HAUPTSEITE ]

Zeitschrift Flugsport, Heft 04/1916

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 04/1916 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

PDF Dokument

Sie können auch das originale Abbild im PDF Format in hoher Druckqualität gegen Zahlung einer Lizenzgebühr herunterladen. Sie können das PDF Dokument ausdrucken, am Bildschirm komplett mit Abbildungen vergrößern und besser lesen oder in Ihre Publikationen übernehmen. Nutzen Sie bitte vor dem Kauf die kostenlosen Leseproben von Heft 22/1919, Heft 23/1933 und Heft 4/1944, um die Qualität der PDF Dokumente zu prüfen.

 » PDF Download


No. 4 16. Februar Ulf Jahrg. Ulli

Jllustrirte

technische Zeitschrift und Anzeiger B"u»8l:^°'•

pro Jahr M. 14.— für das gesamte Ausland

w-^| ^ per Kreuzband

" CbCIl Einzdpr. MO».

unter Mitwirkung bedeutender Fachmänner herausgegeben von Telef. Hansa 4557 Oskar Ursinus, Civilingenieur. Tel.-Adr.: Ursinus. Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8.

— Erscheint regelmäßig Htägig. — --Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, die Post und den Verlag. =

Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 1. März.

Ohnmacht.

Unsere fortgesetzten Luftangriffe erregen die Gemüter in London und Paris immer mehr. Das Volk schreit nach Abwehr. Immerfort gehen und kommen neue Luftminister. Man sinnt nach neuen Abwehrmitteln. In Versammlungen wird beraten, wie man diesem gefährlichen Feind sein Handwerk legen kann. Das Resultat ist nur immer gleich null.

Wer die Entwicklnng der Fliegerei in Frankreich und England verfolgt hat, muß staunen über die Systemlosigkeit in der Organisation bei unseren Feinden. Es muß schon sehr schlimm sein, wenn man, wie jetzt in England, durch Boratungen in Versammlungen herauszubekommensucht, wie man die feindlichen Luftangriffe vermeiden will.

"Wie anders doch bei uns, wo durch eine zielbewußte fachmännische Leitung das Kriegsflugwesen sich in stetig aufsteigenden bestimmten Bahnen fortentwickelt.

Der Rücktritt des Unterstaatssekretärs Besnard.

Wie einst Frankreichs befähigster Mann in der Organisation des Flugwesens,- General. Hirschauer, einer Krise im. französischen. Militärflugwesen zum Opfer fiel, so ist jetzt der Rücktritt des Unterstaatssekretärs Besnard, als äußerer Erfolg der Interpellationen vor der Kammer anzusehen. Man hatte in Regierungskreisen vergeblich versucht, die Krise zu umgehen und die Interpellationen durch Verschieben

von einer Woche zur andcien schließlich totzuschweigen. Jedoch war neben anderen Momenten die Erbitterung in Industriekreisen, wo sich die einen gegen die anderen zurückgesetzt fühlten, zu sehr angewachsen, sodaß es schließlich zum Konflikt und zu einer entscheidenden Aussprache kommen mußte.

Die Armee-Kommission des Senates hatte unter dem Vorsitz Clemenceaus vorige "Woche eine Denkschrift verfaßt und sie der Regierung übermittelt, worin auf die ungenügende Verteidigung der französischen Hauptstadt gegen Luftangriffe hingewiesen und in entscheidender Form Abhilfe verlangt wurde. Die Zensur hat selbstverständlich die Veröffentlichung dieser Denkschrift verboten. Der Kriegsminister, General Gallieni, erschien Montag den 7. Februar mit dem Unterstaatssekretär Besnard vor der Senatskommission, um auf diese Denkschrift zu antworten Auch die zwei mit der Leitung der Pariser Luftverteidigung beauftragten Offiziere, die Majore Leclerc

Abgeschossenes französisäies Caudron-f(ampfßugzeug mit zwei SOpferdigen Le Rhönemotoren.

und de Mortenol, waren anwesend. Die Sitzung verlief ungemein stürmiseh, und es scheint, daß der Kriegsminister die Beantwortung der zahlreichen von der Komission gestellten Fragen dem Unterstaatssekretär überließ, sodaß dieser schließlich seine Papiere zusammenpackte und davonging, wie der Kriegsminister selbst es vor acht Tagen in der Kammer getan hatte. Man sprach infolgedessen schon am Abend von dem Rücktritt ßesnards, der jedoch abgestritten wurde. Der Unterstaatssekretär wohnte sogar noch dienstags der Sitzung des Ministerrats bei, in der die Angriffe der Senatskommission besprochen wurden. Erst nach dieser Sitzung reichte Besnard seine Demission ein.

In dem an Briand gerichteten Rücktrittsgesuch führte Unterstaatssekretär Besnard aus, daß er unbekümmert um alle Schwierigkeiten sich bemüht habe, dem Flugwesen die unumgänglich notwendige Gestaltung durch eine strenge Regelung der Arbeit zu verleihen und die Erzeugung der Flugzeuge zu vermehren. Die parla-

mentarisehen Ausschüsse hätten sich auch von den erzielten Ergebnissen überzeugen können. Gestern jedoch, in der Sitzung des Heeresausschusses des Senates, in der er in Begleitung des Kriegsministers Gallieni erschienen sei, hätte man ihm Verantwortlichkeiten aufbürden wollen, die seine, Besr.ards Befugnisse weit überschritten, und die nur der Kriegsminister hätte auf sich nehmen können. Besnard fügte hinzu, daß er unter diesen Umständen sein Abschiedsgesuch als Unterstaatssekretär des Flugwesens überreichte. Briand drang lebhaft in Besnard, von seinem Enlschlusso abzustehen, indem er daraufhinwies, wie sehr er seine Mitarbeit schätze und bedauerte, diese entbehren zu müssen. Besnard erklärte jedoch, daß sein Entschluß endgültig sei. Die Begierung beschloß, eine Ersetzung ßesnards nicht vorzunehmen. Das Flugwesen wird aber wieder unmittelbar dem Kriegsminister unterstellt, der einen Leiter ernennen wird. Gallieni hat ein Schreiben an Besnard gerichtet, indem er ihm sein lebhaftes Bedauern über sein Ausscheiden aus dem Amte ausdrückt.

Schon seinerzeit bei der Schaffung eines Unterstaatssekretariats für das Flugwesen war an der Organisation des Flugwesens heftig Kritik geübt worden. Um so größer war dio Ueberraschung als auf den neuen Posten der Advokat Besnard ernannt wurde, von dem man auf flugtechnischem Gebiet noch nie etwas gehört hatte. Man vermutete, daß er lediglich als Freund Briands zu dem verantwortungsvollen Posten gekommen war, und aus diesem Grunde schon wurde

(

Abgeschossenes französisches Caudrcm-f(ampfflugzeug mit zwei SOpferäigen Le Rhönemotoren.

Besnard andauernd bekämpft, und ihm jegliche Zuständigkeit für die Obliegenheiten seiner Stellung abgesprochen. Was er in Wirklichkeit geleistet hat, entzieht sich natürlich unserer Beurteilung, und ist wohl auch jetzt nicht von Wichtigkeit. Die Hauptsache ist augenblicklich die Ratlosigkeit der französischen Regierung, die sich darin zeigt, daß

man das Unterstaatssekretariat, von dem man sich einst soviel versprach, als unzweckmäßig eingehen läßt.

Die Leitang des Flugwesens ist dem Kriegsminister persönlich unterstellt worden, der einen neuen Leiter bestimmen sollte. Seine Wahl fiel auf den Artillerieoberst Artie Regnier, Direktor an der pyrotechnischen Militärzentralschule, der im Kriegsministerium zum Direktor des militärischen Flugwesens ernannt wurde. Auch ihm wird einst dasselbe Schicksal seiner Vorgänger zuteil werden, wenn er sich genügend davon überzeugt hat, daß es für den Geist unserer Luftflotte keine Hindernisse gibt.

Französischer Voisin-Doppeldecker mit Cellonbespannung.

Um ein Flugzeug möglichst unsichtbar ZU machen, sind schon die mannigfaltigsten Versuche gemacht worden. Meistenteils sucht man durch geeigneten Anstrich der Streben und Flächen die Sichtbarkeit zu vermindern. Gibt man dem Flugzeug eine dem Himmel oder den Wolken entsprechende Farbe, so wird wohl die Sichtbarkeit von unten gesehen eine geringere sein. Das Flugzeug wird sich jedoch von oben gesehen gegen den Erdboden besser abheben.

In Frankreich hat man in letzter Zeit wieder Versuche gemacht mit durchsichtigen Flächen und zwar bespannt man die Tragflächen und Steuer statt mit Leinewand mit den auch bei uns gebräuchlichen Cellonplatten. Dieses Verfahren ist in Deutschland nicht neu. Bereits vor mehreren Jahren hat der Flieger Knubel seine Flugzeuge mit cellonartigen Platten bespannt. Die Franzosen behaupten, daß so bespannte Flugzeuge in 1000 m Höhe nur schwach und in 2000 m Höhe überhaupt nicht mehr wahrzunehmen seien. Die Versuche von Knubel haben jedoch gezeigt, daß die Unsichtbarmachung bei weitem nicht so groß ist, wie man es sich vorstellte. Im Gegenteil, so wird ein Flugzeug zum Beispiel bei Sonnenschein durch die Spiegel Wirkung leichter auf die allergrößte Entfernung wahrzunehmen sein, als wenn dieses mit Leinewand bespannt ist. Von vorne, von hinten und den Seiten gesehen, wird ein cellon bespanntes Flugzeug den gleichen Schatten liefern, wie ein mit Leinewand bespanntes.

Ratlosigkeit im englischen Luftabwehrdienst.

