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Zeitschrift Flugsport, Heft 03/1916

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 03/1916 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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Ausland per Kreuzband M. 19.20 Einzelpr. MO60.

Jllustrirte

No 3 technische Zeitschrift und Anzeiger

2. Februar für das gesamte

mm-m- „Flugwesen"

unter Mitwirkung bedeutender Fachmänner herausgegeben von

Telef. Hansa 4557 Oskar UrsinUS, Civilingenieur. Tel.-fldr.: Ursinus. Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8.

— Erscheint regelmäßig 14tägig. — ===== Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, die Post und den Verlag. =====

Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 16. Februar.

Französisches Urteil über die Krise im französischen Flugwesen.

Der Streit im französischen Militärflugwesen dringt, je mehr man ihn verheimlichen möchte, desto lauter in die Oeffentlichkeit. Girod, der erst kürzlich durch Besnard ernannte Inspektor der Militärfliegerschulen, wirft Humbert, dem Redakteur des „Journal" vor, er gefährde die Interessen der nationalen Verteidigung auf das Schwerste durch seine Behandlung militärischer Geheimnisse im Rahmen der auch dem Feind zugänglichen Zeitung. Humbert lehnt indes allen „patriotischen Unterricht" in dieser Angelegenheit ab, vor allem von Girod, der Erörterungen abschneiden wolle, die nur für die Schuldigen gefährlich seien, nicht aber für das Vaterland.

„Bevor ich einen Feldzug unternommen habe", erklärt Humbert in seinem Heft (Le Journal vom 16. Januar), „habe ich stets alle verschwiegenen Mittel versucht, um den Mangel abzustellen. Sobald ich jedoch die Fruchtlosigkeit meiner Bemühungen festgestellt hatte, entschloß ich mich, das nationale Gewissen anzurufen. Seit neun Jahren kenne ich die Girods des Generalstabs, die Girod des technischen Dienstes und der Artillerie. Sie zuckten die Achseln, als ich sie im Jahre 1907 fragte: „Sind wir geschützt?" Sie kicherten, als ich Maschinengewehre und schwere Artillerie verlangte. Sie haben sich in die Brust geworfen und mich verflucht, als ich die erschreckenden Mängel unserer Bewaffnung aufdeckte. Es war also so weit gekommen,

daß es nicht gefährlich erschien, es an Kanonen fehlen zu lassen, sondern solche zu verlangen. Und als ich im vergangenen Winter der Heereskommission des Senats die Notwendigkeit vor Augen führte, die Herstellung des Kriegsmaterials zu beschleunigen, da fand sich wiederum ein Girod — er ist seitdem glücklicherweise enfernt —, der verkündete, Frankreich habe zuviel Kanonen. Der Girod des Flugwesens brüstet sich heute in ähnlicher Weise. Er versichert uns, „daß die Bewaffnung unserer Flugzeuge sich von Tag zu Tag verbessere und vervollständige und daß, wenn wir auch einen Augenblick über diesen Punkt beklemmt sein durften, wir im nächsten Luftgefecht sicherlich wieder „prunken" dürften". Ist dieser Girod nicht derselbe, der im September 1914 als Leiter des Flugdienstes des Lagers von Paris erklärte, daß weder Tauben noch Zeppeline je wieder über der Hauptstadt erscheinen würden ? 0 Unglück! Wenige Wochen später mußten wir sie sehen. Worte, nichts als Worte! Aber Frankreich hat jetzt genug dieser stolzen Prophezeiungen, die stets durch die Ereignisse widerlegt werden. Wenn Geschwätz zum Siegen genügen würde, dauerte es lange, bis wir in Berlin wären. Wir wollen heute Tatsachen. Darum wenden wir uns an die öffentliche Meinung, die noch einzig gesunde und lebendige Kraft in unserem Land. Unsere öffentlichen Dienste sind krank. Nicht die Wahrheit schadet ihnen, sondern die Atmosphäre sittlicher Zerrüttung, die von Einflüssen hervorgerufen ist, wie diesen des Herrn Girod im Marineflugwesen. Und es gehört wahrhaftiger Mut dazu und ein tiefes Gefühl patriotischer Pflicht, um das Sanierungswerk durchzuführen entgegen den Widerständen, Intriguen und Verleumdungen."

Französisches Flugwesen.

Das Pariser „Journal" führt durch seinen Chefredakteur, den Geschoßsenator Charles Humbert, und seine Mitarbeiter Georges Prade, Salaignac und Urban Gohier einen erbitterten Kampf gegen die französische Verwaltung. Da die Angriffe sich besonders gegen das Amtsbereich des '"sozialistischen Arbeits- und Eisenbahnministers Sembat richten, treten als Verteidiger der französischen Verwaltung die sozialistischen Blätter auf. Auf Gustave Herve, der dem bekannten Fachschriftsteller Georges Prade den bisher nicht widerlegten Vorwurf gemacht hat, er vertrete gegen die Staatseisenbahnen die Sonderinteressen der Privatbahngesellschaften, folgt jetzt in der „Humanite" Viktor Snell, um demselben Georges Prade den Vorwurf entgegenzuschleudern, in dem Feldzuge gegen das französische Flugwesen habe er nur die Sonderinteressen gewisser, von dem neugegründeten französischen Unterstaatssekretariat für das Flugwesen vernachlässigten Flugzeugfabrikanten im Auge. Nachdem er den Blättern, die den Kampf gegen das Unterstaatssekretariat für das Flugwesen besonders führen, dem „Journal" des Senators Humbert und dem „Matin", den Vorwurf gemacht hat, sie ließen sogar aus der Wiedergabe der amtlichen französischen Heeresberichte alles weg, was zum Lobe des französischen Flugwesens gedeutet werden könnte, sagt er, vorsichtig, um nicht unter das Strafgesetz zu fallen:

Man versichert uns zwar nicht mit dürren Worten, daß in dem Feldzuge gegen das französische Flugwesen die Einbläser gewisse

Flugzeugfabrikanten sind, aber man läßt mit vielem anderen so nebenbei einfließen: „Die Werkstätten, die die Flugzeuge gearbeitet haben, auf denen vor und noch im Kriege die Garros, Gilbert, Pcgoud, Chevillard und Vedrines geflogen sind, sind (unter dem Unterstaatssekretär für das Flugwesen Besnard) nicht mehr Heereslieferanten." Und man läßt uns selbst darauf kommen, daß ihre Ausschließung vom Heereslieferungsgeschäft der Gipfel aller Uebel im französischen Flugwesen ist. Das bedeutet, wie die „Köln. Ztg.i: bemerkt: die nicht genannten eingeweihten, aber sehr gut bekannten Fabriken, die die Bekord-Flugzeuge erzeugen, mit denen die genannten Fabrik-Flieger vor dem Kriege auf allen Flugplätzen (leider auch auf deutschen) viel Geld eingeheimst haben, während ihre Erzeugnisse gegen die deutschen Kriegsflugzeuge sofort im Nachteile waren, sind von dem neuen Unter-

Im Flugzeug über den Wolken.

staatssektär abgeschafft worden. Die Zahl der Versuche und der andauernden Unterlegenheit der französischen Flugzeuge gegen die deutschen benützen die betroffenen Fabrikanten zu Angriffen auf das Flugwesen überhaupt, um damit den verhaßten Unterstaatssekretär Besnard zu treffen. Wir müssen es unseren Feinden überlassen, sich über die Tatsachen und ihre Berechtigung auseinanderzusetzen.

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Unterdessen hatte die Deputiertenkammer über die Interpellationen über das französische Flugwesen zu bestimmen. Der Ministerpräsident Briand erklärte, daß die Regierung vor den zuständigen Kommissionen die nötigen Aufschlüsse gegeben habe, aus denen hervorgehe, daß die Angriffe allerdings in der besten Absicht erfolgten, aber übertrieben waren. Der Unterstaatssekretär Besnard habe seine Pflicht durchaus erfüllt. Dem Wunsche der Regierung entsprechend wurden die Interpellationen wiederum vertagt, allerdings nicht ohne Zwischenfälle.

Laffont, einer der Interpellanten erklärte, keineswegs seine Interpellation zurückziehen zu wollen. Er warte nur die Beschlüsse der Kammer ab. Girod, der zweite Interpellant sagte: „Heute schweige ich aus Patriotismus, aber eines Tages werden Land und öffentliche Meinung die Wahrheit wissen." Der radikale Sozialist Angles erklärte unter dem lebhaftem Beifall der ganzen Linken die Krise des Flugwesens sei vor allem die Krise gewisser industrieller Interessen und gewisser politischer Ambitionen. Die Zeitung „Lanterne" behauptet ganz offen, daß die Angriffe gegen den Unterstatssekretär Besnard von dem Augenblick begonnen hätten, wo sich die Armeeverwaltung entschlossen habe, einen bestimmten Typus von Motoren durch ein besseres Modell zu ersetzen.

* *

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Diese neue Vertagung der Interpellationen über das französische Militärflugwesen spricht dafür, daß wohl mehr dahinter steckt, als die französische Regierung vor breiter Oeffentlichkeit gut heißen kann und es wird immer wieder nach Gründen gesucht, die ganze Sache zu vertuschen. Diese Vorfälle haben jedoch wieder einmal bewiesen, wie durch Mangel an Organisation das ganze Militärflugwesen gehindert und in seiner Entwicklung aufgehalten werden kann.

So sehr wir auch stolz darüber sind, daß Frankreich selbst eingesteht, es habe die Vorherrschaft in der Luft verloren, so dürfen wir uns des Sieges nicht allzu sicher freuen. Denn hat man in Regierungskreisen erst eingesehen, wessen die Fliegerei bedarf, so wird man keine Minute verstreichen lassen, ehe nicht Neuerungen eingeführt und Dispositionen getroffen werden, die wieder das französische Flugwesen au die Spitze stellen und unser Teil bleibt es, zu wachen und zu arbeiten. Das Reden überlassen wir dem Feind. H.

Das Flugzeugwesen der skandinavischen Länder.

(Von unserem skandinavischen Korrespondenten.)

In einer' früheren Nummer des Flugsport ist das schweizerische Flugwesen behandelt worden, wie es sich während des Krieges entwickelt, auch ist von Spanien und Holland gemeldet, wie nach Amerika entsandte Offiziere Flugzeugmaterial von dort bezogen haben. — Spanien bestellte bei Curtiss, Leutnant Poorten kaufte für Holland 20 Glenn Martin Rumpfdoppeldecker. Von den Kleinstaaten sind es übrigens die skandinavischen Länder, die ihr Flugwesen jetzt am höchsten entwickelt haben.

