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Zeitschrift Flugsport, Heft 01/1916

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 01/1916 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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No. 1 5. Januar 1916. Jahrg. II

Jllustrirte

technische Zeitschrift und Anzeiger ""ü"5"™1

** uro Jahr M. 14.-

Ausland per Kreuzband

M. 19.20 ElnzBlpr. M.O.SO.

für das gesamte

„Flugwesen

unter Mitwirkung bedeutender Fachmänner herausgegeben von

Telef. Hansa 4557 Oskar UrsinUS, Civilingrenieur. Tel.-fldr.: Ursinus.

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M„ Bahnhofsplatz 8.

— Erscheint regelmäßig 14tägig. — == Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, die Post und den Verlag. =

Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 19. Januar.

1916.

Die Verluste der Fliegerei bei unseren Gegnern waren hauptsächlich im letzten Teil des vergangenen Jahres ziemlich hoch. Den breiten Kaum, welchen man den Erfolgen unserer Flieger in den Tagesberichten einräumte, kennzeichnet zur Genüge die gewaltige Bedeutung unseres Flugwesens in diesem Kriege. Daß wir uns mit dem bisher Erreichten zufrieden geben, daran ist nicht zu denken.

Wir haben bisher den richtigen Weg eingeschlagen nnd werden es auch in Zukunft fertig bringen, mit dem Gegner Schritt zu halten. Dafür bürgen die weit blickenden Männer, die jetzt in unserem Militärflugwesen an der Spitze stehen.

Wir dürfen demnach der Entwicklung unseres Militärflugwesens im neuen Jahr mit Vertrauen entgegensehen.

Das Militärflugwesen unserer Gegner.

Die Entwicklung des Militärflugwesens unserer Gegner ist in vorliegender Zeitschrift von ihrem ersten Anfang an lückenlos dargestellt, sodaß wir uns nur in letzter Zeit darauf zu beschränken brauchten, immer die Neuerungen zu verzeichnen.

In Frankreich hat wohl das ganze Flugzeugmaterial quantitativ Fortschritte gemacht, während in der Verfeinerung der Konstruktion wesentliche Fortschritte nicht zu erkennen gewesen sind. Man möchte

fast sagen, daß die Werkstattarbeit gegenüber der früheren in Frankreich nachsteht. Es ist dies vielleicht zu entschuldigen mit Mangel an Arbeitskräften und Material. Durch die französischen Tageszeitungen ging vor kurzem eine Notiz, wonach ganze Ersatzteillieferungen zurück gewiesen wurden und viele Flugzeuge ins alte Eisen gewandert seien. Auch hiernach lassen sich keine Schlüsse auf eine rückgängige Entwicklung des französischen Militärflugwesens machen. Unter den heruntergeschossenen, gefangen genommenen Maschinen aller bekannten Typen sind keine nennenswerte Verbesserungen festzustellen gewesen. Nur hier und da zeigte sich einmal eine Zwei-Motoren-Maschine oder irgend ein Versuchsflugzeug. Zur Zeit scheint man vielfach in Frankreich an Riesenflugzeugen, worüber wir bereits berichteten, zu arbeiten, und zwar sollen diese Riesenflugzeuge zwei Flieger, zwei Beobachter und zwei Schützen tragen können. Die Bestückung besteht aus

Neues englisches Short-Kampfflugzeug mit 160er Gnome. Im Vorderteil des Rumpfes befindet sich eine Maschinenkanone, welche Granaten von 750 g verfeuert.

vier 37 mm-Geschützen. Das Flugzeug soll etwa 130 km Stundengeschwindigkeit erhalten. Diesem Großkampfflugzeug ist ein Zerstörerflugzeug zugeordnet, ein Doppeldecker mit einem Motor von nur 7 m Flügelbespannung und 2 m Höhe. Dieser Zweidecker soll 160 km in der Stunde fliegen und ist mit einem Maschinengewehr ausgerüstet, das von dem Flieger selbst bedient wird, der gleichzeitig die Arbeit des Beobachters verrichten muß. Dieses neue Schnellflugzeug soll als Luftjäger dienen und etwa dieselben Aufgaben erfüllen wie die Zerstörer zur See. Bei den Versuchsflügen soll es nach den Angaben des Mitarbeiters der „Times" innerhalb 40 Sekunden vom Erdboden aus eine Höhe von über 900 m erreicht haben. Um dem Flieger die Hände zur Bedienung des Maschinengewehrs frei zu lassen, ist die Lenkung in neuartiger Weise so konstruiert, daß das Flugzeug ohne Benützung

der Hände gesteuert werden kann. Nach den von dem erwähnten Berichterstatter angefügten Betrachtungen und wiedergegebenen Aeußerungen französischer Fliegeroffiziere gehen die Bestrebungen Frankreichs nun dahin, eine möglichst große Zahl von Flugzeugen dieser neuen Arten zu erhalten, um mit ihnen dann Geschwaderangriffe gegen wichtige deutsche Punkte-zu unternehmen.

In England sind die kleinen Flugzeugfirmen durch die Kriegslieferungen finanziell gestärkt worden; diese werden der französischen Flugzeug-Industrie in Zukunft eine sehr scharfe Konkurrenz machen

Ein von den Engländern als Kampfflugzeug benutzter französ. Ble'rioteindedier.

Es ist wohl kaum anzunehmen, daß für die nächste Zeit noch irgend welche Flugzeuge aus Frankreich bezogen werden. Wahrscheinlich wird Amerika auf dem englischen Markt gegenüber dem französischen, in Flugzeugen sowohl wie in Motoren den Vorrang einnehmen.

Ital ien baut bekanntlich neben den bekannten Farmantypen seit längerer Zeit die Caproni-Groß-Flugzeuge mit 3 Motoren, wie ja bereits verchiedentlich an der Front festzustellen war.

Ueber die neuen russischen kleineren Flugzeuge ist an anderer Stelle in dieser Nummer berichtet.

Das Kriegsflugwesen bei unseren Gegnern.

(Von unserem skandinavischen Korrespondenten.)

In der Zeit vom 27. Oktober bis 22. November erschien folgende Verlustliste der englischen Fliegertruppen: Ltn. J. Gay, kgl. F.-K., vermißt; Ltn. W. H. Nixon, kgl. Lancäster-Eegiment u. kgl. F.-K., früher vermißt, jetzt gefallen gemeldet; Hauptmann A. V. Newton, 3. Sommerset, dem kgl. F.-K. zugeteilt, tötlich verunglückt; Ltn. A. T. Tallentiere, 28. Londoner Kunstschützen;•• dem kgl. F.-K. zugeteilt, tödlich verunglückt; Ltn. S. F. L Greer, 6. London Brigade u. kgl. F.-K., verwundet; Ltn. W. A. W. Hallam, Heeres-Dienstkorps, dem kgl. F-K. zugeteilt, verwundet; Ltn. J. L. Williams, kgl. F.-K,, verwundet; Hauptmann C. C. Darley, kgl. F.-K., vermißt; Ltn. H. Gamble, 5. Lancashire, vermißt; Ltn. W. G. Lawrence, 3. Oxfordshire u. Bucks, dem kgl. F.-K. zugeteilt, vermißt; Hauptmann

C. H. Marks, kgl. F.-K., vermißt; Ltn. ß. J. S1 ade, Heeresradfahrerkorps, dem kgl. F.-K. zugeteilt, vermißt; Ltn. A. C. Collier, 9. Königs eigenes Lancaster u. kgl. F.-K., vermißt; Ltn. S. W.-(Jaws, kgl. F.-K., früher vermißt, jetzt gefallen gemeldet; Ltn. M. W. Greenhow, Westliches Yorkshire-Regiment u. kgl. F.-K , früher vermißt, jetzt gefangen gemeldet; Hauptmann F. W. Mulca hy Morgan, kgl. Irische Musketiere u. kgl. F.-K., früher vermißt, jetzt in Gefangenschaft gemeldet; Sergeant Courtwey, kgl. F.-K., verwundet; Sergeant

G. Thum ton,kgl. F.-K., verwundet; Ltn. H. B. Stub bs, kgl. F.-K., früher vermißt, in Gefangenschaft gemeldet; Flieger-Ltn. Harold F. Touler, Kgl. Marine, verwundet; Flieger-Unterltn. Frank S. Mc.Gill, Kgl. Marine, verwundet; Flieger-Unterltn. John T. Bone, Klg. Marine, ertrunken; Hauptmann C. E. Ryan, dem Kgl. Fl.-K. zugeteilt, verwundet; Ltn. J. B. Robinson, Kgl. Fl.-K., vermißt; Ltn. G. F. Harvey, dem Kgl. Fl.-K. zugeteilt, gefallen; Ltn. W. J. Mc. Con-nichie, Kgl. Fl.-K., gefallen; Hauptm. T. D. Adams, 1. westliche Lancashire Brigade, dem Kgl. Fl.-K. zugeteilt, vermißt; Ltn, 0. V. Le Bas, Kgl. Westliches Surrey-Regiment, dem Kgl. Fl.-K. zugeteilt, vermißt; Ltn. A. J. Burnie, 8. Buffs, dem Kgl. Fl.-K. zugeteilt, in Gefangenschaft; Ltn. L. J. Bayly, Kgl. Garnison-Artillerie, dem Kgl. Fl.-K. zugeteilt, verwundet; Ltn. Miles, Kgl. Fl.-K., verwundet; Ltn. A. W. Brown, 3. Manchesterkorps u. Kgl. Fl.-K., vermißt; Ltn. H. W, Medlicott, Kgl. Fl.-K., vermißt; Ltn. W. M. Grantham, Kgl. Fl.-K., vermißt; Ltn. W. A. Harvey, 4. Norfolk, dem Kgl. Fl.-K. zugeteilt, vermißt; Ltn. C. H. Kilway-Bamber, Allgemeine Liste u. Kgl. Fl.-K., vermißt; Ltn. W. Wilkin, Herzog von Cornwalls, dem Kgl. Fl.-K. zugeteilt, in Gefangenschaft gemeldet; Ltn. G. S. M. Ashby, Kgl. Fl.-K., verwundet; Ltn. R. Corbett, Westliche Somerset freiwillige Kavallerie, dem Kgl. Fl.-K. zugeteilt, verwundet; Ltn. 0.

D. Filley, Kgl. Fl.-K., verwundet; Ltn. J. N. Washington, Manchester Regiment u. Kgl. Fl.-K., früher amtlich vermißt, jetzt an seinen Wunden gestorben; Hauptm. F. C. C. Yeats-Brown, 17. Kavallerie, mit dem indischen Heer bei der persischen Bucht, amtlich vermißt, in Gefangenschaft.

Durch deutsche Luftfahrzeuge getötet werden gemeldet: Kanonier

H. Abraham, Sergeant E. C. Harries und Kanonier C. G.Peter-

kin von der 8. Haubitzer Brigade der kanadischen Feldartillerie; Kanoniere E. W. Bayes, W. G-. Harris, E. S. Truscott, H. A. Horn, S. G-. Lane und R. D. Simpson, Automobillenker T. Dickson, S. M. Ray und C. Bajeckens, Lanz-Korporal D. R. Jonston und Bombardier D. J. Phillips der 5. Brigade der kanadischen Feldartillerie. Gestorben von derselben Brigade: P. Borthwiek und Kanonier H. Rixon; verwundet.Sergeant R. F. Eyre und Kanoniere H. Horton, R. Milligan und C. W. Chapmann.

Enghsdies Merkblatt. Unterscheidungsmerkmate von englischen und deutschen Flugzeugen.

Ltn. Gobron ist in einem Luftkampf mit einem deutschen Flugzeug gefallen. Jean Gabion war, wie sein Bruder, Automobilfabrikant, Sohn des Stifters der Gobron-Brillie-Fabrik und einer der ersten Flieger Frankreichs. Er nahm mit einem Voisin-Doppeldecker an der Reims-Flugwoche 1909 teil.