Noch immer ist man in Frankreich und England ratlos über die Ohnmacht der Verteidigungsmittel gegenüber den deutschen Luftangriffen. In Frankreich hat der französische Unterstaatssekretär für das Luftschiffahrtswesen seinen Posten niedergelegt. Dieses Ressort soll jetzt unmittelbar dem Kriegsminister unterstellt werden. Ebenso ist in England, Percy Scott, der bisherige Allgewaltige bei der Luft-verteidiguug Londons dem letzten deutschen Luftangriff zum Opfer gefallen. Die „Times" umschreiben diese Tatsache mit der Begründung, daß Scotts Organisation zur Verteidigung Londons

bereits soweit gediehen sei, dalJ der Stab des Heeres in England, dessen Chef Lord French ist, nach der Absicht der Regierung das Kommando übernehmen könne. Hierdurch wird die Leitung der Abwehr gegen Luftangriffe zumteil mit in die Hände der Admiralität, zumteil in die des Kriegsministeriums gelegt. Allerdings setzte man seinerzeit bei

Französischer Voisin-Doppeldecker mit Cellonbespannung.

der Ernennung Percy Scott's mehr Hoffnung in seine zukünftige Tätigkeit als in die der jetzigen Anordnungen. Und im Grunde hat auch Percy Scott getan, was in seinen Kräften stand.

Längs der Süd- und Ostküste Englands sind eine Menge der modernsten Abwehrgeschütze aufgestellt worden; in London des-

gleichen und an der Themse. Der Luftabwehrdienst ist aufs peinlichste reorganisiert worden. Es wurden neue Geschwader aufgestellt nur für den Ueberwachungsdienst, es wurden fast täglich und häufig auch nachts weite Erkundungsflüge ausgeführt, um herannahende Flugzeuge oder Luftschiffe anzumelden. In London hat man nach Pariser Muster einen ausgedehnten Lnftbenachrichtigungsdicnst eingerichtet. Und trotzdem sind die Deutschen über London erschienen.

Daran wird wohl auch die neue Organisation unter Frenchs Leitung nichts ändern können. Das liegt nicht, wie der englischen Regierung von vielen Seiten vorgeworfen wird, an Mangel an Wachsamkeit. Es ist eben die Tatsache, daß man heutzutage dem Luftkrieg machtlos gegenübersteht. Werden die Engländer ihre Maßnahmen verdoppeln, so schließt das keineswegs unsere Angriffe aus. Das bewies der erneute Luftangriff auf die englische Küste durch deutsche Wasserflugzeuge, nachdem noch ganz England sich kaum von dem Zeppelinschrecken erholt hatte und seine Wachsamkeit vermehrte. Die Tatsache spricht genug für die Machtlosigkeit des Ab-wehrdienstes.

Wie ratlos man in England darüber ist. zeigt sich schon darin, daß Mitglieder der englischen großen Gesellschaft der Regierung die schwersten Vorwürfe machen. Allgemein verlangt man eine Vergeltungspolitik. Die englischen Flugzeuge sollen nach Deutschland fliegen, um dort das Uebel an der Wurzel auszurotten. Lord Fräser schreibt in der Daily Mail unter anderem: „Das Land ist empört über -die schwächliche, unklare und ungenügende Vorbereitung für den Luftkrieg und verlangt eine Politik, die nicht länger auf einer schlecht geleiteten Defensive beruht, sondern die große Bedeutung des Luftkrieges erkennt und die Schläge energisch erwidert. Kein Flugzeug soll von der Front weggenommen werden. Die Front muß zuerst versorgt werden, aber es muß mehr geschehen. Die Regierung hat überhaupt keine Politik, weil sie glaubt, daß es damit Zeit bis nach dem Krieg hat und weil es eine verhängnisvolle lähmende Tradition der englischen Armee und Flotte ist, auf neue Erfindungen zu warten, bis andere Nationen sie entwickelt haben. Aber in diesem Kriege können wir nicht warten und die Nation muß ein träges Ministerium zur Tat zwingen und muß sagen, daß diese alte mächtige Nation die Schande nicht ertragen will, harte Schläge zu erhalten, ohne zu versuchen, sie zu erwidern." In ähnlicher Weise schreibt Lord Roseberry in der „Times" und fordert, daß die englischen Flugzeuggeschwader endlich ihre passive Haltung aufgeben sollten. Sie müßten Widervergeltung üben und den Deutschen im eigenen Lande beweisen, was solche Bombenabwürfe aus der Luft bedeuten.

Auch im Unterhaus ist heftig über die Sache debattiert worden. Hier ist man hauptsächlich damit unzufrieden, daß kein neuer Luftschiffahrtsminister ernannt werden solle. Verschiedene Mitglieder beschlossen eine lebhafte Propaganda ins Leben zu rufen und einen Plan aufzustellen, wonach die Teilung der Kontrolle über den Marine-und Heeresluftdienst wegfallen soll, und wonach dio Regierung zu einer kräftigeren Vergeltung der deutschen Luftangriffe anzuspornen sei.

Außer diesen manchmal recht kräftig vorgetragenen Wünschen in der Heimat hat die Regierung noch die Wünsche General Haigs

von der Front zu erfüllen, der wenig zufrieden mit der Anzahl seiner Fliegerabteilungen zu sein seheint. Er hat die Regierung dringend um größere Fliegerabteilungen ersucht, da die deutschen Flieger ihm viel zu schaffen machen. Die zahlreichen feindlichen Angriffe hätten seine Fronttruppen in Verwirrung gebracht.

Recht lustig nimmt sich dieser Notschrei General Haigs ausj wenn man gleichzeitig in den Zeitungen liest, wie Tennant im Kriegsministerium behauptet, die englischen Verluste im Flugwesen seien nur deshalb gegenüber den deutschen so groß, weil sich die deutschen Flieger nicht über die englische Front wagten! Aber man ist ja im Laufe dieses Krieges, der uns schon viel über die Ehrlichkeit Englands aufgeklärt hat, an derlei gewöhnt, disß es uns nicht mehr allzusehr erstaunt.

Englisches Caudron-Zweimotoren-Kampfflugzeug.

Die verhältnismäßig guten Flugeigenschaften des Caudron-Flug" zonges veranlagte die englischen Fliegertruppen die englische Caudron-firma mit dem Bau solcher zu beauftragen.

Während der französische Gaudron mit zwei SO pferdigen Le Rhone-Motoren ausgerüstet ist, hat man in die englische Maschine lOOpferdige Anzanimotoren eingebaut. In dem zwischen beiden Motoren befindlichen

Englisches Caudron-Z'Keimutoren-Kß'np ff lugzeug.

Rumpf ist vorne der Beobachter- und hinten der Führersitz angebracht. Um den Drehmoment bei Stillstehen von einem Motor möglichst herabzumindern, sind die Motoren sehr nahe zusammengerückt, und zwar derart, daß die Propellerenden 10 cm voneinander vorbeischlagen. Die früher beim französischen Gaudron verwendeten Seitensteuer genügen jedoch nicht, um mit einem Motor das Flugzeug in gerader Richtung halten zu können. Man hat daher bei der englischen Konstruktion vier Seitenstcuer angeordnet. Die hierdurch entstandenen Luftwiderstände sind derartig groß, daß das Flugzeug mit einem

Motor sich nicht mehr in der Luft halten kann. Der Aufbau der Zelle, des Fahrgestells u. s. w. unterscheidet sich von dem Original-Caudron

Englisches Caudron-Zweimoloren-Kßmpfflugzeüg.

unmerklich. Unter dem Mittelteil des unteren Tragdecks sind wie die beiden vorstehenden Abbildungen erkennen lassen, die ßomben-abwurfvorrichtungen angebracht.

Deutsche Flugzeuge an der englischen Küste.

Das englische Kriegsamt teilt mit: Am 9. Februar um 3 Uhr 30 Minuten nachmittags näherten sich zwei deutsche Seeflugzeuge der Küste von Kent. Wenige Minuten später fielen drei Bombon in die Felder in der Nähe von Ramsgate und vier Bomben in die Nähe der Schule von Broadstairs; von den letzteren sind drei explodiert. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen; auch soll kein Schaden verursacht sein, außer an Fensterscheiben.

Nach amtlicher Meldung wurden bei dem auf die Küste unternommenen Luftangriff zwei Frauen und ein Kind verletzt. Eine Anzahl Marineflugzeuge stieg zum Angriff gegen die feindlichen Flieger auf, die sich sogleich zurückzogen. Von einem Luftkampf wird nichts gemeldet.

Englische Zeitungen schreiben folgendes zu dem Angriff: Zwei deutsche Wasserflugzeuge näherten sich in sehr hohem Fluge der Küste und warfen an der Stadtgrenze zwischen Ramsgate und Broadstairs sieben Bombon ab. Alle Bomben fielen in das Feld und richteten keinen Schaden an. Nur die Fenster eines Hauses, das 200 Yards entfernt liegt, sprangen entzwei. Die Deutschen blieben nur wenige Minuten über der Küste und verschwanden sehr schnell seewärts. Die Leute, die in der Straßenbahn fuhren, konnten die Flugzeuge sehr gut sehen. Zuerst flogen die beiden nebeneinander und dann hintereinander. Sie hatten eine sehr helle Farbe und waren gegen die Wolken kaum zu sehen. Man merkte nicht, daß es feindliche Flugzeuge waren, bis sie Bomben abwarfen. Die Stadt erhielt keine Warnung. In Broadstairs fiel in der Nähe der Mädchenschule eine Bombe nieder, die nicht explodierte, eine fiel in den Garten eines Privathauses.

Die „Daily Mail" gibt der Stimmung in England über die mangelhafte Abwehr in einem Leitartikel Ausdruck: ..Erkennt die Regierung jetzt den vollen Ernst des Luftproblems? Nach ihren Presseorganen zu urteilen, tut sie es nicht. Aber keine kühnen Worte können die

Tatsache verdunkeln, daß feindliche Flugzeuge mehrmals am hellen Tage unsere Küsten besucht haben und unversehrt wieder entkamen. Wir gehören nicht zu denen, die mit dieser Beschädigung unserer Impotenz zufrieden sind. Die britische Flotte behauptet, die See zu beherrschen. Weshalb können die feindlichen Flugzeuge nicht in dem Augenblick angegriffen werden, wo sie die feindliche Küste verlassen?

Englisches Marlinsyde Kflv alle rie-Flugzeug beim Start. Das Flugzeug wurde während des Kjie<>es herausgebracht.

Weshalb werden keine Nachrichten über ihre Bewegungen auf drahtlosem Wege zu uns gesandt? Weshalb wird unsere Küstenverteidigung nicht rechtzeitig gewarnt? Weshalb sieht unser Flugdienst die Flieger am hellen Tage kommen, und weshalb eröffnet die Luftbatterie nicht das Feuer? Was ist mit unserem Luftdienst in Unordnung?"

