptstärke und gebührt ihm sicher der erste Platz anderen Nationen gegenüber. Wie es jedoch mit der Ausführung der Pläne aussieht, zeigte schon der klägliche Zusammenbruch der Ueberquerung des Antlantiks. Wenn es den Amerikanern heute nach den ungeheuren Erfahrungen des Krieges noch nicht möglich ist, das Projekt von vor drei Jahren auszuführen, wirken jegiiche Pläne einer Weltumkreisung mit dem Flugzeug von amerikanischer Seite aus nur lächerlich. Immerhin wird die besondere Aufmerksamkeit der amerikanischen Sportwelt durch einen Plan des Fliegers Mr. Adams in Anspruch genommen. Er will mit einer Maschine der Hydro-Aeroplan-Co. in Bridge-Port in vierzehn Tagen die ganze Erde umkreisen. Der Flug soll in Kalifornien beginnen und über Honolulu, Quam, Manila, Saigon, Jndo-China, Madras, Aden, Port-Said, Kreta, Sizilien, Gibraltar, die Azoren und den Atlantischen Ozean nach Boston gehen. Eine Fahrt nach Grönland und dem Nordpol soll als eine Art Prüfung der Maschine dem Unternehmen vorangehen, das wie ein Roman Jules Vernes anmutet, aber tatsächlich ausgeführt werden soll, sobald die Kosten von 170000 Dollars aufgebracht sind.

Die dänische Luftverteidigung. Unter dem Vorsitz des Prinzen Axel, des Vetters König Christians, wurde ein Ausschuß gebildet, der der freiwilligen Sammlung von Mitteln zur Kräftigung der dänischen Luftverteidigung und zur Unterstützung der einheimischen Fabrikation von Flugmaschinen und Motoren dienen soll. Der Landesverteidigungsminister wird die durch diese Sammlung einlaufenden Beträge annehmen und verwalten. Prinz Axel, der selbst ein hervorragender Flieger ist, veröffentlicht nach dem Bericht der „Voss. Ztg." in der „Berlingske Tidende" einen dringenden Aufruf, in dem die Notwendigkeit der Erweiterung der dänischen Luftverteidigung dargelegt wird.

Brindejonc des Moulinais gefallen. Wie die „B. Z. a. M." vom 20. August mitteilt, ist nach einer Havasmeldung Brindejonc des Moulinais einem Flugunfall zum Opfer gefallen. Brindejonc des Moulinais ist einer der erfolgreichsten Pioniere /

des Flugwesens gewesen. Seine größte Tat war sein Rundflug Paris-Berlin-Warschau-Petersburg-Stockholm (quer über den Bottnischen Meerbusen) -Hamburg-Haag-Paris. Am ersten Tage, am 10. Juni 1913, flog er nur mit zwei Zwischenlandungen in Wanne und Berlin von Paris bis Warschau. Ein äußerst starker Sturmwind in seiner Fahrtrichtung verhalf ihm zu diesem Erfolge, was aber seine physische Leistung doppelt kühn erscheinen läßt. Sehr viel später stellte er noch einen Schnelligkeitsrekord Paris-London in 3'/, Stunden auf. Brindejonc hat viel für die Verbesserung des Wasserflugzeuges getan. Im Kriege hörte man nicht viel von ihm. Frontdienst scheint er nur selten getan zu haben. Aufsehen erregte ein Kriegsaufsatz von ihm „Die Angst des Fliegers", der die Nervensensation über dem Feind schilderte und eine Reizbarkeit verriet, die man bei diesem unerschrockenen Flieger nicht vorausgesetzt hätte. Nun hat auch er den Fliegertod gefunden.

Der französische Flieger Bonnier gefallen. Der französische Flieger Marc Bonnier, vor dem Kriege durch seinen Flug von Paris nach Kairo bekannt geworden, ist an der russischen F>onl gefallen. Bonniers F'lug von Paris nach Kairo war ein lang hingezogener Etappenflug ohne besondere sportliche Leistung. Die Franzosen machten damals eine große politische Affäre daraus, die aber mit einem -- Ohrfeigenskandal endigte, den Bonniers Konkurrent Vedrines verursacht hatte.

Französischer Pliegerabsturz in Salonik. Ein französischer Flieger, dessen Maschine sich überstürzte, verunglückte bei Salonik tödlich.

