HAUPTSEITE ]

Zeitschrift Flugsport, Heft 16/1916

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 16/1916 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

PDF Dokument

Sie können auch das originale Abbild im PDF Format in hoher Druckqualität gegen Zahlung einer Lizenzgebühr herunterladen. Sie können das PDF Dokument ausdrucken, am Bildschirm komplett mit Abbildungen vergrößern und besser lesen oder in Ihre Publikationen übernehmen. Nutzen Sie bitte vor dem Kauf die kostenlosen Leseproben von Heft 22/1919, Heft 23/1933 und Heft 4/1944, um die Qualität der PDF Dokumente zu prüfen.

 » PDF Download


Jllustrirte

Nn 1fi technische Zeitschrift und Anzeiger """T^1.8

HU- ID ra pro Jahr M. 14.-™

2 August ""Ül" -as gesamte Ausland

. l. hui -« tl per Kreuzband

m m-m- „Flugwesen"

unter Mitwirkung bedeutender Fachmänner herausgegeben von

Telef. Hansa 4557 Oskar UrsinUS, Civilingenieur. Tel.-fldr.: Urslnus.

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Balinhof3p(atz 8. — Erscheint regelmäßig 14tägig. — - Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, die Post und den Verlag.

Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Queliunantrabe gestattet.

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 16. August.

Geringer Fortschritt im Flugwesen bei unseren Gegnern im 2. Kriegsjahre.

Die Ueberlegenheit unseres Flugwesens gegenüber unseren Gegnern hat sich im zweiten Kriegsjahre noch vergrößert. In der Organisation und in der Ausbildung der Flieger haben unsere Gegner alle verfügbaren Kräfte bis an die äußerste Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ausgenützt. Hierin würden noch größere Anstrengungen zu keinem Fortsehritt führen.

Andererseits hat die technische Vervollkommnung der Flugzeuge unserer Gegner mit den sich fortgesetzt steigernden Erfordernissen nicht Schritt halten können. Man braucht nur die erbeuteten Maschinen zu studieren, an den Einzelheiten, wie der Bau durchgeführt ist, was für Materialien verwendet worden sind, kann man feststellen, daß die ausländische Flugzeugindustrie mit der unsrigen nicht im Entfernsten Schritt halten konnte. Der Mangel an .selbstständiger gediegener Ingenieurarbeit ist bei den meisten Maschinen augenscheinlich. Es fehlen die technischen Kräfte mit dem zielbewußten und fortgesetzt verbessernden Arbeiten, das unseren deutschen Ingenieuren in ihrer Gründlichkeit eigen ist.

Dasselbe gilt nicht nur .rein im Flugzeugbau, sondern in gleichem vollen Maße vom Motorenbau. Wenn jetzt auch unsere Gegner versuchen, unsere Maschinen und Motore zu kopieren, so werden sie, wenn es gelingt, in einem halben Jahre das besitzen, was wir vor einem halben Jahre besesseü haben. Sie werden auch dann immer wieder im Rückstände sein.

Seite l'Jl

.FLUGSPORT".

No. 1ft

Amerikanische Hochkonjunktur

in der Flugzeugindustrie.

Die umfangreichen Kriegslieferungen in Amerika haben eine besondere Organisation für die in Frage kommende Industrie nötig gemacht. Der technische) Leiter derselben ist Edison. In der Unterabteilung Flugwesen dirigiert Orville Wright. Tn technischer Hinsicht war Orville Wright wenig produktiv. Mit dem Tode Wilbur Wrights ist die, Entwicklung des „Flugzeuges" stehen geblieben. Während Wilbur Wright still und bescheiden war, sucht sein Bruder Orville Wright das, was der Name Wright in der geschichtlichen Entwicklung des Flugwesens war, geschäftlich auszunutzen. Er glaubt sich besonders sachverständig und sagt, daß der militärische Wert des Flugzeuges sich erhöhen würde, wenn das Flugzeug in großer Anzahl zur Vernichtung von Verkehrseinrichtungen, Magazinen und Viadukten zu verwenden wäre. Er begründet dies damit, daß die Gegner (damit meint er die Deutschen) in Geschwadern von 30 bis 40 sogar 70 Flugzeugen aufgetreten seien. Wilbur Wright gibt dann schließlich in einer Pressemitteilung zu, daß die Entwicklung der Flugtechnik in Amerika zurückgeblieben sei. Es hätte richtiger heißen müssen gegenüber der deutschen. Das sagt er nicht, denn das ist j.i der Gegner! „Aber", prophezeit Wilbur Wright, „die amerikanische Flugzeugindustrie wird sicher demnächst mit einer Ueberraschung aufwallen."

Vorläufig ist von Amerika unseren flugzeugbedürftigen Gegnern nur das minderwertigste geliefert worden. Man mußte es nehmen, weil man nichts anderes hatte und außerdem noch schwer bezahlen für Erzeugnisse, die in Deutschland niemals Absatz gefunden hatten.

Interessant ist eine Ausfuhrstatistik, welche die „Straßb. Post" veröffentlicht. Unsere Gegner haben gekauft:

(Juli

1914 August

[ September (Juli

1915 August

(September in den 9 r . .„,, Monaten P^' ^JJ schließend) " jojg

mit dem l » Das sind

Flugzeuge

im Gesamtwert von

Durchschnittswert

2

16000 M

8000 M

1

6000 „

6000 „

15

88400 „

13 280 „

138

3 520000 „

25500 „

62

2354000' „

38000 „

15

407800 „

27200- „

16

195600 „

12 220 „

3j

680000 „

22660 „

349

9675200 „

27780 „

monatlich: 1913

l5/4; 1914: 3'/3; 1915: 39 Stück. Die Zahlen zeigen klar, wie die Amerikaner die Konjunktur auszunutzen verstanden. Nachdem der Juli 1915 die großen Bestellungen gebracht hat, geht sofort der Preis außerordentlich in die Höhe, wobei, allerdings auch vielleicht, die Vergrößerung der Flugzeugbauarten mitspielt. Groß kann aber dieser Kjnflnö nicht sein, denn sobald die Ankäufe im folgenden Monat kleipftr werden, sinkt der Durchschnittspreis sofort um mehr als ein Viertel; Die Verluste durch Versenkung der Transportschiffe durch Torpedos können auch keinen Einfluß haben, denn alle Waren mußten »ja vor Verlassen der amerikanischen.

No. lfi

Seile 422

Häfen bezahlt sein. Wir wissen, daß etwa die Hälfte der o-t'.j Flugzeuge des Jahres 1915 auf dem Meeresgründe liegt! Heute bezieht die Entente ununterbrochen große Mengen von Flugzeugen aus Amerika, täglich etwa 15 Stück, und der Preis wird gewachsen sein im Verhältnis der oben angeführten Monatsliefernngen. Bis September dieses Jahres dürfte sich demnach der Durchschnittswert eines Flugzeuges auf 33(X)ÜM. stellen — also monatlich etwa für 15 Millionen Mark; „Wert" ist freilich zuviel gesagt, denn allzuviel sind sie nicht wert, es kommt eben nur der Preis so hoch. Es würde zu weit führen, wollten wir hier untersuchen, wie weit diese Lieferungen für unsere Gegner von Nutzen, wie weit von Nachteil sind. Jedenfalls ist beides

Amerikanischer Thomas-Doppeldecker mit Stirnkühler.

in sehr erheblichem Maß damit verbunden; denn u. a. erhalten die Verbandsmächte mehr Flugzeuge —- und dazu noch schlechte —, als sie brauchen können, da sie die Flieger dazu gar nicht aufbringen können, andererseits sparen sie die Arbeitskräfte und entlasten ihre Fabriken, sodaß sie sich z. B. mehr der Munitionserzeugung widmen können.

Weiter soll auf Anregung des Amerikanischen Aero-Clubs demnächst in Amerika ein Miliz-Fliegerkorps zusammengestellt werden, wozu bereits 16 Staaten Nordamerikas ihre Einwilligung gegeben haben. Die Kosten für die Anschaffung und Unterhalt der Flugzeuge und Flieger sollen durch Sammlungen zusammenkommen. Ist das die Fortsetzung von dem Programm von Santos Dumont?

Seil« 42.5 _ ,. F I, r (; s r 0 KT". No. 1«

Fliegerleutnant Parschau gefallen.

Der Königsberger Flie.gerlc.iifnant Otto l'ursolmu, Führer einer Fliegerstaffel, der erst jüngst für den Abschuß des achten feindlichen Flugzeuges mit. dem Orden Pour le inerite aiisgezeichneL will de, ist Königsberger Blättern zufolge im Lnftkampf am '21. Juli gefallen.

Mit Leutnant Parschau hat wieder einer unserer erfolgreichsten Flieger den Heldentod gefunden. Acht feindliche Flugzeuge hat. er im Luftkampfe hevunlei geholt und stand damit zugleich mit den Leutnants Mulzer und Altlmus an fünfter Stelle unter den erfolgreichsten Luftki'impi'eru. Parschau wurde LS'.iO als Sohn eines Rittergutsbesitzers in Bnrggarton. Kreis Ürtelslmig, geboren, hat also ein

Friegerleutnant Parschau f

Alter von kaum. 2(3 Jahren erreicht,. Nach dem Besuche der Gymnasien in Alienstein und Barteusteiti trat er am 30. Mai l'.llO beim Infanterie-Regiment Nr. 151 als Fahnenjunker ein und wurde nach dem Besuch der Kriegsschule in Hannover am 13. September 101 I zum Leutnant befördert. Am 1. April 191.3 wurde Parschau behufs

Seite 4'24

Ausbildung zum Fliegeroffizier nach Johannisthal abkommandiert. Dann war er als Flieger in Dannstadt und Hannover tatig. Seinen Ruf als Flieder begründete er noch zn Pricd«ns/.citcn. als er im Jahre 1914 kurze Zeit vor Ansbrnch des Krieges am I hsimarkenflug teilnahm. Er vollendete damals die erste Ktsij-iHs Breslau Posen als zweiter; im Gesamtergebnis war er siebente!' unlur zwanzig Teilnehmern ; er errang den dritten Offizierspreis und den Ehrenpreis des Prinzen Friedrich Sigismund von Preußen, fra Kriege ist er dann als Kampfflieger bald einer der Beuten und Tüchtigsten seiner Waffe geworden. Das hat er auch bei seinem letzten Flug bewiesen, wobei es ihm trotz des schweren Bauchschusses, den er erhalten hatte, vermöge seiner Geistesgegenwart und Willenskraft gelang, das Flugzeug unversehrt in unseren Linien zu landen.