Karpathenflieger.

Aus Sven Hedin's ,Nach Osten".

In Iza nördlich von Huszt war eine deutsche Fliegerstation, zu deren Besuch ich telephonisch eingeladen wurde. Die Offiziere der hier liegenden Fliegerabteilung nahmen mich auf der Station in Empfang und führten mich nach der kleinen Villa „Fitegorheim", auf deren Veranda Hauptmann Gürich, der Chef, in einem Lehrstuhl saß. Seine verbundenen Füße lagen auf einer Fußbank. Er reichte mir die linke Hand zum Gruß entgegen, die rechte war lahm. Bei Reims hatte er fünf Kugeln in den Arm bekommen und drei in die Beine. Vor fünf Tagen war er nun noch mit erfrorenen Füßen von einer Erkundungsfahrt zurückgekehrt.

Vor einer Woche hatte er Befehl erhalten, die Lage der russischen Stellungen in einer bestimmten Gegend nördlich von den Karpathen zu erforschen. Von Iza aus war er in Spiralen bis zu einer Höhe von 2500 Metern'aufgestiegen, was eine Stunde dauerte. Dann ging er etwa in gerader Linie über das Gebirge, passierte dessen schneebedeckte

Kämme und flog auf feindliches Gebiet hinüber. 28 km hinter der russischen Front blieb plötzlich der Motor stehen. Nun mußte er in überstürztem Gleitfluge abwärts. Eine Wahl gab es nicht. Unter dem Flieger breiteten die Karpathen ihre Labyrinthe von jähen, waldbewachsenen und tiefeingeschnittenen Tälern aus. Er warf einen Blick über die Reeling, um einen geeigneten Landungsplatz zu finden, Geeignet! In solchem Gelände! Aber es galt das Leben, und man opfert es nicht unnütz.

Im Tal floß ein Bach. Der Hauptmann steuerte seinen Doppeldecker direkt auf dessen Lauf hinab, dahin, wo das Wasser tief genug war. Der Apparat stürzte ins Wasser und war verloren. Gürich und sein Kamerad wurden herausgeschleudert, kamen aber mit heilen Gliedern an Land.

Aber was nun? Die Bussen hatten die Flugmaschine gesehen, ihre Patrouillen waren sofort unterwegs, und bald pfiffen den beiden Schiffbrüchigen die Kugeln um die Ohren. " Aber diese schlichen rasch und geschmeidig wie Panther in den weglosen Wald hinein, immer von berittenen Soldaten verfolgt, solange das in diesem Gelände möglich war. Sie kamen auf ein Schneefeld, wo sie nach verschiedenen Bichtungen im Kreise gingen oder streckenweise zurück, um die verfolgenden Russen irrezumachen. Zuweilen kletterten sie einen Abhang hinab, um an einen Bach zu kommen, in dem sie lange Strecken liefen, um ihre Spur zu verbergen.

So ging es den ganzen Tag; die beiden Deutschen blieben immer mehr oder weniger stark in Fühlung mit den Kosaken oder anderen neuen Verfolgern. Sie sehnten sich nach Dämmerung und Dunkel, um Atem schöpfen zu können. Gürich war schon früher in dieser Gegend aufgestiegen und kannte sie genau. Er wußte, wo die beste Möglichkeit war, ungesehen durch die ßussenlinie wieder durchzukommen, und wo die österreichisch-ungarische Front am nächsten war. Beim Einbruch der Nacht flüchteten die beiden in einen dichten Wald, breiteten Fichtenzweige auf dem Schnee aus und schliefen eine Weile. Dann ging es weiter durch Dickicht und Gebüsch, Felswände hinauf und hinunter," über Schneefelder und Bäche.

Die Sonne ging auf. Der letzte Bissen Brot war schon verzehrt. Neue Kosakenpatrouillen zeigten sich, zuweilen auch feindliche Reiter auf der Anhöhe. Dann verbarg man sich, bis sie verschwunden waren. In der Tiefe der Täler lagen russische Biwaks und in einemfort fuhren Trainkolonnen heran. Immer noch galt es also, Umwege einzuschlagen. So verging der zweite Tag; die Nacht kam heran. Wieder mußten die beiden Männer in einem Gebüsch schlafen. Es war dort oben empfindlich kalt, und als sie erwachten, merkte der Hauptmann, daß in seinen Füßen das Gefühl abgestorben war. Aber noch konnte er sich weiterschleppen. Also weiter in der Richtung auf die Freunde zu.

Endlich waren sie in der Feuerzone, in dem herrenlosen Gebiet zwischen den russischen und österreichisch-ungarischen Linien. Nun bestand aber eine neue. Gefahr. Kamen sie zu ungarischen, tschechischen, bosnischen oder anderen Truppen, die nicht Deutsch verstanden, so konnten sie als Spione erschossen werden. Glücklicherweise verstand der erste Posten, der sie anhielt, Deutsch, nahm sie fest und .ührte sie dem nächsten österreichischen Offizier vor. Dieser konnte

die beiden Männer mit Leichtigkeit identifizieren. Sobald sie sich von den furchtbaren Strapazen ihrer Eeise erholt hatten, kehrten sie nach ihrer Station Iza und Huszt zurück. Hier saß nun Hauptmann Gürich jetzt, die erfrorenen Füße auf einer Fußbank.

Fliegerleutnant Thelen vor einem englischen Kriegsgericht.

Im Herbst vorigen Jahres erlitt Otto Thelen auf einem Erkundungsflug in der Nordsee eine Panne. Er wurde auf den Wellen treibend von einem englischen Torpedoboot aufgebracht und in Donigton Hall interniert. Hier fand er in Leutnant Keilhack einen unternehmenden Kameraden. Die beiden Offiziere gruben einen 80 Jards langen Tunnel (etwa 70 m), durch den es ihnen gelang, zu entkommen.

Wie hoch die Engländer ihren Wert einschätzen, geht daraus hervor, daß eine Belohnung von 2000 Mark auf ihre Ergreifung ausgesetzt wurde. Sie wurden denn auch in der Grafschaft Chatham nach fünftägiger Flucht erkannt und wieder in das Offiziers-Gefangenenlager eingeliefert.

Dieser Mißerfolg entmutigte die waghalsigen Offiziere nicht, wie ein Verhandlungsbericht der „Times" vom 1. Februar beweist. Thelen und Keilhack standen vor dem englischen Kriegsgericht unter der Anklage wiederholten Fluchtversuchs, weil sie am 17. Januar und 26. Januar nochmals unter Aufbietung großer Geschicklichkeit und List ihre Freiheit zu erlangen gesucht hatten.

Ein Zeuge sagte über die Vorgänge vom 17. Januar aus, daß er in das Badezimmer getreten sei, dessen Tür mit einem Vorhängeschloß versehen sei. Sofort sei ihm ein Mann in Abendkleidung entgegengetreten. Die Dielen waren aufgerissen und der Boden ausgehöhlt. In dem Loch befanden sich Wachskerzen, ein Spaten und Stemmeisen. Im Hintergrunde stand ein Kasten mit Kleidern und Zwieback.

Der zweite Fall trug sich am 26. Januar zu, nachdem die Angeklagten in eine besondere Baracke gelegt waren. Der Lagerhauptmann schöpfte Verdacht und ließ einen Pfadfinder unter die Baracke kriechen, weil er Geräusche zu vernehmen glaubte.

Er selbst trat sofort in die Barake ein und fand einen der Angeklagten unter dem Bett liegend, damit beschäftigt, die Dielen des Fußbedens durchzusägen. Der andere spielte Mundharmonika, um das Geräusch der Säge zu übertönen. Er sagte zu Leutnant Keilhack: „Es hätte Ihnen sehr wohl gelingen können, hier rauszukommen," und Keilhack gab ruhig zu: „Es wäre sogar ganz gewiß gelungen, aber sie sind hier zu scharf für uns".

Wegen des Versuches vom 17. Januar wurden beide freigesprochen, weil ihre Identität nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte.

Da im zweiten Fall ein Geständnis vorlag, wurden sie des einfachen Fluchtversuchs für schuldig befunden. Das Urteil soll in einigen Tagen verkündet werden.

Seite 101

.FLUGSPORT".

No.

Wugtecbnifclje (Rundfcfjau

Inland.

Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse wurden ausgezeichnet: K. u K. Oberst Uzelac, Hauptmann Stefan Petroczy von Petro.cz, Vizefcldwebel Otto Schäfer, Unteroflizier U. Flugzeugführer Cohn, Unteroffizier Richard Kandier und Gefreiter Richter

Daz Eiserne Kreuz I. Klasse wurde verliehen: Hauptmann H i n t ersa t z-Se n f t en berg, Ltn. d. R Franz Kehrer.

Fliegerschule für Privatausbildung. Die ersten Schwarzwälder Fliegerwerke-Freudenstadt halten neuerdings Spezialkurse für Flieger und Flugvolontäre ab. Die Leiter der Schule sind der ehemalige Marineflieger Georg Weikert und dessen Bruder Karl Weikert, der sich als Chefkonstrukteur einen Namen erworben hat. In den Fliegerwerken Freudenstadt wurden in diesem Winter die ersten Schneefliegerkurse abgehalten. Durch eine Vorrichtung kann jedes Land" flugzeug in ein Schneeflugzeug verwandelt werden. Die Versuche haben selbst bei schlechten Windverhältnissen ein ausgezeichnetes Resultat ergeben. Durch das Starten und Landen bei hohem Schnee ist ein Bruchrisiko auf ein Minimum gesetzt. In 'Sportkreisen dürften diese Spezialfliegerkurze reges Interesse hervorrufen. Mit dem Unternehmen steht eine Abteilung für Flugzeugbau und ein Flugplatz in Wanne, Westfalen, in Verbindung. Dort können Flieger auf Flugzeugen der verschiedensten und bewährtesten Marken (Militär- und Sporlflugzeugen) ausgebildet werden.