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Feuersbrunstauf dem Flugplalz zu Versailles. Dem ., ieiups' /.ufolge brach auf item Flugplatz vi»» Versailles eine große FeucrsbriinM au- Sechs Schuppen mit besonderem technischen Material, Waffen, Uniformen mul Ausrüstungen brannten ab. Zahlreiche Explosionen erfolgten, lue f-uiorwehren von Paris, Versailles und Saint Cyr waren erschienen und verhinderten das Uebergreifen des Feuers auf ein nahes Munitionsdepot. Der Schaden ist sdir beträchtlich.

Malayische Flugzeuge für die englische Heeresverwaltung. Nach einer Meldung der Me.rningpost hat der Sultan von Joltorv der englischen Heeresverwaltung ein (Jcsehw.ider von 14 Kampfflugzeugen zum (ie-.,'!u nk gemacht. Mit dieser Spende hat sich die Zahl der von dem Furzten und der Bevölkerung der Malayenstaaleu seit Beginn des Krieges für (las englische Heer und. Flotte zur Verfügung gesteilten Erkundungs- und Kampfflugzeuge auf 15 erhöht.

Verschiedenes.

Ein Wasserfliigzeitgschleudei er. Nach V.ittcilungei) >u Uenic eivile hat J. Chambers in Washington einen Apparat konstruier!', der die- Flugzeuge mittels Preßluft von Bord der Schilfe schleudert Bekanntlich sind bei Aufstieg von Flugzeugen von Bord von Schiffen sehr große Schwierigkeiten zu überwinden, vor allem die, daß es an dem zum Abflug nötigen Kaum fehlt. Diese Schwierigkeiten will der erwähnte Apparat eben dadurch beseitigen, daß das Flugzeug auf einen Wagen gesetzt wird, der mittels Preßluft zur vorder.-ten Spitze des .Schiffes läuft. Dort wird der Wagen durch Gegendruck plötzlich angehalten und dadurch das Flugzeug horizontal hinausgeschleudert, sodaß es zugleich zu fliegen vermag.

Die Sichtbarkeit des Tauchbootes vom Flugzeug aus. Es ist bekannt, daß unter Wasser fahrende Tauchboote vom Flugzeug aus viel besser erspäht werden können, als vom Ufer oder vom Bord eines Schiffes. Wir lesen über dieses ebenso wichtige als interessante Kapitel iu der „Frankf. Ztg.": lieber die Schwäche senkrecht reflektierten Lichtes und die damit zusammenhängenden Erscheinungen berichtete vor einiger Zeit F. Richarz in den „Sitzungsberichten der Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissenschaften zu Marburg". Diese Beobachtung ist von Bedeutung für die Erklärung der Tatsache, daß zum Beispiel Gegenstände im Wasser von hoch über ihnen befindlichen Punkten gesehen werden können, nicht aber von nahen Punkten aus: Wenn man einen Fluß oder eine andere Wasserfläche von einer nicht ungewöhnlich schroff ansteigenden Höhe betrachtet, erscheinen sie glänzend, weil die horizontalen Entfernungen meist weit bedeutender sind als die vertikalen Erhebungen. Denn infolgedessen gelangt ins Auge Himmelslicht, das unter starker Neigung, also mit verhältnismäßig großer Intensität an den Wasserflächen zurückgeworfen wird. Dagegen blickt man von einem Luftfahrzeug aus auf die Wasserfläche, wenn sie nicht weit entfernt ist, steil hinunter; ins Auge gelangt nahe senkrecht reflektiertes Him-uielslicht, also nur solches von recht schwacher Intensität. Infolgedessen sehen vom Luftfahrzeug aus die Wasserflächen, auf die man hinahblickt, dunkel aus; ein Flut) durchfließt als schwarzes, nicht als silberglänzendes Band die Landschaft, was dieser einen ganz veränderten Eindruck verleiht. Endlich ist hierin auch die vernehmlichste Ursache begründet dafür, daß Unterseeboote von Luftfahrzeugen aus besser erspäht werden können als von einem Schiff aus. Von letzterem aus gesehen, erglänzt die Meeresoberfläche in reflektiertem Himmels-licht von recht schrägem Einfall; dieser Glanz der Oberfläche erschwert die Sichtbarkeit im Innern befindlicher Gegenstände bis zur Unkenntlichkeit, wozu noch die stallet: Verkürzung ihrer vertikalen Dimensionen durch die Brechung beim Austritt aus der Wasserfläche hinzutritt. Vom Luftfahrzeug aus gesehen, fällt die Ueberblemhing durch den Reflex an der Oberfläche weg und das Unterseeboot kann leichter erblickt werden. Nach Mitteilung von A. Ciürber kann man vom Ballon aus die im Innern eines Flusses befindlichen Gegenstände erkennen, während nrin sie auch heim senkrechten Durchblicken durch den Wasserspiegel ans der Nahe, zum Beispiel von einem Kahn aus, zu erkennen nicht imstande ist. Hier muß also noch eine andere Ursache zur Erklärung herangezogen werden. Ich glaube, diese in der Unruhe des Wasserspiegels erkennen zu sollen, die kleine unregelmäßige Abweichungen von seiner Horizontahiüt zur Folge hat.