Unsere bisherigen Fliegererfolge.

Von einem Fliegerhauptmann wird der „Straub. Post" geschriet« n: The in einigen der letzton Heeresberichte angegebenen Zahlen über die beiderseitigen Filegerverlnsto im Westen tiedeuten einen bisher unerreichten Erfolg unserer Fliegerwaffe. Im AI ä r z war die GesamUruote schon mit 44: 14 sehr erfreulich, die letzten Zahlen übertreffen alles bisher Dagewesene. Was die Fliegerwulfe als solche am meisten angeht, sind die Verluste im Luftkanipf, während die anderen Abgänge wohl mehr oder weniger auf das Konto der Abwehrartilleristen zn setzen sind. Im März stellten sieh die Zahlen im Luftkanipf auf 38:7, wie 5:1, schlecht gerechnet für uns. Im Monat Juni stehen aber unseren zwei im Luftkampf abgeschossenen Flugzeugen 23 feindliche gegenüber, das bedeutet mit ungefähr 12: I eine ausgesprochene Ueberlegenheit, an der auch englisch-französische Ableugnungsversuche nichts ändern können. Unsere Oberste Hoercsleitung hat ja den Gegnern schon den Gefallen getan und die Liste all der '22 Flugzeuge mit genauen Angaben veröffentlicht, die in unsere Hand fielen, und den Gegner aufgefordert, ein Gleiches zu tun, aber bis jetzt hat er geschwiegen, es ist wohl auch anzunehmen, daß er es weiter tut, denn er kann den Tatsachen nichts zur Widerlegung gegenüberstellen. Eigentlich muß man gerechterweise der Zahl 22 folgendes abrechnen: einmal die drei Flugzeuge, die unfreiwillig in unseren Linien landen mußten, ferner das eine, das beim Aussetzen eines Spions in unsere Hand fiel. Dann bleiben aber immer noch 19 Verluste gegenüber unseren beiden im Luftkampf, denn es ist vielleicht anzunehmen, daß gerade die drei nicht im Luftkanipf flügellahm geschossen wurden, sondern von Abwehrartiltevisten, und dann ist. das Verhältnis immer noch 1 :9 bezw. 10.

Die Zahl der durch Abschuß von der Kr de vernichteten und der vermißten Flugzeuge ergeben 14 :5. Es mag eigenartig erscheinen, daß wir im Verlauf eines ganzen Monats durch Abschuß von der Erde nur ein Flugzeug verloren haben sollen, während wir bei unseren Gegnern 10 heruntergeholte Vögel melden. Auch das erklärt sich: der Abschuß von der Erde wurde bisher immer als PcK oder eine natürliche Folge von Leichtsinn angesehen, denn wenn man das Treffen des Artilleristen auch nicht gerade als Gliieksache betrachten darf, so weiß

No. 16

doch jeder, daß ein gewandter Flugzeugführer durch Aufsuchen großer Höhen und durch geschickte Manöver sich der Artillerie einigermaßen ontziehezi kann. Schnello und steigfähige Maschinen in der Hand eines gewandten Führers machen dem Artilleristen das Treffen überaus schwer. Daß wir auf auderem artilleristischen Gebiete die ausgesprochene LTeber-legenheit über unsere Gegner haben, ist bekannt, also weshalb sollen wir diese Zahlen nicht auch dadurch allmählich erreicht haben, daß sicli unsere Abwehrgeschütze gerade in letzter Zeit in hervorragender Weise vervollkommnet haben?

Die unfr e i wi 1 ige n Landungen von Flugzeugen in der gegnerischen Linie können zwei Gründe haben, entweder sie sind stark angeschossen und müssen flügellahm niedergehen oder sie haben sich verirrt, besser „verfranzt", meist aber wird das erstere der Fall sein. Die Landung zum Zweck des Aussetzens von Spionen ist letzten Endes nichts Neues. Die Franzosen versuchten es auf dem Luftwege

An der Partner Front abgest/iossener Maurice Farmtin mit 00 PS Juriner Fiat (Copic Mercedes), ausgerüstet mit 2 Mea Magneten, Bosdikerzen etc. Derselbe treibt eine zweiflügelige R^egi-Frcres-Schraube von 2,6 m Durchmesser und ta in Steigung an.

bekanntlich schon früher und wurden dabei gefaßt. Da im Krieg jede anständige List erlaubt ist, ist dagegen schließlich nichts einzuwenden. Unsere Gegner haben es in dieser Beziehung immerhin noch leicht, da sie im Land, das ja früher einmal ihr eigenes war, mit der Unterstützung solcher Unternehmungen durch die Landeseinwohner rechnen können.

Im Ganzen können wir auf die Kekordziffern des letzten Monats und auf die der früheren recht stolz sein. Gerade der Junierfolg in der Luft übertrifft alle früheren. Der Krieg hat die Luftkarnpfmittol erst geformt und aus ihnen das gemacht, was nur eben de'- Krieg aus ihnen machen konnte. Kein Führer will nach zweijähriger Kriegs-eifahrung auf die wertvolle Fliegermeldung verzichten, besonders nicht im Stellungskrieg, denn sie ist schnell und sicher, ein Irrtum z. ß. bei der photographischen Lufterkundung fast ausgeschlossen. Was liegt also näher, als daß jeder mit allen erdenklichen Mitteln und Kräften verhindert, dal.! ihm der Gegner aus der Luft in die Karten sieht und seine Gegenmaßnahmen trifft, ehe es zu spät ist V Dann schickt er seine Luftstreitkräfte ab und sagt ihnen: Laßt keinen über die Linie und deckt meine Erkundungsflugzeuge, die mir Nachricht

vom Feinde bringen sollen..... Und dann schwirrt es von früh bis

spät in der Luft herum, beim Morgengrauen sind die ersten schon tätig, um auf dem Posten zu sein, wenn es hell wird. Und wenn es dunkel geworden (st, setzen die letzten beim Licht der Scheinwerfer

und Fackeln auf..... Die Nacht verbietet dem Feinde sowieso den

Einblick, und am nächsten Morgen geht es von neuem los.....

Ein Angriff deutscher Flugzeuge auf Reval.

Der finnische Meerbusen ist bisher im allgemeinen vom Kriegslärm verschont geblieben. Dichte Minensperren, die die Russen an seinen Eingang legten, schließen ihn ab gegen die Ostsee, und hinter diesen Sperren verbirgt sich die russische Flotte in ihren Schlupfwinkeln, um nur gelegentlich, wenn deutsche Schiffe nicht in Sicht sind, kurze Fahrten auf die Ostsee zu unternehmen. Denn Mut, sich zu offenen Kämpfen zu stellen, hat sie bisher nicht gefunden, obwohl unsere Schiffe auf ihren häufigen Fahrten in die nördliche Ostsee ihr hierzu reichliche Gelegenheit boten. Auch jetzt wieder sind unsere Seestreitkräfte vor dem finnischen Meerbusen erschienen, ohne daß der Gegner sich sehen ließ. Und doch wußte deutsche Kühnheit ihn zu finden. Deutsche Seeflugzeuge drangen in den Meerbusen ein und statteten Keval einen Besuch ab. Hier in dem wichtigen russischen Kriegshafen, der etwa 200 km vom Eingang des Meerbusens an dessen estländischer Südküste liegt, war ein großer Teil der russischen Flotte versammelt und bot unseren Flugzeugen ein gewichtiges Ziel. Kreuzer, Torpedoboote, U-Boote und die militärischen Anlagen des Hafens wurden ergiebig mit Bomben belegt, und zahlreiche Treffer wurden einwandsfrei beobachtet. Ein russisches Unterseeboot erhielt allein vier Treffer, in den Werftanlagen brachen Brände aus. Unsere Flugzeuge kehrten dann sämtlich zum Eingang des finnischen Meerbusen zurück, wo die deutschen Seestreitkräfte sie erwarteten und aufnahmen.

Seilet „FLUGSPORT". No. n;

Wärmehandschuhe für Flugzeugführer.

In England sind verschiedene Einrichtungen im Gebranch, welche dazu dienen, bei sehr tiefer Temperatur den Flugzeugführer vor dem Steif werden oder sogar Erfrieren der Finger zu schützen. Die be-sonders für diesen Zweck gefertigten Lederhandschuhe enthalten ein System von litzenartig durchgebildeten Widerständen, die um die Fingerspitzen bezw. den Handrücken gruppiert sind. Diese Widerstände endigen in zwei .Kontaktknöpfen a und b, vergleiche die beistehende Abbildung. An dem Steuerrad befinden sich links und rechts zwei mit einer Stromquelle verbundene Kontaktschienen mit entsprechenden Aussparungen.

Sobald die bland das Steuerad erfaßt, wird der Stromkreis geschlossen und die Prostaten in den Handschuhen erwärmt.

Sollte die Temperatur zu hoch steigen, so kann durch einen Ausschalter der Stromkreis unterbrochen weiden. Die Temperaturerhöhung betrug bei einem Versuch 40".

Deutsche Antwort auf die völkerrechtswidrigen französischen Fliegerangriffe.