Der bekannte Flieger Böhme tödlich abgestürzt. Vor einiger Zeit ist der bekannte .Vizefeldwebel Eduard Böhme im Westen mit seinem Flugzeug abgestürzt, wobei er den Heldentod fand. Böhme war besonders durch seine Heldentat bekannt, als er bei dem am 25. September v. Js. stattgefundenen Fliegerangriff auf Freiburg i. B. zwei französische Flugzeuge durch Abschießen zur Landung zwang. Böhme war damals noch Unteroffizier gewesen und gehörte einer bayerischen Feldflieger-Abteilung an Für diese hervorragend kühne Tat wurde er mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Der Führer der betreffenden bayerischen Feldflieger-Abteilung, welcher Vizefeldwebel Böhme angehörte, der bekannte bayerische Fliegeroffizier Oberleutnant Hailer widmet dem Helden folgenden Nachruf: „Unvergänglicher Heldenruhm schwebt Überseiner Todes-stälte. Ein beispielloser Sieg, groß und außerordentlich, knüpft sich an seinen Namen und wird stets hervorragen aus den schweren Kämpfen unserer stolzen Waffe. Sein kühner deutscher Geist lebt allerseits in uns weiter. Nie werden wir den jungen Helden vergessen."

Zivilflieger Willy Hahn An einer schweren Erkrankung ist vor einigen Tagen der Flieger Willy Hahn in Partenkirchen gestorben. Hahn lernte in Frankreich bei Deperdussin fliegen, und wurde ihm das internationale Flugführerzeugnis vom Aeroklub de France ausgestellt. Er gehörte zuletzt als Degenfähnrich z. S-d. R. der II. Seeflieger-Abteilung in Wilhelmshaven an. Er war Inhaber des gol-

denen Marinefliegerabzeichens und zum Eisernen Kreuz eingereicht, wahrend er die Messinamedaille bereits Vorjahren in Italien erhielt. Besonders bekannt war Hahn durch sein Buch „Für mein Vaterland", welches er im Jahre 1913 geschrieben hat.

Absturz eines deutschen Flieger-offlziers. Bei einem Uebungsflug ist bei Griesheim Leutnant von Birstein abgestürzt. Er ist inzwischen an den erlittenen Verletzungen gestorben.

Hauptmann Hans Roser ist ebenfalls vor einiger Zeit den Heldentod für sein Vaterland gestorben. Er war einer der ersten deutschen Militärflieger. In der Aviatik-Fliegerschule in Habsheim ausgebildet, erwarb er am 29. April 1911 das Pilotenzeugnis Nr. 83. Damals hatte er bei dem Ueberlandflug von Mülhausen nach Frankfurt a. M. einen schweren Unfall gehabt, der ihn lange Zeit vom Fliegen fernhielt.

Direktor Fokker, der Inhaber derFokkerflugzeugwerke, wurde in Anbetracht seiner Verdienste persönlich von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin das Militärverdienstkreuz am roten Bande überreicht

Deutsche Flugzeugangriffe auf feindliche Schiffe. Die Londoner Zeitungen berichten: Der Wilsondampfer „Carlo", der Freitag in Humbre einlief, sei am Sonntag, kurz nachdem er in Dover einen Lotsen an Bord genommen hatte,, von einem deutschen Flugzeug angegriffen worden. Dasselbe habe sechs grolle

Zivilflieger Willy Hahn f

Bomben abgeworfen, die jedoch ins Wasser fielen durch Zickzackkurs. Das Flugzeug wandte sich nach Westen und warf vier Bomben auf eine Anzahl Schiffe ab, die in Downs verankert waren. Schaden wurde nicht angerichtet.

Zehn Kinder durch eine Fliegerbombe tödlich verletzt. In einer dem Kölner Flugplatz benachbarten Kiesgrube fanden Kinder eine nicht-explodierte Fliegerbombe. Der Posten rief aus einiger Entfernung den Kindern zu, den Gegen stand liegen zu lassen. Ein Knabe schleuderte

nun das Geschoß in

Du. , j "om rokker-Flugplatz.

aer Kicntung auf den Links: Dir. fokker, rechts: Grn(t- beim Absuchen des Ge Posten fort, wobei es herzogvonMecklenburg-Schwerin ländes nicht gefunden

Der Dampfer rettete sich explodierte. Von den in der Nähe befindlichen zwölf Kindern wurden zehn tödlich verletzt-Drei Kinder aus einer Familie sind tot. Die Ermittelungen haben ergeben, daß die Bombe seit Monaten in derGrube gelegen haben muß, da sie einem alten Modell angehört Das Gelände war jedesmal von sachkundiger Seite nach dem Abwurf auf das Vorhandensein von Blindgängern abgesucht worden. Vermutlich war die Bombe beim Abwerfen in die Erde gedrungen und deshalb

worden. Durch die starken Regengüsse der letzten Zeit ist sie anscheinend freigespült worden.

Die Flieger-Ersatzabteilung II ist, wie im Armee-Verordnungsblatt bekannt gemacht wird, von Berlin-Adlershof nach Schneidemühl verlegt worden.

Berichtigung: In der Nummer 3 vom ,Flugsport" wurde irrtümlicherweise in der Rubrik „Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse wurden ausgezeichnet" auch Ltn. d. R. O. Reichardt als Inhaber desselben gemeldet. Dasselbe beruht auf einem Irrtum.__

Von der Front.

6. Januar. Deutscher amtlicher Bericht: Ein gegnerischer Luftgeschwaderangriff auf Douai blieb erfolglos. Durch deutsche Kampfflieger wurden zwei englische Flugzeuge abgeschossen. Das eine durch Leutnant Bölke, der damit das siebente feindliche Flugzeug außer Gefecht gesetzt hat.

7. Januar. Ein deutsches h'lugzeuggeschwader von zwöli Flugzeugen warf 78 Bomben auf die Lager der Engländer und Franzosen in Salonik. 20 Volltreffer verursachten Brande im Lager. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Das deutsche Geschwader hatte keinerlei Verluste.

8. Januar. Türkischer Bericht: Einer unserer Flieger griff einen feindlichen Doppeldecker'vom System Farman an, und brachte ihn zum Absturz: Das Flugzeug fiel, in Flammen gehüllt, bei Sedd-ül-Bahr nieder.

10. Januar, lieber Chalon sur Marne fand ein Luftzweikampf zwischen einem deutschen Eindecker gegen einen französischen Doppeldecker statt, der sich zugunsten.de/s deutschen Eindeckers entschied. Der französische Apparat stürzte ab, Führerund Beobachter waren tot. — Englischer Bericht: Feindliche Flugzeuge haben bei Strazelle, Hazebrouck und St. Omer Bomben abgeworfen-Eine Frau und ein Kind wurden getötet.

y ' II. Januar. Ueber dem Etschtal erschienen 11 italienische Flieger, die an mehreren Punkten erfolglos Bomben abwarfen. Nur eines der Flugzeuge gelangte bis Trient, wo es drei Bomben abwarf, die] jedoch keinen Schaden anrichteten. Am 11. nachmittags belegte ein Geschwader von österreichisch-ungarischen Seeflugzeugen in Rimini die Munitions- und die Schwefelfabrik, Bahnhof und Abwehrbatterie mit verheerendem Erfolg mit Bomben. Trotz des heftigen Feuers mehrerer Abwehrgeschütze sind alle Flugzeuge unbeschädigt zurückgekehrt. — Deutscher Bericht: Ein französisches, mit einer 3,8 cm-Kanone ausgerüstetes Kampfflugzeug wurde bei Woumen (südlich von Dixmuiden) durch Abwehrfeuer von einem Kampfflieger zum Landen gezwungen. Das Flugzeug ist mit seinen Insassen unversehrt in unsere Hand gefallen. Bei Toumai wurde im Luftkampf ein englischer Doppeldecker abgeschossen. — Oesterreichischer Bericht: Ein Geschwader von zehn Flugzeugen vollführte einen starken Angriff gegen Ancona, wo Bahnhof, Elektrizitätswerk und eine Kaserne mit schweren Bomben getroffen und in Brand gesteckt wurden. Das sehr heftige Feuer von vier Abwehrgeschützen war ganz ohne Wirkung. Alle Flugzeuge sind wohlbehalten eingerückt.

12. Januar. Französischer Bericht: Im Laufe des gestrigen Tages lieferten drei unserer Kampfflugzeuge den fei nd 1 i chen Jagdflugzeugen vom Typ Fokker eine Reihe von Gefechten über den deutschen Linien bei Dixmuiden. Eines unserer Flugzeuge, das von einem Fokker angegriffen wurde, muße lande-, a'jer das feindliche Flugzeug selbst wurde dann von einem der unsrigen angegriffen und durch dessen auf 25 m Entfernung eröffnetes Schrappnellfeuer heruntergeschossen. Ein dritter französischer Apparat griff gleichfalls ein anderes Fokker-Flugzeug an, das südöstlich von Dixmuiden herunterfiel.

13. Januat. Eine Abteilung von zehn französischen Flugzeugen überflog die Eisenbahnlinien nach Gewgheli und warf viele Bomben ab. Ein Flugzeug überflog Monastir. Die Flugzeuge, die beschossen wurden, kehrten alle zurück. — Französischer Bericht: Zwei feindliche Wasserflugzeuge warfen acht Boniben auf Dünkirchen und verursachten unbedeutenden Sachschaden. — Italienischer Bericht: Eines unserer Geschwader führte bei ungünstigen Witterungsverhältnissen unter heftigem Sturme eine Streifung nach Gardolo nördlich von Trient aus und beschoss den feindlichen Flugplatz. Bei seiner Rückkehr ließ es einige Bomben auf die Bahnhöfe vonTrient, Rovereto und auf die Hütten bei Vokina fallen und kehrte dann unversehrt in unsere Linien zurück Feindliche Flieger warfen Bomben auf eine Stelle in der lsonzoebene ohne Schaden anzurichten.