Von Schweden brachten wir in Nummer 19 einen Bericht, der mit einer kleinen Berichtigung und einigen Hinzufügungen ergänzt werden kann. Es war Nyrup, der das ersto in Schweden hergestellte Flugzeug herausbrachte. Er wollte seine Bootswerft in eine Flugzeugfabrik verwandeln und baute einen Bleriot-Eindecker, dessen 25 PS Anzani-Motor nie länger als fünf Minuten arbeitete, sodaß größere Flüge nicht zustande kamen, und beim Fliegen um das Flugzeugführerzeugnis stürzte Nyrup ab. Er hatte noch einen 45 PS R. & P. Motor erworben und baute einen ßleriot-5ü Gnom zweisitzigen Eindecker, den ein Direktor Neumöller dem Staat zum Geschenk machte. Auch Ingenieur Ask war bei seinen Flugversuchen vom Pech ver-

folgt; sein Eindecker lehnte sich an die Harlan-Type an und war mit einem 50 PS Argus-Motor ausgestattet.

Die im genannten Artikel erwähnte Luftfahrt-Abteilung der schwedischen Scania-Vabis-Werken zu Södertelje bauen Farman-Doppeldecker unter Lizens. Da sich in diesem Jahre mehrere Todesstürze auf dem Henry Farman-Modell ereigneten — Leutnant Silow auf dem in Frankreich gebauten Henry Farman-Doppeldecker als erster tödlicher Fliegerabsturz in Schweden, Graf Hamilton und Leutnant Malmquist auf einem in Schweden gebauten Henry Farman-Wasserflugzeug der Flotte und Leutnant Krohstedt auf einem ähnlichen Apparat im Absturz nur durch Zufall dem Tod entgangen — wurde die Flugzeugfabrik, nach einer Deutschland-Reise ihres Direktors, Baron Oederström, Schwedens ersten Fliegers den Bau eines modernen deutschen Rumpfdoppeldeckers aufgenommen. Beim Ausbruch des Krieges wurde Wielands Albatros-Doppeldecker nach dem Fluge Berlin — Kopenhagen—Stockholm angekauft.

In Norwegen war vor dem Kriege eine 100 PS N. A. G.-Eumpler-Taube Wassereindecker für die Marine von Deutschland be-

lm Flugzeug über den Wolken.

zogen worden, auf der Oberleutnant Dons verschiedene erfolgreiche wohlgelungene Flüge ausführte und ein Grade-Eindecker, der dem Ingenieur Lie gehörte. Sonst bestand das Flugzeugmaterial des Heeres und der Marine aus Henry und Maurice Farman-Doppeldeckern und Bleriot-Eindeckern.

Beim Ausbruch des Krieges kaufte das Heer nach Leutnaut Trygyve Grans Nordseeflug seinen Bleriot-Eindecker. Kapitän Amundsen, der Entdecker des Südpols, schenkte der ßegierung seinen Maurice Farman-Doppeldecker, den er für seine nächste Expedition gekauft hatte. Ebenso bot er seine freiwilligen Dienste an, da er sich als

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Flugzeugführer ausgebildet hatte. Anfangs wurden Curtiss-Motoren und Material aus Amerika bezogen, nach einer späteren amtlichen Meldung sind weitere amerikanische Bestellungen nicht beabsichtigt. Vom Wachdienst des Leutnant Gran in den Schären gegen ausländische Unterseeboote ist hier schon früher ausführlich berichtet worden.

Dia Marine baut ihre eigenen Flugzeuge zu Hosten. Und während das Heer auch bei der vorerwähnten schwedischen Scania-Vabis-Fabrik Farman Flugzeuge bestellt hat, wurde in einem norwegischen Kriegsrat beschlossen, dem Heer eine Flugzeug-Fabrikanlage mit 130000 Kronen zu errichten. Früher hatte das Heer Flugzeugwerkstätten in einer der Wagenhallen der Ohristiania-Straßenbahn-Gesellschaft installiert, jetzt wird die neue Fabrik beim Militärflugplatz Kjeller errichtet und im Frühjahr beendet sein; die Fabrik wird mit den modernsten Maschinen, mit einem Trockenraum für das Holz, Vernickelungsanlagen, Werkstätten für Metall- und Holzarbeiten und mit einer Montagehalle für gleichzeitige Fertigstellung von vier Flugzeugen ausgestattet.

Dänemark betätigte sich flugtechnisch früh, dank dem Erfinder Ellehammer, dem der erste Flug in Europa gebührt (12. September 1906). Am 28. Juni 1908 gewann er zu Kiel im Beisein von Prinz Heinrich den 5000 Mark Preis für den ersten deutschen Flug, 47 Meter Länge, 11 Sekunden dauernd, und hat später fortgesetzt Flugzeuge herausgebracht, die aber immer einzelne Versuchsmachinen gewesen sind. Die 1913 von den Ingenieuren Berg und Storm gebauten, Antoinette ähnlichen Eindecker, worauf die ersten Militär- und Marineflieger ausgebildet wurden, werden nicht mehr verwendet, da der Einventilmotor, dänischer Konstruktion, sich nicht bewährte.

Das dänische Heer, dem der Caudron-Eindecker des französischen Schleifenfliegers Chanteloup beim Ausbruch des Weltkrieges zum Geschenk gemacht wurde, verwendet hauptsächlich Henry und Maurice Farman-Doppeldecker, von welchen Modellen während dos Krieges Apparate in Stahlausführung gebaut worden sind und mit aus Amerika bezogenen »110 PS Gyro Rotationsmotoren ausgestattet wurden. Von Dr. Thulins schwedischer Flugzeugfabrik ist ein Moräne 50 PS Gnome-Eindecker gekauft worden.

Die Marine verließ die zuerst verwendeten Henry und Maurice Farman-Landflugzeuge und machte keine zu guten Erfahrungen mit französischen Leveque-Flugbooten, die mit Passagier schwer vom Wasser aufstiegen und umgebaut werden mußten, da die Tragdecken sich wegen schlechter Bauweise und Verwendung von minderwertigen Materialien verzogen.

Nach den gemachten Erfahrungen brachte die Königl. Marine-Werft ein Flugboot heraus, das in mehreren Exemplaren gebaut worden ist, von denen sich das letzte gut bewährt hat. Das Flugboot hält die dänischen Dauer- und Höhen-Rekorde, 4Vi Stunden, 2800 Meter Höhe und hat zahlreiche und erfolgreiche kombinierte Flüge mit der Unterseeboot-Flotille unternommen, sowie tägliche Beobachtungsflüge in dem Sund, wo die dänischen Flugboote sich oft mit den Albatros-Wasserflugzeugen der deutschen Wachtflotte begegnen.

Nur die Bootsform und die Motoranlage ist von dem französischen Modell beibehalten worden, sonst weist die dänische Ausführung folgende Aenderungen auf: Das Tragflächen-Areal wurde von 21 Quadrat-

meter auf 30 Quadratmeter vergrößert; das Tragdeekenprofil wurde verbessert, eine leichtere und stärkere Konstruktion wurde erzielt durch Verwendung ausgesparter Stützen und Streben sowie möglichst verminderter Luftwiderstand. Das Resultat: Führer, Passagier und Betriebsstoff für lL/2 Stunden auf Führer, Passagier und Betriebstoff für 31/* Stunden erhöht, verbesserte Gleitfähigkeit, Mehr-Geschwindigkeit

Im Flugzeug über den Wolken.

von 12 Kilometern, Steigfähigkeit, die für 1000 Meter 16 Minuten brauchte, auf 83/4 Minuten erhöht und einen Anlauf von 15 Metern gegen 45—50 Metern.

Dieses Flugboot ist auch in großer Ausführung gebaut worden, ausgestattet mit einem aus Amerika bezogenen 100 PS Gurties-Motor.

Nordrussischer Winter.

Feldpostbrief von Franz Richard Behrens.

"Womit soll man anfangen? Die Kälte fühlt jeder zuerst. Sie ist echt russisch. Natürlich. Fünfzehn Grad unter Null im November normal. Die Kälte bringt alle Truppenbewegungen auf die Dauer zum Stillstand. Winterstellung. Das heißt Hocharbeit für Flieger und Abwehrkanonen, die heute unzertrennlichen Brüder und Todfeinde. Der Fliogor verachtet Frieren. Frost bringt ihm die kostbaren klaren Stunden, die er im Sumpfnebel zum Auslug hat. Nur sein Motorkind möchte er sorgsam warm einlullen.

Anders die Bäks.

Geschütze eingraben im Schnee. Kader im Radkranz vereist. Großen Oolmongen zum Trotz klemmen die Richtvorrichtungen. Wie harter Leim ziehen die Ringe auf der Zünderskala. Der Entfernungs-

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„FLUGSPORT ".

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messer fängt an ungenau zu werden. Den klappernden Beobachtern friert der Atem am Einblick des beschlagenen Zeiß. Der kochende Kaffee erkältet sich zwischen Lipp' und Kelchesrand. Und wenn die Schüsse aus den Rohren donnern, springen die frostblanken Fensterscheiben, brechen überhitzte Backsteinöfen.

Der Schnee liegt nicht höher als in Mecklenburg oder Pommern auch. Aber dauert an. Bringt fertig, was bisher keine Macht der Welt fertig brachte. Stellt das Feldgrau kalt. Weiß ist die alleinselige Mode- und Lebensfarbe. Weiß verschweben unsere Kampfflieger im Wolkenschnee. Aus blanker Kohle gerissen, grüßen und drohen die beiden Kreuze an der unteren Tragfläche. Der Schnee flimmert an hellen Mittagen ins Leuchten blitzenden Blaus. Dann hört man lange, lange den Motor brummen und sticht sich die Augen hutzlos wund und blind. Endlich bleicht der Voisin oder Moräne hoch über einem auf.

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Eine der wenigen alten noch aktiven Fliegerkanonen Frankreichs. Brindejonc des Moulines (y<.).

Wenn der droben die Feuerstellung nur nicht sieht. Schnee deckt und deckt auf. Die Hauptaufgabe der Fliegerdeckung heißt Auslöschen des Umrisses. Das kann hier die Winterdecke der Natur nur teilweise erfüllen. Und ihr ins Handwerk pfuschen, verdirbt alles.

Die Beobachter tragen weiße Pelzmäntel. Im Sommer war es streng verboten, wenn ein Bedienungsmann im hellen Drillichrock am Geschütz stand. Jetzt setzt's kein Donnerwetter. Aus sehr naheliegendem Grunde kommt aber jetzt von selbst kein Drillich auf die Bildfläche.

*

An den wenigsten Tagen kann geflogen werden, Nebel und Bewölkung seit Anfang November. Um drei Uhr Nachmittags beginnt die Dunkelheit. Um vier Nacht. Schluß der Fliegerei. Scheinwerfer wie im Westen haben einzelne Züge nicht. Weil sie nicht gebraucht werden. Die Russen arbeiten die ganze Nacht mit Scheinwerfern. Die haben sie auch nötig. Unerwartet gleitet mitunter ein Zeppelin durch

den dunklen Gesichtskreis. Dünaburg und Riga kennen seine Bomben. So oft die weißen Strahlen rasend suchend die Nacht durcheilen, sich überstürzen und im Schnee zerschellen, wissen die deutschen Posten was los ist, auch ohne daß ihnen Meldung zuging.

Flugtechnisches aus der Kriegsausstellung in Berlin.