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Voii einem Punkte im Innern des Wassers kann im allgemeinen ein Strahlenkegel ins Auge gelangen, der abgesehen von der Brechung an der Wasseroberfläche und an der Hornhaut des Auges, den Punkt des Objektes zur Spitze und die Pupille des Auges zur Basis hat. Wenn die Oberfläche vollkommen eben und horizontal ist, wird der Verlauf der Strahlen nur sehr wenig durch die Brechung beim Austritt aus dem Wasser verändert werden. Dies tritt aber ein, sobald die Oberfläche unregelmäßig von der Ebenheit abweicht. Je näher sich das Auge der Wasserfläche befindet, um so größer ist der Kreis, in dem der ins Auge gelangende Strnhlenkegel die Oberfläche durchsetzt, um so stärkere Störungen im regelmäßigen Strahlenverlauf werden die Kräuselungen der Wasserfläche hervorrufen, so daß die von einem Punkte im Wasser ausgehenden Strahlen vom Auge nicht mehr in einem Punkte der Netzhaut vereinigt werden. Bei großem Augenabstand dagegen treffen die von einem Punkte innerhalb des Wassers nach der Pupille hingehenden Strahlen die Oberfläche fast nur in einem Punkte, jedenfalls in einem so ungemein kleinen Kreise, daß innerhalb desselben die Wasserfläche trotz Kräuselung als eben angesehen werden kann, mithin nur eine ganz unbedeutende Störung des regelmäßigen Verlaufes der Strahlen statt hat und der Punkt scharf gesehen wird.

Patentwesen.

Durch Nürnberger Schere ausbreitbarer Fallschirm.*)

Bei dem durch Patent 200501 geschützten, nach Auslösung einer Sperrvorrichtung aus einem Behälter herausgeschleuderten und durch eine Nürnberger Schere ausgebreiteten Fallschirm ist die Nürnberger Schere in Form eines Ringes ausgebildet und mit ihren Mittelgelenken am Umfang des Fallschirmes befestigt, wobei an den Mittelgelenken Federn zum Strecken der Nürnberger Schere vorgesehen sind.

Die Erfindung betrifft nun eine weitere Ausgestaltung und Verbesserung der durch das Hauptpatent bekannt gewordenen Einrichtung, durch welche ohne Beeinträchtigung der Wirkungsweise und der Verlässigkeit das Gewicht des gesamten Fallschirmstoffes befestigt, sondern in mehrere Teile zerlegt, so daß zwischen je zwei Scherenteilen ein bestimmter Abstand verbleibt. Die einzelnen Scherenteile sind bei geschlossenem Fallschirm unmittelbar miteinander verbunden, doch erfolgt diese Verbindung derart, daß beim Ausbreiten des Fallschirmes sich diese Verbindung selbsttätig löst. /

Ein Fallschirm gemäß der Erfindung ist in einer Ausführungsform in der Zeichnung in Abb 1 in zusammengelegtem Zustande dargestellt. Abb. 2 veranschaulicht den Fallschirm in ausgebreitetem Zustande, Abb. 3 die Auslösevorrichtung, die Abb. 4 und 5 einen Teil der Schere in teilweise gestrecktem Zustande und Abb. 6 die Lage der Tragschnüre bei zusammengelegtem Fallschirm.

An dem Umfang des Fallschirmstoffes a sind einzelne Scherenteile b (Abb. 2) vorgesehen. Diese Scherengruppen bestehen beispielsweise aus je drei einzelnen Scheren, die um die Punkte c (Abb. 4 und 5) drehbar sind. An den Drehpunkten vorgesehene Federn d trachten die Scheren zu strecken, so daß sie in die aus Abb. 5 ersichtliche Stellung gelangen. An den Enden des einen Scherenteiles sind Hülsen f befestigt, in welche der andere Scherenteil mit Zapfen g einzugreifen vermag, so daß bei erfolgter Verbindung von Zapfen und Hülsen die Scherenteile ein einheitliches Ganzes bilden.