Die immer frecher werdenden französischen Fliegerangriffe auf offene deutsche Städte und Orte, die außerhalb des Kampfgebietes liegen, veranlaßto die deutsche Heeresleitung zur Ankündigung von Vergeltungsmaßregeln im gleichen Sinne. Daß diese nach dem nächsten Ueberfall französischer Flieger keine leeren Worte sein werden, wird wohl die Tat beweisen, wenn inzwischen d:is französische Fliegerkorps-

Wugtecfynifctje

ftundfetjau

Inland.

Mit dein Eisernen Kreuz II. Klasse wurden aiisge/eicliriei: k. Oberltn. d. R. Benno Fiala, Ritter von Fernbrngg, k. Ii. k. Oberltn. d. R. Josef Glanz, k. u. k. Oberltn. l'ranz Hellmann, Ltn. d. R. Robett Sommer, Vizefeldwebel Nolle, meier, Unteroffizier u. Flugzeugführer Max Krauss, Unteroffizier K issner und Marineflieger Kocli. Das Eiserne Kreuz I. K'asse wurde verliehen: Ltn. Reibedanz, Feld-»vebelltn. Sperling. Vizefeldwebel Wen dt. Vizefeldw. Rudolf Grün, Flug-/em;fiilirer Karl Wer/inirer und dem in türkischen Diensten stehenden Ltn F ii n f h a ii s e n.

nicht vorzieht, seine Anfgabeu aufF einem anderen Gehie! zu suchen. Der amtliche Bericht vom 20. Juli lautet:

Tu der Nacht vom 17. zum 18. Juli hat ein erneuter französischer Fliegerangriff auf eine offene deutsche Stadt stattgefunden. Das Ziel war die kleine Schwarzwaldortschaft Rändern, in der eine Krau mit ihren vier Kindern getötet wurde. Nach heutigen ergänzenden Nachrichten sind auch die Seh warzwaldortsclialteii Holzen und Mappach angegriffen worden. An beiden Orten entstand aber nur unbedeutender Sachschaden. Die drei Ortschaften liegen, wie alle jenseits des Rheines von unseren Gegnern gewählten Ziele, außerhalb des Operationsgebietes und sind ohne jede militärische Bedeutung.

Deutsche Luttangriffe sind bisher nur gegen Festungen oder gegen Anlagen in Ortschaften gerichtet worden, die innerhalb des Operationsgebiets als ßalmknotenpunkte, Truppenlager oder -Verladestationen in unmittelbarem Zusammenhang mit den Operationen stehen. Alle im französischen Funkspruch vom 28. Jnni nachmittags genannten Ortschaften, Bethune, Amiens, Hazebronck, Bar-le-Duc, Epernay, Fisrnes, St. Die, Gerardmer, Lnneville, Baccarat und Raon l'Etape, entsprechen diesen Voraussetzungen.

Der erneute französische Angriff gegen die militärisch bedeutungslosen kleinen Schwarzwaldortschaften zeigt, wie die Angriffe auf Freiburg und Karlsruhe, die Absicht, Luftangriffe nicht, gegen militärische Anlagen oder Truppen, sondern gegen die friedliche, wehrlose Bevölkerung des Hinterlandes zu richten

Die Versuche der französischen Heeresleitung, sie als Vergeltungsmaßregeln zu rechtfertigen, sind nicht stichhaltig. Vielmehr werden wir gezwungen sein, unsere bisher zu Bombenangriffen noch nicht eingesetzten starken Kampfgeschwader für diesen Zweck zu verwenden ; eine große Zahl friedlicher französischer Städte, außerhalb des Operationsgebietes liegt erreichbar für unsere Luftgeschwader vor unseren Linien.

war als Ingenieurlentnunt einer k. u. k. Luftschifferabteilung zugeteilt und lud sieh im Felde das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapfer keitsinedaillc erworben.

Von der Front.

9. Juli. Wien: Unsere Flieger warfen nordwestlich von Dubno auf eine erwiesenermaßen nur von einem russischen Korpsstab belegte Gehöftgruppe Bomben ab. Der Feind hißte auf den bedrohten Häusern ungesäumt die Genfer Flagge. Nachts belegte ein Geschwader unserer Seeflugzeuge Pieris, Canziano, Bcstrigna und die Adria-Werke mit Bornben.

10. Juli. Deutscher Bericht: Der Flugdienst war beiderseits sehr rege. Unsere Flieger haben fünf feindliche Flugzeuge (eins bei Nieuport-Bad, zwei bei Cainbrai, zwei bei Bapaume) und zwei Fesselballons (je einen an der Sornrne und an der Maas) abgeschossen. Die Oberleutnants Walz und Gerlich haben ihren vierten, Leutnant Leffers seinen fünften, Leutnant Parschau seinen achten Gegner außer Gefecht gesetzt. Dem letzteren hat Seine Majestät der Kaiser für seine hervorragenden Leistungen den Orden Pour le nrerite verliehen. Deutsche P'lugzeuggeschwader griffen feindliche Unterkünfte östlich des Stochod erfolgreich an. — Englische Meldung: Kurz vor Mitternacht besuchten feindliche Flugzeuge die Südostküste. Es wurden anscheinend ungefähr fünf Bornben abgeworfen. Bisher wurde kein Schaden gemeldet. Abwehrkanonen nahmen den Kampf gegen die Flugzeuge auf. Der mitternächtliche Angriff auf Südost-Kent wurde von einem einzigen Flugzeug ausgeführt. Es wurden 7 Bomben abgeworfen, die außer einigen zerbrochenen Fensterscheiben keinen Schaden verursachten.

11. Juli. Deutscher Bericht: Bei sehr reger Fliegertätigkeit ist es zu zahlreichen Luftgefechten gekommen, in denen der Feind an der Somine und westlich von Vouziers je zwei Flugzeuge verlor. Außerdem wurde ein englischer Doppeldecker bei Courcelette (an der Straße Bapaume—Albert) durch Abwehrfeuer heruntergehe t. Unsere Fliegergeschwader haben Truppenausladungen bei Horodzieja (Strecke Baranowitschi—Minsk) ausgiebig mit Bomben belegt und ihre Angriffe auf russische Unterkunftsorte östlich des Stochod wiederholt Im Luftkampf wnrJe je ein feindliches Flugzeug bei Worontscha (westlich von Zirin) und westlich Okonsk abgeschossen. Berlin: Zwei deutsche Marineflugzeuge haben in der Nacht vom 10. zum 11. Juli Calais und das Truppenlager bei Brays-dunes mit Bomben belegt. Die Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt. — Wien: Unsere Seefingzeuge belegten militärische Anlagen und den Bahnhof von Latisana ausgiebig mit Bomben, die mehrere große Brände verursachten. Feindliche Flieger warfen in den Judicarien auf Tione Bomben ab. ..... Französischer

Bericht: In der Gegend der Sonime lieferten unsere Flugzeuge gestern vierzehn Kämpfe. Vier feindliche Flrrgzeuge, die durch unsere Maschinengewehre ernstlich getroffen wurden, waren gezwungen, jäh herunterzugehen. Einer unserer Flugzeugführer konnte sein brennendes Flugzeug in unsere Linien zurückbringen und ohne Unfall landen. Unsere Beschießungsgeschwader waren in der Nacht vorn 10. zum 11. Juli tätig. 220 Granaten wurden auf verschiedene Bahnhöfe abgeworfen, von denen lebhaftes Treiben gemeldet war, hauptsächlich auf die von Hain, La rare und Chauny.

12. Juli. Deutscher Bericht: Ein englischer Doppeldecker wurde bei Athies (iiidliclr von Pcronne) in unseren Linien zur Landung gezwungen, ein feindliches Flugzeug stürzte bei Soyecourt, eins in unserem Abwehrfeuer bei Chattancourt ab. Bei Dombasic (westlich der Maas) wurde ein Fesselballon durch unsere Flieger ab-

Nu. in

Seile -1.2

geschossen. Unsere Fliegergeschwader haben ihre Aiigrilfstütigkeit östlich des Stochod fortgesetzt: ein feindlicher Fesselballon wurde abgeschossen. — Sofia: Die von unseren Fliegern entfaltete F.rkiiiiduiigstatigkert nimmt täglich zu. Sie legen Proben bemerkenswerter Rührigkeit ab. — Petersburger Zeitungen berichten, daß in den letzten Tagen viele erfolgreiche deutsche Flieger- und Zeppeiiuniigriffe auf militärisch bedeutsame russische Ortschaften, sowie auf Saniniel- und Eisenbahnknotenpunkte, die dein russischen Aufmarsch wichtige Dienste leisten, stattgefunden haben. Besonderen Erfolg hatten die Unternehmungen gegen Riga. Dünaburg, Minsk, Luzk und Kanienetz.-Podolsk, wo durch Bombenabwürfe großer Schaden angerichtet wurde. Infolgedessen hat der Abschnitlskoininandeur von Minsk, General Lesch, befohlen, in Zukunft weit strengere V'orsiclil siiiuurc-goln zur Abwehr feindlicher Luftangriffe zu treffen.

13. Juli. Konstantinopel. F.iu feindlicher Doppeldecker wurde von cim-rn unserer Flugzeuge verfolgt und mußte bei Tenedos landen.

14. Juli. Deutscher Bericht: Unsere Flugzeuggeschwader wiederholten mit Erfolg ihre Angriffe östlich des Stochod.

15. Juli. Deutscher Bericht: Auf die mit starkem Verkehr belegten Bahnhöfe an der Strecke Sinorgon—Molodesclnro winden zahlreiche Bomben abgeworfen. Gegen Truppentransportvcrkebr auf dem Bahnhof Kiwercy (nordöstlich von Luck) erzielten unsere Flugzeuggeschwader gute Treffergebnisse. — Konstant! nopel: Im Abschnitt von Smyrna warf ein feindlicher Flieger wirkungslos Boniben auf die Umgebung von Soeke. Paris: Zur Vergeltung für die feindlichen Bombenwürfe auf die offene Stadt Luneville in der Macht vom 24 zum 25. Juni warf einer unserer Flieger in der vergangenen Nacht aus einer Höhe von 500 m mehrere Granaten schweren Kalibers auf die Stadt Müllheim (am rechten Ufer des Rheins).