Zu Beginn des Jahres wurde durch das rote Kreuz unter Mithilfe der militärischen Behörden die deutsche Kriegsausstellung in den Ausstellungshallen des Zoologischen Gartens in Berlin eröffnet, in welcher auch eine Reihe eroberter Kriegsfingzeuge gezeigt werden, die den Lesern des Flugsport bereits durch eine Reihe von Abbildungen in Nr. 2 unserer Zeitschrift bekannt sind.

In der Mitte des Saales hängt ein auf dem östlichen Kriegsschauplatz erbeuteter russischer Doppeldecker von großer Spannweite, der in dem beigefügten Gesamtbild sichtbar ist.

Gesamtbild der Berliner Kj'iegs-Ausstellung. Im Hintergründe sieht man drei abgescliossene Flugzeuge.

Das Flugzeug war mit einem wassergekühlten Umlaufmotor eigenartiger Bauart ausgerüstet. Um das Dachgerüst der Ausstellungshalle

Seile ?0

„ F LUGS PORT

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nicht bis zur Grenze zu belasten, wurde der Motor ausgebaut und auf ein besonderes Gestell gesetzt. Er besitzt 9 Zylinder, deren kupferne Wassermäntel durch die Wasserdurchlaufsrohre miteinander verbunden sind. Das Kühlwasser wird durch eine Pumpe durch die Zylinderkühlräume getrieben. Der Magnet und die Pumpe werden durch eine Reihe Stirnräder angetrieben.

Gegenüber diesem interessanten Ausstellungsgegenstand erscheinen die eroberten französischen und englischen Flugzeuge äußerst klein. Wir finden drei englische Doppeldecker, von denen einer mit einem luftgekühlten 8 Zylinder-Flugzeugmotor, Typ Renault, ausgestattet ist. Die Auspuffgase müssen, bevor sie in die Luft austreten, durch ein verdicktes Rohr streichen. Die Zylinder stehen in V-Form und zwar werden die Einlassventile von unten, und die Auslassventile von oben gesteuert.

Ein anderes englisches Flugzeug, das stark angeschossen in unsere Hände gelangte, ist mit einem 6 ZylindeT-Motor ausgerüstet, von denen je 3 Zylinder durch einen Vergaser gespeist werden. In konstruktiver Hinsicht steht er hinter unseren Motoren zurück. Um möglichst geräuschlos zu fliegen und damit sich das durch die Auspuffgase mitgerissene Oel absetzen kann, verfügt der Motor über einen Auspufftopf.

Der eine der beiden französischen Doppeldecker dor Ausstellung ist vom Typ Farman. Er hatte am Luftbombardement von Freiburg i. B. teilgenommen und wurde durch Beschädigung zur Landung gezwungen. Das andere ist ein Caudron neuester Bauart. Dasselbe hatte sien bei seinem ersten Fluge verirrt und landete iritümmlich hinter unserer Linie in der Champagne. In technischer Hinsicht fallen bei demselben die großen Schwanztragflächen nebst den beiden Seitensteuerflächen auf. Der 100 PS Le Rhone-Motor ist gut durchgearbeitet und sauber ausgeführt.

Die Ausstellung enthält auch Abwehrkanonen und andere den Flugzeugfaehmann lebhaft interessierende Teile.

Die Leistungen der deutschen Flieger und die Beunruhigung in England.

Nicht nur in Frankreich, sondern auch in England beginnt man sich über den Erfolg des deutschen Flugwesens, sowie der deutschen Flieger zu beunruhigen. Allerdings sucht man in England die Tüchtigkeit der deutschen Flugzeuge durch allerlei Winkelzüge in Frage zu ziehen. In Beantwortung einer Anfrage im Unterhause erklärte Tennant, daß man, um die Luftgefechte an der westlichen Front richtig aufzufassen, den defensiven Charakter der deutschen Kampfmethode in der Luft berücksichtigen müsse. Für diese Art von Gefechten seien Flugzeuge vom Typ Fokker geeignet, die nicht imstande seien, lange Flüge fern von den eigenen Linien und über den britischen Linien zu übernehmen. Das Hauptziel für Flugzeuge seien Aufklärungen für die artilleristische Tätigkeit und in unserem Falle der Angriffskampf. Danach müsse die Eignung unseres Flugzeugtyps vor allem beurteilt werden. Wenn die Deutschen zur Offensive übergingen und hinter unsere Linien

kämen, dann hätten wir dort Flugzeuge von derselben Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit, wie die Fokkermaschinen, die sie zur Verteidigung hinter ihren eigenen Linien hätten. Tennant wies darauf hin, daß aus den angegebenen Gründen fast alle Luftgefechte auf der deutschen Seite der Front stattfänden, deshalb erschienen die englischen Verluste an Maschinen und Fliegern, soweit sie vorkommen, äußerst

Große Fliegerbombe, wcldie von den Engländern in Gallipoli verwendet worden sein soll.

groß. Die Deutschen verheimlichten ihre eigenen Verluste und seien imstande, mit den englischen Verlusten Reklame zu machen. „ Wir sind aber damit zufrieden, daß unser Luftdienst in den letzten Gefechten gut abgeschnitten hat".

Allerdings scheinen die Erklärungen Tennants nicht überall Glauben zu finden. Die „Daily Mail" schreibt dazu in einem Leitartikel folgendes:

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, FLU GS PO KT".

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Tatsache ist, daß die Fokkermaschinen mit äußerster Schnelligkeit aufsteigen und 25 Meilen schneller fliegen können als unsere Flugzeuge. Will Tennant uns weiß machen, daß die deutschen Flugzeuge niemals Aufklärungsdienst tun und für ihre Artillerie die Wirkungen des Geschützfeuers überwachen? Wenn sie es tun, müssen sie sich hinter unsere Front begeben. Die Linien sind nur durch wenige hundert Yards getrennt, sodaß schon ein kurzer Flug der Fokkermaschinen hinter die britischen Linien führte. Tennant gab für unsere Verluste keine Erklärung. In den letzten Monaten wurden von feindlichen Fliegern 15 unserer Flugzeuge herabgeschossen. Wir können keine entsprechende Liste deutscher Unfälle aufweisen. Es ist auch keine genügende Aufklärung, zu sagen, daß die Deutschen ihre Verluste verheimlichten und mit unseren Reklame machten. Unsere Flieger sehen es sehr gut, wenn sie feindliche Flieger außer Gefecht setzen, und es ist nicht wahrscheinlich, daß sie so etwas nicht melden. Unsere Leute brauchen nur eine Maschine, die die deutschen schlagen kann.

Jedoch als schlagendste Beantwortung auf die Erklärung Tennants können wohl die erneuten Flüge deutscher Flugzeuge nach der englischen Südküsto gelten.

Wenn man auch wie bisher den Erfolg der deutschen Flugzeuge zu vertuschen sucht, so können wir uns mit unserem amtlichen Bericht, wonach in und um Dover starke Brand Wirkungen festgestellt wnrden, vollauf zufrieden geben.

Dieser Angriff auf England, sowie die Ueberlegenheit der deutschen Flieger an der Westfront gegenüber den Engländern, war dio rechte Antwort auf die Prahlereien der englischen Minister über das „überlegene englische Flugwesen".

Und wir werden noch mehr solcher Antworten finden, die gegenüber den englischen Großsprechereien so wohltuend wirken.

Deutsche Fliegerangriffe auf die englische Ostküste.

Der amtliche Bericht vom 24. Januar meldete: In der Nacht vom 22. zum 23. Januar belegte eines unserer Wasserflugzeuge den Bahnhof, die Kasernen und die Dockanlagen vod Dover mit Bomben.

Außerdem haben am 23. Januar nachmittags zwei unserer Wasserflugzeuge die Luftschiffhallen in Hougham (westlich Dover) mit Bomben belegt; starke Brandwirkung wurde einwandfrei festgestellt.

Englische Meldungen sagen über den ersten Angriff folgendes aus: Unter Benutzung des hellen Mondlichtes kam heute Nacht 1 Uhr ein feindliches Flugzeug an unsere Ostküste und warf schnell hintereinander neun Bomben ab und kehrte seewärts zurück. Kein militärischer oder maritimer Schaden wurde angerichtet, aber Privateigentum erlitt einigen Schaden. Eine Brandbombe verursachte ein Feuer, das um 2 Uhr gelöscht war. Zwei Zivilisten sind getötet; zwei Männer, eine Frau und drei Kinder leicht verletzt worden.

Zu dem deutschen Iliegerbesuch über Kent berichtete das Londoner Kriegsamt, daß kurz nach Mittag wiederum zwei feindliche Flugzeuge einen Angriff auf die Ostküste von Kent unternahmen. Di« Angreifer wurden heftig beschossen und verschwanden, von Armee-

und Marineflugzeugen verfolgt. Es ist kein Schaden (!) angerichtet und niemand getroffen worden.

Allerdings lautet der Erfolg des Fliegerangriffes nach einem Bericht des Hamburger Fremdenblattes ganz anders. Danach fiel eine Bombe in einen Schuppen, in dem Minen aufbewahrt wurden. Diese Minen entzündeten sich und richteten eine ungeheuere Verwüstung im ganzen Umkreis an. Die E itzündung erfolgte erst 15 Minuten nach dem Fall der Bombe, sodaß in der Nähe befindliche Soldaten und Arbeiter die Bombe für einen Versager hielten. 39 Personen, darunter ein Offizier und 2-1 Soldaten wurden getötet. Fünf mit

Englisches Flugzeug mit eingebautem Mascnmengewehr. Das Einrichten (Zielen) des Maschinengewehrs wird mit der Steuerung des Flugzeuges bewirkt. Dieses Verfahren wird von deutschen Fliegern schon seit längerer Zeit angewendet.

Proviant gefüllte Güterwagen wurden zerstört, die Eisenbahngeleise wurden aufgerissen, und eine Anzahl kleinerer Bahngebäude stürzten ein, wobei mehrere Frauen und Kinder getötet wurden. Ein im Hafen liegendes kleines Transportschiff wurde gleichfalls von einer Bombe getroffen. Das Schiff sank unmittelbar nach der Entzündung. In einem Londoner Hospital wurden 20 Schwerverletzte aufgenommen. Die englischen Abwehrflugzeuge waren nicht rechtzeitig zum Aufstieg bereit.

Auf eine Anfrage, was zu der Verteidigung der englischen Küste geschehen sei, teilte der Unterstaatssekretär im Unterhause mit, daß während der letzten beiden Raids über den Küsten der Grafschaft

Kent die feindlichen Flugzeuge dem Feuer der Land- und Seebatterien ausgesetzt waren. Zu ihrer Verfolgung stiegen außerdem vier Flugzeuge auf und zwei Wasserflugzeuge, die jedoch die feindlichen Flugzeuge nicht mehr erreichen konnten, da sie schon zu viel Vorsprung hatten. Aus Anlaß des deutschen Luftangriffs bemerkt die Daily Mail, daß der Wahlfeldzug in Mile-End eine dramatische Wendung insofern genommen habe, als genau das eingetreten sei, was Pemberton-Billing, der Flieger, der sich um den dortigen Sitz bewirbt, seinen Wählern als kommendes Ereignis voraussagte. Er hätte auch darauf hingewiesen, daß die Deutschen neue Luftangriffe in sehr großen Maßstäben vorbereiten, und daß große Gefahr von den Flugzeugen zu befürchten sei, wogegen man sich in England durch Anwendung kräftiger Maßregeln verteidigen müsse.