Das Traggestell des Fallschirmes besteht aus einem mit einem Handgriff h versehenen Rohre i (Abb. 3), das zur Aufnahme einer Feder k dient. In diesem Rohre i ist ein weiteres Rohr 1 geführt, an dessen oberem Ende sich der Haltering m für den zusammengelegten Fallschirm befindet. Eine Sperrvorrichtung n hält das Rohr I in dein Rohre i entgegen der Spannung der Feder k fest. An dem Rohre i ist noch eine als Auflager für den Fallschirmstoff dienende Scheibe vorgesehen, an der auch die Tragschnüre p des Schirmes befestigt sind. Die Schnüre p sind außer Gebrauch in einer Hülse q (Abb. 6j schlangenförmig eingelegt und untergebracht, so daß sie wenig Raum beanspruchen und sich leicht ordnungsgemäß ausziehen, wenn der F'allschirm in Gebrauch genommen wird. In die Schnüre eingeschaltete GummiFedern r haben das Bestreben, den Stoß der Last beim Entfalten des Schirmes zu hemmen.

D. R. P. Kr. 2<H(i7.">. Anton Oister in Utster-Siska b. Laibach, Krain.

Ist der Fallschirm zusammengefaltet, so greifen die Zapfen g des einen Scherenteiles in die Hülsen f des anderen Scherenteiles ein, so daß die Schere ein geschlossenes Ganzes bildet, das samt dem Fallschirmstoff durch den Haltering in und die Scheibe o zusammengehalten wird und, wie Abb. 1 £eigt, nur geringen Raum beansprucht. Soll der Fallschirm in Gebrauch genommen werden, so wird Abb. 1 Abb. 'l

durch Ziehen an dem Handgriff die SperiworricMluig iv ausgelöst. Dadurch wird unter Wirkung der Feder k das Robri'l'.mit derrl Haltefingf'nr aus dein Röhre i herausgeschleudert, wobei auch gleichzeitig* ttte'Scherte frei wird«, so daß die an! den Scherengelenken befindlicherri'Feäent -«he Schere' '/ii" streiften • vermögen! Dabei bleibt die Schere zunächst noch ein einheitliches Oanzes. Wird die Fall-

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Schirmhülle durch die eingefangene Luft ausgespannt, so treten schließlich die Zapfen g aus den Hülsen f aus, und die einzelnen Scherenteile entfernen sich voneinander, bis der Fallschirm völlig entfaltet ist.

Patent-Anspruch: Durch Nürnberger Schere ausbreitbarer Fallschirm nach Patent 290501, dadurch gekennzeichnet, daß die Nürnberger Schere aus einzelnen, am Umfange des Fallschirmes getrennt befestigten Teilen besteht, die in zusammengelegtem Zustande einen geschlossenen Kranz bilden, sich jedoch bei Ausbreitung des Fallschirmes selbsttätig voneinander trennen.

Flugzeugrumpf mit in den Seitenwänden befindlichen Beobachtungsöffnungen.*)

Es sind bereits Flugzeuge bekannt, deren Rümpfe mit Fenstern oder mit durch Rollvorhänge o. dgl. verschließbaren Oeffnungen versehen sind. Derartige Einrichtungen erfüllten ihren Zweck insofern nicht, als der Führer sich aus der Oeffnung herausbeugen muß, um das unterhalb des Flugzeuges liegende Gelände zu beobachten oder zu photographieren, wobei er außerdem durch den starken Luftzug belästigt wurde.

Gemäß der Erfindung wird die Oeffnung im Flugzeugrumpf durch oben oder unten am Rumpf gelenkig angebrachte, heraus- oder hineinschwingbare durchsichtige Klappen abgedeckt, die seitlich durch Stoff o. dgl. abgedichtet und in ihrer ausgeschwungenen Stellung oben oder unten vermittels durchsichtigen Materials, wie z. B. Glasscheiben, abgeschlossen sind, die gleichfalls noch als Führungen zwecks Einstellens der Klappen unter einem beliebigen Winkel dienen können. Durch diese Anordnung der Verschlußklappen wird eine ungestörte Beobachtung auch des unter dem Flugzeug befindlichen Geländes ermöglicht, ohne daß der Führer den Kopf zum Fenster hinauszustecken braucht.