Eine Todesanzeige kündet an, daß der in obiger Liste aufgeführte Ltn. Gray am 10. Oktober in einem Luftkampf getötet wurde, während er über den deutschen Linien fotografierte, daß Hauptmann Baron Trevenen James, dem kgl. F.K. zugeteilt, am 13. Juli in der Nähe von Arret, dicht bei Hooge, im Kriege gefallen ist, daß Hauptmann Cecil Marks vom 13. Escadron des F.-K. am 23. Oktober in einem Luftkampf in Frankreich gefallen ist und daß eine Gedenkmesse für den Flieger-Leutnant Frank B e e v o r des Marinefliegerkorps abgehalten werden wird, der mit seinem Beobachter Lord Annesley am 5. November 1914 von den Deutschen abgeschossen wurde, als sie auf einem Bristol-Doppeldecker in der Nähe von Ostende flogen, obwohl dies nie bestätigt worden ist

Der Korrespondent von „Le Temps" in Alexandria meldet, daß ein französisches Wasserflugzeug über Beirut nach dem' Libanon flog, um die Eisenbahn von Beirut nach Damaskus zu zerstören. Das Wasserflugzeug wurde von dem türkischen Feuer beschädigt, war aber doch im Stande, Bomben zu werfen, die einige Soldaten auf dem Dache eines Hauses töteten.

In einem englischen Feldpostbrief wird von einem Luftkampf zwischen einem französischen und einem deutschen Flieger erzählt: Sie verwendeten beide Maschinengewehre und der Franzose gewann, Der Boche mußte in unseren Linien landen, dicht vor dem vorbeimarschierenden vierten Bataillon. Sofort, nachdem die Flieger gelandet waren, versuchte der eine seinen Benzinbehälter zu reparieren, während der andere das Maschinengewehr bediente. Jedoch das Bataillon eröffnete sofort Feuer auf sie, und beide wurden getötet. Es war Pech für sie, denn sie waren beide tapfere Männer; der eine trug das Eiserne Kreuz und vier andere Medaillen.

Ein englischer Soldat aus Leicester schreibt nach Hause: Am letzten Montag hatte ich eine Fahrt zu unternehmen und kam dabei an einer französischen Fliegerstation vorbei. Sie hatten dort ein wunderschönes deutsches Flugzeug, das mit zwei englischen Maschinengewehren ausgerüstet war. Als ich den Flugplatz später am Tage passierte, kam ich gerade früh genug, um Vedrines auf einem Eindecker landen zu sehen.

Leutnant P. S. H. A r b o n des englischen Fliegerkorps, der auf dem Hendon-Flugplatz einen Unfall erlitten hatte, war neulich auf Urlaub in Amerika. Während seines Aufenthaltes sollte er einige Flugzeuge besehen, die in den Vereinigten Staaten und Canada gebaut werden und wurde von „Aerial Age" interviewed. Er sprach davon, was die englische Regierung seit August 1914 unternommen hatte und sagte:

Damals gab es in England nur 300 Flugzeugführer in allem. Jetzt, ohne die Anzahl der Gefallenen und Verwundeten mitzurechnen, hatte sowohl das Heer wie die Marine je 500 Flieger, und als ich Frankreich verließ, bildeten wir in unserem Heer das 34. Fluggeschwader. Jedes Geschwader besteht aus 40 Fliegern, die je drei Flugzeuge und drei Mechaniker für jedes Flugzeug haben. John C. Porte, der den atlantischen Ozean überfliegen wollte, ist jetzt Befehlshaber der Nordsee-Flugzeug-Geschwader.

Als er über Angriffe auf deutsche Städte von Luttfahrzeugen der Verbündeten gefragt wurde, sagte Leutnant Arbon, der Grund, weil

keine solche ausgeführt wurden, sei eine neue Ballonabwehrkanone der Deutschen, die einen genauen Schußbereich über 10,000 Fuß Höhe besitzt. '

Der New York-Flieger James Bach, der jetzt im französischen Heer diente, ist nach Meldung von Bert Hall desselben Geschwaders, in deutsche Gefangenschaft geraten, obwohl seine Gefangennahme vom französischen Kriegsministerium nicht bestätigt worden ist. Nach Aussage von Hall flog Bach einen Nieuport-Kavallerie-Doppeldecker über feindliches Gebiet, als eine Motorpanne ihn hinter den deutschen Linien zu landen zwang.

Die „Allgemeine Artillerie-Gesellschaft" in Derby Connecticut hat begonnen Flugzeugkanonen zu bauen, nachdem sie dafür von der englischen Regierung eine Ordre erhalten hat. Vor drei Jahren wurde diese Kanone der Regierung der Vereinigten Staaten angeboten, die sie jedoch ablehnte. Die Kanone wurde von Cleland Davis, dem Befehlshaber der Marine-Telefunken-Station zu St. Diego, California, erstunden und konstruiert von Gregory C. Davison, dem zweiten Präsidenten der „Allgemeinen Artillerie-Gesellschaft" und der „Elektrischen

Englisdte BaUonabwchrkanonc in den Straßen Londons.

Boot-Gesellschaft1', die für England Unterseeboote baut. Bai einer neulichen Probe über der Themse sollen bei einer Abgabe von L'5 Schüssen aus zwei Kilometer Höhe gegen ein Ziel alles TrefFer gewesen sein.

„Daily Telegraph" g'.bt einen Brief wieder, wie der bekannte Schauspieler und Flieger Hauptmann Robert Lorain e und Eric Lubbock das Mililärkreuz nn Lul'tkrieg erhielten. Es heißt darin:

„Gestern erlebten Loraiue und ich ein spannendes Abenteuer. AVir sichteten ein deutsches- Flugzeug, ungefähr acht Kilometer entfernt und griffen es an. Wir eröffneten beide Feuer im Abstand von 50 Metern. Ich schoß wieder aas ungefähr 25 Metern und hatte 26 Schüsse abgegeben, als mein Maschinengewehr stockte. Ich hörte Loraine laut brüllen, fühlte aber weder Furcht noch Triumpf. Dann

wurde unser Flugzeug abwärts gestellt. Als ich meinen letzten Schuß abgefeuert hatte, sah ich den Deutschen abwärts fliegen. Ich wußte, daß falls er unter uns kam, mein Gewehr das einzige war, das ihn beschießen konnte. Wir gingen im Gleitflug nieder, ich stand beinahe auf der Vorderkante des Rumpfes. Mein Gewehr hatte ich wieder in Ordnung gebracht, jedoch der Deutsche war verschwunden. Unsere beiden Gewehre, Loraines und meines, hatten gleichzeitig gestreikt. Ich war weitere fünf Minuten mit Loraines Gewehr beschäftigt und schließlich waren beide in Ordnung gebracht.

Wir sahen ein anderes feindliches Flugzeug aus der Ferne näherkommen. Loraine flog sofort, möglichst schnell steigend, zum Angriff auf es zu, während ich meine steifen und schmerzenden Hände wärmte. Dann hörte unser Motor auf zu arbeiten und machte uns hilflos, weshalb wir heimwärts glitten. Wir waren außer Stande, das Flugfeld zu erreichen und landeten auf gepflügtem Gelände. Der unglückliche Boche stürzte 20 Meter hinter unserer ersten Linie ab. Der Flugzeugführer hatte einen Schuß durch den Magen bekommen und starb. Den Beobachter, einen Knaben von 17 Jahren, hatte ein Schuß gestreift. Trotz seinem Sturz wird er bald wieder gesund sein.

Im Flugzeug fanden wir ein altes Maschinengewehr. Es war den Kanadiern vor Monaten, abgenommen worden und kam jetzt zu ihnen zurück. Es ist absolut für Flugzeugarbeit ganz ungeeignet, da es dreimal so schwer ist, wie das Modell, das wir verwenden und besitzt noch eine Menge anderer technischer Nachteile. Da war eine Kamera mit Zeiß-Linse, die uns höchst wertvoll sein wird, obwohl diese Kamera von zwei Kugeln durchbohrt war. Sie enthielt einige Platten, die gegenwärtig entwickelt werden. Die Kamera ist schwer und bei weitem nicht so schön wie die unsrige. Mit ihr kann auch nicht senkrecht fotografiert werden. Ferner wurde gefunden: ein Karabiner, eine sehr schöne Waffe, eine Pistole zum Abschießen gefärbter Lichter, die leider von einer unserer Kugeln getroffen und zerstört worden war, und ein minderwertiger Feldstecher, der 18 fach vergrößert. Ich soll selbst alle diese Sachen zum Hauptquartier bringen.

Der Kopenhagener Tageszeitung „Tägliche Neuheiten" sandte der Londoner Korrespondent folgenden Bericht, der unverkennbar amtlich gefärbt ist. Vom Minister des Aeußeren eingeladen, hatte der Berichterstatter zusammen mit Repräsentanten amerikanischer und französischer Zeitungen die Gelegenheit gehabt, einige der wichtigsten Flugzeugfabriken und Fliegerlager in London und Umgebung zu besichtigen. Unter anderen besuchten wir die königliche Fabrik zu Farnborough, das Fliegerlager in Northholdt, die Fabriken von Napier Söhne und die ausgedehnten Anlagen in Hendon der „Aircraft Manu-facturing Co."

Aus allen Einzelheiten, die uns mitgeteilt wurden, und von dem, was wir selbst sahen, war es ersichtlich, daß England mit der größten Energie und unter Ausnutzung aller seiner Hilfsmittel auf die Vervollkommnung und Vergrößerung seiner so mächtigen militärischen Luftflotte arbeitet. Seit Ausbruch des Krieges ist die Anzahl der Flugmaschinen um das siebenfache gestiegen und wird in kurzer Zeit doppelt so groß wie zur Zeit sein.

Die Fabrik zu Farnborough beschäftigt augenblicklich 8000 Arbeiter und der Betrieb setzt sich Tag und Nacht, auch Sonntags, durch.

Englands tüchtigste Konstrukteure unternehmen hier ununterbrochen Versucne, und die Fabrik ist unter die Kontrolle des energischen Munitionsminister gestellt.

In Farnborough zeigte -man uns die neuen mächtigen Kampfmaschinen, deren Motore bis 200 Pferdekräfte entwickeln und die eine ungeheure Geschwindigkeit besitzen.

Die Kampfflugzeuge waren mit kräftigen Kanonen ausgestattet, die nach allen Richtungen hin feuern können.

Wie gesagt, waren es nur die Fabriken in der Umgend von London, die wir zu sehen Gelegenheit hatten. Aber an vielen anderen Plätzen von England gibt es ähnliche Anlagen, und ebenso zahlreich sind die Uebungslager, wo die Flieger des Heeres und der Marine ausgebildet werden.

Ich bin dazu nicht berechtigt, Zahlen zu erwähnen oder detaillierte Auskünfte zugeben. Ich wage aber zu sagen, daß es sich zeigen wird, daß Englands Luftflotte die größte und wirksamste aller kriegführenden Nationen ist.

Neue russische Panzer-Eindecker.

Von Curt Brecht, Feldflieger. Entgegen den Bestrebungen der Mehrzahl der kriegführenden Mächten, die Eindecker durch Doppeldecker zu ersetzen, bringt Rußland einen neuen, sehr schneller gepanzerten Eindecker heraus.

Neuer rassischer Panzereindedier.

Dieses gepanzerte Flugzeug wird von den Ischora-Werken in Kolpino, in der Nähe von Petersburg gebaut und soll vor allen Dingen zu Aufklärungszwecken dienen.

Aus der obenstehenden Abbildung sind alle Einzelheiten und der Aufbau ersichtlich.

Bemerkenswert an diesem Flugzeug ist die erstaunliche Steigfähigkeit und Geschwindigkeit! Letztere soll 192 km stündlich überschreiten.

Das Flugzeug ist vollständig gepanzert und besteht die Panzerung aus 3 mm Nickelstahlblech.

Die Flügelspannweite beträgt 15 m und weisen die Flügel einen Tragflächeninhalt von 22 qm auf.