Mitteilung an die Patentnehmer.

Im vaterländischen Interesse muß unbedingt verhütet werden, daß Erfindungen, die auf militärisch wichtigen Gebieten liegen, oder die Sicherstellung notwendiger Wirtschaftsbedürfnisse unseres Volkes betreffen, zur Kenntnis unserer Feinde gelangen. Es wird den Beteiligten deshalb in ihrem eigenen Interesse dringend angeraten, solche Erfindungen weder durch Veräußerung noch durch Anmeldung oder sonstige Mitteilung zur Kenntnis des feindlichen oder neutralen Auslandes zu bringen. Sind den Beteiligten auf solche Erfindungen im Auslände bereits Schutzrechte erteilt, so wird von der Ausführung Abstand genommen werden müssen und auch die Ausführung durch andere tunlichst zu verhindern sein. Soweit im einzelnen Falle Zweifel bestehen, ob eine Erfindung zu den oben genannten Gebieten gehört, ist das Kriegsministerium bereit, Auskunft zu erteilen.

Im übrigen wird auf die Strafvorschriften in § 1 des Gesetzes vom 3. 6. 1914 (Keichs-Gesetz-Blatt, Seite 196) und des 5j 89 des H. Str. G. B hingewiesen. Nach § 1 des Gesetzes vom 3. 6. 1914 wird, wer vorsätzlich Schriften, Zeichnungen oder andere Gegenstände, deren Geheimhaltung im Interesse der Landesverteidigung erforderlich ist, in den Besitz oder zur Kenntnis eines anderen gelangen läßt und dadurch die Sicherheit des .Reiches gefährdet, mit Zuchthaus nicht unter 2 Jahren, bei mildernden Umständen mit Gefängnis nicht unter einem Jahr bestraft. Nach § 89 K. Str. G. B. wird jeder Deutsche, der vorsätzlich während eines gegen das Deutsche Eeich ausgebrochenen Krieges einer feindlichen Macht Vorschub leistet oder der Kriegsmacht des Deutschen Reichs oder der Bundesgenossen derselben Nachteil zufügt, wegen Landesverrats mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren oder mit Festungshaft von gleicher Dauer bestraft.

Königlich Preußisches Kriegministerium.

Beiträge zur Physik des Fluges.

I. Prinzip des ökonomischen Fluges.

In einer Sitzung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse in der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien hat Dr. Raimund Nimführ eine Abhandlung folgenden Inhalts vorgelegt:

Alle bisher aufgestellten Theorien des aerodynamischen Auftriebes von Tragflächen (auf hydrodynamischer Grundlage) nehmen auf die Kompressibilität der atmosphärischen Luft keine Rücksicht. Auch fehlt die Beziehung des aerodynamischen Feldes der Tragfläche auf das aerostatische Feld der Erdatmosphäre. Es wird nun gezeigt, daß durch Einführung der Verdichtbarkeit des Flugmittels (bei Erfüllung gewisser kritischer Gtößen) die aerodynamischen Isobaren der Tragfläche sich an die Isobaren der Atmosphäre kontinuierlich anschließen lassen. In diesem Falle erreicht die Schwebearbeit das absolute Minimum, das beim Fliegen mit Hilfe der atmosphärischen Luft praktisch erreichbar ist. Die Flügelfläche sei plattenartig dünn, beiderseits vollkommen eben, möglichst glatt und laufe in feine Spitzen aus. Das Gewicht des Flugzeuges sei O, die Flügelfläche F, also die Flächenbelastung Q\F=p,

Ist y das spezifische Gewicht der Luft, so entspricht der Flächenbelastung p die Druckhöhe ä=plf- Bewegt sich die unter dem Winkel a aufgedrehte Tragfläche in wagrechter, gratliniger Bahn, so wird die anliegende Luft auf der Unterseite der Flügel verdichtet, auf der Oberseite verdünnt. Es entsteht deshalb in der Tragfläche ein Drucksprung, welcher als Auftrieb wirkt. An der Unterseite der bewegten Tragfläche wird die Luft verdichtet. Ihr Druck ist also höher als der atmosphärische Luftdruck in gleichem Niveau. Durch die Bewegung der Tragfläche werden demnach die Flächen gleichen Druckes scheinbar gehoben. Infolge der Verdichtung hat die unter den Flügeln befindliche Luft die Tendenz, nach allen Richtungen abzuströmen. Quer zur Verschiebungsrichtung ist eine Abströmung unmöglich wegen der vorausgesetzten seitlichen Zuspitzung der Tragfläche. Lotrecht nach unten ist eine Abströmung der verdichteten Luft ausgeschlossen, weil sie dem atmosphärischen Gradienten entgegenströmen müßte, der erfahrungsgemäß von unten nach oben gerichtet ist. Die verdichtete Luft könnte sich also nur wagrecht nach vorne und nach hinten entspannen. Ist die Fluggeschwindigkeit gleich der maximalen AbStrömungsgeschwindigkeit (v= ^2gh =\f2 g. p/t) so wird die Relativgeschwindigkeit zwischen der gespannten Luft und der Tragfläche gleich Null. Eine Abströmung relativ zur Tragfläche kann dann auch nach vorne nicht erfolgen und die Luftverdichtung bleibt deshalb bestehen. Da die unter dem Flügel verdichtete Luft gegen die umgebende Atmosphäre nicht durch eine starre Hülle abgesperrt ist, wird die Verdichtung mit Schallgeschwindigkeit ausstrahlen und dabei an Intensität entsprechend abnehmen. Die Bewegung der Tragfläche bedingt eine Störung des normalen atmosphärischen Druckgefälles Die Flächen gleichen Druckes werden an der Stirnseite scheinbar gehoben, an der Rückseite scheinbar herabgezogen.

Es lassen sich sehr einfache (für die hier in Betracht kommenden Genauigkeitsgrade genügende) Näherungswerte für die Reichweite der Störungen angeben. Die Verdünnung an der Oberseite der Tragfläche können wir ebenso groß annehmen wie die Verdichtung an der Unterseite. Es ist dann bloß die Hälfte der Flächenbelastung, also p'2, durch den Verdichtungsdruck aufzuheben. Damit wird die Reichweite nach der Lotrechten gleichzusetzen sein der halben Druckhöhe h, also A/2. Die Reichweite nach der Wagrechten muß proportional der Flugdauer wachsen. Schon nach einer Flugdauer von bloß 1 Sekunde kann

aber die Reichweite nicht kleiner sein als die Schallgeschwindigkeit. Für die hier möglichen Genauigkeitsgrade können wir für die wagrechte Reichweite uns mit dem Werte der Schallgeschwindigkeit, also mit rund 330 m, begnügen. Es hindert aber nichts, die Rechnungen auch mit den völlig strengen Ausdrücken durchzuführen ; die Ergebnisse werden freilich praktisch bedeutungslos, da ja die Voraussetzung einer dauernd absolut wagrechten und geradlinigen Flugbahn niemals erfüllt sein wird. Der Druckhöhe h<2 oder, was dasselbe besagt, der scheinbaren Hebung der Flächen gleichen Druckes A/2, entspricht die maximale AbStrömungsgeschwindigkeit vo = Väg. A/2. Bewegt sich die Tragfläche mit dieser Geschwindigkeit, so kann die verdichtete Luft nicht abströmen und das atmosphärische Druckgefälle die Luftverdünnung auf der Oberseite der Flügel nicht ausfüllen. Wir bezeichnen deshalb Va als die kritische Fluggeschwindigkeit. Die spezifische Schwebearbeit wird ein Minimum, wenn der Aufdrehungswinkel der Tragfläche a gleich wird dem Gefälle der vom vorderen Flügelrande ausgehenden Fläche gleichen Druckes, also

A 2"

tga=w

Den so gefundenen Winkel a nennen wir den kritischen Neigungswinke] der Tragfläche. Das Minimum der spezifischen (pro Gewichts- und Zeiteinheit) zu leistenden Schwebearbeit wird danach näherungsweise bestimmt durch

Da die Schallgeschwindigkeit allgemein gegeben wird durch Vx(i +*t).Pji = = v'zfl + af)7991 lautet die strenge theoretische Beziehung, welche die Schwebearbeit in Funktion der Flugzeit z ausdrückt,

s=~ [7991.(1 i(^yj h

Stellt das Flugtier den Flügelschlag ein, oder wird bei einem mechanischen Flieger der Propeller abgestellt, so fällt der Flugkörper im Gleitfluge. Im stationären Gleitfalle ist die Sinkhöhe pro Zeiteinheit zahlenmäßig gleich der spezifischen Schwebearbeit s und das Gefälle gleich tg er, wenn die angegebenen kritischen Werte der Fluggeschwindigkeit und des Neigungswinkels der Tragfläche erfüllt" werden. In diesem Falle wird auch das Gefälle der Gleitbahn ein Minimum.

Bei einem Flugzeug, dessen Flächenbelastung gleich 1 mm Quecksilbersäule = 13,6 kg/m2 beträgt, könnte danach mit einer Arbeitsleistung von 1 Pferdestärke eine Lest von rund 430 kg in Schwebe gehalten werden. Weiter folgt, daß der Albatros (einer der größten und besten Flieger, der fast ausschließlich den flügelschlaglosen Segelflug ausübt), mit einer Flächenbelastung von rund 15 kg/m2 pro Sekunde nur um 0,017 m auf eine Strecke von 10 m sinkt oder, was dasselbe besagt, sein kritischer Gleitwinkel beträgt bloß 1 ".

an d. Flugzeug-Fabrikanten, Bund d. Flugzeugführer u. d. Verbandes d. Modellflugvereine. 1916.

Rumpf-Doppeldecker-Modell von Hageloch. Tafei i.

Nachbildung verboten.