B

Abb. 1

Auf der Zeichnung ist eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht und zwar zeigt

Abb. 1 eine Seitenansicht eines Flugzeugrumpfes, und Abb. 2 einen zugehörigen Querschnitt.

Abb. 3 stellt eine teilweise Oberansicht der Beobachtungsöffnung mit in Offenstellung befindlicher Verschlußklappe dar, und

Abb. 4 die gleiche Ansicht bei verschlossener Oeffnung.

Die Seitenwände 2 des Flugzeugrumpfes sind unterhalb der Tragflächen neben den Sitzen 4, 5 mit Beobachtungsöffnungen 6 versehen. Diese Oeffnungen sind durch an Scharnieren 7 angelenkte Klappen 8 verschließbar. Die Klappen

*j D. R. P. Nr. 293037. Franz Schneider in Berlin-Johannisthal.

öffnen sich nach einwärts, und ihre Drehung wird durch nachgiebige, keilförmige Seitenteile 9 aus Stoff o. dgl. begrenzt, die gleichzeitig eine Abdichtung bewirken. Der Abschluß der oberen Oeffnung erfolgt durch eine durchsichtige Scheibe 10, welche in einen Rahmen 11 eingespannt ist, der mittels Schaniere 12 am Flugzeugrumpf angelenkt ist. Der Rahmen 11 trägt einen Klemmbügel 13, mit dessen Hilfe er an der Klappe 8 befestigt werden kann. Durch die Scheibe kann der Oeffnungswinkel der Klappe außerdem nach Belieben eingestellt werden. Beim Schließen der Klappe legen sich die Stoffseitenteile, wie dies Abb. 4 zeigt, in Falten, so daß sie nicht mehr hinderlich sind.

Abb. 2

Anstatt die Klappe 8 nach einwärts schlagen zu lassen, kann sie auch in der in Abb. 2 punktiert angedeuteten Weise oben aufgehängt werden. Die zugehörige Abschlußscheibe ist dann unten angelenkt und schlägt beim Abklappen nach auswärts.

Durch die beschriebene Einrichtung ist die Möglichkeit geboten, jederzeit eine bequeme und schnelle Beobachtung bei größerem Gesichtsfeld vornehmen zu können. Auch lassen sich leicht photographische Aufnahmen von dem über-flogenen Gelände aufnehmen, wobei dann zweckmäßig die Scheibe entfernt wird.

Pa ten t - Ans prü ch e:

I. Flugzeugrumpf mit in den Seitenwänden befindlichen Beobachtungsöffnungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Beobachtungsöffnungen durch an dem Rumpf oben oder unten angelenkte, mit seitlichen Stoffwänden versehene, aus dem Flugzeugrumpf heraus- oder in ihn hineinschwingbare Klappen (8,8) abgeschlossen werden, wobei der eigentliche Ausguck durch den der Drehkante gegenüberliegenden Spalt geschieht.

II. Vorrichtung nach Anspruch 1. gekennzeichnet durch eine den Spalt abschließende durchsichtige Scheibe (10), welche außerhalb des freien Klappenendes an dem Rumpf angelenkt ist und beim Auslegen der Klappe gleichzeitig mit abgeklappt wird, so daß durch sie die Klappe in verschiedenen Winkeln festgestellt werden kann.

Offizielle Mitteilungen.

Bund deutscher Flugzeugführer, E. V.

Geschäftsstelle: Berlin-Johannisthal, Kaiser-Wilhelm-Straße 47. Telegramm-Adresse: Fliegerbund. Fernsprecher: Amt Oberschöneweide964

Eintrittsgeld Mk. 20.- :—: Monatlicher Beitrag Mk. 3.50.

I. Vorsitzender: Felix Laitsch.

-Seid- fKj'j

Vt'assereindeckermodell Kfihn

No. 1*

Seile r>0.',

Modelle.

Kühn-Wassereindecker- Modell.

Uni ein möglichst formenschönes Modell zu erhalten, wurde ein Ruinp'-Eindecker gebaut. Die Rumpfform ähnelt im Seitenprofil der des Sopwith-Doppel-deckers, jedoch wurde er schmaler gehalten und vorn spitz zugebaut.

Die Flügel sind bis auf die Schwimmer, die aus Stahldraht hergestellt sind, aus Bambus gebaut. Das ganze Modell ist mit Stoff bespannt, der gefirnil.it wurde

Wassereinde&ermodell l\ühn.