Angetrieben wird der Eindecker mittels eines zehnzylindrigen 160 PS Gnöme-Motors. Der Propeller ist ein Vickers-Levasseur-Spezialpropeller. Der Motor ist in eine Panzerhaube eingekapselt. Die Rumpfpanzerung geht nach unten in einen als Gleitkuve ausgebildeten Stoßfänger über, welcher sich in der Mitte zwischen den beiden Ablaufrädern befindet. Die Ablaufräder besitzen keine Speichen, sondern sind vollwandig ausgeführt. Der Rumpf bietet für je zwei Personen Platz.

Der Flugzeugführer sitzt in einer gepanzerten Kuppel, welche mit Schaugläsern, aus Cellon-Scheiben bestehend, ausgeführt ist.

Zwecks besserer Beobachtung nach unten sind rechts und links vom Führersitz, unter den Tragflächen, ebenfalls Cellon-Scheiben angebracht.

Die Steuerung ist die allgemein übliche Militärsteuerung, d. i. Doppelsteuerung. Das Horizontal- und Vertikal-Steuer ist verhältnismäßig klein ausgeführt, trotzdem soll das Flugzeug eine verzügliche Manöverierfähigkeit besitzen.

Im Winter bedarf das Flugzeug keiner Anlaufräder, sondern es treten an deren Stelle Kuven, mittelst derer es sich von dem Schnee bezw. Eis in die Luft erhebt,

Sonstige Neuerungen weist diese Eindecker-Konstruktion nicht auf. Das Flugzeug wird hauptsächlich zu Aufklärungszwecken und gelegentlich zum Bombenabwerfen verwendet.

Dieselbe Konstruktion wird neuerdings auch als Wasserflugzeug gebaut. Die Schwimmer sind gewöhnliche breite Kastenschwimmer.

Ein Luftkampf an der Isonzofront.

Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet:

Eine der wichtigsten und dabei allergefährlichsten Aufgaben, die dem Flieger im Felde erwachsen, liegt in dem Angriff auf feindliche Luftfahrzeuge, um deren Insassen zu verhindern, Aufklärungen vorzunehmen und Bomben abzuwerfen. Die Isonzofront war kürzlich wiederum Schauplatz eines derartigen Luftkampfes, der von unserer Seite mit besonderem Schneid angegangen wurde, sich in der schwindelnden Höhe von 2000 Meter über der Erde abspielte und mit der Vernichtung des italienischen Flugapparates endete.

Knapp nachdem am 25. November um 2 Uhr nachmittags einer unserer Doppeldecker mit dem Führer und einem Beobachter bemannt, zu einem Aufklärungsfluge gestartet war, wurde das Erscheinen eines feindlichen Fliegers über Görz gemeldet. Sofort stieg ein Olfiziers-feldflieger mit einem der neuen Kampfeindecker, die eigens für den Luftkrieg gebaut worden sind, auf, und flog direkt auf den feindlichen

Apparat los. Der Feldflieger erzählt, über den Kampf, der sich nun entspann, folgendes: ,.Ich erreichte den italienischen Flieger in etwa 2000 Meter Höhe über dem Orte Schönpaß und eröffnete auf ganz kurze Distanz — es dürften nicht mehr als 200 bis 300 Meter gewesen sein — das Feuer. Schon nach einigen Schüssen, die ich mit dem Maschinengewehr abgegeben hatte, bemerkte ich, daß der feindliche Apparat stark zu rauchen begann. Der Gegner suchte durch rasche "Wendungen, durch Davonfliegen und Manöver aller Art meinem Feuer zu entgehen, ich ließ aber nicht ab.

Nachdem ich auf diese Weise ungefähr 30C Schüsse abgegeben hatte, verschwand der feindliche Apparat plötzlich in der Tiefe. Er schoß so rasch nach abwärts, daß ich ihn momentan aus den Augen verlor. Ich beschrieb, um besseren Ausblick zu gewinnen, einen großen Bogen und wurde dabei wieder des italienischen Flugzeugs ansichtig, das bereits nahe dem Erdboden, offenbar flügellahm, der eigenen Linie

Flugplatz in Wolhynien.

zustrebte. Da ich mit Gewißheit annehmen konnte, daß der feindliche Flieger unter diesen Umständen, nachdem er sturzanig in die Tiefe herabgeschossen war, außer Gefecht gesetzt sei, kehrte ich auf unser Flugfeld zurück und landete dort."

Der Flugzeugführer des bereits erwähnten, knapp vor dem Kampfeindecker aufgestiegenen österreichisch ungarischen Doppeldeckers beobachtete aus goringer Entfernung den Luftkampf und gibt folgende Schilderung davon: „Als wir bei unserem Aufklärungsfluge auf zirka 2000 Meter Höhe gelangt waren, kam uns ein italienischer Apparat, und zwar einer vom Farmantyp, bis auf 500 Schritte nahe. Ich gab aus dem Maschinengewehr zirka 30 Schüsse auf ihn ab, worauf ich das Feuer einstellen mußte, weil das Maschinengewehr stecken blieb. Im selben Augenblick schon sah ich, wie sich unser Kampfeindeeker dem feindlichen

Apparat auf ganz kurze Entfernung näherte und ihn unter heftiges Feuer nahm, wie mir das Aufblitzen der Schüsse aus seinem Maschinengewehr verriet. Gleich darauf fing das italienische Flugzeug stark zu rauchen an und ging plötzlich, in horizontaler Lage durchfallend, in die Tiefe. Es war also offenbar kein beabsichtigter Sturzflug des Gegners, sondern ein mehr oder weniger heftiger Absturz, bei dem die Flugmaschine den Anschein der Führerlosigkeit erweckte."

Die Schilderungen der beiden Führer wurden durch eine Meldung des Artilleriekommandanten bestätigt, wonach zur selben Stunde ein italienischer Flugapparat vom Typ Farman abstürzte, sogleich unter heftiges Artilleriefeuer genommen und zerstört wurde.

Flug des Redakteurs der „NewYork World" Ralph Pulitzer nach der französischen Schützenlinie.

Ich bin eben von einem einzigartigen Besuch an der Front zurückgekehrt. Heute Nachmittag flog ich in einem Militärflugzeug von Paris nach der Kampflinie, folgte ihr für einige Kilometer und flog dann ohne Unterbrechung wieder nach Paris zurück. Ich verdanke diesen Flug der ganz besonderen Freundlichkeit des französischen Ministeriums des Auswärtigen und des Kriegsministeriums. Keiner anderen Zivilperson ist der Aufstieg in einem Militärflugzeug gestattet worden und von einem Besuch der Front in einem solchen hat keiner überhaupt geträumt.

Gestern Abend erhielt ich die endgültige Erlaubnis, daß ich heute Nachmittag fliegen dürfte. Um fünf Uhr starteten wir. Ich kletterte in meinen Vordersitz, während der Führer den seinigen hinter mir einnahm. Einige Sekunden später fingen die zwei Motoren zu brüllen an, die Bedienungsmannschaften ließen los und bald hatten wir keine Verbindung mehr mit der Erde. Vorwärts und aufwärts flogen wir schnurgerade auf den am nächsten liegenden Teil der Front los, der 90 knt- entfernt war.

---Während unter uns ein verworrenes Feld von unzähligen grünen und braunen Flecken sich ausbreitete, hatte ich Zeit, meine unmittelbare Umgebung mehr zu beachten. Ich befand mich in einem angenehmen Sitz und hatte unten zu meinen Füßen durch eine kleine Fensterscheibe einen Ausblick auf die Erde, wie auch ein unbehindertes Gesichtfeld nach vorne. Zu beiden Seiten vibrierte die Luft wegen der Propeller und vor dem Flug hatte mich der Fliegerhauptmann gewarnt, mich nicht hinauszulehnen, da ich sonst sicher guillotiniert werden würde. Beim Rückwärtsschauen wurde ich den Führer in einem zweiten Sitz hinter mir gewahr, und war es zufällig auch ein Abschiedsblick von Paris, das in der Nachmittagssonne gebadet, doch in Nebel und schwere Rauchwolken eingehüllt, lag. Der verschiedenfarbige Boden wurde jetzt von einem dunkelgrünen Wald gefolgt. Die Nebelwische wurden zu Nebelbänken, da wir immer höher stiegen, bis die Erde unter uns ganz von Wolken verschleiert worden war. In einer Höhe von 3000 Metern stiegen wir nicht mehr. Es war ein famoser Anblick, wie wir zwischen einem oberen und unteren Wolkenlager nach der Front flogen.

Immer weiter flogen, wir, bis ich zuletzt ein starkes Klopfen hinter mir zu hören glaubte, und als ich den Kopf drehte, sah" ich den Führer mit seiner Faust auf das Brett zwischen unsere Sitze hammern, um meine Aufmerksamkeit anzuziehen. Er lächelte freundlich und öffnete seinen Mund weit. Ich konnte sehen, daß er mir etwas zubrüllte. Natürlich konnte ich nicht den geringsten Laut hören wegen des Motorlärms. Er deutete auf einige weiße Flecke unter uns etwas zur rechten und schreibt dann ein andeutendes Wort auf das Brett zwischen uns mit seinem Zeigefinger, ich konnte es jedoch nicht lesen. Plötzlich stellte sich das Flugzeug auf den Kopf und stürzte ohne Aufhören auf die weißen Seeu zu. Dann ging es im Spiralflug durch den weißen Nebel. Die Propeller hatten ihre Umdrehungszahl vermindert und ich dachte, die Motoren hätten versagt und wir stürzten aus 3000 Meter Höhe ab. Plötzlich tauchten wir im scharfen Kurvenflug aus den Wolken und sahen die Erde wieder. Als ich mich nach dem Führer umkehrte, sah ich ihn auf die Erde voraus zu unserer Rechten deuten. Im Abstieg stellte er seine Motoren ab und rief in die betäubende Stille: „Die Front!"

Falls meine Hoffnungen sich bewährt haben sollten, wäre ich hier im Stande ein imposantes Bild des Schlachtfeldes vom Flugzeug aus gesehen zu geben. Ich muß aber gestehen, daß wer einen deutlichen An-

r

Im Elsaß im Luftkampf abgeschossener Voisin-Doppeldecker. Links der Flugzeugführer nach einer Aufnahme, die in der Brieftasche des Verunglückten gefunden wurde.

blick von der Front wünscht, der bleibe lieber auf der Erde und fahre auf dem Boden dahin, denn erstens nimmt es eine ganz schöne Zeit und recht viel Mühe in Anspruch, die einander gegenüberliegenden Schützengräben herauszufinden, selbst wenn man eine ruhige Beobachtung mit allgemeinen Angaben und Erläuterungen unternimmt und hier stürzten wir mit einer Stundengeschwindigkeit von 130 km vorwärts und obwohl wir nur noch 1000 Meter hoch waren, konnte mein Führer nur hier und da eine zufällige Andeutung machen. Einige der weißen Linien waren unzweifelhaft Straßen, die ich für Schützengräben hielt, und umgekehrt waren Schützengräben, wo ich Straßen

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„FLUGSPORT ".

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sah. Nur wenige konnte ich ohne Zögern als unzweifelhafte Schützengräben bezeichnen. Und dann überschrie der Motorlärm völlig das Kanonenschießen und die Explosionen der Granaten, was dem Besucher an der Front, besonders eindrucksvoll ist.

Um die Dinge noch undramatischer zu gestalten, tobte gerade kein Kampf, als wir aus den Wolken tauchten, es spielte sich nur ein Artilleriewechsel ab. Selbst ein das Schießen beobachtendes und regulierendes Flugzeug, das ungefähr halbwegs zwischen uns und der Erde flog, hatte eine ungewöhnlich friedliche Fahrt. Wir konnten deutlich die oben auf seinen Tragdecken gestrichenen blau-weiß-roten französischen Ringen beobachten, dagegen konnten wir die gewöhnlichen kleinen weißen Wolken explodierender deutscher Schrapnells nicht sehen.