I

/

Inland.

i Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse wurden ausgezeichnet: Major G. vonTschudi, Hauptmann d. R., C. P. Neu mann, Kapitänleutn. z. D. W. Hormel, Ltn. d. R O. R ei c ha r d t, Unteroffiz. Hesse, Unteroffiz. Karl Reum, Unteroff. d. R. Lehninger, Flieger Helfrich, Flieger Benny und k. k. Landsturmltn. Rudolf Stanger. Das Eiserne Kreuz I. Klasse wurde verliehen: Obersteuermannsmaat Paul Mangold, Hauptmann Walter Mu ss t of f, Hauptm. Albert L euch s, Oberleutn. z. See u. Marineflieger R i t s ch e r, Oberltn. Ba u c h, Leutn. z See u. Marineflieger von Frankenberg, Ltn. z. See u. Marineflieger von Sachsenberg, Ltn. Frhr. Wolf von Biedermann, Ltn. Hans R ei ch el, Ltn M. Ungewitten Ltn. A. v. Bismarck, Ltn. Wi n tg en s , Ltn. Philipp Cherdron, Ltn. Wilhelm Weiss, Ltn. u. Flugzeugführer Leo Meess, Offizierstellvertr. Karl Odebrett, Fähnrich z. See St e n tze 1, Bootsmannsmaat Möller, Steuermannsmaat Kirmss, Hilfssteuermann Jacobs, Hilfssteuermann Herrenknecht und Vizefeldwebel Karl Hebart

Verlustliste der Fliegertruppen. Feldflieger-Abteilung. Hauptmann Hans Roser, bisher vermißt, gefallen; Oberltn. Walter v. Dufay, in Gefangenschaft; Oberltn. Albert v.Sachs, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Oberltn Otto Frhr. Marschalckv. Bachtenbrock, tödlich verunglückt; Oberltn Günther Heyne, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Oberltn Szpotanski, leicht verletzt; Ltn. Kurt Frhr. v. Crailsheim, durch Unfall schwer verletzt; Ltn. Hans Henning, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Ltn. Robert Dieterle, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Ltn. Ernst Fi n t e 1 m a n n, tödlich verunglückt; Ltn. Karl Kleikamp, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Ltn. Emil Hartmann, in Gefangenschaft; Ltn.d.R Kurt Bornemann, tödlich verunglückt; Ltn. d. R Kurt Joost, tödlich verunglückt; Ltn. d R. Wilhelm Wurth mann, tödlich verunglückt; Ltn. und Beobachter Arnold Garthe, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Ltn. d. R. Hans Holle, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Offizierstellvertr. Waller Lemke; bisher vermißt, in Gefangenschaft; Vizefeldwebel Fritz Becker, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Vizefeldwebel Christian Richter, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Unteroffizier Martin Hai ler, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Unteroffizier Paul Weichelt, tödlich - verunglückt; Unteroffizier Fritz Brinker, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Unteroffizier Rodschinka, schwer verletzt; Unteroffizier Oskar Neu mann, tödlich verunglückt; Unteroffizier Paul Renschier, tödlich verunglückt; Flugzeugführer Gefr. Gustav Lange, bisher vermißt, in Gefangenschaft; Gefr. Franz Pachale, tödlich verunglückt; Rudolf Ernst Reinicke, tödlich verunglückt; Daniel Kremer, tödlich verunglückt; Ludwig Leidig, durch Unfall schwer verletzt; Rudolf Schulz, infolge Krankheit gestorben; Egon Strauch, tödlich verunglückt; Jacob Wolf, tödlich verunglückt; Kurt Schubert, tödlich

verunglückt; Josef Braukmann, infolge Krankheit gestorben; Theodor Mittelstadt, infolge Krankheit gestorben.

Sächsische Feldflieger-Truppen. Oberltn. Rudolf T r en t e p oh 1, leicht verwundet bei der Truppe; Ltn. Josef Grüner, gefallen; Unteroffizier u. Flugzeugführer Carl Hochmuth, an seiner Verwundung gestorben; Ltn. Heinz Rei che - E i s en s t u c k, infolge Notlandung in Holland interniert; Flugzeugführer Walter Riemer, infolge Notlandung in Holland interniert.

Eine seltene Auszeichnung: für deutsche Flieger-Offiziere, Für eine hervorragende Leistung des Leutnants Wintgens im Flieger-Bataillon erhielt derselbe durch Vermittlung des Chefs des Feldflugwesens einen Ehrenpokal. Dieselbe Auszeichnung wurde dem Fliegerleutnant d. R. Philipp Cherdron aus Mundenheim zuteil.

Rittmeister Graf Holck und Oberleutnant Freiherr von Zobel wieder in Freiheit. Die in montenegrinische Gefangenschaft geratenen Herrenreiter Graf Holck und Freiherr von Zobel haben infolge der Waffenstreckung von Montenegro die Freiheit wieder erlangt. Die Gemahlin des Grafen Holck wurde in Kenntnis gesetzt, daß die Herren bei ihrer Fliegerabteilung unversehrt angelangt sind.

Rückkehr deutscher Flieger aus Holland. Die vor einiger Zeit durch ein holländisches Feuerschiff geretteten deutschen Flieger, Leutnant Praznek und der Flugzeugführer Riedel, haben von der holländischen Regierung Erlaubnis erhalten, nach Deutschland zurückzukehren.

Fliegerabsturz. Bei einem Uebungsfluge stürzte auf dem Flugplatz Großenhain der kriegsfreiwillige Flugzeugführer Ernst Rudolf Rei nicke so unglücklich ab, daß er auf der Stelle den Tod fand.

Oberleutnant Carl Rohdewald im Infanterie-Regiment von Voigts-Rhetz in Hildesheim ist,nachdem ersieh als Fliegeroffizier das Eiserne Kreuz 1. und 2 Klasse erworben hatte, den Heldentod gestorben. Am 1. Juli 1886 in Lage (Detmold) als Sohn des Sanitätsrats Dr. Rohdewald und dessen Gemahlin lsa geboren, trat er nach dem Besuche der Gymnasien in Lemgo, Mörs und Detmold am 2. Oktober 1905 als Einjährig-Freiwilliger in das 2. Hannoversche Infantrie-Regiment Nr. 164 in Hameln ein. Am 26. Februar 1906 trat er als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment von Voigts-Rhetz in Hildesheim über, indem er am 15 Mai 1907 Offizier wurde. Im Jahre .1913 wurde er zur Dienstleistung beim Flieger-Bataillon Nr. 3 in Hanover kommandiert.

Frauenverband des Luftflottenvereins in Hessen. Auf besonderen Wunsch der Großherzogin soll auch im Hessenlande, vorläufig in den fünf Städten D a r m s t a d t, Mainz, Offeubach, Gießen und Worms, je eine Ortsgruppe des „Frauen-verbandes des deutschen Luftflottenvereins"

gegründet werden. Fliegerleutnant Römpler f

Karlsruher Kriegsausstellring. Wie Berlin, so hat auch jetzt Karlsruhe eine Kriegsausstellung eröffnet. Neben den verschiedenartigsten Kriegsmaterialien bilden die Hauptanziehungskraft der Ausstellung verschiedene erbeutete Flugzeuge. In der Mitte der Ausstellungshalle ist auf der Empore das französische Flugzeug ausgestellt, das im Juni letzten Jahres bei dem Geschwaderangriff auf Karlsruhe mit teilnahm und beim Rückflug in den Vogesen abgeschossen wurde. Auch ein englischer abgeschossener Eindecker befindet sich daneben.

Von der Front.

7. Dezember. Türkischer Bericht: In der Gegend von Kut-el-Ainara wurden zwei Frachtkähne erbeutet, auf denen sich Flugzeuge und eine Menge Fliegergeräte befanden Im ganzen erbeuteten wir an dieser Front sechs feindliche Flugzeuge. — Englischer Bericht: Englische Flieger beschossen den Bahnhof von Don (an der Eisenbahn Lens-Amentieres) und ließen ein Munitionsdepot in die Luft fliegen, wodurch Feuersbrünste verursacht wurden.

8. Dezember. Montenegrinischer Bericht: Am Morgen des 6. Dezember überflogen zwei Österreich isch-ungarische Flugzeuge Cetinje und warfen acht Bomben herab, die nur unbedeutenden Schaden anrichteten. Eine fiel auf den Tennisplatz der englischen Gesandtschaft, eine andere an den Gartenrand der französischen Gesandtschaft und sprengte einige Fensterscheiben.

9. Dezember. Ein f r a n zö s i s ch es Flugzeug wurde südlich von Bapaume zur Landung gezwungen. Die Insassen sind gefangengenommen.

Feldflieger-Abteilung auf der Fahrt nach dem Osten. 10. Dezember. Vier f e i n dljich e Flugzeuge uberflogen Ancona und warfen Bomben ab. Zwei Bürger wurden getötet und einige verwundet. Es entstand kein Sachschaden. — Englischer Bericht: Gestern beschossen unsere Aeroplane das Proviantdepot Miraumont und die Flugzeughalle von Hervilly. Dieser Angriff fand während eines heftigen Westwindes statt, der die Flüge schwierig gestaltete. Alle Apparate kehrten jedoch unversehrt zurück. Man glaubt, daß die zwei Zielobjekte beträchtlichen Schaden erlitten.

12. Dezember. Französischer Bericht: Drei deutsche Wasserflugzeuge versuchten ein englisches Frachtschiff, das an der belgischen Küste gestrandet war, durch Bombenwürfe zu versenken. Mehrere Flieger der Alliierten, darunter einer der unsrigen, griffen sie an und schlugen sie in die Flucht, während fran. zösische Torpedoboote das Schiff unter dem Feuer einer deutschen Batterie wieder flott machten.

13. Dezember. Meldung aus dem britischen Hauptquartier. Es fanden heute 44 Luftkämpfe statt Zwei feindliche Flugzeuge wurden ge/wungen hinter den eignen Linien zu landen. Eines unserer Flugzeuge wird vermißt.

14. Dezember. Italienischer Bericht: Ein feindlicher Fli-ger warf drei Bomben auf Storo im Judikarien-Tale, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. Westlich von Roye mußte ein französischer Doppeldecker im Feuer unserer Abwehrgeschütze landen. Die Insassen, zwei Offiziere, wurden gefangen genommen.

15. Dezember. Der Feind, der mehrere Flugzeuggeschwader gegen Bapaume-Peronne, nacli Lothringen, auf Mülllieim (Baden) angesetzt hatte, büßte im Luftkampf und durch Feuer unserer Abwehrgeschütze vier Flugzeuge, darunter ein Großflugzeug und zwei Motoren ein. — Unsere Flieger unternahmen am 14. zahlreiche Jagdflüge. Eines unserer Flugzeuge griff über Schlettstadt im Elsass ein feindliches Flugzeug an, das die Flucht ergriff. Zwei andere liatten im Artois ein Gefecht über-den feindlichen Linien gegen drei Albatrosflugzeuge, von denen eines zur Landung gezwungen wurde. Eines unserer Flugzeuggeschwader beschoß im Zusammenwirken mit britischen Flugzeugen den deuschen Flugplatz Hervilly im Departement Somme. In der Gegend von St. Mihiel haben unsere Abwehrgeschütze auf feindliche Flugzeuge geschossen. Ein Flugzeug, das von unseren Geschossen getroffen wurde, mußte in den deutschen Linien landen. .

16. Dezember. Oesterreichisch-ungarischer Bericht: Südwestlich von Olika wurde ein feindlicher Flieger zum Landen gezwungen und gefangen. Eines unserer Flugzeuggeschwader belegte die an der Bahn Miedwieze-Sarny liegende Eisenbahnstation Antonowka und den Bahnhof von KleWan mit Bomben. Die Aktion hatte Erfolg. Bei Klewan entstand ein Brand. Alle Flugzeuge kehrten trotz heftiger Beschießung unversehrt zurück. — Deutscher amtlicher Bericht: Rege Fliegertätigkeit auf dem größten Teil der Westfront. Leutnant Immelmann brachte gestern über Valenciennes das siebente feindliche Flügzeug, einen englischen Eindecker, im Luftkampf zum Absturz. — Der vorgestrige Fliegerangriff auf Müllheim (Baden) soll nach französischer Darstellung als Ziel die dortigen Bahnhofsanlagen gehabt haben. In deren Nähe ist aber keine der abgeworfenen Bomben gefallen, dagegen wurde in der Stadt ein Bürger getötet, ein anderer verletzt. Der rein militärische Schaden beschränkt sich auf die Zerstörung einiger Fensterscheiben im Lazarett.