Die Schwimmer sind aus 1 und 1,5 mm Stahldraht hergestellt; ebenso wie alle andere Teile sind auch sie mit Stoff bespannt. Nur wurden sie zur Sicherheit vorher noch mit Schellack bestrichen.

Zur Verspannung wurden zwei Spanntürme gebaut, um ein ungünstiges Verziehen der Flächen zu vermeiden. Die Spannung ie zweier Drähte erfolgt durch kleine Spannschrauben, die aus 1,5 intn Stahldraht und 0,3 mm Messingblech hergestellt sind. Die Drähte sind 0,2 mm stark.

Der Propeller hat einen Durchmesser von 33 cm und eine Steigung von 32 cm.

Das Modell flog bei Wasserstart Strecken von 30 m.

Organisation des deutschen Gleitflugwesens.

Von Wittekind, Vorsitzender und Hundt, Schriftführer im „Verband deutscher Modellflugvereine". Wie aus den Mitteilungen der deutschen Modellflugvereine zu ersehen ist, greift das Gleitflugwesen immer mehr um sich und beginnt allmählich festen Fuß zu fassen.

In dieser Erkenntnis trägt der „Verband deutscher Modellflugvereine, Sitz Frankfurt a M.'( die Absicht, trotz der jetzt schwierigen Zeit mit der Organisation des Gleitflugwesens in Deutschland zu beginnen. Um der Sache naher zu treten, bringen der Vorsitzende und der Schriftführer <Jes Verbandes zunächst Folgendes in Vorschlag:

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„FLUGSPORT".

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Das Gteitflugwesen ist mehr als jeder andere Zweig des heutigen Flugwesens dazu geeignet, einen allgemeinen durchgreifenden Flugsport (im wahren Sinne des Wortes) zu schaffen.

Die Organisation des Gleitflugwesens in Deutschland durchzuführen, sind besonders die im Verband deutscher Modellflugvereine zusammengeschlossenen Modellflugveretne berufen. Fast alle Verbandsvereine haben bereits den Bau von Gleitflugzeugen und den Gleitflugsport mit gutem Erfolg aufgenommen. Die nächste Arbeit ist nun an den Verbandsvereinen und am Verband selbst, daß sie besondere Abteilungen für Gleitflugwesen bilden und daß diese unter einer Gleitflugabteilung des Verbandes zusammengefaßt werden.

Bereits bei Gründung des Verbandes deutscher Modellflugvereine wurde das Gleitflugwesen besonders betont und eine entsprechende Erweiterung der Verbandstätigkeit in das Arbeitsprogramm aufgenommen.

Andererseits wurde schon verschiedentlich die Aeußerung laut, das Gleitflugwesen vom Modellflugwesen unabhängig zu machen. Jedoch ist dieser Gedanke als grundverkehrt zu bezeichnen. Das Modellflugwesen muß unter allen Umständen in seiner jetzigen Form bestehen bleiben, da es als Ausgangspunkt für unsere Gleitflugbestrebungen gewirkt hat und für weitere Fortschritte eine feste Grundlage bildet Ihm widmet sich der am Flugwesen Interessierte zuerst. Er bildet sich an ihm theoretisch wie praktisch vor, sammelt eigene und allgemeine Erfahrungen und tritt so ausgebildet an den Gleitflugsport heran. Er ist genügend in die Materie eingeweiht und kann sich fortschreitend dem Gleitflugwesen und -Sport widmen.

Zusammengeschlossen beabsichtigen die einzelnen Vereine sogar die Gründung eines besonderen Gleitflug-Verbandes, jedoch ohne sich darüber klar zu sein, daß, wie schon oben erwähnt, das Modellflugwesen nicht beeinträchtigt werden darf. Die heutige Gleitflugbewegung in den einzelnen Vereinen ist mittelbar aus dem Modellflugwesen hervorgegangen, was überall zu beobachten war; also müssen wir bei der jetzt vorzunehmenden Organisation des Gleitflugwesens das Modellflugwesen in weitestem Maße mit in Betracht ziehen.