1

Französisches Flugzeugabwehrgeschütz, welches, nach alten Seiten drehbar, auf einem Zementfandament montiert ist. 14. Januar. Die Leutnants Böhlke und Immelmann schössen nordöstlich von Tourcoing und Bapaume je ein englisches Flugzeug ab. Den unerschrockenen Offizieren wurde in Anerkennung ihrer außerordentlichen Leistungen durch Seine Majestät den Kaiser der Orden Pour le merite verliehen. Ein drittes feindliches Flugzeug wurde im Luftkampf bei K'ubaix, ein viertes durch unser Abwehrfeuer bei Ligni (südwestlich von Lille) heruntergeholt. Von den acht englischen Fliegeroffizieren sind sechs tot, zwei verwundet. — Englischer Bericht: Vier am 11. Januar aufgestiegene englische Flugzeuge sind nicht wieder zurückgekehrt. — Oesterreicliisch-Ungarischer Bericht: Die Tätigkeit der i ta Ii e n is ch en Flieger-erstreckte sich auf den Raum von Triest. Eine auf

Spirano abgeworfene Bombe verursachte keinen Schaden. Von Uesküb kommende Flugzeuge überflogen die französischen Stellungen bei Salonik und warfen Bomben ohne Schaden anzurichten. Die feindlichen Flugzeuge wurden durch französische Flugzeuge in die Flucht geschlagen.

15. Januar. Deutscher Bericht: Ein nordwestlich von Albert durch Leutnant Bölke abgeschossenes feindliches Flugzeug fiel in der englischen Linie nieder und wurde von unserer Artillerie in Brand geschossen. — Oesterreichisch-Ungarischer Bericht: Ein feindlicher Flieger überflog Laibach und warf Bomben ab. Es wurde niemand verletzt und kein Schaden verursacht.

16. Januar. Deutsche Flugzeuge bombardierten den Bahnhof von Kilindir, der von den Franzosen besetzt worden ist. Ein Benzindepot ist verbrannt. Zwej französische Flugzeuge wurden im Luftkampf vernichtet. Die deutschen Flugzeuge kehrten wohlbehalten zurück.

17. Januar. Deutscher Fliegerangriff gegen die Stadt St. Omer. Zwei Tauben, die aus dem Innern des Landes kamen, überflogen nachmittags die Stadt und schleuderten acht Bomben auf verschiedene Stadtviertel. Alle Bomben platzten, töteten mehrere Personen und verwundeten andere schwer. Die Gewalt der Explosionen war fürchterlich. Der angerichtete Sachschaden ist bedeutend.

18. Januar. Deutscher Bericht: Zwei englische Flugzeuge unterlagen bei Paschendaele und Dadizeele (Flandern) im Luftkampf Von den vier Insassen Sind drei tot. Ein französisches Flugzeug wurde bei Medevich von einem unserer Flieger abgeschossen. Führer und Beobachter sind gefangen genommen. — Italienischer Bericht: Gestern überflogen Ancona fünf feindliche Flugzeuge und •warfen Bomben ab Es gab ein Opfer, sowie leichten Materialschaden. — Russischer Bericht: Deutsche Flugzeuge unternahmen Raids über Schlock, Kurtenhof und Dünaburg. — Französischer Bericht: Zwei feindliche Flieger, die in der Richtung nach Dünkirchen flogen, wurden von unseren Geschützen unter Feuer genommen und zur Umkehr gezwungen, Die Flieger warfen vier Bomben auf die Dünen ohne ein Ergebnis zu erzielen.

19. Januar. Deutscher Bericht: Nachts warfen feindliche Flieger Bomben auf Metz. Bisher ist nur Sachschaden gemeldet. Ein feindliches Flugzeug stürzte gegen Morgen südwestlich von Thiaucourt ab. Von den Insassen ist einer tot. Deutsche Flugzeuggeschwader griffen feindliche Magazinorte und den Flughafen von Tarnopol an. — Französischer Bericht: In der Nacht vom 18. zum 19. warfen zwei deutsche Apparate vier Bomben auf Nancy. Eines unserer Geschwader stieg sogleich auf und bombardierte die Bahnhöfe von Metz und Annaville. 32 Granaten wurden auf die Gebäude geworfen.

20. Januar. Deutscher Bericht: Ein englischer Kampfdoppeldecker mit zwei Maschinengewehren wurde bei Tourcoing von einem deutschen Flugzeug aus einem feindlichen Geschwader heruntergeholt. An der Yser zwang das Feuer unserer Ballon-Abwehrgeschütze ein feindliches Flugzeug zur Landung in der feindlichen Linie. Das Flugzeug wurde sodann von dem Feuer unsere,-Artillerie zerstört. Die militärischen Anlagen wurden gestern Nacht von unseren Flugzeugen mit Bomben belegt.

21. Januar. Italienischer Bericht: Ein feindliches Flugzeug warf Bomben auf Dogana (Oberes Fella-Tal) ohne irgendwelchen Schaden zu verursachen. — Oesterreichischer Bericht: Ein russisches Flugzeug-geschwader überflog das Gebiet südöstlich von Brzezany-und warf-Bomben1?, ab. Sie richteten keinerlei Schaden an.

22. Januar. In der Nacht erschien eine Taube über Nancy. Die Einwohner der Stadt wurden durch den Donner der Abwehrkannonen aus dem Schlaf geschreckt. Die

Taube warf vier Bomben ab. Ein Haus wurde in Brand gesteckt. — Englische Meldung aus Saloniki: Ein Flugzeuggeschwader der Alliierten belegte Porto Lagos mit Bomben.

2J. Januar. Deutscher Bericht: Militärische Anlagen östlich von Beifort wurden mit Bomben belegt. — Ein französisches Flugzeuggeschwader von 45 Flugzeugen bombardierte Monastir und verursachte bedeutenden Schaden am Bahnhof, den Kasernen und Schienensträngen, sowie den Munitionslagern.

24. Januar. Deutscher Bericht: In der Nacht vom 22. auf den 23. Januar belegte eines unserer Wasserflugzeuge den Bahnhof und die Kaserne, sowie die Dockanlagen von Dover mit Bomben. Außerdem haben am 23. ds. Mts. nachmittags zwei unserer Wasserflugzeuge die LuStschiffhallen in Hugham (westlich Dover) mit Bomben belegt. Starke Brandwirkung wurde einwandfrei festgestellt. — Rege Fliegertätigkeit im Westen. Ein feindliches Geschwader bewarf Metz mit Bomben, von denen eine auf das bischöfliche Wohngebäude und in einen Lazaretthof fiel. Zwei Zivilpersonen wurden getötet, acht verwundet. Ein Flugzeug des Geschwaders wurde im Luftkampf abgeschossen, die Insassen sind gefangen. Unsere Flieger bewarfen Bahnhöfe und militärische Anlagen hinter der feindlichen Front. Sie behielten dabei in einer Reihe von Luftkämpfen die Oberhand. — Ein auf griechischem Boden aufgestiegenes feindliches Fiugzeuggeschwader belegte Monastir mit Bomben. Mehrere Einwohner wurden getötet oder verletzt. — Französische Meldung: Mehrere feindliche Flugzeuge überflogen Nancy und Umgebung und warfen Bomben ab, jedoch ohne Ergebnis. — Französische Meldung : Im Laufe des 23. Januar bombardierten zwei Gruppen Flieger insgesamt 24 Flugzeuge den Bahnhof und die Kasernen von Metz. 130 Granaten wurden auf die bezeichneten Ziele geworfen. Die Bomben werfenden Flieger waren von zwei Schutzgeschwadern begleitet, deren Piloten feindlichen Flugzeugen zehn Kämpfe lieferten. Die Flugzeuge wurden auf dem ganzen Weg heftig beschossen, kehrten aber unbeschädigt zurück, mit Ausnahme eines einzigen, das südöstlich von Metz zur Landung gezwungen wurde.

25. Januar. Ein österreichisches Fluggeschwader erschien über Durazzo und warf Bomben und Aufrufe an die Serben herab mit der Aufforderung heimzukehren. — Sechzehn f r anzösis che Flugztuge haben neuerdings Gewgheli bombardiert und dem Feind großen Schaden zugefügt. Die Flugzeuge kehrten unbeschädigt zurück. — Englische Meldung: Zwei deutsche Flugzeuge erschienen über Dünkirchen und warfen Bomben ab. Ein deutsches Flugzeug wurde gezwungen nordöstlich vom Leuchtturm infolge der Aktion eines englischen Flugzeuges niederzugehen. — Deutscher Bericht: Deutsche Flugzeuggeschwader griffen die militärischen Anlagen von Nancy und die dortigen Flughafen, sowie die Fabriken von Baccarat an. Ein französischer Doppeldecker fiel bei St. Benoit (nordwestlich von Thiaucourt) mit seinen Insassen unversehrt in unsere Hand. — Französischer Bericht: Im Laufe der Nacht bombardierten unsere Flugzeuge die Linie Laon—Anizy und die Werke von Nogent — L'Abbesse. Heute Morgen warf eines unserer Geschwader, das aus sieben Flugzeugen bestand, einige 20 Granaten auf feindliche Lager bei Houthoulst und Mittelkerke in Belgien.

26. Januar. Deutsche Marineflugzeuge griffen militärische Anlagen des Feindes bei La Panne, unsere Heeresflugzeuge die Bahnanlagen von Loo (südwestlich von Dixmuiden) und Bethune an. — Französischer Bericht: Gegen 12 Uhr erschienen drei deutsche Flugzeuge über Nancy und warfen Bomben und Fliegerpfeile ab, wodurch mehrere Personen verletzt wurden. Nach einer Privatmeldung wurden durch die abgeworfenen Geschosse schwere Schäden angerichtet, besonders in den Vorstädten, wo sich die großen Munitionslager und Flugzeug-chup pen befinden. — Englischer Bericht: Es gelang uns nordöstlich von Nieuport

ein deutsches Wasserflugzeug zum Niedergehen zu zwingen. In der Gegend von Loos entwickelten deutsche Flieger einige Tätigkeit, in deren Verlauf wir im Vorteil waren.

27. Januar. Abends nach 10 Uhr warfen zwei feindliche Flieger über Freiburg i. B. fünf Bomben ab, die nur Materialschaden verursachten und Personen nicht verletzten. Das Stadttheater war aus Anlaß des vaterländischen Abends dicht gefüllt. Das Publikum blieb ruhig im Hause bis die Gefahr beseitigt war.

28. Januar. Deutscher Bericht: Ueber einen nächtlichen Luftangriff auf die offene Stadt Freiburg liegen abschließende Meldungen noch nicht vor. — Italienischer Bericht: Feindliche Flugzeuge warfen Bomben auf Ala im Lagarina-tale und Roncegno und Borgo im Suganatale ohne Schaden anzurichten.