17. Dezember. Ein russisches Flugzeug mußte östlich von Lyck im Bereich der österreichisch-ungarischen Truppen landen. — Ein ö s t e f r ei ch i sch e s Flugzeug überflog Skutari und warf drei Bomben, die zwei serbische Flüchtlinge töteten. — Französischer Bericht: Zwei unserer Kampfflugzeuge warfen ungefähr zwanzig großkalibrige Granaten auf den Bahnhof von Metz-Sablon.

18. Dezember. Italienischer Bericht: Ein feindliches Flugzeug .warf- \ fünf Bomben auf Tiarno di Sopra im Ledrotale ohne Schaden anzurichten. .

20. Dezember. Deutscher Bericht: Eines unserer Flugzeuggeschwader griff den Ort Poperinghe an, in dem zahlreiche Verbindungen des Feindes.zu- , sammenlaufen. Ein englischer Doppeldecker wurde im Luftkampf bei Brügge^

abgeschossen. Die Insassen sind tot. — Die Beschädigungen durch französische Fliegerbomben an dem Museum in Metz sind geringfügig. Die Stadtbibliothek, die in dem Museum untergebracht ist ist gänzlich unversehrt geblieben.

19. Dezember. Metz wurde nachts von feindlichen Fliegern angegriffen. Es ist nur Sachschaden angerichtet.

Feldküche einer Feldfliegerabteilung im Osten.

23. Dezember. Türkischer Bericht: Ein feindliches Flugzeug, das Birseba überflog, wurde von uns heruntergeschossen. Einer der Insassen wurde gefangen, der andere ist tot. — Italienischer Bericht: In Judikarien beschossen unsere Artillerie und Flieger in kombinierter Aktion erfolgreich das Fort Poo von der Ladora:Gruppe. Zwei feindliche Flieger, die dem Luftverteidigungsdienst dieser Gruppe angehören, wurden während der Aktion von unseren Fliegern angegriffen und zur Flucht gezwungen. Auf der Hochebene von Asiago wurde ein f e i n d 1 ich e s Flugzeug von unserer Artillerie unter Feuer genommen. Der Flieger mußte infolge Motordefekts landen und wurde gefangen. Ein Streifflug feindlicher Flieger gegen unsere Stellungen von Podora richtete keinen Schaden an.

25. Dezember. Türkischer Bericht: Eines unserer Wasserflugzeuge führte erfolgreiche Erkundungsflüse über Tenedos, die Inseln Mavro und die feindlichen Stellungen bei Sedd-üj-Bahr aus und traf ein Torpedoboot mit einer Bombe.

30. Dezember. Französischer Bericht von der Orientarmee: Unsere Flugzeuge bombardierten die bulgarischen Parks und Lager bei Pettick, östlich des Doiran-Sees. Ein feindliches Flugzeug, das unsere Linien zu überfliegen versuchte, wurde von Flugzeugen der Alliierten in die Flucht getrieben. — Englischer Bericht: Unsere Flieger lieferten 12 Gefechte mit feindlichen Fliegern. Einer unserer Flieger bekämpfte vier, feindliche Flugzeuge, von denen wahrscheinlich eines zu Fall kam und ein anderes beschädigt wurde. Alle vier verschwanden. Eins unserer Flugzeuge stürzte im Gefecht gegen zwei feindliche ab. 16 unserer Flugzeuge bombardierten den Hafen von Comines, der getroffen wurde. 10 unserer Flugzeuge griffen das Fluglager bei Hervilly an und richteten be-

trachtlichen Schaden an. Alle Flieger sind unverletzt zurückgekehrt. — Türkischer Bericht: Eines unserer Wasserflugzeuge unternahm Erkundungsflüge über Lemnos und Mavro und warf erfolgreich Bomben auf einen Hafenspeicher von Mudros ab wo ein Brand hervorgerufen wurde. Unsere Artillerie holte einen Zweidecker herunter, der Kum Kaleh überflog, er fiel in der Nähe von Tekke Burun ins Meer und wurde auf Imbros zu abgeschleppt. — Deutscher Bericht: Die Fliegertätigkeit war gestern beiderseits sehr rege. Ein feindliches Geschwader griff die Orte Wervicq und Menin und die dortigen Bahnanlagen an. Militärischer Schaden ist nicht angerichtet. Dagegen sind sieben Einwohner verletzt und ein Kind getötet. Ein englisches Flugzeug wurde im Luftkampf nordwestlich von Cambrai abgeschossen.

31. Dezember. Vier deutsche Tauben überflogen Salonik und warfen Bomben auf die englischen Linien. Ein Flugzeug, das die Stellungen der Entente-Truppen bei Lembet bei Salonik und Kilindir bei Doirel überflog, warf gleichfalls Bomben ab, die sieben englische Soldaten töteten. — Ein französisches Flugzeug bombardierte die bulgarischen Stellungen bei Petrizsch, wurde jedoch durch bulgarische Artillerie zum Rückzug gezwungen. — Türkischer Bericht: Eines unserer Flugzeuge bewarf erfolgreich ein feindliches Lager bei Sedd-Ul-Bahr und ein Transportschiff, ein anderes machte einen Erkundungsflug in der Rwhiiing auf Imbros und warf Bomben auf das Panzerschiff „Swiftsure". Eines unserer Wasserflugzeuge griff ein feindliches Flugzeug an, welches Beobachtungen anstellte, verhinderte es seine Beobachtungen fortzusetzen und zwang es zu fliehen. — Deutscher Bericht: Ein feindlicher Fliegerangriff auf Ostende richtete in der Stadt erheblichen Schaden an. Besonders hat das Kloster vom Heiligen Herzen gelitten. 19 belgische Einwohner sind verletzt, einer getötet. Militärischer. Schaden ist nicht entstanden........

3. Januar. Eine französische Flugmaschine flog in Salonik Uber die Stellungen der Engländer und Franzosen hinaus gegen Norden und wurde in der Gegend von Doiran von einer deutschen Taube nach kurzem Kampf abgeschossen — Oesterreichisch-ungarischer Bericht: Ander oberen lqua schössen die Truppen der Heeresgruppe Böhm-Ermollie ein ru ssi s ch es Flugzeug ab. Die Bemannung, aus zwei Offizieren bestehend, wurde gefangen genommen. — Französischer Bericht: Die am Neujahrsmorgen auf Nancy und Umgebung geschleuderten 16 Bomben verursachten im Umkreis des Bahnhofes, wo sich ältere und neuere Militäranstalten befinden, mehrere Brände, die bis zum späten Nachmittag fortdauerten. Es wurden zwei Personen getötet und sieben verwundet.

S.Januar. Oesterreichisch - ungarischer Bericht:. Unsere Flieger warfen auf Militärbauten in Ala und Strigno Bomben. — Es gelang einer deutschen Taube, die vom Meere kam und unter dem Schutze einer Wolke vorging, Calais zu überfliegen und drei Bomben abzuwerfen. Zwei Personen wurden verletzt. Der Flieger, der von den Abwehrkanonen der Festung unter Feuer genommen wurde, entkam unversehrt.

Ausland.

Die englischen Bleriot-Flugzengwerke. Wie die „Financial News" berichten, scheint in der Verwaltung der englischen Bleriot-Gesellschaft (BIGriot Manufacturing Aircraft Co. Ltd) ein Streit ausgebrochen zu sein, der zur Auflösung dieser Gesellschaft führen dürfte. Ein Teil der Direktoren, an ihrer Spitze Lord Ebury und Mr. Casson, beschuldigt die übrigen Direktoren, daß sie in eigennütziger Weise die Verwaltung der Kasse in ihren Machtbereich zu bringen suchen. Man habe, um dies zu hintertreiben, alle Schecks, außer solchen zu den

No. 3

„FLUGSPORT".

Seite 83

wöchentlichen Lohnauszahlungen, sperren lassen. Lord Ebury vertritt die Ansicht, daß bei einer sofortigen Auflösung der Gesellschaft noch 70% des Aktienkapitals zu erhalten seien ;.bleibt sie aber bestehen, so sei kein Pfennig mehr zu retten. In einer außerordentlichen Generalversammlung verfocht das am meisten angegriffene Verwaltungsmitglied, Mr. Lawson, die Ansicht, daß nur er in der Lage sei, das investierte Kapital zu retten. Die Aktionäre schienen allerdings ganz anderer Ansicht zu sein und die Zwischenrufe, die den Redner unterbrachen, waren nicht sehr .erfreulich für ihn. Mr. Casson von der Gegenpartei wurde dagegen von den Aktionären freudigst begrüßt und erklärte, im Interesse derselben auf seinem Posten ausharren zu wollen bis zur zwangsweisen Auflösung der Gesellschaft gemälj>:dem Antrag der Aktienbesitzer. Er empfahl auch, die Direktoren für die mißliche Lage der Gesellschaft verantwortlich zu machen

Englische Flugzeugverluste, wie sie im Unterhaus bekannt gegeben werden und die deutsche Erwiderung. Nach einer Reutermeldung aus London teilte der Unterstaatssekretär im Kriegsamt, Tennant, im Unterhause mit, daß die Engländer in den letzten vier Wochen auf dem westlichen Kriegsschauplatz 13 Flugzeuge verloren haben. Die Deutschen hätten sicher 9, wahrscheinlich aber 11 Maschinen eingebüßt. Die englischen Flieger unternahmen 6 Bombenangriffe» woran 138 Flugzeuge beteiligt waren. Die Deutschen führten 13 Bombenangriffe mit nur 20 Flugzeugen aus. Die deutschen Linien wurden von 1227 englischen Flugzeugen überflogen, über die englischen Linien kamen dagegen nur 310 deutsche Flugzeuge. Die meisten Luftgefechte seien hinter den deutschen Linien aus-, gefochten worden, so daß die deutschen Flieger, wenn sie getroffen wurden, innerhalb ihrer eigenen Linien hätten landen können. Ein genauer Vergleich der beiderseitigen Verluste sei daher unmöglich.