Fernerhin waren die Batterien direkt unter ihm und uns, deren Feuer drahtlos dirigiert wurde, so tüchtig versteckt, daß sie ganz unsichtbar waren. Das einzige Zeichen, daß wir uns über einem Schlachtfelde befanden, waren die einschlagenden Granaten der französischen Batterien, deren Stelle mein Führer mir für jeden einzelnen Fall zeigte.

Als die Sonne zu sinken begann, kehrten wir nach Paris zurück. Wir hielten uns in der geringen Höhe von 1000 Meter, so daß die überflogene Landschaft beim Rückflug deutlich zu sehen war. Das silberne Band der Aisne ließen wir hinter uns zurück, passierten erst die Stadt Compiegne und überflogen dann den großen dunklen Wald bei der Stadt.

Masdünengewehr aas einem abgesdiossenen französischen Flugzeug.

Binnen kurzem hatten wir Scnlis erreicht, wo ich Tags zuvor einen Aufenthalt gemacht hatte, um die Häuser und Straßen zu fotografieren, die die Deutschen während ihrer kurzen Besetzung vor der Marneschlacht zerstört hatten. Dann immer weiter ohne Zwischenfall, bis der Rauch von Paris wieder auftauchte und ich das Flugfeld erblickte, von wo ich genau vor einer Stunde und fünfundzwanzig Mi-

nuten gestartet war. Die Motoren hörten plötzlich zu arbeiten auf, ein Abstieg in abwechselnden Rechts- und Linksspiralen folgte, und nach einem steilen Gleitflug setzten wir leise auf dem Flugfeld auf.

Hier war uns noch ein spannendes Erlebnis vorbehalten. Als das Flugzeug ausgerollt hatte, kam ein Mechaniker mit einem Anlauf-rad gelaufen. Er sprach einige' schnelle Worte zum Führer, der mich dann bat, schnell auszusteigen und sagte, er werde ein wenig später zurückkehren und mir einige Einzelheiten des Fluges erklären. So stieg ich aus, während der Mechaniker mit seinem Rad meinen Sitz einnahm, und wieder rollte das Flugzeug über das Feld und sprang in die Luft hinauf.

Ich schloß mich einigen Fliegeroffizieren an und fragte, was Jos wäre. Sie deuteten auf eine Maschine ungefähr 1000 Meter über uns und teilten mit, beim Start habe sie ein Rad verloren, was der Flieger aber nicht wisse, und falls er nicht früh genug gewarnt werde, würde sich das Flugzeug umschlagen und er getötet werden. Deshalb war mein Führer wieder aufgestiegen, um ihn auf den Fall durch Schwingen des verlorenen Rades vorzubereiten, daß er auf dem linken Rad und dem Rumpf landen könne.

Es war dramatisch anzusehen, wie der eine dort oben herumflog, ohne von der Todesgefahr zu wissen, worin er buchstäblich schwebte, und wie der andere immer höher stieg und in stets kleineren Kreisen um ihn flog. Bis der erstere abzusteigen begann.

„Er hat's verständen,l: sagten einige.

„Nein, das hat er nicht," meinten andere.

„Macht den Krankenwagen bereit," befahl der Fliegerhauptmann. Da standen wir alle, unfähig, irgend was zu tun und sahen das Flugzeug niederkreisen. Als er den Motor abstellend den Gleitflug anfing, standen die Soldaten auf dem Feld und schwangen Reserveräder, um seines Verständnisses sicher zu sein.

Aber nein! Statt schräg nach links auf dem übrig gebliebenen Rad und der Rumpfkufe zu landen, lehnte er sich nach rechts, wo das Rad fehlte. Als die große Maschine den Boden berührte, grub sie die Nase in die Erde hinein, bis der Rumpf sich senkrecht stellte und sich dann vorwärts überschlug, so daß die Tragdecken auf dem Rücken lagen.

Wir fingen alle an nach dem bewegungslosen Flugzeug zu laufen; als wir quer über das Feld zum Wrack gelangten, kroch eine Gestalt heraus und fing geläufig zu fluchen an, daß wir ihn nicht in einer Weise gewarnt hätten, die ein normaler Mensch verstehen konnte.

Wie dieser Flieger glimpflich davon kam, wird immer ein Rätsel bleiben. Sein Entkommen bildete aber das fröhliche Ende eines unvergeßlichen Nachmittags.

Wie Leutnant Immelmann das siebente Flugzeug

abschoß.

Eine anschauliche Schilderung über einen Luftkampf des bekannten Fliegerleutnants Immelmann mit einem englischen Flugzeuge gibt ein Feldgrauer aus Krefeld seinen Angehörigen in einem Feldpostbriefe, dem wir folgendes entnehmen:

Wir waren gerade mit der Kompagnie auf der Straße angetreten und sahen hoch in der Luft, mindestens 3000 Meter hoch, zwei Flugzeuge, die wir anfänglich wegen ihrer großen Höhe für zwei feindliche hielten. Beide Flugzeuge kamen in direkter Richtung auf uns zu, wobei man deutlich bemerkte, wie das zweite dem ersten immer näher kam. Plötzlich hörten wir, wie ein Apparat fast senkrecht über unseren Köpfen stand, Maschinengewehre knattern, und wir glaubten schon, die Maschinengewehre hätten auf uns geschossen. Dann sahen wir, anfänglich nur als schwarzen Punkt erkennbar, etwas aus einem Apparate herausfallen, das mit großer Schnelligkeit näherkam, und bald erkannten wir deutlich einen Menschen. Gleichzeitig hatte sich der Apparat zur Erde geneigt und stürzte dann, sich überschlagend, zur Erde. Er wurde etwas abgetrieben und fiel in den Garten hinter meinem Hause. Der eine der Insassen, der nicht herausgefallen war, stönte noch etwas, starb aber kurz darauf, den andern fand man 100 Meter entfernt. Von den Trümmern des Apparates habe ich mir zwei mit Stoff bespannte Teile aufgehoben, die ich mir als Andenken aufbewahren will, chen zu erkennen, und dann, wie man endlich die blau-weiß-roten Kreise erkannte, ein Hurra von unseren Leuten, wie ich es noch nicht gehört habe, während die Franzosen kreischend und schreiend davonliefen. — Wir haben die beiden feindlichen Fliegeroffiziere mit allen militärischen Ehren begraben. Fast sämtliche Offiziere der hier liegenden Truppen und der Regimentskommandeur waren im Trauerzuge, dazu auch unsere Kapelle und eine Ehrenkompagnie, die den Salut schoß.

Leutnant Immelmann.

Es war interessant, die Gespanntheit in der Stimmung zwischen unseren Truppen und der französischen Bevölkerung zu beobachten. Anfäuglich, als in der großen Höhe noch nicht zu erkennen war, wer Freund oder Feind war, war alles still. Wie dann der eine Apparat stürzte, wagte überhaupt keiner mehr zu atmen. Alles stürzte nach den Trümmern des Apparates, um die Zei-

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Flieger in Seenot.

Eben erst war Sommersonnenwende, und noch lachte der Nordsee der lange Tag. Die friesische Insel hat schon den Schleier der Dämmerung abgelegt, als um 3 Uhr früh Marinestabsarzt Dr. M. und Leutnant z. S. H. die Flughalle betreten. Des Doktors Miene ist verdrießlich- Er reibt mit der flachen Hand über den Magen, scheint nicht gut geschlafen zu haben und erzählt, daß er über Nacht Medizin nahm und auch zwei andere Herren verarztete, • bwohl er doch bei der Mobilmachung Aeskulap abschwur und sich Mars als Flug/eugbeobachter verschrieb Eine der in der Messe genossenen Speisen muß verdorben gewesen sein. — H. hat mitgegessen, aber darf in der Gesundheit seiner 20 Lebensjahre lächeln. Als Führer des Flugzeuges geht er zum Apparat, prüft Motoi wie Gestänge, kleiiert hinauf, nimmt Plau und bittet den tabsurzt, in den itz des Beobachters zu steigen. Matrosen packen zu und rollen die Maschine in.- Wasser. H. kurbelt an, und der große SiahUogel zischt auf den Sc wimmern durch das flach. Uferwasser. Sein Fauchen verstummt, als er sich frei in die Luft hebt. Nur die Motoren brummen ihr eintöniges Donnern

Der Kurs ist Nordost, das Wetter sichtig, aber der Himmel halb bedeckt Kein Sonnenstrahl fällt auf den glatten Wasserspiegel. Doch die Wolken sinken. Durch grauen Dunst läuft die Maschine gut und glatt, bis gegen 7«6 Uhr morgens der Motor zu vibrieren beginnt. Vergeblich sucht der Führer, der Störung Herr zu werden. Etwa 80 Seemeilen nordwe tlich der HaJe muß er auf freier Nordsee niedergehen, obwohl das Wetter schlecht ward. Aus SSÜ weht ein Wind von Stärke 3 — 4 und treibt zunehmende Dünnung vor sich her. Mit schaukelndem Apparat auf den Wellen tanzend, arbeiten die neiden am i>tor und gl.iuli.u ihn endlich in Ordnung. H. hat mit noch böseiem Weiler zu rechnen uuu beschließt schnell wieder aufzusteigen. Er läuft an, aber die Masch ne will niclil hochkommen. Er stoppt und macht einen neuen Versuch. Jetzt kommt die Maschine auf Geschwindigkeit. H kann mit 40 Kilometer die Hürden zweier entgegenrollender Dünungen nehmen und nach Ueberspringen der zweiten den Apparat aus dem Wasser reißen. Aber er steigt nur, um wieder zu fallen. Eine neue Dünung packt ihn und zieht das Flugzeug in die Wellen zurück. Der auf das Backbord-Tragdeck geschleuderte Doktor stößt mit dem Kopf an einen Verspan-nungsdraht, fühlt sich unter Wasser zwischen den Tragflächen, aber er kann sich aus dem Gestänge nach oben winden. Lieber den Wellen das Wasser aus Haar und Augen schüttelnd, sieht er von dem Flugzeug über den Wellen nur noch den Schwanz mit Führersitz und den Leutnant darin. Da der Apparat rasch wegzusinken scheint, ruft der Stabsarzt „Schwimmwesten umschnallen" und taucht unter, um die eigene aus dem Beobachtersitz zu holen. Es gelingt. Wassertretend bläst der Doktor seine Schwimmweste auf und schnallt sie um. H. kann unterdessen die Schwimmer vom Flugzeug freimachen und auf den einen hinaufklettern. Der andere entgleitet seinen Händen und treibt bald zwanzig Meter abseits vor dem Wind. Der Stabsarzt versucht mit langen Stößen nachzukommen, aber wieder übermannt ihn Unwohlsein, und aus der Weste weicht die Luft. Bald muß er erschöpft zur Unfallstelle zurückschwimmen. H. will ihn zu sich auf den Sitz ziehen, aber der Schwimmer kentert, und beide Herren plantschen prustend im Wasser. Mit den Händen an den Schwimmer geklammert, mit den Füßen Wasser tretend und von den Wellen herumgeschleudert, erörtern beide die Möglichkeit, sich zu retten. Durch gleichzeitigen Klimmzug auf zwei gegenüberliegenden Seiten, hoffen sie das winzige Flos wieder besteigen zu können und zählen „eins, zwei, . . . drei," da reißt eine Welle sie wieder ins Wasser zurück. Zehn ähnliche Versuche mißlingen. Fast glaubten sie, sich dem Willen eines widrigen Schicksals beugen zu