16. Juli. Deutscher Bericht: Westlich von Loos wurde ein feindliches Flugzeug durch Infanterie abgeschossen. Es stürzte in unser Hindernis ab; ein durch Abwehrfeuer beschädigter Doppeldecker fiel bei Nesle in unsere Hand. — Wien meldet: Feindliche Flieger belegten Vielgereuth erfolglos mit Bomben. Im Gebiete von Tofana brachen wiederholte Angriffe der Italiener zusammen.

17. Juli. Deutscher Bericht: Am 15. Juli sind außer dem gestern berichteten zwei weitere feindliche Flugzeuge aulier Gefecht gesetzt worden; das eine im Luftkampf hinter der feindlichen Linie südlich der Somme, das andere durch Abschuß von der Erde bei Dreslincourt (Oise) in unserer Front — — Oesterr.-ungar Bericht: Ein Geschwader von Seeflugzeugen hat in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli die Bahnhofsanlagen und militärischen Objekte von Tre-viso sehr wirkungsvoll mit 90 schweren und leichten Bomben belegt. Ein Flugzeug wird vermißt. — Französischer Bericht: In der Sommegegend waren die französischen Kampfflieger sehr tätig. Vier deutsche Flugzeuge wurden von den unseren über den feindlichen Linien angegriffen und abgeschossen, zwei andere wurden ernstlich beschädigt und zum Landen gezwungen. In der Gegend von Verdun setzte ein französischer Flieger einen deutschen Fesselballon in Brand. In der Nacht vom lö. zum 16. beschoß ein französisches Fluggeschwader die Bahnhöfe von Hombleux und Roisel und eine schwere Batterie in der Gegend des letztgenannten Bahnhofes. In der gleichen Nacht warf ein anderes Geschwader zahlreiche Geschosse auf den Bahnhof von Ablecourt und die Haltestellen Tergnier und Chairriy. Am Morgen des Iii. wurden zwei feindliche Flugzeuge in der Sommegegend abgeschossen, eines davon vorn Leutnant Guynemer, der damit sein zehntes feindliches Flugzeug zur Strecke gebracht hat. Am 15. schoß Sergeant Rochefort sein fünftes feindliches Flugzeug ab. Italienischer Bericht: Am Tage des 15. Juli beschossen unsere Flugzeuge feindliche Lager in der Gegend von Folgaria.

Sun--iv; ,. FMKISrOUT"

Gestern grolle Fliegerlätigkeit auf Seiten des Feindes. Man meldet die Bombardierung verschiedener Orte im Camonica- und Etsclitale. F.s waren weder (Jpfer noch Schaden zu beklagen. Feindliche Flugzeuge, die versuchten, sich gegen Bergamo, Brescia und Padua zu wenden, wurden durch das Feuer unserer Batterien verjagt. Letzte Nacht bombardierten Seeflugzeuge Treviso. Es waren ein Toter, einige Leichtverletzte und einiger Schaden zu beklagen. Feines der feindlichen Seeflugzeuge wurde durch unser Feuer abgeschossen, die zwei Flieger wurden getötet. Der „Agenzia Stefani" zufolge wurden bei der Unternehmung eines österreichischen Flugzeuges gegen Spezia am 11. Juli fünf Bomben abgeworfen. Vier Personen wurden getötet und 20 verwundet. Das Flugzeug, das den Weg über Mantua und Parma nahm, kehrte über Parma zurück.

18. Juli. Amtliche Meldung aus Berlin: Am 17. Juli griffen drei russische Flugzeuge einen Teil unserer leichten Seestreitkräfte am Eingang zum Rigaischen Meerbusen an und warfen ohne Erfolg Bomben ab. Durch unser Abwehrfeuer wurde ein Flugzeug abgeschossen, die beiden anderen wurden vertrieben. Das abgeschossene russische Flugzeug wurde von einem deutschen Torpedoboot geborgen. - Italienischer Bericht: Feindliche Flugzeuge warfen Bomben ab auf Ospedaletto, ohne Schaden zu verursachen. Unsere Flugzeuge bombardierten die Station San Andrea, südlich von Görz und erzielten dort Volltreffer.

19. Juli. Berlin (amtlich): Auf die Bahnhöfe Horodzieja und Pogorjelzy der mit Truppen-Transpoi ten belegten Strecke Minsk-Richtung Baranowitschi wurden von unseren Fliegergeschwadern erfolgreich zahlreiche Bomben abgeworfen. Am 18. Juli früh gnf en deutsche Seeflugzeuge die im Kriegshafen von Reval liegenden feindlichen Kreuzer, Torpedokoote, U-Boote und dortigen militärischen Anlagen mit Bomben an. Zahlreiche einwandfreie Treffer wurden auf den feindlichen Streitkräften erzielt, so auf einem U-Boot allein vier. In den Werftaningen wurden große Brandwirkungen hervorgerufen. Trotz starker Beschießung von Land aus und trotz versuchter Gegenwirkung durch feindliche Flugzeuge kehrten unsere Seeflugzeuge sämtlich unversehrt zu den sie vor dem finnischen Meerbusen erwartenden Seestreitkräften zurück. Obwohl letztere infolge großer Sichtigkeit sehr frühzeitig vom Lande beobachtet und durch feindliche Flugzeugaufklärung festgestellt waren, zeigten sich keine feindlichen Seestreitkräfte. — Französischer Bericht: Ein deutsches Flugzeug wurde durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze in der Nähe von Braine östlich von Soissons zum Absturz gebracht; die Insassen sind gefangen. — Türkischer Bericht: An. der Irak-Front griff am 15. Juli eines unserer Kampfflugzeuge ein englisches Flugzeug an und beschoß es. Dieses wurde beschädigt und stürzte hinter den feindlichen Linien ab. Im Euphrat-Abschnitt wurde ein englisches Flugzeug abgeschossen und erbeutet. An der Kaukasus-Front wart ein feindliches Flugzeug, wirkungslos drei Bomben auf die Umgebung des Bahnhofes von Bulair. Es wurde durch das Feuer unserer Artillerie in die Flucht gejagt.

20. Juli. Deutscher Bericht: Bei Arras, Peronne, Biaches und bei Vermand sind feindliche Flugzeuge abgeschossen, zwei von ihnen durch die Leutnants-Wintgens und Hoehndorf. Dem Leutnant Hoehndorf, der erst am 15. Juli, wie nachträglich gemeldet wurde, einen französischen Doppeldecker südöstlich von Peronne abgeschossen hat, ist von Sr. Majestät dem Kaiser der Orden Pour le merite verliehen worden. — Wien: Die Besatzung, einer süddalmatinischen Insel schoß einen italienischen Flieger ab. Das Flugzeug ist verbrannt, die Insassen wurden gelangen. Am 19. früh überflogen drei italienische Seeflugzeuge das nördliche Inselgebiet und warfen einige Bomben auf Oertlichkeiten und gegen, verankerte und fahrende Dampfer, ohne den geringsten Schaden anzurichten.

No 10

No._16 „FLUGSPORT'*. Seiic^U

Zwei Flugzeuge wurden zum Niedergehen gezwungen, davon das eine ganz unbeschädigt von einem Torpedoboot eingebracht, die Insassen beider Flugzeuge, drei Offiziere und ein Unteroffizier, unverwundet gefangen genommen. — Französischer Bericht: Im Sommegebiet wurde gestern nachmittag ein deutsches Flugzeug östlich Peronne abgeschossen. Ein anderes deutsches Flugzeug zerschellte auf der Erde nahe Gremilly bei Verdun. Unsere zum Bombenwerfeiv bestimmten Flieger führten in der Nacht zum 20. Juli zahlreiche Unternehmungen aus. Die Bahnhöfe von Thonville, Montmedy und Brieulles, und Biwaks bei Azannes in der Gegend von Amiens erhielten zahlreiche Geschosse. Ebenso warf ein anderer Flieger acht Granaten schweren Kalibers auf die militärischen Anlagen von Lörrach nordöstlich Basel.

21. Juli. Deutscher Bericht: Ein im Luftkampf abgeschossenes feindliches Flugzeug liegt zertrümmert südlich von Pozieres, ein anderes ist nordöstlich von Bapaume in unsere Hand gefallen. — Französischer Bericht: Am 20. Juli und in der Nacht zum 21. Juli bewarfen französische Kampfgeschwader mehrere wichtige Punkte der deutschen Front, vor allem die Bahnhöfe von Conflans, Mars-la-Tonr, Longuyon, Brieulles nnd die Wegkreuzung von Harn mit zahlreichen schweren Geschossen. Da die offenen Städte Baccarat und Luneville erneut am 17. Juli,. 18. Juli und 19. Juli von deutschen Flugzeugen bombardiert wurden, die übrigens nur Sachschaden anrichteten, so wurde für künftige Vergeltungsmaßnahmen davon Kenntnis genommen. Ein deutsches Flugzeug warf heute früh Bomben auf Beifort. Der Materialschaden ist unbedeutend. — Russischer Bericht: 17 feindliche Flieger überflogen am 18. Juli den Bahnhof Samirja (Bahnhof von Norodzieja, 4'2 km nordöstlich Baranowitschi), warfen 28 Bomben auf das Sanitätspersonal und töteten 10 und verwundeten '23 von den dort in Behandlung befindlichen Soldaten