Allerdings ist es der deutschen Heeresleitung möglich gewesen, diesen genauen Vergleich der beiderseitigen Verluste aufzustellen. Der amtliche Bericht vom 28. Januar lautet: Im englischen Unterhause sind über die Ergebnisse der Luftgefechte Angaben gemacht worden, die am besten mit der folgenden Zusammenstellung .unserer und der feindlichen Verluste an Flugzeugen beantwortet werden. Seit unserer Veröffentlichung am 6 Oktober 1915, also in dem Zeitraum seit dem 1, Oktober 1915, sind an deutschen Flugzeugen an der Westfront ver-

loren gegangen:

Im Luftkampf. ■................. 7

durch Abschuß von der Erde........... 8

vermißt ^..................... 1

- Im ganzen 16 Unsere westlichen Gegner verloren in dieser Zeit:

Im Lüftkampf................. 41

durch Abschuß von der Erde........... 11

durch unfreiwillige Landung innerhalb unserer Linien . . 11

Im ganzen 63

Es handelt sich dabei nur um die von uns mit Sicherheit festzustelleirden Zahlen der in unsere Hand gefallenen feindlichen Flugzeuge.

Fliegerabsturz in Frankreich. In der Nähe von Lyon ereignete sich auf dem Flugfelde von Bron ein Fliegerunfall; ein Offizier und ein Soldat wurden getötet.

Der schwedische Flieger Oskar Ask gestorben. Oskar Ask, dem die schwedische Flugkunst viel verdankt, ist im Alter von 33 Jahren gestorben. Der schwedische Flieger hielt sich lange Zeit in Deutschland auf.

Feindliche Flieger über Qallipoli. Nach einer Konstantinopler Meldung werden die Besuche feindlicher Flieger über Gallipoli wieder häufiger, um sich über türkische Truppenbewegungen zu informieren. Türkischerseits werden sie durch neue Abwehrgeschütze behindert. Ein englischer Flieger wurde zum Niedergang über See gezwungen.

Fliegerwacht an den Dardanellen. Die Agentur Milli meldet: Fliegeroberleutnant Buddecke hatte mehrere feindliche Flugzeuge an den Dardanellen zum Absturz gebracht. Ein von dem Leutnant Ali Riza Bey geführtes Flugzeug, Beobachter Orkhan Bey, brachte an einem Tage zwei feindliche Flugzeuge bei Sedd-ül-Bahr zum Absturz. —Am 27. Januar bewarfen 3 türkische Flugzeuge einen Monitor mit Bomben. Der Monitor feuerte erfolglos. Die Bomben riefen eine Feuersbrunst auf dem Schiff hervor. Der Monitor konnte nur mit Mühe in die Bai von Kephalos auf der Insel Imbros flüchten. Darauf verfolgten die türkischen Flugzeuge ein feindliches Kriegsschiff und drei feindliche Torpedobootszerstörer. Ein anderes türkisches Flugzeug warf mehrere Bomben auf einen großen feindlichen Transport in der Bai von Kephalos.

Verschiedenes.

Benzinmangel in England. In England beginnt sich, wie das „Allgemeen Handelsblad" meldet, ein empfindlicher Mangel an Benzin fühlbar zu machen. Die Shell Company, die England mit Benzin versorgt, hat die Automobilbesitzer in einem Rundschreiben aufgefordert, sparsam mit Benzin umzugehen, da sie sonst nicht in der Lage sei, weiterhin den Bedarf zu decken.

Patentwesen.

Gebrauchsmuster.

77h. 535074. Flanschenrohr usw., E. Rumpier Luftfahrzeugbau G.m.b.H., Berlin-Lichtenberg. 5.12.12. R. 34527. 20. 11.15.

77 h. 535*246. Zentrales Anschlußstück für Drahtkabel bei Flugzeugen. E. Rumpier Luftfahrzeugbau G. m. b H., Berlin-Lichtenberg. 5.12.12. R. 34 528. 20. II. 15. ...

77h. 538 061 Käfiganordnung für Flugzeuge usw. E. Rumpier Luftfahrzeugbau G.m.b.H. Berlin-Lichtenberg. 21. 12. 12. R. 34707. 20. 11. 15

77 h 538062 Käfiganordnung für Flugzeuge usw. E. Rumpier Luftfahr-zetigbau G. m. b. H., Berlin-Lichtenberg. 21. 12 12. R 34708. 20. 11. 15.

77h. 547 882. Seitensteuer für Flugzeuge. E. Rumpier Luftfahrzeugbau G.m.b.H., Berlin-Lichtenberg. 13. 12. 12. R. 34627. 20. 11. 15.

77h. 572 887. Flugzeug. E. Rumpier Luftfahrzeugbau G. m. b. H., Berlin-Lichtenberg. 5. 12 12. R. 34525. 20. 11. 15.

77 h. 578 574. Flugzeugrumpf. E. Rumpier Luftfahrzeugbau G. m b. H., Berlin-Lichtenberg. 23. 1. 13. R. 34964. 20. 11. 15.

77 h. 615 797. Flugzeug mit radiotetegraphischer Ausrüstung. Signal-Gesellschaft m. b. H., Kiel. 25. 11. 12. S. 28871. 19. 11. 15.

77 h. 630052. Flugzeugrumpf. E. Rumpier Luftfahrzeugbau G. m. b. H., Berlin-Johannisthal. 5. 12. 12. R. 34522 20. 11. 15.

77h. 641 186. Auslösevorrichtung für Fallbomben auf Luftfahrzeugen. Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin. 16. 4. 15. A. 24365.

Patent-Anmeldungen.

77h. Gr 4. C. 24 787. Muffenverbindiing für Rohrteile, insbesondere Rohrgerippe für Flugzeuge u. dgl. Adolphe Clement-Bayard, Levallois-Perret, Seine, Frankreich; Vertr.; Patent-Anwälte Dr. R. Wirlh, Diplom-Ingenieur C. Weihe, Dr. H. Weil, Frankfurt a. M., Diplom-Ingenieur T. R. Koehnhorn und W. Dame, Berlin SW. 48. 31. 3. 14 Frankreich 8 4. 13.

77 h P. 32 017. Flugzeug mit einem Kopf- und einem Schwanzsteuer. Zus. z. Anm. P. 30500. Fedor v. Perbandt, Berlin-Friedenau, Rheingaustr. 21. 4. 12. 13,

77 h. W. 45 379. Schwiminergestell für Flugzeuge, bei dem die Schwimmer federnd mit dem Gestell verbunden sind. Robert Woeruer, Berlin-Johannisthal, Waldstr. 11. 11. 10. 12.

77 h. Gr. 5. Seh. 48922. Bajonettfönnigc Befestigung von Tragdecken-hulmen für Flugzeuge. Gustav Schulze, Burg b Magdeburg. 5 8. 15.

77h. F. 39351. Bombenabwurfvorrichtung für Flugzeuge. Hermann iW. Fremery, Berlin-Johannisthal. 26. 2. 14.

Patent-Erteilungen.

77h. Gr. 5. 290120. Durch Propeller angetriebenes Luftfahrzeug mit als Vorlegewelle ausgebildeter Propellerwelle. Daimler-Motoren-Gescllscbaft, Unter-Türkheim. 11. 1. 13. D. 28 177.

77h. Gr. 5. 290 121. Einrichtung zum Verbinden und Lösen von Spanndrähten und -bandern bei Luftfahrzeugen. Jacob Lohner & Co., Wien; Vertr.: H. Springmann, Th. Stört und E. Herse, Patent-Anwälte, Berlin SW. 61. 19 4. Ii. L. 36486. Oeslerreich 24 2. 13.

77h. Gr. 5 290149. Vorrichtung zum selbsttätigen Verwinden der schwenkbaren Flügel an Flugzeugen mit veränderlicher Spannweite. Ludwig Schmidl, Wiener Neusladt; Vertr.: K. Hallbauer und Diplom-Ingenieur A. Bohr, Patent-Anwälte, Berlin SW. 61. 31. 5. 13. Sch. 44 018 Oesterreich 20. 6. 1912.

77 h. Gr. 6. 290122. Blechbeschlag für Luftschrauben. Christian Lorenzen, Neukölln, MUnchenerstr. 46. 22 12. 14. L. 42 815

77 h. Gr. 6. 290123. Propellerbelestigung für Flugzeuge. Pfadfinder für Aviatik G. m. b. H., Bremen, 30. 9. 13 P. 31602.

Rumpfdoppeldeckermodell von Hageloch 1B No. 2.

(Hierzu Tafel I.)

Der Rumpf besteht aus vier Längsträgern (Fichtenholz), welche miteinander durch sieben Schotten versteift sind. Zur Aufnahme des Gummis ist ein Motorstab eingebaut, an welchem auch das Höhensteuer seine Hauptbefestigung findet. Zum Einführen der Gummischnüre ist vorn an der Motorhaube eine kleine Oeffnung, während am hinteren Teil des Rumpfes eine Klappe vorhanden ist. Der Führersitz nimmt vorne im ersten Drittel der beiden Tragdecks seinen Platz ein. Neben ihm ist eine Bombenabwurfvorrichtung angebracht. Die dazu verwendeten Bomben werden durch ein Celluloidrohr senkrecht durch den Rumpflanciert. Die Querschotten des Rumpfes sind aus Fournierholz hergestellt. Der Rumpf ist mit weißer Pongeeseide überzogen.

Das Fahrgestell wurde in Bambus ausgeführt. Die Radachse der beiden Panzerräder ist in Aluminiumschuhen federnd aufgehängt. Auch die aus Muminium-rohr bestehende Schwanzkufe wurde abgefedert.

Die Tragflächen besitzen Bambusrippen. Die Holme sind ebenfalls aus Fichtenholz hergestellt. Die Spannweite des Oberdecks beträgt 1200 mm, die des

. Rjimpfdoppeldecker Modell Hageloch.

Unterdecks 1040 mm Zum Transport sind die Tragflächen leicht abnehmbar angebracht worden. Ueberzogen sind die Decken mit Copierpapier und mit Spirituslack überstrichen.

Der Antrieb des Modells erfolgt durcji Gummi von SO qmm Querschnitt. Die Propellcrwelle ist in einem Kugellager gelagert, welches im M. F.-V. allgemein Verwendung findet. Die ersten Versuche wurden hei etwas windigem Wetter vorgenommen. Die bis jetzt größte Fluglänge betrug 60 m bei etwa 4 m Höhe mit Bodenstart.

Offizielle Mitteilungen.

Bund deutscher Flugzeugführer, E. V.

Geschäftsstelle: Berlin-Johannisthal, Kaiser-Wilhelm-Strafle 47. Telegramm-Adresse: FUegerbund. Fernsprecher : Amt Oberschönewelde964.

Eintrittsgeld Mk. 20. - :—: Monatlicher Beitrag Mk. 3.50

I. Vorsitzender: Felix Laitsch.

Verband deutscher Modellflugvereine.

Sitz Frankfurt a. M.

Geschäftsstelle: Präsidium:

Frankfurt a. M., Eppsteinerstr. 26. Frankf. Flugmodell-Verein

Zahlungen erbeten an Disconto-Gesellschaft, Frankfurt a. M.

Frankfurter Flugmodell-Verein.

Präsidierender Verein des Verbandes deutscher Modellflugvereine. Geschäftsstelle: Frankfurt a. Main, Eppsteinerstraße 26.

Unser Schatzmeister und Mitbegründer des Vereins Ado'f Jäger ist kürzlich zum Leutnant d. R. befördert worden. — Die Angehörigen der Mitglieder werden gebeten, die genauen Feldadresscn u.s.w. möglichst umgehend der Geschäfisstelle bekannt zu geben.