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müssen, als über das Brausen der Dünung das Surren eines Propellers dröhnt. Ein anderes Flugzeug mit schwarzem Kreuz schwirrt heran. Sie brauchen nicht zu winken. Hilfsbereite Kameraden gehen im Gleitflug nieder und landen. Als sie auf etwa 50 Meter herangerollt sind, lassen die Schiffbrüchigen vom Floß und schwimmen hinüber. In schwerer See halten sie sich an den Schwimmern der in elfter Stunde herbeigeflatterten Stahlmöve fest. Leutnant z. S. S . . . als Führer und Vizesteuermann P ... als Beobachter sitzen darin und recken den Erschöpften die Hände entgegen. Die wollen vor dem Hinhaufklettern die müden Glieder ausruhen. Es wird Kriegsrat gehalten, lieber das Rauschen des Wassers und Wehen des Windes schreien vier Stimmen, das ein Startversuch aus solchem Seegang unmöglich scheint. Um das Wegsinken des Flugzeuges beim Treiben zu verhindern, soll es durch Abwerfen von Bomben entlastet werden Dann erst wollen die Schiflbrüchigeii hinaufklettern — Endlich werden sie von P. und S. hinaufgezogen. Der fröstelnde Stabsarzt krümmt sich unter Magenschmerzen und Brechanfall. Der Vizesteuermann bietet ihm seinen Beobachtersitz an und klettert auf das Tragdeck. Dort spülen die Wogen über ihn hinweg. Wassertriefend muß er zurückkriechen und sich im engen Sitz dem Kranken auf den Schoß setzen. H bleibt draußen. So gut er mit klappernden Zähnen sprechen kann, lehnt er alle Aufforderungen, in den Führersitz zu kommen ab, damit S . . dort die Hände für das Steuern des Flugzeuges frei behält. Kaum vom Fleck kommend, rollt, tanzt und schaukelt der Apparat für etwa anderthalb Stunden auf dem Wasser. Oft halten die vier Männer den Atem an, weil er umzuschlagen oder wegzusinken scheint. Benzin muß gespart werden. — S. . . bringt den Treibanker aus und rollt vor dem auf OSO umgeschlagenen Wind langsam nach Süden. Die drei anderen sitzen stumm und regungslos. Sie sagen sich, daß Kameraden an Land sie frühestens nach zwei Stunden vermissen werden. Zwei weitere mag es dauern, bis suchende Boote das Flugzeug finden. Mindestens bis Mittags haben sie also auszuharren. — Das Wetter wird schlechter und heftiger das Wehen. Der Anemometer zeigt 50—60 Kilometer, also eine Windstärke von 7—S. Immer wieder wühlt er in der See durch einen langen, langen Nachmittag. Schwarze Wolken und grauer Nebel bringen frühe Dunkelheit. Noch ein letztes Mal spähen vier Augenpaare fragend rings um den Horizont*' H . . . . schüttelt den Kopf und ruft über das Lärmen der Elemente durch die hohle Hand: „Wahrscheinlich haben sie unsere Schwimmer gefunden und uns aufgegeben I" Vielleicht klang es, als scheide der fröhliche Zwanziger nicht gern vom Leben. Der ältere Stabsarzt hebt das bleiche Gesicht mit den müden Augen eines Kranken: „Herrschaften, ich werde über Bord gehen und das Flugzeug entlasten, damit Ihnen Aussicht auf Rettung bleibt." 'r'

„Oho," sagt H . . ., „wir bleiben zusammen, solange die'Gondel schwimmt." Jetzt endlich ist er bereit, in den Beobachtersitz zu kommen, um an der anderen Körper sich zu wärmen, legen dort die drei sich übereinander. Der Doktor bekommt den untersten Platz, damit er über Nacht nicht entwichen kann. S . . . bleibt am Steuer. Seit i Uhr 45 Min. morgens im FührersitzJ'-pariert er mit ungeschwächter Hand und ungetrübten Augen — ein Bild von Stein, das keine Silbe spricht —, jede aufkommende See mit Vollgas.

Darum beginnen die Vier ihre Lebensdauer nach den Litern des langsam aufgehenden Benzinvorrats zu berechnen. Von den Drei im Vordersitz schießt dann und wann einer Sterne ab. Vom Wasser bis auf die Haut durchnäßt, beben ihre Glieder und klappern die Zähne in der Eiseskälte der Sturmnacht, obwohl sie sich eng aneinder schmiegen. (Schluß folgt.)

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Inland.

Der deutsche Luftangriff auf Salonik. In dem französischen Bericht vom 31. Dezember, II Uhr abends, meldet das Generalquartier der Orientannce:

Aviatikflugzeugc schleuderten am 30. Dezember Bomben auf Salonik. Die eine dieser Bomben, die auf eine vor den Augen des Prinzen Andreas manövrierende Schwadron geworfen wurde, tötete einen Schäfer, der sich etwa 50 Meter von dort befand. Der Materialschaden ist unbedeutend.

Havas meldet aus Salonik. Im Laufe des Ueberfalls durch vier Tauben am Vormittag fielen Bomben auf die englischen Linien, ohne Schaden anzurichten Andere Bomben fielen auf ein griechisches Lager und töteten einen Hirten und vier Schafen. Der General Zumbrakakis wurde beinahe getroffen. Man glaubt, dalS zwei der feindlichen Flugzeuge getroffen und eines von ihnen beschädigt worden ist. (Die beiden Meldungen sind charakteristisch für die Hetzmethoden der Entente.)

Nach einer Saloniker Meldung des ,Est" warfen drei Flugzeuge, System Taube, die das Lager der Entente bei Salonik überflogen, Bomben ab, die mehrere Opfer forderten Die Flotte der Verbündeten beschoß die Flugzeuge zwanzig Minuten erfolglos. Ein Flugzeug, das, die Stellungen der Ententetruppen bei Lembet bei Salonik und Kilindir bef Doiran Uberflog, warf gleichfalls Bomben ab, die sieben englische Soldaten töteten. Ein französisches Flugzeug bombardierte die bulgarischen Stellungen bei Petritsch, wnrde jedoch durch bulgarische Artillerie zum Rückzug gezwungen.

Eine Meldung des „Lyoner Nouvelliste" besagt, daß die Franzosen und Engländer, infolge des Angriffes deutscher Flieger auf Salonik, einen Wachtdienst von 250 Flugzeugen und Fesselballons einrichteten, um die befestigten Lager des Expeditionskorps zu schützen.

Die französischen Zeitungen geben offen zu, daß der Flug deutscher Aviatiker in Salonik nur den lange erwarteten Vorwand geliefert hat, zur Vertreibung der diplomatischen Vertreter der Kontinentalmächte, deren Gegenwart in Salonik die Franzosen und Engländer „genierte". Das „Journal" anerkennt, daß der Besuch der deutschen Aviatiker eigentlich selbstverständlich war, nachdem die französischen Flieger ihrerseits bereits die gegnerischen Stellungen jenseits der grieclüschen Grenze beobachtet und bombardiert hatten. Der Protest Griechenlands könne deshalb auch nicht ernst genommen werden. Der griechischen Regierung bleibe auch diesmal nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Aus einem dem „Petit Parisien" aus Salonik zugegangenen Bericht über den Fliegerangriff auf Salonik geht unzweideutig hervor, daß dieser Angriff mit großer Sicherheit gegen die englischen Truppenlager außerhalb der Stadt gegen die Gebäude des französischen Gencralstabs auf der Reede und gegen das den Hafen mit der Wardarbahn verbindende Bahngeleise gerichtet war. Eine Bombe fiel in eine Kantine im englischen Lager, und das Eisenbahnpersonal wurde von einer Panik ergriffen.

Deutscher Fliegerangriff auf einen englischen Kreuzer in den Dardanellen, lieber New York erfahren wir, daß im September ein deutsches Flug-

zeug an den Dardanellen eine Bombe auf einen leichten englischen Kreuzer geworfen hat. Es wurde schwerer Schaden angerichtet, indem 145 Offiziere und Mannschaften getötet und noch mehr verletzt wurden. Natürlich hatten die Alliierten diesen Vorfall verschwiegen. Der Vorfall ist durch einen mit der „Adriatic" nach i\ewYork zurückgekehrten Ingenieur namens Eric Wilson bekannt geworden.

Erbeutetes englisches Flugzeug in der Barmer Kriegsausstellung. Die Besucher der Barmer Ausstellung für Verwundeten- und Krankenfürsorge im Kriege werden vor dem Eintritt in die Stadthalle von dem Anblick eines großen Doppeldeckers festgehalten, der dort in einem eigens erbauten Schuppen untergebracht ist. Es ist ein englischer B E - Doppeldecker, der an der Westfront bei einem Aufklärungsfluge von einem deutschen Kampfflugzeuge überrascht und nach 109 Treffern zur Landung gezwungen wurde. Ueber den spannenden Kampf, der zu diesem Erfolge führte, erfahren wir folgendes : In 2700 Meter Höhe fliegend, gewahrte der deutsche Flieger etwa 100 Meter tiefer und 700 Meter entfernt den englischen B E - Doppeldecker. Sofort auf ihn herunterstoßend, setzte er sich 200 Meter hinter ihn und eröffnete Maschinengewehrfeuer, das der Gegner, geschickt hin und her fliegend, erwiderte. Aber schon nach einer halben Minute machte ein Treffer das Maschinengewehr des englischen Beobachters unbrauchbar. Mit seiner Selbstladepistole weiter feuernd, bemerkte er, das auch sein Führer schwer getroffen war Er kletterte deshalb in den hinten befindlichen Führersitz, setzte sich in den Nacken des Führers und versuchte den Apparat über die Kampflinie zu steuern. Da gelang es dem deutschen Führer, durch weitere Treffer den feindlichen Motor zum Versagen zu bringen, und nun glitt die englische Maschine in Spiralen zu Boden. Der Führer starb kurz nach der Landung, er hatte mehrere Bru^schüsse und einen Oberschenkelschuß erhalten; sein Beobachter wurde unverletzt gefangengenommen.

Das Ende des Plugplatzes Puchheim. Der Flugplatz Puchheim bei München soll, wie neuerdings verlautet, verkauft werden, und es sollen sich auch schon Interessenten dafür gefunden haben.

Bayrische Unterstützung von Personen, die durch Fliegerangriffe geschädigt wurden. Im Finanzausschuß der bayrischen Abgeordnetenkammer kam ein sozialdemokratischer Antrag zur Beratung, der eine Unterstützung der durch Fliegerangriffe Geschädigten aus Mitteln des bayrischen Staates bezweckt, bezw. die Schaffung einer analogen reichsgesetzlichen Bestimmung. Minister Frh. v. Soden erklärte, dem Ministerium seien bisher nur zwei Fälle bekannt geworden; in beiden handle es sich nicht um eine Notlage Die unbestreitbare Entschädigungspflicht für Sachschäden treffe nach dem Kriegsleistungsgesetz grundsätzlich das Reich Umfang, Höhe und Verfahren bleibe dem Sonderreichs-gesetz vorbehalten, das voraussichtlich bei Kriegsschluß ergehe. Der bayerische Staat würde in Uebereinstimmung mit der Regelung in, anderen Staaten nur vorläufig einzugreifen haben, um etwaiger Notlage vorzubeugen. Der sozialdemokratische Antrag wurde einstimmig angenommen.

Flieger-Unglück. In der Nähe von Miesbach in Bayern ist ein Doppeldecker (ier MUnchener Flieger-Ersatz-Abteilung abgestürzt. Der Flugzeugführer Oberleutnant Freiherr von Crailsheim vom 4. bayrischen Chevauxleger-Regiment erlitt eine schwere Gehirnerschütterung. Der Beobachter Leutnant FreiherrvonSeckendorf vom 4. bayrischen Feldartillerie-Regiment blieb tot.

Von der Front. 9. November. Bulgarischer Bericht: Unsere Truppen brachten eines von drei Fredschik überfliegenden feindiischen Wasserflugzeugen zum Absturz, das an der unteren Mariza niederfiel, wo es verbrannte.