29. Januar. Deutscher Bericht: Bei Apremont (östlich der Maas) wurde ein feindliches Flugzeug durch unsere Abwehrgeschütze heruntergeholt. Der Führer ist tot, der Beobachter schwer verletzt. Der Luftangriff auf Freiburg in der Nacht zum 28. hat nur geringen Schaden verursacht. Ein Soldat und zwei Zivilisten sind verletzt. — Oesterreichischer Bericht: Ueber der Strypa-Front erschien ein feindliches Flugzeuggeschwader. Von den russischen Flugzeugen wurden zwei durch Artillerievolltreffer vernichtet, drei zur Notlandung hinter den feindlichen Linien gezwungen.

30. Januar. Als Vergeltung für den feindlichen Angriff auf Freiburg warf ein Zeppelin Uber Paris mehrere Bomben ab, die mehrere Opfer forderten. — Sechzehn, französische Bombardierflugzeuge stiegen von ihrem Stützpunkt bei Salonik auf und überflogen ein bulgarisch-deutsches Lager von etwa 600 Zelten bei Pasayly, nordwestlich vom Doiran-See. Die zahlreichen von ihnen abgeworfenen Bomben setzten das Lager in Brand und verursachten eine Panik.

31. Januar. Bei einer Wiederholung des Zeppelinangriffes auf Paris gelang es von fünf Abwehrflugzeugen nur einem Geschiitzflugzeug in die Nähe des Zeppelin zu kommen. Das Flugzeug verfolgte ihn 53 Minuten, mußte aber dann die Verfolgung wegen eines Motorschadens aufgeben und landen. — Ein deutsches Flugzeug griff den Wilson-Dampfer „Umolo" in der Nähe von Rotterdam an und warf sechs schwere Bomben auf ihn ab. Das Flugzeug verschwand darauf, jedoch ohne Schaden anzurichten.

2. Februar. Deutscher Bericht: Ein französisches Großflugzeug stürzte, von unserem Abwehrfeuer gefaßt, südwestlich von Chaum ab. Die Insassen sind verwundet gefangen genommen. Balkanschauplatz: Unsere Flieger beobachteten in den Hafenanlagen von Salonik große Brände, die offenbar von unserem Luftschiffangriff herrühren.

3. Februar. Englische Meldung aus Salonik: Als Vergeltungsmaßregel für den Zeppelinangriff auf Salonik bewarfen 14 französische Flugzeuge das feindliche Lager von Petritsch heute früh mit Bomben. Es wurde beträchtlicher Schaden angerichtet. — Deutscher Bericht: Unsere Flieger schössen ein englisches und ein französisches Kampfflugzeug in der Gegend von Peronne ab. Drei der Insassen sind tot, der französische Beobachter schwer verwundet. — Oesterreich-Ungarischer Bericht: In Ostgalizien und an der wolhynischen Front wurde beiderseits rege Fliegertätigkeit entfaltet. Eins der russischen Geschwader warf sechs Bomben auf Buczacz ab, wobei zwei Einwohner getötet und mehrere verletzt wurden. Ein anderes verwundete durch eine Bombe nordöstlich von Luck drei eben eingebrachte russische Kriegsgefangene. Unsere Flugzeuggeschwader belegten mit Erfolg die Räume westlich von Czortkow und nördlich von Zboraz mit Bomben. — Am 25. Januar haben 5, am 27. Januar 2 und am 1. Februar 3 unserer Seeflugzeuge Durazzo und namentlich die Zelt-

lager nächst der ^tadt mit verheerender Wirkung bombardiert und sind trotz heftiger Beschießung durch Landbatterieen und Kriegsschiffe jedesmal unbeschädigt zurückgekehrt. Am 2. Februar wurde Valona von drei Seeflugzeugen bombardiert, dort Hafenanlagen, Flottanten und Zeltlager mehrfach getroffen. Im heftigen Feuer der Land- und Schiffsbatterien erhielt eines der Flugzeuge in den Motor zwei Treffer, durch die es zum Niedergehen auf das Meer gezwungen wurde. Der Führer der Gruppe, Linienschiffsleutnant Konjevic, ließ sich ohne Zögern neben das beschädigte Flugzeug auf die durch Bora stark bewegte See nieder und es gelang ihm, trotz des Feuers der Batterien auf Saseno und zweier mit voller Kraft heranfahrenden Zerstörer, die zwei unversehrt gebliebenen Fliegeroffiziere in seinem Flugapparat zu bergen, das beschädigte Flugzeug gründlich unbrauchbar zu machen, mit der doppelten Bemannung gerade noch zurecht wieder aufzufliegen und nach einem Flug von 220 km in den Golf von Cattaro heil zurück" zukehren. — Französischer Bericht, Orient-Armee: Bei dem Zeppelinangriff aus Salonik ging die Bank von Salonik vollkommen in Flammen auf. Die Zahl der Opfer nnter der Zivilbevölkerung beläuft sich auf 11 Tote und 15 Verletzte, zu denen zwei getötete Militärpersonen und eine Verletzte kommen. Ein feindliches Flugzeug wurde von einem der unserigen zwischen Topein und Verria, westlich Salonik abgeschossen. Die beiden Flieger wurden gefangen genommen.

Ausland.

Die Wirkungen der österreichischen Fliegerbomben auf Durazzo

Wie aus Athen gemeldet wird, richtete der Angriff österreichisch-ungarischer Flieger in Durazzo großen Schaden an. Der serbische Kronprinz Alexander befand sich in Durazzo, während die österreichischen Flugzeuge die Stadt angriffen. Eine der abgeworfenen Bomben zerstörte ein Haus, in dem sich serbische Offiziere versammelt hatten. 20 von ihnen wurden durch das Fliegergeschoß getötet. Die ganze Stadt litt sehr unter der Beschießung.

Die Tätigkeit der Österreich-ungarischen Flugzeuge in Albanien. Die Sichernng der von den österreichisch-ungarischen Truppen besetzten Teile Albaniens wird nach Meldungen der „ldea Nationale" aus Durazzo eifrig betrieben. Großer Wert wird hierbei auf die Errichtung von Stützpunkten für Flieger gelegt, deren Tätigkeit sehr lebhaft ist und die den Rückzug der Reste der serbischen und montenegrinischen Truppen stark beunruhigten. In Ducigno ist zu diesem Zweck eine'provisorische Station für Wasserflugzeuge errichtet worden, deren Wirkung bereits in Erscheinung zu treten beginnt.

Ein österreichisches Fliegerstückchen. Wie dem „Berl. Tgbl." berichtet wird, flogen am 7. Februar österreichische Marineflieger bei Sonnenaufgang über das bereits hellbeleuchtete Meer nach Gorgo bei Grado und stifteten in dem dort befindlichen italienischen Fliegerpark großes Unheil an. Um 3'„6 Uhr schwammen drei Wasserflugzeuge zuerst einen Teil des Weges auf der Adria, um sich plötzlich wie die Möven vom Meer bis zu einer Höhe von 1200 m emporzuheben. Die Wasserflugzeuge manövrierten oberhalb Gorgo knapp über den italienischen Fliegerschuppen, und einer nach dem anderen warfen sie ihre wohlgezielten Bomben ab Noch bevor die italienischen Abwehrkanonen ihre Tätigkeit begannen, brannten die Schuppen lichterloh.

Rumänische Flieger auf bulgarischem Gebiet. Aus Sofia wird berichtet: Rumänische Flieger gerieten wahrscheinlich infolge eines Irrtums über bulgarisches Gebiet. Bulgarische Truppen gaben den Fliegern durch Gewehrschüsse zu verstehen, daß sie sich auf fremdem Gebiet befänden. Es verlautet, daß von rumänischen Kreisen der Protest Bulgariens wegen dieses Vorkommnisses als gerechtfertigt anerkannt wird.

Die Verteidigung von Paris gegen Luftangriffe. Die Times meldet aus Paris: Der Kriegsminister Qallieni hat in Begleitung verschiedener Mitglieder der parlamentarischen Heereskommission und des Ausschusses für das Flugwesen das Verteidigungssystem von Paris einer genauen Untersuchung unterzogen. Es soll hierüber eine Denkschrift an den Ministerpräsidenten ausgearbeitet werden. Rund um Paris, besonders auf dem Mont Valerien sind, wie. die Zentral News mitteilen, weitere Abwehrbatterien aufgestellt worden.

Schutzmaßregeln in Englaud gegen deutsche Luftangriffe. Der Staatssekretär des Innern bestimmt, daß vom 16. Februar ab die Bestimmungen Uber die verminderte Beleuchtung auf die mittleren und nordwestlichen Distrikte ausgedehnt werden. Die Bestimmungen gelten bereits für die östlichen und südlichen Grafschaften. Alle Lichter müssen von oben her unsichtbar sein. Die Läden müssen mit mattem Glas abgeblendet werden. Häuser und Hotels müssen die Fenster und ebenso die Lichthöfe mit dicken Vorhängen versehen. Bahnhöfe und Güterschuppen müssen ihre Lichter auf das geringste zulässige Maß herabsetzen, das für die Arbeit notwendig ist. Die unerläßlichen Lampen müssen bedeckt oder dunkel angestrichen werden. In beleuchteten Zügen müssen die Reisenden die Fenstervorhänge herablassen, ebenso in den Wagen. Die Behörden in Nottingham, Sheffield, Derby und Liverpool erließen Verordnungen gegen die Beleuchtung von Kirchen, Häusern, Straßen usw.

Der englische Fliegerleutnant Graham White schwer verwundet. In Hazebrouck wurde der Fliegerleulnant Graham White schwer verwundet. Im Laufe einer Uebung platzte eine Granate' in den Händen des englischen Offiziers, wodurch 5 Personen getötet und 24 Personen verwundet wurden.

Vereitelter Fluchtversuch zweier französischer Flieger aus der Schweiz. Die schweizerische Depeschenagentur teilt mit: Die französischen Flieger Gilbert und Pary, die hier in einer Kaserne seit Oktober 1915 interniert sind, versuchten, in Zivilkleidern zu entfliehen. Die Flucht wurde sofort bemerkt, Telefon und Telegraf in Bewegung gesetzt und die französische Grenze gesperrt. Beide Flüchtlinge wurden in einem Zug französischer Kranker auf der Station Ölten verhaftet und wieder nach Zürich zurückgebracht. Eine Untersuchung ist eingeleitet zur Fesstellung der näheren Umstände, besonders des Bahnhofes, den sie zum Besteigen des fahrplanmäßigen Kriegsgefangenenzuges benutzt haben-der vor der Abfahrt in Zürich genau durchsucht worden war.