22. Juli. Deutscher Bericht: Der Flugdienst war Tag und Nacht beider-seits sehr tätig. Mehrfache feindliche Bombenangriffe haben nur geringen militärischen Schaden angerichtet, teilweise aber unter der Bevölkerung Opfer gefordert, so in Laon, wo eine Frau schwer verletzt und drei Kinder getötet wurden. Unsere Gegner verloren sieben Flugzeuge im Luftkampf und zwar viersüdlich von Bapaume und je eines südöstlich von Arras, westlich von Combles und bei Roye. Leutnant Wintgens hat seinen zehnten und elften, Leutnant Hoehndorf seinen zehnten Gegner außer Gefecht gesetzt. Seine Majestät der Kaiser hat seiner Anerkennung für die Leistung des Oberleutnants Freiherrn von AUhaus, der bei Roye Steger über einen französischen Doppelecker blieb, durch Verleihung des Ordens Pour le merite Ausdruck verliehen. — London : Die Flieger setzten gestern bei schönem Wetter ihre erfolgreichen Angriffe auf Punkte militärischer Wichtigkeit fort. Die feindlichen Flieger waren bis zum. Abend untätig. Dann kam es zu vielen Kämpfen hinter den deutschen Linien. Eines unserer Angriffsgeschwader traf mit elf deutschen Flugzeugen zusammen,, von welchen drei abgeschossen wurden, eines davon in Flammen. Ein anderer Kampf zwischen vier britischen und sechs deutschen Fliegern dauerte 45 Minuten. Ein Fokker wurde abgeschossen, ein anderer im Feuer schwer beschädigt. Die übrigen vier brachen das Gefecht ab. Während zahlreicher anderer Luftkämpfe wurde ein fünftes deutsches Flugzeug zum Landen gezwungen. Unsere Gesamtverluste während des Tages wargflein Flugzeug. Unsere Flugzeuge zerstörten gestern sechs feindliche Flugzeug^; mehrere andere zwangen wir, mit Havarien zutfanden. Eines unserer Flugzeuge wurde abgeschossen, zwei sind nicht zurückgekehrt. — Paris: Ein französisches Geschwader bombardierte gestern dreimal den Bahnhof von Metz-Sablon und warf dabei 115 große Granaten auf die Gebäude und die Geleise, wo große Schäden festgestellt wurden Ein deutsches.

vSeit.- „ |.' L IICS PORT". N... Hi

Flugzeug, das das (icschwailiT antritt, wurde abgeschossen. Ein französischer Apparat muiSte infolge einer I'aniie landen und ist nicht zurückgekehrt. Heute Vormittag warf ein deutsches Flugzeug Bomben auf Beifort. Es gab weder Verluste noch Schaden. Entgegen der Meldung in dem vorausgegangenen Berichte sind alle französischen Flugzeuge, die an der Bombardierung von Metz-Sahion teilnahmen, in unsere Linien zurückgekehrt. - Türkischer Bericht: Am 7. Juli türkischer Zeitrechnung griff ein feindliches Flugzeug zum zweitenmal ein Hospital auf Gallipoli an, das an zahlreichen Stellen durch grolle Abzeichen des Roten Halbmondes gekennzeichnet war. Die sieben abgeworfenen Bomben riefen weder Schaden noch Verluste hervor. Eines unserer Wasserflugzeuge warf mit vollem Erfolge mehrere Bomben auf einen feindlichen Flugzeiigschuppen am Hafen von Mudros und kehrte unversehrt zuiück. Eines unserer Flugzeuggeschwader bombardierte erfolgreich feindliche Truppenlager und wichtige Einrichtungen und Petroleumlager arn Hafen von Lues und kehrte in seinen Heimathafen unversehrt zurück. Ein feindlicher Flieger erschien über Sedd ül-Bahr: er wurde durch unser Feuer verjagt.

23. Juli. Deutscher Bericht: Die Stadt Müllhehn i. B. und in der Höhe gelegene Dörfer wurden gestern von einem französischen Geschwader mit Bomben beiegt. Wir haben zwei der feindlichen Flugzeuge im Luftkainpt abgeschossen und den Angriff sofort mit schwerem Feuer auf die Stadt Beifort beantwortet. — Französischer Bericht: Während des 21. Juli beschossen unsere F'lugzeuge den Bahnhof von Migneulles und in der Nacht vorn 21. zum 22. den Bahnhof von Diedenhofen, wo drei große Brände festgestellt wurden, ebenso die Bahnhöfe von Arnaville, Laön und Saint Ermes. In der Nacht vom 2'i. zum 23. Juli belegten wir von neuem den Bahnhof und militärische Anlagen von Diedenhofen mit Bomben. Im Laufe dieser Fliegerangriffe wurden 115 Bomben abgeworfen. Am Morgen des 22. Juli beschoß eine Gruppe von 12 französischen Flugzeugen militärische Anlagen von Müllheim. Bahnhof und Kasernen wurden mit zahlreichen Bomben beworfen, von denen die ineisten ihr Ziel trafen. Auf der Rückkehr lieferten unsere Flugzeuge einem feindlichen Geschwader eine Schlacht. Vier deutsche Flugzeuge wurden durch unser Feuer abgeschossen und zerschellten auf dem Erdboden. Zwei der unsrigen landeten in den feindlichen Linien. Heute morgen bewarf ein deutsches Flugzeug die Stadt mit Bomben, die nur Materialschaden anrichteten. — Türkischer Bericht: Ein feindlicher Flieger erschien über Sedd - Ul-Bahr; er wurde durch unser Feuer verjagt. Ein Monitor schleuderte, ohne jedoch eine Wirkung zu erzielen, fünf Geschosse auf den Küstenstrich von Seuga und zog sich dann zurück.

24. Jnti. Wien: Ein Seefingzeuggeschwader hat heute Nacht die militärischen Objekte von San Giorgio di Nogara, Gorgo-Monfalcone sehr wirkungsvoll mit schweren, leichten und Brandbomben belegt. Mehrere starke Brände wurden beobachtet. Trotz heftigster Beschießung kehrten alle Flugzeuge unversehrt zurück. — Paris: Im Laufe der Nacht bombardierte ein deutscher Flieger Lune-ville, wo eine Person verwundet wurde. Unterleutnant Chaput brachte gestern sein achtes Flugzeug zum Absturz, das bei Fresnes in der W'oövre niederfiel. Ein anderes deutsches Flugzeug, das von einem französischen FTieger angegriffen wurde, zerschellte bei Fort Vaux. In der Nacht vom 22. zum 23 Juli und während des 23. Juli bombardierten französische Flieger mit <si Geschossen den Bahnhof von Conflans, mit 40 die Baracken von Vigneulles und mit 25 die Kasernen und den Flugplatz von Dienze. Einer unserer Piloten, Unterleutnant Delorme, der schon sechsmal im Tagesbefehl genannt worden ist, hat sich noch durch eine Reihe weiterer Bombenwürfe auf vom Feinde besetzte Bahnhöfe ausgezeichnet.

25. Juli. Deutscher Bericht: Leutnant Baltlamus schoß südlich von Binarville einen französischen Doppeldecker ab und hat damit seinen vierten Gegner außer Gefecht gesetzt. Westlich von Burkanow wurde ein russisches Flugzeug im Luftkampf abgeschossen. — Französischer Bericht: Unterleutnant Nnngesser schoß am 22. Juli sein zehntes deutsches Flugzeug ab. In der Nacht vom 24. zum 2.5 belegte ein französisches Flugzeuggescliwader die Bahnhöfe Pierrepont und Longuyon und Biwaks bei Mangienncs mit Bomben.

2(j. Juli. Deutscher Bericht: Zwei feindliche Flugzeuge wurden nördlich der Sotnrne in unseren Linien durch Infanterie- und Maschinengewehrfeuer, eins nach Luftkanipf brennend in der Gegend von Luneville zum Absturz gebracht. Am 24. Juli wurde durch Volltreffer der Abwehrgeschütze ein französischer Doppeldecker in Richtung der Feste Souville abgeschossen. Unsere Flieger brachten durch Bombenabwurf und Maschinengewehrfeuer feindliche Truppentransportzüge •auf der Strecke Dünaburg-Polock und östlich von Minsk zum Halten. Deutsche Flugzeuggeschwader warfen ausgiebig und erfolgreich Bomben auf die mit Transporten belegten Bahnhöfe Pogorielzy und Rorodzieja, sowie in ihrer Nähe lagernde Truppen. Amtlich aus Berlin: Eines unserer Seeflugzeuggeschwader hat am 25. Juli abends die russische Fingstation Zerel auf Oesel angegriffen und mit Bomben belegl. Die Flugzeughallen und zum Starten bereitstehende russische Flugzeuge wurden getroffen. Trotz Beschießung durch feindliche Torpedoboote und Kampfflugzeuge konnte der Angriff planmäßig durchgeführt werden. Alle Flieger sind zum Stützpunkt zurückgekehrt. — Paris: In der Nacht vom 25. auf den 2(3. Juli warf eines unserer Geschwader 40 Granaten von 120 mm und 2 von 200mm auf die militärischen Einrichtungen von Thionville und Rombacli. Dasselbe Geschwader fuhr, nachdem es seine Mission erfüllt hatte, bei Tagesanbruch wieder ab, um ein bedeutendes Munitionsdepot bei Dun zu bombardieren. 38 Granaten wurden auf das Ziel abgeworfen. In derselben Nacht wurden 29 Granaten auf den Bahnhof von Vilosne-Les Brieulles und auf das Biwak von Danunevoux abgegeben. — Italienischer Bericht: Unsere Flugzeuge haben Uber den Halenanlagen und Flugplätzen von Durazzo Bomben abgeworfen und sind dann unversehrt zurückgekehrt.

27. Juli. Deutscher Bericht: Im Luftkampf wurde ein französischer Doppeldecker bei Beine (östlich von Reims) abgeschossen. — Petersburg: Sechs feindliche Flugzeuge warfen 32 Bomben auf den Bahnhof Samirje (42 km nordöstlich Baranowitschi). Elf feindliche Flugzeuge warfen 71 Bomben auf den Bahnhof Pogorjelzy (22 km nordöstlich Baranowitschi).