12. November. Italienischer Bericht: Unsere Flugzeuge führten be schlechten Witterungsverhältnissen glückliche Flüge über dem Karst aus, wo sie die Bahnstationen Reifenberg, San Daniele, Scono, Dottogliano, sowie die daselbst stehenden langen Züge bombardierten. Ein feindlicher Albatros und ein Aviatik-Flugzeug, die unterwegs angetroffen wurden, wurden durch unser Maschinengewehrfeuer in die Flucht geschlagen. Unsere Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehrt.

und ^lücKüJÜnsdj&^um ne-ue-n ^JaVjre-aus dem Rr\e%e>Qefan$en&n-£&yer,£ofl\)ouseP®rh\ css^ lUakef i eld

Ein Lebenszeichen von einem bekannten deutschen Flieger.

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Prisoners of War.

14. November. Oesterreich-ungarischer Bericht: Eines unserer Flieger geschwader belegte Verona mit zahlreichen Bomben. Dazu wird aus Lugano gemeldet: Die Beschießung Veronas durch österreichische Flieger dauerte eine volle Stunde. Die getroffene Zone ist sehr ausgedehnt. Die Menschenopfer sind sehr zahlreich, der Materialschaden gering. Kunstdenkmaler sind nicht beschädigt worden. Die drei österreichischen Flugzeuge ließen über einzelne Teile der Stadt 13 Bomben fallen, die fast alle explodierten. Die Mehrzahl der Opfer befand sich auf der Piazza d'Erbe dem Hauptplatze der Stadt, wo der Markt abgehalten wird. Hier tötete eine einzige Bombe 19 Personen, Der„Corrieredella

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Sera" verlangt von der Regierung energische Maßregeln zur Verhütung weiterer Unglücksfälle. Es wird eine bessere Organisation des italienischen Fliegerkorps und größere Berücksichtigung der tüchtigen Kräfte, an denen keinMangel sei, gefordert und denen gegenüber, die Unwissenden, Schwachen und Unfähigen zurücktreten müßten.

15. November. Oesterreichische Flugzeuge warfen Bomben auf Brescia. Sieben Personen wurden getötet und zehn verletzt. Mit allen Bomben wurden militärische Anstalten getroffen. Eine Bombe fiel in der Nähe des Arsenals nieder und tötete mehrere Soldaten. Eine andere fiel in der Nähe eines Gasometers nieder, eine dritte auf die Waffenfabrik Tempini.

16. November. Ein Telegramm aus Bagdad meldet, daß Beduinen ein englisches Flugzeug heruntergeschossen und die Insassen gefangen genommen haben. Das Flugzeug konnte ausgebessert und wieder in Dienst genommen werden. — Englischer Bericht: Feldmarschall French meldet, daß ein britischer Flieger unlängst auf kurzem Abstand in ein Gefecht mit einem deutschen Flugzeug geraten war, das hinter den deutschen Linien zum Landen gezwungen wurde. Der englische Flieger ging bis auf 150 Meter vom Erdboden und eröffnete ein heftiges Feuer auf den Führer und Beobachter, die das Flugzeug verlassen hatten und über Land tlüchteten. Der englische Flieger ließ auch eine Brandbombe auf das Flugzeug fallen, das als es zuletzt gesehen wurde, in Rauch gehüllt war. Das englische Flugzeug, das durch feindliches Feuer beschädigt war, wurde 500 Meter hinter der englischen Linie zum Landen gezwungen, wo es durch feindliche Artillerie heftig beschossen,''aber, nicht zerstört wurde. Der Führer ersetzte in der Nacht das Benzin und konnte sein Flugzeug bei Tagesanbruch nach dein Lager bringen.

. 17. November. Ein österreichisches Flugzeug erschien über Belluno und warf fünf Bomben ab. Nur eine explodierte. Drei Personen wurden leicht verletzt. Sachschaden wurde nicht angerichtet.

18. November. Wieder erschienen österreichische Flieger über Verona und warfen einige Bomben ab. Sachschaden wurde nicht angerichtet. Die feind-ichen Fliegerbesuche in Verona erfüllen die Mailänder Behörden mit Besorgnis. Der Mail-ander Militärkommandant ordnete große Beleuchtungsmanöver an und ließ die Oeffentlichkeit benachrichtigen, um unnütze Beunruhigung zu vermeiden.

19. November. Ein deutscher Flieger erschien Uber Besangon und warf vier Bomben ab. — Italienischer Bericht: Feindliche Flugzeuge warfen gestern Bomben auf Verona, wo vier Einwohner verwundet wurden, auf Vicenza und auf Grado, wo niemand verletzt und kein Schaden angerichtet wurde. Heute morgen warf ein anderes feindliches Luftgeschwader 15 Bomben auf Udine-Es wurden 12 Einwohner getötet und 19 Einwohner, sowie acht Soldaten verwundet. Der angerichtete Schaden ist gering. — Oesterreichischer Bericht: Einer unserer Flieger bewarf die Tuchfabrik von Schio mit Bomben. — Französischer Bericht: Acht feindliche Flieger haben gestern Luneville zu überfliegen versucht. Als sie verfolgt wurden, kehrten tünf von ihnen um. Die anderen warfen Bomben Uber der Stadt ab, durch die drei Personen verletzt wurden Der Sachschaden ist wenig bedeutend.

20. November. Oesterreichischer Bericht : Unsere Flieger bedachten Verona, Vicensa, Tricesimo, Udine und Cervingano mit Bomben. — Deutsche Bericht: Die Tätigkeit der deutschen Flieger ist besonders westlich von Ypern und Artois, in der Champagne und auf der Cotes Lorraines eine rege. --Eine Meldung aus Bukarest besagt, daß es fast täglich zwischen ungarischen und russischen Flugzeugen über Bessarabien und der Bukowina zu aufregenden Kämpfen in der Luft kommt.

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21. November. Unse-c Flugzeuge warfen auf Poperinghe und Furnes eine größere Zahl Bomben ab. Es wurden Treffer beobachtet. Westlich von Poperinghe griff ein d eu t s ch e s Flugzeuggeschwader englische Truppenlager an. — Italienischer Bericht: Die Ueberfälle von feindlichen Flugzeugen dauerten fort. Eins von ihnen wurde gestern durch das Feuer unserer Abwehrkanone in der Zone von Milegna auf der Hochfläche nordwestlich von Arsiero heruntergeholt. Ein italienisches Flugzeuggeschwader warf gestern über dem feindlichen Flugfelde von Aisovizza gegen hundert Bomben ab und richtete auf ihm Verwüstungen an. Die Flugzeuge kehrten unversehrt zurück.

22. November. Türkischer Bericht: An der Irakfront erbeuteten wir ein viertes feindliches Flugzeug.

23. November. Ein französischer Doppeldecker stürzte bei Aure (in der Champagne) nach einem Luftkampf ab. — Oesterreichischer Bericht: Zwei unserer Flieger warfen auf Arsiero Bomben ab. - Englischer Bericht: Der Feind unternahm am 18. und 20. November Luftangriffe auf Poperinghe. Bei dem ersten wurden zwei Soldaten verwundet und vier Kühe getötet. Beim zweiten wurden acht Mann durch eine Bombe getroffen. Die übrigen Bomben richteten keinen Schaden an.

24. November. Russischer Bericht: Im Passine Tale warfen unsere Flieger mit Erfolg Bomben auf die feindlichen Verschanzungen. — Oesterreichischer Bericht: Einer Unserer Flieger belegte Baracken und Magazine von Ala mit Bomben.

25. November. Oesterreichischer Bericht: Zwei unserer Flieger warfen Bomben auf Tolmezzo ab — Italienischer Bericht: Feindliche Flieger warfen Bomben auf Arsiero, wo sie leichten Schaden verursachten und auf Ala, wo sie vier Soldaten verletzten. Eines unserer Flugzeuggeschwader warf Bomben auf das feindliche Flugfeld von Aissoviza, sowie auf ein anderes, das bei Aidussinaz angelegt wird und auf die Bahnhöfe von Vogersko Aidussina, Reifenberg und San Daniele. Trotz des gewöhnlichen Feuers der Abwehrkanonen kehrten unsere Flugzeuge unbeschädigt zurück. — Montenegrinischer Bericht: Ein ö es t er r ei chfs-ch es Flugzeug belegte San Giovanni di Medua, unsere Verpflegungsbasis mit Bomben ohne wesentlichen Schaden anzurichten. — Einer Depesche aus Salonik zufolge bombardierte eine Abteilung französischer Flieger Strumitza. Sie warfen 50 Bomben ab.

27. November. Ein deutsches Flugzeug stürzte östlich von Berry au Bac in die Aisne. Den Fliegern gelang es, sich durch Schwimmen zu retten. Einige Granaten unserer Batierieif zerstörten das Flugzeug.

28. Novemhtjr. Nachdem ein russischer Flieger rumänisches Gebiet überflogen hatte, kam er nach Czernowitz und versuchte mehrere Bomben abzuwerfen. Zwei abgeworfene Bomben fielen in der Nähe des Volksgartenbahnhofes nieder. Unsere Artillerie eröffnete auf den Flieger ein starkes Geschützteuer und verhinderte ihn dadurch, weitere Bomben abzuwerfen. Mit knapper Not entging der Flieger der Vernichtung und mußte schleunigst die Flucht ergreifen. — Englischer Heeresbericht: Es kam heute zu 15 Luftgefechten Eine deutsche Maschine wurde heruntergeholt. Auf das deutsche Fliegerlager in Gits und auf eine Munitionsfabrik in La Chapelette wurden Bomben geworfen. Der Angriff auf Gits wurde durch vierzehn, der auf La Chapelette durch neunzehn Flugzeuge ausgeführt. Hier wurde belangreicher Schaden angerichtet. Ein britischer Flieger, der an dem Angriff auf La Chapelette teilnahm, bekämpfte in einem einzigen Luftgefecht fünf deutsche Flugzeuge. Alle, unsere Flugzeuge kamen wohlbehalten zurück. — Am selben Tage warf ein deutscher Flieger Bomben an der Küste. Ein französischer Flieger zwang einen deutscher; zum landen, ebenso ein englisches Wasserflugzeug ein deutsches. Bei Middel

kerke zerstörte ein britischer Flieger ein deutsches Unterseeboot, das, wie man vernahm, in zwei Stücke brach (Notiz: Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist die Nachricht, betreffend die Zerstörung des deutschen Unterseebootes durch einen britischen Flieger v ol ls t ä nd ig aus der Lu f t g egri f f en) — Französischer Brricht: Im Laufe des Tages waren unsere Flugzeuge fortgesetzt äußerst tätig. In Beigen machte sich eines unserer Flugzeuge an die Verfolgung eines Flugzeuggeschwaders und es gelang ihm, ein deutsches Flugzeug in der Höhe von Bad Westende herunterzuholen Ein deusches Torpedoboot und Rettungsboote verließen sofoit Middclkerkc, um es zu retten. Wasserflugzeuge der Verbündeten griffen die Boote an und versenkten eines davon. Ein Geschwader von zehn Flugzeugen bombardierte die Flugzeugschuppen von Habsheim. S Granaten von 15") mm und 20 von 90 mm wurden auf die Schuppen geworfen, die Feuer fingen. Ein dort befindliches Aviatik Flugzeug wurde durch unsere Geschosse beschädigt. Der Feind versuchte vergeblich die Verfolgung einzuleiten. Ein von mehreren Kugeln getroffenes Aviatik-Flugzeug mußte landen. Ein anderes überschlug sich bei Lutterbach. In der Gegend von Nancy wurde ein deutsches Flugzeug durch eines unserer Jagdflugzeuge angegriffen Der französische Apparat näherte sich dem Gegner und es gelang ihm, ihn herunterzuholen. Ein anderes deutsches Flugzeug, das dem Kampfe beiwohnte, machte kehrt. - Oesterreichischer Bericht: Einer unserer Flieger brachte im Luftkampf einen feindlichen Doppeldecker zum Absturz nach San Lorenzo di Mosse, wo das ita ienische Flugzeug durch unsere Artillerie zusammengeschossen wurde.