Diese Organisation hat direkt vom Verband aus zu erfolgen und bringen wir daher folgenden Vorschlag:

Die Leitung und Führung des Verbandes bleibt die gleiche, nur werden zwei Abteilungen, je eine für Modellflug und eine für Gleitflug gegründet; und zwar unter gleicher Geschäftsführung beider Abteilungen. Dieselbe Einteilung haben die Verbandsvereine vorzunehmen, doch bleibt ihnen in der Besetzung der Vorstandsstellen der einzelnen Abteilungen freie Hand gelassen. Es können in den Vereinen besondere technische Leiter gewählt werden, oder die Vereine können auch eine technische Kommission zur Bearbeitung aller auftretenden Fragen einsetzen. — Gleich wie bisher erfolgt die Genehmigung von Veranstaltungen, Anerkennung von Flugprüfern usw. nur durch die Geschäftsleitung des Verbandes, dessen Name dann vielleicht in „Verband deutscher Modell- und Gleitflugvereine, Sitz Frankfurt a. M." zu ändern wäre.

Zunächst bitten wir die Verbandsvereine, diese Angelegenheit in Vereinssitzungen eingehend zu besprechen nnd wird die Verbandsleitung dann in Kürze durch Rundschreiben auf die Angelegenheit zurückkommen und eine sofortige Organisation in die Wege leiten.

Verband deutscher Modellflugvereine.

Sitz Frankfurt a. M. Geschäftsstelle: Präsidium:

Frankfurt a. M., Eppsteinerstr. 26. Frankf. Flugmodell-Verein-.

Zahlungen erbeten an Disconto-Gesellschaft, Frankfurt a. M.

Vom Magdeburger Modellwettfliegen.

Zuerst startete M. Otto. Er vollführte mit seinem sehr sauber ausgeführten Pfeil-Eindecker eine Fluglänge von 42 m, der zweite Flug ergab 34,3 m und der dritte 38 m. Trotzdem das Modell in dem starken Wind hin und hergeschaukelt wurde, zeigte es sich in allen Fällen sehr stabil. Als zweiter folgte F. Schacht mit 25,5, 24 und 27m, als dritter G. Köhler mit 24, 29,5 u. 18,2 m.

Kaum waren diese 9 Flüge vollführt, als es zu regnen anfing und wir gezwungen waren, abzubrechen. — Zwei unserer Mitglieder haben zu der Veranstaltung in Leipzig bereits zugesagt.

Personalien.

Das Ritterkreuz mit Schwertern des Hausordens von Hohenzollern

erhielt Ltn. d. R. Wilhelm Fr an kl von einer Feldflieger-Abteilung.

Das Hanseatenkreuz der Stadt Hamburg erhielt Ltn. d. R. Wilhelm F r a n k 1 von einer Feldflieger-Abteilung.

Das König Ludwig-Kreuz erhielt Oberst z. D. K Weber, Führer einer Fl i eger-Ersatz-Abtei 1 ung.

Mit dem Herzogl. Braunschweig. Kriegsverdienstkreuz wurde Rittmeister Graf von Wolffskeel, Führer einer bayrischen Feldflieger-Abteilung ausgezeichnet.

Das Ritterkreuz II. Klasse des Kgl. Sachs. Verdienstordens mit Schwertern erhielten Leutnant Wagner und Leutnant Nette von einer Feldflieger-Abteilung.

Die Friedrich August-Medaille in Silber am Bande für Kriegsverdienst

erhielten Offizierstellvertreter Reinhardt und Vizefeldwebel Hauser von einer bayrischen Feldflieger-Abteilung, Feldwebel Kirmis und Vizefeldwebel Schmidt von einer Feldflieger-Abteilung und Vizefeldwebel M e h 1 ho r n von einer Artillerie-Flieger-Abteilung.

Das Ritterkreuz des Militär St. Heinrich-Orden erhielt Ltn. Kettner von einer Kampfstaffel.

Den Bayr. Militär-Verdienstorden IV. Klasse mit Krone und Schwertern

erhielten Major Roethe, Mojor Hiller, Oberleutn. Schlemmer, Oberltn. Wimmer, Ltn. Behl, Ltn.Frhr. Haller von Hallerstein und Ltn. Vierling.

I. Magdeburger Flugzeugmodellsport-Verein.

Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvereine. Geschäftsstelle: Magdeburg-B., Schönebeckerstr. 82. Sämtliche Mitglieder waren am Sonntag den 20. August auf dem Platz erschienen. Schwere Regenwolken hingen am Himmel und ein starker Wind fegte über den Platz. 13 Maschinen standen startbereit neben einander. Drei Mitglieder, M. Otto, F, Schacht und G. Köhler versuchten den Start.