Ausland.

Gefangennahme eines französischen Fliegers in Polen. Die „Krakauer Zeitung" meldet aus Pinczow in Polen über die Gefangennahme eines französischen FliegeroFl'iziers: Die Soldaten bemerkten aus der Richtung Kawenczyn gegen die Bahnstrecke bei Topolcza einen Flieger, der auf der Wiese neben Kawenczyn landete. Trotz zweier Flugversuche, die der Pilot bei der Annäherung des Militärs machte, konnte er durch herbeieilende Seddaten festgenommen werden, als der Propeller bereits wieder zu arbeiten begann Der Flieger ist ein französischer Offizier, der, von Nancy kommend, Rowno als Ziel angab. Der Zweck seines Fluges war angebl ch das Abwerfen von Flugschriften über Deutschland und photographische Aufnahmen. Das Flugzeug ist ein Doppeldecker System Nieuport Der Flieger hat eine Strecke von 1800 Kilometern zurückgelegt. Er verlor die Orientierung und landete drei Stunden zu früh. Als er seinen Irrtum bemerkte, und die Nähe der russischen Kampflinie erfuhr, weinte er vor Aufregung.

l-liegerabstnrz In Frankreich. Die Zeitung ...Vito" meldet: Der Schweizer Flieger Theopbil Ingold, der seit Kriegsausbruch im Dienst des französischen Flugwesens stund, ist bei einem Erkundiingsfluge über den deutschen Linien von einem Schrapnell getroffen worden. Er besaß noch soviel Kraft, in den franzö sischen Linien zu landen, starb aber zwei Tage darauf.

Der französische Flieger Chaput schwer verwundet, her im französischen Heeresbericht vom 21. Juli gelobte Flieger Chaput wurde im Luftkampf über den Maashöhen von einem deutschen schwer verwundet zur Landung gezwungen. Er liegt in sehr ernstem Zustund in einem Pariser Lazarett.

Der Flieger Prinz Alphons von Orleans, der Sohn der Infantin Eulalia hat auf einem spanischen Flugzeug einen neuen spanischen Ueberlandflugrekord aufgestellt, indem er die 390 km lange Strecke von Madrid bis Cartagena ohne Zwischenlandung durchflog.

Fliegerabstürze in Spanien. Auf dem Flugplatz in Madrid stürzte Hauptmann Baron bei der Landung ab und trug Verletzungen davon. Auf dem pltigplatz. Tetuan fing ein Doppeldecker in großer Höhe Feuer. Die Insassen. Hauptmann Loizu und Leutnant Montaya, sind getötet.

Englische Flieger-Unfälle. Telegraphen-Union meldet aus London: Dieser Tage stieß eine Flugmaschine, die zusammen mit zwei anderen in ungewöhnlich geringer flöhe flog, in der Nähe von Southampton mit dem Mäste eines ausfahrenden Schiffes zusammen. Die Maschine fiel auf das Deck des Schiffes hernieder, der Flieger wurde getötet und ein Matrose schwer verwundet. — F.in unteres schweres Flugzeugunglück ereignete sich am 20. Juli in Thanet, wo der Aviatiker Douglas Whittier, ein Kanadier, aus einer flöhe von 1500 Fuß abstürzte. In der Nähe der fCrde überschlug sich der Apparat; der Flieger war auf der Stelle tot.

Feindlicher Flugzeugangriff auf Sues. Nach einer Havasmeldung aus Kairo warfen feindliche Flugzeuge Bomben auf Sues ab. Die meisten Bomben fielen neben einem Lager nieder, eine fiel auf Port-Tewfik.

Der bekannte schweizerische Flieger Audemars, welcher bisher in Paris tätig war, ist vor kurzem nach Spanien gereist, woselbst er der spanischen Heeresverwaltung einen neuen Morane-Saulnier-Zweidecker mit einem spanischen Hispano-Suiza-Flngmolor vorgeflogen hat und wohnte der König von Spanien den Flügen selbst bei.

Kussische Fliegererzählung. Ein von Petersburg eingegangen er Bericht schildert einen Luftkanipf, der für den Mut und die Ruhe unserer Flieger bezeichnend ist. Er spielte sich über den feindlichen Unterkünften westlich von Dünaburg ab. Der freiwillige Flieger Puschkel und Unterleutnant Kowenko als Beobachter führten einen Aufklärungsflug aus lieber dein Bahnhof Abeli wurde unser Flugzeug durch einen feindlichen Fokker überraschend von hinten angegriffen. Die ersten Geschosse verwundeten Kowenko an der Hand, was den Flieger nicht hinderte, umzukehren und den feindlichen Flieger anzugreifen, den er zur Flucht zwang. Die Erkundung wurde fortgesetzt und ihr Zweck erreicht. Ueber der Haltestelle Rakischki (14 Kilometer westlich Abeli l griff der Fokker unser Flugzeug wieder an und beschädigte es durch heftiges Feuer mehrmals. Als der Fokker in das Maschinengewehr unseres Flugzeuges kam, verschwand er schnell, kam aber bald wieder und griff unsere Maschine zum drittenmal? an und zwar gerade in dem Augenblick, als Kowenko trotz seiner Verwundung ein Loch im Kühler stopfte, um ein Ausfließen des Wassers und eine vorzeitige Landung zu verhindern Kowenko erhielt eine zweite Wunde im Leib durch den Aufschlag eines Explosiv-

geschosses. Trotz der Wunden beendete er seine Arbeit, sulzte sich an d» Maschinengewehr und eröffnete das Feuer. Darauf mußte der Fokker sehr schnell'" heruntergehen. Trotzdem Puschkel durch ernsthafte Beschädigungen der Maschine allmählich sank, setzte er im Feuer der feindlichen Batterien den Flug fort und brachte unter Einsatz einer ganz hervorragenden Kühnheit und Geistesgegenwart den Apparat in den Flughafen zurück. Der schwerverwundete Kowenko hatte bereits das Bewuliisein verloren.

Sdiwimrnerbau für Curtiss-Hu^bootc.

Der Dom in St. Quentin durch französische Fliegerbomben gefährdet.

Durch englische oder französische Schuld schein! eine der bedeutendsten Kathedralen Frankreichs schwer bedroht zu sein, der Dom des heiligen Quentinus in St. Quentin. Die berühmte Basilika aus dem 13. Jahrhundert, welche sich über der Grabstätte des Heiligen und seiner Gefährten erhebt, war infolge Vernachlässigung in früheren Jahrhunderten baufällig. Die Seitenpieiler hielten dem Druck des vierzig Meter hohen Gewölbes nicht stand und waren, trotzdem man das Gewölbe mit Eisen verspann ungen zusammenzuhalten versucht hatte, sichtbar nach beiden Seiten ausgewichen. Vor dem Kriege hatte man begonnen, die Strebepfeiler abzutragen und zu erneuern. Während der deutschen Besetzung waren diese Rettungsarbeiten eifrig fortgesetzt worden. Durch die ungeheuere Erschütterung, die einige von feindlichen Fliegern in der Nähe des Domes abgeworfene Bomben verursacht haben, welche übrigens keinen militärischen Schaden anrichteten, ist nicht nur ein Teil der kostbaren Glasfenster vernichtet worden, sondern der Dom selbst hat schwer gelitten. Bereits liegen Steintrümmer auf dem Marmorboden, welche jene den Zeiten eines urarischeH Sonnenkultus entstammende Trojahurg darstellten. Die Kathedrale ist abgesperrt, da weitere Einstürze stündlich erfolgen können.

Verschiedenes.

Nachbesserung und Schadenersatz bei Flugzeuglielerungcn und -reparaturen. In vielen Vertragen der flugtechnischen Industrie wird durch eine besondere Klausel ausbedungen, daß der Lieferant oder Fabrikant zur unentgeltlichen Abstellung aller Mängel verpflichtet sein soll, die sich innerhalb einer be-

stimmten Zeit nacli Lieferung herausstellen. Es fragt sich, ob eine derartige Nachbesserungsklausel die Rechte und Pflichten der Parteien erschöpfend regelt, ob sie insbesondere den Besteller auf sein Recht zur Nachbesserung beschränkt, oder ob neben diesem Nachhesserungsrecht noch der Schadenersatzanspruch des Bestellers insbesondere gegen Nichtbenutzbarkeit des gelieferten Flugzeugs für die Dauer der Nachbesserung unbeeinträchtigt bleibt.

Diese Rechtsfrage dürfte höchst zweifelhaft sein. Zu dunsten des Bestellers könnte man anführen, dal.i die Nachbesserungsklausel den Zweck haben soll, seine Stellung zu verbessern, dal! insbesondere die. Nachbesserungsklausel an Stelle einer Garantie tritt, zu der sich der Liefer,int erbietet. Wahrscheinlich auch ist es, dal! einem Besteller garniclit zum Bewußtsein kommt, daß ein derartiger Vertrag nach der anderen Seite hin auch eine Einschränkung seiner Rechte enthalten könne.

Für den Lieferanten kann man geltend machen, daß er dadurch, daß er sich zur unentgeltlichen Abstellung der Mängel für die Dauer einer bestimmten Zeit erbietet, auch einen gewissen Gegenwert haben will Er will bereit sein, für alle Mängel einzustehen, will aber auch seine Pllicht auf die unentgeltliche Abstellung der Mängel beschränken, und nicht der Gefahr ausgesetzt sein, daß er außer seiner Pflicht, die ihn unter Umständen außerordentlich belasten kann, noch eine weitere Schadenshaftung zu übernehmen hat. Man kann des weiteren zu seinen Gunsten anführen, daß jeder Vertrag, zumal wenn er schriftlich abgefaßt wird, falls er überhaupt in's Einzelne geht, aucii die gegenseitigen Rechte und Pflichten erschöpfen will, daß daher die Vereinbarung, daß Nachbesserungen unentgeltlich vorzunehmen sind, an die Stelle des gesamten Mängelhaftungsrechts tritt, und dal.i alle weiteren Rechte des Bestellers, soweit sie nicht in dem Vertrag ausdrücklich vorbehalten sind, durch diese eine Verpflichtung außer Kraft gesetzt werden. Das Reichsgericht hat diese Frage bei Gelegenheit einer Maschinenlieferung zu Gunsten des Lieferanten entschieden. (Urteil vorn 9. Mai 1913 VI. 664/12 Recht 1913 Nr. 226>.)