2l). November. Auf der ganzen Front herrschte bei klarem Frostwetter lebhafte Artillerie- und Fliegertätigkeit. Nördlich von St Mihiel wurde eine feindliches Flugzeug zurLandung vor unsererFront gezwungen und durch unser Artilleriefeuer zerstört — Französischer Bericht: Gestern überflogen vier d e u ts c h e-Flieger Verdun und warfen Bomben ab, ohne Sachschaden anzurichten. Zur Vergeltung warfen fünf von unseren Fliegern etwa 20 Granaten auf den Bahnhof von Brieulies, südlich Stenay. Sie zerstörten die Eisenbahnlinie. Ein nach Norden fahrender Zug mußte schleunigst umkehren. Eines unserer Flugzeuge mußte be Remboovrin auf dem linken Maasufer vor den feindlichen Stellungen landen. Trotz heftigen Artilleriefeuers der Deutschen, wurde das Flugzeug nur wenig beschädigt. Der Flieger ist unverletzt.

.50 November. Ein deutsches Flugzeuggeschwader griff die Bahnanlagen von Ljnchowitschi (südöstlich von Baranowilsclii), an

1. Dezember. Ein englisches und ein französisches wurden abgeschossen, die Insassen sind gefangen genommen.

2. Dezemher Nordwestlich von St. Queiitin fiel ein wegen Motorschaden niedergeganger Doppeldecker mit zwei englischen Offizieren in unsere Hand. — Italienischer Bericht: Feindl i che Flieger haben über den Flecken Maularo und Mi-oncink Bomben abgeworfen, ohne hved welchen Schaden anzurichien. — Tü-kwiher Bericht: An der Irakfront nahmen wir dem Feind vier Flugzeuge ah Di'i lavon wurden wieder hergestellt und fliegen j tzt über die feindlichen Reihen Eines unserer Kampfflugzeuge nötigte, ein feindliches Flugzeug, da< Kapa Tepe (an der Dardanellenfront) überflog, /ur Flu ht

5. De e riber. Türkischer Berichi: ,\n .1er Dardanellenfront wetteiferten in den letzten Tagen unsere Flii ger in glänzenden Leistungen Ein von unserem Flieget luutnant Hali Rizzn geführtes Miliiärflu rzeusj schoß hei Scd.l iil Ba'T ein feindliches Flugzeug herunter, und zwang durch Bombenwürfe ein feindliches Panzerschiff sich zu entfernen. Ein Torpedoboot, das dem Panzerschiff zu Hilfe eilen wollte, lief aul Grund Darauf e'öffnete unser Flieger Maschinen.jewehr-feuer gegen die auf dem Deck des Panzer-duftes befindliche Besatzung, sowie

auf flie des Torpedobootes und zwang durch sein Feuer ein feindliches Flug" zeug, welches ihn angreifen wollte, sich zurückzuziehen. Am Tage darauf griff derselbe Flieger eitlen feindlichen Monitor, der unsere Stellungen beschoß, an und traf ihn, wie man feststellen konnte, mit seinen Bomben. Der Monitor sah sich gezwungen, das Feuer einzustellen.

6. Dezember. In der Gegend von Bapaume wurden zwei englische Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. Die Insa-ssen sind tod En durch russisches Artilleriefeuer von See her getroffenes deutsches Flugzeug wurde bei Markgrafen (an der Kurländischen Küste) mit seiner Bemannung geborgen — Türkischer Bericht: Unsere Flugzeuge setzen die Erkundungsflüge und die Angriffe mit Erfolg fort Der Kriegsflugzeugführer Leutnant von Hansen und der Beobachter von Schiltmingen warfen Bomben auf einen feindlichen Monitor und zwangen ihn, das Feuer einzustellen und sich zurückzuziehen.

Ausland.

Militärflugwesen in der Sihweiz. Das Schweiz. Militärdepartement hat auf Vorschlag des Chefs des Generalstabes der Armee für die Prüfung alier, das Militärflugwesen betreffenden Fragen und insbesondere für die Vorschläge über Verwendung des Ergebnisses der Nationalsammlung, mit Amtsdauer bis 31. März 1918, eine Kommission ernannt.' Als Präsident steht an deren Spitze Oberstkorpskommandant Audeoud. Mitglieder sind Oberst Müller, Chef der kriegstechnischen Abteilung, Oberst i. G. M. von Wattenwyl, Oberst de Meuron, Kommandant Inf.-Brigade 2, Lausanne, Oberstleutnant Hilfiker, Sektionschef der Verkehrstruppen der Genieabteilung, Oberstleutnant Borel, Kommandant des Inf.-Regt. 38, Genf und Oberstleutnant Häberlin, Kommandant des Inf.-Regt. 32, Frauenfeld.

Der Kommission gehört ferner von Amtes wegen an der Chef der Fliegertruppe, gegenwärtig Hauptmann J. G. Real Ferner werden aus den oben genannten Kommissionsmitgliedern für die Jahre 1916 und 1917 die Herren Oberstlt Hilfiker in Bern und Oberstlt Borel in Genf als Offiziere bezeichnet, die mit dem Chef des Flugwesens die Prüfungskommission für die Militärflieger bilden.

Neues Curtiss-f-Ingboot mit Verwindungsk/arpen am oberen Tragdeck. (Motur 100 PS Curtiss).

Die neue Organisation des rumänischen Mitliärflugwesens. Des

rumänische Militärflugwesen wird in seiner nunmehr geschaffenen ,\euorgan.-

No. 1

sation eine eigene Wa.fengattung bilden, die der Direktion der Militärschulen im Kriegsministerium untergestellt sein wird. Zum Kommandanten des Aviatikerkorps wurde Oberstleutnant Oavanescu vom Großen Generalstab ernannt. Zu der in Cotroceni befindlichen Militär-Flugbahn werden zwei Kompagnien in vollständiger reglementmäßiger Formation detachiert werden. Die Militärflieger werden in Hinkunft zuerst die Pilotenschule und dann die Schule für Mih'täraviatik absolvieren. Zu diesem Zwecke werden sie zuerst den Kurs auf der Zivilflugbahn der „Nationalen Flugliga" in Baneasa mitmachen, wo sie das Diplom als Pilot erlangen werden und dann ihre spezielle Ausbildung als Militärflieger in der Militärflieger-schule erhalten. Da die Flugbahn von Cotroceni auf einem für Flüge sehr ungeeigneten Terrain gelegen ist, so wird jetzt wegen Ankaufes oder Pachtung eineß geeigneten Terrains für die Mililärflugschule unterhandelt

Amerikanisches Martin-Wasserflugzeug,

Ausstellung einer italienischen Fliegerbombe. In Triest in einem Saale des Kino Ideal ist eine der von den italienischen Flieger am 24. Oktober über Triest abgeworfene, jedoch nicht explodierte Bombe ausgestellt worden Die Art und Montierung der Bombe soll beweisen, daß der Angriff weniger auf Materialschaden, sondern zur Wirkung gegen Menschen bestimmt war. Die Bevölkerung der Stadt kaiin sich dadurch ein Bild der geplanten Erlösung von der fremden Unterdrückung der Italiener machen.

Die Flugzeugfabrik Orville Wrighls an die Vierverbandsmächte verkauft. Wie die .New York Times" berichten, hat der bekannte Flieger Orville Wright seine in Dayton, Ohia, gelegene große Flugzeugfabrik an ein Syndikat verkauft, an dessen Spitze der Präsident einer der Alliiertenbanken steht, die bei der Uebernahme der öOOMillionen Anleihe der Alliierten eine hervorragende Rolle gespiel't hat. Vor einem Jahr sollte Wright, als der Verkauf beabsichtigt war, 675000 Dollar erhalten, jetzt erhält er 1.500000 Dollar. Bis jetzt mußte Wright auch stets den geschäftlichen Teil erledigen, nun aber ist er der Direktor der;- neuen Gesellschaft und kann sich als konsultierender leitender Ingenieur völlig der Konstruktion neuer Flugapparate widmen Ein ungeheures Laboratorium wird gebaut werden, wo er mit den besten aeronau ischen Sachverständigen seine Ide,en ausarbeiten kann. Die Gesellschaft wird auch nicht Kriegsorders ablehnen, hat aber gleichzeitig die Absicht, den Flugzeugbau derartig zu vervollständigen

und zu verbilligen, daß sie jedermann zugänglich sind. Die Patente Wrights behalten noch acht Jahre lang ihre Gültigkeit. Albert H. Wigging, der Präsident der Chase National Bank, und T. Frank Manoville von H. W Johns-Manoville Company sind die Mitglieder des Syndikats. Einer Nachricht aus Dayton zufolge hat Orville Wright den Verkauf seiner Fabrik mit allen dazugehörigen Patenten, Kontrakten und arideren Rechten und dem Pachtkontrakt für sein Flugfeld bestätigt. Er äußerte sich: „Die Nachricht stimmt, ich wollte arbeiten, aber die fortwährenden Geschäftsunterredungen und Prozesse hinderten mich daran, r/ün kann ich den Rest meines Lebens wieder zum Erfinden benutzen " -'<f;

Englische Fliegerverluste. Nach einer Mitteilung, die der Unterstaaissekretär des Krieges Tennant im Unterhause machte, haben die Engländer von Juni bis August an Fliegeroffizieren verloren: Tot 14, verwundet 22, gefangen fö, von September bis November: Tot 11, verwundet 21, vermiß: 10, gefangen 26, zusammen in sechs Monaten 122 Fliegeroffiziere.

Fliegerabsturz in England. Bei einem Flug ging der Apparat des Hauptmanns Smith in Flammen auf und wurde beim Niedergehen auf den Erdboden zertrümmert. Der Hauptmann ist verbrannt.

Verschiedenes.

Die Flugmaschinc zur Bekämpfung von Waldbränden. Eine neue und anscheinend zweckmäßige Verwendung findet die Flugmaschine im amerikanischen Staate Wisconsin, wo sich große Waldbezirke befinden. In dieser Gegend wird die Flugmaschine dazu verwandt, die Entstehung von Waldbränden, die dort häufig and oft, von den verderblichsten Folgen begleitet sind schneller zu melden, als es auf jede andere Weise möglich wäre. Ein amerikanischer Flieger stellte sich und sein Wasserflugzeug freiwillig in den Dienst der guten Sache. Jeden Abend gegen 6 Uhr steigt er vom Big Trout-See auf, schraubt sich binnen wenigen Minuten zu einer Höhe von 300 Meter empor und kann auf diese Weise ein Gelände von etwa 200 000 Acker Waldland überschauen. Er hatle wirklich schon einen Waldbrand entdeckt und gemeldet, und es stellte sich heraus, daß er Ort und Entfernung des Brandes ganz zutreffend geschätzt hatte.

Eine Fliegerexpedition ins Innere von Neuguinea. In der Stockholmer „Gesellschaft für Anthropologie und Geographie" entwickelte der Forschungsreisende Dr. E. MjOberg seinen bereits erwähnten neuen Plan, mittels Flugmaschinen ins Innere von Neuguinea zu dringen. Diese große Insel ist noch heutigen Tages dasjenige tropische Lande, das im Innern das größte unerforschte Gebiet aufweist, obgleich bis jetzt gegen 1000 Entdeckungsreisende versucht haben, ins Land zu dringen. Die Küsten Neuguineas mit ihren undurchdringlichen Dickichten und Sumpfen bilden ein fast unüberwindliches Hindernis. Darum plant Dr. Mjöberg eine Förschungsexpedition unter Zuhilfenahme zweier Flugmaschinen, wovon die eine,, leichtere, geeignete Landungsplätze im Innern erkunden soll, während eine zweite, große Flugmaschine die Expedition selbst ins Innere bringt. Diese Maschine muß außer einer Last von mindestens 500 ltg noch fünf Mann tragen können. Als Teilnehmer sind u. a. ein Botaniker, ein Geologe und ein Geodät in Aussicht genommen.