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Den Bayr. Militär-Verdienstorden IV. Klasse mit Schwertern erhielten die Oberleutnants Götz, Hailer, Jlling und Waltz, Hauptmann Pohl, Ltn, Kling und Ltn. Kruse.

Das Bayr. Militär-V'erdienstkreuz IV. Klasse mit Schwertern erhielt Leutnant von Kaum er.

Das Bayr. Militär-Verdieustkreuz III. Klasse mit Schwertern erhielten die Unteroffiziere Müller und Uhlherr von einer bayr. Feldflieger-Abteilung und Habermann von einer Artillerie-Fliegerabteilung.

Das Bayr. Militär-Verdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern erhielten die Vizefeldwebel Prill und Asmus von einer Artillerie-Fliegerabteilung, T o op e 1 von einer Feldflieger-Abteilung und Lieb von einem Kampf-Geschwader.

Die Bayr. Goldene Tapferkeilsmedaille erhielt Offizierstellvertreter Heinrich Metz von einer bayr. Fliegerabteilung.

Die Bayr. Silberne Tapferkeitsmedaille erhielt Vizefeldwebel Johann Wirtz von einer bayr. Fliegerabteilung.

Den Eisernen Halbmond I. Klasse erhielt Hauptmann Körner von eine1" türkischen Fliegerabteilung.

Den Eisernen Halbmond 11. Klasse erhielten Oberleutnant Bert hold und Oberleutnant Euringer.

Eine bulgarische Auszeichnung für Boelcke. Der Zar der Bulgaren hat dem Fliegerhauptmann Boelcke den Tapferkeitsorden verliehen.

Kommerzienrat Ernst Sachs von der Firma Fichel & Sachs in Schweinfurt wurde mit dem Ehrenzeichen 2. Klasse für Verdienste um das Oesterreichische Rote Kreuz und der Preußischen Roten Kreuz-Medaille 3. Klasse ausgezeichnet.

Beförderungen : Oberleutnant a. D. D unc k e r bei einem Kampf-Geschwader wurde zum Hauptmann befördert.

Firmennachrichten.

Nordiska Aviatik-Aktiebolaget Stockholm wurde mit 300 000 Kronen Aktienkapital zur Herstellung von F'lugzeugen gegründet. Vorstand sind die Herren Advokat Sven Aronsson (Vorsteher), Freiherr Carl Cederström (Direktor) und Kämmerer V. Kjellberg, mit Bankdirektor Gerh. Magnusson als Stellvertreter.

Robert Bosch, Feuerbach (Württbg.) Zweigniederlassung der Firma /

Robert Bosch in Stuttgart. Dem Kaufmann Hugo Borst, Ingenieur Gottlob Honold, Oberingenieur Heinrich Kempter, Ingenieur Gustav Klein und Kaufmann Ernst Ulm er, sämtlich in Stuttgart, ist Gesamtprokura erteilt.

Rheinisch-Westfälische Flug- und Sportplatz - Gesellschaft m. b. H., Wanne i. Westf. Ueber das Vermögen der Firma ist das Konkursverfahren eröffnet. Bucherrevisor Lafeld in Gelsenkirchen, Kaiserstr., ist zum Konkursverwalter bestellt.

Auto- und Fluirzeugneuhelten Paul Pallas, Dresden. Kaufmann Paul Friedrich Pallas in Dresden ist Inhaber, Prokurist: Kaufmann Johannes Julius August Hey de in Dresden.

K. Mohns & E. Sohn, Luftschraubenfabrik, Bei lin-Baumschulenweg, früher Berlin-Johannisthal. Gesellschafter: Karl Mohns, Berlin-Baumschulenweg, ist alleiniger Inhaber, Einzelprokurist: Walter Meienburg zu Berlin.

„Flugwerk Deutschland Gesellschaft mit beschränkter Haftung" Brand bei Aachen. Die Liquidation der Gesellschaft ist beendet. Die Firma ist erloschen.

Militär-Fliegerschule Schneidemühl, Gesellschaft mit beschränkter Haftung Schneidemühl. In das Handelsregister wurde folgendes eingetragen: Der bisherige Geschäftsführer Otto Wiener ist von seinem Posten als Geschäftsführer abberufen worden.

Literatur.

Der Eindecker und sein Ban von Walter Vogelsang. Verlag Volckmann

Nachf., Berlin-Charlottenburg 2 Preis geb. M. 2,50. enthält in gedrängter Kürze eine Beschreibung ohne jedwede Berechnungen des Baues in der Hauptsache von einem Bleriot-Eindecker.