Ein italienisches Flugzeug über der Schweiz. Ein italienischer Farman-Doppeldecker, der durch einen Offizier in Zivil geführt wurde und am 3. Februar morgens in Turin aufgestiegen war verlor infolge des Nebels die Orientierung und überflog am Luganersee die Schweizer Grenze. Die Grenzwache beschoß ihn mit Gewehren und Maschinengewehren, worauf das Flugzeug in der Nähe von Lugano niederging. Der Flieger selbst war unverletzt. Er wurde von Offizieren einer Mittrailleusenkompagnie gefangen genommen und zunächst interniert.

Aus einer späteren Meldung scheint jedoch hervorzugehen, daß das Flugzeug bei keiner kriegerischen Operation beteiligt war, da es ihm an unerläßlichen Instrumenten fehlte für eine Erkundung. Das schweizerische Armee-Oberkommando hat diese Nachricht bestätigt und die Rückerstattung des italienischen Flugzeugs beschlossen.

Die moralische Wirkung der französischen Fliegerbomben. Man

schreibt uns aus Metz anläßlich des französischen Fliegerangriffs auf diese Stadt : Seit einiger Zeit versuchen die Franzosen die Stadt Metz durch Fliegerbomben zu schädigen. Bisher wurde nur verhältnismäßig geringer Schaden angerichtet. Es herrscht hier die Auffassung, daß die Franzosen rücksichtslos die Stadt bom-

bardieren, lediglich in der Hoffnung, militärische Objekte zu treffen. Ein militärischer Erfolg ist bis jetzt überhaupt nicht erzielt worden. Einen anderen, von den Franzosen kaum beabsichtigten Erfolg hat diese sinnlose Beschießung in der einheimischen lothringischen Bevölkerung gehabt: die Opfer nämlich, die mit einer einzigen Ausnahme an Getöteten und Verletzten sicher aufzuweisen sind, entstammen den Kreisen der alteingesessenen Bevölkerung; auch die beschädigten Häuser gehören durchaus Altlothringern. Es ist begreiflich, daß das alles in den Kreisen der lothringischen Bevölkerung eine starke Abneigung gegen Frankreich auslöste. So hat die Vergeltung gegen die in Friedenszeiten von den Metzern so viel besuchte Stadt Nancy, die schärfer ausfiel als das Flieger-Bombardement, da Nancy von unseren Geschützen erreicht wird, eine ganz offen zum Ausdruck gebrachte Genugtuung in einheimischen Kreisen ausgelöst.

™ {Englischer Blackburn-Wassereindedter mitllOOpferdigem Anzani-Molor.

Absturz französischer Flieger. Wie Pariser Blätter melden, überschlug sich in der Nähe von Troyes ein Doppeldecker bei einem Landungsversuch. Die beiden Insassen, zwei Offiziere, wurden schwer verletzt. Das Flugzeug ist vollständig zertrümmert. — Der Marineflieger Leutnant Janvier, der Leiter der Fliegerstation St. Raphael, ist mit seinem Flugzeug abgestürzt. Janvier galt als einer der besten Flieger im französischen Heere. Er wurde tot unter den Trümmern seines Flugzeuges hervorgezogen. Weiter haben sich noch mehrere schwere Fliegerunfälle ereignet, Zwei Flieger sind bei Becon-Ies-Bouyeres abgeitüfzt und schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. — Tödlich verunglückte ein belgischer Flugschüler über dem Flugplatz Ville Sauvage bei Etampes und ein vierter Flieger bei einem Fluge über Aulnay sous Bois. Die Apparate sind sämtlich zertrümmert worden. — Der französische Fliegeroffizier Schiffsleutnant Diabat ist durch Absturz auf dem Flugfelde Amberietix ums Leben gekommen.

Seite 111

No. 4

Verschiedenes.

Ueber die Anlegung der Fliegerabzeichen sinrf nach dem „Armeeverordnungsblatt" vom Kriegsministerium neue Bestimmungen .getroffen worden. Das Abzeichen für Militärflugzeugführer und Beobachtungsofffziere sowie das Flieger-Erinnerungszeichen sind an der Bluse wie am Waffenrod^ und von Offizieren auch am kleinen Rock, auf der linken Brustmitte zu tragen. Die Flugzeugführer- und Beobachtungs-Offiziere werden künftighin auf Vorschlag der Stabsoffiziere der Flieger und der Führer selbständiger Flugverbände oder der Inspektion der Fliegertruppen vom Chef des Feldflugwesens verliehen. Das Abzeichen darf so lange getragen werden, al s der Offizier usw. zum Flugzeugführer oder Beobachtungsoffizier geeignet ist und im Dienst der Fliegertruppe Verwendung findet. Ist dies nicht mehr der Fall, so ist das Abzeichen einzuziehen. Das Erinnerungszeichen darf regelmäßig nur nach dreijähriger Tätigkeit bei der Fliegertruppe verliehen wPrden. Doch kann von dieser Bedingung bei Ausscheiden infolge Verwundung oder eines Unfalles während des Krieges oder eines ähnlichen Grundes abgesehen werden.

Patentwesen.

Drachenflieger mit zwei Hebeschrauben.*)

Die Erfindung bezieht sich auf Drachenflieger mit zwei Hebeschrauben und besteht darin, daß die Schraubenachsen nach einem in der Längsmittelebene des Flugzeuges liegenden Schnittpunkt zusammenlaufen und die Schaufeln der beiden Schrauben gemeinsam oder'unahhängig voneinander verstellt werden können. Hierbei ist es vorteilhaft, den Drehungssinn der Schrauben so zu wählen, daß sie sich aui den Nachbarseiten in der Fahrtrichtung bewegen Ferner kann die wagerecht oder annähernd wagerecht gelagerte gemeinsame Antriebswelle zugleich als Vortriebsschraubenwelle dienen. Hierdurch wird die hebende Wirkung der Hebeschrauben verbessert, besonders wenn der von der Vortriebsschraube ausgehende Luftstrom ganz oder zum Teil auf der Saugseite der Hebeschrauben vorbeistreicht. Desgleichen kann auch die Zugkraft der Vortriebsschraube im Fall des Langsamfliegens bei einem Drachenflieger mit Hubschrauben zur Unterstützung der hebenden Wirkung der Hebeschrauben besser ausgenutzt werden als bei erhem; reinen Schraubenflieger.

Infolge der schrägen Stellung der Schraubenachsen und somit auch der Schrauben geht nur der verhältmäßig kleine Raum von R bis P für die Anbringung von Tragflächen verloren.

Ferner ergibt sich bei der neuen Anordnung die Möglichkeit, die Hebeschrauben für die Lenkung der Flugrnaschine auszunutzen, indem man je nach Bedarf nur die eine oder andere der beiden Schrauben, oder die eine stärker als die andere, arbeiten läßt. In diesem Falle bewirkt die unausgeglichene, seitwärts gerichtete Komponente der arbeitenden oder der stärker arbeitenden Schraube eine Schwenkung des Drachenfliegers nach der betreffenden Richtung hin, d. h. seine Bewegung auf einer mehr oder weniger gekrümmten Bahn, dergestalt, daß kleine Kreise beschrieben werden können, ohne daß hierfür ein besonderes Seitensteuer angeordnet werden müßte.

In der Zeichnung bedeutet B einen der beiden kräftigen Querbalken (Holme), an denen die Haupttragflächen angebracht sind. K und K, sind die beiden Stabi-lisatorrädef, der Achsen a und a1 einen Winkel von etwa 60" bis„9Ö° einschließen. Angetrieben werden die beiden Hebeschrauben von der wagerechten oder annähernd wagerechten Welle der Hauptantriebsschraube, deren Bahrf durch einen strichpunktierten Kreis angedeutet ist, und zwar erfolgt zunächst der Antrieb der Schraubenachse a durch das Kegelräderpaar b c, und von der Achse a aus wird dann die andere Schraubenachse a1 durch das Kegelräderpaaf d f mit entgegengesetzter Umdrehungsrichtung, aber gleicher Umdrehungszahl, angetrieben. Es

*) D. R. P. Nr. 289373. Gustav Mees in Charlottenburg.

ist dabei, wie aus der weiteren Beschreibung erhellen wird, von Wichtigkeit, daß der Antrieb der beiden Hebeschrauben derart erfolgt, daß die Schraubenflügel sich auf der Innenseite der Schrauben nach vorn, d. h. in der Fahrtrichtung bewegen.

Die Steuerung der Hebeschrauben, d. h., die Einstellung der um ihre Achsen drehbaren Schraubenflügel zwecks Vergrößerung oder Verkleinerung der Schraubensteigerung, erfolgt durch je ein in die hohlen Schraubenachsen hineinreichendes und an der'Gleithülse r oder r1 angreifendes kräftiges Zugseil s und s1. Diese Seile sind über Rollen e e1 geführt und an je einem besonderen Winkelhebel h h1 befestigt. (Die beiden Hebel liegen hintereinander, so daß sie in der Zeichnung als ein einzelner Winkelhebel erscheinen.) Werden beide Hebel gleichzeitig umgelegt, so werden beide Hebeschrauben auf größere oder geringere Steigung eingestellt, und dabei gleicher Steigung die seitwärts gerichteten Komponenten der in der Richtung der Schraubenachsen wirkenden Hebekräfte sich ausgleichen, so können die lotrechten Komponenten sich geltend machen, indem sie das ganze Flugzeug hochheben. Wird dagegen nur eine der beiden Hebeschrauben auf Steigung eingestellt, oder wird die eine Schraube auf stärkere Steigung eingestellt als die andere, so tritt die bereits oben beschriebene Steuerwirkung ein. So ersetzen die Hebeschrauben sowohl das Hßhensteuer als auch das Seitensteuer.