Eisenbleilegierungen. Man hat wiederholt versucht, Lagermetalle aus Blei und Eisen herzustellen, die bedeutend billiger sein würden als die jetzt üblichen, vorwiegend aus einer weichen Grundmasse von Zinn oder Blei mit Kupfer oder einem ähnlichen harten Metall bestehenden. Der Ersatz des Kupfers dur'cli das wesentlich billiger zu beschaffende Eisen scheiterte früher stet9 an dam großen Unterschied der Erstarrungstemperatur der Weichmetalle und des Eisans. Beim Erkalten einer glühendflüssigen Eisenbleimischung erstarrt das Eisen schpn bei etwa 1500 Grad. Es kristallisiert dann und trennt sich von dein Blei, das erst bei 327 Grad fest wird. Neuerdings ist es nun gelungen, Eisen und Blei dadurch zu einer Legierung zusammenzubringen, daß man flüssigem Blei feines Eisen-

pnlver beimengt und mit ihm innig vermischt. Das Endproduckt ist dann ein billiges Hartblei Nach einem anderen Verfahren mischt man fein gepulvertes-Blei mit eben solchem Eisen, erhitzt-das Gemenge bis auf etwa 300 Grad und stampft es, ähnlich wie Beton, in Formen. Dabei verbinden sich beide Metalle, und es lassen sich auf diesem Wege Eisenbleilegierungen beliebiger Zusammensetzung und mit jedem den jeweiligen Verwendungszwecken angepaßten Härtegrad gewinnen.

Technischer Kurs bei den Luftfahrtruppen in Oesterreich. Offiziere, Fähnriche und Offiziersaspiranten des Berufslandes, welche kriegsdienstuntauglich sind, können im Falle ihrer Eignung im technischen Dienste bei den Luftfahrtruppen, insbesondere für den Uebernahme- und Bauüberwachungsdienst beim Flugzeug- und Motorbau, dauernd verwendet werden Zu diesem Belutfe gelangt am 1. Januar 1916 bei der technischen Abteilung in Wien, Arsenal, Obj. IX, ein technischer Kurs zu Aufstellung Der theoretische und praktische Unterricht umfaßt in der Hauptsache: Flugzeug- und Motorkunde, Material- und Festigkeitslehre, sowie die einschlägigen dienstlichen Vorschriften Dauer des Kurses: 12 Wochen Unterricht (mit Uebungen und Exkursionen) und 3 Wochen praktische Ausbildung (Am Flugfeld und in Fabriken) Bedingung für die Aufnahme ist die Absolvierunp der Oberklassen einer Mittelschule. Die Absolvenlen des Kurses werden im technischen Dienst derLuftfahrtruppe i auch im Frieden verwendet werden.

Offizielle Mitteilungen.

Bund deutscher Flugzeugführer, E. V.

Geschäftsstelle: Berlin-Johannisthal, Kaiser-Wilhelm-Straße 47. Telegramm-Adresse: Fliegerbund. Fernsprecher : Amt Oberschöneweide964.

Eintrittsgeld Mk. 20. - :—: Monatlicher Beitrag Mk. 3.50.

I. Vorsitzender: Felix Laitsch.

Verband deutscher Modellflugvereine.

Sitz Frankfurt a. M.

Geschäftsstelle: Präsidium:

Frankfurt a. M., Eppsteinerstr. 26. Frankf. Flugmodell-Verein

Zahlungen erbeten an Disconto-Gesellschaft, Frankfurt a. M.

Frankfurter Flugmodell-Verein.

Präsidierender Verein des Verbandes deutscher Modellflugvereine. Geschäftsstelle: Frankfurt a. Main, Eppsteinerstraße 26.

Vor einiger Zeit hat auch unser Mitglied Norbert Welkoborsky seine Feldpilotenprüfung auf Aviatik-Doppeldecker abgelegt. Während somit bereit-; vier unserer Mitglieder zu tüchtigen Feldlliegern herangebildet worden sind, befinJen sich noch verschiedene zurzeit in der Ausbildung. — Unser zweiter Schriftführer Ludwig Kämmerer, der bereits seit Kriegsausbruch im Felde steht, wurde kürzlich zum Leutnant d. R befördert.

Mannheimer Flugmodell-Verein.

Mitglied des Verbandes deutscher Modellflugvereine. Geschäftsstelle: M. Lohrer, Mannheim, Rheinhäuserstr. 47.

Da mit dem am Jahresschluß beendeten Vereinsjahre der Vorstand satzungsgemäß aus seinen Amte schied, mußte dieser wieder bestimmt werden. Es wurden sämtliche Vorstandsmitglieder wiedergewählt, sodaß also Lohrer Vorsitz,

Sonns Kasse und Geisinger das Schriftführeramt innehat. Damit nun keine Stockung in der Erledigung der Obliegenheiten eines jeden Vorstandsmitgliedes bei dessen Einziehung eintritt, wurde schon jetzt Ersatz gewählt und zwar wurde Oskar Bühring das Amt des Vorsitzenden und gleichzeitig des Schriftführers und Schaller das des Schatzmeisters übertragen. — Ferner fanden die Neuwahlen der Flugprüfer statt und sind folgende Mitglieder Flugprüfer für 191U: Hageloch, Schmidt, Schaller, Sonns, Oskar Bühring. Es wurden dieses Mal nur fünf Prüfer ernannt, da diese vollständig ausreichen.

Personalien.

Das Ritterkieuz des Militär St. Heinrichsordeus erhielt Ltn. d. R. [ m-

m e 1 m a n n.

Das Ritterkreuz II. Klasse des Verdienstordens mit Schwertern erhielten die Ltns.d. R. S c h i e r i n g und Karisch von der Feldfliegerabteilung 13 und Oberleutn. Calberla von der Feldflieger-Abteilung 48

Das Mil. Verdienstkreiiz 3. Klasse mit Krone und Schwerlern erhielten die Utffz. A. Doldi, Eugen Kaiser und Andreas Mi 11 er von der Flieger-Abteilung 1, Utffz. Kurt K ö p p e n vom Armee-Flugpark 2, Utffz Franz Leberich und G Bergmann von der Feldflieger-Abt. 7 der Armee-Abt. v. Strantz.

Das K. B. Militärverdienstkreuz 3. Klasse m!t Schwertern erhielten die Gefreiten Karl S c h m a u ß, Josei D r e c h s e 1, Ludwig E c k e r 1, Ernst S c h m i d t, und der Ers.-Res Georg Schönberger von der Flieger-Abteilung 5.

Befördert wurden : die Leutnants d. R. Briese n und F r os t vom Armee-Flugpark der Nyemen-Armee und Fähnrich von D o r z y c k i von der Flieger-Ersatz-Abteilung 3 zum Ltn. d. L.

Firmennachrichten.

Robert Bosch. Unter dieser Firma hat der zu Stuttgart wohnhafte Fabrikant Robert Bosch zu Frankfurt a. M. eine Zweigniederlassung seines unter der gleichen Firma zu Stuttgart von ihm als Einzelkaufmann betriebenen Handelsgeschäftes errichtet.

Dem Kaufmann Ernst Ulmer, dem Ingenieur Gottlob Honold, dem Ingenieur Gustav Klein, dem Kaufmann Hugo Borst und dem Oberingenieur Heinrich Kempter, sämtlich zu Stuttgart, ist Gesamtprokura erteilt in der Weise, daß jeder in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen die Firma zu zeichnen berechtigt ist.

Literatur.

Fliegerschule. „Was muß ich wissen, wenn ich Flieger werden will ?" Ein Lehr- und Handbuch für den Flugschüler. Von Heinz Erblich, Flugzeugführer. Mit 95 Abbildungen im Text 2. durchgesehene Auflage. Berlin 1915. Verlag von Richard Carl Schmidt & Co. Preis elegant gebunden Mk. 2.80.

Bei der jetzt vorliegenden 2. Auflage des hibsch ausgestatteten Buches sind verschiedene durch die Kriegslage bedingte Aenderungen nötig geworden. Das Buch welches ausführliche Kapitel über Flugmotoren, Wetterkunde, Konstruktion der Flugzeuge, Behandlung der Maschine usw. enthält, wird allen denen, die sich dem Flugwesen widmen wollen, ein helfender Berater sein.

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Festschrift zum 25jährigen Bestehen der Daimler-Motoren» Gesellschaft Stuttgart-Unlertürkheim. Zum 25jährigen Bestehen der Firma hat die Daimler - Motoren - Gesellschaft eine große künstlerisch ausgestattete Festschrift herausgegeben, die zum ersten Male eine authentische Darstellung der gesamten Entwicklung der Werke von ihren ersten Anfängen an gibt. Besonders interessant für flugtechnische Kreise ist das Kapitel Uber die Entwicklung der Fingmotoren Natürlich durften wegen des Krieges nicht alle Einzelheiten darüber gebracht werden. Erst nach dem Krieg werden die hervorragenden Eigenschaften des Mercedes Flugmotors gewürdigt werden können,

Der Krieg 1914/15 in Postkarten. Im J. F. Lehmanns Verlag, München _ unter den Serien der Postkarten vom Krieg 1914/15 eine Abteilung künstlerischer Postkarten Uber das Flugwesen im Krieg und die Flugzeuge unserer "einSe erschienen, die wir den Freunden der Flugtechnik bestens empfehlen.

Eingesandt.

(Ohne Verantwortung der Redaktion).

„Experimente über Flug und Schwcrk'aft." Bezüglich der Erwiderung zu meinen Aufsätzen „UebersFlug und Schwerkraft' die im „Flugsport" 1915 S. 799 zum Abdruck kam, ist folgendes zu bemerken: Ich habe die erörterten jgfojkrieme rein wissenschaftlich behandelt und die Experimente Wa. Ostwalds, die mit der Tendenz veröffentlicht wurden, meine Anschauungen als falsch nachzuweisen, einer Kritik unterzogen; von Angriffen kann daher nicht die Rede sein. Wenn mir auch hier.wiederum der unwissenschaftliche Vorwurf gemacht wird, daß ich selbst keine Experimente gemacht habe, so liegt dies daran, daß nicht jeder die Mittel dazu hat. Ob die Versuche Wa. Ostswalds dessen Anschauungen vollständig bestätigt und ineine teilweise schlagend widerlegt haben, — darüber kann sich jeder Leset an der Hand meiner beiden Aufsätze, die alle wesentlichen Beiträge Wa. Ostwalds zur Sache enthalten, selbst ein Bild machen. Ebenso dürften meine Darlegungen kaum von der Mehrzahl als papierne Diskussionen empfunden werden, denn eben dadurch sind die Dinge ja erst dem Versuch zugänglich gemacht worden, auch Herr Ostwald hat die Anregung zu seinen Versuchen erst aus meinen Arbeiten. Und ob die Schwersgesetze, mit deren Hilfe ich die Versuche Ostwalds geprüft und meine Darlegungen überhaupt gewonnen habe, zu den Hypothesen zu rechnen sind, oder zu unseren durch Versuch längst genauest bekannten phyhikalischen Tatbeständen, dies brauche ich ebenfalls nicht weiter auszuführen. — Es sei zum Abschluß noch auf das Urteil eines Unparteiischen hingewiesen. Der bekannte Flugtheoretiker Dr. R Nim führ schrieb mir zu meinen Arbeiten u. a.: „Die Versuche von Wa. Ostwald finde ich außerordentlich wertvoll, stimme aber Ihren Schlüssen völlig bei. Auch ich halte die Ergebnisse der Versuche nicht entscheidend für die Lösung des gestellten Problems". Es wird noch vieler Versuchsreihen bedürfen, ehe wir ganz klar sehen werden. Die Anregung ist gegeben und es dürfte jetzt allmählich auch in den Kreisen der aviatischen Nur-Praktiker die Ueberzeugung zu reifen beginnen, daß unsere aerodynamischen Theorien auf hydrodynamischen Grundlagen kaum als erste Annäherungen gelten können, weil sie, ja die Kompressibilität und innere Reibung der Luft außeracht lassen....."

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