Münchner Modellflug-Verein.

Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvereine Geschäftsstelle: Prannerstraße 24.

Am 10. Januar 1916 hielt Hans Berger im Sitzungssaal unserer Geschäftsstelle einen Vortrag über „Lilienthal — Sein Leben und Werk". Der Redner erzählte von Lilienthals Leben bis zu seinem tragischen Tod und erklärte noch verschiedene Versuche des Forschers. —

a) Model I f I u g.

Am 16. Januar 1916 sollte das große Wettfliegen für Flugmodelle stattfinden. Gemeldet hatten:

Max Seyffer 8 Modelle (Enten und Vorderschrauben) Hans Berg er 2 „ (Renn-Eindecker und Ente) Franz Schier 6- „ (Eindecker und Ente) Herb. Vogel 1 , (Ente) Büchenberg 1 „ (Eindecker). Da jedoch ungünstiges Wetter herrschte, konnte der Wettflug, der mit hohen Preisen dotiert war, nicht stattfinden. Er wird voraussichtlich anfangs Februar ausgetragen. Nachmeldungen werden noch angenommen in der Geschäftsstelle. Der genaue Zeitpunkt wird in der Tagespresse bekanntgegeben.

b) Gleitflugabteilung Gauting.'

Der Schuleindecker ist von Breitbrunn nach dem 22 km entfernten Gauting von einigen Herren gebracht worden, sodaß nun dort die Schulübungen begonnen werden können. Der Doppeldecker ist schon ganz repariert und wird nun zusammenmontiert ebenfalls nach Gauting gebracht.

Wir laden alle Interessenten des Sportes [auch an dieser Stelle freundl. ein, an schönen Sonntagen (mit Wind) uns dort zu besuchen und werden demnächst einige Bilder von unserer „Gleitfliegerschule" bringen. Der Schuppen liegt an der Straße München-Starnberg, etwa 10 Minuten außerhalb des Ortes.

Hamburger Verein für Modellflugwesen.

Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvereine. Geschäftsstelle: L. Mundschenk, Falkenried 64. Die Uebungsfliegen finden jeden Sonntag 3 Uhr nachmittags auf der sogen. Moorweide vor dem Dammthor statt. Die beiden vom Verpin ausgesetzten Preise des bis zum 1. Januar offenen Wettbewerbs wurden Reese und Mundschenk zugeschlagen. Für Anfang April ist ein neuer Zuverlässiekeitswettbewerb geplant. Sieger wird derjenige werden, der innerhalb zwei Stunden aufziehen der Schrauben und reparieren mitgerechnet, die größte Fluglänge aufzuweisen hat.

Personalien.

Das Ritterkreuz des Königlichen Haltsordens von Hohenzollern mit Schwertern erhielt Ltn. d. R. Immelmann.

Den K. B. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern erhielten Hauptmann Friedrich und Oberltn. Roth vom k. b. Luft- und Kraftfahr-Bataillon. Oberltn. z. S. Plüschowvon einer Marine-Flieger-Abteilung, Oberltn. Werner Rietzler und Ltn. Soyter von einer Bayr. Feldflieger-Abteilung.

Die Friedrich-Ausrusl-Medaille in Silber erhielten Offizierstellvertreter Gotthardt Gruner (inzwischen in Gefangenschaft geraten), Kriegsfrw Unteroff. Kurt Holzhausen. Unteroffiz. d. Lst. Schneider v.d. Feldflieger-Abteilung 29.

Die Friedrich-August-Medaille in Bronze am Bande für Kriegsdienste

erhielt Gefr. Basel von der Feldflieger-Abteilung 29.

Die Oesterr. Tapferkeitsmedaille erhielt Vizefeldwebel Karl Hebart von einer Feldfliegerabteilung im Osten.

Das Oesterreichische Militärverdienstkreuz mit der Kriegsdekoration

erhielt Ltn. A. v. Bismarck.

Den K. Würtemb. Friedrichsorden mit Schwertern erhielt Hauptmann P ahm er, Führer einer Feldflieger-Abteilung.

Das'K. Bayr. Mililär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Krone undSchwertern

erhielt Unteroffizier ß. Grossmann von der Flieger-Abteilung 3 des III. bayr. Armeekorps.

Den Militär-Verdienst-Orden 3. Klasse mit Krone undSchwertern erhielt'Flugzeugführer G. A. W,eltz.

Das Ritterkreuz des Alb rech tsor den mit Schwertern erhielt Ltn. Wü rk e r, von der Feldflieger-Abteilung 56.

Das Ritterkreuz II. Klasse des A'brechtsorden mit Schwertern erhielt Ltn. Schilling von der Feldflieger-Abteilung ;29.

Befördert wurden: zu Hauplleuten die Oberltns. Wendler beim Stabs-Offizier der Fliegertruppe der 9. Armee, Frhr. von Maydell von der Fliegertruppe der 6. Armee Lille, Dürr von der Art Flieger-Abteilung Nr. 203, Clehs und Spang, von der Feldflieger-Abteilung '20, Szpotanski von der Flieger-Ersatz-Abteilung 10 und Wen eher von der Feldflieger-Abteilung 28. Oberlt. a. D. von Klösterlein beim Armeeflugpark 5 und Oberltn d Ldw. >trümpell von der Art; Flieger-Abteilung 205.' Zum Oberltn., Ltn d. R. Bartlick vom Armeeflugpark Bug, Ltn. d. R. Sturm Ii öfel vom Armeeflugpark 10, Härter von der Feldflieger-Abteilung 32 Hoffmann von der Feldflieger-Abteilung 16, Ltn. d. R. Buddecke von der Feldflieger-Abteilung 23undZink von der Feldflieger-Abteilung 56. Zu Ltns. d. R., die Vizefeldwebels Ziegler von Feldflieger-Abteilung 65, Rode von der Feldflieger-Abteilung7, R i 11 e r und Edler von Loess 1 von der Feldflieger - Abteilung 6 und G e 1 h or n von der Feldflieger-Abteilung 24, Fähnrich a D. von Scheven von der Feldflieger-Abteilung 57, Vizefeldwebel Hirschfeld von der Feldflieger-Abteilung 3, Kunz von der Feldflieger-Abteilung 25 des Flieger-Bataillons, Schilling von der Feldflieger-Abteilung 5, Schulte von der Feldflieger-Abteilung 10, Schwarz von der Feldflieger-Abteilung 55 und Klever von def Feldflieger-Abteilung 67,sowie die Offizierstellvertreter O ff e r-mann von der Feldfliejer - Abteilung 30 und Ku blitz von der Feldflieger-Abteilung 35. Ferner die Unteroffiziere und Flugzeugführer N o 11 e m e i e r von der Flieger-Ersatz-Abteilung 3, Witterstätt.er von der Flieger-Ersatz-Abteilung 7, Seydier und Leng wenings von der Flieger-Ersatz-Abteilung 1 zu Vizefeldwebel

Odin Fabrik flugtechnischer Apparate Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Sitz Berlin-Wilmersdorf. Unter dieser Firma wurde laut Reichsanzeiger folgendes eingetragen: Gegenstand des Unternehmens: Herstellung und Vertrieb flugtechnischer Apparate, sowie Eisen- und Metallwaren. Stammkapital: 35000 M. Geschäftsführer: Fabrikant Franz B. Goldstücker in Berlin-Wilmersdorf. Die Gesellschaft ist eine Gesellschaft mit beschrankter Haftung.

Firmennachrichten.

Haimann & Braun Aktiengesellschaft Geschäftsstelle Berlin, Zweigniederlassung der zu Frankfurt a. M. domilizierenden Aktiengesellschaft in Firma: Hartmann & Braun Aktiengesellscha't: Pro'. Eugen Hartmann in Frankfurt a. M., Vo Standsmitglied, ist verstorben. Die Prokuristen Dr. Theodor Bruger in Frankfurt a. M. und Hans Desso'f in Frank'urt a. M. sind verstorben

Hans Windhoff Apparate- und Maschinenfabrik ist als Aktien-Gesellschaft in das Handelsregist r beim Königlichen Amtsgericht in Berlin-Mitte eingetragen worden. Der Betrieb des im Jahre 1007 seitens des Dipl.-Ingenieurs' Hans Windhoff gegründeten Unternehmens wird in unverändeter Weise fortgeführt und steht Ingenieur Windhoff dem Unternehmen als Vorsitzender des Aufsichtsrates auch weiterhin vor Hil. Gladbach und S. R Alilström sind zu Vorstandsmitgliedern ernannt worden, während Max Herld und Elisabeth Grüttner Prokura erteilt worden ist.

Imperator Flugzeug Fabiik- Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Berlin. Laut Reichsanzeiger wurde folgendes in'das Handelsregister B unter 13959 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Fabrikation und der Vertrieb von Flugzeugen und deren Bestandteilen, sowie die Fabrikation und der Vertrieb von anderen Maschinen und Maschinenteilen, sowie sonstigen Gegenständen der technischen Industrie Und Beteiligung an anderen Unternehmungen dieser Art. Das Stammkapital beträgt 150.000 Mk. Gescliäftführer ist Kaufmann Hermann Korytowsky in Berlin-Schöneberg. ■' ,,

Literatur.

„Im Kampfe gegen Rußland" nennt Willielm Conrad Gomoll die bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienenen .^childerurig seiner Abenteuer im örtlichen Feldzug, dia zu den beiden andern ßrockhnus'.-chen Kriegsbüchern von Hedin und Wegen r ein Gegenstück (ebenfalls zum Preise von IM) bilden. Unter Hindenburg, Mackensen und Prinz Leopold von Bayern war der bekannte Romanschriftsteller Gomoll Augenzeuge der Zerschmetterung der russischen Dampfwalze. In engster Fühlung mit den deutschen und Österreich-ungarischen Truppen hat er die denkwürdigen Tage von Lodz und Lowicz, von Gorlice-Tarnow, Przemysl, Lemberg, Warschau und Nowo-Georgiswk miterlebt und läßt nun seine Leser teilnehmen an dem gewaltigsten Siegesziige, den die Weltgeschichte kennt.

Die Versorgungsverhälinisse des Offiziers und des ins Okkupationsgebiet abkommandierten Zivilbeamten sind jetzt im Krieg Gegenstand besonderen Interesses. Es wird deshalb allgemein begrüßt werden, daß jetzt eine Zusammenstellung aller einschlägigen Bestimmungen erscheint: Offizierpensionsgesetz nebst Ausführu.igsbestininiungeii des Bundesrats und des Kriegsministeriums sowie Pensionstabellen. Fürsorgegesetz für militärische Luf fahrer. Gesetz über die Kriegsversorgung von Zivilbeamten Allerhöchste Order über Anrechnung von Kriegsjahren für 1914 und 1915. (Verlag von Gerhard Stalling in Oldenburg i Gr. Preis 50 Pfg) Auch den Angehörigen kann der Bezug dieser Schrift zu Informationszwecken warm empfohlen werden.