Abb. 2

Die beinfBefahren scharfer Kurven zum Zwecke der Vermeidung des Schleuderns erförderliche schräge Einstellung der Maschine wird beim Arbeiten nur einer Hebeschraube,.(oder bei stärkerem Arbeiten der betreffenden Schraube) selbsttätig dadurch bewirkt, daß die Schraubenflügel an der Längsachse der Maschine zugeneigten Innenseite der Schrauben sich so nach vorn, also der relativen Luftbewegung entgegen, bewegen, daß die Eigengeschwindigkeit der Schraubenflügel und die relative Luftgeschwindigkeit (d. h. die Geschwindigkeit der Luft inbezug auf den rasch dahinschießenden Apparat) sich summieren, während auf der Außenseite der Schraube die relative Luftgeschwindigkeit von der Eigengeschwindigkeit der Schraubenflügel zu subtrahieren ist. Auf der Innenseite der Schrauben „ergeben die Schraubelflügel infolgedessen jeweils einen weit stärkeren Auftrieb als auf der Außenseite; daß daraus sich ergebende Kippmoment kommt der auf Ablenkung des Drachenfliegers aus seiner geraden Bahn wirkenden freien Seltenkraft zu Hilfe und bewirkt, wie erwähnt, zugleich eine schräge Einstellung derselben. (Schluß folgt.)

Modelle.

Gleiter Aisdorff.

Angeregt durch die guten Erfolge, die ich mit Zanonia-Flugmodellen erzielte, ferner dadurch, daß ein freies Bewegen in dieser Maschine den einfachsten Start bezw. Landung gestattet, konstruierte ich einen Zanonia - Gleiter, der den einfachsten Ansprüchen vollauf genügt.

An zwei Hängestangen, deren Verlängerung die weit zurückliegende Hauptlast aufnimmt, sind die Spannstreben zur Aufnahme der oberen und unteren Spanndrähte montiert. Die Tragflächen, deren äußersten Enden mittels kleiner Spannböcke hochgezogen sind, besitzen erfahrungsgemäß keine Wölbung. Die einzelnen Querspannten sind derart befestigt, daß sie mit dem vorderen Teil auf dem Hauptlängsträger auflieg en, während sie unter dem hinteren Längsträger herlaufen. Diese Anordnung, die sich äußerst bewährt hat, bietet den Vorteil, daß

sie sehr einfach und leicht in der Konstruktion ist, jedoch infolge ihrer Lagerung genügend Festigkeit bezw. Elastizität besitzt. Die oberen Spanndrähte sind je in einem Ring vereinigt, während die unteren zu einer Schlußspannschraube zusammenlaufen. Die Demontage bedarf also dementsprechend nur der Lösung von 8 Schrauben; 4 für die Flügel, 2 für die oberen Spanndrähte, 2 für die unteren Spanndrähte. Die Bespannung besteht aus präpariertem Nessel.

Trotz des Mangels an einem geeigneten Uebungsplatz sind mir einige kleinere Sprünge gelungen, die die Gebrauchsfähigkeit, und vor allem die Stabilität beweisen. Die Längsstabilität ist folgendermaßen gesichert:

No. 4

„FLUGSPORT".

Seite 114

Die am weitesten nach hinten liegenden Spitzen der Tragflächen sind derart abgeschrägt, daß infolge des hochgezogenen Endes die am höchsten liegende Spitze auf beiden Seiten Möglichkeit zum gleichmäßigen Entweichen der Luft

Gleiter Alsdorf. In fertig montiertem Zustand aer Maschine Jällt das untere Querholz vom Fahrgestell (Siehe die Abb. rechts) fort.

läßt; die Luft wird also gewissermaßen gezwungen, einen bestimmten Weg zu nehmen. Infolge dieser Konstruktion erübrigt sich also eine senkrechte Fläche, was der Maschine einen einfachen, jedoch natürlichen Charakter gibt.

Verband deutscher Modellflugvereine.

Sitz Frankfurt a. M.

Geschäftsstelle: Präsidium:

Frankfurt a. M., Eppsteinerstr. 26. Frankf. Flugmodell-Verein

Zahlungen erbeten an Disconto-Gesellschaft, Frankfurt a. M. Der „Stuttgarter Flugmodell-Bund" veranstaltet am 26. d. M. auf dem Cannstatter Wasen ein Modellwettfliegen, das hiermit von Seiten des V. d. M. freigegeben wird.

Wir bitten die Verbandsvereine alle geplanten Veranstaltungen (Ausstellungen, Wettfliegen, Vorträge usw) — sofern auch solche nur internen Charakter tragen — baldmöglichst der Verbandsgeschäftsstelle anzumelden, damit diese Veranstaltungen in den Terminkalender aufgenommen werden können.

Terminkalender 1916.

Datum

Veranstalter

Art der Veranstaltung

Ort

26. Februar

Stuttgarter Flugmodell-Bund Geschäftsstelle:

Stuttgart Hasenbergstr. 90

Internes Modellwettfliegen.

I. Weitflug mit Handstart

II. Zielflug mit Bodenstart

III. Rennen über 30 tn mit

Bodenstart

Cannstatter Wasen.

Frankfurter Flugmodell-Verein.

Präsidierender Verein des Verbandes deutscher Modcllflugvereine. Geschäftsstelle: Frankfurt a. Main., Eppsteinerstraße 26. Unser Mitglied Karl Reum, welcher sich als Kriegsfreiwilliger Flieger das Fliegerabzeichen erwarb, ist nun, wie bereits in der vorigen Nummer des „Flugsport" mitgeteilt, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet worden.

Münchner Modellflug-Verein.

Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvereine. Geschäftsstelle: Prannerstraße 24.

Unsere Gleitflugabteilung in Gauting hat nunmehr mit den Flugversuchen am dortigen Flügel begonnen. Die Schüler üben dort Sonntags auf dem Schuleindecker fleißig und wir hoffen bald wieder Bilder und Erfolge bringen zu können.

Wir laden hier zum wiederholtenmale alle Interessenten des Flugsports ein, unsere Flugzeuge zu besichtigen, ohne dadurch Mitglieder werden zu müssen.

Wir haben für unsere Jugendgruppe noch immer nicht genügend Namen, um eine Gründung mit stark ermäßigtem Beitrag zu ermöglichen und ersuchen auch jugendliche „Flieger" unter 16 Jahren in der Geschäftsstelle ihre Namen zu hinterlegen.

Das erste Mitglied des Frankfurter Eiugmodell-vereins, das mildem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde.

Dresdner Modellflug-Verein.

Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvereine. Geschäftsstelle: Pragerstraße 32. Von der Tätigkeit unserer Mitglieder im vergangenen Vereinsjahre zeugt nachstehendes Bild. Es zeigt einen M-H-E-Eindecker mit Druckschraube hinter dem Schwanz, einen sogenannten Raubvogel.

Raubvogel M-H-E-Findeckcr des Dresdner Modellflug- Vereins.

No. -1

„FLUGSPORT".

Seite 116

Personalien.

Den Eisernen Kronen-Orden III. Klasse erhielten: Oberstltn. Hans Umlauft und Oberltn. Mandl von der k. u. k. Luftschiffer-Abteilung.

Das Militär-Verdienstkreuz III. Klasse erhielten: Hauptmann Robert E y b, Hauptmann Tau ss i g, Rittmeister Georg Edler von Lehmann, und Oberltn. Mandl, von der k. u. k. Luftschiffer-Abteilung.

Die silberne österr. Tapferkeitsmedaille I. Klasse erhielten : Fähnrich Sparmann, Feldwebel Franz Kuntner und denselben Orden II. Klasse: Fähnrich Max Brociner von der k. u. k. Luftschiffer-Abteilung 4.

Den Bayr. Militär-Verdienstorden I. Klasse mit Schwertern erhielt Ltn. d. R. Franz Kehr er.

Das Ritterkreuz 1. Klasse des Albrechtsorden mit Schwertern erhielt Hauptmann Frölich von der Feldflieger-Abteilung 42.

Befördert wurde: Ltn. Frhr. v. Barnekow von der Feldflieger-Abteil. 8 zum Oberltn., Vizefeldwebel H e r i n g von der Flieger-Ersatz-Abt. 3 zum Ltn. d R. Unteroffizier Schäfer von der Feldflieger-Abteilung 63 zum Vizefeldwebel.

Der Erfinder der Maybach - Motoren, Oberbaurat Wilhelm Maybach feierte am 9 Februar in Cannstadt seinen 70. Geburtstag. Bekanntlich haben, die Maybach - Motore sehr zum Erfolg der Zeppelin Luftschiffe beigetragen. Wilhelm Maybach widmete sich schon früh an der Auto- und Motorkonstruktion und erlebte, nachdem er jahrelang in der Firma Daimler beschäftigt war, mit dem Grafen Zeppelin den Höhenpunkt seiner Lebensarbeit. Von der technischen Hochschule in Stuttgart wurde ihm die Würde eines Dr.-Ing. verliehen.

Firmennachrichten.

Ungarische Allgemeine Maschinenfabrik Gesellschaft, Budapest. In

der außerordentlichen Generalversammlung wurde im Zusammenhange mit der Aufnahme der Flugzeugfabrikation die Erhöhung des Aktienkapitals von 3 auf 5 Millionen Kronen beschlossen. Die Gesellschaft hat mit der Firma „Fokker Aeroplanbau G. m. b. H" in Schwerin betreffs der Fabrikation der Flugzeuge des Systems Fokker und wegen Uebemahme eines größeren Postens der neu emulierten Aktien ein Abkommen getroffen Direktor Fokker wurde in die Direktion der Ungarischen Allgemeinen Maschinenfabrik Gesellschaft gewählt. Die Durchführung der Kapitalserhöhung ist durch ein unter der Leitung der Ungarischen Allgemeinen Kreditbank stehendes Syndikat gesichert.

Literatur.

.Nach Osten" von Sven Hedin ist im Verlag von F. A. Brockhaus, Leipzig' im Feldpost - Ausgabe zum Preis von Mk. 1.— erschienen.

Das neueste Buch Sven Hedins „Nach Osten" schildert die ganze 1200km lange Front von Memel bis Czernowitz und gibt ein umfassendes Bild von dem Siegeszug der verbündeten deutschen und österreichisch - ungarischen Truppen nach Rußland hinein. Auch unsere neueste Waffe, das Arbeiten unserer Flugzeuge hat Sven Hedin nicht vergessen und jeder Deutsche wird mit Genuß seine abwechslungsreichen Schilderungen lesen.