Ob die sonstige Rechtsprechung sich dein Vorgänge des Reichsgerichts anschließen wird, muß als sehr fraglich hingestellt werden. Es bleibt stets zu bedenken, daß der Schadensersatzänspruch des Bestellers ein gesetzliches Recht ist, und es ist immer bedenklich, einenVerzicht auf ein gesetzliches Recht anzunehmen, der dem Willen einer Partei nicht entspricht.

Man sollte daher bei derartigen Verträgen ein besonderes Gewicht auf klare Regelung der gegenseitigen Rechte und Pflichten legen, und es sollten stets weitergehende Ansprüche des Bestellers gegen den Lieferanten ausdrücklich ausgeschlossen oder vorbehalten werden. Dr. j u r. E.

Patentwesen.

Gebrauchsmuster.

77h. 556 254. Ago Flugzeugwerke G.m.b.H., Berlin-Johannisthal. Fahrgestell für Flugzeuge. 13. 5. 13. A. 20 618. 6. 5. 10.

77h. 557 363. Fa. Adolph Saurer, Arbon, Schweiz; Vertr.: Pat.-Anwälte G. A. F. Müller, Berlin SW. 61 und Dr. ü. Rauter, Charlottenburg. Fachwerk für Flugzeug-Anhängewagen. 17. 5. 13. S. 30 348. 1. 5. 16.

77h. 561 459. F. Schneider, Berlin-Johannisthal. Doppeldecker. 28. 6. 13. Seh. 48 824. 20. 5. IG.

77h. 561 460. F. Schneider, Berlin-Johannisthal. Doppeldecker usw. 28. 6. 13. Sch. 48 825 20. 5. 16.

77h. 561 461. F. Schneider, Berlin-Johannisthal. Doppeldecker usw. 28. 6. 13. Sch. 48 826. 20. 5. 16.

77h. 618 152. Robert Woerner, lohannisthal bei Berlin, Waldstr. 11. Rippe für Aeroplane. 13. 6. 13. W. 40 388. !■). S. l(i.

77h. 647 653. Ad. Böttcher, Schwerini. M., Mühlenstr. 12. Holm für Flugzeug-Tragflächen mit durchflochtene'r Strebenverbindung. 26. 4. 16. B. 74 761.

77 h. 647 787. Fa. A. W. Kaniß, Würzen i. Sa. Drahtseile und Drahtlitzen mit Schutzhülle. 9.5. 16. K. 68 116.

77f. 64S56S. Ernst Romen, Berlin-Johannisthal, Sternplatz 4. Tragflächen-Verbindungsstück für Modellflugzeuge S 4. 16. R. 42 358.

77f. 649 236. Ernst Romen, Berlin-Johannisthal, Sternpl. 4. Rückklappbares Fahrgestell für Modellflugzeuge. 27.4. 16. R. 42 426.

Seite 110

77ff. (iW'il!. Ernst Romen, Berlin-Joliannistlial, Sttrnphit/ -I Spannbück

für Modellflugzeuge. 27. 4. lti. R. 42 427.

77h. 649 144. 1. Frank Rathjen, Berlin-Schöneberg, Freiherr-vom-Steinstr. 5. Kastenartiger Holm, insbesondere für Flugzeugtragflächen. Ii. 11. 15 R. 41 .'s 13.

77h 649 145. 1. Frank Rathjen, Berlin-Schöneberg, Freiherr vom-Steiustr. ■">. Holm, insbesondere für Flug/eugtragflächen. 6. II. iö. R. 41814.

7'ih. 649 147. Siemens Schlickert-Werke U. m. b. H., Siemenssladt bei Berlin. Einsteigvorrichtung für Flugzeuge u. dgl. 15 11. 15. S. 36 492.

Patent-Anmeldungen.

77h. 5. G. 36 127. Georges Gramaticisco, Chäteau d'Oex (Schwei/.): Vertr. : Dipl.-big B. Wassermann, Pat.-Anw, Berlin SW. (18. Flugzeug mit stufenförmiger Tragfläche. 20. 2. 12.

77h. 5. 293 227. Ago Flugzeugwerke G. in. b. H., Berlin - Johannisthal. Kugellagerung für Steuerflächen an Flugzeugen. s). 1. 15. A. 26698.

77h. 9. 293 161. Robert Woerner, Berlin - Johannisthal, Waldstr. 11. Schwiminergestell für Flugzeuge, bei dem die Schwimmer ledernd mit dem Gestell verbunden sind. 12. 10. 12. W. 45 379.

77h. 9. 293 265. Albatroswerke G. m. b. H., Berlin - Johannisthal Schwimmkörper für Wasserflugzeuge mit in den wasserdichten Abteilungen ein. gelegten Luit- oder Gassäcken. 2. 7. 14. A 26211.

Patent-Erteilungen.

77 h. 5. 293036. Fedor v. Perbandt, Berlin - Friedenau, Rheingaustr. 21. Flugzeug mit einem Kopf-und einem Schwan/Steuer; Zus. z. Pat. 283990. F>. 12.13. P. 32U47.

77 h. 5. 29:;037. Franz Schneider, Berlin-Johannisthal. Flugzeugrumpf mit in den Seitenwänden befindlichen Beobachtungsölfnungen. 8. 7. 14. Seh 47525.

77h. 5. 293068. Werner Rittberger, Berlin, Kiirlürstendamm 38. Doppeldecker. 16. 11. 12. R. 36741.

77h. 5. 293092. Max Oertz, Neuhof-Reiherstieg b. Hamburg. Tragfläche für Flugzeuge. 2 5. 14. Ü. 9117.

77h. 5. 29309:1. R. H. Willi. Rump, Hamburg, Lortzingslr. 14. Langgestreckte Tragfläche für Flugzeuge von trapezförmigem Grundriß. 2. 12. 13. R. 39 370.

77h. 5. 293130. Deutsche Flugzeugwerke G. m. b. H., Lindenthal b. Leipzig. Strebenbefestigung für Flugzeuge, lö 12 13. D. 30 033.

77h. 5. 293 131. Daimler Motoren Gesellschaft, Untertürkheini-Stuttgart. Durch Propeller angetriebenes Lufliahrzeug mit als Vorgelegewelle ausgebildeter Propellerwelle; Zus. z Pat 29012U. 21. 12 13.

77h. 5. 293550. Societe Anonyme des Aeroplaues Moräne & Saulnier, Paris; Vertr.: C. Gronert u. W. Zimmermann, Pat-Anwälte, Berlin SW. 61. Schutzhaube für Umlaufmotoren an Flugzeugen. 13. 11. 12. S. ,37 597. Priorität aus der Anmeldung in Frankreich vom 30. II. 1911 anerkannt. (S. Löschung.)

Offizielle Mitteilungen.

Bund deutscher Flugzeugführer, E. V.

Geschäftsstelle: Berlin-Johannisthal, Kaiser-Wilhelm-Straße 47. Telegramm-Adresse: Fliegerbund. Fernsprecher : Amt Oberschöneweide964

Eintrittsgeld Mk. 20. - :--: Monatlicher Beitrag Mk. 3.50.

I. Vorsitzender: Felix Laitsch.

Verband deutscher Modellflugvereine.

Sitz Frankfurt a. M.

Geschäftsstelle: Präsidium:

Frankfurt a. M., Eppsteinerstr. 26. Frankf. Flugmodell-Verein

Zahlungen erbeten an Disconto-Gesellschaft, Frankfurt a. M.

Seite 'IM

No. Iii

I, Magdeburger f'Tug/.eugmodcllsport-Verein.

Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvcreine. Geschäftsstelle : Magdeburg-B., Schöuebeckcrstr. 82.

Am 23. Juli vormittags 7 Uhr veranstalteten wir auf der Rad Rennbahn ein Pro b e-Wett fliegen, an dem sich (i Mitglieder mit ihren Modellen beteiligten. Die Modelle hatten mit einem sehr starken Wind zu kämpfen und führten meistens Kurvenflüge aus. Auch kamen die Modelle manchmal nicht vom Boden hoch, sondern wurden durch den starken Wind niedergedrückt. Dementsprechend war auch die Fluglänge sehr unbedeutend. — A. Penz kam mit

Ii

 

1

p

iß, *

k i l

 

i

   

Vom Magdeburger Flugzeugmodell- Verein.

seinem Modell überhaupt nicht zum Start, da gleich beim ersten Aufziehen die Gummischniire rissen und dadurch die Stabilisierungsfläche stark beschädigt wurde, sodaß ein ordentlicher Flug kaum möglich war. Die einzelnen Resultate sind folgende:

Entfernungsflug. Pflicht: 3

1 Wobbe 28,80 . 33, -

2. Schleef 28,50 . 31,70

3. Standard 17,-- . 13,-

4. Schulze 18,- . 17,—

5. Kühler 12,— . 36,-

Flüge, zusammen 60

. 22,70 : 84,50 m . 26,— = 86,20 in . 23,50 = 53,20 m . 18,50 53,50 in . 34,50 - - 82,50 m

Dauerflug bei Handstart. Pflicht 4 Sek.

2. Schleef ö:,/j Sekunden 4. Schulze 3", Sekunden.

I. Wobbe ö'/t Sekunden 3. Standard 6-/.,

5. Köhler

III.

Entfernungsflug nach einein 50 in entfernt vom Start gesteckten Punkte.

1. Wobbe 21, - m entfernt.

2. Schleef —;— setzte infolge Bruch des Molorstabes aus.

3. Standard 21,.» m 1. Köhler 18. in

5. Schulze —;— setzte infolge Reißen de* Giunniis aus.

Da fast sämtliche Mitglieder an ihren Modellen einige Reparaturen vor zunehmen haben, findet das Wettfliegen nunmehr erst in etwa 14 Tagen statt.

No- if» „FLUGSPORT'-. Seile 4+2

Stuttgarter Klugmodell-Bund.

(Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvereine) Geschäftsstelle W. Kisele, Hasenbcrgstratle INI.

Vom schönsten Wetter begünstigt, veranstaltete der Verein am Sonntag den 23. Juli auf dein Bissinger See ein Wassermodell-Uebungsfliegen mit fünf Modellen. Ks war ein herrlicher Anblick, wie die kleinen, sauber ausgeführten Apparate über den Wasserspiegel surrten. Besonders halte sich der kleine Rurnpfeindeeker von Gutekunst hervorgetan. Nach kaum zwei Meter Fahrt erhob er sich schon von der Wasserflache. Am Nachmittag wurden die Gleitflugver-suche fortgesetzt mit dein Schulapparat. An den Hebungen nahmen teil die Mitgliedei Brenner, Ziegler, Hoffniann, Eisele. Müsch. Junginger und Gutekunst. Ziegler, Hoffniann und Gutekunst erzielten mit dem Apparat ganz gute Resultate für den Anfang. Der Wind hat auch sein Wesentliches

               
               
               
 

r ^^^^

           

5/ ■

             
       

"~f-

     
               
               
   

-

         
               

Stuttgarter Flugmodell-Hand: Uebungsfliegen von WasserflUgzcagmodeUen.

dazu beigetragen; jedoch gegen Abend setzte ein stärkerer Wind ein, mit großer Heftigkeit wehte er über die Albberge, sodaß wir manchmal kaum imstande waren, den Apparat bis zum nächsten Start festzuhalten. S > kam es. als Gute-kunst sich zu einem neuen Start anschickte, daß er durch den starken Wind abgetrieben wurde und auf einem Felsabhang mit schwerein Krachen landete. Der Schwanzträger and das Mittelstiick waren vollständig /.erschlugen. Der Flugschüler kam, abgesehen von einigen Schürfungen, mit dem Schrecken davon, Für die nächste Zeit ist wieder ein größeres Ucbungsflieger mit Land- und Wasserllug-modellen geplant, und zwar auf unserem Gleitfluggelände bei Kirchlieim u./Teck. Ferner möchten wir uuse'e Mitglieder wiederholt darauf aufmerksam machen, daß während des Sommers regelmäßig bei günstiger Witterung Modell-Uebungs-flüge auf dem Cannstaiter Wasen stattfinden-, an den anderen Sonntagen Zusammenkunft um 11 Uhr im Kgl. Marstall.

Seite vu

Personalien.

Oberleutnant l'rhr. v Allhans, der In Anerkennung seiner Leistungen als Flugzeugführer vom Kaiser den Orden Foitr le merite erhalten hat, ist IS*) in Kobnrg gehören. Kr gehört, dir Voss. Zig zufolge, der Kobilt'g-Ciolluier Familie Allhaus au, dessen erster männlicher Sproß er ist. Seine Mutter, die rechter des sächsischen Hofrais Perl!', erhielt nämlich bei ihrer Vermählung inil dem Prinzen Georg zu Bentheim und Sieiul'urt für sich und ilire Nachkommen den Namen und Rang der Freiherren von Ahlums. Der neue Ritler des Ordens Pour le merite isi das einzige Kind dieser F.he. l'rhr. Ernst v. Allhaus irat Ii)i'S als Avanlageur beim I. Sächsische»! Ilusarenregiinenl IS in Großenhain ein und wurde in diesem im März I lei Leuiuaul. Im Laufe dieses Jahres rückte er zum Oberleutnant auf.

Flieeerleutnant tiöhndorf, dem vom Kaiser für das neunte von ihm abgeschossene Flugzeug der Orden Pourle inerito verliehen wurde, entstammt einer Brandenburger Familie, die jetzt in Berlin ansässig ist. Leutnant Höhudorf war früher Konstrukteur und Fluglehrer der LI n i o n - F 1 u g z c u g w e r k e in T e 11 o Er ist durch seine Sturzflüge und Schlei tcnlahrteu in weiteren Sport kreisen bekannt geworden Bei Ausbruch des Krieges eilte er als Freiwilliger zu den Fahnen.

Gleitflugzeug des Stuttgarter F. ugmodell-Hundes.

Das Ritterkreuz I. Klasse des Hausordens von Sachsen Coburg-Gotha erhielt Hauptmann von Eickstcdt. Führer der Beobachterschule Freiburg i. Br, und Hauptmann Dincklage von der Flieger-F>s;itz-Ableilimg 3.

Die Cioldene Verdienstmedaille mit Schwertern von Sachseii-Coburg-Oothii erhielten Feldwebel und Flugzeugführer Albert l.iske und Werkmeister Söhngen, beide von der Plieger-Ersatz.-Abteilttng 5.

Das Ritterkreuz II. Klasse des Kgl. Sachs. Verdienst - Ordens mit Schwertern erhielt Ltn. d R. Förster von der Artillerie-Flieger-Abteilung i'lO

Die Friedrich-August-Medaille erhielt Unteroffizier und Flugzeugführer* Max K r a iisss.

Das Ritterkreuz des Militärs-St. Heinrichs - Ordens erhielten Oberlill. Huueke von der Artillerie-Flieger-Abteilung 2H), Oberltn. H a u pt von der Feld-Flieger-Abteilung -IT und Ltn. Htillz.sch von der Arlillerie-Fliegor-Abtcil. 210.

Nu. Mi „FLUGSPORT-'. Seite -Iii

Die Militär-St. Heinrichs Medaille in Silber erhielt l'jxufcldwchfel Dan neti borg von der Feldflieger-Abteilung 29.

Das Ritterkreuz II. Klasse des Albrechtsordcn mit Schwertern erhielt Ltn. d. R. von Zobel von der Feldflicgcr-Abteiiuug .'•>.

Den liisernen Kronen - Orden III. Klasse erhielten k. u. It. Major Wladimir Junowicz und k. u k. Oberltn. Emuiuie! Main

Das Oldeuhurgisclie Verdionstkreiiz orhieL Marineflieger Kur Ii von einer Marineflieger-Abteilung

Das k. und k. Militiirverdicustkreuz III. Klasse erhielten die k. n. k. Hauptleute Beeker. Kalbacher. Kitler von Tii rk enhu rg, Kosanovic und Taditsch; die k. u. k. Ohlins. Be.chinie, Freiherr von Lazuil, Bruniowski, Cik, Ko/.ma, Zickero (inzwischen in russischer Getnngeu-schaft gestorben). Safar, Seidel, Horvath, Andreas von Kämmerer. Schreiber, Leo Prin/. Sapieha. flesse und Philipp Gral Grüne.

Die silberne k u. k. Tapferkeitsmed.iille I. Klasse erhielten die Feldwebel Wanke. Forst, Pali, Praub und die Zugsfüiuer Bogsan, Obeslo und U r b a n.

Die silberne k. u. k. Tapferkeitsinedaille II. Klasse erhielten Ltn. Paul Mayer und Ltn. Bednarczik; Fähnrich d. lt. Egon b'reiherr vun Bretfeld, Feldwebel Joseph Tordik und die Zugführer Galbawy, Kasz. ala, Knotig und V o g n a r.

Die bronzene k. II. k. Tapferkeitsmedaille erhielt Feldpilot Zugführer Karl M o j k a.

Das Oesterreichisch-; Feldpiloten - Abzeichen erhielt Hauptmann von Hülinerbein und Offizicrstellvertreter Kentmann.

Befördert wurden: Zum Ltn. d. R., die Vizefeldwebel Robert Sommer und Stöckicht von einer Kampf-Staffel.

Firmennachrichten.

Unionwerk Mea, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Feuerbach-Stuttgart. In das Handelsregister wurde bei dieser Finna tilgendes eingetragen: Die Gesellschafter haben durch Beschluß vom 2/3 März ISIIii den Ingenieur Willy Seck, in Stuttgart zum weiteren Geschäftsführer bestellt mit der Maßgabe, daß er die Gesellschaft in Gemeinschaft mit einem anderen Geschaftslührer oder Prokuristen zeichnet und vertritt.

Integral - Propeller - Werke Gesellschaft mit beschränkter Haftung,

Frankfurt a. M. Zweigniederlassung in Johannisthal b. Berlin. Die Zweigniederlassung in Johannisthal ist aufgehoben.

Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt E. V., Adlershof. Als Schutzmarke ist ein Achteck mit den Buchstaben D V. L. erteilt. Geschäftsbetrieb: Ausbau von Flugzeugen aller Art und hiermit in Zusammenhang stehendes flugtechnisches Unternehmen. Waren: Luftfahrzeuge, Bestandteile und Zubehörteile solcher, Messinstrumente und Prüfgeräte.

Literatur.

Moderne Flugzeuge in Wort und Bild von Heinz F.rblich, Flugzeugführer. 2. verbesserte Auflage. 220 Seiten stark mit 152 Abbildungen im Texte. (Flugtechnische Bibliothek Band 2, der „Autotechn. Bibl.'- früherer Band 5||. Berlin 1916. Richard Carl Schmidt N Co.. Preis elegant gebunden M. 2.80.

Bei der Neubearbeitung dieses bekannten Buches sind zahlreiche neue moderne Konstruktionen mit eingereiht und die einzelnen Typen in besonderer Hinsicht auf ihre Kriegsverwenduugsfähigkeit behandelt worden. Allerdings waren bei Beschaffung neuen Materials für den Verfasser ziemlich enge Grenzen gezogen.